Interessantes zu Formel 1 im Jahr 2007

    FERNANDO TAGESSCHNELLSTER
    LEWIS ZWEITER UND DRITTER


    Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Fernando Alonso war der Schnellste im Freien Training am Donnerstag beim Grand Prix von Monaco. Fernando fuhr am Vormittag 33 Runden und erzielte eine Bestzeitzeit von 1:16.973 min. vor seinem Teamkollegen Lewis Hamilton mit 1:17.601 min. (14 Runden). Am Nachmittag legte Fernando 40 Runden zurück und verbesserte sich auf 1:15.940 min. Lewis fuhr 19 Runden, kam 30 Minuten vor Ende des Trainings in der Ste.-Devote-Schikane von der Strecke ab und beendete das Training in 1:16.296 min. auf Platz drei.

    Wissenswertes zum Training:

    Warum ist Lewis in der zweiten Hälfte des ersten Trainings nicht gefahren? Der Anlasser wurde beschädigt und das Getriebe in Mitleidenschaft gezogen. Das Team musste für die Reparatur den Unterboden des Fahrzeugs abbauen.

    Steinmetz hat in Monaco immer Diamanten entweder in die Helme der Fahrer oder das Lenkrad eingefügt. Was hat sich Steinmetz diesmal einfallen lassen? Zusammen mit Vodafone McLaren Mercedes Ingenieuren verzierte Steinmetz maßgeschneiderte Helme für beide Fahrer. Die Helme wurden an den Seiten mit dem Schriftzug "Monaco 07" aus weißen Diamanten versehen.

    :arrow: Jetzt haben die wohl einen Höhenflug! Schriftzug aus Diamanten?

    Weitere Infos!

    24.05.2007
    Dieses Jahr sind die Helme von Weltmeister Alonso sowie dem WM-Spitzenreiter Hamilton mit Edelsteinen vom weltbekannten Juwelier Steinmetz verziert. Der Name ´Monaco´ wurde jeweils an den Seiten aus zahlreichen Diamanten aufgebracht, die Arbeit dauerte drei Monate. Mittlerweile sind die Diamanten-Helme vom Edel-Sponsor Steinmetz für McLaren schon Tradition - sie werden nach dem Rennen für karitative Zwecke versteigert.

    Dieses Jahr sind die Helme von Weltmeister Alonso sowie dem WM-Spitzenreiter Hamilton mit Edelsteinen vom weltbekannten Juwelier Steinmetz verziert. Die beiden Namen der McLaren F1-Fahrer wurden jeweils an den Seiten aus zahlreichen Diamanten aufgebracht, die Arbeit dauerte drei Monate. Mittlerweile sind die Diamanten-Helme vom Edel-Sponsor Steinmetz schon Tradition - sie werden nach dem Rennen für karitative Zwecke versteigert.
    Lewis Hamilton hat sich für den Großen Preis von Monaco am Sonntag (14.00 Uhr) viel vorgenommen: "Für mich ist es hier immer gut gelaufen. Ich komme auch diesmal mit der Absicht, um den Sieg zu kämpfen", sagte "Silberpfeil"-Pilot Hamilton vor seinem Formel-1-Debüt im Fürstentum mit Blick auf seine Erfolge in der Formel 3 und GP2. Shootingstar Hamilton ist mit seinen 22 Jahren der bisher jüngste WM-Führende der Formel-1-Geschichte.
    Der 26jährige Felipe Massa sagt über Hamilton: "Im Moment ist es schwer zu sagen, ob Fernando oder Lewis der bessere Fahrer ist. Aber wenn die Situation so bleibt, kann Lewis zur größeren Gefahr im Kampf um den WM-Titel werden".
    Mercedes-Sportchef Norbert Haug findet es zwar "nicht richtig", Hamilton "als Favoriten für Monaco hinzustellen", aber er traut dem Briten in dem Fürstentum viel zu: "Er hat dort in der Vergangenheit fantastische Rennen gezeigt. Er ist ein Straßenrennfahrer. Ich hoffe, dass es nicht mehr allzu lange dauert, bis er ein Rennen gewinnt."
    Bilder
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    FERNANDO AUF POLE
    LEWIS AUF STARTPLATZ ZWEI


    Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Fernando Alonso startet beim Grand Prix von Monaco am Sonntag von der Pole Position, seine erste Pole für Vodafone McLaren Mercedes. Lewis Hamilton geht vom zweiten Platz ins Rennen und komplettiert damit die 21. Doppel-Pole für McLaren Mercedes. Fernando fuhr eine Zeit von 1:15.726 min., Lewis kam auf 1:15.905 min.

    Das Rennen

    FERNANDO SIEGT VOR LEWIS
    ZWEITER VODAFONE MCLAREN MERCEDES DOPPELSIEG DER SAISON


    Die Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Fernando Alonso und Lewis Hamilton haben beim Grand Prix von Monaco den zweiten Doppelsieg für das Team in diesem Jahr erzielt. Nach 78 Runden siegte Fernando mit vier Sekunden vor seinem Teamkollegen, der in seiner ersten Formel-1-Saison zum vierten Mal in Folge Zweiter wurde. Die beiden wiederholten damit den Doppelerfolg des Teams von Malaysia vor sieben Wochen. Für die Partnerschaft McLaren Mercedes ist es der 16. Doppelsieg in der Formel 1 und der fünfte Erfolg in Monte Carlo in zehn Jahren. In der WM-Wertung liegen Fernando und Lewis mit jeweils 38 Punkten vorn; Fernando, der in diesem Jahr bereits zweimal gewann, ist Erster. Vodafone McLaren Mercedes ist nach fünf von 17 Grand Prix das einzige Team, das in den bisherigen Saisonrennen jeweils mit beiden Fahrern Punkte geholt hat und liegt mit 76 Zählern in der Konstrukteurs-WM in
    Führung vor Ferrari mit 56.

    Der Start: Fernando startete von seiner ersten Pole Position für Vodafone McLaren Mercedes, Lewis ging von Startplatz zwei ins Rennen. Auf diesen Positionen kamen sie aus der ersten Runde zurück, gefolgt von Massa.

    Das Rennen: Fernando fuhr am Ende der 26. Runde zu seinem ersten Routinestopp an die Box und stand 7.5 Sekunden. Er gab die Führung für drei Runden an Lewis ab, der am Ende des 29. Umlaufs hereinkam (8.9 Sekunden). Danach führte erneut Fernando vor Lewis; Massa, der gemeinsam mit dem Spanier an den Boxen war, belegte Platz drei mit 22.7 Sekunden Rückstand.

    Im 44. Umlauf fuhr Fernando die schnellste Runde des Rennens: 1:15.284, das war auch die schnellste Runde des gesamten Wochenendes.

    Als Fernando in Runde 51 zu seinem zweiten Boxenstopp hereinkam, hatte er seinen Vorsprung vor dem drittplatzierten Massa auf 42.3 Sekunden ausgebaut. Fernando fuhr nach 7.9 Sekunden Standzeit wieder auf die Strecke; er war Zweiter hinter Lewis. Der Engländer bog zwei Runden später in die Boxenstraße, stand 5.0 Sekunden und nahm das Rennen als Zweiter hinter seinem Teamkollegen wieder auf.

    Nach 78 Runden fuhr Fernando zu seinem 17. Grand-Prix-Sieg über die Ziellinie, vier Sekunden vor Lewis. Massa wurde mit 69,1 Sekunden Rückstand Dritter. Das übrige Feld war bereits überrundet.
    Monaco GP: Alonso gewinnt silberne Spazierfahrt
    Hamiltons Traum ging nicht in Erfüllung. Dafür zeigte Fernando Alonso, wer derzeit der beste Fahrer im Feld ist.


    Es war der perfekte Traum: Fünftes F1-Rennen, Prestige-GP in Monaco und der erste Sieg. Doch Lewis Hamilton darf und muss noch ein bisschen weiter träumen. Anstelle des jungen Briten durfte dessen Teamkollegen Fernando Alonso den Sieg im Fürstentum bejubeln - seinen zweiten Saisonerfolg. In der WM-Wertung liegt der amtierende Champion damit wieder in Führung, allerdings nur aufgrund der Anzahl seiner Siege. Nach Punkten liegt er gleichauf mit Hamilton. Knapp dahinter liegt Felipe Massa auf Rang 3. Genauso lautete auch der Zieleinlauf in Monaco: Alonso, Hamilton, Massa.

    Um 14:00 Uhr Ortszeit begann alles ebenso unspektakulär wie es gute anderthalb Stunden später endete. Alonso setzte sich am Start gegen Hamilton durch und zog nach einigen Runden einige Sekunden davon. Dahinter war Nick Heidfeld der Gewinner des Starts. Er machte zwei Plätze gut und überholte Mark Webber und Nico Rosberg. Mit seinem Landsmann lieferte er sich darauf ein enges Duell, in dessen Verlauf es aber zu keinem Überholmanöver kam - genauso wie im restlichen Feld. Nur Takuma Sato nutzte eine Überrundung von Jarno Trulli und quetschte sich ebenfalls durch.

    Das Blatt der beiden Deutschen Heidfeld und Rosberg sollte sich jedoch bald wenden. Heidfeld war als einziger der Top-Gruppe auf weichen Reifen gestartet. Nachdem er zunächst langsamer unterwegs gewesen ist, konnte er gegen Ende seines ersten Stints zulegen und ein Polster auf Rosberg herausfahren. Der Williams-Pilot fiel später noch weiter zurück, da sein zweiter Reifensatz Vibrationen am Heck verursachte. So war nicht mehr als Platz 12 drin. Heidfeld kam in Runde 32 an die Box und fuhr danach auf harten Reifen einen langen zweiten Stint. Sein Teamkollege Robert Kubica fuhr genau umgekehrt - und ging als Sieger im weiß-blauen Duell hervor. Kubica kam vor Heidfeld aus der Box und fuhr trotz Problemen in den Schlussrunden als Fünfter einen Platz vor dem Deutschen über die Linie. An Giancarlo Fisichella im Renault kam keiner der beiden BMW-Sauber heran. Der Italiener fuhr ein relativ einsames, aber starkes Rennen auf Platz 4 zu Ende.

    Die Spitze war für ihn außer Reichweite. Ähnlich einsam agierte Felipe Massa, der zwar seinen dritten Platz gegen niemanden absichern musste, nach vorne aber eine Minute Rückstand auf das McLaren-Duo aufwies. In Monaco waren die Roten nicht annähernd schnell genug, um mit McLaren mitzuhalten. Bis auf Massa wurden alle Fahrer überrundet. Das gilt auch für Kimi Räikkönen, der nach seinem Fehler im Qualifying im Mittelfeld starten musste und so nicht mehr als einen Punkt für Platz 8 holen konnte. Vor ihm fuhr Wurz als Österreicher zwei WM-Punkte für Williams ein. Die obligatorische Ausfallliste fiel in diesem Jahr kurz aus. Tonio Liuzzi scheiterte schon in der zweiten Runde an der Leitplanke, Mark Webber fiel mit einem technischen Defekt aus und Adrian Sutil landete ebenfalls in der Streckenrandbegrenzung.

