Interessantes zu Formel 1 im Jahr 2007

    Offizielles Endergebnis GP Australien

    Offizielles Endergebnis GP Australien

    58 Runden á 5,303 km/307,574 km

    Rang, Name, Land, Team, Zeit
    1. Kimi Räikkönen, Finnland, Ferrari, 1:25:28,770 Std.
    2. Fernando Alonso, Spanien, McLaren-Mercedes, + 0:07,242 Min.
    3. Lewis Hamilton, Großbritannien, McLaren-Mercedes, + 0:18,595
    4. Nick Heidfeld, Mönchengladbach, BMW-Sauber, + 0:38,763
    5. Giancarlo Fisichella, Italien Renault, + 1:06,469
    6. Felipe Massa, Brasilien, Ferrari, + 1:06,805
    7. Nico Rosberg, Wiesbaden, Williams, + 1 Runde
    8. Ralf Schumacher, Kerpen, Toyota, + 1 Runde
    9. Jarno Trulli, Italien, Toyota, + 1 Runde
    10. Heikki Kovalainen, Finnland, Renault, + 1 Runde
    11. Rubens Barrichello, Brasilien, Honda, + 1 Runde
    12. Takuma Sato, Japan, Super Aguri, + 1 Runde
    13. Mark Webber, Australien, Red Bull, + 1 Runde
    14. Vitantonio Liuzzi, Italien, Toro Rosso, + 1 Runde
    15. Jenson Button, Großbritannien, Honda, + 1 Runde
    16. Anthony Davidson, Großbritannien, Super Aguri, + 2 Runden
    17. Adrian Sutil, München, Spyker, + 2 Runden

    Ausfälle:
    Christijan Albers, (Niederlande), Spyker, (11 . Runde)
    Scott Speed, (USA), Toro Rosso, (29 . Runde)
    Robert Kubica, (Polen), BMW-Sauber, (37 . Runde)
    David Coulthard, (Großbritannien), Red Bull, (49 . Runde)
    Alexander Wurz, (Österreich), Williams, (49 . Runde)

    Schnellste RundeSchnellste Rennrunde:
    Kimi Räikkönen (Ferrari) 1:25,235 Min.

    Trainingsschnellster:
    Kimi Räikkönen (Ferrari) 1:26,072 Min.

    Nächstes Rennen:
    GP Malaysia am 8. April in Sepang

    Infos zu den einzelnen Teams

    Infos zu den einzelnen Teams

    Scuderia Toro Rosso

    Fahrer / Startnr:
    Vitantonio Liuzzi (Italien) / 18
    Scott Speed (USA) / 19
    Testfahrer: Neel Jani (Schweiz)
    Teamchef: Franz Tost
    Technischer Direktor: Alex Hitzinger
    Bolide: STR 02
    Motor: Ferrari 056
    F 1 Debüt: 2006 Bahrain
    Homepage: www.scuderiatororosso.com

    Ist der STR2 eigentlich ein RB3? Um den neuen Boliden der «Scuderia Toro Rosso» entbrannte schon vor der offiziellen Präsentation ein heftiger Streit. Optisch ähnelt der STR2-Renner seinem «großen Bruder» von Red Bull Racing gewaltig. Den direkten Toro-Rosso-Konkurrenten Spyker und Williams war das ein Dorn im Auge und sie drohten unverhohlen mit einer Klage. Die beiden Rennställe forderten, dass Toro Rosso keine Konstrukteurspunkte erhalten sollte, weil nach deren Ansicht nur Konstrukteure, die ihr Auto selbst entwickelt und gebaut haben, für die WM berücksichtigt werden dürfen. Sowohl beim STR2 als auch beim RB3 hatte Formel-1-Stardesigner Adrian Newey seine Finger mit im Spiel.

    «Scuderia Toro Rosso»-Miteigentümer Gerhard Berger trat diesen Gerüchten energisch entgegen. Es sei definitiv nicht das gleiche Auto. Zwar werde ein modifiziertes Red-Bull-Racing-Chassis verwendet, aber der Motor und viele andere Dinge seien ganz anders. Der Österreicher erklärte auch, dass er sich vorher bei verschiedenen Gremien erkundigt hätte. Unabhängig von dem Streit sieht der ehemalige Formel-1-Pilot der zweiten Saison seines Rennstalls optimistisch entgegen. «Wir werden keine Pole Positions oder Siege einfahren, aber wir haben uns als Team weiterentwickelt und wir müssen nach vorne kommen, um ein paar der größeren Teams ärgern zu können», sagte Berger bei der Präsentation des STR2. Besonders stolz ist er auf den Ferrari-Motor, der im Heck des Boliden für die nötige Power sorgen soll. Der Vorgänger sei im Vergleich zum STR2 ein Lastwagen gewesen.

    Wie im Vorjahr setzen die «Roten Bullen» auf ihre Stammpiloten Vitantonio Liuzzi und Scott Speed. Während der Italiener frühzeitig für das erste Cockpit nominiert wurde, gab es bei dem US-Boy noch vertragliche Ungereimtheiten. Beide Fahrer kommen aus dem hauseigenen Jugendteam von Red Bull. Warum sich der Energy-Drink-Hersteller Red Bull neben seinem ersten Racing-Team mit der «Scuderia Toro Rosso» quasi ein B-Team leistet, liegt auf der Hand: Das Ende 2005 von Minardi übernommene Formel-1-Paket bietet dem millionenschweren Sponsor eine vergleichsweise günstige Plattform für die zahlreichen Nachwuchsfahrer, die so in der harten Motorsportrealität wichtige Erfahrungen gegen die Alonsos und Räikkönens sammeln können.


    Super Aguri F1 Team

    Fahrer / Startnr:
    Takuma Sato (Japan) / 22
    Anthony Davidson (Großbritannien) / 23
    Testfahrer: Sakon Yamamoto (Japan)
    Teamchef: Aguri Suzuki
    Technischer Direktor: Mark Preston (Australien)
    Bolide: SA 07
    Motor: Honda RA807E
    F 1 Debüt: 2006 Bahrain
    Homepage: www.saf1.co.jp

    Auch in seinem zweiten Jahr befindet sich das japanische Team Super Aguri F1 weiterhin in seiner Lehrzeit in der Formel 1. Doch natürlich soll der Realität gewordene «Lebenstraum» von Teamchef Aguri Suzuki 2007 im Vergleich zu seiner Debütsaison eine Entwicklung nachweisen. Dabei durften die Verantwortlichen insgesamt durchaus zufrieden sein, hatten Experten den Rückstand auf Teams aus dem Mittelfeld doch im Vorfeld noch größer vermutet. «Ich habe das Gefühl, dass wir dieses Jahr mehr unter Druck stehen», sagt Teamgründer Suzuki dennoch.

    War das Team 2006 zunächst sogar mit einem drei Jahre alten Wagen des früheren Formel-1-Teams Arrows an den Start gegangen, gab es auch im Vorfeld der neuen Saison Probleme mit dem Auto. Die Konkurrenz, vor allem das neue Spyker-Team, bezweifelte, dass der Super-Aguri-Bolide regelkonform sei. Es handele sich vielmehr um ein unzulässiges Honda-Kundenchassis, obwohl jedes Team laut Reglement sein eigenes Chassis bauen muss. Und dann fiel das umstrittene Auto zu Jahresbeginn auch noch durch einen Crashtest des Weltverbandes FIA.

    Hoffnung setzen die Japaner in ihr neu zusammen gestelltes Fahrerduo. Der Japaner Takuma Sato, der zu Saisonbeginn 69 Grand-Prix-Starts aufwies und damit mittlerweile über eine durchaus erkleckliche Formel-1-Erfahrung verfügt, ist als Nummer eins und zugleich als Identifikationsfigur besonders wichtig für das Team, auf dessen Homepage in großen Buchstaben der Slogan «Born in Japan» prangt. Aber auch der zuvor als Honda-Testfahrer beschäftigte Brite Anthony Davidson soll seinen Teil zur Weiterentwicklung des Teams beitragen. Das Ziel für die aktuelle Saison: Weg vom letzten Rang in der Konstrukteurswertung.


    Red Bull Racing

    Fahrer / Startnr:
    David Coulthard (Großbritannien) / 14
    Mark Webber (Australien) / 15
    Testfahrer:
    Robert Doornbos (Niederlande)
    Michael Ammermüller (Deutschland)
    Teamchef: Christian Horner
    Technischer Direktor: Adrian Newey
    Bolide: Red Bull RB 3
    Motor: Renault RS 27
    F 1 Debüt: 2005 Australien
    Größte Erfolge: 7. Platz 2006
    Saison 2006: 7. der Konstrukteurs-WM
    Homepage: www.redbull-racing.com

    Die Hoffnungen bei Red Bull in dieser Saison werden genährt von einem Namen: Adrian Newey. Der Rennstall aus Österreich möchte im dritten Formel-1-Jahr endlich den Anschluss an die Spitze schaffen und mit sportlichen Resultaten und nicht nur mit den besten Partys glänzen.

    Nach der Verpflichtung des Stardesigners Newey wurden bereits 2006 alle Aktivitäten dem neuen RB 3 untergeordnet. Ab dem Sommer wurden die Kräfte im Werk in Milton Keynes in England gebündelt, um frühzeitig das neue Auto entwickeln zu können. Die aktuelle Saison wurde mit dem gerade notwendigen Aufwand «abgewickelt» und schlechtere Platzierungen und Ergebnisse wurden damit bewusst in Kauf genommen. Um Newey wurde ein neues Team nach dessen Wünschen zusammengestellt.

    Die auffälligsten äußerlichen Änderungen des neuen RB 3 lassen sich am vorderen Teil des Autos erkennen. Während der Flügel sichtbar gewölbt ist, hat sich die Nase des größtenteils in dunkelblau gehaltenen Boliden stark nach unten geneigt. Insgesamt ist der Bolide sehr tailliert. Neben dem neuen Design erhofft sich Red Bull von seinem neuen Motorenpartner Renault eine bessere Unterstützung im Vergleich zu Ferrari im vergangenen Jahr. Neu sind für die «Roten Bullen» auch die Reifen des Einheits-Ausrüsters Bridgestone.

    Bei den Fahrern setzt Red Bull auf Erfahrung und Entwicklungsgespür. Mit David Coulthard hat Newey schon bei McLaren-Mercedes zusammengearbeitet. Der Schotte schaffte 2006 in Monaco mit Rang drei des ersten Sprung auf das Siegerpodium für Red Bull. Daneben löst der Australier Mark Webber die erfolglose Kombinationen Christian Klien/Richard Doornbos (der allerdings mit dem Deutschen Michael als Testfahrer weiter im Team ist) ab.

    Als Ziel hat sich Red Bull konstante Platzierungen in den Punkterängen sowie den ein oder anderen Podestplatz vorgenommen. In der Konstrukteurswertung wollen sie unter die besten Fünf.


    Scuderia Ferrari

    Fahrer / Startnr:
    Felipe Massa (Brasilien) / 5
    Kimi Räikkönen (Finnland) /6
    Testfahrer:
    Luca Badoer (Italien)
    Marc Gené (Spanien)
    Teamchef: Stefano Domenicali
    Technischer Direktor: Mario Almondo
    Bolide: F2007
    Motor: Ferrari 056
    F 1 Debüt: 1950 Monaco
    Größte Erfolge: Konstrukteurs-Weltmeister: 1961, 1964, 1975-1977, 1979, 1982, 1983, 1999-2004
    Fahrer-Weltmeister: 1952, 1953, 1956, 1958, 1961, 1964, 1975, 1977, 1979, 2000-2004
    Saison 2006: 2. der Konstrukteurs-WM
    Homepage: www.ferrari.com

    Rundumschlag bei Ferrari: Nach dem Rücktritt von Rekord-Weltmeister Michael Schumacher hat Stammpilot Felipe Massa mit dem Finnen Kimi Räikkönen einen neuen Fahrer-Kollegen bekommen und auch die Besetzung am Kommandostand der «Roten» ist kräftig durcheinander gewirbelt worden. Nur eines ist geblieben: Die Sehnsucht nach dem WM-Titel.

    «In diesem Jahr gibt es nur ein Ziel: Den Titel zu gewinnen. Das kann gar nicht anders sein», gab Ferrari-Boss Luca di Montezemolo die Order nach zwei weniger erfolgreichen Jahren aus. «Wir brauchen dazu Zuverlässigkeit, Zuverlässigkeit und nochmals Zuverlässigkeit», fügte er hinzu: «Wäre unser Auto in der vergangenen Saison zu Beginn zuverlässiger gewesen, hätten wir den Weltmeister-Titel gewonnen.»

    Dem von McLaren-Mercedes geholten Räikkönen traut di Montezemolo den Gewinn der Weltmeisterschaft zu. «Er ist konzentriert und schnell. Ich glaube, es ist der richtige Moment zum Siegen in seiner Karriere gekommen.» Eine Hierarchie wird es unter den aber Fahrern nicht geben. «Ferrari will gewinnen, und egal mit wem», meinte der Ferrari-Chef. Massa wird diese Worte gerne hören.

    Mit dem Abtritt der Erfolgstroika Schumacher-Todt-Brawn hat im italienischen Rennstall ein neues Zeitalter begonnen. Nach Schumachers Rücktritt und Todts Aufstieg zum Ferrari-Generaldirektor hat sich auch noch der bisherige Technische Direktor und Chefstratege Ross Brawn in einen einjährigen Urlaub abgemeldet. Todt bleibt immerhin der starke Mann im Hintergrund. Sein Nachfolger als Teammanager Stefano Domenicali, der neue Technik-Direktor Mario Almondo ersetzt Brawn. Renn-Rentner Schumacher nimmt die Rolle als Ratgeber ein. Der Kerpener soll seine einmalige Erfahrung an das Team weitergeben. Einen derart radikalen Personalwechsel wie die Scuderia hat kein anderes Team für die neue Formel-1-Saison riskiert.

    Ferrari hat nicht nur seine Führung, sondern auch seine Struktur komplett umgekrempelt. Jetzt haben nicht mehr nur zwei Personen wie bislang Todt und Brawn das alleinige Sagen. Domenicali (41) und Almondo (42), die beide 1991 am gleichen Tag bei Ferrari begonnen haben, verstehen ihre Aufgabe mehr als Koordinatoren und haben deutlich weniger Machtbefugnis. Die zweite Führungsebene mit Aldo Costa (Design), Nicolas Tombazis (Aerodynamik), Gilles Simon (Motoren) und Luca Baldisseri (Rennstrategie) rückt stärker in den Vordergrund.

    Allerdings hält der sich aus dem Tagesgeschäft zurückziehende Todt im Hintergrund weiterhin die Fäden zusammen. «Er ist immer noch der Boss, hat aber nicht die Zeit, alle Einzelheiten zu verfolgen», schilderte sein Nachfolger Domenicali das wahre Kräfteverhältnis. «Todt kommt nach wie vor zu den Grand Prix, aber vielleicht nicht das ganze Wochenende.» Almondo erklärt, dass der Franzose natürlich wie jeder Chef eine «von uns getroffene Entscheidung korrigieren» könne.

    Das neue Team hat enorme Anstrengungen unternommen, um eine konkurrenzfähige «rote Göttin» für die neue Saison zu schmieden. Der «F 2007» unterscheidet sich erheblich vom Vorgängermodell 248 F1. Wegen der Sicherheitsauflagen des Internationalen Automobil-Verbandes FIA wiegt der neue Wagen fast zehn Kilogramm mehr. Das Chassis wurde stark verändert. Die Vorderradaufhängung wurde neu konzipiert. Das Kühlsystem wurde überarbeitet, wodurch die Seitenkästen anders geformt sind. Das Heck wirkt schmaler. Das Getriebe wurde mit einem Schnellschaltsystem ausgestattet. Zudem wurde der Radstand verlängert. Für das Ferrari-Duo Räikkönen/Massa stand nach den ersten Testrunden unisono fest: «Dieses Auto ist schon schneller als sein Vorgänger F 248.»


