Interessantes zu Formel 1 im Jahr 2007

    Qualifying: Alonso auf Monza-Pole

    Qualifying: Alonso auf Monza-Pole

    Keine Heim-Pole für Ferrari. Fernando Alonso bestätigte die starke McLaren-Form mit seiner zweiten Saison-Pole.

    Die Erwartungen sind hoch. Der Titel soll noch her, die Tifosi säumen die Ränge, der Präsident und Ex-Champions schauen zu - Ferrari ist auch in Monza zum Siegen verdammt, sollte man McLaren die beiden WM-Titel noch abspenstig machen wollen. In Italien wird dieses Unterfangen schwierig. Das Qualifying beherrschte McLaren Mercedes.

    In einem packenden Pole-Duell sicherte sich Fernando Alonso die Bestzeit wenige Tausendstel vor seinem Teamkollegen Lewis Hamilton. Der beste Ferrari steht nur in Reihe 2. Doch neben Felipe Massa geht Nick Heidfeld von Position 4 ins Rennen. Der BMW Sauber-Pilot schnappte sich in letzter Sekunde den zweiten Ferrari von Kimi Räikkönen. Der Finne startet von Rang 5 vor Robert Kubica. Für Räikkönen ist es ohnehin die beste Nachricht, dass er sich bei seinem heftigen Abflug im Freien Training nicht verletzt hat und ohne einen Motorwechsel ins T-Car wechseln konnte.

    "Das war eine klasse Teamleistung", freute sich Norbert Haug. "Man versucht von allen Seiten Druck auf uns zu machen, aber das gibt uns anscheinend Speed. Die ersten zwei Tage waren beeindruckend, insbesondere weil wir keine Polestrategie fahren, sondern eine Rennstrategie." Allerdings glaubt Haug, dass Ferrari möglicherweise auf einer anderen Strategie ist. "Speziell Kimi könnte nach dem Crash heute Morgen auf einer Einstoppstrategie sein - aber das ist Spekulation." Besondere Freude löst Nick Heidfelds 4. Platz bei Haug aus. "Es ist schön, dass Nick dazwischen gefahren ist, hoffentlich hilft uns das beim Start."

    Die Top10 komplettierten Kovalainen, Rosberg, Trulli und Button. Der Österreicher Alexander Wurz schied ebenso wie Sebastian Vettel in der zweiten Qualifyingsession aus. Sie starten von den Positionen 13 und 16. "Es ist hier sehr knapp", so Wurz. "Ich habe die Top10 um fünf oder sechs Hundertstel verpasst." Dafür verantwortlich war ein Fehler in der ersten Kurve. "Dort habe ich anderthalb Zehntel verloren."

    Für zwei Deutsche war schon nach der ersten Session Schluss. Neben Adrian Sutil gehörte erneut Ralf Schumacher zu den langsamsten Sechs der ersten Sitzung. "Beide Autos sind nur wenige Hundertstel auseinander", sagte Schumacher. "Wir waren dieses Wochenende einfach nicht schnell genug. Man sieht das auch an Jarno, der nur gerade eben ins Q2 gerutscht ist. Wir haben beim Testen schon gemerkt, dass wir hier Probleme haben. Die hohen Kerbs sind einfach nichts für uns."

    Bei Spyker half auch die B-Version nicht weiter. Im Low-Downforce-Trimm hatte Adrian Sutil keine Chance auf mehr als Platz 21. "Wir haben unser Bestes gegeben", so der Deutsche. "Das war alles, was im Moment möglich ist. Natürlich bin ich ein bisschen enttäuscht, man hofft die ganze Zeit, dass es besser wird, dann reicht es doch nicht. Aber wir hoffen, dass es auf anderen Strecken besser wird."

    Italien GP: Alonso gewinnt im Ferrari-Land

    Italien GP: Alonso gewinnt im Ferrari-Land

    Ferrari hat es versucht, doch die Roten hatten bei ihrem Heimrennen keine Chance gegen Fernando Alonso und McLaren Mercedes.

    Alles war Rot in Monza - die Tribünen, die Kappen, die Fahnen, nur die Gorillakostüme der Räikkönen-Fans waren nicht in Rot getaucht. Doch die Ausgangssituation war nicht die Beste für die Scuderia. McLaren Mercedes belegte die erste Startreihe. Fernando Alonso und Lewis Hamilton standen vor Felipe Massa, Kimi Räikkönen stand hinter Nick Heidfeld sogar nur auf Platz 5.

    Die Hoffnungen der Roten beruhten auf dem Rennspeed und einer anderen Strategie. Am Start stiegen die Chancen der Scuderia. Massa kam gut weg, überholte Hamilton, musste aber schon in der ersten Schikane zurückstecken und Hamilton den Vortritt lassen. Fernando Alonso fuhr derweil unbeeindruckt vorne weg. Kimi Räikkönen konnte unterdessen einen Platz gutmachen und an Heidfeld vorbeigehen. Doch die Stimmung der Tifosi sollte schon kurz darauf wieder gen Nullpunkt sinken. Felipe Massa kam schon in Runde 9 zu seinem ersten Boxenstopp herein. Danach rollte er noch einmal um die Strecke, ein mechanisches Problem beendete seinen Italien GP.

    Somit ruhten die Hoffnungen der Italiener auf Kimi Räikkönen. Der war wie erwartet auf einer Einstoppstrategie und konnte zu Beginn nicht mit den leichteren McLaren mithalten. So stoppte Alonso in Runde 20 das erste Mal, zwei Runden nach seinem Teamkollegen Hamilton. Räikkönen kam in Umlauf 25 zum einzigen Stopp an die Box. Da keimte noch einmal Hoffnung auf. Erst Recht, als Räikkönen bei Hamiltons zweitem Stopp am Briten vorbeiging! Nur wenige Minuten später der Schock für die Tifosi: Hamilton quetschte sich in der ersten Schikane mit einem ebenso harten wie unerwarteten Manöver am Ferrari mit der Startnummer 6 vorbei. Aus der Traum vom 2. Platz - Räikkönen musste sich hinter dem ungefährdeten Sieger und Lewis Hamilton mit dem 3. Platz begnügen. Dieser war jedoch in Gefahr: Räikkönen schleppte seinen Ferrari in den letzten Runden mit Mühe und Not über die Ziellinie.

    "Das war ein perfektes Wochenende", freute sich Alonso. "Manchmal läuft es eben fast wie von alleine. Das ganze Wochenende verlief in meinem Sinne." Entsprechend freute er sich sehr über seinen ersten Sieg in Monza. "Jeder Sieg ist besonders, aber auf manchen Strecken ist es noch einmal etwas Besonderes." Abgesehen vom Start und dem Re-Start nach der Safety-Car-Phase erlebte Alonso keine schwierigen Momente. "Das Safety Car war nicht hilfreich, weil das Feld dadurch eng zusammen war und wir mussten dann einen Vorsprung herausfahren, um Kimi hinter uns zu halten." Bei Hamilton wäre das beinahe schief gegangen, Alonso war am Ende nicht in Gefahr.

    In der WM-Wertung führt weiterhin Lewis Hamilton, allerdings nur noch mit drei WM-Zählern Vorsprung auf Fernando Alonso. Kimi Räikkönen schob sich an Felipe Massa auf den 3. Platz der WM-Wertung. Der Brasilianer scheint nach seinem Ausfall in Monza auch aus dem Titelrennen ausgeschieden zu sein. Das Rennen hinter den WM-Kandidaten entschied Nick Heidfeld für sich. Der Mönchengladbacher konnte jedoch nicht die erhoffte Überraschungsrolle spielen. Hinter ihm komplettierten Kubica, Rosberg, Kovalainen und Button die Punkteränge.

    Das Rennen selbst hatte turbulent begonnen. Schon in der ersten Runde verlor Sebastian Vettel seinen Frontflügel. Nach einem Notstopp war sein Rennen früh beeinträchtigt, mehr als Platz 18 war für ihn nicht drin. Noch schlimmer erwischte es David Coulthard, der in der Anfangsphase seinen Frontflügel verlor und mit Highspeed in die Streckenrandbegrenzung abflog. "In der ersten Schikane habe ich das Heck von Fisichellas Auto getroffen", verriet Coulthard. "Dabei ist mein Frontflügel gebrochen. Das war ein unglücklicher Zwischenfall." Es sollte der einzige des gesamten Grand Prix bleiben.

    Offizielles Endergebnis GP Italien

    Offizielles Endergebnis GP Italien

    53 Runden á 5,793 km/306,720 km

    Rang, Name, Land, Team, Zeit
    1. Fernando Alonso, Spanien, McLaren-Mercedes, 1:18:37,806 Std.
    2. Lewis Hamilton, Großbritannien, McLaren-Mercedes, + 6,062 Sek.
    3. Kimi Räikkönen, Finnland, Ferrari, + 27,325
    4. Nick Heidfeld, Mönchengladbach, BMW-Sauber, + 56,562
    5. Robert Kubica, Polen, BMW-Sauber, + 1:00,558 Min.
    6. Nico Rosberg, Wiesbaden, Williams, + 1:05,810
    7. Heikki Kovalainen, Finnland, Renault, + 1:06,751
    8. Jenson Button, Großbritannien, Honda, + 1:12,168
    9. Mark Webber, Australien, Red Bull, + 1:15,879
    10. Rubens Barrichello, Brasilien, Honda, + 1:16,958
    11. Jarno Trulli, Italien, Toyota, + 1:17,736
    12. Giancarlo Fisichella, Italien, Renault, + 1 Runde
    13. Alexander Wurz, Österreich, Williams, + 1 Runde
    14. Anthony Davidson, Großbritannien, Super Aguri, + 1 Runde
    15. Ralf Schumacher, Kerpen, Toyota, + 1 Runde
    16. Takuma Sato, Japan, Super Aguri, + 1 Runde
    17. Vitantonio Liuzzi, Italien, Toro Rosso, + 1 Runde
    18. Sebastian Vettel, Heppenheim, Toro Rosso, + 1 Runde
    19. Adrian Sutil, München, Spyker, + 1 Runde
    20. Sakon Yamamoto, Japan, Spyker, + 1 Runde

    Ausfälle:
    David Coulthard, (Großbritannien), Red Bull, (2 . Runde)
    Felipe Massa, (Brasilien), Ferrari, (11 . Runde)

    Schnellste Runde und Pole Position:
    Fernando Alonso, (McLaren-Mercedes), 1:22,871 Min.