    Offizielles Endergebnis GP Monaco

    Offizielles Endergebnis GP Monaco

    78 Runden á 3,340 km/260,520 km

    Rang Name Land Team Zeit
    1. Fernando Alonso, Spanien, McLaren-Mercedes, 1:40:29,329 Std. (Schnitt: 155,552 km/h)
    2. Lewis Hamilton, Großbritannien, McLaren-Mercedes, + 0:04,095 Min.
    3. Felipe Massa, Brasilien, Ferrari, + 1:09,114
    4. Giancarlo Fisichella, Italien, Renault, + 1 Runde
    5. Robert Kubica, Polen, BMW-Sauber, + 1 Runde
    6. Nick Heidfeld, Mönchengladbach, BMW-Sauber, + 1 Runde
    7. Alexander Wurz, Österreich, Williams, + 1 Runde
    8. Kimi Räikkönen, Finnland, Ferrari, + 1 Runde
    9. Scott Speed, USA, Toro Rosso, + 1 Runde
    10. Rubens Barrichello, Brasilien, Honda, + 1 Runde
    11. Jenson Button, Großbritannien, Honda, + 1 Runde
    12. Nico Rosberg, Wiesbaden, Williams, + 1 Runde
    13. Heikki Kovalainen, Finnland, Renault, + 2 Runden
    14. David Coulthard, Großbritannien, Red Bull, + 2 Runden
    15. Jarno Trulli, Italien, Toyota, + 2 Runden
    16. Ralf Schumacher, Kerpen Toyota, + 2 Runden
    17. Takuma Sato, Japan, Super Aguri, + 2 Runden
    18. Anthony Davidson, Großbritannien, Super Aguri, + 2 Runden
    19. Christijan Albers, Niederlande, Spyker, + 8 Runden

    Ausfälle:
    Vitantonio Liuzzi, (Italien), Toro Rosso, (2 . Runde)
    Mark Webber, (Australien), Red Bull, (18 . Runde)
    Adrian Sutil, (München), Spyker, (54 . Runde)

    Schnellste Rennrunde:
    Fernando Alonso, (McLaren-Mercedes), 1:15,284 Min.

    Trainingsschnellster:
    Fernando Alonso, (McLaren-Mercedes), 1:15,726 Min.

    Nächstes Rennen:
    GP Kanada am 10. Juni in Montréal

    Nachspiel in Monaco

    Nachspiel in Monaco: McLaren Teamstrategie wird untersucht

    Der Grand Prix von Monaco bekommt nun doch ein Nachspiel. Grund ist die angebliche Stallorder McLarens zugunsten von Fernando Alonso.


    War es ein illegaler Akt von McLaren-Boss Ron Dennis, seine Fahrer nach dem ersten Boxenstopp anzuweisen, das Tempo zu drosseln? Die FIA zieht das zumindest in Betracht und leitete deshalb eine offizielle Untersuchung wegen eines möglichen Verstoßes gegen den International Sporting Code ein. In einem Statement von Montag teilte die FIA mit, dass der relevante Hinweis untersucht werde und zu einem späteren Zeitpunkt eine Entscheidung bekannt gegeben werde.

    Insbesondere britische Medien hatten sich beschwert, dass durch die Entscheidung des Teams ihr neuer Liebling Lewis Hamilton um jede Chance gebracht worden wäre, das Rennen zu gewinnen. Teamchef Ron Dennis verteidigte daraufhin seine Entscheidung vehement: "Ich mag es auch nicht, Rennfahrern zu sagen, sie sollen langsamer fahren, weil ich ein echter Racer bin. Aber so gewinnt man den Monaco Grand Prix und dafür werde ich mich nicht entschuldigen", sagte der Brite. "Jeder Journalist und alle in der Boxengasse hätten sich doch an die Stirn getippt und gesaget, was für ein Idiot der Mclaren-Teamchef ist, der seinen Piloten in Monaco erlaubt gegeneinander zu fahren, wenn am Ende einer in den Leitplanken sitzt."

    Nur ein einziges Mal in seiner Karriere als Teamchef habe Dennis wirklich Einfluss von außen auf das Rennergebnis genommen. "Wir haben nie Grand Prix-Ergebnisse manipuliert außer es waren außergewöhnliche Umstände, wie es 1998 in Australien der Fall war", sagte Dennis. Damals knackte Irgendjemand den Boxenfunk und erzählte Mika Häkkinen, er solle an die Box kommen. "Mika kam an die Box und ich habe das [mit einer Stallregie] rückgängig gemacht, weil es unfair war", erläuterte Dennis.

    Dennoch werden die Ereignisse nun noch einmal genauer unter die Lupe genommen. Laut Artikel 151c des International Sporting Code liegt ein Vergehen vor bei "jedem betrügerischen Verhalten oder Handlung zum Nachteil des sportlichen Wettbewerbs oder des Motorsports im Allgemeinen." Die Regel wurde nach dem Österreich Grand Prix 2002 eingeführt, als Rubens Barrichello Teamkollegen Michael Schumacher den Sieg überlassen musste, obwohl er in Führung lag.
    28.05.2007
    Der Doppelsieg der beiden McLaren-Mercedes von Fernando Alonso und Lewis Hamilton im klassischen Formel-1-Grand-Prix von Monaco hat ein Nachspiel. Der Automobil-Weltverband FIA hat am Montag nach dem Rennen eine Untersuchung gegen McLaren eingeleitet. Es besteht der Verdacht einer Stallorder zu Gunsten von Alonso, die in der Königsklasse des Motorsports allerdings streng verboten ist.

    Verdacht:
    Die FIA äusserte in ihrem offiziellen Statement den Verdacht "des möglichen Bruches des Internationalen Sporting Codes". Hamilton war mehrmals sehr knapp hinter Weltmeister Alonso aufgetaucht. Das Team gestand zwar, dass der sensationelle Formel-1-Debütant Hamilton in der Schlussphase dazu angehalten worden war, nicht mehr zu überholen, um auf dem engen Stadtkurs keinen Doppelausfall zu riskieren. Allerdings besteht auch der Verdacht, dass Hamilton mit einem vorgezogenen Boxenstopp künstlich gebremst worden war. McLaren-Teamchef Ron Dennis argumentierte den Boxenstopp des 22-jährigen Engländers, der in allen seinen fünf bisherigen Grand Prix auf das Podest gefahren ist, in der 53. Runde damit, dass man nach dem Ausfall des deutschen Spyker-Piloten Adrian Sutil eine Safety-Car-Phase befürchtet hatte.

    Keine Stallorder:
    "Wir haben keine Stallorder, nur eine Strategie, um das Rennen zu gewinnen. Wenn das Safety Car tatsächlich auf die Strecke gegangen wäre, hätte Lewis gewonnen", versicherte Dennis. Doch das Sicherheits-Auto blieb in der Box und Hamilton war um seine Chance gebracht, seinen berühmten Teamkollegen bei den Boxenstopps zu überholen, indem er länger auf der Strecke bleibt. "Ich habe die Nummer zwei am Auto. Ich bin die Nummer zwei", erklärte Hamilton leicht resignativ.

    Fakten werden geprüft:
    Sämtliche Fakten werden laut FIA-Angaben nun genau geprüft. Weitere Erklärungen werden erst "zu gegebenem Zeitpunkt" abgegeben. Über mögliche Sanktionen wollte ein FIA-Sprecher keine Angaben machen. Die FIA hatte Stallorder nach der Saison 2002 offiziell verboten. Anstoss war die umstrittene Taktik von Ferrari beim Grand Prix von Österreich in Spielberg, als der Brasilianer Rubens Barichello nach überlegenem Rennen seinem Teamkollegen Michael Schumacher auf der Zielgeraden den Vortritt lassen musste.

    Formel-1-Experten: „Vorwurf der Team-Order völlig absurd”

    30.05.2007

    Formel-1-Experten: „Vorwurf der Team-Order völlig absurd”

    Posse um Silberpfeile

    Monte Carlo - Die Team-Order-Posse von Monaco schlägt weiter hohe Wellen, sogar die WM-Wetten wurden ausgesetzt. Doch nach Ansicht von Experten und früheren Formel-1-Fahrern hat McLaren-Mercedes bei dem überlegenen Doppelsieg in Monte Carlo nicht gegen die Regeln des Automobil-Weltverbandes FIA verstoßen.

    „So ein Ergebnis als Team-Order zu deuten, ist in meinen Augen völlig absurd. Das entbehrt jeder Grundlage”, sagte der Münchner Christian Danner. Und der einstige Tourenwagen-König Klaus Ludwig ist sogar der Ansicht, „dass man diese Leute, die die angebliche Stallorder der FIA gemeldet haben, zum Psychiater schicken müsste”.

    Weltmeister Fernando Alonso (Spanien) hatte den 5. WM-Lauf des Jahres problemlos vor seinem britischen Teamkollege Lewis Hamilton gewonnen. Laut englischer Medien, die Hamilton gerne als kommenden Weltmeister sehen würden, musste der Jungstar angeblich Alonso den Sieg überlassen. Dieser Verdacht wurde durch unglückliche Aussagen von McLaren-Teamchef Ron Dennis noch verstärkt: „Es wird Zeiten und Strecken geben, auf denen sie frei fahren dürfen, aber nicht hier.”

    Eine FIA-Sprecherin sagte, dass eine Entscheidung so schnell wie möglich fallen soll, „am besten noch vor dem nächsten Rennen”. Der 6. WM-Lauf findet am 10. Juni in Montreal statt. Was der Weltverband genau untersucht und prüft, wollte die Sprecherin nicht verraten: „Das machen wir in solchen Fällen nie.” Als erste Reaktion auf das Nachspiel hat der Londoner Buchmacher William Hill gestern alle Wetten auf den WM-Titel 2007 ausgesetzt, bis der Fall abgeschlossen ist, hieß es dazu.

    Für Danner, der von 1985 bis 1989 insgesamt 36 Grand Prix fuhr, hatte das Team überhaupt keine Chance, Hamilton einzubremsen. „Der konnte in diesem Rennen einfach nicht schneller fahren”, meinte er heutige RTL-Experte. Und Alonso habe sich das Rennen an der Spitze so einteilen können, wie er wollte, nachdem er den Start gewonnen hatte.

    Für Danner basiert das Nachspiel in erster Linie auf der alten Feindschaft zwischen Ron Dennis und Ferrari. Beide Parteien haben sich in der Vergangenheit mehrfach gegenseitig Regelverstöße vorgeworfen, ihre Streitigkeiten dann am Grünen Tisch der FIA fortgesetzt. Dass es diesmal ebenfalls so ausgehen könnte, glaubt Danner nicht: „Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die FIA Sanktionen gegen McLaren verhängt.”

    Auch der ehemalige Formel-1-Pilot Hans-Joachim Stuck kann die Reaktion der FIA „in keinster Weise verstehen und tolerieren”. Das sei alles völlig aus der Luft gegriffen, sagt der Premiere-Experte: „Hamilton ist an einer Leitplanke angeschlagen und hatte zum Schluss sicher nicht mehr das Auto, um seinen Teamkollegen attackieren zu können. Die FIA muss aufpassen, die Formel 1 mit solchen Aktionen nicht in Misskredit zu bringen.”

