Tips zur Digital Fotografie

      Tips zur Digital Fotografie

      Bildverbesserer: Manuell vs. Automatik

      Ausgangssituation

      Als Fahranfänger möchte man sich nach den ersten paar Fahrstunden mit einem 5-Gang Schaltgetriebe kaum mit dem Gedanken anfreunden, dass man diese hochkomplexen Vorgänge in Zukunft ständig und bei jeder Fahrt ausführen muss. Die Idee eines Automatikgetriebes scheint da plötzlich viel verheißungsvoller: Man tritt aufs Gas und fährt, bei Druck auf die Bremse steht der Wagen - so einfach kann das sein.
      Beim Autokauf fällt dann jedoch paradoxerweise anschließend die Wahl beim ersten Kauf auf einen handgeschalteten Wagen. Neben der häufigeren Verbreitung und dem Preisunterschied liegt der Grund hierfür vielleicht darin, dass man gelernt hat, die Möglichkeiten der Dynamik einer Handschaltung für sich in einen spritzigeren und anregenderen Fahrstil zu übersetzen.
      Doch was soll das alles mit den Wagen?

      Im Falle einer kompakten Digitalkamera sieht die Sache anders aus.
      Erfreulicherweise kann man sich hier in den meisten Fällen für eine Automatik- oder Manuell-Einstellung noch bis kurz vor der Aufnahme entscheiden. So winkt neben der Automatik entweder eine voll-manuelle Einstellung, eine Halbautomatik, voreingestellte SCENE-Modi oder zumindest manuelle Modifikationsmöglichkeiten. Die häufigste Entscheidung fällt hier (im Gegensatz zum Automobil) zugunsten der Bequemlichkeit auf Automatik.

      Die Automatik richtet dann meist auch alles Nötige in der Kamera so ein, dass ein korrekt belichtetes Bild aufgezeichnet wird.


      Normalbelichtung und Gegenlicht:

      Ein Belichtungsmesser im Inneren der Kamera ermittelt, grob vereinfacht gesagt, eine Blenden/Zeit-Kombination mit möglichst mittlerer Blende (um die Leistung der Optik voll zu nutzen) bei kürzest möglicher Belichtungszeit (damit die Aufnahme nicht verwackelt). Aus Schwarz und Weiß im Bild wird ein Mittel errechnet; das "mittlere Grau" gilt hier als Referenz.
      Das Ergebnis ist in den meisten Fällen (je nach Hersteller und Technik) befriedigend bis hervorragend und man ist zufrieden, denn alle Abgebildeten sind zu erkennen, die Landschaft sieht so aus, wie man sich an sie erinnert. Die Schatten werden dunkel und die Lichter hell abgebildet, eben so, wie es sich gehört.

      Dass die Kamera ein mittleres Grau errechnet, ist notwendig, führt jedoch je nach Bau und Messweise, je nach Qualität und Technik der Kamera und je nach Aufnahmesituation zu einem anderen Ergebnis. Eine Mehrfeldmatrix-Messung bei einer Markenkamera führt wahrscheinlich zu einem anderen Ergebnis als die mittenbetonte Messung eines "No-Name"-Herstellers.
      Ist das Motiv im Schnitt rein rechnerisch zu gleichen Teilen Schwarz und Weiß, machen beide Geräte keine Schwierigkeiten. Die Mehrfeldmatrix-Messung spielt ihre Stärken aus, wenn dem nicht so ist und belichtet auch bei Gegenlicht oder z.B. einem sehr hellen Objekt im Zentrum des Bildes gut.
      Die mittenbetonte Messung einer einfach konstruierten Kamera wird hier ein Bild produzieren, das im hellen Zentrum grau statt weiß wiedergegeben wird und zum Bildrand hin zu dunkel erscheint, während die Gegenlichtaufnahme die Lichtquelle schön durchzeichnet und das Objekt im Vordergrund (weswegen man eigentlich die Aufnahme gemacht hat) zu dunkel erscheint.

