Tauchen in Indonesien

      Tauchen in Indonesien

      Tauchen in Indonesien: Nusa Penida

      Wenn man bei Indonesien und Bali an Tauchen denkt, denkt man meist an konstant hohe Wassertemperaturen, an Makrofotografie, an easy-diving und an eine der weltweit höchsten Artenvielfalten. Für die meisten Tauchplätze trifft das auch zu, aber es gibt Ausnahmen: Spektakuläre Plätze, an denen die Strömung einen am Riff entlang zieht, an denen kälteres Wasser aus der Tiefe aufsteigt und riesige Mantas sich an Putzerstationen reinigen und ausgiebig beobachten lassen.

      Gerade einmal acht Kilometer östlich von Bali gelegen findet sich Nusa Penida, die größte Insel einer kleinen Inselgruppe, zu der auch Nusa Ceningan und Nusa Lembongan gehören. Hier, in der Straße von Lombok, liegt die Wassertemperatur lediglich bei 21 bis 24 Grad. In den Kanälen zwischen den Inseln erreicht die Strömung oftmals zwischen vier und sieben Knoten Geschwindigkeit, wird Tauchen zum Expresszug für erfahrene Taucher, vorbei an Großfisch und durch beeindruckende Sichtweiten hindurch.

      Schon der Blick vom Boot aus hin zu Nusa Penida ist ein Erlebnis; malerische Buchten wechseln sich ab mit spektakulären Steilhängen und von der antosenden Brandung geformten Einschnitten. Neun Tauchplätze gibt es rund um die Inselgruppe (siehe Karte), einer faszinierender als der andere, von denen wir die interessantesten Vier kurz vorstellen möchten.

      Nusa Lembongan Blue Corner (Nummer 1)

      Hier ist immer ein Drift-Dive angesagt, die Strömung zieht den Taucher an der Riffwand entlang, vorbei an beeindruckenden Gorgonien und Weichkorallen. Die Steilwand fällt bis auf gut 40 Meter ab und ist durchzogen von Einschnitten, kleinen Höhlen und Überhängen, an denen sich Krebse, Seepferdchen, Seenadeln und allerlei Kleingetier tummeln. Noch interessanter ist der Blick ins Freiwasser: Inmitten einer Fischsuppe aus Makrelen und oftmals auch Tunfischen lassen sich häufig Haie, Adlerrochen, Schildkröten und ab und an auch Mantas blicken. Ein Platz für den erfahrenen Taucher.

      Nusa Penida SD (Nummer 3)
      Im Norden Nusa Penidas gelegen, ist auch dieser Tauchgang ein Drift-Dive, bei dem der Taucher am Ende vom Boot wieder eingesammelt wird. Nach dem Abstieg erreicht man in rund zehn Metern Tiefe das Riffdach, von wo aus die Riffwand schräg in größere Tiefen abfällt. Die Hartkorallen (insbesondere die Geweihkorallen) gehörigen zu den prächtigsten ihrer Art, auch hier hat man gute Chancen auf Großfische wie Haie, Adlerrochen und Schildkröten. Berühmtheit erlangt hat der Platz jedoch durch die in den Sommermonaten auftauchenden Mondfische (Mola-Mola), die dann zum Sonnen an die Oberfläche kommen.

      Nusa Penida Manta Point (Nummer 8)
      Der wohl bekannteste Spot bei Nusa Penida und einer der weltweit besten Plätze um Mantas, die Könige unter den Rochen, in Ruhe bewundern zu können. Der auch für Anfänger geeignete Tauchplatz von maximal 12 Metern Tiefe beinhaltet einige große Felsblöcke, auf denen sich auf dem obersten Punkt, nur wenige Meter unter der Wasseroberfläche, Putzerstationen angesiedelt haben. Sofern man sich von der obersten Stufe der Blöcke fernhält und die Mantas somit nicht stört, danken es diese mit engelsgleicher Ruhe: Diesen bis zu fünf Metern großen eleganten Riesen beim „Flug“ zuzuschauen oder wie sie, nur mit winzigsten Flügelschlägen, fast bewegungslos in der Strömung schweben, ist einer der erhabensten Anblicke, die ein Taucher unter Wasser vor die Maske bekommen kann!