    Spyker F1 Team

    Fahrer / Startnr:
    Christijan Albers (Niederlande) / 20
    Adrian Sutil (Deutschland) / 21
    Testfahrer:
    Markus Winkelhock (Deutschland)
    Giedo van der Garde (Niederlande)
    Teamchef: Colin Kolles
    Technischer Direktor: Mike Gascoyne
    Bolide: Spyker F8-VII
    Motor: Ferrari 056
    F 1 Debüt: 2006 Bahrain
    Homepage: www.spykerf1.com

    Mit bescheidenen Zielen geht das Spyker-Team in seine erste komplett eigenständige Formel-1-Saison. «Dies ist ein Übergangsjahr für uns», sagte der deutsche Teamchef Colin Kolles bei der Präsentation des ganz orange lackierten Spyker-Ferrari. «Zielflaggen» seien für die beiden Piloten Adrian Sutil aus Gräfelfing und den Niederländer Christijan Albers die erste Vorgabe.

    Ein Konsortium um den niederländischen Hersteller von Edelkarossen hatte in der vergangenen Saison beim Großen Preis von Italien den Kauf des Rennstalls MF1 Racing bekannt gegeben. Der mehrfache Millionär Michiel Mol übernahm den Chefposten für 84 Millionen Euro von Alexander Schnaider. Dieser hatte das Jordan-Team, das anstelle von guten Resultaten zumeist wegen Aktivitäten abseits der Strecke von sich reden machte, erst im Vorjahr mit Hilfe russischer Investoren unter neuem Namen in der Weltmeisterschaft antreten lassen.

    Große Hoffnungen setzt Spyker auf den Ferrari-Motor. Beim Chassis handelt es sich um eine Weiterentwicklung des Vorjahresmodells von MF1 Racing. Der erst am 1. November zum Team gestoßene frühere Technische Direktor von Toyota, Star-Konstrukteur Mike Gascoyne, willwährend der Saison eine «B-Stufe» bringen. Damit soll Spyker konkurrenzfähiger werden und möglichst auch in die Punkteränge fahren können. Wichtiger als der sportliche Erfolg scheint dem Geschäftsmann Mol allerdings zu sein, dass viele junge Fans sich ein Poster von einem Spyker-Auto über das Bett hängen und «dann kaufen sie sich vielleicht mal so ein Auto, wenn sie erwachsen sind.»

    Der 24 Jahre alte Sutil will die Chance in seinem ersten Formel-1-Jahr nutzen, bleibt aber dennoch bescheiden. «Ich will beim Aufbau helfen», nennt der Newcomer mit deutschem Pass und uruguayischen Wurzeln sein persönliches Ziel. Weiterhin als Testfahrer dabei ist Markus Winkelhock, Sohn des 1985 tödlich verunglückten Rennpiloten Manfred Winkelhock.


    McLaren-Mercedes

    Fahrer / Startnr:
    Fernando Alonso (Spanien) / 1
    Lewis Hamilton (Großbritannien) / 2
    Testfahrer:
    Gary Paffett (Großbritannien)
    Pedro de la Rosa (Spanien)
    Teamchef: Ron Dennis
    Mercedes-Motorsportchef: Norbert Haug
    Bolide: MP4-22
    Motor: Mercedes-Benz FO 108T
    F 1 Debüt: 1966 Monaco
    Größte Erfolge: Konstrukteurs-Weltmeister: 1974, 1984, 1985, 1988-1991, 1998
    Fahrer-Weltmeister: 1974, 1976, 1984-1986, 1988-1991, 1998, 1999
    Saison 2006: 3. der Konstrukteurs-WM
    Homepage: www.mclaren.com

    Mit einem großen Knall hat McLaren-Mercedes die Formel 1-Saison 2007 eingeläutet und dabei neue Maßstäbe gesetzt. Statt wie die meisten Rennställe das Team vor einem erlauchten Kreis von Journalisten zu präsentieren, haben die Silberpfeile auf den Straßen der spanischen Metropole Valencia für ein Rennspektakel der besonderen Art gesorgt.

    Ein zugegebenermaßen ungewohnter Anblick beim sonst eher zurückhaltenden britisch-deutschen Rennstall. Vielleicht aber auch ein Zeichen des Umbruchs, denn 2007 hat sich bei McLaren-Mercedes vieles verändert. Manche Entscheidungen gehen sogar so weit, dass man glauben könnte Eddie Jordan hätte seine Finger im Spiel.

    Die Rede ist dabei von der sehr auffälligen neuen Fahrerpaarung. Auf der einen Seite der Wechsel des spanischen Weltmeisters Fernando Alonso von Renault zu den Silbernen und zum anderen die Verpflichtung eines absoluten Formel-1- Neulings Lewis Hamilton. Mit Fernando Alonso hat sich McLaren-Mercedes schon vor Beginn der Saison 2006 den besten und komplettesten Fahrer gesichert. Nach dem Abschied von Michael Schumacher dürfte nur sein Vorgänger Kimi Räikkönen in der gleichen Liga fahren, allerdings gilt Alonso als der bessere Entwickler.

    Der Brite Lewis Hamilton ist dagegen ein echter Rookie, gilt aber als Riesentalent genießt das uneingeschränkte Vertrauen seines Teamchefs Ron Dennis. Er wird bereits seit Jahren von McLaren gefördert. Der 22-jährige könnte als erster Farbiger in der Formel-1-Geschichte schreiben.

    Endlich soll nach sieben Jahren der Titel wieder her und die Blamage von 2006 \x{2013} erstmals seit zehn Jahren blieb das Team ohne einen Grand-Prix-Sieg - wettgemacht werden. Am MP 4-22 wurde intensiv gearbeitet, vor allem die Belastbarkeit und Standfestigkeit des Motors standen auf dem Prüfstand. Die Wintertest wurden außerdem genutzt, um sich an die neuen Bridgestone-Reifen zu gewöhnen.

    McLaren-Mercedes strotzt nach außen geradezu vor Selbstbewusstsein. Der Titel als Ziel wird so offen propagiert wie nie zuvor. Sogar Teamchef Ron Dennis wählte bei der Präsentation ungewohnt deutliche Worte: «Wir müssen siegen, es gibt keine Entschuldigungen». «Wenn wir härter arbeiten als die Konkurrenz, werden wir das auch tun», stellte auch Alonso klar.


    Renault F1 Team

    Fahrer / Startnr:
    Giancarlo Fisichella (Italien) / 3
    Heikki Kovalainen (Finnland) /4
    Testfahrer:
    Ricardo Zonta (Brasilien)
    Nelson Piquet jr. (Brasilien)
    Teamchef: Flavio Briatore
    Technischer Direktor: Bob Bell
    Bolide: Renault R27
    Motor: Renault RS 27
    F1 Debüt: 1977 Großbritannien
    Größte Erfolge: Konstrukteurs-Weltmeister: 2005, 2006
    Fahrer-Weltmeister: 2005, 2006
    Saison 2006: 1. der Konstrukteurs-WM
    Homepage: www.renaultf1.com

    Wer bei Renault nach dem Weggang von Doppel-Weltmeister Fernando Alonso eine neue Bescheidenheit oder gar Unsicherheit hinsichtlich der eigenen Stärke erwartet hatte, sah sich schon bei der Präsentation des neuen R27 getäuscht. Teamchef Flavio Briatore nutzte die Gelegenheit zu einer Kampfansage an die Konkurrenz und rief das «Titel-Triple» als Ziel aus. «Wir kämpfen in jedem Rennen um das Podium», kündigte der Italiener an.

    Ziel sei es, den Titel in der Fahrer- wie auch der Konstrukteurswertung zu verteidigen. Auch die übrigen Verantwortlichen rechnen sich gute Chancen aus und zählen sich nach vier Weltmeisterschaften in den vergangenen beiden Jahren mit breiter Brust zu den Titelanwärtern. «Mit dem jeweils doppelten Titelgewinn 2005 und 2006 haben wir uns als Hauptkraft in der Formel 1 etabliert», sagt Alain Dassas, der Formel-1-Präsident des französischen Automobilkonzerns. Das Team wolle auch 2007 beide Titel holen.

    Doch bei allem zur Schau getragenen Selbstbewusstsein bleibt die Frage, wie gut das Team den Verlust seiner spanischen Galionsfigur an die Konkurrenz von McLaren-Mercedes verkraftet. Mit der bisherigen Nummer 2, dem Italiener Giancarlo Fisichella, und dem finnischen Newcomer Heikki Kovalainen, der seit 2004 Testfahrten für Renault absolvierte, scheint die «equipe jaune» ein schwächeres Fahrerduo zu haben als Ferrari (Kimi Räikkönen/Felipe Massa) und McLaren-Mercedes (Alonso/Lewis Hamilton). Alonsos bisheriger Mentor Briatore will davon nichts wissen. «Wir glauben an unsere Wahl und wir sind zuversichtlich wieder äußerst erfolgreich zu sein», sagt er. Die wichtigste Basis für den Erfolg der vergangenen Jahre sei ohnehin der Teamgeist bei Renault: «2007 ist eine fantastische Gelegenheit, dies zu zeigen.»

    Von existenzieller Bedeutung wird dabei sein, ob der R27 über die Zuverlässigkeit der vorherigen Modelle verfügt und zugleich beim Speed mit den anderen Topautos mithalten kann. Mit einer Lackierung in blau, weiß und orange, den Farben des neuen Hauptsponsors (die niederländische Großbank «ING»), sieht der neue Bolide immerhin ganz anders aus als seine Vorgänger, nur die Nase hat noch das charakteristische Gelb. Ein wenig erinnert die stark veränderte Optik an eine neue Frisur oder Haarfarbe, die sich jemand zum Zeichen des Neuanfangs nach einer gescheiterten Beziehung zulegt. Ob der abtrünnige Fernando Alonso ab und an eifersüchtig auf sein Ex-Auto schielen wird, muss sich im Laufe der Saison zeigen.


    Toyota Racing

    Fahrer / Startnr:
    Ralf Schumacher (Deutschland) / 11
    Jarno Trulli (Italien) / 12
    Testfahrer: Franck Montagny (Frankreich)
    Teamchef: Tsutomu Tomita
    Technischer Direktor: Pascal Vasselon
    Bolide: TF 107
    Motor: Toyota RVX-07
    F 1 Debüt: 2002 Australien
    Größte Erfolge: 4. der Konstrukteurs-WM 2005
    Saison 2006: 6. der Konstrukteurs-WM
    Homepage: www.toyota-f1.com

    In der Kölner Formel-1-Schmiede von Toyota steht das gesamte Team mit dem Rücken zur Wand. In der aktuellen Saison muss nach fünf erfolglosen Jahren in der Prestige-Klasse des Motorsports der erste Grand-Prix-Sieg her.

    Ein weiteres Jahr im grauen Mittelfeld der F1-Konkurrenz kann sich der japanische Autohersteller, dem sein Rennsport-Auftritt immerhin ein Jahresbudget von 400 Millionen Euro wert ist, nicht leisten. Doch vom Durchbruch 2007 scheinen nicht alle 800 Angestellten gleichermaßen überzeugt zu sein. Motorsport-Präsident John Howett ist immerhin «optimistisch, dass wir den ersten Sieg holen und dann auch einmal in der Lage sind, um den WM-Titel zu kämpfen». Eine selbstbewusste Kampfansage hört sich anders an. Auch Ralf Schumachers Kommentar gleicht eher einem Durchhalte-Mantra, als einer Siegesformel: «Ich liebe meinen Job und genieße es, Teil dieses Teams zu sein.» Für Toyota zu arbeiten würde «immer interessanter», weil er sich «innerhalb der Toyota-Struktur sehr wohl fühle».

    Bereits 2005 hatte man sich bei Toyota mit einem vierten Platz in der Konstrukteurswertung und einigen Podest-Ergebnissen etwas vorschnell unter den Top-Teams der Formel 1 gewähnt. 2006 stotterte das unzuverlässige Auto allzu häufig und Toyota reihte sich noch hinter Erzrivale Honda und BMW Sauber als enttäuschender Sechster in die Rangliste ein. Zudem konnten die Piloten Ralf Schumacher und Jarno Trulli auch noch keinen Sieg einfahren. «Wir müssen uns bei unseren Fans und Sponsoren entschuldigen», zog Teamchef Tsutomu Tomita nach dem 87. Toyota-Start eine farblose Bilanz.

    Für einen Neuanfang soll jetzt der Technische Direktor Pascal Vasselon sorgen. Der ehemalige Michelin-Ingenieur löste seinen Vorgänger Mike Gascoyne noch im vergangenen Jahr ab. Dementsprechend hat das neue Gesicht des aktuellen Rennwagens «TF 107» nahezu keine Ähnlichkeit mit dem ausgemusterten Modell. «Wir haben fast nichts vom TF 106B übernommen, eigentlich sind nur die Sitzgurte gleich», sagte der verantwortliche Franzose bei der Präsentation im Januar. Auffällig ist die schmalere Nase, die auch stärker nach unten gebogen ist. Die Frontaufhängung ist komplett neu, die Seitenkästen sind aerodynamischer gestaltet. Der Motor und das Getriebe rückten weiter nach vorn.


    Honda Racing F1 Team

    Fahrer / Startnr:
    Jenson Button (Großbritannien) / 7
    Rubens Barrichello (Brasilien) / 8
    Testfahrer:
    Christian Klier (Österreich)
    James Rossiter (Großbritannien)
    Teamchef: Nick Fry
    Technischer Direktor: Shuhei Nakamoto
    Bolide: RA 107
    Motor: RA 807 E
    F 1 Debüt: 2000 Australien
    Größte Erfolge: Konstrukteurs-WM: 2. Platz 2004
    Fahrer-WM: 3. Platz 2004
    Saison 2006: 4. der Konstrukteurs-WM
    Homepage: www.hondaracingf1.com

    Honda will endlich den Anschluss an die großen Drei \x{2013} Ferrari, McLaren-Mercedes, Renault \x{2013} schaffen. Zu Höchstleistungen waren die Japaner 2006 zwar fähig, doch fehlte dem Team aus dem Land der aufgehenden Sonne bisher immer die Kontinuität.

    Einem starken Jahr 2004, in dem Honda hinter Ferrari den zweiten Platz in der Konstrukteurswertung belegte, folgte 2005 der Rückschlag mit der Disqualifikation in San Marino und zwei Rennen Sperre (wegen verbotener Zusatztanks). 2006 dann feierte Honda dank Jenson Button den ersten Rennsieg seit 1967. Zwei weitere Podiumsplätze des Briten verdeutlichten den Aufwärtstrend.

    Mit dem Aufschwung in der zweiten Hälfte der Saison 2006 kam nicht nur der Optimismus, sondern auch ein unbändiger Siegeswille zurück. Der vierte Platz in der Endabrechnung der Konstrukteure zeigt, dass Honda den Abstand zu Renault, Ferrari und McLaren-Mercedes verringern konnte. Die Ankündigung 2007 um den WM-Titel in der «Königsklasse» mitzufahren war nur eine logische Konsequenz.

    Teamchef Nick Fry sieht das Team auf Augenhöhe mit den Topteams. Ihm stehen viermal so viele Aerodynamiker zur Verfügung wie im Jahr zuvor und auch in die Fertigung wurde mehr investiert. Fry zeigt sich zuversichtlich: «Jetzt haben wir das, was nötig ist um ganz vorn in der Startaufstellung zu stehen.» Vor allem von der Nutzung des neuen zweiten Windkanals verspricht sich das Team einen Entwicklungsschub.

    Die Asiaten setzen auf Kontinuität. «Wir wollen 2007 auf den letzten Teil der Saison 2006 aufbauen», sagte Fry. Das Führungspersonal und die beiden Stammfahrer, Jenson Button und Rubens Barrichello, sind geblieben. Jenson Button legte 2006 ein starke letztes Saisondrittel hin und will erneut um Podestplätze kämpfen. Der Brite schloss die Saison mit dem sechsten Platz in der Fahrerwertung ab - Barrichello wurde Siebter.

