Tauchen in Mexiko

      Tauchen in Mexiko

      Die Taucherhöhle

      Hier kann es eng werden: In den unterirdischen Kavernen auf der mexikanischen Yucatán-Halbinsel drängen sich an guten Tagen bis zu 200 Taucher.

      Ort Im rechten Auge liegt ein Krokodil. Ein kleines aus Plastik, mit einer Barbiepuppe im Maul. Das Krokodil liegt ungefähr 400 Meter hinter dem Einstieg zu der Unterwasserhöhle mit dem Namen »Dos Ojos« – Zwei Augen. Ein Scherzbold hat es in zehn Meter Tiefe an einem Felsen festgebunden. Diese Unterwasserhöhle in Mexiko gilt unter Tauchern als die berühmteste der Welt: weil die Räume unter Wasser riesig sind und viele, besonders schöne Stalaktiten haben. 60 Kilometer von Dos Ojos sind erforscht, 25 geflutete Verbindungsgänge zu anderen Höhlen hat man bisher gefunden. Unter Wasser staut sich der Verkehr an einigen Stellen dennoch: In der Hochsaison kommen an manchen Tagen 200 Taucher an den Einstieg zu Dos Ojos. Scheue Krokodile bekommen sie selten zu sehen, häufiger sind Krabben, Katzenfische, kleine Schildkröten und an den offenen Einstiegen Fledermäuse und jede Menge Mücken.

      Umgebung »Cenotes« haben die Mayas ihre Unterwasserhöhlen auf der Halbinsel Yucatán in Mexiko genannt, heilige Quellen, aus denen sie tranken. Niemand weiß, wie groß das Höhlenlabyrinth in Yucatán wirklich ist, man schätzt, dass 8000 verschiedene Höhleneinstiege in 800 Unterwasserhöhlen führen, manche bis zu 80 Kilometer lang, viele miteinander verbunden, einige mit Durchfluss in die Karibik.

      Gefahr Schon viele Taucher sind in den Cenotes verschwunden. Die meisten Verbindungsgänge sind noch unerforscht, ohne Wegweiser verirrt man sich leicht. Manchmal findet man die Leiche eines leichtsinnigen Hobbyarchäologen oder Schatzsuchers, der sämtliche Regeln missachtet hat. Für Höhlen gibt es mehr Tauchregeln als im Meer: Niemals die Schnur verlassen, die den Weg durch die Höhlen weist, heißt die wichtigste. Umkehren, sobald das erste Drittel Luft im Tank verbraucht ist. Ein Höhlentauchlehrer hat mehr Ausrüstung, eine längere Ausbildung und begleitet maximal vier Taucher. Es gibt kaum Strömung im Süßwasser, und man braucht sich nicht groß um Dekompressionszeiten zu kümmern, die meisten Höhlen liegen nicht tiefer als zwölf Meter. Wenn man sich an alle Regeln hält, ist man in Unterwasserhöhlen viel sicherer als im Meer, sagt Peter Tomovic, ein serbischer Tauchlehrer mit Spezial-Höhlen-Schein. Tomovic überredet niemanden, dort zu tauchen: Panik wäre das Schlimmste, was unter Wasser geschehen kann.

      Über Wasser sollte man auch vorsichtig sein: Auf dem Weg in einen weit im Dschungel abgelegenen Höhleneinstieg mit dem Namen »Angelita« sind in den letzten Jahren mindestens fünf Autos mit Tauchern ausgeraubt worden. In der Unterhose wurden sie im Dschungel zurückgelassen. Die meisten Höhleneingänge liegen auf Privatgrund von Maya-Familien, aber das Leben als Besitzer einer Höhle ist beschwerlicher, als man denkt, wegen der Entführungen: Ein Mann musste letzten Winter seinen Sohn für 200 000 Dollar zurückkaufen. Außerdem wegen der Unfälle: Cancún im Norden Yucatáns ist schon lange zu klein geworden für die Touristenströme auf die Halbinsel. Der Bauboom verläuft entlang der mexikanischen Karibikküste bis an die Grenze zu Belize im Süden, und da man nicht genau weiß, wo überall Unterwasserhöhlen im Boden liegen, brechen immer wieder Neubauten plötzlich in die Erde ein. Manchmal trifft es Höhlen mit Tauchbetrieb: In einer baute der Besitzer selbst ein Restaurant neben den Eingang, die Höhlendecke stürzte teilweise ein.

