Archivieren: So verwalten Sie Fotos perfekt

      Archivieren: So verwalten Sie Fotos perfekt

      Archivieren:

      1 - So verwalten Sie Fotos perfekt
      2 - Die eigene Foto-Top-10
      3 - Vom Chaos zur Ordnung
      4 - Fotos taggen
      5 - Pro und contra Archiv-Software
      6 - FOTO-BROWSER Schneller sichten
      7 - Verschlagworten mit Exif und IPTC


      So verwalten Sie Fotos perfekt
      Nicht alle Fotos, die auf Ihren Rechner wandern, sind für die Ewigkeit gedacht. Zum Bändigen der Bilderflut gibt es eine Menge Rezepte. Wir sagen, wie Sie mit minimalem Zeitaufwand das Maximum aus Ihrer Fotosammlung herausholen.

      Auf den Festplatten eines Fotografen landen rasch große Mengen an Fotos. Doch kaum jemand schaut sich die Bilder alle wieder an. Vorgeholt wird in der Regel nur ein geringer Teil des Fotomaterials. Untersuchungen zufolge verbringen Anwender, die mit Bilddaten arbeiten, bis zu 20 Prozent ihrer Arbeitszeit mit der Suche nach diesen. Aus diesem Grund empfiehlt sich das konsequente Strukturieren aller Aufnahmen. Das ist ganz besonders für Aufnahmen, die für professionelle Zwecke wie beispielsweise Produktpräsentationen erstellt wurden.

      Effektives Aussortieren
      Zunächst ist es ratsam, alle Rohdaten von der Speicherkarte auf DVD zu archivieren, damit Sie sorglos sortieren können. Beim Aussortieren von Foto helfen zwei einfache Tipps, bereits einen Großteil potentieller Archivleichen zu vermeiden.

      1. Sichtung: Löschen Sie direkt beim Importieren der Bilder auf den PC sämtliche unbrauchbare Aufnahmen. Dazu gehören verwackelte, unscharfe, stark fehlbelichtete und anderweitig defekte Bilder. Gehen Sie intuitiv vor: Alles, wofür Sie augenblicklich keine Verwendung sehen, wird ausgemistet. Trennen Sie sich auch von überflüssigen Fotos, die nicht das zeigen, was Sie eigentlich aufnehmen wollten, nicht benötigten Belichtungsreihen und Probeschüssen.

      2. Sichtung: Im Rahmen einer zweiten Sichtungsrunde beschließen Sie, welche der übriggebliebenen Fotos für Sie von Bedeutung sind – entweder privat oder beruflich. Dazu gehören beispielsweise die besten Fotos eines Portrait-Shootings und die schönsten Urlaubsfotos. Darüber hinaus aufbewahren sollten Sie alle Aufnahmen, die Sie zu dokumentarischen Zwecken geschossen haben, auch wenn sie persönlich für Sie nicht bedeutsam sind. Das können etwa Bilder von Firmenevents oder Familienfesten sein. Die zweite Sichtung führen Sie sinnvollerweise entweder direkt nach der ersten oder nach einer gewissen Schaffenspause durch.

      Das Extrakt: Durch effektives Aussortieren kommen am Ende je nach Anzahl der Quellbilder und der eigenen Konsequenz meist nicht mehr als 40 bis 50 Fotos heraus. Möchten Sie noch weiter Aussieben, sortieren Sie alle Bilder aus, die Ihnen persönlich nicht gefallen, auch wenn sie gelungen sind. Trennen Sie sich ferner von Bildern des gleichen Motivs, die eine recht große Ähnlichkeit aufweisen.