    Laut Ludwig hätten selten zuvor zwei Fahrer eines Teams einen Grand Prix derart dominiert, wie Alonso und Hamilton in Monaco. Es wäre verrückt gewesen, so einen Erfolg zu gefährden. Alonso hatte die Pole Position, und in Monaco sei Überholen praktisch unmöglich. Hamilton hätte es zwar versucht, aber sein Teamkollege habe keinen Fehler gemacht, sagte der dreimalige DTM-Champion: „Und was alles innerhalb eines Teams gesprochen wird, geht niemanden etwas an.”

    Stall-Order ist seit 2003 in der Formel 1 verboten. Die FIA hat die Untersuchung gegen McLaren-Mercedes wahrscheinlich auch deshalb eingeleitet, weil die Teams nach Artikel 151 c des International Sporting Code den Ruf des Sports nicht schädigen dürfen. Und dazu zählt seit dem geschenkten Sieg durch den Brasilianer Rubens Barrichello an seinen damaligen Ferrari-Teamkollegen Michael Schumacher in Zeltweg/Österreich 2002 auch die Stallorder.

    Formel 1: Stallregie oder Strategie?

    Formel 1: Stallregie oder Strategie?

    Auf der Strecke war der Erfolg von McLaren-Mercedes beim Großen Preis von Monaco ungefährdet. Doch seit Montag liegt der Schatten einer Untersuchung durch die Sporthoheit FIA über dem Doppeltriumph von Fernando Alonso und Lewis Hamilton

    Die Regelhüter gehen der Frage nach, ob das britisch-deutsche Team gegen das 2002 eingeführte Verbot der Stallregie verstoßen hat.

    Aussagen von McLaren-Teamchef Ron Dennis nach dem Rennen deuteten zumindest an, dass er seine beiden Fahrer in der Schlußphase um eine gemäßigtere Gangart gebeten hatte. “Wir haben beide Wagen eingebremst, um die Bremsen zu schonen.“ Ob diese Anweisung allerdings den Vorwurf der unerlaubten Rennmanipulation stützt, erscheint eher fraglich. Tatsächlich hatten verschiedene Teams mit Bremsproblemen in Monaco zu kämpfen.

    Alonso und Hamilton waren mit unterschiedlichen Strategien ins Rennen geschickt worden ­ auch in Hinblick auf eine mögliche Safety-Car-Phase. “Folglich muss man nahezu im voraus entscheiden, welcher der beiden Fahrer des Teams den Sieg beanspruchen kann“, kommentierte Dennis. In der heutigen Formel 1 ist genau dieses Taktieren jedoch - ein durchaus gewollter ­ Teil des Spiels. Auch hier lässt sich der Manipulationsvorwurf nicht recht nachvollziehen.

    Hinzu kommt zudem der Streckencharakter des Stadtkurses: Auf keiner anderen Formel 1-Piste ist das Überholen so schwierig wie in Monte Carlo. “Es ist beinahe unmöglich in Monaco zu überholen", sagte denn auch Lewis Hamilton. “Ich lag dicht hinter Fernando, aber es machte erkennbar keinen Sinn, irgendetwas verrücktes zu probieren“, erklärte Hamilton zu seiner Fahrt. Ein durchaus plausibler Standpunkt ­ schließlich kämpfen beide McLaren-Piloten nicht nur um den Sieg, sondern auch um den WM-Titel.

    McLaren-Mercedes sieht dem Untersuchungsergebnis offenbar gelassen entgegen. Nach Aussagen des Teams ist man überzeugt, dass alle Ent- scheidungen vor und während des Rennens dem Sportgesetzt entsprachen.

    Die FIA hat die Frage der Stallregie in der Vergangenheit übrigens durchaus unter- schiedlich betrachtet: Noch 1998 verkündete sie, dass es kein Verbot von Stallregie gab. Erst nach dem Skandal beim Großen Preis von Österreich 2002, als Rubens Barrichello seinen Ferrari-Teamkollegen Michael Schumacher kurz vor der Ziellinie passieren ließ, änderte sich diese Haltung.

    6. Kanada GP / Circuit Gilles Villeneuve

    Kanada: Vorsicht - Murmeltiere kreuzen die Strecke!

    Die Formel 1 zeigt sich reif für die Insel: Gefragt nach ihren Lieblings-Veranstaltungen im Kalender, nennen die Protagonisten der Königsklasse des Motorsports immer wieder den Großen Preis von Kanada. Neben der anspruchsvollen Streckenführung des Circuit Gilles Villeneuve auf der mitten im St. Lorenz-Strom gelegenen "île de Notre Dame" schätzen die Fahrer und Teammitglieder vor allem die faszinierende Atmosphäre der frankophilen Metropole Montreal sowie die freundliche Art und die Lebensfreude ihrer rund 3,4 Millionen Einwohner.

    Bei der Abstimmung der Boliden müssen Fahrer und Ingenieure eine Vielzahl von Besonderheiten des 4,361 Kilometer langen Kurses berücksichtigen: Denn die Strecke stellt sehr hohe Anforderungen an das Bremsverhalten, die Traktion, die Aerodynamik und die Motorleistung.

    Vier langen Geraden – auf denen die Formel 1-Monoposti Geschwindigkeiten von bis zu 330 km/h erreichen – stehen zwei Spitzkehren sowie drei engere Schikanen gegenüber. Mehrmals pro Runde bremsen die Piloten aus hohem Tempo stark ab, um kurz danach wieder voll aus den engen Kurven zu beschleunigen. Ebenfalls ein Grund zum Bremsen können die am Streckenrand lebenden Murmeltiere sein. Da ist es kein Wunder, dass der Circuit Gilles Villeneuve als äußerst bremsenmordend gilt.

    Eine der Schlüsselstellen des Kurses stellt die Schikane kurz vor Start und Ziel dar, für welche die Boliden innerhalb von nur knapp zwei Sekunden von weit über 300 km/h auf 100 km/h herunter gebremst werden müssen, um danach sofort wieder entlang der Start-/Zielgeraden voll zu beschleunigen. Wer hier einen Fehler macht, landet schneller als ihm lieb ist in der berüchtigten Wall of Champions.
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    GP CANADA

    Der Grand Prix von Kanada wird in diesem Jahr zum 39. Mal ausgetragen. Die Premiere fand am 27. August 1967 in Mosport statt, bis 1977 wurde noch sieben Mal auf dem 3,956 langen Kurs nordöstlich von Toronto gefahren. 1968 und 1970 war der 3,324 Kilometer lange Mont-Tremblant Circuit der Austragungsort; 1978 wechselte der kanadische Grand Prix auf die Île Notre-Dame in Montreal.

    Der heute 4,421 Kilometer lange Kurs wurde 1982 nach dem im gleichen Jahr tödlich verunglückten Kanadier Gilles Villeneuve benannt, der 1978 im Ferrari das erste Rennen auf dieser Strecke gewann. Es war sein erster Grand-Prix-Sieg.

    Bemerkenswertes und Kurioses:
    Das Tyrrell-Team fuhr 1970 in Kanada seinen ersten Grand Prix, und begann seine Geschichte mit einem Start aus der Pole Position (Jackie Stewart). - 1973 gab es sechs verschiedene Spitzenreiter: Ronnie Peterson, Niki Lauda, Emerson Fittipaldi, Jackie Stewart, Jean-Pierre Beltoise, Jackie Oliver, Peter Revson. - 1976 fielen nur vier von 24 Startern aus. - Bei Gilles Villeneuves Sieg 1978 betrug die Temperatur knapp über 0 Grad. - Jean Alesi, der heute für Mercedes-Benz in der DTM startet, gewann 1995 an seinem 33. Geburtstag. - Beim Grand Prix 2003 lagen die vier Erstplatzierten innerhalb von weniger als fünf Sekunden.

    2005 gewann Kimi Räikkönen und fuhr die schnellste Rennrunde. Es war der zweite Sieg für Team McLaren Mercedes in Kanada nach Mika Häkkinens Erfolg 1999.

    Stimmen zum GP Kanada

    GP KANADA
    STIMMEN ZUM RENNEN


    Fernando Alonso
    "Nach dem Doppelsieg in Monaco ist die Stimmung in unserer Mannschaft natürlich besonders gut und wir reisen voller Motivation zu den beiden Rennen in Nordamerika. Zwischen Monte Carlo und Montreal gab es keine Gelegenheit zu testen, doch das Team arbeitet auch abseits der Strecke intensiv an neuen Entwicklungen. Bevor ich letztes Jahr in Kanada gewann, waren meine Ergebnisse dort nicht berauschend, umso mehr freute ich mich über meinen Sieg. Das Rennen ist eines der schwierigsten der Saison mit vielen Ausfällen, denn die Autos werden durch das fortwährende Abbremsen aus hohen Geschwindigkeiten stark beansprucht. Zu Beginn des Wochenendes ist die Strecke meist sehr staubig, doch das bessert sich im Laufe der Veranstaltung, wenn mehr Gummi auf dem Asphalt liegt. Unser Auto wird in Montreal mit weiteren Verbesserungen ausgestattet sein und ich freue mich auf den Grand Prix. Auf dem Circuit Gilles Villeneuve gibt es Überholmöglichkeiten, die Fans können sich also auf ein spannendes Rennen freuen.

    Lewis Hamilton
    "Der zweite Platz bei meinem ersten Formel-1-Rennen in Monte Carlo war ein Traumergebnis. Vor den Rennen in Kanada und den USA liegen wir in bei den WM Wertungen vorn und ich kann das nächste Rennen kaum erwarten. Ich kenne den Circuit Gilles Villeneuve bisher nur vom Anschauen. Es sieht so aus, als bietet er ein paar Überholmöglichkeiten und das gefällt mir. Auf meinen ersten Runden werde ich mich darauf beschränken, die Strecke und ihre Besonderheiten, wie das niedrige Grip-Niveau, die langen Geraden und das harte Abbremsen, kennen zu lernen. Ich habe mich gemeinsam mit den Ingenieuren im McLaren Technology Centre auf die beiden Grand-Prix-Rennen in Kanada und den USA vorbereitet und freue mich darauf, das in die Tat umzusetzen.

    Martin Whitmarsh, CEO Formula 1, Vodafone McLaren Mercedes
    "Der Grand Prix von Kanada wird ein ganz anderes Rennen als das in Monaco. Von der langsamsten und engsten Strecke im Kalender kommen wir nun auf einen Kurs mit langen Vollgasgeraden und Bremszonen. Der MP4-22 war in Monte Carlo unglaublich gut, doch die Streckencharakteristik in Montreal ist eine ganz andere und deshalb reisen wir mit anderen Erwartungen nach Kanada. Wir wollen natürlich um den Sieg kämpfen und unsere Spitzenplätze in beiden WM-Wertungen behaupten, doch das wird diesmal nicht so einfach werden. Bei den Testfahrten in Paul Ricard haben wir zwei Tage an der Abstimmung für Montreal gearbeitet und nützliche Daten gesammelt. Die Strecke ist für die Autos sehr anspruchsvoll und wir erwarten einen harten Kampf."

