Interessantes zu Formel 1 im Jahr 2007

    Keine Strafe, Räikkönen Weltmeister

    Keine Strafe, Räikkönen Weltmeister: Alles bleibt wie es ist - vorerst
    Ferrari kann aufatmen: Kimi Räikkönen ist und bleibt Weltmeister. BMW Sauber und Williams werden nicht bestraft.

    Viel Aufruhr Stunden nach der Zieldurchfahrt: bis kurz vor 22:00 Uhr Ortszeit, also kurz vor zwei Uhr europäischer Zeit, musste Kimi Räikkönen um seinen WM-Titel und Williams sowie BMW Sauber um ihren guten Saisonabschluss zittern. An den Autos von Heidfeld, Kubica und Rosberg waren zu kühle Benzintemperaturen festgestellt worden. Lange diskutierten die Rennkommissare über eine mögliche Bestrafung der drei Piloten. Eine Disqualifikation der Drei hätte Lewis Hamilton auf Platz 4 katapultiert und gleichzeitig doch noch zum F1-Weltmeister gemacht - denn dann hätte er mehr Punkte als Räikkönen gehabt. Dieses rote Horrorszenario blieb jedoch aus.

    Es gab zu viele Zweifel an den gemessenen Temperaturen. Für eine genaue Beurteilung fehlten zwei Dinge: 1. die exakten Temperaturen des Sprits im Auto (es lagen nur jene aus der Tankanlage vor) und 2. eine Regel, die besagt, dass der Referenzwert für die Umgebungstemperatur die Anzeige auf den FOM-Monitoren ist. Schließlich können Temperaturen überall unterschiedlich gemessen werden, so unterscheiden sich auch die Messwerte des offiziellen FIA-Metereologen und jene der Teams teils erheblich.

    Für Ferrari war das Ergebnis der Untersuchung eine Erleichterung. "Das kann man wohl sagen", bestätigte Co-Teamchef Stefano Domenicali. "Aber es hing nicht von uns ab, sondern von den Autos anderer. Wir wollten nur sicher gehen, dass alles stimmt. Ich bin nur froh, dass das Ergebnis jetzt raus ist und Punkt." Die verlorene Zeit beim Feiern will Domenicali nachholen. "Es ist erst 10 Uhr, es gibt noch genug Zeit zu feiern." Ganz ausgestanden ist es damit aber noch nicht - McLaren Mercedes ging gegen das Urteil der Rennkommissare in Berufung.

    Die britischen Medien trauern

    Die britischen Medien trauern: Hamilton verwelkte in der Sonne

    Die britischen Medien trugen am Morgen nach der WM-Entscheidung zwar nicht Schwarz, aber Lewis Hamiltons verpasster Titel schien schon zu schmerzen.

    Großbritannien war nach der WM-Entscheidung in Brasilien ein wenig im Schockzustand. Lewis Hamiltons Chancen, Geschichte zu schreiben, standen vor dem letzten Rennen der Formel 1 Saison 2007 so gut, dass der Sekt nach dem Zieleinlauf eigentlich nur mehr aufgemacht und getrunken werden musste - eingekühlt war er ohnehin bereits. Doch es kam eben anders, was sich am Montagmorgen auch in den britischen Medien niederschlug, die mehr den Leiden des Lewis Hamilton nachhingen und irgendwo am Rande auch noch erwähnten, dass ein gewisser Kimi Räikkönen Weltmeister geworden war.

    "Es ist nicht genug, gut zu sein. Manchmal braucht man auch Glück, um es zu schaffen", schrieb etwa Kevin Garside vom Telegraph. Er beschrieb den Moment in China, als Hamilton im Kiesbett der Boxengasse stecken blieb und den Moment in der achten Runde von Interlagos, als das Getriebe kurz in den Leerlauf schaltete, als die Augenblicke, die Hamilton im Gedächtnis bleiben werden, weil sie den Ruhm aus seiner Reichweite brachten. "Ein großer Klopfer auf die Schulter geht an den Rennsieger und neuen Weltmeister Kimi Räikkönen, der selbst die Enttäuschungen kennt. Sechs Siege, zwei mehr als Hamilton oder sein McLaren-Teamkollege Fernando Alonso, waren einfach Belohnung für die Mühen einer Saison. Es waren aber die Geister, die gestern Hamiltons Maschine heimgesucht haben und die bizarre Entscheidung, ihn auf abgefahrenen Reifen in Shanghai draußen zu lassen, weswegen der Finne heute Morgen feiern darf", war noch zu lesen.

    Auch der Guardian beschäftigte sich mit Trauerarbeit, denn nach der Meinung von Alan Henry, wachte die F1-Welt am Montagmorgen mit einem anderen Weltmeister auf, als ihn die britischen Fans feiern wollten. "Während Lewis Hamilton ein Mitglied der High-Tech-Generation ist, die mit den Medien umzugehen weiß, ist Kimi Räikkönen ein altmodischer Rennfahrer aus der Heldenschablone, für den ein Bier mit seinen alten Freunden genauso wichtig ist, wie das Vollgas fahren in Richtung Grand Prix-Sieg." Der Autor fuhr damit fort, Räikkönen mit James Hunt zu vergleichen, auch wenn er den Finnen nicht als so extrovertiert wie den Weltmeister von 1976 sah. "Hunt hätte den Berichten über Räikkönens Benehmen in einem Club in West End ebenso mit einem Nicken zugestimmt, wie dem angeblichen Einschlafen außerhalb einer spanischen Bar, während er einen aufblasbaren Delphin in den Armen hielt. Der dritte Finne, der die Weltmeisterschaft gewonnen hat, kann sicher auf mehr als nur eine Art Eindruck machen."

    Im Telegraph verlegte man sich darauf, dass die Saison 2007 eigentlich immer ein Lehrjahr für Hamilton hätte sein sollen. "Aber was für eine bittere Lektion musste er an diesem Wochenende lernen", schrieb Andrew Baker. Denn statt herauszufinden, wie man eine WM gewinnt, habe er herausfinden müssen, wie man sie verliert - und das noch unter sehr außergewöhnlichen Umständen, war zu lesen. "Ungestümes Verhalten mag teilweise schuld an seinem Ausflug in das Kiesbett in China vor zwei Wochen gewesen sein und ein jugendlicher Übereifer war gestern bei Hamiltons Eskapaden in der ersten Runde erkennbar. Was ihm aber in Interlagos seine Chancen kostete, war kein Fahrfehler. Was ihn im Stich ließ, war sein Auto." 40 Sekunden habe er verloren, um über Funk die Anweisungen zu bekommen und sie umzusetzen, damit das Auto wieder fahren konnte. "Rechnen Sie selbst: ziehen Sie 40 Sekunden von seiner Rennzeit ab und es ist klar, dass der fünfte Platz ihm gehört hätte, den er gebraucht hätte, um Räikkönen zu schlagen - leicht."

    Des Kelly von der Daily Mail versuchte in reportageartiger Form, die Szenen vor Rennbeginn zusammenzufassen, als Anthony und Lewis Hamilton sich bereit machten, Geschichte zu schreiben. "Sie sprachen ein paar private Worte miteinander, es gab eine kurze Berührung und dann kam Lewis aus dem Schatten und stieg in die Maschine, die seine und die Hoffnungen seines Landes tragen sollte. Danach schmolz einfach alles davon." Denn innerhalb von vier Kurven habe sich die Arbeit einer sensationellen Saison und die Aussicht auf einen nie dagewesenen WM-Titel in seinem ersten Jahr in Rauch aufzulösen begonnen, wurde geschrieben. "Als es am meisten darauf ankam, verwelkte Hamilton in der Sonne. Der scheinbar unerschütterliche Charakter - ein junger Mann, der der Inbegriff des Cool Britannia während seines ersten Jahres war - gab letztendlich dem Druck nach und benahm sich für einen kostspieligen Moment so, wie es ein 22-jähriger Rookie eigentlich tun müsste. Gerade als er sein ruhiges, leidenschaftsloses Selbst sein sollte und wieder den ruhigen Moment im Schatten finden musste, benahm er sich wie ein Hitzkopf, der an der Ampel geschnitten wurde. Jetzt gehört der Platz in den Geschichtsbüchern, der für Hamilton reserviert war, stattdessen Kimi Räikkönen."

    Times-Redakteur Edward Gorman schrieb davon, dass Hamiltons WM-Hoffnungen erst nach der Untersuchung der Stewarts zu Ende waren. "Dem britischen Fahrer wurde die Hoffnung auf eine dramatische Begnadigung gegeben, als die FIA, der Motorsport-Weltverband, sich mögliche technische Verstöße ansah. Aber mehr als sechs Stunden nach dem Rennen erfuhr Hamilton, dass er die Saison tatsächlich hinter Kimi Räikkönen, dem neuen Weltmeister, beendet hatte." Wären die BMW Sauber und Williams doch noch bestraft worden, dann wäre es für Gorman eine weitere Wendung in "Hamiltons außergewöhnlicher Rookie-Saison" gewesen. "Aber nach langen Beratungen entschieden die Stewarts, dass das Endergebnis Bestand hat."