    Trainingsschnellster:
    Fernando Alonso (McLaren-Mercedes) 1:21,997 Min.

    Nächstes Rennen:
    GP Belgien am 16. September in Spa-Francorchamps

    Spionage-Affäre weitet sich aus

    Samstag, 8. September 2007
    Spionage-Affäre weitet sich aus
    Ermittlungen gegen Dennis


    Die Staatsanwaltschaft Modena ermittelt in der Spionage-Affäre nun auch gegen McLaren-Teamchef Ron Dennis und zwei weitere Mitglieder des Formel-1-Teams. Das berichtet die italienische Nachrichten-Agentur ANSA. Demnach wirft Staatsanwalt Giuseppe Tibis dem Trio Sportbetrug und die Weitergabe von Betriebsgeheimnissen vor.

    Polizeibeamte hatten nach dem Qualifikationstraining zum Großen Preis von Italien in Monza den Betroffenen Dokumente übergeben. Dennis erklärte allerdings später bei einer Pressekonferenz, ihm sei kein Ermittlungsbescheid überreicht worden. "Noch ist nichts passiert. Ich weiß nicht, ob noch etwas folgen wird. Aber bislang hat sich nichts getan", sagte er.

    Auch Stepney und Coughlan im Visier

    Laut ANSA soll auch der inzwischen suspendierte frühere Ferrari-Werkstattchef Nigel Stepney soll einen Ermittlungsbescheid erhalten haben. Der Brite soll 780 Seiten mit geheimen technischen Informationen an seinen Landsmann Mike Coughlan weitergegeben haben, gegen den ebenfalls ermittelt werden soll.

    McLaren-Mercedes hat seinen ehemaligen Leiter des Designerbüros ebenfalls schon vor längerem freigestellt. Mit einer Anklage und einem Verfahren wird jedoch nicht vor Ende des Jahres gerechnet. Ferrari hat zudem Anzeige gegen Stepney wegen Geheimnisverrats und Sabotage erhoben.

    McLaren trotzt dem Wirbel: Anschuldigungen machen schneller

    McLaren trotzt dem Wirbel: Anschuldigungen machen schneller

    Spionage, Streit und Chaos - McLaren scheint sich davon nicht beeinträchtigen zu lassen.

    Über McLaren Mercedes brach von vielen Seiten noch mehr herein. Immer wieder gibt es so genannte neue Fakten in der Spionageaffäre, immer wieder wird über die Situation von Fernando Alonso gesprochen, immer wieder muss sich das Team verteidigen. Auf der Strecke scheint das keinen Einfluss zu haben. Außer vielleicht einen: "Das gibt uns anscheinend noch mehr Speed", scherzte Norbert Haug direkt nach der Doppel-Pole im Ferrari-Land.

    Tatsächlich ließen sich die Silbernen weder vom Boxengassenstreit in Budapest noch von den neuerlichen Spionagevorwürfen unterkriegen. In Ungarn siegten sie, in Monza stehen beide Autos in der ersten Reihe. "Es ist toll, auf der Pole zu stehen", sagt Alonso. "Ich bin an den letzten Rennwochenenden einige gute Runden gefahren, aber nie im letzten Qualifying - heute hat es geklappt." Auch wenn er sich nur hauchdünn gegen seinen Teamkollegen durchsetzte, konnte er es sich leisten, seine letzte Qualifyingrunde abzubrechen und Sprit zu sparen - die Pole hatte er schon in der Tasche.

    Nachdem das Auto das ganze Wochenende gut war und man schon bei den Tests erahnen konnte, dass man stark sein würde, kam das für ihn nicht allzu überraschend. "Das Team hat die Chance genutzt und zwischen Istanbul und Monza einen Schritt vorwärts gemacht." Im Rennen wünscht er sich das gleiche Resultat - einen Doppelsieg. Oder doch nur einen Sieg für sich? Schließlich ist Lewis Hamilton noch immer der WM-Leader. "Fernando war das ganze Wochenende wirklich stark und es ist eine brillante, verdiente Pole für ihn", lobte Ron Dennis, dem trotz der Pole noch ein weiteres unliebsames Ereignis ins Haus stand, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Die Polizei teilte dem Team mit, dass Schlüsselpersonen des Teams in ihre Untersuchungen involviert sind. Aber Einwirkungen von außen machen das Team ja angeblich noch schneller...

    Um was geht es überhaupt?

    Um was geht es überhaupt?

    Spionage-Skandal
    Es geht um eine Feder für 7,50 Euro


    Ferrari, Mercedes und der Spionage-Skandal – es wird immer irrer.

    Jetzt geht’s um eine Feder aus Karbon im Wert von rund 7,50 Euro. Und dieses Ding könnte McLaren-Mercedes bis zu 150 Mio Euro Schadensersatz kosten.

    Die „Feder des Anstoßes“ hebt den Wagenboden des Ferrari im Rennen an, verbessert die Aerodynamik und erhöht die Spitzengeschwindigkeit.

    So gewann Michael Schumacher die Weltmeisterschaften 2003 und 2004.

    Schumis ehemaliger Chefmechaniker Nigel Stepney verriet den Feder-Trick an McLaren-Designer Mike Coughlan. Daraufhin protestierte das Silberpfeil-Team bei der FIA – und die Feder wurde im März verboten.

    Ferrari argumentiert nun, Mercedes habe illegal erlangte Informationen dazu benutzt, den Konkurrenten durch das Verbot zu schwächen.

    Dadurch sei erheblicher finanzieller Schaden entstanden (entgangene Gewinne, Verlust von Sponsoren-Geldern, Siegprämien etc.).

    Die Italiener klagen vor dem obersten Zivil-Gericht in London auf Schadensersatz.

    Die von den Richtern festgesetzte Höhe könnte zwischen 5 und 150 Millionen Euro betragen. Würde sehr teuer für McLaren Mercedes...
    Wie die FIA am Mittwoch (5.9.) bekannt gab, soll am 13. September eine weitere Sitzung des Weltrats einberufen werden. Eigentlich war für diesen Tag geplant, über das endgültige Urteil in der Spionage-Affäre zu verhandeln.

    Neue Beweise seien der Grund für die Planänderung, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten FIA-Pressemitteilung. Ob die Beweise McLaren-Mercedes belasten oder entlasten, wollte die FIA noch nicht mitteilen. Der englisch-deutsche Rennstall, der im Fall einer Verurteilung mit Punktabzug bis hin zum Ausschluss aus der WM rechnen muss, wurde zu der Sitzung eingeladen, um sich zu den neuen Erkenntnissen zu äußern. Im Falle einer Verurteilung könnte McLaren anschließend noch einmal in Berufung gehen.

    Die Frage ist natürlich, ob die FIA nun doch noch Beweise gefunden hat, dass McLaren die internen Ferrari-Dokumente bei der Entwicklung des eigenen Autos verwendete. Schon in einem ersten Urteil Ende Juli wurde McLaren schuldig gesprochen, in Besitz der Interna gewesen zu sein. Von einer Bestrafung wurde damals allerdings abgesehen, weil eine eventuelle Vorteilnahme nicht bewiesen werden konnte. FIA-Präsident Max Mosley ließ die Entscheidung auf Druck aus Italien noch einmal überprüfen.

    Spionage: Wusste Alonso Bescheid?

    Spionage: Wusste Alonso Bescheid?
    Do 06 Sep, 15:44 Uhr

    Die FIA hat gestern bekannt gegeben, dass die geplante Verhandlung des Spionagefalls doch nicht am 13. September in Paris stattfinden kann. Stattdessen wurde noch einmal das World Council einberufen, um eine zweite Anhörung durchzuführen - weil neues Beweismaterial aufgetaucht ist, das McLaren-Mercedes offenbar belastet.

    Die Silberpfeile waren in erster Instanz am 26. Juli vom World Council freigesprochen worden, doch seither ist Gerüchten zufolge durchgesickert, dass doch mehr Mitarbeiter von den Ferrari-Dokumenten wussten, als zunächst zugegeben wurde - und zwar sehr prominente: Fernando Alonso und Testfahrer Pedro de la Rosa! Dies berichten zumindest unsere in der Regel gut informierten Kollegen von 'auto motor und sport'.

    Wie 'Motorsport-Total.com' berichtet hat, wurden von der FIA in letzter Zeit Briefe ausgeschickt, in denen praktisch das gesamte Fahrerlager ersucht wurde, etwaige Hinweise zur Spionageaffäre an die relevanten Stellen weiterzugeben. Laut 'auto motor und sport' soll Alonso und Co. für den Fall, dass sie sich melden, Straffreiheit zugesichert worden sein. Ob diese Darstellung auch tatsächlich stimmt, kann zum jetzigen Zeitpunkt wegen des schwebenden Verfahrens aber niemand bestätigen.

    Das Fachmagazin berichtet auf seiner Internetseite weiter, dass der inzwischen suspendierte Mike Coughlan, der 780 Seiten Ferrari-Material von Nigel Stepney erhalten hat, seine Informationen unter anderem an Testfahrer Pedro de la Rosa fütterte, der diese wiederum an seinen Landsmann Alonso weitergegeben haben soll. Angeblich erfolgte dieser Informationsaustausch über E-Mails, deren Inhalt McLaren-Mercedes nun belasten könnte.