    Norbert Haug, Mercedes-Benz Motorsportchef
    "Die Anfangsbuchstaben sind so ziemlich das einzige, was die Stadtkurse in Monaco und Montreal verbindet. Die Charakteristik der Strecke auf der Ile Notre Dame im Olympiagelände von 1976 könnte jener von Monaco kaum gegensätzlicher sein. Statt höchstem Abtrieb in Monaco wenig Abtrieb in Montreal, statt langsamen, schnelle Kurven, statt kurzen, lange Geraden, die längste zwischen der Haarnadelkurve L´Epingle und der Schikane von Start und Ziel, wo 1,1 Kilometer oder 15 Sekunden lang Vollgas gefahren wird. Bremsen und Motoren sind hier besonders beansprucht, viermal pro Runde wird von bis zu über 300 km/h auf ca. 100 km/h heruntergebremst. Unser Team hat sich bei Testfahrten auf der langen Version des Paul Ricard-Kurses anderthalb Wochen vor Monaco intensiv auf dieses Rennen vorbereitet."

    Presseinfos

    Die Stimmung bei McLaren Mercedes könnte kurz vor dem Kanada GP besser nicht sein. Nach dem überlegenen Doppelsieg in Monaco führen beide Fahrer die WM-Wertung punktgleich an. Dennoch geriet die heile McLaren-Welt aufgrund der Stallorder-Affäre kurzzeitig ins Wanken. So war man letztlich froh, dass die FIA sich der Sache annahm und den Vorfall untersuchte, wie Mercedes Motorsportchef Norbert Haug dem sid verriet. "Wenn die FIA etwas gefunden hätte, dann hätte sie es auch geahndet. Aber da gab es nichts zu finden," sagte Haug.

    Die ganze Aufregung um die angebliche Stallorder versteht Haug aber bis heute noch nicht: "Das war ein merkwürdiges Konstrukt. Am Pfingstmontag gab es keine Zeitungen und am Dienstag wurde der Sieg in Frage gestellt." Natürlich sei auch Hamilton siegfähig gewesen, "aber wenn in Monaco die Möglichkeit nicht gegeben ist, bei den Boxenstopps zu überholen, dann geht es dort eben nicht." Eine Teamhierarchie gebe es bei McLaren jedenfalls nicht: "Die Reihenfolge ist beliebig, solange einer von beiden am Ende ganz vorne ist."

    Allerdings geht Haug davon aus, dass es in Montreal wieder viel schwerer für sein Team werde als in Monte Carlo. "Ferrari wird wieder stark sein, Renault kommt, BMW Sauber pusht enorm. Es besteht die Möglichkeit, dass es enger wird", sagte Haug. Ausschließen wollte er eine erneute McLaren Mercedes Dominanz wohl auch nicht.
    FERNANDO ZWEIMAL SCHNELLSTER
    LEWIS ZWEITER UND DRITTER


    Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Fernando Alonso fuhr in den beiden ersten Freien Trainings für den Grand Prix von Kanada in Montreal jeweils Bestzeit. Am Vormittag kam er auf 1:17.759 min, am Nachmittag fuhr er 1:16.550. Sein Teamkollege Lewis Hamilton war im ersten Training in 1:17.967 min. Zweiter und im zweiten Training in 1:17.307 min. Dritter. Fernando fuhr 17 und 37 Runden, Lewis kam auf 20 und 36 Runden.
    ERSTE POLE FÜR LEWIS
    FERNANDO ZWEITER


    Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Lewis Hamilton startet zum ersten Mal in seiner Formel-1-Karriere von der Pole Position. Im Qualifying für den Grand Prix von Kanada erzielte Lewis in 1:15.707 min. Bestzeit. Sein Teamkollege Fernando Alonso kam in 1:16.163 min. auf Startplatz zwei. Zum zweiten Mal in Folge stehen beide Autos des Vodafone McLaren Mercedes Teams in der ersten Startreihe.

    Qualifying: Erste Pole für Hamilton

    Qualifying: Erste Pole für Hamilton

    In Montreal hat es geklappt: Lewis Hamilton steht zum ersten Mal auf der Pole Position. Neben ihm startet Fernando Alonso, dahinter Heidfeld und Räikkönen.

    Mit dem Ablaufen der Qualifyinguhr fuhr Lewis Hamilton die schnellste Zeit des Qualifying und damit zum ersten Mal in seiner noch jungen F1-Karriere auf die Pole Position. "Ich fühle mich toll", strahlte der McLaren-Rookie. "Wir haben die nötige Pace und es war bis zuletzt spannend. Es war nicht einfach, das ist es nie, wenn ein zweifacher Weltmeister hinter dir ist, aber ich habe es geschafft."

    Neben ihm startet am Sonntag sein Teamkollege Co-WM-Leader Fernando Alonso in den Großen Preis von Kanada. Der Spanier war in den Schlusssekunden auf einer Pole-verdächtigen Runde, fuhr dann aber doch nur die zweitschnellste Zeit. "Ich bin ein bisschen von der Ideallinie abgekommen, dabei sind die Reifen etwas schmutzig geworden und ich wollte in der letzten Schikane nicht mehr alles riskieren", begründete Alonso seinen missglückten Poleangriff. "Morgen erhalten wir eine neue Chance und können gewinnen." Der Abstand zu Ferrari überrascht ihn nicht. "Wir haben das Auto weiterentwickelt, nicht nur für Monaco, sondern auch für Montreal. Wir haben den Schwung des Doppelsieges mitgenommen, das sollte auch in Indy funktionieren. Unser Auto ist super verbessert, wir sind viel stärker und überall konkurrenzfähig."

    Dennoch erwartet Hamilton ein enges und hartes Rennen in Montreal. "Ich durfte noch nie von der Pole starten", sagte er. "Das wird eine komplett neue Erfahrung für mich. Aber ich habe das richtige Auto, die richtige Strategie und ein gutes Team - ich muss nur einen guten Start hinlegen, die erste Kurve meistern und dann ein konstantes Rennen fahren." Dann könnte er vielleicht seiner ersten Pole den ersten Sieg folgen lassen. Norbert Haug hätte sicher nichts dagegen.

    "Das ist ein Traum", kommentierte er die silberne Doppelpole. "Lewis hat diese Runde hingezaubert. Fernando war verdammt schnell, aber im letzten Sektor war irgendetwas. Die ersten beiden Plätze sind nach Monaco ein Traum." Haug betont aber auch, dass Alonso ohne seinen Fehler auf die Pole hätte fahren können. "Trotzdem war es ein tolles Skript. Heute haben wir das Beste erreicht, aber das Rennen haben wir deshalb noch nicht gewonnen." Die erste Startreihe sei aber schon mal die beste Ausgangsbasis dafür. "Unsere Strategie ist nicht so riskant, dass wir nur auf die Pole gegangen sind, wir sollten im Rennen gut aussehen." Außerdem hofft er auf Schützenhilfe von BMW Sauber. Mit Nick Heidfeld steht nämlich ein weiß-blaues Auto vor beiden Ferrari auf Startplatz 3. "Vielleicht gibt er den Roten etwas zu knabbern."

    "Ich bin sehr zufrieden", bilanzierte Heidfeld. "Wir waren auf schnellen Strecken schon immer gut, ich freue mich schon jetzt auf Monza." Auch Mario Theissen lobte die Klasseleistung seines Piloten. "Nick kommt mit dem Auto und der Strecke gut zurecht, im Qualifying hat alles gut gepasst. Es war klasse, eine perfekte Runde." Ferrari-Rennleiter Stefano Domenicali rechnet jedoch damit, dass Heidfeld schon bald zum Nachtanken an die Box kommen wird. "Damit kann ich leben", lachte Theissen. "Ich rechne mit einem starken Rennen von Nick und glaube auch, dass Robert gar nicht so schlecht unterwegs ist." Kubica startet neben Nico Rosberg aus der vierten Reihe. Die Top10 komplettieren Giancarlo Fisichella und Jarno Trulli.

    Wie schon in Monaco nahmen zwei Deutsche schon in der ersten Qualifyingsession Abschied. Adrian Sutil schied als Vorletzter aus - war aber wieder vor seinem Teamkollegen Christijan Albers. Vor den beiden Spyker landeten zwei Negativüberraschungen: Alex Wurz im Williams und Heikki Kovalainen im Renault. Der Finne schlug hinten rechts an und schied trotz eines Reparaturversuchs aus. Am knappsten scheiterten Anthony Davidson und Ralf Schumacher an der Hürde. "Ich scheine die Verkehrskarte gezogen zu haben", klagte Ralf, der wie in Monaco in Qualifying 1 ausschied. "Auf der ersten Runde fuhren vier Autos vor mir aus der Box, auf der zweiten Runde war Barrichello vor mir; die Aufhängungsprobleme spielen keine Rolle, man muss halt um den Kerb herumfahren."

    Adrian Sutil war nicht allzu enttäuscht, immerhin ist er es gewohnt, in der ersten Session auszuscheiden. "Wir wussten, dass es hier wieder schwer wird. Die Strecke liegt uns nicht so gut, auf den Kerbs ist das Auto nicht so gut und auch auf der Geraden sind wir zu langsam, weil das Auto zuviel Drag hat", sagte der Spyker-Pilot. "Es ist schon ein bisschen enttäuschend, ich würde gerne einmal ein bisschen länger fahren, aber das Einzige was zählt, womit man sich abheben kann, ist das Teamduell." Das hat er wieder einmal gewonnen.

    Kanada GP: Hamilton bezwingt das Chaos

    Kanada GP: Hamilton bezwingt das Chaos

    Chaos in Montreal: Erster Sieg für Lewis Hamilton - Horrorunfall von Robert Kubica - Heidfeld und Wurz auf dem Podium - Massa disqualifiziert.


    In der 26. Runde hielt die Formel 1-Welt den Atem an. Um 19:41 Uhr hob Robert Kubicas BMW Sauber kurz ab, drohte sich rückwärts zu überschlagen, raste dann ungebremst in die Mauer, prallte zurück auf die Strecke, überschlug sich und kam erst an der nächsten Mauer zum Stopp. Eine knappe Viertelstunde später geht das Feld nach der zweiten von insgesamt vier Safety-Car-Phasen wieder auf die Reise. Erst einige Minuten später kommt die Entwarnung aus dem Medical Centre: Kubicas Zustand ist stabil, der Pole ist ansprechbar, kann sich bewegen. Er wurde zu weiteren Untersuchungen per Helikopter in ein nahe liegendes Klinikum geflogen.

    Soweit die wichtigste Nachricht des Tages. Sportlich setzte sich das britische Hamilton-Märchen fort - obwohl der erste Sieg von Lewis Hamilton vom Chaos verschluckt wurde. Denn der Große Preis von Kanada war eines der chaotischsten Rennen der letzten Jahre. Vier Safety-Car-Phasen, ein Horrorunfall, mehrere Stop-and-Go-Strafen, zwei schwarze Flaggen, Überholmanöver, blankes Chaos und eine kleine Sensation am Ende, als Takuma Sato zunächst Ralf Schumacher und dann Weltmeister Fernando Alonso überholte - in einem Super Aguri! Ralf und Fernando hatten jedoch mit dem Graining ihrer weichen Reifen zu kämpfen, während Sato auf den harten Pneus unterwegs war.