      Nusa Penida Christal Bay (Nummer 9)
      Im Kanal zwischen Nusa Penida und Nusa Ceningan liegt die malerische Bucht Christal Bay, deren Tauchplatz vor den im Kanal herrschenden starken Strömungen gut geschützt ist. Mit maximal 20 bis 25 Meter Tiefe ist auch dieser Platz für Anfänger geeignet. Nach dem Abtauchen stößt man auf unzählige Lederkorallen, Rifffische und Nacktschnecken. Oftmals ziehen im Freiwasser Makrelen und Tunfische vorbei, doch Achtung: Allzu weit sollte man sich nicht heraus wagen, um nicht von der Strömung erfasst zu werden, deren Richtung hier permanent wechselt und häufig auch abwärts beziehungsweise aufwärts ziehen kann!
      Am nördlichen Ende der Bucht findet sich eine schmale Höhle, die man unbedingt aufsuchen sollte. Wenn man in ihr auftaucht, stößt man auf hunderte von Fledermäusen, die durch Felsspalten eindringen, um hier Schutz vor der Helligkeit des Tages zu suchen. Weitere interessante Spots finden Sie unter www.tauchen-ultimativ.de

      Tauchen unter dem Vulkan

      :arrow: Schnucki, das wäre auch was für uns!

      Indonesien

      Tauchen unter dem Vulkan

      Die Muräne glotzt, die Qualle schwebt und in der Tiefe haust der Quastenflosser. Im Meeresnationalpark Bunaken vor der Insel Sulawesi taucht man nur widerwillig wieder auf.


      In Umfragen firmiert der Meeresnationalpark von Bunaken vor der Küste Sulawesis regelmäßig unter den zehn besten Tauchgründen der Welt. Das unscheinbare Eiland ist von einer unterseeischen Wunderwelt umgeben.

      Die alte Handelsstadt Manado liegt im Nordosten Sulawesis, auf jenem schmalen Fortsatz jenseits des Äquators, der wie ein Tentakel nach den Philippinen tastet. Ihrer Erscheinung nach das übliche Sammelsurium von Zweckbauten, doch dank ihrer Lage eine der anziehenden Städte Indonesiens.

      Vorne die weit geschwungene Bucht, im Rücken die Berge von Minahasa, vier Vulkane in Sichtweite. Eine idealtypische Tropenlandschaft mit himmelhohen Wolkentürmen und schwarzgrünen Lagunen, mit Kokospalmen, Kraterseen und Resten wilder Wälder.

      Allabendlich schwärmt die Jugend Manados an die Strandpromenade, wo eine lange Kette fahrbarer Imbissstände den Kai illuminiert. Sonnenuntergänge in allen Chilifarben lenken die Blicke übers Meer. Es gibt kein Halbdunkel; die Sonne sinkt nicht, sie stürzt, fällt wie ein roter Jeton in einen Schlitz am Horizont.

      Dort draußen in der Celebessee liegt Manados stärkste Attraktion – die Tauchgründe vor der Insel Bunaken. Bunaken ist ein flaches, träges, von weiteren bewaldeten I-Tüpfelchen umgebenes Eiland, das kaum ins Auge fiele, ankerte daneben nicht wie eine gewaltige Boje der Vulkan Manado Tua. Motorboote flitzen in einer knappen Stunde hinüber. Am Strand warten Bambusbungalows auf Inselfreaks, Kinder planschen im Schatten der Mangroven. Bunaken ist in ganzer Länge von einem Korallenriff umsäumt.

      Erst sinkt der Meeresgrund nur sachte ab, so dass auch Schnorchler und Ausflügler auf Glasbodenbooten das komplette Zierfisch-ABC durchbuchstabieren können. Dann ein jäher Abbruch, eine der spektakulärsten Klippen auf der Taucherweltkarte – senkrecht fällt das Riff sechshundert Meter tief ab ins Unergründliche.

      Vor dieser Wand sinken die Taucher langsam hinab. Alles wiegt sich, fächert und pulsiert. Eine Qualle schwebt teilnahmslos vorüber wie eine Ahnfrau durchs Kellergewölbe. Hummer fuhrwerken zwischen den Korallenstöcken herum. An jeder Ecke begegnen einem große Schwärme, die als silbrige Schauer von der Riffkante herabregnen. Eine Muräne glotzt aus ihrer Drachenhöhle auf die blubbernden Besucher, die nach und nach all die Spezialitäten und Symbiosen studieren, die Architektur und Infrastruktur dieser submarinen Metropole – jedes Riff Atlantis, jahrmillionenalt.