    Das Honda Racing Team ist inzwischen fest in der Hand der «Nippon-Boys». Während es 2006 noch Komponenten vom ehemaligen Partner BAR gab, so ist der RA 107 die erste komplette Eigenentwicklung aus dem Hause Honda. Die Fahreigenschaften des neuen Rennwagen befand Button bei den ersten Tests als sehr gut, allerdings bemängelte er den Topspeed im Vergleich mit der Konkurrenz. Die Bezeichnung RA bezieht sich übrigens auf die Anfänge der Japaner in der «Königsklasse» zu Beginn der 1960er Jahre. Auch die neue V8-Kraftmaschine erhielt die RA-Typenbezeichnung.


    BMW Sauber F1 Team

    Fahrer / Startnr:
    Nick Heidfeld (Deutschland) / 9
    Robert Kubica (Polen) / 10
    Testfahrer:
    Sebastian Vettel (Deutschland)
    Timo Glock (Deutschland)
    BMW Motorsport Direktor: Mario Theissen
    Technischer Direktor: Willy Rampf
    Bolide: BMW Sauber F1.07
    Motor: BMW P86/7
    F 1 Debüt: 2006 Bahrain
    Saison 2006: 5. der Konstrukteurs-WM
    Homepage: www.bmw-sauber-f1.com

    BMW-Sauber will in seiner zweiten Formel-1-Saison den Angriff auf die Top Vier der Branche starten. «Wenn die Spitzenteams schwächeln, wollen wir zur Stelle sein», gab BMW-Motorsportchef Mario Theissen die Parole für das Jahr 2007 aus. Der Rückstand auf Renault, Ferrari, McLaren-Mercedes und Honda soll drastisch verkleinert werden. 50 Punkte trennten BMW-Sauber in seiner Premierensaison noch vom vierten Rang in der Konstrukteurswertung. Dabei hatte das Team mit dem fünften Platz allerdings die selbstgesteckten Ziele klar übertroffen.

    Nun will BMW-Sauber aus eigener Kraft den Sprung aus Podium schaffen, nachdem die dritten Plätze vom Mönchengladbacher Nick Heidfeld und dem Polen Robert Kubica in der vergangenen Saison noch durch Ausfälle der Konkurrenz begünstigt gewesen waren. Von Siegen will man beim BMW-Werksteam aber noch nichts wissen. «Siege aus eigener Kraft sind in diesem Jahr noch nicht realistisch», betonte Theissen. Die sollen 2008 folgen, «2009 wollen wir um die WM mitfahren».

    Theissen vertraut dabei erneut seinen Stammfahrern Heidfeld und Kubica, der im Laufe der vergangenen Saison Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve abgelöst hatte. Als Testpiloten stehen mit Sebastian Vettel und Timo Glock zudem zwei hoffnungsvolle deutsche Piloten parat. Routinier Heidfeld braucht aber angesichts der jugendlichen Nachrücker nicht um sein Cockpit zu fürchten. «Er ist schnell, er ist zuverlässig, und er besitzt das Know-how, das Team weiterzubringen. Das alles macht ihn zu einer festen Größe», sagte Theissen über den 29-Jährigen Mönchengladbacher. Allerdings gehört dem 19-jährigen Vettel nach Expertenmeinung die Zukunft. Mit zahlreichen Trainingsbestzeiten hat der junge Heppenheimer den arrivierten Formel-1-Piloten bereits mehrfach den Heckflügel gezeigt. Als Testpilot steht er in den Startlöchern, falls Heidfeld oder Kubica ausfallen sollten.

    Die neue «Konkurrenz-Situation» im einzigen rein deutschen Rennstall hat aber bereits vor der Saison bei Heidfeld und Kubica Spuren hinterlassen. Die beiden Stammpiloten kritisierten die interne Regelung, wonach einer von beiden am Freitag beim Training pausieren muss. Stattdessen soll Vettel am Steuer sitzen und Daten für die Grand-Prix-Wochenenden liefern. Wenn er zu entscheiden hätte, würden Robert und er an allen Freitagen fahren, sagte Heidfeld. «Wenn die anderen Teams die Stammpiloten fahren lassen, dann sollten wir es auch machen», pflichtete Kubica seinem Kollegen bei.

    Zufrieden sind beide aber mit ihrem neuen Dienstwagen. Der «F1.07»-Bolide, der sich wieder größtenteils schneeweiß mit den markanten blauen Seitenkästen präsentiert, weist optisch einige Veränderungen zu seinem Vorgänger auf. Die Nase ist kleiner als beim «F1.06», das Chassis insgesamt höher, um bessere Aerodynamik-Werte zu erreichen. Das Heck ist «so schmal wie möglich», erklärte Designer Willi Rampf. Auch Heidfeld war von seinem neuen Renner begeistert. «Es war ein sehr gutes Gefühl», sagte Heidfeld nach der Jungfernfahrt.


    Williams

    Fahrer / Startnr:
    Nico Rosberg (Deutschland) / 16
    Alexander Wurz (Österreich) / 17
    Testfahrer:
    Narain Karthikeyan (Indien)
    Kazuki Nakajima (Japan)
    Teamchef: Sir Frank Williams
    Technischer Direktor: Patrick Head
    Bolide: Williams FW29
    Motor: Toyota RVX-07
    F 1 Debüt: 1973 Argentinien
    Erfolge: Konstrukteurs-Weltmeister: 1980, 1981, 1986, 1987, 1992-1994, 1996, 1997
    Fahrer-Weltmeister: 1980, 1982, 1987, 1992, 1993, 1996, 1997
    Saison 2006: 8. der Konstrukteurs-WM
    Homepage: www.williamsf1.com

    Der Rennstall von Frank Williams gehört zu den erfolgreichsten Teams der Formel 1. Im großen Konzern-Business kämpft Williams trotzdem \x{2013} wie alle Privat-Rennställe \x{2013} um das Überleben. Bisher war das bei Williams kein Problem, weil die Erfolgsbilanz stimmte und sich damit die Sponsorensuche erheblich vereinfachte.

    Doch nachdem das Team in den 90igern die Formel 1 dominierte, sinkt das Leistungsniveau nun beängstigend schnell. Williams lebt zur Zeit eher von seinem guten Ruf als von Erfolgen. Trauriger Höhepunkt war die Saison 2006. Das Team landete mit Rang acht in der Teamwertung weit hinter den eigenen Erwartungen. Größtes Problem: Die Zuverlässigkeit der Rennwagen. Mark Webber und Nico Rosberg kommen auf insgesamt 20 Ausfälle bei 18 Rennen.

    Nach der schwächsten Saison seit über 30 Jahren haben die drei Köpfe, Frank Williams, Patrick Head und Sam Michael, die Mannschaft komplett umgekrempelt. Neuer Schwung soll neue Motivation und den dringend notwendigen Entwicklungssprung bringen. Während Mark Webber zu Red Bull abwanderte, bleibt der Wiesbadener Nico Rosberg auch 2007 dem Team Williams erhalten. Das Cockpit von Webber übernimmt der Österreicher Alexander Wurz. Der 27-jährige gehört bereits seit 2006 als Testfahrer zum Team und gilt als fahrender Ingenieur. Er soll dem Team vor allem auf der Entwicklungsebene wichtige Impulse geben.

    Einen ganz wichtigen Faktor im Konzept von Williams 2007 spielt der neue Motor. Nach einer Übergangslösung mit Cosworth wird der neue FW 29 nun wieder mit V 8-Werksmotoren beliefert, diesmal aus dem Hause Toyota. Bei Williams erhofft man sich damit einen wichtigen Schritt in Richtung Konkurrenz- und Leistungsfähigkeit. Die Testfahrten vor Saisonbeginn waren viel versprechend und lassen einen kleinen Silberstreif am Horizont erkennen.

    «Wir wollen das Auto sprechen lassen», erklärte Frank Williams bei der Team-Präsentation und fügte in neuer Bescheidenheit hinzu: «Wir sollten sagen, dass wir nach einer besseren Zukunft als letztes Jahr suchen. Wir würden eher untertreiben als übertreiben.»

    (Stand: Februar 2007)

    Malaysia: Hitzeschlacht in Sepang

    Malaysia: Hitzeschlacht in Sepang

    Kaum ein anderer Kurs wirkt aus der Vogelperspektive so symmetrisch - doch kaum einer bietet eine solche Vielzahl verschiedenartiger Kurven. Der Sepang International Circuit hält praktisch an jeder Kehre eine neue Herausforderung bereit.

    Trotz der zwei langen Geraden setzen die Teams auf eine Abstimmung mit viel Abtrieb - was unter dem Gesichtspunkt der jederzeit möglichen Regenfälle noch sinnvoller erscheint. Das tropische Malaysia stellt mit seiner feuchtheißen Luft die denkbar ungünstigste Umgebung für Leistungssport dar. Im Rennen verlieren die Grand Prix-Stars rund 1,5 Liter Flüssigkeit - mehr, als sie während des Grand Prix trinken können.

    Entsprechend gilt der Grand Prix als ein echter Härtetest für Mensch und Maschine: Das Rennen ist berüchtigt für die üblicherweise herrschende feuchtheiße Witterung. Der Grand Prix stellt die Piloten und ihr Material somit vor eine der härtesten Aufgaben des Jahres. Viele Fahrer bereiten sich mit speziellen Fitness-Programmen in tropischen Gefilden vor. Reichlich Flüssigkeitszufuhr gilt während des gesamten Wochenendes als oberste Pflicht.

    Ins Schwitzen kommen auch die V10-Triebwerke: Um ihnen etwas mehr Kühlung zu verschaffen, erhöhen die Teams den Luftdurchfluss durch die Seitenkästen, in denen die Kühler untergebracht sind.

    Die Strecke selbst ist mittelschnell und flüssig konzipiert. Die beiden langen Geraden vor und hinter der Haupttribüne verlangen nach guter Motorleistung. Daneben weist der Kurs in der Nachbarschaft des Flughafens von Kuala Lumpur einen Mix aus engen Kurvenkombinationen zu Beginn der Runde und schnellen Richtungswechseln gegen Ende eines Umlaufs auf.
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    VODAFONE MCLAREN MERCEDES VOR DEM GP VON MALAYSIA

    VORBEREITUNG

    VODAFONE MCLAREN MERCEDES VOR DEM GP VON MALAYSIA

    [B]Ist das Team Vodafone McLaren Mercedes nach dem Rennen in Melbourne nach Europa zurück geflogen?


    Die meisten Teammitglieder, darunter das Management, Ingenieure, Mechaniker und Marketing-Mitarbeiter, flogen zurück. 28 Teammitglieder reisten direkt nach Malaysia weiter, da auf dem Sepang Circuit getestet wurde. Zwei weitere Mitarbeiter des Rennteams waren kurz in England, bevor sie ebenfalls für den Test nach Malaysia flogen. Das übrige Team reist ab diesem Sonntag nach Sepang.

    Wo haben Fernando, Lewis und Pedro die Zeit seit dem letzten Rennen verbracht?

    Fernando ist nach dem Australien Grand Prix nach Europa zurückgeflogen. Er fliegt am Montag nach Malaysia. Lewis flog von Melbourne nach Bangkok und verbrachte ein paar Tage in Koh Samui. Er kam am Montag, 26. März für den Test nach Sepang. Nach dem Testende heute verbringt er ein paar Tage auf Bali und kommt am Mittwoch zurück nach Kuala Lumpur. Pedro ist seit letztem Sonntag in Malaysia und testete gemeinsam mit Lewis. Der Spanier war nach Melbourne ein paar Tage in England und arbeitete mit dem Team am Entwicklungsprogramm.

    Wie reagiert das Team auf die hohen Außentemperaturen in Sepang?

    In Malaysia verfügt der Vodafone McLaren Mercedes MP4-22 über ein verbessertes Kühlungssytem, das auf die heißen Temperaturen bei diesem Rennen ausgelegt ist. In den Boxen werden Ventilatoren installiert, um den Technikern und Mechanikern die Arbeit in der großen Hitze zu erleichtern.

    Haben die Fahrer ein besonderes Vorbereitungsprogramm?

    Das Rennen in Malaysia ist wegen der dort herrschenden Hitze und Luftfeuchtigkeit körperlich sehr anstrengend. Bei einer Cockpittemperatur von über 50 Grad Celsius verlieren die Fahrer im Rennverlauf dreieinhalb bis vier Liter Körperflüssigkeit, das beeinträchtigt ihre Leistungsfähigkeit und Konzentration. Eine gute Vorbereitung stellt den Körper auf diese Bedingungen ein. Die Fahrer und anderen Teammitglieder müssen ihre Körper daran gewöhnen, mehr Flüssigkeit aufzunehmen, damit können sie den Verlust leichter ausgleichen. Es reicht allerdings nicht aus, einfach Wasser zu trinken. Um den Verlust an Mineralien und Salzen während des Renneinsatzes bei großer Hitze auszugleichen, wird eine Flüssigkeit mit einer hohen Konzentration an Elektrolyten verwendet. Diese ist auch während der weiteren Rennwochenenden der Saison fester Bestandteil des Ernährungsplans der Fahrer. Die Rehydration setzt sich während des Abends und des gesamten Wochenendes fort. Die Anpassung des Menschen an eine andere Zeitzone findet im physischen und psychischen Bereich statt. Ein leichtes Fitnessprogramm kombiniert mit einem angepassten Schlafrhythmus und einem geänderten Ernährungsplan ist dabei das beste Mittel. Je besser der Fahrer darauf vorbereitet ist, desto leichter kommt sein Körper mit diesem Stress zurecht. Der menschliche Organismus benötigt außerdem ungefähr drei bis vier Tage um sich an die Hitze zu gewöhnen. Nach seiner Ankunft in Malaysia wird Fernando mit seinem Trainer Tennis spielen. Zusätzlich steht noch leichtes Stretching- und Cardio-Training auf dem Programm. Lewis reiste von Melbourne direkt nach Thailand, wo die Bedingungen vergleichbar mit Kuala Lumpur sind und akklimatisierte sich dort durch Lauftraining und Fitnessübungen im Freien.

    www.mercedes-benz.com/motorsport
    DOPPELSIEG

    FERNANDO ALONSO GEWINNT VOR LEWIS HAMILTON

    Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Fernando Alonso und Lewis Hamilton haben beim Grand Prix von Malaysia in Sepang einen Doppelsieg erzielt. Nach 56 Runden fuhr Fernando zum ersten Erfolg für die neue Partnerschaft ins Ziel. Lewis folgte 17,5 Sekunden dahinter. Für McLaren und Mercedes ist es der 45. Grand-Prix-Sieg und der 15. Doppelsieg. Alonso übernahm nach dem zweiten von 17 Rennen die Führung in der Fahrerwertung mit 18 Punkten vor Kimi Räikkönen (Ferrari/16 Punkte), Lewis ist Dritter mit 14 Zählern. In der Konstrukteurswertung führt Vodafone McLaren Mercedes mit 32 Punkten vor Ferrari mit 23.

    Der Start: Fernando hatte sich als Zweiter qualifiziert. In der ersten Kurve überholte er Polesitter Felipe Massa (Ferrari) und übernahm die Führung. Lewis, Vierter im Qualifying, überholte nach dem Start Kimi Räikkönen (Ferrari) und in der zweiten Kurve Massa. Er kam als Zweiter aus der ersten Runde zurück.

    Das Rennen: In der vierten Runde attackierte Massa erstmals Hamilton, kam aber nicht vorbei. Bei einer weiteren Attacke in Runde sechs rutschte der Brasilianer kurz von der Strecke. Fernando führte jetzt mit 7.5 Sekunden vor seinem Teamkollegen Lewis, Räikkönen und Nick Heidfeld (BMW Sauber).