    Er solle ihn doch bitte am Start vorbeilassen, forderte Fernando Alonso am Samstag von seinem Teamkollegen Lewis Hamilton. Doch der Brite nahm den Scherz des Spaniers erwartungsgemäß nicht ernst, er wollte seine erste Pole Position in seinen ersten GP-Sieg umsetzen. Also musste sich Alonso etwas anderes einfallen lassen. Auch dafür legte er sich schon am Samstag einen Plan zurecht: "Ich habe Felipe Massa in Malaysia überholt und in Spanien beinahe." Überholmanöver sind also möglich.

    Das sollte der Kanada GP bestätigen, allerdings nicht wie von Alonso gewünscht. Der McLaren-Star wollte außen an Hamilton vorbei gehen, kam jedoch auf die schmutzige Spur und rodelte durch die Wiese. Anstelle von Alonso auf Platz 1 kam so Nick Heidfeld auf Position 2 aus der ersten Kurvenkombination heraus. Alonso reihte sich dahinter als Dritter vor Felipe Massa ein. Der zweite Ferrari von Kimi Räikkönen verlor einige Plätze und rutschte hinter Nico Rosberg auf Platz 6 zurück. Noch schlimmer: Räikkönen beschädigte sich seinen Frontflügel, es sollten nicht die letzten Teile sein, die an diesem Sonntag flogen.

    Den ersten Mauerkontakt hatte ein Spyker: Christijan Albers schlitterte an der Mauer entlang. Dann krachte es zum ersten Mal richtig. Wieder war ein Spyker beteiligt. Diesmal landete Adrian Sutil in der Mauer. Das Aus für den Deutschen bedeutete die erste Safety Car-Phase des Tages und den Anfang vom Ende für vier Toppiloten. Fernando Alonso und Nico Rosberg begingen ihren Fehler bei der Boxeneinfahrt. Sie gingen zu früh an die Box, als diese noch nicht geöffnet war. Dafür bekamen sie folgerichtig eine 10 Sekunden Stop-and-Go-Strafe aufgebrummt, die sie weit nach hinten zurückwerfen sollte. Felipe Massa und Giancarlo Fisichella begingen ihren Fehler bei der Boxenausfahrt; sie überfuhren wie einst Juan Pablo Montoya die rote Boxenampel und wurden dafür beide mit der schwarzen Flagge disqualifiziert.

    Kaum war das Safety Car das erste Mal in die Box zurückgekehrt, musste es schon wieder auf die Strecke. Robert Kubica hatte seinen üblen Unfall, den er Gott sei Dank weitestgehend wohl behütet überstand. Nach der zweiten SC-Phase war das Feld endgültig durcheinander gewirbelt, hinzukamen die Strafen und Disqualifikationen. In Runde 50 musste das Safety Car erneut ausrücken. Christijan Albers hatte Teile seines Frontflügels ungünstig auf der Strecke verteilt. Aber auch das sollte nicht der letzte Einsatz von Bernd Mayländer sein. Kurz darauf rauschte Tonio Liuzzi in die berüchtigte Wall of Champions. Wieder ging der silberne Mercedes auf die Strecke, um Lewis Hamilton einzubremsen. Er war aber der einzige, der das an diesem Tage vermochte.

    Neben Hamilton durften sich zwei deutschsprachige Piloten über einen Podiumsbesuch freuen. Nick Heidfeld fuhr das ganze Rennen im Schatten von Hamilton und belegte einen verdienten zweiten Platz. Als Überraschung schaffte Alex Wurz im Williams den Sprung aufs Treppchen - von Startplatz 19 und mit einem seit einer Kollision mit Scott Speed angeknacksten Heckflügel!

    "Wir könnten uns hier nicht so für Nick freuen, wenn wir nicht wüssten, dass Robert fast nichts passiert ist", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. "Er ist im Krankenhaus, es steht fest, dass er keine größeren Verletzungen davon getragen hat." Insgesamt freute sich Theissen über ein starkes Rennen des Teams. "Auch Robert hätte heute aufs Pdoum fahren können. Das ist ein hoch verdienter Podestplatz." Das gilt auch für Wurz und Heikki Kovalainen, der zwar nicht auf dem Podest landete, aber immerhin Platz 4 einfuhr. Hinter ihm minimierte sein Landsmann Kimi Räikkönen den WM-Schaden mit Platz 6 - noch vor Takuma Sato und Fernando Alonso. Der letzte WM-Punkt ging an Ralf Schumacher. Dahinter kamen nur noch vier Fahrer ins Ziel - Webber, Rosberg, Davidson und Barrichello.

    Entwarnung nach schwerem Unfall von Robert Kubica

    Entwarnung nach schwerem Unfall von Robert Kubica
    10. Juni 2007 - 20:11 Uhr

    BMW Sauber F1 Team Pilot Robert Kubica hat einen schweren Unfall in Montréal vermutlich ohne schwere Verletzungen überstanden

    Der Pole Robert Kubica ist beim Großen Preis von Kanada schwer verunglückt. Der BMW Sauber F1 Team Pilot kam in der 27. Runde mit etwa Tempo 280 von der Strecke in Montreal ab und krachte zunächst frontal in eine Streckenbegrenzung. Danach überschlug sich das Auto mehrfach und schleuderte auf der anderen Seite in eine Mauer. Kubica hing reglos in dem völlig zerstörten Boliden.
    Über den Gesundheitszustand war zunächst nichts Genaues bekannt. Laut BMW gab es offenbar keinen Funkkontakt mehr zu dem Polen. Aus dem Medical Center hieß es nach Informationen eines BMW Sprechers nur, dass Kubicas Zustand stabil sei.

    Später wurde bekannt, dass der Pole bei Bewusstsein ist und das Team bereits mit ihm sprechen konnte. "Er ist ansprechbar, sein Zustand ist stabil, und er kann sich auch bewegen", sagte ein BMW Sprecher. Der Rennfahrer klagt über Schmerzen am ganzen Körper. Die Ärzte werden nun im Krankenhaus weitere Untersuchungen vornehmen, auch wenn Kubica nach Aussage seines Managers keine ernsthaften Verletzungen haben soll.

    Hier ist der Film zum Unfall

    PREMIERENSIEG FÜR LEWIS HAMILTON

    PREMIERENSIEG FÜR LEWIS HAMILTON
    FERNANDO ALONSO SIEBTER


    Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Lewis Hamilton gewann den Grand Prix von Kanada in Montreal und erzielte in seinem sechsten Formel-1-Rennen seinen ersten Grand-Prix-Sieg. Nach 70 turbulenten Runden mit vier Safety Car Phasen gewann Lewis 4.3 Sekunden vor Nick Heidfeld (BMW Sauber) und Alexander Wurz (Williams Toyota). Fernando Alonso wurde nach einem zusätzlichen Boxenstopp wegen einer Zehn-Sekunden Stop-and-Go Strafe Siebter; er war in der ersten Safety Car Phase zu früh herein gefahren. Lewis übernahm in der WM-Wertung die Führung mit 48 Punkten vor seinem Teamkollegen mit 40 Zählern. In der Konstrukteurs-WM liegt Vodafone McLaren Mercedes nach sechs von 17 Rennen mit 88 Punkten an der Spitze vor Ferrari mit 60 Punkten.

    Der Start: Lewis startete von seiner ersten Pole Position in der Formel 1, Fernando ging von Startplatz zwei ins Rennen. Der Spanier startete etwas besser als sein Teamkollege, kam aber in der ersten Kurve kurz von der Strecke ab und fiel auf Platz drei zurück, hinter Lewis und Heidfeld.

    Das Rennen: Lewis kam als Führender in Runde 22 zu seinem ersten Boxenstopp herein und nahm das Rennen nach 9.0 Sek. als Vierter wieder auf. Eine Runde später fuhr das Safety Car wegen eines Unfalls von Adrian Sutil (Spyker Ferrari) auf die Strecke. Fernando kam zu diesem Zeitpunkt zu seinem ersten Boxenstopp (7.8 Sek.) herein.

    Runde 26: Neustart. Lewis lag wieder vorn, gefolgt von Heidfeld und Fernando. Nur einen Umlauf später fuhr das Safety Car wegen eines Unfalls von Robert Kubica erneut auf die Strecke.

    Runde 33: Das Rennen wurde wieder frei gegeben. Fernando erhielt eine Zehnwww. mercedes-benz.com/motorsport Sekunden Stopp-and-Go Strafe, weil er während der ersten Safety Car Phase zu früh an die Box gefahren war; der Spanier kam deswegen in Runde 36 herein und fiel auf Rang 13 zurück. Im 46. Umlauf fuhr er die schnellste Runde des Rennens (1:16.367 Min.).

    Runde 48: Zweiter Routinestopp von Lewis (6.0 Sek.), er blieb in Führung. Weil nach einem Unfall von Christijan Albers (Spyker Ferrari) Wrackteile auf der Strecke lagen, fuhr in Runde 51 das Safety Car zum dritten Mal auf die Strecke. Fernando kam im 53. Umlauf zu seinem zweiten regulären Boxenstopp herein (5.7 Sek.). Runde 54: Das Rennen wurde frei gegeben.

    In Runde 56 folgte Safety Car Phase Nummer vier - der Toro Rosso von Vitantonio Liuzzi stand auf der Start-Ziel-Geraden. Der vierte Neustart erfolgte eingangs Runde 60. Nach 70 Runden fuhr Lewis zu seinem ersten Grand-Prix-Sieg ins Ziel. Fernando wurde Siebter.
    Komentare

    Lewis Hamilton:
    "Ich finde keine Worte, meine Gefühle zu beschreiben, so sehr freue ich mich über meinen ersten Sieg in der Formel 1. Das Team hat super gearbeitet und es ist schön, dass ich Teil der Vodafone McLaren Mercedes Familie bin. Mein Start war in Ordnung und ich hielt mich aus dem Gerangel um mich herum heraus. Ich bin froh, dass es meinem Freund Robert Kubica nach seinem Unfall den Umständen entsprechend gut geht. Ein paar Runden vor Schluss realisierte ich, dass der Sieg in Reichweite war und wie die Fans mich anfeuerten. Der Beginn meiner Formel-1- Karriere ist unglaublich. Danke an alle bei McLaren und Mercedes-Benz für ihre harte Arbeit."

    Fernando Alonso:
    "Ein seltsames Rennen mit vier Safety Car Phasen; Lewis hat davon profitiert, ich nicht. Bei meinem ersten Boxenstopp in Runde 24 hatte ich keinen Sprit und musste herein kommen. Schade, dass ich deswegen die Stop-and-Go Strafe erhielt, aber so sind die Regeln. Die Alternative wäre gewesen, auf der Strecke ohne Benzin stehen zu bleiben. Danach habe ich so gut es ging attackiert, denn ich hatte nichts mehr zu verlieren. Auch wenn es für mich kein einfaches Rennen war, so freue ich mich doch für Lewis und das Team über seinen ersten Sieg, und auch darüber das es Robert Kubica gut geht. Ich hoffe, dass es nächste Woche in Indianapolis wieder beser für mich läuft."