    Zetsche vor Urteil im Spionage-Skandal gelassen

    Zetsche vor Urteil im Spionage-Skandal gelassen

    Im Ferrari-Land Italien werden die Silberpfeile im Spionage-Skandal schon vor der Verhandlung als die Schuldigen abgestempelt. In der McLaren-Heimat Großbritannien haben dagegen Verschwörungstheorien Hochkonjunktur.

    DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche (r) sieht der Verhandlung gelassen entgegen.Der Automobil-Weltverband FIA stehe Ferrari «historisch gesehen sehr nahe, näher als sonst irgend jemand», sagte der ehemalige Formel-1-Weltmeister Sir Jackie Stewart. «Es scheint mir, dass die mächtigsten Leute sich nach Ferrari richten.»

    DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche sieht jedoch der neuerlichen Anhörung vor dem FIA-Weltrat mit großer Gelassenheit entgegen. Er gehe davon aus, dass auch bei der FIA die Fakten gelten würden, stellte Zetsche am Rande der Internationalen Automobil- Ausstellung IAA in Frankfurt/Main fest. «Insofern sehen wir dem Donnerstag gelassen entgegen», sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa.

    McLaren-Mercedes droht im Falle eines Schuldspruchs in Paris eine harte Strafe. Sogar ein WM-Ausschluss ist möglich. Bei der ersten Verhandlung am 26. Juli hatte das FIA-Gremium das Formel-1-Team aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Nachdem zunächst auf Druck von Ferrari eine Berufungsverhandlung anberaumt wurde, kommt es auf Grund angeblich neuer Beweise zu einer neuerlichen Anhörung. «Die FIA muss handeln und Zeichen setzen. Ich hoffe, dass die Strafe im Sinne des Sportes ausgesprochen wird», sagte der frühere Rennfahrer Hans-Joachim Stuck dem Fernsehsender Premiere. Seine Prognose: «Die Aberkennung der McLaren-Konstrukteurspunkte wäre eine angemessene Strafe.»

    «Erdrückende Beweise: Addio Titel!» Die Zeitung «La Gazzetta dello Sport» hat den Ferrari-Rivalen schon an den Pranger gestellt. McLaren habe mit der Ferrari-Technik experimentiert, glaubt die Sportzeitung. Das wahrscheinlichste Urteil sei, dass den Silberpfeilen der Konstrukteurstitel 2007 aberkannt werde und damit Ferrari zufalle. Für die Scuderia ist das die einzige Möglichkeit, den prestigeträchtigen Titel doch noch zu gewinnen. Vor den letzten vier Rennen am 16. September in Belgien, dann in Japan, China und Brasilien liegen die Italiener in der Marken-WM bereits 23 Punkte hinter den Silberpfeilen.

    In der McLaren-Heimat Großbritannien macht man sich trotz allem auf ein negatives Urteil gegen das Team gefasst: «Ein von den Rechtsanwälten orchestriertes, wundersames Entkommen oder unvorhergesehene Enthüllungen einmal ausgenommen, ist die Frage nicht, ob McLaren bestraft wird, sondern wie die Strafe ausfällt», schrieb die «Times». Hierbei werde Ron Dennis' «alter Widersacher», FIA-Präsident Max Mosley, ein gewichtiges Wort mitzureden haben.

    Für viele Formel-1-Insider, berichtete der «Guardian», stehe die Kontroverse um die gestohlenen Ferrari-Daten symbolisch für das zerrüttete persönliche Verhältnis zwischen Dennis, der sich als einfacher Mechaniker hochgearbeitet habe, und dem aus privilegierten Verhältnissen stammenden Aristokraten Mosley.

    Ans Licht gekommen war die ominöse Affäre, weil der Mitarbeiter eines Kopierladens stutzig wurde, als die Frau des inzwischen suspendierten ehemaligen Leiters der McLaren-Designabteilung Mike Coughlan 780 Seiten mit Ferrari-Daten vervielfältigt hatte. Er hatte daraufhin das italienische Team informiert. Coughlan soll die höchst brisanten geheimen Informationen im Frühjahr vom ebenfalls freigestellten früheren Ferrari-Chefmechaniker Nigel Stepney erhalten haben.

    Formel 1 streitet um Strafe für Spionage

    Formel 1 streitet um Strafe für Spionage

    Die Fia wird die Spionageaffäre um möglicherweise von Mercedes entwendete Ferrari-Unterlagen neu verhandeln. Das Ergebnis der Verhandlung ist offen, doch ein Freispruch für Mercedes gilt als unwahrscheinlich.

    PARIS - Optimismus ist die eine Seite. „Zuversichtlich“ gehe man in die Anhörung vor dem Weltrat des Internationalen Automobilverbands (Fia) am Donnerstag. „Wir haben uns absolut nichts vorzuwerfen“, sagt Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Die Fia wird die Spionageaffäre um möglicherweise von Mercedes entwendete Ferrari-Unterlagen neu verhandeln.

    Es gibt aber auch die andere Seite. Da ist zum Beispiel die Fia-Gerichtsbarkeit, die hinter verschlossenen Türen stattfindet, ohne transparente Abläufe und Regeln, teilweise mit Entscheidungsträgern, die vor jedem ordentlichen Gericht als befangen abgelehnt würden. So ist der Vertreter des italienischen Automobilsportverbandes im Weltrat ein Geschäftspartner von Ferrari, der an dieser Zusammenarbeit schon Millionen verdient hat.

    Das Ergebnis der Verhandlung ist offen, doch ein Freispruch für Mercedes gilt als unwahrscheinlich. Wobei sich nicht nur McLaren-Mercedes-Freunde im Fahrerlager die Frage stellen, ob es hier noch um eine Beurteilung objektiver Fakten geht. „Es wird immer kopiert, es werden auch immer Daten transferiert“, sagt der Schweizer Ex-Pilot und heutige TV-Experte Marc Surer. Selbst ein Mechaniker wisse über die Gewichtsverteilung der Autos Bescheid, weil er diese beim Wiegen sehe. Auch die Fia kenne die Gewichtsverteilung. „Diese Daten bleiben nicht geheim. Somit wird total überbewertet, was hier passiert ist“, sagt Surer. Er fragt sich, wie es möglich gewesen sein könne, dass 780 Seiten bei Ferrari verschwunden sind. „Das hat nicht ein Mann gemacht“, glaubt Surer. Auch der dreimalige Weltmeister Jackie Stewart sieht das so: „2003 hatten wir die gleiche Situation, als Toyota Dinge von Ferrari übernommen hat. Trotz Beweisen gab es keine Diskussion über die Streichung von WM-Punkten. Warum heute?“

    Die Antwort auf diese Frage liegt vielleicht auf politischer Ebene. Dass McLaren-Chef Ron Dennis im Fia-Präsidenten Max Mosley einen erbitterten Feind hat, ist bekannt, auch wenn der Neutralität beschwört. Auch sonst hat Dennis im Fahrerlager viele Gegner. Einen WM-Ausschluss wird Formel-1-Boss Bernie Ecclestone wohl verhindern. Auch weil das für die ganze Branche geschäftsschädigend wäre. Aber eine Aberkennung aller Punkte in der Konstrukteurs-WM könnte es geben.

    100 Millionen Geldstrafe und keine Konstrukteurspunkte

    100 Millionen Geldstrafe für McLaren: Keine Konstrukteurspunkte

    McLaren Mercedes wurde in der Spionageaffäre schuldig gesprochen - das Urteil kostet einen WM-Titel und viel Geld.

    Das Urteil ist da: McLaren Mercedes wurde in der Spionageaffäre vom FIA World Motor Sport Council für schuldig befunden. Nachdem das Team bei der ersten Verhandlung nicht bestraft wurde, bewirkten die "neuen Beweise" ein hartes Durchgreifen des WMSC. McLaren Mercedes werden alle Konstrukteurs-WM-Punkte der Saison 2007 aberkannt, außerdem muss der Rennstall 100 Millionen Dollar Geldstrafe zahlen. Die FOM-Einnahmen aus dieser Saison darf das Team jedoch behalten. Für die Saison 2008 muss dem World Council ein Bericht über das neue Auto vorgelegt werden, danach wird über eine mögliche weitere Bestrafung entschieden. Sollte bei den verbleibenden Rennen 2007 ein McLaren-Fahrer gewinnen, wird kein McLaren-Verantwortlicher auf dem Podium stehen dürfen, da das Team aufgrund der Strafe keine Konstrukteurspunkte und keinen Pokal erhält.

    Auf die Fahrer hat das Urteil keinen Einfluss. Sie dürfen ihre gesammelten WM-Punkte aus den 17 Saisonrennen behalten. Die Fahrer-WM bleibt auch in den letzten vier Saisonläufen offen. Die Konstrukteurs-WM geht nach der Bestrafung von McLaren an Ferrari, Platz 2 belegt BMW Sauber und den 3. Platz erbt der amtierende Konstrukteursweltmeister Renault.

    BMW Motorsportdirektor Mario Theissen sagte schon vor der Urteilsverkündung über einen möglichen 2. Platz in der Konstrukteurs-WM: "Auch wenn es in den Geschichtsbüchern anders stehen wird, für mich wird das immer ein 3. Platz bleiben." Bei Ferrari hatte Präsident Luca di Montezemolo bereits im Vorfeld klar gestellt, dass die Scuderia einen am grünen Tisch errungenen Titel nicht als befleckt ansehen würde. "Wenn die Bedingungen für einen Sieg abseits der Strecke gegeben sind, dann verdienen wir ihn auch, weil er dadurch zustande gekommen ist, dass die Sieger nur durch unsportliche und unfaire Mittel gewonnen haben", sagte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo der Gazzetta dello Sport.