    Das Boulevardblatt Sun beschrieb das Rennen in Interlagos als doppelten Herzschmerz für Hamilton. Charlie Wyett schrieb: "Der McLaren-Star konnte nur Siebter im Brasilien GP werden, was bedeutete, dass er den Titel um einen Punkt an Kimi Räikkönen verlor. Dann, in einer unglaublichen Wendung, schien es, dass er die Krone noch aufgrund einer Formalie bekommen könnte, nachdem es einen Benzin-Aufruhr wegen der Fahrer auf den Plätzen vier, fünf und sechs gab. Nachdem er die Strecke verlassen hatte, wartete Hamilton angespannt in seinem Hotel, verzweifelt auf Nachrichten von der FIA hoffend. Aber um 1:00 Uhr heute vernichteten die Stewarts seinen Traum endgültig, als sie bekannt gaben, dass ungeachtet der Ergebnisse der Untersuchung, das Rennresultat Bestand haben würde."

    Michael Schumacher gratuliert: Riesig gefreut

    Michael Schumacher gratuliert: Riesig gefreut

    Das Finale der Weltmeisterschaft 2007 war ganz nach dem Geschmack von Michael Schumacher, der zuhause dabei zusah, wie sein ehemaliges Team und sein Nachfolger bei Ferrari den WM-Titel einfahren konnten. "Ein unglaubliches Finale, unwirklich spannend. Ich habe mich riesig gefreut, als Kimi und Felipe als Erster über die Ziellinie fuhren - ich meine, ich habe zwar schon immer daran geglaubt, dass man nie aufgeben und auch auf die kleinste Chance hoffen soll, aber dass sich das so bewahrheitet, hätte wohl keiner gedacht", schrieb Schumacher auf seiner Homepage.

    Seine Glückwünsche schickte er aber nicht nur an Kimi Räikkönen, sondern an das ganze Team, das seiner Meinung nach eine Super-Leistung gebracht hatte - Felipe Massa inklusive. "Schade nur im Nachhinein, dass ich nicht vor Ort war; mitgefeiert hätte ich natürlich schon gern. Aber das holen wir bald nach, und darauf freue ich mich schon richtig." Gelegenheiten gibt es sicher genug, denn nach seinem Titelgewinn hatte Räikkönen bereits angekündigt, dass er nun viel Zeit zum Feiern habe und es wohl nicht so bald damit vorbei sein werde.

    Finnland gratuliert dem Weltmeister

    Finnland gratuliert dem Weltmeister: Die Oma stieß mit Sekt an

    Finnland hat wieder einen Formel 1-Weltmeister, weswegen die Reaktionen auch dementsprechend überschäumend waren. "Die Jury entscheidet: Kimi ist der Champion", schrieb die Zeitung Ilta Sanomat am Montag über den Nachfolger von Mika Häkkinen, der 1998 und 1999 den Titel gewinnen konnte. Eine, die auch ausgiebig mitfeierte, war Räikkönens Großmutter. Das Blatt Iltalehti zeigte ein Bild von ihr mit einem Glas Sekt, über dem die Schlagzeile stand: "Prost und Gratulationen an Kimi!"

    Weiters war zu lesen, dass die Großmutter ein paar warme Küsse auf Räikkönens Wange versprach, wenn sie ihn wieder sehe - auch wenn sie nicht wusste, wann das sein würde. Die Internetausgabe der Helsingin Sanomat schrieb: "Räikkönen hat sich wahrscheinlich zu einem ernsthaften Anwärter für die finnische Sportpersönlichkeit des Jahres gemacht, wenn die Zeit für die Wahl kommt."

    Jordan vs. Hill: Keine Chance gegen Ferrari-Neigung

    Jordan vs. Hill: Keine Chance gegen Ferrari-Neigung

    Eddie Jordan und Damon Hill sind unterschiedlicher Auffassung, was die Benzintemperaturen von BMW Sauber und Williams in Interlagos betrifft.

    Lewis Hamilton hat keine Chance, noch nachträglich den Formel 1-Fahrertitel ausgehändigt zu bekommen, meinte Eddie Jordan bei Radio Five Live, nach dem Bekannt werden des Einspruchs von McLaren gegen die Entscheidung der Stewarts in Interlagos, wonach BMW Sauber und Williams nicht bestraft werden. "Man muss beweisen, dass das Benzin, das ins Auto ging, mehr als zehn Grad kühler war als die Umgebung und zwar zum Zeitpunkt des Einfüllens. Ich bin mir nicht sicher, dass man das tun kann, außer man hat ein sehr, sehr ausgefeiltes Messsystem, das der Telemtrie die Informationen liefert, während das Benzin durch die Anlage ins Auto kommt."

    Jordan glaubt, dass die Stewarts bereits viel eindeutiger reagiert hätten, sollte es so ein System geben. Denn dann wären die Autos wohl ausgeschlossen worden. "Die Stewarts haben aber gesagt, es gibt keine derartigen Beweise. Ich sehe keinen Grund, dass man das Urteil umkehren kann und Lewis plötzlich Weltmeister wird", erklärte er. Woran er nicht zweifelte, war, dass es einen Vorteil durch kühleres Benzin gibt, den er mit etwa fünf bis zehn Prozent angab. "Das ist eine große Menge und könnte genug sein, um ein Auto auszuschließen. Ich bin mir aber nicht sicher, dass man das zu so einem späten Zeitpunkt beweisen kann." Den Einspruch von McLaren erkennt Jordan eher als Zeichen, dass man im Team im Moment verletzt ist, nachdem die Fahrer-Krone nicht erobert wurde.

    Damon Hill wollte die Angelegenheit nicht so einfach zu den Akten legen. Er unterstellte der FIA sogar eine Neigung pro Ferrari und meinte, dass Regeln eben Regeln seien und wenn Teams diese verletzt hätten, müsse es auch Konsequenzen geben. "Wenn das etwas gewesen wäre, das McLaren während der Saison gemacht hat, glauben Sie, dass die FIA gesagt hätte die Autos wären legal oder illegal?", fragte er ebenfalls bei Radio Five Live. So ist Hill der Meinung, dass die Vergangenheit gezeigt hätte, dass McLaren für jedes Vergehen in diesem Jahr verfolgt werden würde. "Es wird recht schwer, zu erkennen, wo hier die Konstanz liegt, denn wenn man zum Saisonbeginn zurückgeht, da gab es das Argument von McLaren, dass Ferrari das erste Rennen mit einer Vorrichtung gewonnen hat, die später als illegal eingestuft wurde. Die Vorrichtung wurde entfernt, aber das Resultat blieb bestehen."

    Auch für Hill ist der Einspruch McLarens eine beunruhigende Sache und nun sieht er die FIA in der Verantwortung, um einen konstanten Weg zu verfolgen. So kann er zwar verstehen, dass ein paar Grad bei der Benzintemperatur als Kleinigkeit aufgefasst würden, die kaum einen Unterschied machten. Aber: "Wir sprechen in der Formel 1 immer von kleinen Unterschieden, es muss eine Linie geben, bei der man auf der einen oder anderen Seite steht." In dieser Hinsicht hat Hill den Eindruck, dass es manchmal eine Regel für Ferrari und eine andere für alle Anderen gibt. "Ferrari ist für den Sport eben sehr wichtig", fügte er hinzu.

    Alonso ist gegen McLaren-Einspruch

    Alonso ist gegen McLaren-Einspruch: Ein schlechter Witz

    Auch Fernando Alonso hofft daruf, dass das Endergebnis im Titelkampf Bestand hat.

    Sollte McLarens Einspruch in der Benzinaffäre von Erfolg gekrönt sein, könnte Lewis Hamilton doch noch den Weltmeistertitel am grünen Tisch in Empfang nehmen. Seinem Teamkollegen Fernando Alonso würde das gar nicht schmecken. "Das wäre ein Witz und davon gab es in dieser Saison schon zu viele", sagte er im spanischen Radio. "Wenn so etwas passiert, dann können wir den Sport begraben."

    Für den enttrohnten Weltmeister liegt die Schuld am verpassten Titelgewinn vor allem bei McLaren selbst. "Es sieht nicht so aus, dass McLaren die Saison gut gemanagt hat", kritisierte Alonso seinen Arbeitgeber abermals hart. "Das Resultat spricht für sich selbst. McLaren hat die Weltmeisterschaft wahrscheinlich aufgrund ihrer eigenen Entscheidungen verloren, vor allem in der zweiten Saisonhälfte. Es ist kein Geheimnis, dass sie mir nicht sonderlich viel geholfen haben."

    Ein Beweis dafür seien nach Ansicht des Spaniers auch die Aussagen von Ron Dennis nach dem Rennen in Shanghai gewesen, wonach das Team nicht gegen Räikkönen, sondern gegen Alonso gefahren wäre. "McLaren hat seinen Teil dazu beigetragen, den Titel zu verlieren, aber Ferrari hat auch einen besseren Job gemacht als die anderen", so Alonso. Ihm selbst seien in den letzten Rennen die Hände und Füße gebunden gewesen. "Ich hatte überhaupt kein Mitspracherecht. Ich musste alles genauso machen, wie sie es gesagt haben und das hat es härter gemacht, die Lücke zu schließen."

