Interessantes zu Formel 1 im Jahr 2007
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Ungarn: Das Monaco des Ostens
Der erste Eindruck täuscht: Aufgrund seines Layouts wird der Hungaroring oft und gerne mit dem eher despektierlichen Attribut "Mickey Maus"-Kurs versehen. Zwar verfügt der rund 20 Kilometer vor den Toren von Budapest gelegene Schauplatz des Ungarn-Grand Prix über eine äußerst winklige Streckenführung, wodurch sich auf dem 4,381 Kilometer langen Asphaltband kaum Überholmöglichkeiten bieten. Gleichzeitig fallen die auf ihm erzielten Durchschnittsgeschwindigkeiten mit rund 180 km/h vergleichsweise gering aus.
Während Juan Pablo Montoya die Strecke an eine Kartbahn erinnert, ziehen andere einen Vergleich zu einem Amphitheater. Die Begründung dafür ist einfach. Schließlich ist die Strecke derart in die Landschaft eingebettet, dass die Zuschauer praktisch von allen Plätzen die Hälfte des durch ein kleines Tal führenden Parcours einsehen können. Wiederum andere vergleichen den Kurs mit dem legendären Fürstentum von Monaco. Schließlich geht es auch dort eng und winklig zu. Allerdings fehlen auf dem Hungaroring die berüchtigten Leitplanken.
Aber der Hungaroring hat nicht nur eine hohe Rundenanzahl sowie eine kurze Streckenlänge mit dem Traditionsrennkurs aus dem Fürstentum gemeinsam. Er teilt leider auch die wenigen Überholmöglichkeiten mit dem Jahreshighlight im Leitplankendschungel. So wird der Kurs unweit der ungarischen Hauptstadt nicht nur als "Monaco ohne Häuser und Leitplanken" bezeichnet, sondern verlangt er den Fahrern und Teams - ebenso wie das berühmte "Vorbild" - vor allem im Qualifying und beim Kampf um die Startposition einiges ab. Denn ohne einen guten Startplatz hat man keine Chance auf ein gutes Ergebnis.
Insgesamt zählt der Ungarn-GP mit seiner Durchschnittsgeschwindigkeit von 180 km/h aber eher zu den langsamen Rennen. Dafür haben es die Kurven jedoch in sich. Der Schwierigkeitsgrad kann durchaus mit jenem von Monte Carlo verglichen werden. Demzufolge kommt auch weniger Wichtigkeit der reinen Motorleistung, den Bremsen oder der Aerodynamik zu, sondern stehen vor allem die Balance und der Grip im Vordergrund. Die Strecke selbst verlangt aufgrund der vielen und engen Kurven zusätzlich nach viel aerodynamischem Anpressdruck, um auch in den langsamen Kurven eine optimale Haftung erzielen zu können. -
GROSSER PREIS VON UNGARN
Der Grand Prix von Ungarn wird seit 1986 ausgetragen. Es war das erste motorsportliche Großereignis im damaligen Ostblock und zog an den drei Veranstaltungstagen 260.000 Zuschauer an.
Die ersten drei Jahre gehörten den Brasilianern: Nach zwei Siegen von Nelson Piquet gewann 1988 Ayrton Senna im McLaren-Honda, 1991 und 1992 wiederholte er diesen Erfolg.
Mika Häkkinen trat mit zwei Siegen im McLaren Mercedes 1999 (Doppelsieg vor seinem Teamkollegen David Coulthard) und 2000 in die Fußstapfen des Brasilianers. McLaren hat den Grand Prix bei Budapest sechs Mal gewonnen, zuletzt mit Kimi Räikkönen 2005.
Der ursprünglich 4,014 Kilometer lange Kurs war und ist bei den Fahrern wegen der wenigen Überholmöglichkeiten und des holprigen Belages nicht beliebt. Vor dem Rennen 1989 wurde die Strecke durch das Begradigen einer Kurve im Geschlängel nach dem Start auf 3,975 Kilometer verkürzt, die Durchschnittsgeschwindigkeit stieg dadurch innerhalb eines Jahres von 155,401 km/h auf 167,197 km/h.
Dennoch gehört der GP Ungarn zu den langsameren Rennen im Formel-1-Kalender. Das erste Rennen 1986, obwohl im Trockenen ausgetragen, musste nach Erreichen des Zwei-Stunden-Limits eine Runde früher als geplant abgewinkt werden. -
Die Formel 1 WM 2007: Vorschau Budapest
Der Hungaroring liegt 20 Kilometer östlich des Stadtzentrums von Budapest. Vor dem Grand Prix von Ungarn führt Vodafone McLaren Mercedes nach fünf Siegen aus den ersten zehn Rennen der Saison in der Konstrukteurswertung mit 138 Punkten vor Ferrari mit 111 Zählern. Spitzenreiter der Fahrer-WM ist Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Lewis Hamilton nach zwei Saisonsiegen und sieben weiteren Podiumsplätzen mit 70 Punkten vor seinem Teamkollegen, dem dreimaligen Sieger Fernando Alonso mit 68 Zählern.