    "Dieses Urteil ist ein Schock für alle im Team und, wie Reaktionen bei Medien und Formel 1-Publikum zeigen, auch für weite Teile draußen", erklärte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "Wir kämpfen jetzt erst Recht mit aller Entschiedenheit weiter, um auf der Rennstrecke Antworten zu geben, wie zuletzt in Monza und neben der Rennstrecke vor Gericht Gerechtigkeit zu finden." Von Ferrari gab es nach der Entscheidung noch keine Aussagen. Das Team verschickte nur eine Pressemitteilung, in der man sich zufrieden zeigte, dass "der Gerechtigkeit Genüge getan" wurde.

    Erste Reaktion: McLaren im Schockzustand

    Erste Reaktion: McLaren im Schockzustand

    Keine Konstrukteurspunkte und 100 Millionen Dollar Geldstrafe - McLaren Mercedes wurde vom FIA-Urteil hart getroffen.


    Bei McLaren Mercedes herrschen Chaos und Entsetzen vor. "Das Wichtigste ist, dass wir an diesem Wochenende, den Rest dieser Saison und jeder anderen Saison Motorsport betreiben", schreibt McLaren in einer Pressemitteilung, die zwar keinen Namen trägt, aber wohl die Worte von Teamboss Ron Dennis wiedergibt. "Allerdings akzeptiere ich nicht, dass wir nach der Anhörung heute auf diese Weise bestraft gehören." Dem Team werden alle Konstrukteurs-WM-Punkte der laufenden Saison aberkannt und McLaren wurde zu einer Geldstrafe von 100 Millionen Dollar verurteilt.

    "Die heute vorgelegten Beweise belegen, dass unsere Fahrer, Ingenieure und Mitarbeiter keine Informationen benutzt haben, um sich einen Vorteil zu verschaffen", begründet Dennis seine Ablehnung der Bestrafung. Alle drei Fahrer hätten dem World Motor Sport Council dargelegt, dass keine Ferrari-Informationen von McLaren benutzt wurden und sie keine vertraulichen Daten an das Team weitergegeben haben. Alle 140 Mitglieder des Ingenieursteams von McLaren haben ähnliche Aussagen abgegeben und der FIA bestätigt, dass sie niemals Ferrari-Informationen benutzt haben.

    "Wir haben nie bestritten, dass Informationen von Ferrari im Privatbesitz eines unserer Angestellten war." Die Frage sei jedoch: Wurden diese Informationen auch bei McLaren benutzt? Das Team sagt erwartungsgemäß: Nein. "Das war nicht der Fall und wurde heute auch nicht bewiesen." Über die Gründe, warum Mike Coughlan im Besitz der Informationen war, könne man selbst nur spekulieren, heißt es weiter. Allerdings haben Honda und Toyota bestätigt, dass beide bei ihnen um Anstellung gebeten haben.

    Über eine mögliche Berufung sagt das Pressestatement des Teams nichts aus. Die ersten Worte von Norbert Haug lassen jedoch darauf schließen. "Wir kämpfen jetzt erst Recht mit aller Entschiedenheit weiter, um auf der Rennstrecke Antworten zu geben, wie zuletzt in Monza und neben der Rennstrecke vor Gericht Gerechtigkeit zu finden", teilte er ebenfalls via Pressemeldung mit. McLaren-CEO Martin Whitmarsh bekräftigte: "Wir glauben, dass es eine Grundlage für eine Berufung gibt, aber wir warten natürlich erst die Begründung der FIA ab." Dennis schloss seine Worte mit dem, was ihm am wichtigsten ist: "Die Saison 2008 ist nicht beeinträchtigt, da wir nie urheberrechtlich geschütztes Material eines anderen Teams verwendet haben. Wir haben die besten Fahrer und das beste Auto und wir wollen die Weltmeisterschaft gewinnen."

    14. Belgien GP / Circuit National de Francorchamps

    14. Belgien GP / Circuit National de Francorchamps

    Belgien: Fahrt auf der Ardennenachterbahn
    Für die einen sind es belgische Ortsnamen, für die anderen die schönsten Kurven der Welt: Stavelot, Blanchimont, Les Combes, Pouhon oder Malmedy und natürlich das Flüsschen Eau Rouge - sie alle leihen den Streckenteilen der vielleicht aufregendsten Formel 1-Rennstrecke der Welt ihre Namen.

    Mit einer Länge von 7,004 Kilometern ist Spa-Francorchamps der längste Kurs im Rennkalender und gilt zudem als ausgesprochene Fahrerpiste, auf welcher sich im wahrsten Sinne des Wortes die Spreu vom Weizen trennt. Die Passage durch die Senke von "Eau Rouge" und dann steil bergauf Richtung "Kemmel" gehört zu den absoluten Klassikern der Formel 1 - auch wenn sie mit den heutigen Abtriebswerten und den V8-Motoren in der Regel problemlos "voll" geht.

    Dasselbe gilt für die Linkskurve "Blanchimont", die bei passender Fahrzeug-Abstimmung ohne Lupfen des Gaspedals in das Vollgas-Stück bis zur Bus-Stop-Schikane einbezogen wird. Besonderheit beider Stellen: In "Eau Rouge" werden die Piloten mit bis zu 4g in den Sitz gepresst, in "Blanchimont" zerren ähnlich hohe Fliehkräfte an den Nackenmuskeln der Heroen in ihren hochmodernen Kisten.

    Was das Setup betrifft, so fährt man in Spa-Francorchamps nicht mit besonders viel Flügel. Das hat den einfachen Hintergrund, dass auf die der Eau Rouge eine lange Gerade folgt, genau wie nach Stavelot in Richtung Blanchimont und Bus Stop. Leistungsschwächere Teams fahren deshalb schon einmal mit flacheren Flügeln, aber grundsätzlich wird eine Medium-Downforce-Abstimmung gewählt. Mechanisch werden die Fahrzeuge wegen der großen und flachen Kurven hart abgestimmt.
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    GROSSER PREIS VON BELGIEN

    GROSSER PREIS VON BELGIEN

    Der Grand Prix von Belgien am kommenden Wochenende in Spa-Francorchamps ist der 14. Lauf zur Formel-1-Weltmeisterschaft 2007. Wegen Umbau- und Renovierungsarbeiten wurde das Rennen 2006 nicht ausgetragen. In diesem Jahr ist es das letzte in Europa; danach folgen die Grand Prix in Japan, China und Brasilien.

    Vodafone McLaren Mercedes führt nach dem Doppelsieg am vergangenen Wochenende in Monza in der Konstrukteurs-WM mit 166 Punkten vor Ferrari mit 143 Zählern. In der Fahrerwertung liegen Lewis Hamilton als Führender mit 92 Punkten und Fernando Alonso als Zweiter mit 89 Punkten vorn.

    Wissenswertes

    Was ist neu an der Rennstrecke in Spa?

    Umgebaut wurden die Boxeneinfahrt, die Bus Stop Schikane und die Haarnadelkurve La Source unmittelbar nach dem Start sowie die Einrichtungen in der Boxengasse und im Fahrerlager. Mit den Änderungen an der Streckenführung wurden die Überholmöglichkeiten verbessert und gleichzeitig Raum für die neuen Anlagen geschaffen. Durch die Verlagerung der Streckenbegrenzung wurde die Anfahrt zur La Source verlängert. Die breite Auslaufzone, die von den Fahrern gern bei Positionskämpfen, gerade nach dem Start, genutzt wurde, ist jetzt mit Kerbs und Kunstrasen versehen. Die Bus Stop Schikane wurde vorverlegt in Richtung der lang gezogenen Linkskurve Blanchimont. Die Schikane ist jetzt eine Rechts-Links-Kurve, also umgekehrt als zuvor. Die Fahrer passieren diese Stelle mit etwa 80 km/h und werden die Kerbs nutzen, um möglichst schnell durchzukommen. Der breite Kurveneingang soll das Überholen erleichtern.

    Warm gilt Eau Rouge als eine der anspruchsvollsten Kurven der Saison?

    Die Eau Rouge Kurve gilt als großartigste Kurve der Welt. Diese ansteigende Rechtskurve verlangt höchsten Einsatz und Präzision. Die Fahrer müssen hier so schnell wie möglich durchkommen. um auf der anschließenden Geraden in Richtung Les Combes, auf der rund 315 km/h erreicht werden, den maximalen Speed zu erzielen. Wer gut aus Eau Rouge heraus beschleunigt hat eine Chance, beim Anbremsen der folgenden Rechtskurve das vor ihm liegende Auto zu attackieren. In Eau Rouge wirken starke Fliehkräfte von über 5G und beim Durchfahren der Senke in den folgenden, 18% steilen Anstieg die Kompression auf die Fahrer ein. Zudem werden Auto und Motor strukturell stark belastet.

    Warum gilt das belgische Rennen als historisch?

    Der erste Grand Prix von Belgien am 18. Juni 1950 war das fünfte Rennen der Formel-1-Geschichte überhaupt. Es führte über 492,8 Kilometer und wurde von Juan Manuel Fangio auf Alfa Romeo gewonnen. Der Argentinier wiederholte diesen Erfolg zweimal - 1954 auf Maserati und 1955 auf Mercedes. Bruce McLaren erzielte hier 1968 seinen ersten Grand-Prix-Sieg für sein eigenes Team, das er zwei Jahre zuvor gegründet hatte. Bis 1970 wurde auf einer 14,08 Kilometer langen Strecke gefahren, die überwiegend aus öffentlichen Straßen bestand. 1972 und 1974 startete die Formel 1 in Nivelles bei Brüssel, 1973 und von 1975 bis 1982 sowie 1984 war Zolder der Austragungsort des Belgien-GP. 1983 stand erstmals der neue, auf 6,94 Kilometer verkürzte Kurs in Spa auf dem Formel-1-Programm, seit 1985 ist er die feste Heimat des belgischen Grand Prix. 2003 und 2006 wurde er nicht ausgetragen. McLaren- Mercedes gewann vier der letzten sechs belgischen Grand Prix: David Coulthard 1999, Mika Häkkinen 2000, nach einem grandiosen Manöver, bei dem er gleichzeitig Michael Schumacher überholte und Ricardo Zonta überrundete. 2004 und 2005 gewann Kimi Räikkönen in Spa.
    Kommentare

    Fernando Alonso
    "Das Wochenende fängt gut an. Wir haben unsere Abstimmungsarbeit beendet und ein paar gute Erfahrungen gesammelt. Die Strecke liegt dem Auto, aber wie immer lassen sich noch ein paar Dinge verbessern. Wir sind uns ziemlich sicher, wo wir uns noch steigern können. Ich erwarte für das ganze Wochenende einen engen Wettkampf."