    Runde 18: Erster Boxenstopp von Fernando (8.1 Sek.), Lewis ging in Führung, Fernando war Dritter hinter Heidfeld. Der Engländer legte seinen ersten Boxenstopp im 20. Umlauf ein (7.4 Sek.). In Runde 22 fuhr Lewis die schnellste Runde des Rennens (1:36.701). Einen Durchgang später, nachdem die ersten sechs Fahrer, ihre jeweils ersten Stopps absolviert hatten, führte erneut Fernando mit elf Sekunden vor Lewis.

    Runde 38: Lewis kam zu seinem zweiten Stopp an die Box (7.6 Sek.); er fiel auf Platz fünf zurück. Fernando folgte zwei Umläufe später (Standzeit 7.2 Sek.) und war danach Zweiter. Nach den Boxenstopps von Massa (Runde 40), Räikkönen (41) und Heidfeld (42) lag wieder Fernando in Führung, Lewis war Zweiter vor Räikkönen, Heidfeld und Massa.

    Nach 56 Runden fuhr Fernando zu seinem ersten Sieg für Vodafone McLaren Mercedes ins Ziel, Lewis wurde Zweiter und kam drei Wochen nach seinem Grand- Prix-Debüt, bei dem er Dritter wurde, erneut auf das Podium.

    Stimmen zum Rennen

    Fernando Alonso: "Erst Platz zwei in Australien, heute der Sieg mit meinem neuen Team - ein Traum wird wahr. Ich bin glücklich mit den Fortschritten, die wir als Team mit dem MP4-22 seit der Präsentation Mitte Januar gemacht haben. Der Schlüssel zum Sieg war ein guter Start, um die Führung zu übernehmen. Dass Lewis Zweiter wurde, wertet das Ergebnis zusätzlich auf. Etwa zehn Runden lang funktionierte mein Boxenfunk nicht und ich war nicht sicher, dass alles bereit war, als ich zum ersten Stopp hereinkam. Doch alles lief glatt und das Funkgerät wurde repariert. Danach kämpfte ich hauptsächlich gegen die Hitze, und obwohl ich es etwas ruhiger angehen ließ, war es ein sehr anstrengendes Rennen."

    Lewis Hamilton: "Das war das härteste Rennen meiner Karriere. Die meiste Zeit verteidigte ich meine Position und ich freue mich, dass ich Felipe und Kimi hinter mir halten konnte. Bei der Hitze war das ein hartes Stück Arbeit. Ich danke dem ganzen Team, alle haben ihr Bestes gegeben, um das Auto und mich optimal vorzubereiten. Ich startete sehr gut und fuhr an Kimi und Felipe vorbei auf Platz zwei. Am Ende holte Kimi auf, denn ich hatte etwas Probleme mit der Balance. Jetzt habe ich Erfahrung bei solch extremen Bedingungen und werde im nächsten Jahr noch besser vorbereitet sein. Glückwunsch Fernando, sehr gut gemacht."

    McLaren-Teamchef Ron Dennis: "Ich freue mich für das ganze Team, jeder hat sein bestes für dieses Ergebnis gegeben. Ein neuer Geist beflügelt unsere Mannschaft, das konnte man das ganze Wochenende über spüren. Fernando bringt jede Menge Erfahrung und Können mit und Lewis zeigt einmal mehr, warum wir uns für ihn begeistern. Jeder in unserer Organisation hat es verdient, den Erfolg zu feiern, aber wir werden uns bald auf das nächste Rennen am kommenden Wochenende in Bahrain konzentrieren. Wir freuen uns auf eine spannende Weltmeisterschaft."

    Mercedes-Benz Motorsportchef Norbert Haug: "Was für eine erstklassige Vorstellung von Fernando und Lewis. Beide Fahrer zeigten eine exzellente Leistung und dabei half ihnen die perfekte Strategie des Teams. Die harte Arbeit aller in Woking, Brixworth und Stuttgart hat sich ausgezahlt. Gut gemacht, liebe Kollegen - und auf den nächsten Grand Prix am kommenden Wochenende."

    Weiterer Bericht

    Seinen ersten Sieg mit McLaren-Mercedes konnte Fernando Alonso kaum fassen. "Das ist absolut fantastisch. Es ist eine wunderbare Überraschung, was wir in so kurzer Zeit erreicht haben. Ich erinnere mich noch an meinen ersten Eintagestest im Dezember. Dann im Januar die erste Fahrt mit dem neuen Auto und die Präsentation in Valencia. Das Team hat so hart gearbeitet, aber wir haben nie damit gerechnet, schon so konkurrenzfähig zu sein. Das ist wirklich schwer zu glauben", sagte der Weltmeister nach seinem Erfolg beim GP von Malaysia.

    Von dem Sieg verspricht sich der Spanier einen Riesenschub für das gesamte Team. "Das war sehr wichtig, da das die Motivation sehr hoch hält. Ich habe zuvor drei Jahre lang schon mit Renault gewonnen. Nun nach dem Teamwechsel zum Auftakt in Australien Zweiter und im zweiten Rennen der erste Sieg: Da ist ein Traum wahr geworden!"

    Trotz des großartigen Ergebnisses für die Silberpfeile auf dem Sepang-Circuit, will sich Alonso nicht in die Favoritenrolle drängen lassen. "Es liegt schon noch einige Arbeit vor uns, speziell bei der Renngeschwindigkeit. Wenn Massa einen besseren Start als wir gehabt hätte und seine Pole Position verteidigt hätte, wäre es vielleicht extrem schwierig geworden, Ferrari zu folgen. Wir sollten jetzt nicht verrückt spielen. Aber wir sind viel näher an Ferrari dran als in Melbourne. Wir bringen bald einige Weiterentwicklungen - und dann dürfte es in Kürze ein ganz knapper Kampf werden. Unser Team hat dazu das Potenzial, daran glaube ich hundertprozentig."
    Deshalb glaubt der 25-Jährige auch, dass es beim nächsten GP, am kommenden Sonntag in Bahrain schwer werden wird, das gute Ergebnis von Malaysia zu wiedrholen.

    "Bei den Autos wird es wegen der kurzen Zeit wohl kaum große Veränderungen geben. Wir müssten eigentlich wieder konkurrenzfähig sein. Aber Ferrari war dort bei den Tests ein bisschen schneller als die anderen. Ich denke, es wird sehr, sehr schwer werden, sie in Bahrain zu schlagen. Aber wir haben in der Konstrukteurs-WM unsere Führung ausgebaut und liegen nun auch in der Fahrer-WM vorn, so dass wir diese Positionen verteidigen müssen."

    Ein Sieg in der Sauna

    Ein Sieg in der Sauna
    Formel 1: Weltmeister Fernando Alonso gewinnt den Grand Prix in Sepang

    McLaren feiert Doppelsieg in Sepang.
    Wurz in Malaysia auf Rang neun.

    Es gibt mitunter lustigeres, als in der Sauna Sport zu treiben. Ungefähr so muss es sich aber anfühlen, bei Außentemperaturen von fast 40 Grad Celsius in einem Formel-1-Cockpit zu sitzen, schließlich sind die Fahrer nicht gerade spärlich bekleidet.
    Fernando Alonso war am Sonntag anderer Meinung: "Fantastisch, wunderbar", jubelte der Spanier, womit er allerdings nicht die Hitze in Malaysia meinte. Vielmehr freute sich der Weltmeister über seinen ersten Sieg für sein neues Team bei seinem erst zweiten Einsatz für McLaren. "Im zweiten Rennen bereits für das neue Team zu gewinnen, ist fantastisch", sagte der Spanier.

    Hinter Alonso fuhr sein Teamkollege, der Brite Lewis Hamilton, auf den zweiten Rang, am Ende arg bedrängt von Kimi Räikkönen, der den Formel-1-Neuling aber nicht überholen konnte. "Ich bin überwältigt", meinte Hamilton, über dessen Leistung Motorsport-Experten in etwa dasselbe sagten.

    Wurz kämpft vergebens
    Für Alexander Wurz verlief der zweite Grand Prix der Saison trotz guter Leistung nicht zufriedenstellend. Aufgrund eines Getriebeschadens im Qualifying hatte der Österreicher vom 19. Startplatz aus ins Rennen gehen müssen. Wurz kämpfte sich zwar bis auf den neunten Rang vor, machte damit aber ebenso viele Punkte wie sein ausgefallener Teamkollege Niko Rosberg, nämlich Null. "Ohne WM-Punkte bringt mir das alles gar nichts", sagte Wurz.

    Eine Enttäuschung erlebte auch Red Bull. Der Schotte David Coulthard, der zum Saison-Auftakt in Melbourne Wurz beinahe überfahren hatte, schied mit technischen Problemen aus. Der Australier Mark Webber landete nur auf dem zehnten Rang.

    Bereits am kommenden Sonntag steht in Bahrein das nächste Rennen an.
    Fernando Alonso: «Da ist ein Traum wahr geworden!»
    Sepang/Malaysia (dpa) - Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso war nach seinem ersten Erfolg im McLarenMercedes außer sich vor Freude. Im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) lobt er vor allem die Arbeit seines gesamten Teams.

    Frage: Was sagen Sie zum ersten Sieg mit Ihrem neuen Team McLaren-Mercedes?

    Fernando Alonso: «Das ist absolut fantastisch. Es ist eine wunderbare Überraschung, was wir in so kurzer Zeit erreicht haben. Ich erinnere mich noch an meinen ersten Eintagestest im Dezember. Dann im Januar die erste Fahrt mit dem neuen Auto und die Präsentation in Valencia. Das Team hat so hart gearbeitet, aber wir haben nie damit gerechnet, schon so konkurrenzfähig zu sein. Das ist wirklich schwer zu glauben.»

    Frage: Wie wichtig ist so ein Premierenerfolg?

    Alonso: «Sehr, sehr wichtig, da er die Motivation sehr hoch hält. Ich habe zuvor drei Jahre lang schon mit Renault gewonnen. Nun nach dem Teamwechsel zum Auftakt in Australien Zweiter und im zweiten Rennen der erste Sieg: Da ist ein Traum wahr geworden!»

    Frage: Nach dem Super-Start und der anschließenden Doppelführung vor Lewis Hamilton war das Rennen für Sie doch eigentlich schon nach der ersten Runde gelaufen, spätestens aber im sechsten Umlauf, als Ferrari-Konkurrent Felipe Massa nach dem zweiten gescheiterten Überholversuch gegen ihren Teamkollegen ins Gras musste. Waren Sie da schon vom Sieg überzeugt?

    Alonso: «Wir wussten, dass eine unserer Siegchancen darin lag, nach der ersten Kurve zu führen, was dank des guten Starts ja auch gelang. Dass Lewis Zweiter war, hat es mir natürlich erleichtert, den Abstand zu vergrößern. Als ich dann immer mindestens sieben, acht Sekunden vorne lag, war ich schon entspannter. Aber auf dieser Strecke ist es immer schwierig, weil sich die Balance des Autos während eines stints (Rennabschnitt mit einem Reifensatz) ändert. Es ist ein großer Unterschied, ob du mit viel Benzin und neuen Reifen oder wenig Sprit und alten Reifen fährst.»

    Frage: Ist McLaren-Mercedes mit Ferrari nun schon auf Augenhöhe?

    Alonso: «Es liegt schon noch einige Arbeit vor uns, speziell bei der Renngeschwindigkeit. Wenn Massa einen besseren Start als wir gehabt hätte und seine Pole Position verteidigt hätte, wäre es vielleicht extrem schwierig geworden, Ferrari zu folgen. Wir sollten jetzt nicht verrückt spielen. Aber wir sind viel näher an Ferrari dran als in Melbourne. Wir bringen bald einige Weiterentwicklungen - und dann dürfte es in Kürze ein ganz knapper Kampf werden. Unser Team hat dazu das Potenzial, daran glaube ich hundertprozentig.»

    Frage: Mit welchem Resultat rechnen Sie beim Großen Preis von Bahrain?

    Alonso: «Bei den Autos wird es wegen der kurzen Zeit wohl kaum große Veränderungen geben. Wir müssten eigentlich wieder konkurrenzfähig sein. Aber Ferrari war dort bei den Tests ein bisschen schneller als die anderen. Ich denke, es wird sehr, sehr schwer werden, sie in Bahrain zu schlagen. Aber wir haben in der Konstrukteurs-WM unsere Führung ausgebaut und liegen nun auch in der Fahrer-WM vorn, so dass wir diese Positionen verteidigen müssen.»

    Frage: Wie haben Sie diese Hitzetortur körperlich überstanden?

    Alonso: «Es war extrem heiß im Cockpit und man muss alle fünf, sechs Runden trinken. Aber nach zehn Runden war das Wasser wie Tee. Es war 60 Grad warm und kein Spaß, es zu trinken. Aber man macht es, weil man einfach muss.»

    Offizielles Endergebnis GP Malaysia

    Offizielles Endergebnis GP Malaysia

    56 Runden á 5,543 km/310,408 km

    Rang, Name, Land, Team, Zeit
    1. Fernando Alonso, Spanien, McLaren-Mercedes, 1:32:14,930 Std. (Schnitt: 201,893 km/h)
    2. Lewis Hamilton, Großbritannien, McLaren-Mercedes, + 17,557 Sek.
    3. Kimi Räikkönen, Finnland, Ferrari, + 18,339
    4. Nick Heidfeld, Mönchengladbach, BMW-Sauber, + 33,777
    5. Felipe Massa, Brasilien, Ferrari, + 36,705
    6. Giancarlo Fisichella, Italien, Renault, + 1:05,638 Min.
    7. Jarno Trulli, Italien, Toyota, + 1:10,132
    8. Heikki Kovalainen, Finnland, Renault, + 1:12,015
    9. Alexander Wurz, Österreich, Williams, + 1:29,924
    10. Mark Webber, Australien, Red Bull, + 1:33,556
    11. Rubens Barrichello, Brasilien, Honda, + 1 Runde
    12. Jenson Button, Großbritannien, Honda, + 1 Runde
    13. Takuma Sato, Japan, Super Aguri, + 1 Runde
    14. Scott Speed, USA, Toro Rosso, + 1 Runde
    15. Ralf Schumacher, Kerpen, Toyota, + 1 Runde
    16. Anthony Davidson, Großbritannien, Super Aguri, + 1 Runde
    17. Vitantonio Liuzzi, Italien, Toro Rosso, + 1 Runde
    18. Robert Kubica, Polen, BMW-Sauber, + 1 Runde

    Ausfälle:
    Adrian Sutil, (München), Spyker, (1 . Runde)
    Christijan Albers, (Niederlande), Spyker, (8 . Runde)
    David Coulthard, (Großbritannien), Red Bull, (37 . Runde)
    Nico Rosberg, (Wiesbaden), Williams, (43 . Runde)

    Schnellste Runde:
    Lewis Hamilton, (McLaren-Mercedes), 1:36,701 Min.

    Trainingsschnellster:
    Felipe Massa, (Ferrari), 1:35,043 Min.

    Nächstes Rennen:
    GP Bahrain am 15. April in Sachir

    Bahrain: Formel 1 wie in 1001 Nacht

    Bahrain: Formel 1 wie in 1001 Nacht

    Durch die Wüste - einer der bekanntesten Abenteuerromane von Karl May könnte als Motto dienen für das zweite Gastspiel der Formel 1 auf der Arabischen Halbinsel. Der Bahrain International Circuit bei Sakhir, der 2004 im Grand Prix-Kalender debütierte, liegt in der Tat mitten in einer Dünen-Einöde 30 Kilometer von der Hauptstadt Manama entfernt.

    Was Hermann Tilke und sein Auftraggeber, Scheich Hamad Ibn Isa Al-Khalifa hier in den Sand gesetzt haben, kann sich mehr als nur sehen lasen: Für 150 Millionen Dollar errichtete der kleine Inselstaat eine Grand Prix-Rennstrecke auf allerhöchstem Niveau. Da die Raumplanung in Bahrain nicht besonders restriktiv gehandhabt wird, konnten sich die Bauherren das beste Fleckchen Wüste aussuchen. Die Wahl fiel auf das im Süden des Kleinstaats gelegene Sakhir.