    Doch trotz der erneuten Anschuldigungen verneinte Alonso, dass er bereits entschieden hätte, McLaren zu verlassen und zu Renault zurückzukehren. "Ich weiß, dass es Gerüchte gibt, aber ich habe nicht mit anderen Teams gesprochen, und das ist die Realität", sagte der Ex-Weltmeister. "Wenn ich nicht bei McLaren bleibe, ist Renault nicht unbedingt meine erste Option."

    Alonso und der Wechsel

    Alonso und der Wechsel: Angestrengtes Dementieren

    Um nicht die Wächter des Contract Recognition Boards auf den Plan zu rufen, wird von Fernando Alonsos Lager im Moment viel dementiert.

    Angesichts des nach wie vor gültigen Vertrages mit McLaren ist man in Fernando Alonsos Lager momentan stark darum bemüht, jegliche engere Verbindungen mit anderen Teams zu dementieren. So war Alonsos Manager Luis Garcia Abad schnell mit einem Dementi zur Stelle, als die Zeitung Marca über ein Treffen von Alonsos Vater Jose Luis und Abad in der Hospitality von Renault berichtete und sich Spekulationen häuften, es gäbe bereits eine Übereinkunft mit Renault. "Das ist falsch und eine absolute Lüge. Wir haben einen Vertrag mit McLaren, also können wir nichts unterschreiben. Das ist verboten", erklärte der Manager.

    Das Contract Recnognition Board ist berechtigt, empfindliche Strafen auszusprechen, wenn ein Fahrer die Vertragsbedingungen mit seinem Arbeitgeber verletzt, weswegen die Situation für Alonso und sein Lager einigermaßen prekär ist. Wozu Abad allerdings keinen Kommentar abgeben wollte, war die Frage nach mündlichen Übereinkünften. Denn es gab auch Gerüchte, dass es mit Renault eine mündliche Absprache gäbe, wonach der Vertrag mit dem Team fixiert wird, sobald Alonso aus dem Vertrag mit McLaren heraus kann.

    Der Spanier selbst war am Sonntag in Interlagos jedenfalls noch zurückhaltend, was seine Zukunft betraf. "Ich weiß nicht. Wir werden sehen, was passiert. Wie ich immer sage, die erste Sache, die ich beachten muss, ist, dass ich einen Vertrag bei McLaren habe", erklärte er. Die Spekulationen über einen möglichen Wechsel zu anderen Teams nannte er Lügen, denn bevor die Situation mit McLaren nicht geregelt sei, gäbe es nichts. Laut Ron Dennis soll innerhalb der nächsten beiden Wochen über das weitere Vorgehen entschieden werden.

    Montezemolo zum McLaren-Einspruch

    Montezemolo zum McLaren-Einspruch: Unnötiger Stress für alle

    Als Präsident von Ferrari war die Reaktion von Luca di Montezemolo die erwartete, nachdem McLaren Berufung gegen die Entscheidung eingelegt hatte, Nico Rosberg, Robert Kubica und Nick Heidfeld nach dem Rennen in Interlagos nicht zu bestrafen. In den Autos der Drei sei die Temperatur des Benzins zu niedrig gewesen, war der Grund für die durchgeführte Untersuchung, doch die Stewarts entschieden, es gäbe nicht genügend Beweise für eine Verurteilung. "Für mich sieht es so aus, als sei es unnötiger Stress für alle", sagte Montezemolo gegenüber der RAI zum Einspruch McLarens gegen die Entscheidung.

    Denn der Ferrari-Präsident hat ein wenig Regelkunde betrieben und meinte, dass auch bei der Disqualifikation eines Autos nicht auch automatisch die Punkte an die anderen Fahrer gegeben werden. Zudem schlug er der FIA vor, in Zukunft genauer darüber nachzudenken, wie die technischen Regeln vollstreckt werden und statt der momentan unbezahlten Stewards Profis einzusetzen. "Genug davon, schauen wir nach vorne und schicken wir professionelle Stewards zu den Rennen. Es muss gesagt werden, dass die Komplexität der heutigen Autos Schwierigkeiten bei der Überprüfung von Elektronik, Benzin, Aerodynamik und allem Weiteren bringt. Alles dreht sich um Hundertstelsekunden."

    Whitmarsh ist überzeugt: Wir mussten in Berufung gehen

    Whitmarsh ist überzeugt: Wir mussten in Berufung gehen

    Die Saison ist vorbei, die Entscheidung ist aber noch nicht amtlich. McLaren Mercedes will Einspruch gegen die Wertung der BMW Sauber und Williams einlegen, da diese angeblich zu stark gekühltes Benzin verwendet haben sollen. Somit besteht für Lewis Hamilton weiterhin eine Chance auf den WM-Titel, nämlich dann, wenn mindestens zwei der drei Beschuldigten disqualifiziert oder bestraft werden. Dann könnte er auf den notwendigen 5. Platz vorrücken, um den WM-Titel doch noch zu gewinnen. Allerdings nur, wenn auch entschieden wird, dass die Fahrer hinter den bestraften Autos die aberkannten Punkte bekommen, was nicht geschehen muss.

    "Das wäre ein Witz und davon gab es in dieser Saison schon zu viele", sagte Fernando Alonso im spanischen Radio. "Wenn so etwas passiert, dann können wir den Sport begraben." McLaren-CEO Martin Whitmarsh glaubt hingegen, dass sein Team keine andere Wahl hatte, als in Berufung zu gehen. "Wenn wir keinen Einspruch eingelegt hätten, wären wir von den Fans und F1-Insidern kritisiert worden, weil wir nicht im besten Interesse unserer Fahrer gehandelt hätten." Aber auch so prasseln viele Prügel auf die Silbernen ein - nicht nur vom eigenen Piloten Alonso.

    Hamilton will mit Stil gewinnen: Das wäre falsch

    Hamilton will mit Stil gewinnen: Das wäre falsch

    Der Traum vom Titelgewinn im Debütjahr ist ausgeträumt. Lewis Hamilton scheiterte an Kimi Räikkönen. Zumindest ist das der aktuelle sportliche Stand - noch steht die Berufung von McLaren gegen die Wertung von Williams und BMW Sauber beim Saisonfinale in Brasilien aus. McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh sagte, dass sein Team keine andere Wahl gehabt hätte, als in Berufung zu gehen. Fernando Alonso hält nichts davon - er fände einen Titelgewinn für Hamilton am grünen Tisch lächerlich.

    Es wäre falsch", schloss sich der 22-Jährige am Montag den Aussagen seines Teamkollegen an. "Ich möchte auf der Strecke gewinnen; mit Stil, ich will das Rennen gewinnen, ich will es auf der Strecke ausfechten." Ein Sieg Wochen nach Saisonende im Verhandlungssaal würde ihm nichts bedeuten. "Das ist nicht mein Weg. Es wäre seltsam, nachdem Kimi bei den letzten beiden Rennen so gute Arbeit geleistet hat." Wenn der Finne den Titel noch verlieren würde, wäre das nicht gut für den Sport, fügte Hamilton noch an.

    Silber im Schockzustand: Nur das Getriebe war schuld

    Silber im Schockzustand: Nur das Getriebe war schuld

    16 Rennen lang war Lewis Hamilton der strahlende Held, ausgerechnet beim letzten Rennen schlug der Defektteufel zu, oder war es gar nicht?

    Der Schock saß tief. Die Hamilton-Fans schüttelten noch lange nach dem Rennen mit dem Kopf, selbst die britischen Pressevertreter saßen noch Stunden nach der Zieldurchfahrt fassungslos im Media Centre. Wie konnte Lewis Hamilton den sicher geglaubten WM-Titel noch verlieren? Erst der übereifrige Angriff auf Fernando Alonso, dann der erste technische Defekt der Saison, ausgerechnet im entscheidenden WM-Finale - auch wenn er danach wie von selbst wieder verschwand, der Schaden war schon angerichtet.

    Oder war es gar kein technischer Defekt? Hamiltons Auto wurde kurz langsam, rollte nur noch herum. Das Team sprach von einem Getriebeproblem, Hamilton sagte: "Als ich in Kurve vier heruntergeschaltet habe, ging das Auto einfach in den Leerlauf." Italienische Journalisten, die am Sonntag weniger betrübt waren, wollen jedoch von teaminternen Quellen erfahren haben, dass es gar kein Defekt war. Hamilton habe schlichtweg einen Fehler gemacht, den falschen Knopf gedrückt. Das würde erklären, warum das Problem von alleine verschwand.

    Teamchef Ron Dennis weist diese Variante weit von sich: "Lewis hat nichts gemacht, was irgendeine Auswirkung auf das Getriebe hatte." Stattdessen habe möglicherweise ein Sensor nicht richtig funktioniert. "Der einzige Grund, warum wir die WM nicht gewonnen haben, war ein Getriebeproblem", betonte Dennis. Der Schock sitzt noch immer tief.

    Lob von der Konkurrenz: Ein echter Champion

    Lob von der Konkurrenz: Ein echter Champion

    Luca di Montezemolo huldigt dem einen und kritisiert den anderen McLaren-Piloten.