    Lewis Hamilton
    "Wir hatten heute keine Probleme. Mir gefällt diese Strecke gut und es macht Spaß, hier zu fahren und zu erleben, wie gut der MP4-22 liegt. Die Balance des Autos ist auf dieser technischen Strecke gut, aber es dauerte bis zum Schluss, bis ich endlich eine freie Runde erwischte. Gegenüber unseren Tests hier im Juli spüre ich eine deutliche Steigerung unserer Leistungsstärke."

    Ron Dennis
    "Es tut gut, sich auf die Aktivitäten auf der Strecke zu konzentrieren. Wir schlossen heute unsere Vorbereitungen für das Rennen ab. Wir müssen die Leistung der Autos allerdings weiter verbessern, denn die Strecke wird immer sauberer und dadurch steigt das Gripniveau. Jeder im Team ist mit vollem Einsatz dabei und will unbedingt gewinnen."

    Norbert Haug
    "Wir haben unser geplantes Programm absolviert und haben unsere Form von den Testfahrten bestätigt. Fernando und Lewis waren beide schnell mit konstanten Rundenzeiten, so wollen wir weitermachen."

    McLaren-Strafe: Die Urteilsbegründung ist da

    McLaren-Strafe: Die Urteilsbegründung ist da

    Auf 15 Seiten versucht die FIA die harte Strafe für McLaren Mercedes zu begründen. Viele Fragen bleiben...


    Die offizielle Urteilsbegründung ist da und vergrößerte das Kopfschütteln im Fahrerlager weiter. Um kurz nach 14:30 Uhr reichte die FIA eine 15-seitige Erklärung herum. Die Quintessenz lautet: "Der FIA Motorsport Weltrat muss nicht beweisen, dass die Informationen von McLaren-Mercedes auch benutzt wurden und dem Team einen Vorteil gebracht haben, um eine Strafe auszusprechen. Wenn der Weltrat so entscheidet, dann reicht dafür auch der pure Besitz dieser Unterlagen."

    Die Tatsache, dass in der ersten Anhörung vor dem FIA World Motor Sport Council anders entschieden worden ist, wird damit begründet, dass damals von McLaren argumentiert worden sei, außer Mike Coughlan habe niemand Zugang zu den Informationen gehabt. Nun sei aber durch den e-mail-Verkehr von Coughlan mit Pedro de la Rosa und dessen Kontakt mit Fernando Alonso erwiesen, dass der Kreis der Eingeweihten größer gewesen sei.

    Eine der sonstigen Lieblings-Formulierungen der FIA-Vertreter, auf die sie ihre Entscheidung aufbauen: "Es scheint unwahrscheinlich, dass", oder "es scheint unwahrscheinlich, dass nicht...", wenn es darum geht, die Aussagen etwa von de la Rosa, er habe diese Informationen nicht mit anderen Technikern besprochen, in Zweifel zu ziehen. Man komme zu dem Schluss, dass McLaren-Mercedes einen gewissen Vorteil gewonnen habe, auch wenn der sich nicht quantifizieren lasse...

    2. Freies Training: McLaren schlägt zurück

    2. Freies Training: McLaren schlägt zurück

    Im 1. Training war Kimi Räikkönen vorne, im 2. übernahm McLaren das Kommando.


    Auch die zweite Trainingssitzung nach der Urteilssprechung im Fall McLaren stand im Schatten der Spionageaffäre. Gut eine halbe Stunde nach Beginn des Trainings veröffentlichte die FIA die heißesten 15 Seiten des Jahres - die Urteilsbegründung für die harte Bestrafung von McLaren Mercedes. Die Fahrer und Teams beeinträchtigte das in den ausstehenden Minuten jedoch nicht.

    Schon gar nicht die McLaren: Fernando Alonso fuhr in 1:46.654 die schnellste Zeit des Tages. Platz 2 ging an seinen Teamkollegen Lewis Hamilton. Auch wenn es erst Freitag ist: McLaren scheint sich von den Wirren abseits der Strecke, wie in Ungarn und der Türkei, nicht beeinflussten zu lassen. Im Gegensatz zum ersten Training kamen in der 2. Session beide Ferrari über die volle Distanz. Am Morgen war Felipe Massa schon früh im Kiesbett gelandet und hatte somit umso mehr Abstimmungsarbeiten nachzuholen.

    In der Zeitenliste schlug sich das in der drittbesten Zeit nieder; nur drei Zehntel hinter der McLaren-Bestzeit von Alonso. Kimi Räikkönen fehlte bereits eine halbe Sekunde auf den Spanier. Die Überraschung des Nachmittags war Toyota: Jarno Trulli und Ralf Schumacher komplettierten die Top-6 mit 0,8 respektive 1,2 Sekunden Rückstand. Allerdings ist Toyota am Freitag gerne einmal schnell und vor allem leicht unterwegs. Die BMW Sauber hielten sich gewohnheitsmäßig noch zurück. Robert Kubica belegte Platz 9, Nick Heidfeld war Elftschnellster. Direkt hinter Heidfeld platzierte sich Nico Rosberg auf dem 12. Platz, Sebastian Vettel ließ als 19. Takuma Sato, Adrian Sutil, Anthony Davidson und seinen Teamkollegen Tonio Liuzzi hinter sich. Der Italiener spulte jedoch nur neun Runden ab.

    Lauda: Imageverlust - Bach: FIA-Urteil zwiespältig

    Lauda: Imageverlust - Bach: FIA-Urteil zwiespältig

    Die Zeitungen im Ferrari-Land Italien heulen auf und sprechen von einer «Farce». Formel-1-Experten wundern sich dagegen über das drakonische FIA-Urteil gegen McLaren-Mercedes. Für IOC-Vizepräsident Thomas Bach ist die Entscheidung «zwiespältig».

    Ex-Weltmeister Niki Lauda befürchtet «auf jeden Fall» einen nachhaltigen Imageverlust für die Branche. «Dies ist ein extrem hartes Urteil. Ich habe noch nie in irgendeiner Sportart von einer solch hohen Strafe gehört», sagte der Österreicher in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur dpa.

    Das britische Team war in der obskuren Spionage-Affäre um geheime Ferrari-Daten vom Motorsport-Weltrat des Internationalen Automobil-Verbands FIA zu einer Rekordgeldstrafe von 100 Millionen Dollar und dem Abzug sämtlicher Punkte in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft verurteilt worden. Die McLaren-Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Fernando Alonso dürfen ihre Punkte indes behalten und können sich so weiter ein spannendes Rennen um den WM-Titel liefern.

    «Im Sinne eines glaubwürdigen Wettbewerbes verstehe ich nicht, warum die Fahrer verschont werden. Die Entscheidung ist meiner Meinung nach zwiespältig», sagte Thomas Bach, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), der dpa am Freitag.

    «Ich finde es etwas eigenartig, dass man Konstrukteurs- und Fahrerwertung trennen kann», sagte der frühere Formel-1-Champion Keke Rosberg dem TV-Sender Premiere. «Natürlich tut die Geldstrafe weh. 100 Millionen Dollar reißen schon ein Loch in die Kasse», meinte der Finne. Toro Rosso-Teammitbesitzer Gerhard Berger sieht das anders. «Man muss die 100 Millionen Dollar in Relation sehen. Das ist bei McLaren vielleicht ein Fünftel des Budgets. Das werden sie überleben», sagte der Österreicher. Ex-Rennfahrer Hans-Joachim Stuck findet den Punktabzug «o.k.», die hohe Geldstrafe dagegen überzogen. «Das macht keinen Sinn», sagte er dem ZDF, «lieber für ein paar Rennen sperren».

    Mit kritischen und teilweise bissigen Kommentaren hat die internationale Presse auf das Urteil reagiert. «McLaren bestraft, die Piloten sind gerettet. Das ist eine Justiz mit doppelter Heuchelei! Ein schwarzer Tag für den Sport und jeden, der glaubt, in der Formel 1 gebe es noch eine Ethik», stellte der «Corriere della Sera» fest. «Tuttosport» sekundierte: «Dieses Urteil ist eine Farce.»

    «Das Urteil von Paris ist für McLaren-Mercedes brutal», befand die Schweizer Boulevardzeitung «Blick» und fragte: «Lassen die Stuttgarter endlich ihre Muskeln spielen oder fühlen sie sich neben dem selbstherrlichen McLaren-Boss Ron Dennis weiter als silberner Geldesel wohl?» Jetzt sei der richtige Zeitpunkt, «einen alten Plan zu verwirklichen und McLaren ganz zu kaufen». Nach Meinung des «Landboten» (Schweiz) hat Ferrari lediglich einen Etappensieg errungen, «mit allen Mitstreitern zusammen aber viel mehr verloren, die Glaubwürdigkeit der Formel 1 und damit wohl bald auch prominente Sponsoren».

    Die Folgen des Fia-Urteils

    Die Folgen des Fia-Urteils

    Alonso wird McLaren-Mercedes verlassen
    Beim viertletzten Saisonlauf der Formel 1 in Belgien könnte am Sonntag eine WM-Vorentscheidung fallen, doch an der Rennstrecke in den Ardennen drehte sich alles nur um das Fia-Urteil in der Spionageaffäre, welches viele Fragen aufwirft.