      Touristen Höhlentauchen ist der letzte Schrei unter coolen Tauchern aus aller Welt; andere haben auch ihren Spaß: Schnorchler, mexikanische Familien beim Badeausflug und hin und wieder ein Maya-Schamane, der nachts ein Lagerfeuer am Eingang macht.

      Beste Zeit September, nach den großen Touristenströmen, vor den unberechenbaren Bullenhaien, die an die Küste Yucatáns kommen, sobald das Meer bis auf 26 Grad abkühlt.

      Geschichte Vor 65 Millionen Jahren entstanden die Cenotes durch Meteoriteneinschlag. Später wurden sie geflutet. Die Mayas haben sie als Eingänge in die Unterwelt betrachtet, in denen sie Gold und Jungfrauen opferten. Das Gold ist weg, Skelette finden sich noch. Viele Cenotes-Eingänge liegen auf Grund, der Mayas gehört. Bis Anfang der Neunzigerjahre nutzten Taxifahrer die Eingänge zur Autowäsche. Heute zahlen Taucher bis zu zehn Dollar Eintritt bei den etwa 60 kommerziell erschlossenen und mit Schnüren und Warnhinweisen versehenen Höhlen. Übernachten »Zoëtry Paraiso de la Bonita Riviera Maya«, Puerto Morales, DZ inkl. Vollpension ab 340 Euro, über airtours.de oder www.zoetryresorts.com .

      Essen »Taco Paco« am Rande von Playa del Carmen: die schärfsten Tacos an der ganzen Küste.

      Anreise Individuell zusammengestellte Reisen mit Tauchausflügen über airtours.de, ab 3237 Euro inklusive Flug nach Cancún, Transfers, 7 Übernachtungen im Hotel »Zoëtry de la Bonita«.

      Bloß nicht sich vor scheuen Krokodilen fürchten, die spätabends einsamere Straßen überqueren.

      Unbedingt einen Abstecher in die Altstadt von Merida machen.
      Bilder
      • hoehle.jpg

        46,64 kB, 459×280, 23 mal angesehen

      Mexiko - ein Dorado für Taucher

      Mexiko - ein Dorado für Taucher

      Von A wie Acapulco bis Z wie Zihuatanejo heißen Mexikos Küstenorte mit ihren phantastischen Tauchgründen. Acapulco und Zihuatanejo/Ixtapa sind zusammen mit Puerto Vallarta die mexikanischen Perlen am Pazifik. Taucherausrüstungen müssen nicht mitgebracht, sondern können überall ausgeliehen werden. Wer spontan Lust zum Tauchen bekommt, kann in den Tauchschulen Kurse belegen.

      Cancun - Die mexikanische Karibik ist eines der attraktivsten Tauchziele der Welt. Zahlreiche Korallenriffs liegen vor der Küste zwischen der Insel Contoy, nördlich von Cancún, bis hinunter zum Korallenatoll Chinchorro im südlichen Quintana Roo. Das System von Barrieren und Riffs bildet insgesamt das Große Maya-Riff, das zweitlängste der Welt. Man schätzt, daß sich mehr als 500 tropische Fischarten hier tummeln, darunter Engelhaie, Papageienfische und Manta-Rochen. Die Tauchschulen der Marinas von Cancún bieten Kurse und auch geführte Exkursionen in tiefere Gewässer für erfahrene Taucher an. Abenteuerlich ist die Erkundung versunkener Schiffe.