      Der Meeresnationalpark von Bunaken gilt als eines der artenreichsten Reviere der Welt. Über 300 Korallenarten und bis zu 3.000 Fischarten soll er beherbergen. Darunter so extrem seltene Spezies wie den Quastenflosser, ein lebendes Fossil, von dem man bis vor kurzem glaubte, dass er nur vor den afrikanischen Komoren überlebt hätte. Doch dann wurde hier eine zweite Art entdeckt, und wer weiß, was tief unten in den Lavahöhlen noch alles haust.

      Um die Südzunge der Insel braust eine gewaltige Strömung, der sich die Taucher aber voll Wonne überlassen, wissend, dass ihr Boot sie weiter draußen wieder auflesen wird. Tauchen gewährt eben nicht nur beispiellose Natur-, sondern auch revolutionäre Körpererlebnisse. Bald gewöhnt man sich an die martialische Metamorphose zum Wassermann. Wird ganz Atem, ganz Auge. Das Gewicht der Welt scheint aufgehoben, alleinige Gegenwart herrscht. Nirwana mit Lungenmaschine.

      In zwanzig Metern Tiefe weidet eine Meeresschildkröte am Seegras. Sie sieht die Eindringlinge nahen, stößt sich lässig von der Wand ab und entschwebt hinaus in blau schillernde Unendlichkeit. Eine Erscheinung, eine Epiphanie. Wenn dann die Zeit gekommen ist, an die Oberfläche zurückzukehren, befallen einen Traurigkeit und stiller Widerwille, selbst wenn, was da fern und grün im Visier der Tauchermaske erscheint, die freundlichen Gestade der Insel Sulawesi sind.
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      Mehr als Tauchen... Rock Island, Palau
      18.09.2014

      Sam's Tours mit neuen Landausflüge in den Rock Islands

      Sam's Tours Palau hat neue Landausflüge in den als UNESCO Weltnaturerbe deklarierten Rock Islands angekündigt. Besucher, die sich für Ärchologie interessieren, lernen die Hintergründe der ersten Besiedlung kennen.Schon vor mehr als 3.200 Jahren war Ulong Island von Seefahrern bevölkert, die als Austronesier bekannt waren. Die verließen die Insel vor 500 Jahren und hinterließen Verteidigungswälle, Kalkstein-Terassen und führten Pflanzen ein. Heute ist diese UNESCO Welterbestätte voller Werkzeuge, Tonscherben und Artefakten, die Rückschlüsse auf die einstige Besiedlung zulassen. Ebenso interessant sind die Felsmalereien, die sie hinterlassen haben.Die nächsten Siedler kamen von der nahebei gelegenen Insel Yap auf der Suche nach Steinen für ihre Häuser. Die Yapeser verwendeten hierzu Steinblöcke aus Kalkstein mit hohen Aragonit Anteilen, die sie zu runden, mit einem Loch versehenen Scheiben verarbeitet hatten. An einem Stock, der durch das Loch geführt wurde, wurden die Steinscheiben zwischen zwei Kanus zum Abtransport gespannt.

      Vogelliebhaber aber auch Ornitologen freuen sich über die neue German Lighthouse Vogelbeobachtungstour. Die "Wood-Swallow"-Bucht auf Ngeruktabel Island ist Schutzgebiet für eine Reihe von endemischen Vögeln wie zum Beispiel der vielfarbigen Palauischen Fruchttaube. Nächster Punkt auf der Tour ist eine leichte Wanderung durch den Wald und die Vergangenheit. Im Zweiten Weltkrieg hatten die Japaner die steilen Hänge der Insel zu einer Servicestraße mit Verteidigungspunkten umgebaut. Alte Kanonen sind heute stumme Zeugen aus diesen Tagen. Das alte japanische Headquarter auf der Bergkuppe ist mittlerweile von Feigenbäumen überwuchert und Heimat für weiß-schwänzige Tropenvögel und den spektakulären Rostkappen-Kingfisher.Die neuen Touren sind Ganztagestouren und beinhalten ein Mittagessen und Erfrischungsgetränke. Sie können über alle Reiseveranstaltern gebucht werden, die Partner von Sam's Tours sind oder direkt bei der Tauchbasis.Die europäische Repräsentanz von Sam’s Tours, Tourism Unlimited, steht auf der Interdive in Friedrichshafen - vom 18.September bis zum 21.September - dem interessierten Publikum mit einem eigenen Stand für alle Fragen zu Palau und Sam's Tours zur Verfügung.
      Schnorcheln in Palau: Hai-Show am laufenden Band
      Abtauchen im größten Haischutzgebiet der Welt hat zur Folge: jede Menge Haibegegnungen. Eine Schnorchelausrüstung reicht schon, um vor Palau Raubfische aller Größen zu erleben. Die Strömung macht das Erlebnis sehr bequem.