      Die eigene Foto-Top-10

      Die eigene Foto-Top-10

      Nach Abschluss der beiden Sortierrunden haben Sie die bemerkenswertesten Fotos des letzten Shootings vor sich liegen. Was nun kommt, wird Sie am Anfang einige Überwindung kosten, bis das Procedere zur Routine geworden ist: Bilden Sie aus den einzelnen Motivserien Ihre persönliche Foto-Top-10. Das bedeutet, Sie wählen unter allen Bildern, die das identische Motiv aus unterschiedlichen Blickwinkeln zeigen oder die Sie mit verschiedenen Kameraeinstellungen geschossen haben, das beste Foto aus. Suchen Sie sich die schönsten Einzelaufnahmen aus und packen Sie sie in einen Ordner – oder ein Unteralbum, wenn Sie eine Fotoarchiv-Software verwenden. Abhängig von der Menge an Bildern bleiben im Idealfall zwischen fünf und zehn Bilder übrig – das sind die Besten der Besten.
      Das Zusammenstellen Ihrer Top-Fotos bringt später einige Vorteile: So haben Sie jederzeit die wirklich schönsten Aufnahmen zum Präsentieren parat. Außerdem finden Sie auch noch nach Monaten und Jahren blitzschnell prächtige Super-Bilder, die Sie etwa für Kalender, Web-Projekte oder andere Zwecke einsetzen können.

      Die richtige Taxonomie
      Nachdem Sie nun die Aufnahmen durchgeackert und bereinigt haben, müssen Sie entscheiden, wie Sie die Dateien auf der Festplatte ordnen und ablegen. Die zentrale Aufgabe bei der Bildverwaltung ist das Sortieren. Dazu können Sie entweder die Funktionen eines Fotoarchivprogramms wie Picasa, Photoshop Lightroom oder Acdsee nutzen oder eine eigene Speichertaxonomie entwickeln. Grundsätzlich gibt es also zwei Strategien, die sich auch miteinander kombinieren lassen:

      Einfache Ordner: Die zusammengehörigen Bilderserien werden jeweils in einem eigenen Verzeichnis abgelegt. Das bringt ein einfaches System in die Sammlung, ist aber auf Dauer eher unflexibel.

      Archiv-Software: Mit einer Katalogisierungs-Software können Sie Tausende von Fotos verwalten, in Alben ablegen und wiederfinden. Das Tool sortiert die Fotos in virtuellen Ordnern oder nach zusätzlichen Beschreibungen und Bewertungen.

      Vom Chaos zur Ordnung

      Vom Chaos zur Ordnung

      Nur mit Windows-Bordfunktionen lassen sich Bilddateien in thematisch benannten Ordnern abspeichern. Ob Sie Verzeichnisse dabei für Personen, Orte oder Ereignisse anlegen, hängt von den persönlichen Assoziationen und der gewünschten Hierarchie ab. Schließlich ist das Sortieren, Speichern und Wiederfinden von Bildern etwas, das je nach eigenen Erfordernissen ein einfaches System in die Sammlung, ist aber auf Dauer eher unflexibel.

      Archiv-Software
      Mit einer Katalogisierungs-Software können Sie Tausende von Fotos verwalten, in Alben ablegen und wiederfinden. Das Tool sortiert die Fotos in virtuellen Ordnern oder nach zusätzlichen Beschreibungen und Bewertungen.

      Nur mit Windows-Bordfunktionen lassen sich Bilddateien in thematisch benannten Ordnern abspeichern. Ob Sie Verzeichnisse dabei für Personen, Orte oder Ereignisse anlegen, hängt von den persönlichen Assoziationen und der gewünschten Hierarchie ab. Schließlich ist das Sortieren, Speichern und Wiederfinden von Bildern etwas, das je nach eigenen Erfordernissen sehr unterschiedlich gehandhabt werden kann. Innerhalb dieser Verzeichnisse legen Sie weitere Ordner an, entweder nach Ereignissen („Geburtstag 2009“, „Taufe“), nach Themen („Brücken in Venedig“, „Kölner Dom“) oder nach Datum („Januar“, „Februar“) und so weiter. Haben Sie beispielsweise eine Menge Urlaubsfotos aus vergangenen Jahren, bietet sich eine Strukturierung zunächst nach Jahr, dann nach Urlaub an.Mit einer solchen Verzeichnisstruktur können Sie die Aufnahmen thematisch strukturieren und schnell durchsuchen. Wenn Sie die gesamte Ordnerstruktur unterhalb eines zentralen Fotoordners wie „Eigene Bilder“ anlegen, vereinfacht das die Datensicherung. Falls Sie dem von Ihnen gewählten Verzeichnisnamen übrigens ein Unterstrich-Zeichen („_“) voranstellen, zeigt Windows den Ordner übersichtlich automatisch ganz oben an. Damit Sie neu hinzugekommene Bilder nicht immer sofort einsortieren müssen, legen Sie sich innerhalb dieses Ordners einen weiteren Ordner namens „Eingang“ oder „Neu“ an.
      Fotos taggen