Wissenswertes aus dem Team Vodafone McLaren Mercedes vor dem
Wie kann man den Hungaroring beschreiben?
Die Strecke ist die mit der zweitniedrigsten Durchschnitts-geschwindigkeit im Formel-1-Kalender nach Monte Carlo, aber dennoch eine der technisch anspruchsvollsten. Hier gibt es zahlreiche enge und schwierige Kurven und kaum Überholmöglichkeiten. Am besten geht das Überholen vor Kurve eins, die anderen sind zu uneben, fallen nach außen ab oder sind zu eng. Ein Beispiel dafür ist Kurve vier, eine scharfe Rechtskurve, die bergauf führt und in der man beim Einlenken den Ausgang nicht sehen kann. Auch ohne Überholmanöver müssen die Fahrer hier ihr ganzes Können aufbieten.
Worauf kommt es bei der Abstimmung an?
Viel Abtrieb ist wichtig beim Set-up, denn damit kommt man am schnellsten durch die vielen Kurven, die den größten Teil der Strecke ausmachen. Das ist auf dem Hungaroring wichtiger als hoher Topspeed.
Warum ist das Qualifying so wichtig?
Da man auf dem Hungaroring außer in Kurve eins so gut wie nicht überholen kann, ist es sehr wichtig, sich im Qualifying eine gute Startposition zu sichern.
Wie haben die Fahrer in den letzten Jahren auf dem Hungaroring abgeschnitten?
Fernando Alonso hat hier 2003 seinen ersten Grand-Prix-Sieg erzielt; er war damals der jüngste Grand-Prix-Sieger, weniger als einen Monat nachdem er 22 Jahre alt geworden war. Lewis kennt die Strecke lediglich aus der GP2-Serie von vor einem Jahr. Er belegte im Samstagsrennen Platz zehn, nachdem er ohne gezeitete Runde im Qualifying vom 26. und letzten Platz gestartet war. Am Sonntag wurde er im Regen Zweiter. Auch die McLaren Mercedes Fahrer Mika Häkkinen (1999 und 2000) und Kimi Räikkönen (2005) haben in Ungarn bereits gewonnen.
Kommentare der Fahrer und des Managements
Fernando Alonso
Über meinen Sieg auf dem Nürburgring habe ich mich sehr gefreut und ich möchte dieses Ergebnis in Budapest wiederholen. An Ungarn habe ich gute Erinnerungen, wie an meinen ersten Grand-Prix-Sieg 2003, aber auch weniger gute, wie an letztes Jahr. Nach einer Zeitstrafe im Qualifying startete ich als 15., verbesserte mich bis auf Platz eins und fiel dann durch technischen Defekt aus. Dennoch wird der Hungaroring für mich immer eine besondere Strecke bleiben und ich freue mich schon auf meinen Start dort mit Vodafone McLaren Mercedes. Die Durchschnittsgeschwindigkeit ist auf dem Hungaroring recht niedrig, doch aufgrund der meist hohen Außentemperaturen ist das Rennen ziemlich anstrengend. Durch die vielen Kurven hat man viel Arbeit am Lenkrad. Am Kurvenausgang brauchen wir Traktion für eine gute Rundenzeit. Wichtig ist zudem Stabilität an der Vorderachse, so dass man in den langsamen und lang gezogenen Kurven präzise Einlenken und dann attackieren kann. Der MP4-22 war auf ähnlichen Strecken in diesem Jahr bereits sehr stark, ich bin deshalb optimistisch für Budapest.
Lewis Hamilton
Unser Test in der letzten Woche in Jerez verlief sehr gut. Für einen Tag saß ich selbst im Auto und konzentrierte mich bei Hitze und staubiger Strecke auf die Abstimmung für das Rennen in Ungarn, wo es wohl ähnlich aussehen wird. Im letzten Jahr lief es dort nicht so gut für mich. Nach einem Fehler auf meiner ersten Runde im Qualifying startete ich beim ersten GP2-Rennen von ganz hinten. Doch meine Aufholjagd war eine gute Erfahrung und außerdem lernte ich dabei de Strecke kennen. Jetzt weiß ich, wo man hier überholen kann, auch wenn es sehr schwierig ist. Dennoch gefällt mir der Hungaroring, gemessen an den engen Kurven fährt man hier noch recht flott. Das Rennen ist ein Klassiker. Es geht bergauf und bergab, es gibt langsame und schnelle Kurven und eine schöne Schikane kurz vor Start und Ziel. Im hinteren Teil der Strecke gibt es eine Bodenwelle, die einen leicht die Kontrolle verlieren lassen kann. Genau das ist mir im letzten Jahr im Qualifying passiert. Unser Auto ist sehr gut und ich bereite mich auf das Rennen vor wie sonst auch. Der Sieg ist möglich.