      Koror - Rund 50 Meter entfernt steigt eine japanische Reisegruppe in den dunkelblauen Pazifik - angeleint und mit Schwimmbrettern versehen, treibt sie wie verknotete Korken auf dem Wasser.
      Unser Tauchführer hält nichts von solcher Freiheitsberaubung. "Ab ins Meer", mit diesen Worten scheucht uns der junge Palauer von Sam's Tours einzeln über Bord, obwohl auch von uns niemand geübter Schnorchler ist. "Schwimmt einfach mit der Strömung", sagt er. Er bleibe mit dem Boot hinter uns. Wer müde sei, solle winken.

      Sobald wir am Außenriff des Archipels von Palau abtauchen, 800 Kilometer östlich der Philippinen, verschwenden wir keine Gedanken mehr an die ungewohnte Fortbewegung mit Flossen und Taucherbrille. So dicht ist der Verkehr unter Wasser, als hätte am Außenriff gerade die Rushhour eingesetzt und Papageienfische, Flötenfische und Napoleonfische kehrten heim vom Tagwerk draußen im Meer. Plötzlich gleiten unter uns sogar zwei anderthalb Meter große Graue Riffhaie vorbei.

      Dass es Haie sind, erkennen auch Laien sofort an Torpedoform und Rückenflosse. Dass diese beiden zur Art des Grauen Riffhais gehören - typisch für die Gegend, sonst aber eher nachts unterwegs - erklärt uns der Tauchführer später. Haie? Hätte er uns ruhig vorher sagen können. Doch der Guide versichert: Es gab keinen Grund zur Beunruhigung.

      Die Raubfische interessieren sich mehr für Muränen und Doktorfische als für Menschen. Durch den Homo sapiens sind Haie bedrohter als umgekehrt, man denke nur an Haifischflossensuppe. In Palau werden die Tiere seit 2009 streng geschützt, als Freund und Helfer der Natur. Es war das erste Haischutzgebiet der Erde und ist immer noch das größte. Wer hier tauchen geht, muss mit Haien leben.

      60 Tauchplätze rund um 356 Inselchen


      Außer dem Tauchführer begleitet uns Johanna Werminghausen. Die junge Deutsche ist ausgebildete Tauchlehrerin und als Weltenbummlerin unterwegs. Seit einem halben Jahr lebt sie auf Palau, vorher war sie in Australien. Sie sei von Palaus Tauchgründen begeistert, erzählt sie auf der Rückfahrt zum Hotel.

      Rund um die 356 Inseln des Archipels - die meisten sind bloß mit Palmen bewachsene Pilze aus Korallenkalk, kaum größer als ein Dorfplatz - liegen mehr als 60 ausgewiesene Tauchplätze. Das Wasser ist klar und mit 31 Grad fast badewannenwarm. Begegnungen mit Raub- und Großfischen sind so gewöhnlich wie der tägliche Regenguss.

      Neben Sam's Tours bietet noch ein halbes Dutzend weitere Veranstalter Tauch- und Schnorchelfahrten als Tagesausflug an. Meist handelt es sich - wie bei uns - um sogenannte Strömungstauchgänge. Sie sind sehr bequem: Man steigt ins Wasser, lässt sich treiben, blickt fasziniert in die blaue Tiefe und wird vom Boot ein paar hundert Meter später wieder aufgelesen.

      Einziger Nachteil Palaus: Das Leben ist, wie auf den meisten Inseln, teuer, und man kommt schwer hin. Tägliche Direktverbindungen gibt es nicht. Von Europa fliegt man über Asien, zum Beispiel mit Zwischenstopp in Korea oder Taiwan.