    Warum wurden die McLaren-Fahrer nicht bestraft?
    Am 31. August ging ein Schreiben des Weltverbandes Fia an alle McLaren-Fahrer. Darin wurde Straffreiheit zugesichert, wenn sie zur Aufklärung beitragen und drastische Strafen angekündigt, falls es Falschaussagen gibt. Die Piloten ließen sich auf diese, aus dem Strafrecht bekannte Kronzeugenregelung ein. So lieferte der E-Mail-Verkehr Fernando Alonsos wichtige Beweise.

    Kann Weltmeister Fernando Alonso das Team verlassen?
    Ja, der Spanier hat eine Vertragsklausel, die ihm den Abschied ermöglicht, wenn es Unregelmäßigkeiten wie etwa Wertungssausschluss oder Startverbot gibt. In der Fia-Anhörung gab McLaren-Teamchef Ron Dennis bereits offen zu, dass sein Verhältnis sehr „distanziert“ sei. Eine Rückkehr Alonsos zu Renault gilt als sehr wahrscheinlich.

    Wie sehr schmerzt die Strafe den Rennstall?
    Die Hälfte der 100 Millionen Dollar behält die Fia gleich ein aus Zahlungen, die McLaren als Teamweltmeister bekommen hätte. Die anderen 50 Millionen aufzutreiben ist nicht leicht, bei einem Gesamtetat von etwa 500 Millionen Dollar aber darstellbar. Kleine Teams wie Spyker wären dagegen pleite.

    Was passiert mit Ron Dennis?
    Der Teamchef will das Urteil nicht akzeptieren und lehnt auch einen Rücktritt ab. Doch er muss sich vor den Großaktionären Mercedes (40 Prozent) und Mansour Ojjei (15 Prozent) verantworten. Ohne Gründer und Integrationsfigur Dennis ist das Team jedoch nur schwer vorstellbar. Zudem spart Dennis allein schon durch die Trennung von Alonso 20 Millionen Dollar Gehalt ein.

    Legt McLaren Einspruch ein?
    Ein Berufungsverfahren scheint nicht ratsam. Denn da gibt es meist noch härtere Urteile, es könnte zum vollständigen Ausschluss McLarens führen. Und der Gang vor ein Zivilgericht erscheint unwahrscheinlich, der Gang durch die Instanzen würde dauern und den Fortbestand der Formel 1 insgesamt infrage stellen. Die Ermittlungen des Staatsanwalts in Modena/Italien gegen Dennis wegen Betrugs laufen aber weiter.

    Steigt Mercedes aus?
    Unwahrscheinlich. Die Formel 1 mit ihrer weltweiten Verbreitung bleibt eine ideale Werbeplattform und wichtiger Technologieträger.

    Was passiert mit der Geldbuße?
    Die Fia will einen Sonderfonds einrichten, an dem die nationalen Verbände partizipieren. So würde das Geld wohl auch in Projekte außerhalb der Formel 1 gehen, zum Beispiel in die Verkehrssicherheit.

    Droht Renault ähnliches?
    Der frühere McLaren- Ingenieur Phil Mackereth soll drei Disketten mit Konstruktionsplänen und Berechnungen von über 20 Details zu Renault mitgenommen und dort verwendet haben. Das wird nun untersucht. Fia-Chef Max Mosley sprach gestern mit Teamchef Flavio Briatore, der von nichts gewusst haben will. Allerdings dürfte es ein Unterschied sein, ob ein Techniker das Team wechselt und Know-how mitnimmt, oder ob wie bei McLaren ein 780-seitiges Dossier über den Gegner vorliegt.

    Ist es schlimm, ans Ende der Boxengasse versetzt zu werden?
    Im Armenhaus neben Spyker und Aguri ist weniger Platz. Statt einer Doppelbox hat McLaren dann nur noch eineinhalb und somit weniger Werbefläche. Die logistischen Probleme sind aber lösbar.

    Was passiert 2008?
    Da das Auto gut und schnell fährt, werden die Sponsoren wohl bleiben. Als Nachfolger für Alonso wird der Deutsche Nico Rosberg gehandelt.

    Silberner Showdown: Das Positive am Urteil der FIA

    Silberner Showdown: Das Positive am Urteil der FIA

    Weil McLaren-Mercedes aus der Konstrukteurs-WM ausgeschlossen wurde, können Lewis Hamilton und Fernando Alonso auf die Teaminteressen pfeifen


    Durch den Ausschluss von McLaren-Mercedes aus der Konstrukteurs-WM hat Ferrari diesen Titel schon so gut wie in der Tasche, die endgültige Entscheidung wird wahrscheinlich an diesem Wochenende in Spa-Francorchamps fallen. Aber auch wenn das gestrige Urteil des FIA-World-Councils nicht direkt in die Fahrer-WM eingreift, so ergibt sich dadurch doch ein interessanter neuer Aspekt.
    Bisher mussten die beiden WM-Favoriten Lewis Hamilton und Fernando Alonso, die vier Rennen vor Schluss nur durch drei Punkte getrennt sind, nämlich immer auf die "Interessen des Teams" achten - man erinnere sich zum Beispiel an den Nichtangriffspakt von Monaco -, wie es von Ron Dennis so schön formuliert wurde - aber darauf können sie nun im Grunde genommen pfeifen, denn alles, das in der Konstrukteurs-WM passiert, ist sowieso hinfällig. Also: Freier Showdown bis zum Saisonfinale am 21. Oktober in São Paulo!

    Freilich würden es Dennis und Mercedes-Sportchef Norbert Haug wahrscheinlich weiterhin nicht allzu gerne sehen, wenn sich ihre beiden Piloten gegenseitig ins Auto fahren würden, aber im Grunde genommen hätte dies keine Bedeutung mehr. Aufpassen muss man nur noch darauf, den beruhigenden Vorsprung von 18 Punkten auf Kimi Räikkönen und 23 auf Felipe Massa nicht mehr leichtsinnig aus der Hand zu geben...

    Qualifying: Räikkönen auf Pole

    Qualifying: Räikkönen auf Pole

    Kimi Räikkönen heißt der Pole-Mann des Belgien GP. Knapp dahinter Felipe Massa und Fernando Alonso.


    Nur eine Woche nach der Heimniederlage von Monza meldete sich Ferrari zurück - mit einer Doppel-Pole in Spa-Francorchamps. Das bessere Ende hatte Kimi Räikkönen für sich. Der Finne war das ganze Wochenende schneller als sein Teamkollege, obwohl er sich am Freitagnachmittag noch etwas über sein Auto beklagte. Im Qualifying-Schlagabtausch fehlten Massa 17 Tausendstel auf die Pole-Zeit seines Teamkollegen.

    "Das war schon ganz gut", kommentierte Räikkönen seine Pole, die erste Doppel-Pole für Ferrari in dieser Saison. "Nach dem Q1 war das Auto nicht wie ursprünglich, ich hatte ein Problem am Heck." Was das Problem war, verriet er nicht, aber es reichte für ihn trotzdem zur schnellsten Zeit. "Ich freue mich, auf Pole zu sein. Das ist auch ein gutes Ergebnis für das Team." Sein Genick ist nach dem Unfall von Monza noch nicht ganz okay, aber er erwartet keine Probleme im Rennen. Den Leistungssprung seit letztem Wochenende hatte er so erwartet. "Wir wussten, dass Monza für uns schwer würde." Spa sei hingegen wie Istanbul. "Deshalb hatten wir erwartet, dass wir wieder vorne sein würden. Morgen wird es trotzdem hart. Wir werden alles geben, beide Autos haben eine gute Ausgangspostion."

    Das sieht auch Massa so. "Wir waren heute absolut konkurrenzfähig, vor allem angesichts des letzten Rennens, wo McLaren stärker war", gestand der Brasilianer. "Es war eng zwischen den Topfahrern, ich hätte fast die Pole geholt." Doch in der letzten Schikane blockierten seine Räder kurz, er verlor Zeit und die Chance auf Platz 1. "Bis zur letzten Kurve war ich mit meiner Runde zufrieden, dann wollte ich vielleicht etwas zu viel und habe stattdessen etwas Zeit liegen lassen."

    Für McLaren Mercedes sprang nicht mehr heraus als die zweite Startreihe. Fernando Alonso erkämpfte sich in seinem einzigen Anlauf Platz 3, auf seiner ersten gezeiteten Runde beging er einen Fehler, drehte sich und verlor die Chance auf einen Pole-Angriff. "Ich habe die Kontrolle über das Auto verloren und mich gedreht", gestand Alonso. "Damit war mein erster Reifensatz futsch. Ich hatte also nur noch eine Chance mit dem letzten Satz und war besorgt, dass die Runde nicht hinhauen könnte. Aber es lief alles glatt, da hatte ich Glück." Für das Rennen ist er zuversichtlich. "Wir wussten, dass Spa mehr wie Istanbul sein würde", bestätigte er die Prognose von Räikkönen. "Dort war Ferrari stark. Wir haben aber auch Verbesserungen am Auto, das sollte sich im Rennen auszahlen. Ich weiß nicht, ob wir um den Sieg mitfahren können, aber es wird für sie nicht so einfach wie in der Türkei."

    Lewis Hamilton landete drei Zehntel hinter dem Spanier auf Platz 4. Dahinter startet Nico Rosberg von Startplatz 5. Diesen erbt er von Robert Kubica, der aufgrund eines Motorwechsels 10 Startplätze verliert und nur von 15 losbrausen darf. Nick Heidfeld rückt von Position 7 auf 6 nach vorne. Die Top10 komplettieren Webber, Trulli, Kovalainen und Fisichella. Ralf Schumacher verpasste den Sprung in die dritte Session als Elfter haarscharf. Alex Wurz schied mit Problemen als 16. aus.

    "Es hat sehr viel gefehlt, auch der Topspeed", sagte Wurz. "Ich darf aus Team internen Gründen nicht darüber sprechen, woran es liegt, aber mir fehlen fast 7 Zehntel auf Nico nur auf den Geraden. Ich bin sehr verärgert, denn das liegt nicht in meinen Händen. Ich will nicht spekulieren, was der Grund ist, darf darüber auch nicht reden, aber mir fehlt der Topspeed auch morgen, das wird relativ hart."