    Die Strecke besteht vor allem aus vier Geraden - darunter die sehr lange Start-Ziel-Passage - und drei Hochgeschwindigkeitskurven. Sie verbindet eine Abfolge langsamer und mittelschneller Kurven, die ein hohes Abtriebsniveau erfordern.

    Zugleich fordert der BIC auch die Triebwerke und Bremsen überdurchschnittlich stark, weil eine Reihe von langsamen Kurven harte Brems- und Beschleunigungsmanöver erfordert. Eine weitere Besonderheit: Beim Start wird es ein interessantes Beschleunigungsduell entlang der langen Startgeraden geben, bevor sich die 20 Autos ins Nadelöhr der ersten Rechtskurve einfädeln.
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    GRAND PRIX VON BAHRAIN

    GRAND PRIX VON BAHRAIN

    Der Kurs von Bahrain wurde am 17. März 2004 offiziell eröffnet. Bei der Veranstaltung fuhr der frühere Mercedes-Benz DTM-Fahrer Jean Alesi mit dem W196 Stromlinie von Juan Manuel Fangio die erste Runde. Außerdem legte er einige Runden mit dem Mercedes-Benz SLR McLaren zurück.

    Die 5,417 Kilometer lange Strecke wurde innerhalb von 16 Monaten in der Wüste erbaut. 3.000 Ingenieure, Konstrukteure und Bauarbeiter haben daran mitgewirkt. Die Anlage ist in ihrer Art einzigartig in der Formel 1. Sie vereint in den Gebäuden und Tribünen hochmoderne Technik und Mit Stilelementen arabischer Architektur.

    Das letztjährige Rennen war das erste der Saison 2006. Team McLaren Mercedes Fahrer Kimi Räikkönen wurde Dritter. Er war vom letzten Startplatz ins Rennen gegangen, nachdem an seinem Auto im Qualifying die hintere Radaufhängung gebrochen war.

    www.mercedes-benz.com/motorsport

    WISSENSWERTES

    WISSENSWERTES

    Wie haben die Testfahrten in Bahrain bei der Vorbereitung auf das Rennen geholfen?

    Vodafone McLaren Mercedes hat bei den Testfahrten im Februar in Bahrain an sechs Tagen insgesamt 4.280 Kilometer zurückgelegt. Dabei wurde an der Fahrzeugabstimmung gearbeitet und verschiedene Bridgestone-Reifenmischungen ausprobiert. Damit hat das Team bereits vor dem ersten Training eine Menge Erfahrungswerte speziell für diese Strecke. Am Freitag können sich Fahrer und Techniker deshalb auf die Rennabstimmung konzentrieren. Der Test in Bahrain gab auch Aufschluss darüber, wie sich das Auto bei hohen Außentemperaturen verhält, wie sie das Team bei den ersten drei Rennen in Australien, Malaysia und Bahrain angetroffen hat. In Malaysia war der Streckenbelag über 50 Grad heiß, bei Rennen in Europa sind es normalerweise 35 bis 40 Grad.

    Wie werden die Autos in Bahrain beansprucht?

    Der Kurs in Manama ist vor allem für die Bremsen eine der anspruchsvollsten Strecken im Kalender. Zwischen den Geraden gibt es viele langsame Kurven, da kühlen die Bremsen kaum ab. Das Material wird wie immer bei Hitzerennen stark beansprucht. Der Streckenbelag wird über 50 Grad heiß, dadurch sind guter Grip und Haltbarkeit der Bridgestone Reifen gefragt. Bei den Testfahrten hat das Team die
    harte und die mittlere Mischung ausprobiert, beide funktionierten gut.

    Welchen Einfluss hat das Wetter auf das Rennen?

    Bisher hat das Wetter in Bahrain keine große Rolle gespielt, allerdings kann sich der Wind hier in der Wüste schnell ändern. Manchmal wechseln die Bedingungen im Laufe eines Trainings, zum Beispiel wenn Wind aufkommt und Sand auf die Strecke geblasen wird. Damit muss man während des ganzen Wochenendes rechnen.

    Wann kam das Team in Bahrain an?

    Die meisten Teammitglieder kamen am späten Montagnachmittag nach Bahrain; in der Nacht traf die Ausrüstung aus Malaysia ein. Am Dienstag begann das Einräumen der Boxen.

    LEWIS IN DER ERSTEN STARTREIHE

    LEWIS IN DER ERSTEN STARTREIHE
    FERNANDO VIERTER

    Die Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Lewis Hamilton und Fernando Alonso starten beim Grand Prix von Bahrain am Sonntag in Manama von den Plätzen zwei und vier. Lewis erzielte im Qualifying eine Zeit von 1:32.935 und startet im dritten Formel-1-Rennen seiner Karriere erstmals aus der ersten Startreihe. Fernando kam auf 1:33.192 und geht aus der zweiten Startreihe ins Rennen.

    Fernando Alonso
    "Die zweite Startreihe war heute das bestmögliche Ergebnis für mich, aber wir haben eine gute Ausgangslage und können um einen Podiumsplatz kämpfen. Auf dieser Strecke gibt es reichlich Gelegenheiten zum Überholen, das ermöglicht viele Zweikämpfe und das gefällt den Zuschauern. Wie erwartet kämpfen wir mit den Ferrari, die beide auf der sauberen Seite der Strecke stehen, so dass sie beim Start einen kleinen Vorteil haben. Aber wir werden attackieren. Auf unseren Long-runs
    waren wir immer gut und deshalb bin ich optimistisch für das Rennen."

    Lewis Hamilton
    "Es läuft immer besser und es ist ein tolles Gefühl, bei meinem dritten Formel-1- Rennen in der ersten Startreihe zu stehen. Meine letzte Runde war nicht meine beste im Qualifying. Dazu muss einfach alles stimmen. Der Wind dreht sich hier andauernd und das macht es noch schwieriger. Unsere Arbeit hat sich ausgezahlt, wir haben den Abstand zu Ferrari verkürzt und Fortschritte erzielt. Der Start ist morgen entscheidend, denn die Gerade bis zur ersten Kurve ist sehr lang. Ich bin auf dieser Strecke schon Rennen gefahren und habe deshalb hier mehr Erfahrung als auf den
    letzten beiden Kursen."

    Ron Dennis
    "Ein gutes Qualifying von Lewis und Fernando. Unser Speed in den Long-runs bisher war gut und wir können mit unserer Strategie Podiumsplätze erzielen."

    Norbert Haug
    "Von den Startplätzen zwei und vier, die wir zum dritten Mal in Folge im Qualifying belegen, sollten wir für das Rennen morgen eine gute Ausgangslage haben. Lewis war diesmal Zweiter und Fernando Vierter. Beide Fahrer haben einen guten Job gemacht und wir haben eine gute Strategie. Die rechte Seite, auf der Lewis und Fernando starten, ist nicht so gut wie in Malaysia, aber wir sind optimistisch."

    Bahrain GP: Massa schlägt zurück

    Bahrain GP: Massa schlägt zurück
    Felipe Massa hat es seinen Kritikern gezeigt. Ohne Fehl und Tadel fuhr er den Bahrain GP nach Hause.


    Vor genau einer Woche stand Felipe Massa als Sündenbock im Kreuzfeuer der italienischen Presse. Sein Fehler in den Anfangsrunden des Malaysia GP kostete ihn einen möglichen Sieg. Für Christian Danner fuhr der Brasilianer deshalb in Bahrain "ums Überleben". Mit der zweiten Pole in Folge bewies er am Samstag schon einmal, dass er unter der Kritik nicht gelitten hat. Im Rennen legte er dann noch einmal nach - diesmal fehlerlos.

    Aggressiv wollte er in der ersten Kurve gegen Lewis Hamilton zu Werke gehen. Ein Platzverlust zu Beginn des Rennens kam für Massa diesmal nicht in Frage. Genau so brauste er nach dem Erlöschen der Ampeln los. Hinter dem Ferrari duellierten sich die beiden McLaren, wobei Alonso sich hinter Hamilton anstellen musste und so kurzzeitig den am Start gewonnen Platz an Räikkönen verlor. Dieser Positionswechsel war aber nur von kurzer Dauer. Alonso kam als Dritter aus der ersten Kurvenkombination heraus.

    Danach entwickelte sich ein typischer Taktik-GP. Felipe Massa gab die Pace vor. Hamilton musste bis auf 10 Sekunden Rückstand abreißen lassen und konnte auch bei den beiden Boxenstopps nicht an Massa vorbei. Nach hinten hielt ihm Fernando Alonso unfreiwillig den Rücken frei. Der Spanier war nicht wie erwartet der schwerste der Top-Piloten. Er tankte bei der ersten Boxenstopprunde sogar noch vor Kimi Räikkönen. So kam der Finne an ihm vorbei und machte sich sodann auf die Jagd nach dem zweiten Silberpfeil. Diesen bekam er aber nicht mehr: Hamilton blieb beim zweiten Stopp vor Räikkönen, der sich in der Folge auf dem dritten Platz einrichtete. Für Hamilton war es der dritte Podestplatz im dritten Formel 1-Rennen.

    Das böse Erwachen für Alonso kam im mittleren Stint. Nachdem er hinter Räikkönen zurückgefallen war, hatte er plötzlich den weiß-blauen BMW Sauber von Nick Heidfeld im Rückspiegel. Und der brannte das Überholmanöver des Rennens in den sandigen Asphalt. Nick knöpfte sich den amtierenden Weltmeister vor, schnappte sich Platz 4 und fuhr Alonso danach um einige Sekunden davon. Gegen Rennende schloss Alonso zwar noch einmal auf, für einen Konter reichte es aber nicht mehr. Alonso musste sich hinter Heidfeld auf Rang 5 einreihen. Der Deutsche holte den dritten 4. Platz in Folge. Die Top-6 komplettierte der zweite BMW Sauber-Mann Robert Kubica.

    Action im Mittelfeld

    Der Start in den dritten Grand Prix des Jahres sah wie erwartet eine kleine Kollision und die erste Safety-Car-Phase der Saison. Früh beendet war das Rennen für Jenson Button, der sich in der ersten Kurve drehte. Hinter ihm berührten sich Scott Speed und Adrian Sutil, der Buttons Honda traf. Sutil musste seinen Frontflügel wechseln lassen, nahm das Rennen dann aber noch einmal auf. Mehr als der 16. und letzte Platz war jedoch nicht möglich. Immerhin konnte er wichtige Testkilometer sammeln. Mit Button schied Speed aus. Später sollte auch der zweite Toro Rosso von Tonio Liuzzi vorzeitig ausfallen. Ebenfalls technische Defekte gab es am Super Aguri von Takuma Sato, der einem Motorschaden zum Opfer fiel, sowie den beiden Red Bull von Mark Webber und David Coulthard. Der Schotte war übrigens der Racer des Tages. Er kämpfte sich bravourös durch das Feld, seine Leistung blieb aber unbelohnt.

    Die meiste Action spielte sich auf den Mittelfeldrängen ab, die extrem hart umkämpft waren. Jarno Trulli, Alex Wurz und Nico Rosberg lieferten sich das gesamte Rennen über ein kleines Privatduell, in das sich zwischenzeitlich auch Coulthard, Kovalainen, Fisichella und Davidson einmischten. So viele Überholmanöver gab es in dieser Saison bislang noch nicht. Bahrain machte seinem Ruf als Überholstrecke alle Ehre. Nur Nico Rosberg nahm sich das ein bisschen zu sehr zu Herzen. In der ersten Rennhälfte war der Deutsche nach misslungenen Überholversuchen einige Male neben der Strecke anzutreffen. Am Ende landete er dennoch vor seinem Teamkollegen.

    Für die Überholmanöver hätten alle Kämpfer im Mittelfeld Punkte verdient gehabt, am Ende gelang es aber Jarno Trulli und Giancarlo Fisichella die letzten beiden Punkteränge hinter den Top-6 zu ergattern. Den undankbaren neunten Platz belegte Heikki Kovalainen vor den beiden Williams von Rosberg und Wurz. Ralf Schumacher bekam fünf Runden vor dem Ende Platz 12 geschenkt, als Anthony Davidsons Honda-Motor das letzte Opfer des Bahrain International Circuit wurde.

    Vodafone McLaren Mercedes

    LEWIS ZWEITER, FERNANDO FÜNFTER
    VODAFONE MCLAREN MERCEDES FÜHRT IN DER KONSTRUKTEURS-WM


    Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Lewis Hamilton belegte beim Grand Prix von Bahrain den zweiten Platz. Der Formel-1-Rookie kam damit beim dritten Grand Prix seiner Karriere zum dritten Mal auf das Podium und liegt jetzt in der WM-Wertung vorn, gemeinsam mit seinem Teamkollegen Fernando Alonso und Kimi Räikkönen (Ferrari). Lewis fuhr nach 57 Runden 2,3 Sekunden hinter Felipe Massa (Ferrari) ins Ziel. Fernando, der während des ganzen Rennens Probleme mit der Balance des Autos hatte, wurde Fünfter. Der Spanier, Sieger beim letzten Rennen vor einer Woche in Malaysia, ist mit 22 Punkten WM-Spitzenreiter. Lewis und Räikkönen, heute Dritter, liegen mit ebenfalls 22 Zählern gleichauf. In der Konstrukteurswertung führt Vodafone McLaren Mercedes mit 44 Punkten vor Ferrari mit 39.

    Der Start: Zum dritten Mal in Folge hatten sich Lewis und Fernando auf den Plätzen zwei und vier qualifiziert; diesmal stand Lewis erstmals vor seinem Teamkollegen. Beim Start blieb der Engländer hinter Felipe Massa (Ferrari) auf Platz zwei. Fernando überholte in der ersten Runde Kimi Räikkönen (Ferrari) und war danach Dritter. Das Safety Car neutralisierte das Rennen nach einer Kollision von Jenson Button (Honda) und Scott Speed (Toro Rosso Ferrari). Eingangs der vierten Runde wurde das Rennen wieder frei gegeben.

    Das Rennen: Lewis fuhr mit rund einer Sekunde Abstand hinter Massa; Fernando folgte als Dritter.

    Runde 19: Lewis legte seinen ersten Boxenstopp ein (9.9 Sek.). Er nahm das Rennen als Sechster wieder auf. In Runde 21 fuhr Massa herein (8.5 Sek.) und Fernando übernahm die Führung bis zu seinem ersten Boxenhalt einen Umlauf später (8.4 Sek.).

    Runde 24: Die Top-Six hatten ihre ersten Stopps absolviert, Massa führte vor Lewis. Fernando hatte einen Platz verloren und fuhr auf Platz vier hinter Räikkönen.

    Runde 32: Nick Heidfeld (BMW Sauber) überholte Fernando; der Spanier war Fünfter.

    Runde 40: Zweiter Boxenstopp von Massa (8.2 Sek.); Räikkönen (7.6 Sek.) und Heidfeld (7.1 Sek.) folgten einen Umlauf später.

    Runde 43: Fernando kam als Zweitplatzierter herein (6.6 Sek.). Lewis blieb bis zum 44. Umlauf draußen, legte dann seinen zweiten Boxenstopp ein (7.1 Sek.) und beschleunigte als Zweiter wieder auf die Strecke, hinter Massa und vor Räikkönen, Heidfeld und Fernando.

    Lewis verkürzte den Abstand zu Massa von sieben auf 2.3 Sekunden und fuhr nach 57 Runden als Zweiter ins Ziel. Fernando wurde Fünfter.