      Die einsame Lage hielt Japaner und Amerikaner im Zweiten Weltkrieg nicht davon ab, sich auf den Inselchen erbitterte Kämpfe zu leisten. Flugzeugwracks im Wasser und alte Geschütze in Höhlen zeugen noch davon. Was auch kaum noch jemand weiß: Palau war 15 Jahre lang deutsches Hoheitsgebiet. 1899 kaufte das Reich die Kolonie den kriegsgebeutelten Spaniern zum Schnäppchenpreis ab, musste sie dann aber 1914 den Japanern überlassen.

      Ein Schatz unter Wasser

      Wenig Deutsches ist geblieben. Im Museum von Koror endete kürzlich eine Ausstellung über die ehemalige Kolonialmacht. Ein Plakat zeigte "berühmte Deutsche": Luther, Merkel - und Mesut Özil. Es gibt noch die Reste einer Förderanlage für Phosphat auf Angaur und der sogenannte "German Channel" - eine ins Riff gesprengte Fahrrinne, die heute Taucher als maritime Autobahn nutzen, um von den elf bewohnten Inseln im Höchsttempo an das wohl schönste Tauchrevier zu gelangen, die Blue Corner am südwestlichen Außenriff. Hier trafen wir auf die Grauen Riffhaie.

      Immerhin residiert noch als Vertreter Berlins ein Honorarkonsul in Koror. Er kümmert sich um die 1200 deutschen Touristen pro Jahr. Und auch Chris, unser Kellner im tropisch verwitterten "Palau Pacific Resort", spricht fließend Deutsch und wendet es gern an. Mit seinem Vater arbeitete er zwei Jahre auf der Meyer Werft in Papenburg. "Schön war's", sagt Chris, und auch die Niedersachsen seien nett gewesen. Palau sei aber "noch ein bisschen schöner".

      Schnorcheln kann man auf Palau auch in einem düsteren See auf der Insel Eil Malk. Um ihn zu erreichen, muss man am Bootsanleger Socken und Schuhe ausziehen und nach einer Desinfektion barfuß über eine Hügelkuppe steigen. Dahinter liegt in einem Tropenwald ein Brackwassertümpel, still und unspektakulär wie ein Gartenteich.

      Doch unter der Oberfläche siedeln eine Million apfelgroße Mastigias-Quallen. Pulsierend schweben die bernsteinfarbenen Nesseltiere durchs dunkle Wasser. Der Taucher schwimmt mitten hindurch wie durch einen bizarren Lampenladen. Das kostet zunächst Überwindung: Brennende Kindheitserinnerungen an deutsche Nordseeküsten werden wach.

      Doch die hiesigen Quallen sind völlig harmlos und wiederum selbst viel verletzlicher als der Mensch - deshalb die Desinfektion der Füße vor dem Einstieg in den See. Nur Schnorcheln ist erlaubt, kein Tauchen mit Atemgeräten. Palau ist ein empfindlicher Schatz, man muss ihn gut hüten.
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      Tauchen Vor Palau:
      Mein Freund, der Hai

      Die Inseln von Palau zählen zu den schönsten Tauchgründen der Welt. Eine Schnorchel-Ausrüstung reicht, um in der ehemaligen deutschen Kolonie Raubfische aller Größen zu erleben.



      Kein Grund zur Panik: Die Grauen Riffhaie vor Palaus Inseln interessieren sich mehr für Muränen und Doktorfische als für Menschen.

      Koror Rund 50 Meter entfernt steigt eine japanische Reisegruppe angeleint und mit Schwimmbrettern versehen in den dunkelblauen Pazifik und treibt wie verknotete Korken auf dem Wasser. Unser Tauchführer hält nichts von solcher Freiheitsberaubung. „Ab ins Meer“, mit diesen Worten scheucht uns der junge Palauer von Sam’s Tours einzeln über Bord, obwohl auch von uns niemand geübter Schnorchler ist. „Schwimmt einfach mit der Strömung“, rät er. Er bleibe mit dem Boot hinter uns. Wer müde sei, solle winken. Als wir am Außenriff des Archipels von Palau abtauchen, 800 Kilometer östlich der Philippinen, verschwenden wir keine Gedanken mehr an die ungewohnte Fortbewegung mit Flossen und Taucherbrille. Unglaublich schön ist die Unterwasserwelt. Wohin wir blicken bunte Korallen und Fische. Gelbe Fische, blaue Fische, weiße Fische. Große Fische, kleine Fische, ganz schmale Fische. So dicht ist der Verkehr unter Wasser, als hätte am Außenriff gerade die Rushhour eingesetzt, und Papageienfische, Flötenfische und Napoleonfische kehrten heim vom Tagwerk draußen im Meer. Plötzlich gleiten unter uns sogar zwei anderthalb Meter große Graue Riffhaie vorbei.