    Es ist kein Geheimnis, dass Luca di Montezemolo große Stücke auf Fernando Alonso hält. Am liebsten würde er den Spanier schon bald in einem Ferrari sehen, an der Seite von Weltmeister Kimi Räikkönen. "Alonso ist ein echter Champion, er ist in jeder Hinsicht ein außergewöhnlicher Fahrer", lobte der Ferrari-Präsident den Konkurrenzpiloten oder Noch-Konkurrenzpiloten in der Gazzetta dello Sport. Besonders gut gefiel dem Italiener, wie Alonso seinem Nachfolger Räikkönen bereits auf der offiziellen Siegerpressekonferenz gratulierte. "Damit hat er gezeigt, dass er auch neben der Strecke ein echter Champion ist."

    Bei McLaren dürfte man das angesichts der kritischen Äußerungen des Spaniers über das Team etwas anders sehen. Für Montezemolo ist jedoch klar, dass Alonso ein Opfer war. "Er hat den Titel nur um einen Punkt verloren und ich glaube nicht, dass es sein Fehler war; vielmehr war es eine Konsequenz des schlechten internen Managements seines Teams."

    Auch Lewis Hamilton bekam sein Fett weg. "Er hat aus Jugend und Nervosität einen Fehler gemacht", so Montezemolo. "Wenn er hinter Alonso geblieben wäre, könnte er jetzt Weltmeister sein." Dennoch musste auch Montezemolo zugeben, dass Hamilton eine außergewöhnliche Debütsaison hingelegt habe. "Allerdings war sein Verhalten nicht immer beispielhaft." Vor allem die angebliche Behinderung von Räikkönen im letzten Qualifying der Saison in Interlagos ärgert Montezemolo noch heute.

    McLaren-Berufung offiziell: Es wird noch mal spannend

    McLaren-Berufung offiziell: Es wird noch mal spannend

    McLaren Mercedes hat sich dazu entschieden, Berufung einzulegen. Der Grund sei jedoch nicht, ein nachträglicher Titelgewinn.

    Jetzt ist es offiziell: McLaren Mercedes geht in Berufung gegen die Wertung der BMW Sauber und Williams im Großen Preis von Brasilien. Bei den Autos von Rosberg, Heidfeld und Kubica soll der Sprit zu kühl gewesen sein, was den Teams einen Vorteil verschafft haben soll. Die Rennstewards hatten die Untersuchung am Sonntagabend mangels Beweisen ohne Strafe beendet.

    Am Mittwoch hat das Berufungsgericht der FIA einen offiziellen Protest von McLaren erhalten. Jetzt muss der ICA darüber entscheiden, ob die Berufung anerkannt wird. Sollte das der Fall sein, wird ein Verhandlungstermin festgelegt, an dem dann über eine mögliche Bestrafung der Fahrer respektive Teams entschieden wird. Bei einer Strafe für zwei der drei Piloten und einem Aufrücken von Lewis Hamilton auf mindestens Platz 5 wäre der Brite nachträglich Weltmeister. "Es geht nicht darum, den Titel im Gerichtssaal zu gewinnen", betonte Norbert Haug. "Wir wollen nur eine Klarstellung des Reglements im Interesse aller Teams."

    In einem Presseschreiben betonte das Team, dass es den Titel nicht am grünen Tisch gewinnen wolle. Stattdessen gehe es darum, die Regeln im Bezug auf die Kühlung des Sprits zu verstehen. In zwei Meetings der Teammanager habe man klar gemacht, wie die Temperaturen zu messen seien, was genau konträr zur Begründung der Rennstewards stehe, die in Brasilien sagten, dass es keine klaren Richtlinien dafür gebe und man deshalb keine Strafe aussprechen könne. Allerdings betonte McLaren auch, dass man weder Williams noch BMW Sauber Absicht unterstelle. Die Situation sei bestimmt nur aus einem Anwendungsfehler entstanden.

    Die Insel hofft weiter

    Die Insel hofft weiter: Die FOM hat nichts mit Stewards zu tun

    In Großbritannien wird momentan jedes Wort auf die Goldwaage gelegt, das nur irgendeinen Hinweis darauf bringen könnte, wie sich die Berufung von McLaren gegen die Nichtbestrafung von BMW Sauber und Williams in Interlagos entwickelt. Beide Teams waren mit zu tief herunter gekühltem Benzin unterwegs gewesen, hatten aber aufgrund unschlüssiger Beweise keine Strafe erhalten. Eine dieser Unschlüssigkeiten scheint sich nach einer Meldung des Guardian aber aufgelöst zu haben. Denn Bernie Ecclestone wurde gefragt, ob die Temperaturmessung der Formula One Management (FOM), die bei der Entscheidung der Stewards eine wichtige Rolle spielte, überhaupt berücksichtigt hätte werden sollen. "Wir haben mit der technischen Seite nichts zu tun. Wir sind keine Stewards; wir schauen auf die kommerziellen Dinge", sagte Ecclestone.

    In weiterer Folge stützten sich die britischen Kollegen auf das Dokument, in dem die Stewards am Sonntag ihr Urteil begründeten: "Es besteht die Annahme, dass für den Zweck der Bestimmung der Außentemperatur, den Zeitenmonitoren der FOM Beachtung geschenkt werden muss (...) Die Angelegenheit wird durch den recht deutlichen Unterschied zwischen den Außentemperaturen verkompliziert, die von der FOM und Meteo France aufgezeichnet wurden." Der Guardian will nun anscheinend argumentieren, dass laut Ecclestone die Aufzeichnungen der FOM gar nicht wichtig sein sollten und es deswegen nur die Messung von Meteo France geben sollte. Und die würde BMW Sauber und Williams eben außerhalb des Reglements sehen. Wie viel dieser britische Strohhalm aushält, wird sich vor dem 15. November zeigen, denn an diesem Datum wird der Weltmeister bestätigt. Sollte es noch eine Strafe geben, könnte Lewis Hamilton im Nachhinein noch den WM-Titel holen.

    Neues von Fernando: Bleibt er oder geht er?

    Neues von Fernando: Bleibt er oder geht er?

    Solange die Zukunft von Fernando Alonso offen ist, kommt die Formel 1 nicht zur Ruhe.

    Nach der Saison ist vor der Saison. Und insbesondere in diesem Jahr ist die Ungewissheit, wie es im nächsten Jahr weitergehen wird, größer denn je. Grund dafür sind nicht nur die neuen Regeln, die 2008 eingeführt werden und das Kräfteverhältnis der Teams durcheinander wirbeln könnten. Denn erst wenn sich Fernando Alonso und McLaren bezüglich einer gemeinsamen Zukunft erklären, wird sich auflösen, wer in der kommenden Saison in welchem Cockpit sitzen wird.

    Doch wie die Zukunft Alonsos - und damit die Zukunft vieler anderer Piloten - aussieht, ist weiterhin nur gerüchteweise bekannt. Dem spanischen Fernsehsender Telecinco sagte Alonso. "Es gibt so viele Optionen, wir diskutieren jede davon", so der 26-jährige. Ich weiß, was ich im nächsten Jahr gerne tun würde, aber ich weiß nicht, ob das möglich ist. Was immer auch passiert, es wird eine schwierige Saison."

    Eine realistische Option bleibt aller Querelen zum Trotz die Vertragserfüllung bei McLaren. Die Times argumentierte am Montag auf ihrer Internetseite, dass bei pragmatischer Sichtweise ein Verbleib Alonsos für alle beteiligten das Beste wäre - nicht nur aufgrund des gültigen Vertrages zwischen McLaren und dem Doppelweltmeister und damit verknüpfter Sponsorendeals.

    Denn der Spanier sei immer noch der kompletteste Fahrer im Feld und könne demnach durch niemanden adäquat ersetzt werden. Für Alonso wäre ein Wechsel des Teams aller Voraussicht nach gleichbedeutend mit einem Wechsel in ein schwächeres Auto, nachdem Ferrari durch die Vertragsverlängerung von Felipe Massa als Option für das nächste Jahr wegfällt.

    Bei den Wintertestfahrten von McLaren im November und Dezember wird Alonso dennoch nicht mit von der Partie sein, berichtete die Zeitung Mundo Deportivo. Ebenso habe der Spanier noch so gut wie keine Kenntnisse über den neuen Silberpfeil, den MP4-23, damit er sein Wissen bei einem Teamwechsel nicht mit zu einem Konkurrenten nehmen kann.

    Stars & Cars : Volles Programm

    Stars & Cars : Volles Programm

    Auch 2007 feiert Mercedes seinen alljährlichen Saisonabschluss mit Fans in Stuttgart.

    Beim Motorsport-Aktionstag Stars & Cars am Samstag, 3. November 2007, von 10.00 bis 16.00 Uhr in Stuttgart erleben die Besucher Motorsport zum Anfassen. Auf der gesamten Fahrstrecke rund um das Mercedes-Benz Museum und das Mercedes-Benz Center finden Fahrdemonstrationen von Formel-1- und DTM-Fahrzeugen sowie historischer Rennwagen statt. Und bei den Autogrammrunden treffen Sie die Fahrer von Mercedes-Benz aus Formel 1, DTM, und Formel 3.