      Das ist noch lange kein Grund die einfachere Kamera in die Ecke zu legen, denn auch hier bieten sich oft Möglichkeiten, das Bildergebnis zu beeinflussen. Auch bei der qualitativ besseren Kamera ist meistens noch eine deutliche Steigerung möglich, wenn man manuell eingreift.


      Lösung für Gegenlichtaufnahmen

      Eine manuelle Überbelichtung schafft bei Gegenlichtsituationen Abhilfe. Ein bis zwei Blenden mehr wirken Wunder und zeichnen das Objekt, das abgebildet werden soll, deutlich durch. Der Himmel (oder was auch immer das Gegenlicht erzeugt) scheint nun in der Aufnahme zwar wesentlich zu hell, doch ist der ja meist nicht wichtiger Bestandteil im Bild.
      Möchte man bei einer Gegenlicht-Portrait-Aufnahme den Himmel hinter dem Portraitierten und dessen Gesicht gleichwertig sichtbar machen, lohnt es sich, auch am Tage den Blitz zu aktivieren.

      Manuell: Manuelle Überbelichtung, in der Regel am einfachsten über die Funktion "Belichtungskorrektur" (meist ±2 Blenden in 1/3-Schritten), welche selbst einfachste Kameras besitzen. Ansonsten über größere Blendenöffnung oder längere Belichtungszeit, erhöhte Empfindlichkeit (ISO) oder Aufhellblitz
      Voraussetzung: Erfordert geringfügig Fachwissen und eine Vorstellung davon, welche Stelle im Bild wie hell erscheinen soll
      Vorteil: Sehr exakt belichtete Ergebnisse auch bei schwierigem Licht
      Nachteil: Einarbeitung nötig, je nach Kamera zeitaufwändig

      Halbautomatik: SCENE-Programm Gegenlicht
      Voraussetzung: SCENE-Programme "Gegenlicht" o. ä. muss vorhanden sein
      Vorteil: Kein Fachwissen nötig
      Nachteil: Keiner

      Automatik: Messwert in dunklerem Bildteil mit gleicher Entfernung speichern also die Automatik der Kamera aktiv für sich nutzen
      Voraussetzung: Messwertspeicher
      Vorteil: Die Einstellung ist schnell gemacht, solange in ähnlicher Entfernung ein dunkleres Motiv zu finden ist
      Nachteil: Abstraktionsvermögen ist gefragt, kann je nach Kameramodell auch mal nicht funktionieren

      Weißabgleich, WB (White Balance)-Korrektur

      Weißabgleich, WB (White Balance)-Korrektur:

      Das menschliche Auge regelt in Verbindung mit dem übrigen Wahrnehmungsapparat, was Kameratechnik nur schwer vermittelbar ist: Das hellste Licht im Blickfeld wird Weiß genannt und ist ohne Farbe. Für Kameras hingegen ist z.B. Kerzenlicht deutlich rot, das helle Mittagslicht im Sommer und die Schatten am Abend deutlich blau.
      Das Kerzenlicht wirkt auf die meisten Menschen eher emotional anregend als schnöde farblich rot. Schaltet man dem Kerzenlicht eine Normleuchte mit 5500 Kelvin zu, vergeht augenblicklich alle Rührseligkeit.

      Dem Menschen fällt die Lichtfarbe nur im direkten Vergleich auf, der Kamera hingegen immer. Der Weißabgleich der Kamera ist auf Normlicht referenziert, was ungefähr der Lichtfarbe eines bedeckten Himmels am Tag entspricht. Der Modus "Automatik" arbeitet in einem etwas anderen Bereich, welcher der wahrscheinlich meistgenutzten Lichtsituation entspricht: dem Sonnenlicht.