    Richtig eng ging es im ersten Qualifyingabschnitt zu. Sebastian Vettel scheiterte nur um fünf Tausendstel an der Qualifikation für das zweite Qualifyingsegment. "Da braucht man nicht viel Ursachenforschung betreiben", sagte er. "Es ist schade, die Runde war gut, ich hatte aber einen kleinen Fehler eingangs der Gegengerade, da verliert man etwas Zeit. Das ist halt schade." Auch für Adrian Sutil, der wenige Sekunden vor dem Ablaufen der Uhr auf Platz 12 fuhr, dann aber im Schlussspurt bis auf Rang 20 durchgereicht wurde.

    Belgien GP: Räikkönen greift nach McLaren

    Belgien GP: Räikkönen greift nach McLaren

    Das Pendel ist wieder umgeschlagen: Ferrari war in Spa-Francorchamps nicht zu schlagen. Kimi Räikkönen hält seine Titelchancen offen.


    Die Schmach von Monza saß tief, währte aber nicht lange. Nur eine Woche nach dem silbernen Doppeltriumph in Italien schlug Ferrari zurück. Kimi Räikkönen und Felipe Massa fuhren einen ungefährdeten Doppelsieg in Spa-Francorchamps heraus. Über den Sieg entschieden der Start und die Boxenstopps, wobei Massa seinem Teamkollegen beide Male nicht nahe genug kam, um den Finnen zu fordern.

    "Es gab gar keine Probleme, höchstens beim Überrunden", fasste der Sieger zusammen. "Das Auto war toll, alles lief perfekt." Auch sein Problem mit dem Heck aus dem Qualifying war verschwunden. "Vielleicht habe ich es mir nur eingebildet", scherzte er. "Wir wussten, dass wir viel stärker sein würden als in Monza, wir kennen die Gründe dafür, sie sind vor allem in der Aerodynamik zu suchen." Für das nächste Jahr will man das beheben, vorerst müsse man mit dem wechselnden Kräfteverhältnissen leben und das Beste daraus machen. In Belgien ist das geglückt.

    Beide Ferrari waren auf einer Zweistoppstrategie unterwegs. Räikkönen stoppte in Runde 15 als erster der vier Toppiloten zeitgleich mit Fernando Alonso. Felipe Massa und Lewis Hamilton kamen exakt eine Runde später. An der Reihenfolge änderte sich jedoch nichts. Bei der zweiten Boxenstopprunde gab es ein verändertes Bild: Räikkönen und Massa stoppten wieder hintereinander in den Runden 31 und 32. Die 5,9 Sekunden Rückstand konnte Massa auf seiner zusätzlichen Runde aber nicht aufholen; er blieb Zweiter, auch wenn er in den Schlussrunden noch einmal an Räikkönen heranfuhr. "Im ersten Stint hatte ich vielleicht etwas zu viel Frontflügel, das Auto übersteuerte", sagte Massa. "Im 2. Stint war es besser, ich konnte den Abstand zu Kimi gleich halten. Im 3. Stint lief das Auto dann perfekt mit den weichen Reifen. Vielleicht war es eine falsche Reifenwahl, dass wir sie erst so spät gefahren sind." Aber das wisse man eben erst hinterher.

    McLaren fuhr einen längeren zweiten Stint, Alonso stoppte in Runde 33, Hamilton sogar erst in Runde 37. Zu einem Positionswechsel reichten die zusätzlichen Runden für den Briten aber nicht. Auf seiner Aufholjagd geriet Hamilton zwei Runden vor Schluss sogar einmal neben die Strecke. Der spannendste Moment des silbernen Duells war allerdings der Start. Vorne kamen die Ferrari problemlos weg, dahinter gingen Alonso und Hamilton nebeneinander in La Source, die erste Haarnadel nach der Startgeraden. Alonso wurde weit nach draußen getragen, drückte Hamilton neben die Strecke. Doch dieser beschleunigte hinunter zur Eau Rouge und war dort plötzlich neben Alonso, der hielt drauf, während Hamilton zurücksteckte und Alonso ziehen ließ. "Ferrari war heute zu schnell für uns", gestand Alonso nach seinem 3. Platz. "Uns fehlte die nötige Rennpace."

    Im WM-Stand sind die beiden McLaren-Piloten abermals näher zusammengerückt. Alonso konnte den Rückstand auf nur noch zwei Zähler verkürzen. Hamilton hat 97 Punkte, Alonso 95. Durch seinen Sieg rückt Kimi Räikkönen auf 84 Punkte vor. Felipe Massa steht nach Belgien bei 77 Zählern. "Das war die richtige Antwort", freute sich Stefano Domenicali. "Monza war kein tolles Rennen, also ist es toll, wieder zurück zu sein." Nachdem der FIA WMSC McLaren in Folge der Spionageaffäre alle Konstrukteurspunkte aberkannt hat, feierte Ferrari in Belgien auch den Gewinn des Konstrukteurstitels.

    Die dritte Kraft hinter den beiden Topteams war wie üblich Nick Heidfeld. Er verlor am Start zwei Positionen, weil er in La Source den McLaren ausweichen musste, kam dann aber nach vorne. Nico Rosberg überholte er bei seinem ersten Boxenstopp, den er vier Runden nach Rosberg absolvierte. Der Williams-Pilot durfte sich dennoch über Platz 6 freuen. Dahinter staubte Mark Webber zwei Zähler für Rang 7 ab. Der letzte Punkt ging an Heikki Kovalainen. Dafür musste er jedoch hart kämpfen. Aufgrund seiner Einstoppstrategie war er in der Anfangsphase mit schwerem Auto in einige Duell verwickelt, die er teilweise auch verlor. Im Schlusssprint setzte er sich aber gegen Robert Kubica durch.

    Ralf Schumacher beendete ein für ihn ereignisloses Rennen auf dem 10. Platz vor seinem Teamkollegen Jarno Trulli, der wieder einmal aus den Top10 gestartet war und hinter Ralf zurückfiel. Eines seiner besten Rennen fuhr Adrian Sutil, der im ersten Stint bis auf Platz 12 vorfuhr und am Ende einen respektablen 14. Rang belegte. "Das war nicht schlecht", freute sich Sutil. "Der erste Run war super gut. Ich hatte einen super Start, konnte viele Fahrer überholen. Dann war es unglaublich, dass ich mithalten konnte, ich habe auf der Geraden einen nach dem anderen überholt." Im zweiten Stint waren seine Reifen nicht ganz so gut, aber dennoch erlebte er ein tolles Rennen.

    Neben Button, Wurz, Coulthard und Fisichella zählte auch Sebastian Vettel zu den fünf Ausfällen des Belgien GP. "Wir wissen noch nicht, was es war", sagte Vettel, "ich konnte nicht mehr nach rechts lenken, Linkskurven waren normal, aber in Rechtskurven wurde es schlimmer und schlimmer." Zunächst rechnete man mit einem Reifenproblem, aber ein Reifenwechsel änderte die Situation nicht.

    Alex Wurz hatte ein verkürztes, aber aufregendes Rennen. "Wir haben aufgehört, es wurde immer schlechter, wir haben immer mehr Speed verloren, wahrscheinlich war es der Benzindruck", begründete er seinen Ausfall. "Ich habe einfach alles gegeben aber es hat nichts genützt, ich bin ausgeschieden." Nach einem Dreher, einem engen Manöver vor der Boxeneinfahrt und einem Ausritt ist er froh, dass das Wochenende vorbei ist.

    Ferrari weiter auf der Jagd: Aufgeben können andere

    Ferrari weiter auf der Jagd: Aufgeben können andere

    Der Vorsprung ist wieder etwas geschmolzen. So leicht gibt Ferrari den Titel nicht auf.

    Jean Todt ist ein Meister der Zahlen. "Der siebte Sieg, der vierte für Kimi und der zweite Doppelsieg in dieser Saison", solche Statistiken predigt der Ferrari-Boss gerne herunter. Weniger gerne spricht er über die vielen Ausfälle in dieser Saison. "Natürlich müssten wir mehr Punkte haben. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass wir unsere Fehler beheben und unsere Stärken ausbauen." Das sei der Schlüssel, um doch noch die Fahrerweltmeisterschaft zu gewinnen. In der Konstrukteurswertung schnappte sich Ferradi schon heute den Titel - so lange McLaren nicht gegen seine Bestrafung Einspruch einlegt und dieser nicht stattgegeben wird.

    Aber auch den Fahrertitel hat Kimi Räikkönen noch nicht aufgegeben. "Wir sind noch auf der Jagd", prophezeite er. "Wir haben die Lücke wieder etwas verringert." Dabei setzt er auf eine alte F1-Weisheit: "Alles kann passieren. Es sind noch drei Rennen zu fahren, alle liegen eng zusammen, wir werden hart kämpfen und manchmal können Dinge schief gehen. Es wäre unglaublich, wenn wir es schaffen könnten."

    Der Weg zu seinem vierten Sieg in Rot war weniger spannend. "Das war ein toller Tag. Ich war schnell genug, um das Rennen zu kontrollieren." Ganz besonders schön war es für ihn, zum dritten Mal in Folge auf seiner Lieblingsstrecke zu gewinnen - die letzten beiden Siege holte er 2004 und 2005 für McLaren.

    Felipe Massa muss auf seinen ersten Spa-Sieg noch warten; genauso wie auf seinen ersten WM-Titel. Mit 20 Punkten Rückstand auf Hamilton scheint er endgültig raus zu sein aus dem Rennen. Dennoch will er bis zum Ende kämpfen. "Glaubt uns das!", gibt er sich angriffslustig. "Das Rennen war gut. Die weichen Reifen waren sehr stark, vielleicht wären sie auch für einen der längeren Stints eine bessere Wahl gewesen. Aber das weiß man immer erst hinterher."