    Das Mercedes-Benz Museum hat an diesem Tag von 9 bis 18 Uhr geöffnet und der Eintritt ist für die Besucher von Stars & Cars ebenfalls kostenlos. Die Mercedes-Benz Welt lässt sich an diesem Tag am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen, da die in unmittelbarer Nähe zum Museum gelegenen Parkhäuser nicht genutzt werden können. Die S-Bahnhaltestelle "Gottlieb-Daimler-Stadion" ist nur rund fünf Gehminuten von der Mercedes-Benz Welt entfernt. Ansonsten stehen den Besuchern die Parkhäuser P7, P9, P10 und das Parkhaus Reiser zur Verfügung.

    Programm Showbühne

    10:00 Veranstaltungsbeginn
    10:10 - 10:30 Livemusik "MadChick of Soul"
    10:30 - 10:40 Grußwort Dr. Zetsche
    10:50 - 11:00 Interview mit Formel-3-Fahrern
    11:10 - 11:30 Livemusik "MadChick of Soul"
    11:30 - 11:50 Interview mit DTM-Fahrern
    12:10 - 12:25 Interview mit Teammanagement
    12:25 - 12:50 Fahrerehrungen
    12:50 - 13:15 Livemusik "MadChick of Soul"
    13:25 - 13:40 Interview mit DTM-Fahrern
    14:15 - 14:40 Livemusik "MadChick of Soul"
    14:40 - 14:50 Interview mit Formel-1-Fahrern
    15:10 - 15:20 Interview mit DTM-Fahrern
    15:50 - 16:00 Finale

    Fahrdemonstrationen

    10:10 - 10:20 SLR
    10:40 - 10:50 DTM
    11:00 - 11:10 Evolution C-Klasse
    11:20 - 11:30 Historische Rennfahrzeuge
    11:35 - 11:45 Safety Cars
    11:50 - 12:10 Fahrzeughistorie
    12:25 - 12:35 SLR
    12:40 - 12:50 Mythos SL
    13:00 - 13:15 Boxenstopp-Wettbewerb Formel 1/DTM/Mercedes-Benz SSK (BJ 1929)
    13:10 - 13.20 Evolution C-Klasse
    13:25 - 13:35 Historische Rennfahrzeuge
    13:45 - 14:55 Fahrerparade
    14:05 - 14:15 Safety Cars
    14:25 - 14:35 DTM
    14:50 - 15:05 Fahrzeughistorie
    15:10 - 15:25 Boxenstopp-Wettbewerb Formel 1/DTM/Mercedes-Benz SSK (BJ 1929)
    15:35 - 15:45 Mythos SL

    Spionageaffäre: De la Rosa vernommen

    Spionageaffäre: De la Rosa vernommen

    Gut drei Wochen nach Fernando Alonso war nun auch McLaren-Teamkollege Pedro de la Rosa in Modena, wo er von den italienischen Behörden zur Spionageaffäre vernommen wurde. Im Zuge der Affäre wurde sein Team McLaren vor dem zuständigen Sportgericht dem Weltmotorsportrat der FIA schon mit der Rekordstrafe von 100 Millionen Dollar und der Aberkennung aller Konstrukteurspunkte der abgelaufenen Saison belegt. Allerdings läuft in Italien weiterhin ein strafrechtliches Verfahren gegen den ehemaligen Ferrari-Chefmechaniker Nigel Stepney und einige McLaren Mitarbeiter.

    Ein vertraulicher Emailwechsel zwischen Alonso und Testfahrer de la Rosa über die geheime Ferrari-Daten war in der Verhandlung vor dem Weltmotorsportrat Hauptbeweisstück gegen McLaren und führte letztlich zur Verurteilung des Teams.

    McLaren diktiert den Markt: Keine Eile

    McLaren diktiert den Markt: Keine Eile

    Michael Schumacher zu McLaren Mercedes? Eine große Schlagzeile mit wenig Realitätsbezug.

    Seit Freitag sind die Gerüchteköche in ihrem Element: Fernando Alonso sucht ein neues Team, McLaren Mercedes einen neuen Fahrer. In Eile sind die Silbernen dabei nicht. "Wir diktieren momentan den Transfermarkt", verriet Martin Whitmarsh dem Guardian. "Bis der zweite McLaren-Platz vergeben ist, wird sich nicht viel verändern. Wir sind also nicht in Eile."

    Einige Fahrer haben McLaren bereits kontaktiert. Allerdings stünden diese noch bei anderen Teams unter Vertrag. "Wir sagten ihnen: wir werden nicht mit ihnen sprechen, so lange sie nicht beweisen können, dass sie frei sind." Auch Lewis Hamilton weiß nicht, wer sein neuer Teamkollege wird. Auch er bringt die üblichen Verdächtigen ins Spiel: Nico Rosberg, Adrian Sutil und Heikki Kovalainen. Für Hamilton zählt nur eins: sein neuer Partner soll ein Teamplayer sein.

    Rosberg und Sutil besitzen, wie von Whitmarsh angesprochen, noch Verträge mit Williams respektive Spyker. Während Sutil gerne das Team in Richtung eines Toprennstalls verlassen würde, will Williams Rosberg unbedingt halten. Deshalb brachte Patrick Head mit einem Schmunzeln einen anderen Namen ins Spiel: Michael Schumacher. "Er ist noch immer fit und wahrscheinlich gelangweilt. Ich nehme an, dass ihm das Sitzen an der Boxenmauer langweilig geworden ist."

    So gerne sich die Fans ein Comeback des Deutschen wünschen, so unwahrscheinlich ist es - obwohl ein Karriereabschluss beim einstigen Förderer Mercedes passen würde. Schon 1995 verhandelte man über einen Wechsel zu McLaren. "Aber ich habe gemerkt, dass wir nicht wirklich zueinanderpassen", sagte Schumacher letztes Jahr in einem Interview mit dem Magazin der Süddeutschen Zeitung. Die Begründung: er passe nicht zu McLaren. "Oder ehrlich gesagt, zu McLaren-Chef Ron Dennis." Mit Mercedes hätte er sicherlich einen Weg gefunden. "Dennis hatte eine andere Auffassung davon als ich, wie ein Formel 1-Team funktionieren soll." Dem dürfte sich Fernando Alonso anschließen.

    Hamilton zieht Bilanz: Ich bedauere nichts

    Hamilton zieht Bilanz: Ich bedauere nichts

    So eine Debütsaison hatte die Formel 1 bislang noch nicht gesehen. Erst ganz am Ende wurde es für Lewis Hamilton schwierig.

    Lewis Hamilton war schon oft in Stuttgart, auch im November zur alljährlichen Abschlussfeier Stars & Cars. Doch wenn ihm vor einem Jahr jemand gesagt hätte, dass er als Vizeweltmeister zurückkehren würde, hätte er ihn für verrückt gehalten. "Wir sind alle überrascht", urteilte er über seine sensationelle Debütsaison. "Es ist wie ein Traum, ein surreales Gefühl." Eines, an das er sich nicht gewöhnen kann. Doch der Traum, das F1-Märchen hatte kein Happy End; der WM-Titel blieb Hamilton im ersten Jahr verwährt.

    "Aber ich habe keine Albträume wegen des Rennens in China", sagte Hamilton unseren Kollegen von Autosport. "Ich lebe nicht in der Vergangenheit, bedauere nichts." Eine klitzekleine Chance besteht ohnehin noch, dass Hamilton 2007 Formel 1-Weltmeister wird, wenn auch nur am grünen Tisch. "Darüber habe ich nicht nachgedacht", betonte er. "Mein Jahr ist vorbei und das war's. Ich weiß noch nicht einmal, wann die Berufungsverhandlung ist." Eines Tages werde er Weltmeister sein, aber dieses Jahr habe er den Titel nicht gewonnen. Zwar müsse man sich an die Regeln halten, wenn nicht, müsse man bestraft werden, allerdings möchte er nicht so Weltmeister werden.

    Die Vorbereitungen für 2008 laufen langsam an. Ob er schon beim ersten Test in Barcelona oder erst beim zweiten Wintertest im Dezember in Jerez dabei sein wird, hat Hamilton noch nicht entschieden. Auf die neue Saison, seine zweite in der Formel 1, freut er sich trotzdem. "Das Team arbeitet hart am neuen Auto." Doch noch ist genügend Zeit für ihn, Sponsorentermine wahrzunehmen, zu trainieren und sich etwas mit Familie und Freunden zu entspannen. Das Team ist noch immer motiviert. "Wir hatten das beste und das zuverlässigste Auto, wir sind auf dem richtigen Weg."

    Der Abgang seines Teamkollegen bewegt Hamilton nur wenig. "Es wird interessant, zu sehen, wer mein Teamkollege sein wird", schaut er lieber nach vorne. "Ich habe keine Ahnung, wer es wird, wir können nur raten." Als Favoriten sieht er die üblichen Verdächtigen: Nico Rosberg, Adrian Sutil und Heikki Kovalainen. "Aber egal wer es wird, ich komme mit allen Fahrern im Feld aus." Nur einer kam mit ihm und dem Team nicht aus...

    Alonso-Wechsel: Sponsoren bringen sich in Stellung

    Alonso-Wechsel: Sponsoren bringen sich in Stellung

    Ein Doppelweltmeister ist teuer. Dadurch fällt die Entscheidung, wo Fernando Alonso im nächsten Jahr fährt, nicht nur auf sportlicher Ebene.