      Jedes Licht hat eine Farbe und je nach Tages- oder Jahreszeit hat das Sonnenlicht eine andere Färbung. Kunstlicht sowie Kerzenlicht und Glühlampenlicht ist rot, Halogen bläulich, Neon oft grünlich, aber das ist nie ganz sicher. Das menschliche Auge macht aus alledem weißes Licht, die Umgebung wirkt für den Betrachter neutral.

      Es gibt Grenzsituationen in denen Licht benutzt wird, das nur einen sehr kleinen Teil des Spektrums füllt, wie z.B. Natriumdampflampen. Hier versucht das Auge, immer noch Farben zu erkennen wo keine mehr sind. Bewusst wird dies nur im Selbstversuch. Versuchen sie, in einem solchen Licht die Farben der sie umgebenden KFZ zu bestimmen. Unerheblich ob blau hellrot oder weiß - es ist schier unmöglich.

      Die Farbtemperatur wird auch bei Digitalkameras grundsätzlich automatisch geregelt. Bis zu einem gewissen Grad funktioniert das auch und einige hochwertige Kameras beherrschen dieses Kunststück auch bei extremen Lichtverhältnissen und Mischlichtsituationen recht gut. Enden tut dieser Bereich bei den meisten jedoch schon, sobald der Himmel bedeckt ist.


      Lösung für den Weißabgleich, manuelle Korrektur

      Oft macht es Sinn, der Kamera beim Weißabgleich manuell auf die Sprünge zu helfen. Wenn ihnen auffällt, dass bei bestimmten Lichtsituationen Bildteile, die eigentlich unfarbig sein sollten farbig dargestellt werden, wird es Zeit, manuell einzugreifen um das Bildergebnis farbneutraler zu gestalten.

      Manuell: Manueller Weißabgleich auf weiße Fläche (z.B. Schreibmaschinenpapier), voreinstellte Presets (Sonne, Wolken, Kunstlicht etc.)
      Voraussetzung: Das Feature muss vorhanden sein, etwas Fachwissen
      Vorteil: Sehr exaktes Ergebnis bei manueller Messung
      Nachteil: Etwas aufwändiger Vorgang

      Halbautomatik: Einstellung von SCENE-Programm, z.B. Nacht, Party, Unterwasser
      Voraussetzung: Spezielle SCENE-Programme müssen vorhanden sein
      Vorteil: Benutzerfreundliche Einstellung ohne Fachwissen abrufbar
      Nachteil: Die Voreinstellung kann den Anforderungen vor Ort nur grob entsprechen

      Automatik: Automatischer Weißabgleich
      Voraussetzung: Keine, da Standard
      Vorteil: Es müssen keine Gedanken an den Weißabgleich verschwendet werden
      Nachteil: Arbeitet meist nur bei Tageslicht wirklich verlässlich

      Transparente "Lichtobjekte"

      Transparente "Lichtobjekte"

      Lichtdurchlässige Objekte haben ihren ganz besonderen Reiz. Ob es sich um Blumen, Blätter oder farbiges Glas handelt, durch einen besonderen Lichteinfall stellen sich leuchtende Effekte ein, die das Motiv im wahrsten Sinne des Wortes in einem völlig neuen Licht erscheinen lassen. Hier einige Tipps, wie Sie die Dinge neu durchleuchten können.

      Umgebungslicht:
      Die besten Gelegenheiten ergeben sich bei wenig Umgebungslicht. Das Licht um das Motiv herum sollte relativ niedrig sein, damit das Motiv wirken kann, als leuchte es aus sich heraus. Schattige Plätze eignen sich oft am besten zur Motivsuche.

      Weiches Licht:
      Weiches Licht eignet sich am besten um "zauberhafte" Lichtsituationen einzufangen. Für Aufnahmen im Freien eignen sich am besten der Morgen oder der Abend, wenn Lichtstärke und Winkel geringer sind und man weder mit blendendem oder zu grellem Licht zu kämpfen hat. Weiches Licht kann jedoch zu jeder Tageszeit gefunden werden. Beispielsweise Licht, das durch ein Glasdach oder Oberlicht oder das Blattwerk eines Baumes einfällt.