      Dass es Haie sind, erkennen auch Laien sofort an Torpedoform und Rückenflosse. Dass diese beiden zur Art des Grauen Riffhais gehören - typisch für die Gegend, sonst aber eher nachts unterwegs - erklärt uns der Tauchführer später. Haie? Hätte er uns ruhig vorher sagen können. Doch der Guide versichert: Es gab keinen Grund zur Beunruhigung.

      Die Raubfische interessieren sich mehr für Muränen und Doktorfische als für Menschen. Die Wahrscheinlichkeit, vom Blitz getroffen zu werden, ist höher als die eines Haiunfalls. Durch Homo sapiens sind Haie bedrohter als umgekehrt, man denke nur an Haifischflossensuppe. In Palau werden die Tiere seit 2009 streng geschützt, als Freund und Helfer der Natur. Es war das erste Haischutzgebiet der Erde und ist immer noch das größte. Wer hier tauchen geht, muss mit Haien leben.

      Außer dem Tauchführer begleitet uns Johanna Werminghausen. Die junge Deutsche ist ausgebildete Tauchlehrerin und als Weltenbummlerin unterwegs. Seit einem halben Jahr lebt sie auf Palau, vorher war sie in Australien. „Es gibt kaum ein schöneres Tauchgebiet“, erzählt sie auf der Rückfahrt zum Hotel. Rund um Palaus 356 Inseln - die meisten sind bloß mit Palmen bewachsene Pilze aus Korallenkalk, kaum größer als ein Dorfplatz - liegen mehr als 60 ausgewiesene Tauchplätze. Das Wasser ist klar und mit 31 Grad fast badewannenwarm. Begegnungen mit Raub- und Großfischen sind so gewöhnlich wie der tägliche Regenguss.

      Neben Sam’s Tours bietet noch ein halbes Dutzend weitere Veranstalter Tauch- und Schnorchelfahrten als Tagesausflug an. Meist handelt es sich - wie bei uns - um sogenannte Strömungstauchgänge. Sie sind sehr bequem: Man steigt ins Wasser, lässt sich treiben, blickt fasziniert in die blaue Tiefe und wird vom Boot ein paar hundert Meter später wieder aufgelesen.

      Einziger Nachteil Palaus: Das Leben ist, wie auf den meisten Inseln, teuer, und man kommt schwer hin. Tägliche Direktverbindungen gibt es nicht. Von Europa fliegt man über Asien, zum Beispiel mit Zwischenstopp in Korea oder Taiwan.

      Die einsame Lage hielt Japaner und Amerikaner im Zweiten Weltkrieg nicht davon ab, sich auf den Inselchen erbitterte Kämpfe zu leisten. Flugzeugwracks im Wasser und alte Geschütze in Höhlen zeugen noch davon. Was auch kaum noch jemand weiß: Palau war 15 Jahre lang deutsches Hoheitsgebiet. 1899 kaufte das Reich die Kolonie den kriegsgebeutelten Spaniern zum Schnäppchenpreis ab, musste sie dann aber 1914 den Japanern überlassen.

      Wenig Deutsches ist geblieben. Im Museum von Koror endete kürzlich eine Ausstellung über die ehemalige Kolonialmacht. Ein Plakat zeigte „berühmte Deutsche“: Luther, Merkel und Mesut Özil. Es gibt noch die Reste einer Förderanlage für Phosphat auf Angaur und der sogenannte „German Channel“ - eine ins Riff gesprengte Fahrrinne, die heute Taucher als maritime Autobahn nutzen, um von den elf bewohnten Inseln im Höchsttempo an das wohl schönste Tauchrevier zu gelangen, die Blue Corner am südwestlichen Außenriff. Hier trafen wir auf die Grauen Riffhaie.

      Immerhin residiert noch als Vertreter Berlins ein Honorarkonsul in Koror. Er kümmert sich um die 1200 deutschen Touristen pro Jahr. Und auch Chris, unser Kellner im tropisch verwitterten „Palau Pacific Resort“, spricht fließend Deutsch und wendet es gern an. Mit seinem Vater arbeitete er zwei Jahre auf der Meyer-Werft in Papenburg. „Schön war’s“, sagt Chris, und auch die Niedersachsen seien nett gewesen. Palau sei aber „noch ein bisschen schöner“.