    McLaren-Teamchef Ron Dennis:
    "Das gesamte Team hat heute alles für ein optimales Ergebnis gegeben. Die Enttäuschung über die Stop-and-Go Strafe war groß. Umso mehr freuen wir uns über die großartige Leistung von Lewis und seinen ersten Grand- Prix-Sieg. Seine Familie kann stolz auf ihn sein. Fernando hatte heute Pech, aber die WM dauert noch lang und wir sind gut in Form. Das ganze Team freut sich, dass es Robert Kubica gut geht."

    Mercedes-Benz Motorsportchef Norbert Haug:
    "Lewis erzielte seinen ersten Grand- Prix-Sieg in seinem sechsten Formel-1-Rennen. Er machte von allen den besten Job und bewahrte immer einen kühlen Kopf. Glückwunsch und Kompliment. Fernando wurde ein Opfer der neuen Safety Car Regel und erhielt eine Stop-and-go Strafe, weil er in der ersten Safety Car Phase an die Box fuhr, solange diese noch geschlossen war, aber wenn der Tank leer ist, gibt es keine andere Wahl. Er fuhr die schnellste Rennrunde und war ein Anwärter für einen Podiumsplatz; unter den schwierigen Umständen hat er immerhin noch Punkte geholt. Wir haben drei der ersten sechs Saisonrennen gewonnen, absolvierten bisher alle Rennrunden mit beiden Autos und kamen als einziges Team bei jedem Rennen jeweils mit beiden Autos in die Punkte. Danke an jeden im Team für die harte Arbeit, die das möglich gemacht hat. Jetzt freuen wir uns auf den US Grand Prix am nächsten Wochenende in Indianapolis. Das Wichtigste heute ist, dass es Robert Kubica nach seinem Unfall gut geht.

    Offizielles Endergebnis GP Kanada

    Offizielles Endergebnis GP Kanada

    70 Runden á 4,361 km/305,270 km
    Rang Name Land Team Zeit
    1. Lewis Hamilton, Großbritannien, McLaren-Mercedes, 1:44:11,292 Std. (Schnitt: 175,799 km/h)
    2. Nick Heidfeld, Mönchengladbach, BMW-Sauber, + 0:04,343 Min.
    3. Alexander Wurz, Österreich, Williams, + 0:05,325
    4. Heikki Kovalainen, Finnland, Renault, + 0:06,729
    5. Kimi Räikkönen, Finnland, Ferrari, + 0:13,007
    6. Takuma Sato, Japan, Super Aguri, + 0:16,698
    7. Fernando Alonso, Spanien, McLaren-Mercedes, + 0:21:936
    8. Ralf Schumacher, Kerpen, Toyota, + 0:22,888
    9. Mark Webber, Australien, Red Bull, + 0:22,960
    10. Nico Rosberg, Wiesbaden, Williams, + 0:23,984
    11. Anthony Davidson, Großbritannien, Super Aguri, + 0:24,318
    12. Rubens Barrichello, Brasilien, Honda, + 0:30,400

    Ausfälle
    Jenson Button, (Großbritannien), Honda, (1. Runde)
    Scott Speed, (USA), Toro Rosso, (9. Runde)
    Adrian Sutil, (München), Spyker, (22. Runde)
    Robert Kubica, (Polen), BMW-Sauber, (27. Runde)
    David Coulthard, (Großbritannien), Red Bull, (37. Runde)
    Christijan Albers, (Niederlande), Spyker, (48. Runde)
    Vitantonio Liuzzi, (Italien), Toro Rosso, (55. Runde)
    Jarno Trulli, (Italien), Toyota, (59. Runde)

    Disqualifiziert
    Giancarlo Fisichella, Italien, Renault
    Felipe Massa, Brasilien, Ferrari

    Schnellste Rennrunde:
    Fernando Alonso, (McLaren-Mercedes), 1:16,367 Min.

    Trainingsschnellster:
    Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes) 1:15,707 Min.

    Nächstes Rennen:
    GP USA am 17. Juni in Indianapolis
    USA: Der Brickyard – Ein Stück amerikanischer Nationalstolz

    Viele Strecken haben einen eigenen Charakter - der Formel 1-Kurs im Inneren des Indianapolis-Ovals besitzt gleich zwei: Während das Infield ein winkliger Formel 1-Kurs europäischer Prägung ist, gemahnt die lange Vollgas-Passage vom sonstigen "Turn 1" bis zum Ende der Start- und Zielgeraden an die Highspeed-Windschattenschlachten der amerikanischen Monoposti-Serien.

    Aus diesem Gegensatz bezieht die Strecke - die interessanterweise rund 250 Meter länger ist als der reine "Nudeltopf" - ihren besonderen Reiz: Durch das Nebeneinander von Oval-Anteil und Kurvengeschlängel stehen die Teams und Piloten in "Indy" vor einem Setup-Puzzle, wie es früher der alte Hockenheimring bereithielt.

    Auf dem überhöhten Stück müssen die Motoren volle 24 Sekunden lang ununterbrochen Vollgas ertragen - mehr als auf jeder anderen Grand Prix-Strecke. Dabei ist im Interesse einer möglichst hohen Endgeschwindigkeit ein geringer Luftwiderstand - und damit geringer Abtrieb - gefragt. Im kurvigen Infiel-Sektor verhält es sich jedoch genau umgekehrt, weswegen es oftmals zum berühmten Setup-Kompromiss kommt.

    Der Reifenverschleiß wird als relativ niedrig eingestuft. Aus technischer Sicht kommt es bei der Fahrzeugabstimmung vor allem auf gute Traktion ausgangs der langsamen Kurven sowie auf Stabilität beim Bremsen an.
    Bilder
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    Sicherheit in der F1: Schutz in jeder Lage

    Sicherheit in der F1: Schutz in jeder Lage

    Der schwere Unfall von Robert Kubica rückte den Fokus auf die Sicherheit - so sicher sind F1-Boliden.

    Die Bilder waren brutal. Mit vollem Speed knallte Robert Kubica in die Mauer, prallte zurück auf die Strecke, entging nur knapp weiteren Kollisionen mit anderen Autos, überschlug sich und schlitterte bewegungslos im Wrack seines BMW Sauber F1.07 die nächste Wand entlang. Der Unfall von Robert Kubica beim Großen Preis von Kanada war eine Kombination der wohl schlimmsten möglichen Unfälle im Rennsport. Zunächst drohte er sich bei einem Sprung über eine Bodenwelle zu überschlagen, dann schlug er mit hoher Geschwindigkeit frontal in eine Mauer ein, überschlug sich seitlich und verlor beinahe alle Räder. Sehr viel Schlimmeres kann einem Fahrer und seinem Rennauto nicht widerfahren.

    Dass Robert Kubica nahezu unverletzt und "nur" mit einer leichten Gehirnerschütterung sowie einem verstauchten Knöchel aus dem völlig zerstörten F1-Boliden geborgen werden konnte, verdankt er den verbesserten Sicherheitsvorkehrungen und Standards in der Königsklasse des Motorsports. Die FIA hat die Crash-Tests und Sicherheitsmaßnahmen in den vergangenen Jahren immer wieder verbessert, aus jedem Unfall eine Lehre gezogen und so die Verletzungswahrscheinlichkeit von Fahrern stark gesenkt.

    Safety First - Das Monocoque
    Das Herzstück im Sicherheitskonzept ist das Monocoque - der französische Begriff bedeutet übersetzt "einschalig". Die aus dem Kohlefaserverbundwerkstoff Karbon in mehreren Schichten gefertigte Sicherheitszelle, wiegt weniger als 60 Kilo und bildet eine schützende Hülle um den Fahrer. Der Werkstoff Karbon, der auch als Kohlefaser bekannt ist, besticht durch seine Vielseitigkeit: Er ist drei Mal so steif und sieben Mal belastbarer als die entsprechende Menge Aluminium. Die Verarbeitung von Karbon ist eine High-Tech-Kunst für sich. Um ein Rennwagen-Monocoque herzustellen, werden etwa 30 Quadratmeter Kohlefasermatten benötigt. Die optimale Struktur der Matten und die Stärke der einzelnen Fasern werden mit dem Computer ermittelt. Danach werden die nach diesen Berechnungen hergestellten Schichten in Handarbeit so verlegt und angeordnet, dass ein steifes, starkes und bruchsicheres Monocoque entsteht. Durchschnittlich zwölf Lagen Kohlefaser werden bei 400 Grad Celsius im Autoklaven, bei Überdruck, zum Monocoque gebacken.

    Ein weiteres Teil im Sicherheitspuzzle ist die maßgeschneiderte Sitzschale. Sie darf seit 1999 nicht mehr fest im Monocoque installiert sein, so dass sie mitsamt dem Piloten geborgen werden kann, um so das Verletzungsrisiko für die Wirbelsäule des Piloten bei der Bergung zu minimieren. Im Sitz fixiert wird der Fahrer durch den individuell angepassten Sechspunkt-Sicherheitsgurt. Dieser besteht aus sechs einzelnen Gurten - zwei über den Schultern des Fahrers, vier über Becken und Oberschenkel. Alle Gurte werden einzeln in ein Schloss eingeklickt, das sich mit einem Handgriff vom Fahrer öffnen lassen kann. Innerhalb von maximal fünf Sekunden muss der Fahrer das Auto verlassen können.

    Auch im Cockpit, durch das weder Benzin- noch Ölleitungen geführt werden dürfen, sind weitere Schutzfunktionen integriert. Ein Feuerlöschsystem muss vom Fahrer selbst oder von außen ausgelöst werden können. Für den Fahrerschutz müssen die seitlichen Cockpitwände mit einer Neigung von mindestens 16 Grad zum Heck hin ansteigen. Der Cockpitrand ist mit einem Energie absorbierenden Material umschäumt. Die Cockpitkante darf nicht einbrechen. Die Innenseite des Cockpits ist rund um den Kopf des Fahrers mit einem abnehmbaren Schutz gepolstert.

    Safety First - Der Helm
    Aber nicht nur die Autos müssen scharfe Sicherheitskriterien erfüllen. Es gab Zeiten, da saßen Formel-1-Fahrer in Straßenkleidung in ihren Autos. Dazu kam so manche skurrile Marotte. So bestand Mike Hawthorn, Weltmeister des Jahres 1958, darauf, im Cockpit eine Fliege zu tragen. Solche modischen Accessoires sind im modernen Grand-Prix-Sport nicht mehr erlaubt. Heute schreibt der Motorsportweltverband FIA die Rennkleidung der Piloten vor. Der Körper des Fahrers muss komplett von schützenden Materialien bedeckt sein.