    Eigentlich sollte sich Alonso laut Briatore bis heute entscheiden, ob er das Renault-Angebot von angeblich 90 Millionen US-Dollar für zwei Jahre annimmt. Doch wieder einmal könnte sich die Entscheidung länger hinziehen als ursprünglich geplant. Denn hinter den Kulissen wird eifrig an Sponsorendeals gearbeitet, mit denen diese astronomische Summe refinanziert werden soll. Laut der spanischen Zeitung AS möchten der spanische Mobilfunkriese Telefonica mit seiner Tochter Movistar sowie die iberische Bankgruppe BBVA eine Partnerschaft mit Renault eigehen, sollte Alonso kommen.

    Außerdem berichtet die Zeitung, dass Flavio Briatore mit dem Versicherer Mutua Madrilena über einen Wechsel vom derzeitigen Partner McLaren nach Vertragsablauf im nächsten Jahr verhandelt. Sollten die Deals mit den spanischen Großsponsoren tatsächlich zustände kommen, würde Renault allerdings seinen derzeitigen Hauptsponsor, die ING-Bank verlieren, die in direkter Konkurrenz zur BBVA steht.

    Zudem wird spekuliert, dass die iberischen Geldgeber Alonso auch zu anderen Teams folgen würden, insbesondere Toyota, wo es keine Probleme mit anderen Sponsoren gibt. Nur bei Red Bull würde es Probleme geben. Denn bisher waren andere Aufkleber neben den zwei Bullen auf den RBR-Boliden unerwünscht.

    "110 Punkte waren der Jackpot"

    "110 Punkte waren der Jackpot"

    Motorsportchef Norbert Haug über Konsequenzen aus der knappen WM-Niederlage, die Zusammenarbeit bei McLaren-Mercedes und die Zukunft von Fernando Alonso

    FOCUS: Acht von 17 Rennen gewonnen und so viele Punkte wie kein anderes Team eingefahren. Ist die harsche Kritik an Mercedes berechtigt?
    Haug: Sicher hätten wir hier und da was besser machen können. Klar ist es sehr ärgerlich, wenn man bei nur noch zwei ausstehenden Rennen 17 Punkte Vorsprung hat und letztendlich mit einem Rückstand abschließt. Beim letzten Rennen war es so, dass ein Getriebeaussetzer von rund 30 Sekunden Dauer die WM entschieden hat. An Dramatik kam hinzu, dass viele geglaubt haben, die WM sei schon entschieden. Ich gehörte nicht dazu.
    FOCUS: Man hält die WM bis zum Finale spannend, und die Medien verdammen einen. Macht da Motorsport als Marketinginstrument noch Sinn?
    Haug: Absolut. Wir müssen einerseits die veröffentlichte Meinung sehen, die wird in so einem Fall stets scharf sein. Aber die daraus folgende öffentliche Meinung ist in aller Regel eine ganz andere. Das muss man balanciert sehen.
    FOCUS: Ihr Satz in Säo Paulo war: "Einmal 110 Punkte ist besser als zweimal 109." Heißt das, dass man in Zukunft auf eine Nummer eins bauen wird?
    Haug: Keineswegs, das wäre doch illegal. Ich kann nicht auf der einen Seite akzeptieren, dass Teamorder verboten ist, und gleichzeitig auf einen von zwei Fahrern setzen und diesen bevorteilen. Wir könnten Fahrer A oder Fahrer B nur mit unlauteren Mitteln zurückpfeifen - und die gibt es bei uns nicht. Stattdessen schaffen wir gleiche Voraussetzungen. Die bei beiden Fahrern zu je 109 Punkten geführt haben. 110 Punkte waren der Jackpot.
    FOCUS: Gingen die teaminternen Schwierigkeiten - Stichwort Alonso, Stichwort Spionage -irgendwann doch auf Kosten der Performance?
    Haug: Das wäre grundsätzlich kein Wunder bei so viel Druck von außen!Aber wenn man die reinen Fakten sieht, haben wir seit Bekanntwerden des Falles am 3. Juli bis vor dem letzten Rennen einen Punkt weniger gemacht als unser erster Verfolger in der Tabelle. Die Leistungsfähigkeit des Teams war gegeben.
    FOCUS: Über Alonso sagten Sie jüngst: "Man muss sich auch trennen können." Wann fällt die Entscheidung?
    Haug: Da möchten wir uns nicht unter Zeitdruck setzen.
    FOCUS: Bernie Ecclestone empfahl McLaren-Mercedes den jungen Nico Rosberg als idealen zweiten Fahrer.
    Haug: Nico fuhr schon bei uns im Team als Bernie das noch gar nicht wusste. Lewis und Nico waren zwei Jahre zusammen in einem von uns finanzierten Kartteam unterwegs, als Teil unseres Nachwuchs-förderprogramms. Daraus zu schließen, dass sie wieder bei uns in der Formel 1 Kollegen werden, wäre allerdings falsch.
    FOCUS: Lewis Hamilton hat ausgerechnet zum Saisonende Fehler begangen. Wurde der Druck doch zu groß?
    Haug: Es gibt keinen Menschen ohne Fehler. Und Fehler im Plural sehe ich bei Lewis überhaupt nicht. Es gab eine aalglatte Boxeneinfahrt in Shanghai, von der mir auch beispielsweise Nick Heidfeld sagte, sie wäre ihm womöglich zum Verhängnis geworden, hätte er zu diesem Zeitpunkt an die Box gemusst. Und die erste Runde in Sao Paulo? Da hat Lewis eine Konterattacke auf Alonso gemacht, die ihn kurz ins Aus geführt hat, was er ohne das Getriebeproblem aber locker zu kompensieren in der Lage gewesen wäre. Klar ist, wenn ein Formel-1-Neuling neunmal in Folge aufs Podium fährt, denkt man, es ginge immer weiter so. Aber bei niemandem geht es immer so weiter. Auch bei keinem Weltmeister.
    FOCUS: Wäre die Saison für McLaren-Mercedes anders gelaufen, wenn Mercedes allein das Sagen hätte?
    Haug: Neun von elf Teams haben keine Rennen gewonnen, und dort hat meist jeweils einer allein das Sagen. Wir haben eine integrierte, gute Partnerschaft. Ob das draußen jeder so sieht, weiß ich nicht, manchmal gibt es da ja Kritik. Die Fakten aber sind: Wir waren dieses Jahr das zuverlässigste Team, das die meisten Punkte gemacht hat, wir hatten auf der Motorenseite nie einen Fehler, sind nie mit einem Technikdefekt stehen geblieben. Das Ganze zu einem extrem konkurrenzfähigen Preis- Leistungs-Verhältnis. Trotzdem verpassten wir den krönenden Abschluss mit beiden Fahrern um jeweils zwei Punkte. Und wie sich jetzt bestimmte Dinge weiterentwickeln, müssen wir sehen.
    FOCUS: Innerhalb von acht Tagen ist Mercedes in der DTM und in der Formel 1 knapp am Titel gescheitert - gerät nach so einer Woche das Thema Motorsport im Mercedes-Vorstand in die Diskussion?
    Haug: Der Vorstand gibt der Motorsportmannschaft seine volle Unterstützung. Natürlich gewinnen dessen Vertreter genauso wie wir alle lieber, als dass einmal am Ende zwei Punkte und einmal drei Punkte fehlen. Aber die Saison setzt sich aus Abschnitten zusammen. Abschnitte, wie zum Beispiel rund anderthalbmal so viele Punkte wie unser Mitbewerber in der DTM und sieben Siege von uns gegen drei. Oder Abschnitte wie ein Doppelsieg in Monaco. Oder in Kuala Lumpur, Indianapolis und Monza. Wir haben leider am Ende die Titel nicht geholt, während der Saison aber 15 Siege bei 27 Rennen in der Formel 1 und DTM, also mehr als 50 Prozent unserer Starts gewonnen.
    FOCUS: Sie sind heute schon wieder an der Rennstrecke. Wie verarbeitet ein Norbert Haug zwei solche Nackenschläge in so kurzer Zeit?
    Haug: Am Montag nach dem Rennen war ich wirklich berührt und fragte mich: Musste das so laufen am Ende? Aber mittlerweile fühle ich mich wieder pudelwohl und freue mich auf die neue Saison - mit viel Arbeit kompensiert man das am besten.

    Dieses Interview ist am 29.10.2007 im Focus erschienen.

    McLaren-Cockpit: De la Rosa ist bereit

    McLaren-Cockpit: De la Rosa ist bereit

    Wenn es um die Nachfolge von Fernando Alonso bei McLaren Mercedes
    geht, fallen schnell die Namen Nico Rosberg, Adrian Sutil und Heikki Kovalainen - alle stehen sie bei anderen Teams unter Vertrag. Viel seltener werden jene Fahrer genannt, die bereits bei McLaren respektive Mercedes unter Vertrag stehen. Etwa Testfahrer Gary Paffett, der dieses Jahr nur um in Übung zu bleiben, in der DTM unterwegs war. Paffetts Ziel ist immer noch ein F1-Stammcockpit. Das gleiche gilt für DTM-Pilot Bruno Spengler, der schon oft von seinem F1-Traum sprach, bislang aber noch keine Testchance erhalten hat.