      Lichtrichtung:
      Wenn das Licht aus mehreren Richtungen kommt, können lichtdurchlässige Objekte kaum durchschimmernde Effekte zeigen. Am wahrscheinlichsten sind gute Aufnahme-Situationen zu finden, wenn ein Lichtstrahl aus einer bestimmten Richtung kommt, z.B. ein durch eine Wolkendecke einbrechender Lichtstrahl oder Licht, das zwischen Vorhängen zu sehen ist.

      Blende:
      Haben Sie die Möglichkeit einer Blenden-einstellung an Ihrer Kamera, probieren Sie eine weite Blendenöffnung, die Ihr Hauptmotiv in den Mittelpunkt rückt. Nehmen Sie den Hintergrund und vielleicht auch der Vordergrund etwas unscharf auf. So wirkt Ihre Aufnahme im positivsten Sinne etwas "unwirklicher".

      Belichtung:
      Wichtig ist auch die Lichtmenge, die auf dem CCD ankommt. Bei zuviel Licht insgesamt geht der feine Schimmer der lichtdurchlässigen Objekte verloren. Bei zuwenig Licht sind die Resultate nicht gerade überwältigend, da der Kontrast von hellen und dunklen Bildbereichen nicht groß genug ist. Machen Sie auf jeden Fall eine Belichtungsreihe.

      Digitalkamera-Anwender, bei denen eine größere Anzahl manueller Einstellungen nicht möglich sind, können dies durch einen Ausgleich der Belichtungswert-Optionen bewerkstelligen. Die LCD-Anzeige auf der Rückseite Ihrer Kamera muss keine korrekte Angabe der tatsächlichen Lichtwerte in Ihrem Bild sein. Löschen Sie keine Bilder, bevor Sie Gelegenheit hatten, diese am Computer zu prüfen.

      Was bei geblitzten Porträts zu beachten ist

      Was bei geblitzten Porträts zu beachten ist

      Kompakte Digitalkameras verfügen meist über mehrere eingebaute Blitzfunktionen, die sich auch kreativ nutzen lassen - zum Beispiel in der Porträtfotografie. Eine dieser nützlichen Automatiken ist der Aufhellblitz, der auch bei Tageslicht eingesetzt werden kann. Aber ein Blitz? Bei Tageslicht? Das muss kein Widerspruch sein. Denn selbst bei hellstem Sonnenschein gilt: Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Je nachdem, wie die Sonne steht, liegt ein Gesichts- oder Körperteil des Porträtierten im Dunkeln. Ist dieser Effekt nicht ausdrücklich gewünscht, hilft ein dezenter Aufhellblitz - er hellt die schattierten Bereich unauffällig etwas auf. Wählen Sie einfach bei Ihrer Digitalkamera im Blitzmenü die Funktion "Aufhellblitz" oder "Blitz (immer) an", und die Automatik schaltet ungeachtet der Lichtverhältnisse immer den Blitz zu.

      Übrigens funktioniert Aufhellblitzen auch bei allen Motiven, bei denen der Vordergrund dunkel und der Hintergrund hell erscheint, also beispielsweise bei Gegenlichtaufnahmen (außer man wünscht ausdrücklich Silhouettenbilder) oder bei Fotos, die aus dem Schatten ins Helle hinein aufgenommen werden. Das gilt natürlich nur für Motive, die sich in Reichweite Ihres Blitzes befinden. Die Farbtemperatur des Aufhellblitzes entspricht dabei der des mittleren Tageslichtes, so fällt die Mischung zwischen Tages- und Blitzlicht nicht auf.