    FERNANDO DRITTER, LEWIS VIERTER

    FERNANDO DRITTER, LEWIS VIERTER

    VODAFONE MCLAREN MERCEDES IN DER FAHRERWERTUNG WEITER MIT
    BEIDEN FAHRERN VORN

    Die Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Fernando Alonso und Lewis Hamilton belegten beim Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps die Plätze drei und vier. Nach 44 Runden, 308.176 Kilometern und einer Gesamtzeit von 1:20:39.066 Stunden kam Fernando 14.3 Sekunden hinter Sieger Kimi Räikkönen (Ferrari) ins Ziel. Lewis wurde Vierter, 9.2 Sekunden hinter seinem Teamkollegen. Nach 14 von 17 Rennen liegt Lewis in der Fahrerweltmeister-schaft mit jetzt 97 Punkten in Führung vor Fernando mit 95 Zählern.

    Der Start: Fernando und Lewis starteten von den Plätzen drei und vier und kamen auf diesen Plätzen aus der ersten Runde zurück.

    Das Rennen: Fernando legte in Runde 15 seinen ersten Boxenstopp ein und nahm das Rennen nach 9.5 Sekunden Standzeit als Fünfter wieder auf. Lewis kam einen Umlauf später herein (9.6 Sek.). In der 18. Runde war Fernando Dritter, Lewis fuhr auf Rang vier.

    In der 33. Runde fuhr Fernando zu seinem zweiten Stopp an die Box (5.8 Sek.) und war danach Vierter. Lewis legte seinen zweiten Boxenstopp im 37. Umlauf ein (6.3 Sek.); danach war er Vierter hinter seinem Teamkollegen.

    Nach 44 Runden fuhr Fernando als Dritter ins Ziel, der 21. von 28 möglichen Podiumsplätzen für Vodafone McLaren Mercedes in diesem Jahr. Lewis wurde Vierter; damit hat das Team in 14 Rennen 27 von 28 möglichen Punkteplatzierungen erzielt.

    Offizielles Endergebnis GP Belgien

    Offizielles Endergebnis GP Belgien

    44 Runden á 7,004 km/308,176 km

    Rang, Name, Land, Team, Zeit
    1. Kimi Räikkönen, Finnland, Ferrari, 1:20:39,066 Std.
    2. Felipe Massa, Brasilien, Ferrari, + 4,695 Sek.
    3. Fernando Alonso, Spanien, McLaren-Mercedes, + 14,343
    4. Lewis Hamilton, Großbritannien, McLaren-Mercedes, + 23,615
    5. Nick Heidfeld, Mönchengladbach, BMW-Sauber, + 51,879
    6. Nico Rosberg, Wiesbaden, Williams, + 1:16,876 Min.
    7. Mark Webber, Australien, Red Bull, + 1:20,639
    8. Heikki Kovalainen, Finnland, Renault, + 1:25,106
    9. Robert Kubica, Polen, BMW-Sauber, + 1:25,661
    10. Ralf Schumacher, Kerpen, Toyota, + 1:28,574
    11. Jarno Trulli, Italien, Toyota, + 1:43,653
    12. Vitantonio Liuzzi, Italien, Toro Rosso, + 1 Runde
    13. Rubens Barrichello, Brasilien, Honda, + 1 Runde
    14. Adrian Sutil, München, Spyker, + 1 Runde
    15. Takuma Sato, Japan, Super Aguri, + 1 Runde
    16. Anthony Davidson, Großbritannien, Super Aguri, + 1 Runde
    17. Sakon Yamamoto, Japan, Spyker, + 1 Runde

    Ausfälle:
    Giancarlo Fisichella, (Italien), Renault, (2 . Runde)
    Sebastian Vettel, (Heppenheim), Toro Rosso, (9 . Runde)
    David Coulthard, (Großbritannien), Red Bull, (30 . Runde)
    Alexander Wurz, (Österreich), Williams, (35 . Runde)
    Jenson Button, (Großbritannien), Honda, (37 . Runde)

    Schnellste Runde und Pole Position:
    Felipe Massa, (Ferrari), 1:48,036 Min.

    Trainingsschnellster:
    Kimi Räikkönen (Ferrari) 1:45,994 Min.

    Nächstes Rennen:
    GP Japan am 30. September in Fuji

    15. Japan GP / Fuji International Speedway

    15. Japan GP / Fuji International Speedway

    Japan: Zu Füßen des Berges
    Mit fast 1,5 Kilometern die längste Gerade der Formel 1, zwei völlig unterschiedliche Streckenteile, der erste sehr schnell, der zweite eher eng und ein bisschen "Mickey-Maus-Kurs"-ähnlich, dabei aber ein für eine Formel-1-Strecke ungewöhnlicher Höhenunterschied von 36 Metern: Interessant ist der Kurs des Fuji Speedway auf jeden Fall.

    Der deutsche Architekt Hermann Tilke stand beim Umbau der traditionsreichen Strecke, auf der ja schon 1976 und 1977 die beiden ersten Japan-GP's stattgefunden hatten, vor der Herausforderung, durch die landschaftlichen Gegebenheiten in der bergigen Gegend am Fuße des Fujiyama in seiner Gestaltungsfreiheit eingeschränkt zu sein.

    Wobei vor allem eines erreicht werden musste: Auf dem vorhandenen Raum die Strecke etwas länger und langsamer zu machen - damit die Rundenzeiten nicht zu kurz werden. Auf 4,553 Kilometer kommt man jetzt - der Rundenrekord aus der Formel Nippon steht bei 1:26, für die Formel 1 werden Zeiten von deutlich unter 1:20 erwartet.

    Dass die Strecke von Suzuka für die Fahrer interessanter und anspruchsvoller ist, das kann auch Ricardo Zonta nicht verhehlen - obwohl der als Toyota-Testfahrer natürlich Fuji, das ja seinem Noch-Arbeitgeber gehört, natürlich loben muss und dabei vor allem die technische Schwierigkeit einiger blinder Kurven und Bergauf-Passagen betont.

    Einen Vorteil hat Fuji auf jeden Fall gegenüber Suzuka: die Umgebung ist wesentlich attraktiver. Wie die Veranstalter allerdings die für den Rennsonntag im Oktober 2007 erwarteten 140.000 Zuschauer an die verkehrstechnisch nicht so einfach zu erreichende Strecke bringen wollen, ob die gesamte Infrastruktur, Hotels, etc. überhaupt ausreichend funktionieren wird, das wird sicherlich noch interessant...
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    Formel-1-Spionageaffäre

    Formel-1-Spionageaffäre
    Ecclestone: "Es war knapp für McLaren"

    Trotz 100 Millionen Dollar Strafe und der Aberkennung aller Konstrukteurs-Punkte ist McLaren beim Urteil in der Spionageaffäre offenbar noch einmal glimpflich davongekommen. "Es war knapp für McLaren, sie waren nahe am Rausschmiss für diese und nächste Saison", sagte Formel-1-Boss Bernie Ecclestone.

    Dies zumindest berichtet das britische Massenblatt "The Sun". Angeblich hatte sich demnach zunächst eine Mehrheit des FIA-Gremiums für einen Ausschluss der Silberpfeile aus der laufenden und sogar kommenden Saison ausgesprochen. "Es war lange Zeit eine realistische Möglichkeit", räumte Ecclestone ein.

    Der Formel-1-Boss machte sich dann aber mit anderen Vertretern des Weltverbands für das letztendliche Urteil stark. "Einige von uns haben weiter für die Lösung mit der Geldstrafe gekämpft", gab der Chef der Motorsport-"Königsklasse" preis. Am Ende setzte er sich mit seinen Mitstreitern durch und der britische Rennstall entging einem Ausschluss.

    Allein der Besitz geheimer Daten ist strafbar

    Allein der Besitz geheimer Daten ist strafbar
    FIA begründet das McLaren-Urteil


    Allein der Besitz geheimer Ferrari-Daten hat für die Verurteilung von McLaren-Mercedes ausgereicht. Das erklärte der Automobil-Weltverband FIA am Freitag in einer 15 DIN-A4-Seiten umfassenden Erklärung.

    Dass die Silberpfeile nach dem Freispruch in der ersten Anhörung am 26. Juli jetzt am Donnerstag vom World Motor Sport Council der FIA mit der drakonischen Geldstrafe von 100 Millionen Dollar sowie der Aberkennung aller WM-Punkte dieser Saison belegt wurden, erklärte der Verband folgendermaßen: Diesmal sei das Gremium überzeugt gewesen, dass außer dem entlassenen Chefmechaniker Mike Coughlan weitere Personen Informationen über Ferrari-Abstimmungen und Strategien erhalten hätten, darunter auch Testfahrer Pedro de la Rosa, der diese an Weltmeister Fernando Alonso (beide Spanien) weitergegeben haben soll.

    Die FIA liefert allerdings keine eindeutigen Beweise, dass McLaren-Mercedes sich wirklich einen sportlichen oder technischen Vorteil verschafft hat. "Die Hinweise lassen darauf schließen, dass zu einem gewissen Grad ein sportlicher Vorteil vorlag, auch wenn es für immer unmöglich sein dürfte, diesen in konkreten Größen zu belegen", heißt es in dem Schreiben. Ansonsten ist die meist gebrauchte Formulierung der FIA in dem Urteil: "Es scheint unwahrscheinlich, dass nicht ..."

    McLaren-Mercedes hat das Recht, gegen die FIA-Entscheidung in Berufung zu gehen. Sollten die Silberpfeile davon Gebrauch machen, würde das das Urteil aber bis zur Verhandlung nicht außer Kraft setzen.

    Mercedes-Sportchef Norbert Haug hatte zuvor gesagt, dass man erst nach dem ausführlichen Studium der Urteilsbegründung eine Stellungnahme abgeben werde, laut Haug "bis zum Ende des Rennwochenendes".