    Stimmen zum Rennen

    Lewis Hamilton: "Ich freue mich sehr über den heutigen zweiten Platz. Drei Rennen, drei Podiumsplätze - das ist einfach fantastisch. Wir sind an Ferrari dran und alle werden sich jetzt weiter anstrengen, um bis zum Grand Prix von Spanien noch besser zu werden. Vor dem ersten Boxenstopp fuhr ich so schnell wie Felipe Massa, doch dann hatte ich etwas Probleme mit der Balance. Das Auto untersteuerte stark und ich konnte deshalb nicht so spät bremsen wie ich das gerne getan hätte. Nach dem zweiten Boxenstopp, als ich auf härteren Reifen fuhr, holte ich wieder auf. Noch ein paar Runden und ich hätte Felipe vielleicht attackieren können."

    Fernando Alonso: "Ich bin noch zufrieden, denn ich habe vier Punkte geholt und führe in der Meisterschaft. Mein Rennen lief nicht optimal, doch so etwas kann vorkommen. Ich war nicht ganz so schnell wie sonst und mir fehlte etwas Grip. Beim Start glaubt man immer, dass man gewinnen kann, doch nach sechs oder sieben Runden wurde mir klar, dass es heute schwierig werden würde. Ich konnte mit den Ferrari und Lewis nicht ganz mithalten. Gegen Ende kam ich an Nick Heidfeld heran, aber zum Überholen hat es nicht gereicht. In den nächsten Wochen werden wir das Auto für meinen Heim-Grand-Prix in Barcelona weiter verbessern."

    McLaren-Teamchef Ron Dennis: "Auch wenn es kein perfekter Tag war, führen wir in beiden Meisterschaften und das ist eine gute Leistung des Teams. Fernando hatte etwas Probleme mit der Balance seines Autos, es ist uns nicht gelungen sein Set-up optimal einzustellen. Bei Lewis lief es besser und er ist ein sehr gutes Rennen gefahren. Wir werden unser Entwicklungsprogramm jetzt verstärken und unsere Leistungsfähigkeit bis zum Start der Europasaison hoffentlich weiter steigern."

    Mercedes-Benz Motorsportchef Norbert Haug: "Fernando führt in der Fahrerweltmeisterschaft mit 22 Punkten, Lewis hat in drei Rennen drei Podiumsplätze erzielt und das Team bleibt an der Spitze der Konstrukteurswertung - das ist ein sehr guter Start in die Saison. Wir werden weiter hart arbeiten, um beim Start der Europasaison in vier Wochen in Barcelona bestens vorbereitet zu sein."

    Offizielles Endergebnis GP Bahrain

    Offizielles Endergebnis GP Bahrain

    57 Runden á 5,412 km/308,238 km

    Rang Name Land Team Zeit
    1. Felipe Massa, Brasilien, Ferrari, 1:33:27,515 Std. (Schnitt: 197,887 km/h)
    2. Lewis Hamilton, Großbritannien, McLaren-Mercedes, + 0:02,360 Min.
    3. Kimi Räikkönen, Finnland, Ferrari, + 0:10,839
    4. Nick Heidfeld, Mönchengladbach, BMW-Sauber, + 0:13,831
    5. Fernando Alonso, Spanien, McLaren-Mercedes, + 0:14,426
    6. Robert Kubica, Polen, BMW-Sauber, + 0:45,529
    7. Jarno Trulli, Italien, Toyota, + 1:21,371
    8. Giancarlo Fisichella, Italien, Renault, + 1:21,701
    9. Heikki Kovalainen, Finnland, Renault, + 1:29,411
    10. Nico Rosberg, Wiesbaden, Williams, + 1:29,916
    11. Alexander Wurz, Österreich, Williams, + 1 Runde
    12. Ralf Schumacher, Kerpen, Toyota, + 1 Runde
    13. Rubens Barrichello, Brasilien, Honda, + 1 Runde
    14. Christijan Albers, Niederlande, Spyker, + 2 Runden
    15. Adrian Sutil, München, Spyker, + 4 Runden
    16. Anthony Davidson, Großbritannien, Super Aguri, + 6 Runden

    Ausfälle:
    Jenson Button, (Großbritannien), Honda, (1 . Runde)
    Scott Speed, (USA), Toro Rosso, (1 . Runde)
    Vitantonio Liuzzi, (Italien), Toro Rosso, (27 . Runde)
    Takuma Sato, (Japan), Super Aguri, (35 . Runde)
    David Coulthard, (Großbritannien), Red Bull, (37 . Runde)
    Mark Webber, (Australien), Red Bull, (42 . Runde)

    Schnellste Rennrunde:
    Felipe Massa, (Ferrari), 1:34,067 Min.

    Trainingsschnellster:
    Felipe Massa (Ferrari) 1:32,652 Min.

    Nächstes Rennen:
    GP Spanien am 13. Mai in Barcelona

    Spanien: Das Rennen auf der Paradeteststrecke

    Spanien: Das Rennen auf der Paradeteststrecke

    Auch wenn die Formel 1 den Kurs bei Barcelona seit vielen Jahren gerne und oft für Testfahrten nutzt: Die profunde Streckenkenntnis hilft den einzelnen Teams auf dem anspruchsvollen "Circuit de Catalunya" nur bedingt. Mit seiner Mixtur aus langsamen und schnellen Kurven stellt das 4,730 Kilometer lange Asphaltband spezielle Ansprüche an Setup und Reifenwahl. Stets mögliche Temperaturschwankungen sowie der durch heftige Böen aus unterschiedlichen Richtungen auf die Strecke wehende Sand verändern das Grip-Niveau des groben und sehr verschleißfördernden Asphalts beinahe minütlich.

    Und da Abtrieb und aerodynamische Effizienz in der heutigen Formel 1 als entscheidender Erfolgsfaktor gelten, wird auch klar, warum dieser Kurs die beliebteste Teststrecke ist. Was ein Auto taugt, zeigt sich hier meist nach dem ersten Herausfahren aus der Box.

    Trotzdem erntet der Kurs nicht nur positive Kritiken, da vor allem Überholmanöver bei den alljährlichen Prozessionsfahrten auf der spanischen Strecke mit der längsten Geraden des aktuellen Kalenders Mangelware sind.

    Dabei haben es insbesondere die lang gezogenen Kurven des Kurses mit ihren extrem hohen Fliehkräften sowie Geschwindigkeiten in sich, was in 'La Caixa' oder 'Renault' leicht zu Flüchtigkeitsfehlern führen kann. Zudem stellt der Asphalt des katalanischen Kurses große Anforderungen an die Pneus, wobei durch die Streckenführung besonders der linke Vorderreifen stark beansprucht wird.
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    Info: Der Bolide: MP4-22

    Der Bolide: MP4-22

    Der Vodafone McLaren Mercedes MP4-22, mit dem Fernando Alonso und Lewis Hamilton die Formel-1-Weltmeisterschaft 2007 bestreiten, weist mehrere innovative Konstruktionsmerkmale auf. Dazu gehören einige Neuerung bei der Aerodynamik sowie besonders stabile Crashstrukturen, die es in dieser Form bisher noch nicht gegeben hat. Damit steht die Konstruktion des Autos auch für die technische Innovationskraft bei McLaren Racing und Mercedes-Benz High Performance Engines.

    Obwohl Formel-1-Teams normalerweise in dem guten Ruf stehen, ihre Technologie mit kurzen Entwicklungszeiten voranzutreiben, hat sich das Team beim Bau des MP4-22 viel Zeit genommen. Als die Arbeit am Auto für die Formel-1-WM 2007 begann, war dessen Vorgänger, der MP4-21, noch nicht einen Meter gefahren. Im Dezember 2005 entstanden die ersten Zeichnungen und Konzepte für die Aerodynamik sowie Kupplung und Getriebe. Während der Konstruktionsphase wurde jedes der rund 11.000 Teile des Fahrzeugs eingehend auf mögliche Verbesserungen punkto Leistung und Zuverlässigkeit geprüft.

    Aus ersten Ideen entstanden im März 2006 mit Hilfe des Computers (CAD) Konzepte, die noch im gleichen Monat mit Computational Fluid Dynamics (CFD) Simulationen erprobt wurden. Im Mai 2006 begann die Arbeit im Windkanal des McLaren Technology Centres.

    Zu den wesentlichen Neuerungen des 2007er Autos gehören drei vom Reglement geforderte verstärkte Crash-Strukturen. Der hintere Aufprallschutz ist jetzt deutlich breiter als zuvor. Seitlich wird der Fahrer durch zusätzliche, sechs Millimeter dicke Platten geschützt. Vorne muss das Chassis jetzt einen Crashtest mit einer Geschwindigkeit von 15 Metern pro Sekunde (vorher: 14 m/s) bestehen.

    Auch der jetzt vorgeschriebene Einsatz eines homologierten Motors sowie der Wechsel zu einem einheitlichen Reifenausrüster hatten Auswirkungen auf die Konstruktion des MP4-22. Der Aufbau und das Profil der Bridgestone Potenza Reifen beeinflussten deutlich den Luftstrom, besonders an den Vorderrädern. Mittels einer speziellen CFD-Software für die Simulation von Hitze- und Flüssigkeitsströmung haben die Ingenieure die optimale Abstimmung für die neuen Reifen entwickelt.

    Solche Detaillösungen werden in der Formel 1 immer wichtiger. Für das Konstruktionsteam haben deshalb die Infrastruktur, die Fertigungskapazitäten und die technischen Einrichtungen im McLaren Technology Centre eine entscheidende Rolle gespielt. Bei der Entwicklung des MP4-22 entstanden rund 4.500 Einzelzeichnungen und 3.500 Werkzeugpläne.
    Am meisten Arbeit steckt in der Aerodynamik. Die Entwicklung auf diesem Sektor schreitet kontinuierlich voran. Rund ein Drittel der Fahrzeugoberfläche des Autos bei der Präsentation wird bis zum ersten Rennen aktualisiert. Während der Saison wird das Auto alle drei bis vier Wochen mit neuen Aerodynamikteilen ausgestattet.
    Nach dem ersten Test des MP4-22 am 17. Januar in Valencia wurde das Auto auf den Rennstrecken in Valencia, Jerez, Barcelona und Bahrain sowie im McLaren Technology Centre kontinuierlich weiter entwickelt. Beim Grand Prix von Australien am 18. März 2007 in Melbourne wird der neue Vodafone McLaren Mercedes erstmals im Rennen eingesetzt.

    Technische Daten

    Motor:
    Typ Mercedes-Benz FO 108T
    Zylinderzahl: 8
    Kraftstoff: Mobil bleifrei
    Schmierstoffe: Mobil 1
    Gewicht: 95 kg

    Kraftübertragung:
    Anzahl Gänge: sieben Vorwärtsgänge, ein Rückwärtsgang
    Getriebe: halbautomatisch
    Antriebswellen: McLaren
    Kupplung: Handbedienung

    Chassis:
    Wabenstruktur aus Kohlefaser-Aluminium-Verbundstoff von McLaren, mit
    integrierten Crashstrukturen vorn und an den Seiten sowie mit integrierter
    Sicherheitstankzelle

    Aufhängung Vorderachse:
    Innen liegende Drehstab-Dämpfer-Einheit, Anlenkung durch
    Druckstangen-Winkelheber, zwei Dreieckslenker

    Aufhängung Hinterachse:
    Innen liegende Drehstab-Dämpfer-Einheit, Anlenkung durch
    Druckstangen-Winkelheber, zwei Dreieckslenker

    Elektronik:
    Datenerfassung von McLaren Electronic Systems. Ebenfalls von McLaren
    Electronic Systems:
    elektronisches Armaturenbrett, Zündspulen, Steuerung
    der Generatorspannung, Sensoren, Datenanalyse- und Telemetriesysteme

    Karosserie:
    Einteilige Seiten- und Motorverkleidung, separater Unterboden, Vorderteil
    mit integriertem Frontflügel

    Dämpfer: Koni
    Reifen: Bridgestone Potenza
    Kommunikationsanlage: Kenwood
    Felgen: Enkei
    Batterien: GS Yuasa
    Lenkung: McLaren, mit Servounterstützung
    Instrumente: McLaren Electronic Systems
    Klebstoffe: Henkel Technologies
    Bremssättel: Akebono
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    Das Management-Team hinter den Fahrern

    Das Management-Team hinter den Fahrern

    Ron Dennis - Teamchef / Vorstandsvorsitzender McLaren Group

    Ron Dennis
    Ron Dennis begann seine Motorsportkarriere im Jahr 1966 bei Cooper Racing Car. Über Engagements als Chefmechaniker von Sir Jack Brabham und in seiner eigenen Firma mit Formel-2- und Procar-Einsätzen kam er zu McLaren, wo er 1982 die Leitung übernahm, 16 Jahre nach seiner ersten Beschäftigung im Motorsport. Unter seiner Führung entstand die heutige McLaren Group. Sie umfasst mehrere Firmen, die auf dem weltweit bekannten Namen und guten Ruf aufbauen, den sich McLaren im hochtechnisierten Formel-1-Sport erworben hat. Ron Dennis hat das Team nicht nur zum Gewinn von sieben Konstrukteurs- und neun Fahrerweltmeisterschaften geführt, er steht auch hinter vielen Neuerungen in der Formel 1, auf und neben der Rennstrecke.

    Norbert Haug - Mercedes-Benz Motorsportchef

    Norbert Haug
    Norbert Haug begann seine berufliche Laufbahn als Volontär bei der Tageszeitung seiner Heimatstadt Pforzheim. Von dort kam er zum
    Motor-Presse-Verlag in Stuttgart und konnte dort seine Begeisterung für Autos und insbesondere Rennwagen auch beruflich nutzen. Unter Norbert Haugs Führung kehrte Mercedes-Benz an die Spitze des internationalen Motorsports zurück, die Mercedes-Fahrer gewannen Titel in allen Motorsport-Kategorien, an denen sie teilnahmen.
    Für das Team McLaren Mercedes gewann Mika Häkkinen 1998 und 1999 die Fahrerweltmeisterschaft der Formel 1. 1998 wurde Team McLaren Mercedes auch Konstrukteursweltmeister. Bislang erzielte die Partnerschaft 44 Grand-Prix-Siege. 1994 gewann Mercedes-Benz mit Partner Penske das 500-Meilen-Rennen von Indianapolis und engagierte sich ab dem folgenden Jahr in der US-amerikanischen CART-Serie. 1997 sicherte sich Mercedes-Benz die Herstellermeisterschaft. Weitere Titel für Mercedes-Benz: 1992, 1994 und 1995 in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM), 1995 in der Internationalen Tourenwagen-Meisterschaft (ITC). 1997 und 1998 gewann AMG-Mercedes sowohl die Fahrer- als auch die Teamwertung in der FIA GT-Meisterschaft. Vier von bisher sieben Titeln der DTM seit 2000 gingen an Mercedes-Benz: 2000, 2001, 2003 und 2006 mit Bernd Schneider, 2005 mit Gary Paffett. Seit 2003 liefert Mercedes-Benz den von HWA aus der Serie entwickelten Formel-3-Motor M271 an Kundenteams in der Euroserie, drei von vier Titeln seit Gründung der Meisterschaft wurden mit diesem Motor gewonnen.

    Martin Whitmarsh - Team McLaren Mercedes / CEO Formel 1

    Martin Whitmarsh
    Seit Martin Whitmarsh 1989 von BAE Systems zu McLaren wechselte, hat sich seine Position im Unternehmen fast so schnell entwickelt wie McLaren selbst. Die Stelle als Head of Operations, mit der er damals begann, war eigens für ihn geschaffen worden. Whitmarsh sollte mit seiner Erfahrung die Diversifikation und das Wachstum des Unternehmens weiter ausbauen. Er war in erster Linie für die Renn- und Testteams verantwortlich und überwachte daneben Konstruktion und Produktion der Formel-1-Fahrzeuge. Als Chief Operating Officer leitet Whitmarsh nicht nur die Formel-1-Aktivitäten von McLaren. Er ist auch für die Geschäfte der anderen Firmen der McLaren Group verantwortlich.