      Fotografieren Sie Porträts in einem dunklen Umfeld, tritt schnell der "Rote-Augen-Effekt" auf. Dabei erhält der Porträtierte nicht seine natürliche Augenfarbe, sondern rote Augen. Das einfallende Blitzlicht fällt durch die im Dunkeln weit geöffneten Pupillen auf die dahinter liegende Netzhaut, die das Licht aufgrund ihrer Durchblutung rot reflektiert. Abhilfe schafft die "Rote-Augen-Reduktion", die vor dem eigentlichen Blitz einen Vorblitz zündet. Dieser verkleinert die Pupillen und reduziert somit die Reflexion auf der Netzhaut.

      Egal in welchem der Blitzmodi Sie fotografieren, achten Sie darauf, dass sich Ihr Vordergrundmotiv in einem Abstand von zirka 1,5 bis 4 Metern vor der Kamera befindet. Die genauen Angaben zur Blitzreichweite und zum Mindestabstand sind von Kamera zu Kamera beziehungsweise von Blitz zu Blitz verschieden und lassen sich in der Bedienungsanleitung nachlesen. Unterschreiten sie den Mindestabstand, dann überstrahlt Ihr Blitzlicht das Motiv, und die Aufnahme wird überbelichtet. Steht Ihr Motiv zu weit weg, verpufft der Blitz ohne jegliche Wirkung. Klassisches Beispiel für den letztgenannten Fall ist das Blitzlichtgewitter, das bei großen Sportveranstaltungen auf den Stadionrängen zu sehen ist: Tausende Hobbyfotografen sind hinterher enttäuscht, wenn sie ihre falsch belichteten Abzüge oder Digitalbilder betrachten.

      Ein Tipp zum Schluss: Bei der Digitalkamera sorgt der Weißabgleich für die richtige Farbwiedergabe bei unterschiedlichen Lichtsituationen. Die automatische Einstellung des Weißabgleichs liefert zwar gute Ergebnisse, bessere Bilder gelingen allerdings, wenn Sie die Voreinstellung "Blitz" wählen, sofern Ihre Kamera diese einstellung erlaubt.

      Histogramme richtig nutzen

      Histogramme richtig nutzen

      Viele Digitalkameras verfügen über eine Histogrammfunktion, die aus der analogen Fotografie unbekannt ist. Durch das Histogramm ist eine sofortige Qualitätskontrolle möglich geworden. Es zeigt grafisch eine Schnellübersicht der Helligkeitswerte eines Bildes, um seine Belichtung optimal zu bewerten.

      Hochwertige Digitalkameras zeigen das Histogramm in "Echtzeit", also während der Aufnahme an.
      Überstrahlt helles Sonnenlicht den LCD-Monitor, ist eine direkte Bildkontrolle schwierig. Durch das Histogramm lässt sich die Bildqualität anhand von Tonwerten beurteilen. Ein Histogramm zeigt die Helligkeitsverteilung im Bild in Form eines Säulendiagramms auf. Die X-Achse stellt Lichter, Mitteltöne und Schatten dar, während die Y-Achse die Häufigkeit der jeweiligen Helligkeitswerte aufzeigt.

      Je häufiger ein bestimmter Helligkeitswert vorkommt, umso höher ist die entsprechende Säule im Diagramm. Links auf der X-Achse sind die Werte für die dunkeln Töne zu finden, rechts ist die Verteilung der hellen Werte abzulesen. Hohe Säulen am linken Rand des Diagramms bedeuten eine unterbelichtete Aufnahme. Überbelichtete Aufnahmen dagegen zeigen hohe Säulen am rechten Diagramm-Rand.

      Ein zu dunkles Bild korrigiert man mithilfe der Belichtungskorrektur um einen positiven Wert, beispielsweise +1. Entsprechend stellt man bei einem zu hellen Bild die Belichtungskorrektur auf einen negativen Wert. Anhand der x-Achse kann man außerdem beurteilen, ob der zur Verfügung stehende Tonwertumfang vollständig ausgenutzt wurde. Fehlen an den Randbereichen einzelne Säulen, lässt dies auf einen verminderten Tonumfang schließen.