      Die Korallenküsten der mexikanischen Inseln Cozumel und Isla Mujeres („Fraueninsel“, nördlich von Cancún) gehören seit letztem Jahr zum neuen mexikanischen Unterwasser-Nationalpark, der zum Schutz der karibischen Flora und Fauna geschaffen wurde. Präsident Ernesto Zedillo, der den Erlaß unterzeichnete, ist selbst ein begeisterter Taucher und kennt das zauberhafte Revier. Hier schwebt man inmitten von Schwärmen schillernder Fische, und jeden Tag kann man ein anderes der verschiedenen Korallenriffs erforschen.

      Ein Paradies für Taucher ist auch Akumal, etwa 105 km südlich im „Cancún-Tulum Corridor“ gelegen: eine stille, geschützte Bucht mit einem vorgelagerten Riff. Hier finden sich farbenprächtige Motive für die Unterwasserfotografie. In der Nähe liegt die türkisfarbene Lagune von Xel-Há, wahrscheinlich das größte natürliche Aquarium der Welt, in das man mit Taucherbrille und Schnorchel hineinblicken kann.

      Voll auf ihre Kosten kommen Sporttaucher auch in den klaren Küstengewässern der Kapregion der Halbinsel Baja California - zwischen La Paz und Cabo San Lucas. Der Golf von Kalifornien ist mit fast 700 Fischarten - vom fünf Zentimeter kurzen Rosa Kardinalfisch bis zum 20 Meter langen Walhai - eines der artenreichsten Meere der Welt. In seinem „Logbuch des Lebens“, das eine meeresbiologische Forschungsfahrt in diese Gegend schildert, ist John Steinbeck auch fasziniert von Korallen, Seeanemonen, Muscheln, Schnecken, Krabben, Seesternen und Seeigeln.

      Karibischer Unterwasserpark in Cancun

      Karibischer Unterwasserpark in Cancun

      VW Käfer aus Beton dient als Riff
      Das Unterwasser-Museum im Marine Nationalpark von Cancún hat mit einem VW Käfer jetzt eine weitere neue Attraktion. Damit setzt Mexiko dem Auto, das lange dort produziert wurde, ein Denkmal.


      Das acht Tonnen schwere Modell aus Zement in Originalgröße ist eines der aktuellen Werke des britischen Künstlers Jason deCaires Taylor. Der VW Käfer soll in acht Metern Tiefe als Riff fungieren und Meeresbewohnern ein Zuhause bieten.

      Zu dem Zweck wurden Löcher in der Seite des Volkswagens eingelassen, durch die Langusten und andere Tiere kriechen können. Die aerodynamische Form des Autos sorgt für seine Stabilität unter Wasser gegen starke Störmungen oder Tropenstürme. Der VW-Käfer, in Mexiko besser bekannt als "Vocho", wurde in dem Land bis März 2003 produziert.

      Die seit 2009 aufgestellten Unterwasserinstallationen befinden sich vor der Isla Mujeres nahe Cancúns an der Karibikküste Mexikos. Das Unterwassermuseum MUSA (Museo Subacuático de Arte) umfasst derzeit mehr als 400 Skulpturen. Sie sind allesamt aus weißgrauem Spezialzement mit ausgeglichenem Säuregehalt gefertigt. Im Laufe der Zeit sollen sie zunächst Algen und dann weitere Meereslebewesen anziehen und so zu einem künstlichen Riff werden.

      Verteilung des Massenandrangs
      Zudem soll die Dauerausstellung auf dem Meeresboden Taucher anlocken und so das natürliche Riff entlasten, das sich von hier über mehrere hundert Kilometer bis nach Honduras zieht. Denn vor Cancún haben die Wirbelstürme der letzten Jahre und die vielen Taucher und Schnorchler dem Riff schwer zugesetzt.

      Der Tourismus ist eine der wichtigsten Einnahmequellen Mexikos, in die Region um Cancún kommen jährlich hunderttausende Urlauber zum Schnorcheln und Tauchen. Mit den Unterwasserskulpturen soll der Druck auf das Riff vermindert werden.
      Bilder
      • anthropocenewtmk-1.jpg

        33,82 kB, 450×253, 6 mal angesehen