    Ola Källenius - Mercedes-Benz High Performance Engines / Managing Director

    Ola Källenius
    Ola Källenius wurde im Dezember 2004 zum Managing Director von Mercedes-Benz High Performance Engines Ltd. ernannt. Das Unternehmen ist seit Ende September 2005 eine 100-prozentige Tochtergesellschaft von DaimlerChrysler. Källenius ist für Konstruktion, Entwicklung und Bau des neuen Mercedes-Benz V8 Formel-1-Motors verantwortlich.
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    GRAND PRIX VON SPANIEN

    GRAND PRIX VON SPANIEN

    Der Grand Prix von Spanien am nächsten Wochenende in Barcelona, vierter Lauf zur Formel-1-Weltmeisterschaft 2007, ist das Heimrennen von Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Fernando Alonso, der nach drei Rennen die Fahrerwertung mit 22 Punkten anführt. Sein Teamkollege Lewis Hamilton liegt nach zwei zweiten und einem dritten Platz in den ersten drei Grand-Prix-Rennen seiner Karriere punktgleich auf Platz drei, hinter Kimi Räikkönen (Ferrari) mit ebenfalls 22 Zählern. Vor dem Start zur Europasaison führt Vodafone McLaren Mercedes in der Konstrukteurs-WM mit 44 Punkten vor Ferrari mit 39 Zählern.

    Wissenswertes aus dem Team Vodafone McLaren Mercedes vor dem Rennen in Barcelona

    Wie wurde die Strecke vor dem diesjährigen Rennen verändert?

    Die beiden schnellen Kurven am Ende der Runde wurden durch eine Links-Rechts- Schikane ersetzt. Sie soll zum einen die Sicherheit erhöhen, zum anderen das Überholen erleichtern. Mit der jetzt geringeren Geschwindigkeit kann ein Fahrer näher an ein voraus fahrendes Auto heran fahren, bevor er auf die einen Kilometer lange Start-Ziel-Gerade biegt. Vor der ersten Kurve wird es dadurch leichter, aus dem Windschatten heraus zu überholen. Wegen der neuen Schikane wurde auch die Boxeneinfahrt verändert.

    Was ändert sich für das Team bei Rennen in Europa im Vergleich zu Überseerennen?

    Da Vodafone McLaren Mercedes seine Ausrüstung zu den Rennen in Europa per LKW transportiert, verfügt das Team über eine umfangreichere Ausstattung als bei den Überseerennen. Das gilt für die Technik genauso wie für die Kommunikationseinrichtungen und die Hospitality. Die Ausrüstung umfasst 30 Tonnen inklusive der drei Rennfahrzeuge und wird mit 15 Mercedes-Benz Actros LKW an die Strecken befördert. Sieben davon transportieren das Vodafone McLaren Mercedes Communications Centre. Drei LKW werden im Fahrerlager als Büros und zusätzliche Arbeitsräume genutzt. Zu den Europarennen reist das Team mit 135 Mitarbeitern an, um die vielfältigen technischen und organisatorischen Aufgaben zu erledigen; das sind rund 40 Leute mehr als bei den Überseerennen.

    Wie wirkt sich der Wind auf dem Circuit de Catalunya auf die Leistung der Formel-1- Autos aus?

    Der Circuit de Catalunya ist berüchtigt für seine wechselnden Bedingungen. Eine gute Abstimmung ist hier nicht einfach zu finden. Was sich am Vormittag bewährt, funktioniert am Nachmittag bei veränderten Bedingungen oft nicht mehr. Das kann am Wind liegen, der auf der Start-Ziel-Geraden die Wirksamkeit der Aerodynamik beeinträchtigt, oder an einem Temperaturwechsel, durch den sich das Gripniveau verändert.

    KOMMENTARE

    KOMMENTARE

    Fernando Alonso
    "Der Grand Prix von Spanien ist mein Heimrennen und bedeutet mir deshalb besonders viel. Die Unterstützung der Zuschauer ist das ganze Wochenende über großartig und motiviert mich zusätzlich, und ich möchte mich mit einem guten Resultat bedanken. Wenn ich im Auto sitze, verspüre ich jedoch keinen zusätzlichen Druck und ich konzentriere mich wie auf jeder anderen Rennstrecke. Aber weil ich hier zu Hause bin, würde ich mich über einen Sieg noch mehr freuen als sonst. Auch wenn das Rennen vor drei Wochen in Bahrain für mich nicht optimal lief, beginne ich die Europasaison jetzt als Führender in der Weltmeisterschaft. Bei den Tests in dieser Woche in Barcelona haben wir auf dem Circuit de Catalunya wieder einige Erkenntnisse gesammelt und vor allem die neue Streckenführung kennen gelernt. Mir haben die bisherigen zwei schnellen Kurven am Ende der Runde gut gefallen, doch durch die neue Schikane kommt es hoffentlich zu mehr Überholmanövern; das ist gut für die Zuschauer."

    Lewis Hamilton
    "Die Zeit seit dem letzten Rennen kommt mir sehr lang vor und ich kann es deshalb kaum erwarten, wieder im Auto zu sitzen. Viel Zeit zum Ausspannen hatten wir nach Bahrain allerdings nicht. Nachdem ich wieder zu Hause war, habe ich im McLaren Technology Centre gemeinsam mit dem Team an der Weiterentwicklung des MP4-22 gearbeitet. Außerdem habe ich die Rennpause für mein Fitnesstraining genutzt. Zwischen den Rennen versuche ich, meine Kondition zu halten, aber in einer längeren Pause wie jetzt arbeite ich daran, meine Leistungsfähigkeit weiter zu verbessern. Ich fahre gern in Barcelona und bin gespannt auf die neue Schikane. Bei den GP2-Rennen vor einem Jahr hier habe ich die Plätze zwei und vier belegt. Diesmal will ich für mich und Vodafone McLaren Mercedes weitere Punkte in der Formel-1-WM sammeln."

    Martin Whitmarsh, CEO Formel 1, Vodafone McLaren Mercedes
    "Jeder im Vodafone McLaren Mercedes Team hat seit Bahrain fieberhaft daran gearbeitet, den MP4-22 weiter zu verbessern, denn unser Ziel ist der Sieg, wie bei jedem Rennen. Wir haben auf der Rennstrecke und zu Hause viel getan und glauben, dass wir einen Schritt voran gekommen sind. Allerdings werden wir erst am Rennsonntag in Barcelona wissen, wie groß der Schritt ist, denn auch die anderen Teams arbeiten weiter. Der Circuit de Catalunya ist eine anspruchsvolle Strecke für die Autos und ein echter Leistungstest. Das Rennen wird deshalb auch vom technischen Standpunkt her interessant. Obwohl die Ergebnisse aller Rennen gleich wichtig sind, so hat doch der spanische Grand Prix für uns eine besondere Bedeutung. Bei Fernandos Heimrennen ist für uns alle besonders viel los und das Team möchte sich mit einer guten Leistung für die Unterstützung der Zuschauer bedanken."

    Norbert Haug, Mercedes-Benz Motorsportchef
    "Der Circuit de Catalunya ist für alle Formel 1-Teams die Prüfstrecke schlechthin. Es gilt die Regel, dass, wer hier aus eigener Kraft gewinnen kann, dazu dann auch auf allen anderen GP-Kursen in der Lage ist. Für uns bewahrheitete sich diese Faustformel zuletzt in 2005, als wir samt unserem Auftaktsieg in Barcelona 10 der 14 verbliebenen Grand Prix der Saison gewannen. Mittlerweile ist der Wettbewerb in der Formel 1 allerdings noch anspruchsvoller geworden und die Teams machen noch deutlich größere Entwicklungsschritte während der Saison. Trotzdem gestaltet sich die Vorbereitung aller Mannschaften auf dem Kurs bei Barcelona umfangreicher als sonstwo und so hat kein Team ähnlich profunde Erfahrungen auf einer anderen Strecke des aktuellen Grand Prix Kalenders. Wir haben mit dem aktuellen MP 4-22 seit Februar über 3700 km auf dem Circuit de Catalunya getestet. Nicht nur die aerodynamische Effizienz eines Formel 1-Autos wird hier besonders gefordert, auch die Motoren sind hier wieder hoch belastet. Der Vollastanteil liegt bei 70 Prozent und nach der neuen Schikane vor Start und Ziel wird ca. 13 Sekunden am Stück Vollgas gefahren. Wir hatten in der Vorwoche des Grand Prix von Spanien ausgiebige Testfahrten mit guten Resultaten und wollen bei Fernandos Heimrennen mit voller Konzentration unseren Trend der Überseerennen fortsetzen. Fernando und Lewis werden bei diesem Rennen natürlich beide ganz besonders im Fokus stehen und wir müssen ihnen helfen, dass sie bei all dem, was außerhalb des Autos von ihnen erwartet wird, die Ruhe und Konzentration finden, den Job, der zählt, bestmöglich zu machen."
    FERNANDO SCHNELLSTER, LEWIS ERSTER UND FÜNFTER IM FREIEN TRAINING

    Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Fernando Alonso eröffnete seinen Heim-Grand-Prix in Barcelona mit der schnellsten Runde des Tages. Im zweiten Freien Training am Freitagnachmittag fuhr Fernando 33 Runden und kam auf eine Zeit von 1:21.397 Minuten. Sein Teamkollege Lewis Hamilton war nach 37 Runden Fünfter in 1:22.188. Am Vormittag war Lewis (22 Runden) Schnellster in 1:21.880 vor Fernando (21 Runden) mit 1:22.268.

    Wissenswertes zum Training:

    In welchen Bereichen wurde der MP4-22 seit dem letzten Rennen vor vier Wochen in Bahrain verändert?

    Es gab ein paar kleine aber wirksame Änderungen am MP4-22. Die am deutlichsten sichtbare Neuerung ist der Flap auf dem Frontflügel. Die Entwicklungsarbeit im McLaren Technology Centre scheint sich auszuzahlen. Allerdings haben sich auch die anderen Teams verbessert, noch ist nicht abzuschätzen, wo wir tatsächlich stehen.

    Wurde heute weniger gefahren, weil das Team erst vor Kurzem in Barcelona getestet hat?

    Auf dieser Strecke ändern sich die Bedingungen ständig, deshalb wurde heute genauso viel gefahren wie sonst auch. Beispielsweise war die Temperatur des Streckenbelags heute höher als beim Test.

    Die Fans unterstützen Fernando und das Team an diesem Wochenende besonders begeistert - steigert das den Druck zusätzlich?

    Wir wollen jedes Rennen gewinnen, deshalb will jeder im Team immer sein Bestes geben. Allerdings freuen wir uns an diesem Wochenende über die noch stärkere Unterstützung der Fans und wollen ihnen ein spannendes und unterhaltsames Rennen bieten.

    Qualifaying

    FERNANDO ZWEITER, LEWIS VIERTER

    Die Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Fernando Alonso und Lewis Hamilton gehen beim Grand Prix von Spanien am Sonntag in Barcelona von den Startplätzen zwei und vier ins Rennen. Fernando erzielte eine Zeit von 1:21.451 min und lag drei Hundertstelsekunden hinter der Pole-Zeit von Felipe Massa (Ferrari); Lewis kam auf 1:21.785 min. Zum vierten Mal in den vier Grand-Prix-Rennen dieser Saison starten die Vodafone McLaren Mercedes Fahrer von den Plätzen zwei und vier.

    LEWIS FÜHRT IN DER FAHRER-WM VOR FERNANDO

    LEWIS ZWEITER, FERNANDO DRITTER
    LEWIS FÜHRT IN DER FAHRER-WM VOR FERNANDO


    Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Lewis Hamilton belegte beim Grand Prix von Spanien in Barcelona den zweiten Platz. Der Formel-1-Rookie übernahm damit nach zuletzt drei zweiten Plätzen in Folge und dem vierten Grand Prix seiner Karriere die WM-Führung mit jetzt 30 Punkten. Lewis fuhr nach 65 Runden 6.7 Sekunden hinter Felipe Massa (Ferrari) ins Ziel. Fernando Alonso wurde Dritter und liegt in der WMWertung mit 28 Zählern auf Platz zwei vor Massa mit 27 Punkten. Vodafone McLaren Mercedes ist nach vier von 17 Grand Prix das einzige Team, das in den bisherigen Saisonrennen jeweils mit beiden Fahrern Punkte geholt hat. Das Team liegt mit 58 Punkten in der Konstrukteurs-WM in Führung vor Ferrari mit 49.

    Der Start: Zum vierten Mal in dieser Saison hatten sich Fernando und Lewis auf den Plätzen zwei und vier qualifiziert. Fernando attackierte beim Start Polesitter Felipe Massa, rutschte jedoch in der zweiten Kurve kurz von der Strecke und fiel auf Rang vier zurück. Lewis überholte Kimi Räikkönen (Ferrari) und kam als Zweiter aus der ersten Runde zurück.

    Das Rennen: In der neunten Runde wurde Räikkönen langsam, fuhr an die Box, fiel aus und Fernando übernahm Platz drei.

    Runde 19: Fernando legte seinen ersten Boxenstopp ein (9.7 Sek.), gleichzeitig mit Massa. Lewis übernahm die Führung, Fernando fiel auf Platz sieben zurück.

    Runde 22: Lewis fuhr zu seinem ersten Stopp an die Box und beschleunigte nach 8.5 Sek. wieder auf die Strecke; er war jetzt Dritter.

    Runde 27: Alle Fahrer hatten ihre ersten Boxenstopps absolviert; Lewis war jetzt Zweiter mit zehn Sekunden vor Fernando.

    Runde 42: Zweiter Stopp von Massa; Lewis übernahm erneut die Führung. Er blieb bis zum 47. Umlauf vorn, dann legte der Engländer seinen zweiten Routinestopp ein (6.7 Sek.). Fernando kam eine Runde später herein und fuhr nach ebenfalls 6.7 Sekunden wieder auf die Strecke.

    Runde 49: Lewis war Zweiter, zehn Sekunden hinter Massa und 17 Sekunden vor Fernando auf Rang drei.

    Lewis fuhr nach 65 Runden 6.7 Sekunden hinter Massa als Zweiter ins Ziel. Fernando holte fünf Sekunden auf seinen Teamkollegen auf und wurde mit 12 Sekunden Abstand Dritter.

    Spanien GP: Massa siegt im Ausfallfestival

    Spanien GP: Massa siegt im Ausfallfestival

    Defekte und Ausfälle bekamen die Fans zu sehen, aber nicht den erwünschten Heimsieg von Fernando Alonso.

    Christian Danner prophezeite es schon am Samstag: "Das Rennen wird eng - von Anfang bis Ende." Schon in der ersten Kurve sollte sich diese Aussage bewahrheiten. Beide McLaren erwischten einen perfekten Start; Hamilton schnappte sich Räikkönen, Alonso attackierte Massa, musste aber durch das Kiesbett ausweichen und fiel so auf Rang 4 zurück. Allerdings sollte er bald wieder einen Platz gutmachen. Kimi Räikkönens Ferrari rollte bereits in der Anfangsphase mit einem Elektronikproblem aus.

    Damit waren nur noch drei Piloten des Spitzenquartetts im Spiel. Felipe Massa machte das Beste daraus und baute seine Führung auf Hamilton konstant aus. Daran änderten auch die längeren zweiten Stints von Hamilton und Alonso nichts. Nach 65 Runden fuhr Massa zum zweiten Mal in dieser Saison als Sieger über die Ziellinie. Das Podium komplettierten die beiden McLaren-Fahrer Hamilton und Alonso. Für die WM-Wertung bedeutet dies, dass Lewis Hamilton mit 30 Zählern die Führung übernimmt; Platz 3 belegt Felipe Massa mit 27 Punkten. Dazwischen liegt Fernando Alonso auf dem 2. Platz.