    Schon seit 2003 testet Pedro de la Rosa für McLaren - und wird dies vertragsgemäß auch noch zwei weitere Jahre machen; außer er rutscht als Hamiltons Teamkollege zum Stammfahrer auf. Lewis würde es nicht stören, der wünscht sich nur eins: einen Teamplayer - das ist de la Rosa. "Das Team ist momentan nicht in Eile, das gilt auch für mich", sagte de la Rosa der El Pais. "Ich bin zu 100% sicher Testfahrer. Wenn das Team einen Fahrer braucht, bin ich aber bereit."

    Briatore wirbt um Alonso: Bei uns wäre das nicht passiert

    Briatore wirbt um Alonso: Bei uns wäre das nicht passiert

    Flavio Briatore weiß, warum Alonso zu Renault kommen sollte.

    Der Hauptgrund, warum die Ehe Alonso/McLaren scheiterte, war, dass Alonso das Gefühl nicht loswurde, er würde gegenüber Teamkollege Hamilton benachteiligt. Bei Renault wäre das niemals passiert, behauptet Flavio Briatore, "denn wir arbeiten mit absoluter Transparenz", erklärte er dem Magazin Autosprint . Das sei auch schon so gewesen als Renault noch Benetton hieß und ein gewisser Michael Schumacher seine ersten beiden WM-Titel für das Team holte. "Wenn Ricardo Patrese oder JJ Lehto sich beschwerten, dass ihr Auto langsamer ist, als das von Schumacher", sagte ich dem Team: 'Gebt ihm das Auto, passt die Pedalen an und lasst ihn auf die Strecke'", erzählte Briatore.

    Auch dass Alonso schwierig zu führen sei, wollte Briatore nicht bestätigen - im Gegenteil. "Wir überschätzen Fahrer. Sie sind 20, 25 Jahre alt und wir erwarten, dass sie sich immer wie reife Personen verhalten. Wir müssen den menschlichen Aspekt mehr berücksichtigen" forderte der Italiener kuschelweich. "Sie geraten in Situationen, die größer sind als sie selbst und manchmal helfen wir ihnen nicht. Aber Fernando hatte nie Probleme mit uns."

    Sowieso habe es Alonso immer schwerer gehabt als andere Fahrer seines Kalibers. "Ich glaube, dass die stärksten Fahrer immer Hilfe bekommen. So war es bei Schumacher und bei anderen Piloten - außer Fernando. Alonso musste immer unter widrigen Umständen kämpfen. Meiner Meinung nach wurden ihm immer Hürden in den Weg gelegt, sowohl dieses Jahr als auch letztes Jahr", so der Renault Teamchef.

    Fernando Alonso: Treffen mit Red Bull

    Fernando Alonso: Treffen mit Red Bull

    Angeblich fällt die Entscheidung Fernando Alonso zwischen Renault und Red Bull.

    Nach dem Bekenntnis von Toyota zu Timo Glock und der Bestätigung der Williams-Piloten Rosberg und Nakajima schwinden selbst für Fernando Alonso die Optionen. Aus ehemals zehn potentiellen neuen Teams (Eigenaussage Alonso) sind offenbar noch zwei ernsthafte Bewerber um die Dienste des Doppelweltmeisters übriggeblieben. Favorit ist weiterhin Renault, die den Spanier unbedingt zurückholen möchten. Allerdings zögert Alonso mit seiner Vertragsunterzeichnung.

    Denn auch Red Bull ist offenbar noch im Rennen. Jedenfalls berichtet die spanische Zeitung AS heute, dass sich Red Bull-Eigentümer Dietrich Mateschitz und Gerhard Berger gestern mit Alonsos Manager Luis García-Abad in Madrid getroffen haben. Dabei soll es vor allem um die technischen Möglichkeiten des Teams gegangen sein. Denn wichtigster Aspekt bei der Teamsuche ist für den Ex-Weltmeister die Aussicht auf ein siegfähiges Auto. Der Gang zu Red Bull könnte für den Spanier vor allem dann Sinn machen, wenn es Mateschitz gelingt zusätzlich Ross Brawn zu verpflichten.

    Sollte es am Ende tatsächlich zu der Ehe Alonso/Red Bull kommen, bleibt allerdings die Frage, wer für den Ex-Weltmeister weichen muss. Coulthard und Webber haben ebenso gültige Verträge für die neue Saison wie Vettel und Bourdais beim Schwesterteam Toro Rosso.

    Spionage 2.0: FIA-Vorladung für Renault

    Spionage 2.0: FIA-Vorladung für Renault

    Wie silber ist der Renault? Flavio Briatore muss vor dem Weltmotorsportrat aussagen.

    Nach der Spionageaffäre ist vor der Spionageaffäre - zumindest ist das in der Formel 1 derzeit so. Denn nach der Rekordstrafe für McLaren im September wegen des Besitzes geheimer Ferrari-Daten steht nun Renault unter Verdacht, McLaren ausspioniert zu haben. Mittlerweile hat das Team eine Vorladung für den 6. Dezember vor dem Weltmotorsportrat erhalten, wie die FIA in einem Statement bekannt gab.

    "Die Teamrepräsentanten wurden aufgefordert zur Anklage Stellung zu nehmen, dass das Renault F1 Team, im Verstoß gegen Artikel 151c des Internationalen Sportcodes, von September 2006 bis Oktober 2007 geheime Dokumente und Informationen des Vodafone Mclaren Mercedes Teams besessen haben soll", heißt es in der Erklärung. Bei den Informationen soll es sich laut FIA um Skizzen wichtiger Bauteile des McLaren, Details über das Betankungssystem, die Gang-Anordnungen, das Ölkühlsystem, das Hydrauliksystem sowie eine neuartige Radaufhängung handeln, die an den McLaren-Boliden der Jahre 2006 und 2007 benutzt wurde.

    Dass auch das Team von Flavio Briatore in einen Spionageskandal verwickelt sein könnte, sickerte erstmals im September im Zuge der McLaren-Affäre an die Öffentlichkeit. Damals ergab eine interne Untersuchung beim englischen Rennstall, dass ein ehemaliges Teammitglied bei seinem Wechsel zu Renault mehrere Daten-CDs mitgenommen haben soll. Teamchef Flavio Briatore gab sich da noch gelassen. "Wir haben der FIA gesagt, was wir haben, also gibt es kein Problem. Ich weiß nicht, auf was sich Dennis bezieht, aber er schmeißt wohl ein bisschen mit Steinen um sich", sagte der Italiener damals der Gazzetta dello Sport.

    Auch FIA-Präsident Max Mosley bezweifelte, dass es zu einem Verfahren gegen Renault kommen werde. Gegenüber RTL bewertete er die Beweismittel, die McLaren bis zu dem Zeitpunkt eingereicht hatte, als "nicht sehr interessant." Offensichtlich hat sich seine Meinung mittlerweile geändert. Renault reagierte mit einem kurzen Statement auf die Vorladung durch die FIA: "Seitdem diese Angelegenheit ans Licht kam, haben wir mit absoluter Transparenz gegenüber McLaren und der FIA gehandelt und werden das auch weiterhin tun", sagte ein Sprecher des französischen Teams.

    Das Jahr bei McLaren: Alonso hegt keinen Groll

    Das Jahr bei McLaren: Alonso hegt keinen Groll

    Aller Querelen zum Trotz möchte Fernando Alonso seine Zeit bei McLaren nicht missen.

    Der Zoff mit dem Team, die verpasste Meisterschaft - hinter Fernando Alonso liegt ein hartes Jahr. Dennoch bereut er seinen Wechsel vor der Saison von Renault zu McLaren nicht. "Ich hatte in diesem Jahr wieder die Möglichkeit die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Von diesem Standpunkt aus gesehen war der Wechsel eine gute Entscheidung", sagte Alonso gegenüber der offiziellen Formel 1-Website. "Das Team hat einen fantastischen Job erledigt, mir ein Auto zu geben, mit dem ich bis zum letzten Rennen um die WM kämpfen konnte und am Ende nur einen Punkt hinter dem Champion lag. So gesehen war as eine sehr positive Saison."

    Natürlich habe es außerhalb des Autos schwierige Momente gegeben, räumte der Ex-Weltmeister ein, "aber ich denke, das passiert in jedem Job." Alonso will das Jahr 2007 vor allem wegen seiner vier Siege in Erinnerung behalten, "die ich an wichtigen Orten geholt habe, wo ich vorher noch nie gewinnen konnte, wie in Monza oder zum zweiten Mal in Monaco."

    Der vergebenen Chance auf den dritten Titel in Folge trauert Alonso nicht mehr nach. "Nach einer verlorenen Weltmeisterschaft fragt sich jeder Fahrer, warum er verloren hat. Doch wir haben verloren und können nichts mehr dagegen tun. Es ist Vergangenheit", sagte er. Nun will sich der 26-jährige ausschließlich auf das konzentrieren, was vor ihm liegt. "Die Zukunft ist der Ort, wo man Dinge ändern kann - und die Zukunft hat schon begonnen. Doch wenn ich einen Blick zurück werfe, fühle ich mich ziemlich gut."