    Bereits zu Hawthorns Zeiten wurden Sturzhelme eingesetzt - seit 1953 sind sie während Formel-1-Rennen Pflicht. Der Helm besteht hauptsächlich aus drei Materialien: Kohlefaser für die Steifigkeit, der feuerbeständigen Kevlar-Substanz Aramid sowie Polyäthylen, das die Helmhülle undurchdringlich machen soll. Sein Gewicht liegt bei rund 1,3 Kilogramm. Es muss auch deshalb niedrig gehalten werden, um den Fahrer bei den einwirkenden Fliehkräften weniger zu belasten.

    Vor der Zulassung für die Formel 1 wird ein Helm umfangreichen Tests unterzogen, die reale Szenarien simulieren. Beim so genannten "Penetration Test" fällt ein drei Kilogramm schwerer, spitzer Metallgegenstand aus drei Metern Höhe auf den Helm. Der Gegenstand darf die Helmhülle nicht durchdringen. Ein weiterer Test überprüft den Sitz des Helms. Hier wird ein Gewicht von fünf Kilogramm am Helm (der auf einem Kunstkopf sitzt) befestigt und aus einer Höhe von 60 Zentimeter jeweils nach vorne und nach hinten fallen gelassen. Die Wucht darf den Helm nicht vom Kunstkopf reißen. Beim Kinnriemen wiederum wird dessen Dehnbarkeit getestet. Unter der Last eines 38 Kilogramm schweren Gewichts darf sich der Riemen höchstens 30 Millimeter dehnen.

    Auch ein Visiertest ist vorgeschrieben. Dabei wird das Visier mit etwa 500 Stundenkilometer schnellen Projektilen beschossen. Die Einschlagstellen dürfen nicht tiefer als 2,5 Millimeter sein. Schließlich wird der Helm einem Feuertest unterzogen. Die Hülle, der Kinnriemen und das Visier werden 45 Sekunden lang einer 800 Grad heißen Flamme ausgesetzt. Der Helm darf Feuer zwar fangen - es muss aber zehn Sekunden nach Erlöschen der Flamme von selbst ausgegangen sein. Im Helminnern darf die Temperatur höchstens 70 Grad betragen.

    Safety First - Die Rennkleidung
    Ganz auf den Feuerschutz ist auch der Overall ausgelegt. Zum Saisonbeginn 1979 traten die Grand-Prix-Stars Lauda, Andretti und Reutemann erstmals mit Rennanzügen an, die fünf Schichten eines feuerfesten Materials besaßen, wie es auch bei der US-Raumfahrtbehörde NASA verwendet wurde. Heutige Overalls sind aus zwei- bis vierlagigem Nomexmaterial hergestellt, haben elastische Arm- und Beinabschlüsse sowie einen hohen Kragen.

    Nomex ist eine synthetische Faser, die im Labor hitzegetestet wird. Eine 300 bis 400 Grad heiße Flamme wirkt dabei aus drei Zentimetern Entfernung auf das Material ein - nur wenn es mindestens zehn Sekunden lang nicht anfängt zu brennen, ist das Material für Renn-Overalls geeignet. Der fertige, mehrlagige Overall wird 15 Waschbehandlungen sowie 15 weiteren chemischen Reinigungen unterzogen und schließlich erneut getestet. Dann wird er einer Hitze von 600 bis 800 Grad ausgesetzt. Im Overall darf erst nach elf Sekunden der kritische Wert von 41 Grad überschritten werden. Die Unterwäsche besteht ebenfalls aus Nomex-Material.

    Aus zwei Lagen Nomex-Material sind die Handschuhe hergestellt. Die Innenflächen sind mit Leder verstärkt, um einen guten Griff zu ermöglichen. Abgerundet wird die "Ritterrüstung" durch knöchelhohe Schuhe aus weich gepolstertem Leder und Nomex-Material. Sie haben eine gut haftende Sohle aus dünnem Kautschuk, damit der Pilot nicht von den Pedalen abrutscht.

    Die letzte Entwicklung im Sicherheitspaket rund um den Fahrer ist HANS. Der Kragen aus Kohlefaser wird unter dem Sicherheitsgurt am Oberkörper des Piloten fixiert und durch Kunststoffbänder mit dem Helm des Fahrers verbunden. Damit wird bei einem Unfall verhindert, dass der Kopf des Fahrers nach vorne gerissen und die Wirbelsäule im Nackenbereich überstreckt wird. HANS ist ein sehr wirkungsvoller Schutz, um die Kopfbewegungen des Fahrers mit seinem Torso zu verbunden. Das senkt das Risiko für die Halswirbelsäule.

    BMW Sauber in Indy: Entscheidung am Donnerstag

    BMW Sauber in Indy: Entscheidung am Donnerstag

    Am Donnerstag will BMW Sauber entscheiden, ob Robert Kubica in Indianapolis startet. Eine Herausforderung wird es aber so oder so.

    BMW Sauber wurde bei seiner Vorschau auf den Grand Prix der USA von den Ereignissen des Rennens in Montreal überholt. Denn die Preview wurde vom Team schon vor dem Rennen erstellt, weswegen dort noch ein motivierter Robert Kubica davon sprach, dass die Strecke dem Auto liegen müsste. Laut Auskunft des Teams wird allerdings erst am Donnerstag entschieden, ob der Pole nach dem glücklicherweise glimpflich verlaufenen Unfall von Kanada in Indianapolis wird starten können.

    Von Nick Heidfeld war deswegen auch nichts weiter über den Status seines Teamkollegen zu erfahren, dafür einiges mehr über den Indianapolis Motor Speedway. "Ich mag es, wenn Rennstrecken einen unverwechselbaren Charakter haben. Das trifft auf Indianapolis sicher zu. Der Speedway ist eine Ikone des amerikanischen Rennsports, und die Steilwand ist für die Formel 1 etwas Besonderes, obwohl es fahrerisch nicht gerade anspruchsvoll ist, mit Vollgas geradeaus zu fahren", erklärt Heidfeld. Schwieriger als das Geradeausfahren empfindet er schon die Arbeit an der Abstimmung, da man auf den zwei Kilometern, die mit Vollgas gefahren werden, schnell sein muss, im Infield aber einen guten Abtrieb braucht.

    Heidfelds Vergangenheit in Indianapolis ist von gemischten Gefühlen geprägt. 2001 konnte er für das Sauber Team einen sechsten Platz holen, "obwohl ich den ersten, den zweiten und vor allem den siebten Gang verloren hatte. Das war eines meiner besten Rennen. Weniger gern erinnere ich mich an den Unfall 2006. Wir waren im Qualifying gut gewesen, aber kurz nach dem Start wurde ich in eine Kollision verwickelt und habe mich das erste und hoffentlich auch letzte Mal in meiner Karriere überschlagen." Mit dem zweiten Platz von Kanada im Rücken dürfte Heidfeld aber wohl mit einer positiven Grundstimmung in die USA reisen.

    BMW Motorsport-Direktor Mario Theissen sieht das Rennen in Indy als wichtige Prüfung für sein Team. Denn einerseits ist der US-Markt der größte für den Hersteller, andererseits ist die Strecke eine große Belastung für die Motoren. "Die Fahrer geben 23 Sekunden lang Vollgas und davon die meiste Zeit im siebten Gang. Das treibt die Triebwerke an die Grenze ihrer Belastbarkeit", sagt Theissen, der sich mit einem Blick auf das Vorjahr aber vor allem ein kollisionsfreies Rennen wünscht.

    Auch Willy Rampf erwartet am Wochenende die eine oder andere schwierige Entscheidung, denn die Strecke ist eine völlig andere als der Circuit Gilles Villeneuve. "Trotzdem fährt man auf beiden mit einem mittleren Abtriebslevel. In Indy kommt das durch einen schwierigen Kompromiss zustande. Im Oval-Abschnitt wird 1860 Meter Vollgas gefahren. Das ist bislang die längste Vollgaspassage im gesamten F1-Kalender", erzählt er. Deswegen würde man auch gerne mit minimalem Abtrieb fahren, was im Infield aber zu einem hohen Zeitverlust führen würde. "Wenn einem in diesen Kurven Bremsstabilität und Traktion fehlen, verliert man mehr Zeit, als man auf der Geraden gewinnen kann."

    GRAND PRIX DER USA

    GRAND PRIX DER USA

    In den USA wurden 61 zur Formel-1-WM gewertete Rennen ausgetragen, das ist die dritthöchste Zahl nach Italien mit 84 (inklusive der San Marino GP und des einmaligen GP Pescara 1957) und Deutschland (67, inklusive der GP von Europa und Luxemburg). Zwar gibt es den US Grand Prix erst seit 1959, aber von 1950 bis 1960 zählte auch das Indianapolis 500 zur Formel-1-WM.

    Bruce McLaren gewann den ersten echten US Grand Prix 1959 in Sebring, Florida. 1960 siegte Stirling Moss in Riverside, Kalifornien. Danach war Watkins Glen, New York, 20 Jahre lang der Austragungsort des US Grand Prix, der ab 1976 den Beinamen "Ost" erhielt, als erstmals auch in Long Beach, Kalifornien ein US GP West gefahren wurde. Weitere Austragungsorte waren Las Vegas, Nevada (1981, '82), Detroit, Michigan (1982 bis '88), Dallas, Texas (1984) und Phoenix, Arizona (1989 bis '91). 1982 gab es in einem Jahr drei Grand-Prix-Rennen in den USA.

    Nach neun Jahren kehrte die Formel 1 2000 in Indianapolis in die USA zurück. Dazu war im Innenbereich des Speedways eine neue Strecke gebaut worden, zu der auch Kurve 1 und die Start-Zielgerade des Ovals gehörten. Dieser Abschnitt ist der längste Vollgasabschnitt im F1-Kalender - über 20 Sekunden.

    Der Indianapolis Motor Speedway wurde 1909 gebaut. Als man nach den Eröffnungsrennen feststellte, daß der ursprüngliche Belag aus Schotter und Teer das Material zu sehr beanspruchte, wurde die Strecke mit 3,2 Millionen Ziegelsteinen gepflastert; dadurch entstand der Spitzname "Brickyard" (Ziegelei). Die meisten dieser Ziegel liegen immer noch unter der heutigen Asphaltdecke, an der Start-Ziel-Linie sind sie in einem schmalen Streifen zu sehen.

    Alsonso stört Betriebsfrieden

    12.06.2007
    Ausgerechnet Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso hat den Betriebsfrieden bei McLaren-Mercedes gestört. Der 25-Jährige fühlt sich dem derzeit dominierenden Team gegenüber Senkrechtstarter Lewis Hamilton benachteiligt. "Ich bin in einem englischen Rennstall und habe einen englischen Kollegen. Er bekommt vom Team alle Unterstützung, alle Hilfen sind für ihn", sagte Alonso dem spanischen Radiosender Cadena SER.


    "Ich habe mich von Anfang an nicht wohl gefühlt." Er wolle sich auch nicht beklagen. "Mir war dies von Anfang an klar." Der zweimalige Champion räumte ein, dass Hamilton seine Sache "genial" mache. Der 22 Jahre alte Brite hatte am Sonntag in Montréal seinen ersten Grand Prix gewonnen und die alleinige Führung in der WM-Wertung übernommen. Alonso machte in dem Rennen ungewohnt viele Fehler und landete nur auf dem enttäuschenden siebten Platz.