      Bis zu diesem Schritt haben Sie Ihre Fotos in unterschiedliche Ordner oder Alben einsortiert. Was jetzt noch fehlt sind Tags (Stichwörter), die grob beschreiben, was auf dem einzelnen Foto zu sehen ist. Dazu können Sie für jede Bilddatei einzeln oder gleich in einem Aufwasch für eine ganze Serie Tags vergeben. Beispielsweise taggen Sie die letzten Reisefotos aus Neapel mit den Stichwörtern „Neapel“, „Reise“, „Italien“, „Urlaub“ und der Jahreszahl. Fotos aus Neapel, auf denen auch Familienmitglieder zu sehen sind, hängen Sie ferner das Tag „Familie“ und Namens-Tags der abgelichteten Personen an.
      Das Taggen von Fotos lohnt sich für jeden, der viele Bilder im Bestand hat. Beim Anheften von Tags beschränken Sie sich am besten auf allgemein gehaltene Stichwörter, die Sie für verschiedene Bildserien verwenden können. Grundsätzlich besser als gar nicht zu taggen ist es, zumindest wenige Tags zu vergeben. Sie können auch bis ins letzte Detail taggen. Wägen Sie einfach ab, was für Ihre Zwecke sinnvoll, zeitlich machbar und effektiv ist.Im konkreten Beispiel heften Sie den Tag „Urlaub“ auch an Reisefotos, die Sie in anderen Ländern gemacht haben, und den Stempel „Italien“ bekommen auch Fotos der letzten Rom-Reise aufgedrückt. Die Jahreszahl kommt an alle Aufnahmen, ebenso Namens-Tags der Familienmitglieder, so sie denn abgebildet sind.

      Bei der Bildersuche Zeit sparen
      Durch das Taggen von Bildern können Sie Ihre Fotos blitzschnell nach Stichwörtern durchsuchen. Dabei spielt es keine Rolle, in welchem Ordner oder in welchem Album die betreffenden Aufnahmen liegen. Sie können etwa sekundenschnell alle Bilder finden, die Sie jemals in Italien aufgenommen haben. Das Kombinieren mehrerer Tags bringt weiteren Suchkomfort: Geben Sie die Tags „Urlaub“, „Italien“ und den Name Ihres Kindes vor, schon landen alle Bilder auf dem Schirm, die alle drei Bedingungen erfüllen.

      Pro und contra Archiv-Software

      Pro und contra Archiv-Software

      Das Taggen geht mit einer Archiv-Software am einfachsten. Es gibt zahlreiche, teils kostenlose und kostenpflichtige Programme wie Picasa, Photoshop Lightroom oder Acdsee. Unter Windows rufen Sie die Stichwortfunktion mit einem Rechtsklick auf eine Bilddatei und den Befehl „Eigenschaften“ auf. Auf der Registerkarte „Dateiinfo“ finden Sie Platz für eines oder mehrere Stichwörter.

      Mit einer zentralen Bilddatenbank können Sie Ihre Fotos nicht nur nach Tags, Dateiname, Ordner, Größe oder Datum sortieren, sondern in einer Kalenderdarstellung auch nach Aufnahmedatum. Sie können die Bilder in persönlichen Alben sammeln. Das ist praktisch, um etwa für eine Präsentation, Weiterbearbeitung oder eine Foto-DVD mehrere Aufnahmen von einer bestimmten Person oder von einem Ort zusammenzutragen. Wie im Bildbetrachter erleichtern Ihnen zoombare Vorschaugrafiken die Auswahl. So sehen Sie, was Sie auf der Festplatte oder einem anderen Medium gespeichert haben.