      Schnorcheln kann man auf Palau auch in einem düsteren See auf der Insel Eil Malk. Um ihn zu erreichen, muss man am Bootsanleger Socken und Schuhe ausziehen und nach einer Desinfektion barfuß über eine Hügelkuppe steigen. Dahinter liegt in einem Tropenwald ein Brackwassertümpel, still und unspektakulär wie ein Gartenteich.

      Doch unter der Oberfläche siedeln eine Million apfelgroße Mastigias-Quallen. Pulsierend schweben die bernsteinfarbenen Nesseltiere durchs dunkle Wasser. Der Taucher schwimmt mitten hindurch wie durch einen bizarren Lampenladen. Das kostet zunächst Überwindung: Brennende Kindheitserinnerungen an deutsche Nordseeküsten werden wach. Doch die hiesigen Quallen sind völlig harmlos und wiederum selbst viel verletzlicher als der Mensch - deshalb die Desinfektion der Füße vor dem Einstieg in den See. Nur Schnorcheln ist erlaubt, kein Tauchen mit Atemgeräten. Palau ist ein empfindlicher Schatz, man muss ihn gut hüten.



      Reiszeit: Palau kann ganzjährig bereist werden, die Temperaturen liegen zwischen 23 und 32 Grad, fast täglich fällt Regen. Die trockensten Monate sind Februar bis April.

      Anreise: Aus Deutschland erreicht man Palau zum Beispiel mit Korean Air über Seoul/Incheon oder mit China Airlines über Taipei/Taiwan.

      Einreise und Formalitäten: Touristen erhalten bei der Einreise am Flughafen ein Visum mit einer Gültigkeitsdauer von 30 Tagen. Hierfür ist ein gültiges Rück- oder Weiterflugticket vorzulegen. Bei Ausreise ist eine Flughafensteuer in bar in Höhe von 50 US-$ zu entrichten.

      Informationen: Fremdenverkehrsbüro Palau, Kaiserstraße 47, 60329 Frankfurt (Tel.: 069/24 24 89 78).
      Die Palau Siren ist zurück

      Das wunderschöne Segelschiff „Palau Siren“ ist zurück im mikronesischen Inselstaat Palau. Neben den typischen Weltklasse-Spots gibt es auch Spezial-Touren zu gigantischen Fischschwärmen und seltsamen Wesen der Finsternis.

      Nachdem die „Palau Siren“ im August 2015 vor Palau auf ein Riff auflief gibt es jetzt positive Nachrichten aus dem mikronesischen Inselstaat. Nach einer viermonatigen Pause in Cebu/Philippinen und einer kompletten Überholung ist die „Palau Siren“ wieder zurück und ab Februar 2016 wieder einsatzbereit! Neben den Weltklasse-Spots von Palau wie zum Beispiel German Channel, Blue Corner und Ulong Channel wird es auch ein paar neue Highlights geben. Zusammen mit Richard Barnden und Paul Collins von Sam’s Tours Unique Dive Expeditions wird es spezielle Touren zu Vollmond- und Neumond-Zeiten geben, an denen verschiedene Fischarten sich in gigantischen Schwärmern versammeln um gemeinsam abzulaichen. Ein wirklich spektakuläres Ereignis, bei dem man auch oft große Jäger wie Bullenhaie in Aktion erlebt. Paul und Richard untersuchen diese Naturspektakel schon seit einiger Zeit und wissen genau, wann und wo die Taucher ins Wasser springen müssen.

      Aber damit nicht genug: Nach Sonnennuntergang haben einige Taucher die Möglichkeit einen ganz besonderen Spezial-Tauchgang zu erleben: den Blackwater Dive. Dabei springt man in völliger Dunkelheit nur mit Lampen in der Hand in den Pazifik, unter einem ist nichts – der Meeresgrund fällt hier auf fast 1000 Meter Tiefe ab. Mit großen, ins Wasser gehängten Lampen werden skurille Tiefseebweohner an die Oberfläche gelockt, ein extrem spannendes und einmaliges Erlebnis.

      Vorträgen die Gäste darüber informieren, was man alles zu sehen bekommt und wie man die Lebewesen am besten fotografiert oder filmt. Infos über die Spezial-Touren finden Sie auf sirenfleet.com