    Vor dem Großen Preis der USA am Sonntag (19 Uhr RTL und Premiere) rangiert Titelverteidiger Alonso (40 Punkte) acht Punkte hinter dem Senkrechtstarter (48). Bei den Konstrukteuren liegt McLaren-Mercedes (88) weiter vor Ferrari (60) und BMW-Sauber (38). Nach seinem zweiten Platz beim Großen Preis von Monaco hinter Alonso hatte sich noch Hamilton enttäuscht über seine Rolle im Team geäußert. "Ich habe die Nummer 2 auf meinem Auto. Ich bin der Nummer-2-Fahrer. Damit muss ich leben", hatte der Jungspund gesagt. Teamchef Ron Dennis war von britischen Medien vorgeworfen worden, per Stallorder einen möglichen Sieg Hamiltons verhindert zu haben. Der Automobilverband FIA sprach Dennis aber von allen Vorwürfen frei.

    Alonso war vor Beginn der Saison vom Weltmeister-Team Renault zu den Silberpfeilen gekommen. Der Spanier sollte den britisch-deutschen Rennstall nach sieben titellosen Jahren wieder an die Spitze führen. Nach sechs Rennen hat ihm Hamilton aber nicht nur teamintern den Rang abgelaufen. "Ich bin ruhig, ich fühle mich gut, obwohl ich weiß, dass es eine Ungeduld gibt, an die Spitze zurückzukehren und zu dominieren", meinte Alonso.

    Seine Antwort auf die Herausforderung durch Hamilton ist einfach: Er werde künftig einfach schneller fahren müssen. "Ich darf mich nicht allein auf meinen Teamkameraden konzentrieren, sondern ich muss auf alle anderen Fahrer achten", sagte der zweimalige Saisonsieger.
    Der Weltmeister bekräftigte, dass er in Kanada durch das Reglement benachteiligt worden sei. "Dieses Jahr darf man nicht mehr an die Boxen fahren, wenn das Safety Car im Einsatz ist. In der 24. Runde hatte ich aber kein Benzin mehr. Mir blieb nur die Wahl, an die Boxen zu fahren oder ohne Benzin auf der Strecke liegen zu bleiben." Durch die verhängte Stop-and-Go-Strafe gegen ihn habe er keine Chance mehr auf den Sieg gehabt.
    Zum Hype um Hamilton in Großbritannien meinte Alonso: "Diese Kommentare lassen mich kalt. Wenn Hamilton in Kanada Probleme mit dem Safety Car bekommen hätte, wäre er nicht Erster geworden, sondern Achter oder Neunter."

    GRAND PRIX DER USA

    GRAND PRIX DER USA

    Der Grand Prix der USA am kommenden Wochenende in Indianapolis ist der siebte Lauf zur Formel-1-Weltmeisterschaft. Er findet nur eine Woche nach dem Grand Prix von Kanada statt, bei dem Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Lewis Hamilton seinen ersten Sieg in der Formel 1 erzielte. Nach den ersten sechs Rennen, von denen Vodafone McLaren Mercedes drei gewonnen hat, führt Lewis in der Fahrer-WM mit 48 Punkten vor seinem Teamkollegen, dem zweimaligen Saisonsieger Fernando Alonso mit 40 Zählern. In der Konstrukteurs-WM liegt Vodafone McLaren Mercedes mit 88 Punkten vorn, gefolgt von Ferrari mit 60 Zählern.

    Wissenswertes aus dem Team Vodafone McLaren Mercedes vor dem US Grand Prix

    Welche Anforderungen stellt der Indianapolis Motor Speedway?

    Die Rennstrecke besteht aus zwei gegensätzlichen Teilen. Von Kurve zwölf durch die überhöhte Kurve 13 und über die Start-Ziel-Geraden bis zum Anbremspunkt vor der ersten Kurve fahren die Autos rund 22 Sekunden Vollgas; das ist der längste Vollgasanteil im Formel-1-Kalender. Das Infield ist hingegen sehr kurvenreich; Kurve neun, die langsamste Stelle der Strecke, wird mit 55 km/h durchfahren. Während im schnellen Teil ein möglichst hoher Topspeed benötigt wird, ist im Innenteil gute Traktion wichtig. Die Autos werden daher mit eher niedrigem Abtrieb für eine gute Höchstgeschwindigkeit und einem weichen mechanischen Set-up für guten Grip in den Kurven abgestimmt.

    Seit wann fährt die Formel 1 auf dem Indianapolis Motor Speedway?

    Die Formel 1 kehrte nach neunjähriger Abwesenheit 2000 in die USA zurück. Dafür war in Indianapolis im Innenbereich des durch das 500-Meilen-Rennen berühmt gewordenen Ovals eine neue Strecke gebaut worden. Zur neuen Strecke gehören auch Kurve eins und die Start-Zielgerade des Ovals, die von der Formel 1 allerdings in umgekehrter Richtung durchfahren werden. Der erste echte US Grand Prix fand 1959 in Sebring/Florida statt. Danach folgten Riverside/Kalifornien, Watkins Glen/New York, Long Beach/Kalifornien, Las Vegas/Nevada, Detroit/Michigan, Dallas/Texas und Phoenix/Arizona als Austragungsorte. Vier Jahre vor Gründung seines Teams gewann Bruce McLaren den ersten US Grand Prix. Seit McLaren 1966 erstmals bei diesem Rennen antrat, hat das Team hier neunmal gewonnen, mehr als jeder andere Rennstall. Den letzten Sieg in Indianapolis erzielte Mika Häkkinen 2001, es war der letzte Erfolg des jetzigen Mercedes-Benz DTM-Fahrers in der Formel 1. Zusammen mit dem Penske-Team und Al Unser Jr. hat Mercedes-Benz 1994 die 500 Meilen von Indianapolis gewonnen. Die Rennstrecke wurde 1909 gebaut. Als man nach den Eröffnungsrennen feststellte, daß der ursprüngliche Belag aus Schotter und Teer das Material zu sehr beanspruchte, wurde die Strecke mit 3,2 Millionen Ziegelsteinen gepflastert; dadurch entstand der Spitzname "Brickyard" (Ziegelei). Die meisten dieser Ziegel liegen immer noch unter der heutigen Asphaltdecke, an der Start-Ziel-Linie sind sie in einem schmalen Streifen zu sehen.

    Wo haben Fernando und Lewis die Zeit zwischen dem kanadischen und dem US Grands Prix verbracht?

    Fernando blieb in Kanada und kommt mitte der Woche nach Indianapolis. Lewis flog für ein paar Tage nach New York und besucht in dieser Zeit Mercedes-Benz USA in Montvale/New Jersey sowie ExxonMobil in Fairfax/Virginia.
    Kommentare

    Fernando Alonso
    "Das Rennen in Kanada war für mich nicht einfach und mit dem siebten Platz bin ich natürlich nicht zufrieden. Immerhin habe ich noch zwei Punkte geholt. Es sind noch elf Rennen zu fahren und die Meisterschaft ist noch lange nicht entscheiden. Als Zweiter habe ich eine gute Ausgangsbasis, das Auto ist siegfähig und ich freue mich jetzt auf das kommende Rennen in Indianapolis, hoffentlich ohne Safety Car Phasen. Mein bestes Ergebnis dort ist der fünfte Platz 2006. Diesmal will ich deutlich besser abschneiden. Die Zuschauer am Speedway sind sehr begeisterungsfähig und die Atmosphäre dort ist toll. Wir wollen ihnen ein gutes Rennen bieten. Die Strecke verkörpert große Motorsport-Tradition und ich möchte den Siegerpokal von Indianapolis unbedingt in meiner Sammlung haben. Der Speedway hat ein paar Überholmöglichkeiten, die beste am Ende der Start-Ziel-Geraden aus dem Windschatten heraus. Das funktioniert aber nur mit einem guten Topspeed, deswegen fahren wir mit wenig Abtrieb."

    Lewis Hamilton
    "Das Rennen in Kanada lief fantastisch und ich freue mich, dass es gleich an diesem Wochenende weiter geht. Der Speedway ist anspruchsvoll für die Autos und ich hoffe, wir sind dort genauso stark wie in Montreal. Ich bin sehr gespannt auf die legendäre Rennstrecke in Indianapolis. Überall wirst du dort an die Motorsportgeschichte erinnert. Ich fahre zum ersten Mal auf diesem Kurs mit der überhöhten Kurve, die es sonst nirgendwo in der Formel 1 gibt. Es ist toll, dass ich vor dem siebten WM-Lauf die Meisterschaft anführe, aber ich muss noch immer viel lernen. Wir haben noch elf Rennen und damit viel Arbeit vor uns. Die Saison hat mir bisher großen Spaß gemacht, aber ich weiß auch, dass im Motorsport nichts vorhersehbar ist und im nächsten Rennen viel passieren kann."

    Martin Whitmarsh, CEO Formula 1, Vodafone McLaren Mercedes
    "Der US Grand Prix ist einer der Höhepunkte der Saison. Das Rennen ist eine große Herausforderung und es ist kaum möglich, unsere Leistungsstärke im Vergleich zu den anderen Teams vorherzusagen. Dass Fernando und Lewis sowie Vodafone McLaren Mercedes beide Weltmeisterschaften anführen ist kein Grund uns auszuruhen. Vielmehr wird im McLaren Technology Centre, bei Mercedes-Benz HighPerformanceEngines und in Stuttgart in dieser Woche genauso konzentriert gearbeitet wie sonst auch, wenn nicht sogar noch intensiver. Wir setzen beim US Grand Prix ein paar neue Teile ein, denn wir wollen unseren Vorsprung weiter ausbauen. Das erfordert unseren ganzen Einsatz, denn unsere Gegner werden uns wieder einen harten Kampf liefern.

    Norbert Haug, Mercedes-Benz Motorsportchef
    "Der Automobilmarkt in den USA ist für Mercedes-Benz der größte außerhalb Deutschlands, deshalb ist es schön, dass wir als Spitzenreiter in beiden Weltmeisterschaften nach Indianapolis kommen. Unser Ziel ist es, auf dieser traditionsreichen Strecke an unsere Leistungen seit Saisonbeginn anzuknüpfen. Von den bisherigen sechs Rennen haben wir drei gewonnen, davon die letzten beiden in Folge, und zehn von zwölf möglichen Podiumsplätzen erzielt und als einziges Team alle bisherigen 384 Rennrunden, entsprechend knapp 1.800 Kilometern, mit beiden Autos zurück gelegt, und dabei auch stets mit beiden Fahrern Punkte geholt. Die Streckenführung des Indianapolis Motor Speedway ist durchaus anspruchsvoll, mit 22 Sekunden Volllast am Stück werden besonders die Motoren gefordert. Im Infield geht es dagegen um eine geradezu gegensätzliche Aufgabenstellung, so dass nur schnell sein kann, wer einen guten Kompromiss zwischen Topspeed und Kurvenverhalten findet. Wir haben uns intensiv auf diese Anforderungen vorbereitet."