      Wichtig ist eine gute Qualität der Thumbnails und dass sowohl die Miniatur als auch die Vollbildansicht schnell erscheint. Zudem bieten Archivanwendungen Funktionen, um die Bilder zum Beispiel als HTML-Seite, Kontaktabzug, Diashow oder DVD-Archiv auszugeben. Anspruchsvollere Tools wie Photoshop Lightroom liefern Bearbeitungsfunktionen, die ein zusätzliches Programm für diesen Zweck eventuell überflüssig machen.

      Sammlung archivieren
      Damit Ihre Fotos bei einem Hardware-Defekt oder einem übereilten Mausklick nicht verloren sind, sollten Sie die Dateien zur Archivierung auf DVDs oder eine externe Festplatte sichern. DVDs haben den Vorteil, dass einmal geschriebene Daten nicht mehr gelöscht werden können. Ist die Fotosammlung zu groß, verwenden Sie mehrere Medien.

      FOTO-BROWSER Schneller sichten

      FOTO-BROWSER Schneller sichten

      Mit einem schnellen, für Privatnutzer kostenlosen Foto-Browser wie Faststone Image Viewer, XnView oder Irfan View sparen Sie beim Aussortieren von Bildern einiges an Zeit.

      Miniaturen sichten:
      Thumbnail-Vorschaugrafiken sind der Schlüssel zur schnellen Übersicht. Ihre Größe kann der Nutzer in gewissen Grenzen individuell festlegen. Mit den Bildern in Briefmarkengröße überblickt man möglichst viele Fotos, größere gestatten den Vergleich von Fotos.

      Bilddetails zuschalten:
      Neben der Miniaturansicht stehen in allen Programmen weitere Ansichten zur Wahl. Üblich ist eine Liste mit Angaben zur Bilddatei, beispielsweise Anzahl der Pixel, Dateigröße oder Aufnahmedatum. Als drittes Teilfenster oder als separates Fenster gibt es eine vergrößerte Voransicht samt Infos wie Exif-Daten des jeweils angeklickten Bildes zu sehen. Ein doppelter Mausklick oder der Umweg über das Kontextmenü mit der rechten Maustaste zeigt das Foto schließlich fensterfüllend.

      Richtig benennen:
      Die von der Kamera automatisch erzeugten Dateinamen sind alles andere als aussagekräftig. Deshalb lassen sich Fotoserien etwa in einem Rutsch mit einheitlichen Namen und fortlaufenden Nummern versehen

      Verschlagworten mit Exif und IPTC

      Verschlagworten mit Exif und IPTC

      Die Exif-Metadatenfelder in Bilddateien sind normiert und werden von praktisch allen Bildorganisations-Tools erkannt. Einträge, die die Kamera vornimmt, haben keine bildinhaltlichen Beschreibungen. Vielmehr beschreiben sie die technischen Rahmenbedingungen der Aufnahme wie Kameramodell, Belichtungszeit und Blende. Ein wichtiges Exif-Feld ist das Erstellungsdatum. Die meisten Medien-Browser lesen das Erstellungsdatum aus den Exif-Infos und bieten eine Sortierung danach an.

      Mit dem Informationsstandard IPTC des International Press Telecommunications Council können Sie Ihre Bilder so verwalten, wie es Journalisten und Agenturen seit Jahren machen. IPTC, genauer IPTC-NN, fügt bildbeschreibende Textinformationen wie Copyright, Szenenbeschreibung und -kategorie, Schlagwörter oder Autor direkt in die Bilddatei und wird von vielen Bildarchivprogrammen unterstützt. Die Bildbeschreibung wird zusammen mit dem Foto gespeichert und bleibt der Datei auch bei einer Weitergabe zugeordnet. Bildbearbeitungsprogramme, Archiv- Tools und Viewer können Masken zur Eingabe der Tags anzeigen.