    Die Rennen in Malaysia und Bahrain waren nicht die erwarteten Ausfallfestivals, dafür ging es in Barcelona schon im ersten Renndrittel mächtig rund. Jarno Trulli blieb bereits am Start stehen und musste seinen Toyota später endgültig in der Box abstellen. Das gleiche Schicksal widerfuhr Mark Webber, Kimi Räikkönen, Tonio Liuzzi und Ralf Schumacher. Auch der zweite Toro Rosso-Mann Scott Speed fiel aus; er stellte den STR2 nach einem Reifenschaden ab. Das erste Opfer des Rennens war jedoch Alexander Wurz, der schon in Runde 1 aufgeben musste.

    "Mein Start war irrsinnig gut, ich habe Plätze gutgemacht und mich hinter Ralf Schumacher eingereiht", schilderte Wurz seine ersten zehn Kurven. "In Kurve 10 musste Ralf dann lupfen oder bremsen, leider hing ich genau in seinem Getriebe. Ich hatte keine Chance, etwas zu tun. Das war ein unglücklicher Unfall."

    So beurteilte auch Ralf Schumacher die Situation. "Es ist schade und ärgerlich, aber es war eine Rennsituation - da konnte niemand etwas dafür." Sein Ausfall rührte von einem undefinierten Problem an der Vorderradaufhängung. "Es ist schade, dass wir ausgefallen sind. Trotzdem war es ein gutes Rennen. Wir sind gute Rundenzeiten gefahren und hätten vielleicht ein Pünktchen bekommen können."

    Einen genauso unglücklichen aber noch viel kurioseren Zwischenfall erlebte Nick Heidfeld. Der Deutsche lag auf dem weiß-blauen Abonnementplatz Nummer 4 als bei seinem ersten Boxenstopp die rechte vordere Radmutter klemmte. Der Lollipopmann gab die Fahrt trotzdem frei, Nick brauste los, der Schlagschrauber hing vorne rechts noch am Bridgestone-Reifen. Als dieser sich losriss, flog die Mutter in hohem Bogen vor die Toyota-Box, wo sie ein verdutzter Mechaniker aufhob und den BMW-Kollegen entgegenreckte. Für Nick war das Rennen nach einer unsäglich langsamen Runde bis zum Notstopp gelaufen. Da fiel sein späterer Ausfall wegen Getriebeproblemen nicht mehr besonders stark ins Gewicht.

    "Anscheinend hat es mein Team nicht gesehen", sagte Nick über den missglückten Boxenstopp. "Ich habe gewartet und gewartet und gewartet... Ich dachte, dass sie mich zurückschieben, aber als das nicht geschah, bin ich wieder losgefahren." Das ging bekanntlich schief. "Ich hätte einen Platz gutmachen können und dann vielleicht noch einen; es wäre also vielleicht ein 3. Platz drin gewesen. Ich war deutlich länger draußen als Fernando, aber das ist alles Spekulation. Es ist dumm gelaufen, sehr ärgerlich..."

    Der einzige glückliche Deutsche des Tages war Nico Rosberg. Er fuhr in seinem Williams immerhin Platz 6 und drei WM-Punkte ein. Vor ihm waren Robert Kubica auf Platz 4 und David Coulthard auf Platz 5 außer Reichweite, hinter ihm lagen die beiden Renault von Heikki Kovalainen und Giancarlo Fisichella auf Punktekurs. Sieben Runden vor Schluss musste Fisichella einen zusätzlichen Boxenstopp absolvieren, so dass Takuma Sato vorbeischlüpfte und Platz 8 übernahm - der erste WM-Punkt für Super Aguri! Die beiden Honda-Werkspiloten Rubens Barrichello und Jenson Button waren sich zu Rennmitte gegenseitig ins Auto gefahren und beendeten den Spanien GP auf den Plätzen 10 und 12.

    Offizielles Endergebnis GP Spanien

    Offizielles Endergebnis GP Spanien

    65 Runden á 4,655 km/302,449 km

    Rang, Name, Land, Team, Zeit
    1. Felipe Massa, Brasilien, Ferrari, 1:31:36,230 Std.
    2. Lewis Hamilton, Großbritannien, McLaren-Mercedes, + 0:06,790 Min.
    3. Fernando Alonso, Spanien, McLaren-Mercedes, + 0:17,456
    4. Robert Kubica, Polen, BMW-Sauber, + 0:31,615
    5. David Coulthard, Großbritannien, Red Bull, + 0:58,331
    6. Nico Rosberg, Wiesbaden, Williams, + 0:59,538
    7. Heikki Kovalainen, Finnland, Renault, + 1:02,128
    8. Takuma Sato, Japan, Super Aguri, + 1 Runde
    9. Giancarlo Fisichella, Italien, Renault, + 1 Runde
    10. Rubens Barrichello, Brasilien, Honda, + 1 Runde
    11. Anthony Davidson, Großbritannien, Super Aguri, + 1 Runde
    12. Jenson Button, Großbritannien, Honda, + 1 Runde
    13. Adrian Sutil, München, Spyker, + 2 Runden
    14. Christijan Albers, Niederlande, Spyker, + 2 Runden

    Ausfälle
    Alexander Wurz, (Österreich), Williams, (2 . Runde)
    Mark Webber, (Australien), Red Bull, (8 . Runde)
    Jarno Trulli, (Italien), Toyota, (9 . Runde)
    Kimi Räikkönen, (Finnland), Ferrari, (10 . Runde)
    Scott Speed, (USA), Toro Rosso, (10 . Runde)
    Vitantonio Liuzzi, (Italien), Toro Rosso, (20 . Runde)
    Ralf Schumacher, (Kerpen), Toyota, (45 . Runde)
    Nick Heidfeld, (Mönchengladbach), BMW-Sauber, (47 . Runde)

    Schnellste Rennrunde:
    Felipe Massa, (Ferrari), 1:22,680 Min.

    Trainingsschnellster:
    Felipe Massa, (Ferrari), 1:21,421 Min.

    Nächstes Rennen:
    GP Monaco am 27. Mai in Monte Carlo

    5. Monaco GP / Monaco

    Monaco: Hubschrauber fliegen im Wohnzimmer

    Der 3,340 Kilometer lange Straßenkurs in Monte Carlo fordert von den Fahrern über 78 Runden höchste Konzentration: Auf dieser Strecke darf man sich nicht den kleinsten Fehler erlauben. Denn ein solcher bedeutet zumeist unweigerlich das Aus.

    Den Piloten steht die schwierige Aufgabe bevor, ihre rund 800 PS starken Monoposti zielgenau durch den engen Leitplankenkanal zu manövrieren. Dabei nähern sich die Boliden der unnachgiebigen Absperrung oft bis auf wenige Millimeter - zwischen Ideallinie und Ausfall liegt ein denkbar schmaler Grat. Manche Fahrer betonen sogar, dass man die Hinterreifen in einigen Kurven an der Leitplanke 'anlehnen' müsse.

    Auf der technischen Seite sind die Boliden im Fürstentum mit relativ hoher Bodenfreiheit unterwegs, um auf der unebenen Fahrbahn nicht ununterbrochen aufzusetzen. Zudem werden die Federung extrem weich und die Flügel extrem steil eingestellt, um einerseits die Traktion aus den vielen Kurven zu erhöhen und andererseits genügend Anpressdruck für schnelle Rundenzeiten zu generieren.

    Für die Piloten ist das so genannte "Wohnzimmer" eine unglaubliche Herausforderung. Neben der Enge und den verschiedenen Streckenbelägen gibt es auch noch einige weitere rennentscheidende Schlüsselstellen - wobei man in Monaco beinahe schon von einer einzigen riesigen Schlüsselstelle sprechen könnte. Sehr wichtig ist die erste Kurve nach der Start-/Zielgeraden, die Sainte Devote. Zudem ist der Circuit de Monaco natürlich auch durch seine berühmt-berüchtigte Tunnel-Passage, welche mit rund 250 bis 270 km/h durchquert wird, sowie die Loews-Kehre, die langsamste Kurve des gesamten Rennzirkus, bekannt.
    Bilder
    • f1_mc_2006.gif

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    GRAND PRIX VON MONACO

    GRAND PRIX VON MONACO

    Der Grand Prix von Monaco am nächsten Wochenende, fünfter Lauf zur Formel-1- Weltmeisterschaft 2007, gilt als prestigeträchtigstes Rennen der Formel 1 und gleichzeitig als eines der anspruchsvollsten. Der Grand Prix in den Straßen von Monte Carlo wird in diesem Jahr zum 65. Mal ausgetragen. Mit einer Länge von 3,34 Kilometern ist der Kurs der kürzeste in der Formel 1. Vor dem Grand Prix in Monaco führt Vodafone McLaren Mercedes in der Konstrukteurs-WM mit 58 Punkten und neun Punkten Vorsprung vor Ferrari. Lewis Hamilton und Fernando Alonso, die beim letzten Rennen in Barcelona die Plätze zwei und drei belegten, liegen in der Fahrerwertung auf den Plätzen eins und zwei, Lewis mit 30 Zählern und Fernando mit 28.

    Wissenswertes aus dem Team Vodafone McLaren Mercedes vor dem Rennen in Monte Carlo

    Was ist bei der Abstimmung der Autos auf der Strecke von Monaco besonders zu beachten?

    Der Grand Prix von Monaco ist das einzige Formel-1-Rennen, das nur auf öffentlichen Straßen ausgetragen wird. Die Fahrbahn fällt von der Mitte nach außen ab, es gibt Kanaldeckel und weiße Linien. Der MP4-22 wird mit einem weicheren Set-up als sonst darauf abgestimmt. Auf der engen, kurvenreichen Strecke wird mit maximalem Abtrieb gefahren. Dadurch erreicht man die bestmögliche Kurvengeschwindigkeiten, ohne auf den sehr kurzen Geraden Speed einzubüßen. Das Fehlen längerer Geraden erfordert ein effizienteres Kühlungssystem. Wegen der vielen engen Kurven ist besonders an der Vorderachse guter Grip wichtig, um so präzise wie möglich einzulenken.

    Welche Auswirkungen hat die Nutzung der zwei Bridgestone Potenza
    Reifenmischungen?

    Wir gehen davon aus, dass der Unterschied zwischen den beiden Reifenmischungen prime und option nicht sehr groß ist. Da der Belag wenig Grip hat, wird idealerweise mit dem weichsten Reifen gefahren, der zur Verfügung steht. Es wird interessant werden, für welche Strategien sich die Teams entscheiden, da wahrscheinlich alle so lange wie möglich mit dem weicheren Reifen fahren werden.

    Warum hat Monaco so eine große Bedeutung für das Team?

    Die Geschichte des Teams McLaren begann 1966 beim Grand Prix von Monaco. Damals bestritt Bruce McLaren mit dem M2B den ersten Grand Prix des nach ihm benannten Rennstalls. In den 41 Jahren seit diesem Debüt hat McLaren in Monaco 13 Mal gewonnen, öfter als jeder andere Rennstall. Den ersten Erfolg holte Alain Prost 1984, bis 1993 siegte McLaren in Monte Carlo jedes Jahr mit Ausnahme von 1987. In dieser Zeit hat Ayrton Senna das Rennen fünfmal als Sieger beendet. Seit dem ersten Monaco-Sieg der Partnerschaft McLaren Mercedes 1998 hat das Team hier insgesamt viermal gewonnen, Mika Häkkinen 1998, David Coulthard 2000 und 2002 und Kimi Räikkönen 2005.

    Kommentare

    Kommentare

    Fernando Alonso
    "Monaco gehört zu den Rennen, bei denen du unbedingt siegen willst. Als ich dort letztes Jahr gewann, war das ein tolles Gefühl und ich will das in diesem Jahr wiederholen. Bei den letzten beiden Rennen habe ich nicht so gut abgeschnitten wie erwartet, aber ich habe Punkte gesammelt und wir haben das Auto weiter verbessert. In Monaco musst du die ganze Zeit mit voller Konzentration am Limit fahren. Fehler passieren hier schneller als auf anderen Strecken, denn der Kurs ist schmal und von Leitplanken gesäumt. Deshalb muss man seinen Fahrstil ändern, denn vor den Kurven wird hier nicht so aggressiv gebremst. Andererseits versucht man, so früh wie möglich wieder zu beschleunigen; dafür braucht man eine andere Abstimmung der Vorderachse als sonst. Nur damit findet man die Tausendstelsekunden, die in Monaco entscheidend sind."

    Lewis Hamilton
    "Ich freue mich sehr auf Monaco. Ich habe schon immer davon geträumt, bei diesem Grand Prix zu starten, besonders nachdem ich hier in den letzten beiden Jahren in der Formel-3-Euroserie und der GP2-Serie gefahren bin. Für mich ist es die schönste Strecke des Jahres, nirgendwo sonst spürst du dein Adrenalin so stark. Da die Strecke so schmal ist und es kaum Auslaufzonen gibt, musst du äußerst präzise fahren; der kleinste Fehler wird sofort bestraft. Ich habe hier in der Formel-3- Euroserie wie auch in der GP-Serie gewonnen und ich möchte auch in der Formel 1 um den Sieg kämpfen. Aber ich bleibe Realist - dies ist erst mein fünfter Grand Prix und ich muss immer noch lernen. Das wichtigste ist, Punkte für die Fahrer- und die Konstrukteurswertung zu sammeln."

    Martin Whitmarsh, CEO Formula 1, Vodafone McLaren Mercedes
    "Es ist für jeden bei Vodafone McLaren Mercedes sehr erfreulich, dass wir als Spitzenreiter der Konstrukteurs-WM nach Monaco kommen, und dass wir vor dem fünften Rennen der Saison in der Fahrerwertung die ersten beiden Plätze belegen. Damit erfüllen wir die Erwartungen, die wir an uns selbst gestellt haben, wollen uns aber gleichzeitig weiter steigern. Das Vodafone McLaren Mercedes Testteam hat vier Tage in Paul Ricard getestet und sich dabei mit Abstimmungsarbeiten und der Auswahl der Bridgestone Potenza Reifenmischungen für die Grand-Prix-Rennen in Monaco und Kanada beschäftigt. Daneben haben wir die Aerodynamik und die Mechanik des MP4-22 weiter entwickelt. Die Testergebnisse waren positiv und wir freuen uns darauf, dies auf der Rennstrecke umzusetzen. In Monaco brauchen wir mehr mechanischen Grip als auf den meisten anderen Rennstrecken. Andererseits spielt die Aerodynamik hier keine große Rolle. Für eine gute Rundenzeit sind maximaler Abtrieb und eine gut funktionierende Traktionskontrolle entscheidend."

    Norbert Haug, Mercedes-Benz Motorsportchef
    "Der Schein trügt: Die kürzeste Strecke (3,34 km) mit der niedrigsten Durchschnittsgeschwindigkeit (150 km/h), der kürzesten Gesamtdistanz (260 km) und der langsamsten Kurve (ca. 45 km/h) stellt stets die größte Herausforderung der Formel 1-Saison dar und deshalb gilt der GP Monaco zu Recht als wichtigster Grand Prix des Jahres. Das liegt natürlich zunächst an der einmaligen und herausfordernden Streckenführung durch die Straßen der Stadt inklusive Tunneldurchfahrt mit am Ende über 280 km/h. Aber auch die Tradition des Rennens, der Glamour und die weltweite Beachtung machen diesen GP einmalig. 2007 erlebt der Monaco Grand Prix seine 65. Auflage. Wir sind hier seit unserem ersten Sieg 1998 mit vier Siegen das erfolgreichste Team. Fernando und Lewis haben in ihrer ersten Saison bei Vodafone McLaren Mercedes nicht weniger gute Erinnerungen an Monte Carlo; Fernando als Vorjahressieger des Grand Prix, Lewis als GP2-Sieger 2006 und Formel-3- Euroserie-Doppelsieger 2005. Uns allen ist indes klar, dass dies die schöne Vergangenheit ist, und die Auflage 2007 eine noch größere und härter umkämpfte Herausforderung werden wird als alle Rennen zuvor.