    Renault verteidigt sich: Daten sofort gelöscht

    Renault verteidigt sich: Daten sofort gelöscht

    McLaren hat die Rechtfertigungen hinter sich, jetzt muss sich Renault gegen Spionagevorwürfe verteidigen.

    Es geht schon wieder los: Daten werden gesichtet, Informationen durchsucht - diesmal aber nicht in der McLaren-Zentrale, sondern bei Renault in Enstone. Ein ehemaliger McLaren-Ingenieur namens Phil Mackereth brachte bei seinem Wechsel zu Renault einige alte Disketten mit. Diese enthielten einige Zeichnungen und technische Entwürfe. Renault erfuhr eigenen Angaben zu Folge am 6. September von Vorhandensein dieser Informationen im eigenen System, in welches sie von Mackereth hochgeladen wurden. "Das geschah ohne Wissen eines Verantwortlichen innerhalb des Teams", stellte Renault in einem Presseschreiben klar. Allerdings hatte Mackereth einige Kollegen in Form von Zeichnungen auf die Informationen hingewiesen.

    Die Zeichnungen enthielten vier Systeme, die von McLaren benutzt wurden: das interne Tanklayout, das Layout der Gangschaltung, des Massedämpfers und eines Aufhängungsdämpfers. Allerdings habe man keine der Informationen für das eigene Auto verwendet. Sobald das Team Wind davon bekam, löschte man die Daten aus dem System und begann eine interne Untersuchung. Zudem informierte man sofort die FIA und das McLaren Team, welches selbst Opfer eines ähnlichen Vorfalls geworden war. Seitdem hielt man beide Parteien permanent auf dem Laufenden. Der besagte Ingenieur wurde von seinem Amt enthoben und suspendiert. Die Originaldisketten beschlagnahmt und an McLaren zurückgegeben. Renault hat Experten der FIA und von McLaren dazu eingeladen, ihre Systeme auf etwaige Daten zu untersuchen.

    Briatore in der Defensive: Keine Daten verwendet

    Briatore in der Defensive: Keine Daten verwendet

    Die größten Hits werden gerne nachgeahmt. In der Spionageaffäre 2.0 ist Renault im McLaren-Fahrwasser unterwegs.

    Irgendwie kommt einem alles bekannt vor: erst das Gerücht, dann die Bestätigung, die Suspendierung und die Unschuldsbeteuerungen. Was McLaren bis auf die Untersuchung des 2008er Boliden hinter sich hat, steht nun Renault ins Haus: eine ausgewachsene Spionageaffäre. Flavio Briatore spielt im Remake die Rolle von Ron Dennis. Er beteuerte in der Times, dass man sofort nach Bekanntwerden eine Untersuchung gestartet, den verantwortlichen Ingenieur suspendiert und McLaren sowie die FIA informiert habe. "Wir haben Max Mosley alle Informationen, Beweise und Aussagen aller unserer Ingenieure übergeben, die besagen, dass wir niemals ein McLaren-System in unserem Auto benutzt haben."

    Die Informationen seien im Computer und auf den Disketten des Ex-McLaren-Ingenieurs gewesen. "Ich bin zuversichtlich, dass die Informationen nicht benutzt wurden - und nicht nur ich. Wir haben Zeugenaussagen aller involvierten Ingenieure und alle sagen kategorisch, dass das Material keinen Einfluss auf das Design unseres Autos hatte." Solche Aussagen des gesamten Technikerstabes hatte auch McLaren Mercedes - sie wurden trotzdem bestraft.

    Briatore sieht den eigenen Fall jedoch anders. Bei McLaren seien fortlaufend Informationen ausgetauscht worden. Im Fall von Renault sei dies nicht der Fall gewesen. Zudem habe sich McLaren nur kurz das Material angesehen. "Wir wollten ihnen alle Möglichkeiten geben, unsere Computer zu inspizieren und zu sehen, dass es keinen Einfluss auf unser Auto gehabt hat. Aber sie haben das Angebot bislang nicht angenommen."

    Hamilton kennt seine Zukunft

    Hamilton kennt seine Zukunft: Verbleib und WM-Titel bei McLaren

    Jenson Button mag am Wochenende seine Ansicht geäußert haben, dass Lewis Hamilton möglicherweise nie wieder so eine gute Chance auf den WM-Titel bekommen wird, wie in diesem Jahr. Doch dem McLaren-Piloten scheint das relativ egal zu sein. Hamilton glaubt nach wie vor daran, dass er Weltmeister wird und er weiß auch schon, mit welchem Team das passieren wird. "Ich weiß nicht, wie lange ich in der Formel 1 sein werde, aber das Team, bei dem ich jetzt bin, ist das einzige Team, bei dem ich sein will", sagte er gegenüber dem Guardian. Denn dort kenne er die Leute so gut, habe eine tolle Saison gehabt und habe auch eine tolle Möglichkeit erhalten.

    Deswegen ist für Hamilton auch klar: "Ich will Weltmeisterschaften gewinnen und ich will sie für sie gewinnen. Ich sehe meine Karriere mit ihnen zu Ende gehen. Ich fühle nicht, dass es einen anderen Ort gibt, an den ich gehen könnte." Denn für den Briten ist klar, dass McLaren zu den Top Teams der Formel 1 gehört und es würde für ihn keinen Sinn machen, einen Schritt zur Seite oder sogar zurück zu machen. "Ich will der beste Fahrer sein, den es heutzutage gibt", gab sich Hamilton selbstbewusst. Button hatte zu diesem Thema gegenüber der Mail on Sunday gemeint: "Er ist ein großartiger Fahrer, aber es gibt viele großartige Fahrer in der Formel 1, die nicht sein Paket hatten."

    Honda bestätigt: Brawn ist neuer Teamchef

    Honda bestätigt: Brawn ist neuer Teamchef

    Honda bestätigte am Montag, dass Ross Brawn der neue Teamchef des Formel 1-Teams wird. Nick Fry wird Geschäftsführer.

    Den Vorabmeldungen britischer Medien folgte am Montagmittag die offizielle Bestätigung, dass Ross Brawn in Zukunft als Teamchef von Honda fungieren wird. Dabei wird er die Verantwortung über die Bereiche Design, Herstellung, Ingenieurswesen und Renneinsatz innerhalb des Formel 1-Teams übernehmen. Nick Fry wird in die Rolle des Geschäftsführers rücken. Damit ist auch klar, dass die Teamstruktur bei Ferrari im kommenden Jahr wohl größtenteils unverändert bleibt - das italienische Team hatte über den Sommer immer als erste Anlaufstelle von Brawn gegolten.

    Fry sah damit eine seiner wichtigsten Aufgaben der letzten Monate als erfüllt an, in denen er versuchte, einige wichtige neue Mitarbeiter zur Mannschaft zu holen. Vor allem in den Bereichen Aerodynamik, Design, Ingenieurswesen, Marketing und beim Rennteam hat er Verstärkungen geholt. "Die heutige Bekanntgabe, dass Ross Brawn zu unserem Team kommt, ist ein zufrieden stellender Abschluss in dem Prozess, das Team aufzufrischen und neu zu beleben. Ross braucht keine weitere Vorstellung. Seine Erfahrung beim Gewinn von Weltmeisterschaften in der Formel 1 wird entscheidend sein, wenn wir versuchen, Honda wieder in Titel-Reichweite zu bringen und ich freue mich, dass wir zusammenarbeiten werden, um das zu erreichen."

    Dem Anlass angemessen war auch Brawn selbst sehr von seiner neuen Position bei Honda angetan - eine Position, die er wohl auch bei Ferrari angestrebt hatte, aber anscheinend nicht bekam. "Honda hat ein stolzes Erbe in der Formel 1 und die Möglichkeit, dem Team dabei zu helfen, sein Potential zu realisieren, ist eine fantastische Herausforderung für mich. Das Team hat schon einen guten Job dabei gemacht, genau die Zukunft zu überdenken und hat viel Zeit damit verbracht, die richtigen Leute und gute Ingenieursarbeit zu sichern, damit die Ziele erreicht werden können", erklärte Brawn. Er war auch nicht darum verlegen, zu betonen, dass er Honda wieder auf die Siegerstraße zurückbringen möchte.

    Aus gegebenem Anlass äußerte sich auch Hiroshi Oshima, der der Führungsriege der Honda Motor Corporation angehört. Er zeigte sich mit der neuen Struktur zufrieden, die beim Formel 1-Team eingeführt wurde und glaubte an den zukünftigen Erfolg des Rennstalls. "Es wurden viele Überlegungen in jene Bereiche gesteckt, die wir verbessern müssen und ich bin zuversichtlich, dass wir eine starke Basis für die Zukunft haben. Die Verpflichtung von Ross Brawn wird die Erfahrung von WM-Titeln zu uns bringen und auch eine technische Vision. Ich erwarte, dass Ross und Nick Fry, der sich nun voll auf die kommerziellen und geschäftlichen Aspekte des Unternehmens konzentrieren kann, eng zusammenarbeiten und Honda Erfolg in der Formel 1 bringen", sagte Oshima. Als Mittelsmann zwischen Japan und dem Team wird Shuhei Nakamoto dienen, der quasi als Stellvertreter von Brawn fungieren wird. Brawn selbst wird seine Arbeit am 26. November aufnehmen.