      Natürlich lässt sich das Histogramm auch bewusst einsetzen, um sogenannte High- oder Low-Key-Aufnahmen zu machen. Dies sind Aufnahmen, die eine Über- oder Unterbelichtung als gestalterisches Mittel einsetzen.

      Einige höherwertige Kameramodelle (z.B. die neuen Lumix Kameras von Panasonic) erlauben außerdem die Benutzung der Histogrammfunktion bereits vor der Aufnahme. So kann der Fotograf schon vor dem Drücken des Auslösers eine Belichtungskorrektur vornehmen, und die Aufnahme ist mit dem ersten Schuss im Kasten. Dies ist besonders vorteilhaft, wenn sich die Gelegenheit zum Schnappschuss nur einmal bietet.

      Traumhafte Bilder durch lange Verschlusszeiten

      Traumhafte Bilder durch lange Verschlusszeiten

      Soll die vorhandene Lichtstimmung erhalten bleiben, ist es wichtig eine längere Verschlusszeit als die Blitzsynchronzeit zu verwenden. Mit längeren Belichtungszeiten als 1/30 Sekunde entstehen bei bewegten Motiven zudem plakative Wischeffekte.

      Bild rechts: Hochzeitsfoto - geblitzt im TTL-Blitzbetrieb mit Metz mecablitz 44 AF-4. Warme Rottöne fangen die Stimmung der Feier optimal ein. In diesem Fall brachte eine Belichtungszeit von 1/8 Sekunde das stimmungsvollste Ergebnis.

      Je kürzer die Belichtungszeit, desto weniger lässt sich die vorhandene Stimmung einfangen.

      Tipps für die Makrofotografie

      Tipps für die Makrofotografie

      Gerade die digitale Fotografie erleichtert Detailaufnahmen ungemein. Makro-Aufnahmen sind mit einer Kleinbild-Kamera nur mit teuren Spezialobjektiven möglich. Durch die kurzen Brennweiten der Digitalkameras gelingen Aufnahmen ganz aus der Nähe mit ihnen sehr einfach. Kurze Aufnahmeabstände von nur wenigen Zentimetern sind problemlos zu realisieren.

      Vorteilhaft ist dabei auch die große Schärfentiefe von Digitalkameras. Da sie große Blendenöffnungen erlaubt, kommt es nicht so schnell zu Verwacklungen, das Fotografieren ohne Stativ ist länger möglich.

      Wer doch noch näher ran möchte als dies seine Kamera konstruktionsbedingt erlaubt, kann auch für seine Digitalkamera zusätzlich Nahlinsen nutzen. Hier sollte man eine Dioptrienzahl von mind. 4 wählen, darunter macht sich der Effekt bei einer Digitalen kaum bemerkbar.

      Besitzt die eigene Kamera kein Filtergewinde für zusätzliche Linsen, kann man eine Nahlinse auch einfach mit der freien Hand vor das Objektiv halten. Für den gelegentlichen Einsatz ist völlig ausreichend, vor allem bei mittigen Motiven lassen sich damit schon erstaunliche Ergebnisse erzielen.

      Wer häufiger Detailaufnahmen macht und höhere Ansprüche stellt, sollte sich nach sogenannten Achromaten umschauen. Besonders in den Bildecken erzielt man mit den zweilinsigen Achromaten deutlich bessere Ergebnisse.

      Der Zubehör-Spezialist Cokin bietet für Kameras ohne Filtergewinde einen Winkeladapter für Filter aus seinem Sortiment an. Sieht klobig aus, aber funktioniert.

      Abspeichern von Digitalbildern

      Abspeichern von Digitalbildern

      Digitalkameras könne Bilder in verschiedenen Dateiformaten und zusätzlich in verschiedenen Qualitätsstufen speichern. Beim bekannten JPEG-Format z.B. kann man meist zwischen Economy (niedrige Qualität), Standard (mittlere Qualität) und Fein (maximale Qualität) wählen.

      Wer einfach nur möglichst viele Aufnahmen auf das Speichermedium seiner Kamera "packen" möchte, wählt eine niedrige Aufnahmenqualität. Hierbei werden die Farbinformationen stark komprimiert, d.h. man erreicht kleine Dateigrößen. Solch ein Foto besitzt dann aber tatsächlich weniger Bildinformationen. Ein einmal so komprimiertes Bild lässt sich dann nicht mehr beliebig wiederherstellen oder hochrechnen.

      Speichern Sie ein Bild mit niedriger Auflösung ab, haben Sie sich auch schon hinsichtlich der maximalen Ausgabegröße und der Verwendungsmöglichkeiten festgelegt.

      Möchten Sie Ihre Bilder noch am Computer weiterbearbeiten, sollten Sie zunächst ein Dateiformat ohne Komprimierung (z.B. TIFF oder BMP) oder mit verlustfreier Reduzierung der Datenmenge (PDS oder LZW-komprimiertes TIFF) wählen.

      Verlustbehaftete Dateiformate wie JPEG sollten Sie erst dann einsetzen, wenn Ihre Bildbearbeitung abgeschlossen ist oder wenn Sie sich endgültig für eine bestimmte Verwendung, z.B. die Verwendung als E-Mail-Anhang, entschieden haben.

      Unschärfe als Gestaltungsmittel

      Unschärfe als Gestaltungsmittel

      Besonders in der Portraitfotografie arbeiten viele Fotografen mit der gezielten Unschärfe des Hintergrunds. Dies fokussiert den Blick des Betrachters auf das Hauptmotiv, das Gesicht. Ein ebenso scharf abgebildeter Hintergrund lässt das ganze Bild äußerst unruhig wirken und lenkt vom eigentlichen Hauptmotiv ab. Natürlich lassen sich auch andere Motive mit dem Kontrast scharf - unscharf gestalten. Mit diesem Kontrast lässt sich das Hauptmotiv bzw. die Aussage eines Fotos geschickter darstellen als durch bloße Positionierung eines Hauptaugenmerks in der Bildmitte.

      Zusätzlich wirkt eine Aufnahme so plastischer. Durch den Eindruck von Tiefe erscheint jedes Bild lebendiger.

      Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten eine Unschärfe des Hintergrunds zu erreichen: Direkt bei der Aufnahme durch die Kameraeinstellungen oder durch die Bearbeitung in einem Bildbearbeitungs-Programm wie Photoshop.

      Doch zunächst zu den geeigneten Kameraeinstellungen. Das Entscheidende ist die Schärfentiefe, die wiederum direkt von der Brennweite des Objektivs und der eingestellten Blende abhängt. Die Schärfentiefe nimmt ab, je größer die Brennweite und je offener die Blende (große Blende = kleiner Blendenwert) gewählt wird. Ideal für die Portraitfotografie ist daher ein Teleobjektiv (große Brennweite). Viele Digitalkameras besitzen auch einen Portraitmodus, der automatisch eine möglichst große Blende und dazu passend eine möglichst kurze Verschlußzeit wählt Können Sie dann noch an Ihrer Kamera manuell einen große Brennweite einstellen, wird Ihr Portrait sicher gelingen.

      Hat Ihre Kamera nicht geeignete Einstellmöglichkeiten, so hilft ein gutes Bildbearbeitungsprogramm wie z. B. Photoshop weiter. Mit Hilfe der Auswahlwerkzeuge wie Lasso, Zauberstab etc. müssen Vordergrund und Hintergrund definiert werden, um dann bestimmen zu können welcher Bereich unscharf oder scharf erscheinen sollen.