Martin Whitmarsh
Unser Testteam hat in der vergangenen Woche unseren letzten Test bis Ende August absolviert. Aufgrund dieser langen Pause und wegen des spannenden Kampfes um beide Weltmeistertitel haben alle intensiv gearbeitet, um zahlreiche Komponenten für die Grand-Prix-Rennen in Ungarn und der Türkei zu erproben. Die Hitze in Jerez war ähnlich wie die, die wir für den Hungaroring erwarten. Hier kommt es vor allem auf Abtrieb an, die Aerodynamik spielt auf dieser langsamen, engen Strecke keine große Rolle. Die Charakteristik des Hungarorings ähnelt der von Monte Carlo, das heißt, dass wir hier, wo es keine langen Geraden gibt, auch die Motorkühlung beachten müssen. Mit größeren Kühlern und größeren Kühllufteinlässen werden wir den thermischen Anforderungen gerecht. In den vergangenen Jahren spielte auch der Reifenverschleiß eine entscheidende Rolle am Rennwochenende. Der heiße, staubige Belag und die hohen und andauernden Kurvenkräfte belasteten die Reifen stärker als auf anderen Strecken.
Norbert Haug
Die Strecke in Budapest hat eine ganz andere Charakteristik als jene des vorangegangenen Grand Prix auf dem Nürburgring. Mit einer Rundendurchschnittsgeschwindigkeit von knapp 200 km/h ist der Kurs nach Monaco der zweitlangsamste. Traktion und präzises Einlenkverhalten sind gefragt, extrem schnelle Kurven gibt es hier keine. Beim Rennen kann hier auch wegen des starken Reifengummiabriebs in der Regel nur auf einer Linie gefahren werden, was ein Top-Qualifying-Ergebnis noch wichtiger macht. Bei Regen ist der Kurs allerdings für Überraschungen gut, das Rennen im letzten August war ein Highlight der Saison. Unser Ziel für Ungarn ist klar: Wir wollen unsere Führung in beiden WM-Wertungen möglichst ausbauen. -
Qualifying: Alonso stiehlt Hamilton die Pole
Auch ohne Regen kam es am Hungaroring zum Qualifyingchaos. Am Ende war Fernando Alonso der Glücklichere.
Verkehr, Verkehr, Verkehr - im Qualifying in Ungarn ist nur eines wichtig: nicht im Verkehr hängen zu bleiben. Umso mehr achteten die Teams darauf, ihre Fahrer im richtigen Moment aus der Box zu lassen. Für Fernando Alonso hat das funktioniert, für Lewis Hamilton nicht. Denn der junge Brite musste sich in Führung liegend bei seinem letzten Boxenstopp hinter Fernando Alonso anstellen, warten bis dieser in eine Verkehrslücke losgelassen wurde und schaffte es dann nicht mehr, selbst eine schnelle Runde zu drehen. In letzter Sekunde entriss ihm Alonso die Pole am Hungaroring.
Dabei hatte Alonso im Q3 gleich zwei Probleme bei den Boxenstopps. Einmal verklemmte sich die Reifendecke unter seinem rechten Vorderreifen, einmal ließ ihn das Team lange warten, bis es ihn auf die schnelle Runde hinausschickte. Deswegen musste sich Lewis Hamilton dahinter anstellen und konnte am Ende keine schnelle Runde mehr fahren - das sagte er deutlich: "Mir hat am Ende so viel Zeit gefehlt, wie ich in der Box warten musste." Den Grund für die Verzögerung solle man beim Team nachfragen. "Es gibt nicht viel zu sagen, ihr habt es alle gesehen." Mit seinem Auto war der Zweite zufrieden. "Ich war schnell, habe mich das Wochenende über verbessert, das Team hat gut gearbeitet, das Auto gut hinbekommen." Für das Rennen setzt er jetzt auf eine gute Strategie, im Gegensatz zu Alonso setzte Hamilton im Qualifying auf die weichen Reifen.
"Wir waren sehr konkurrenzfähig", hielt sich Alonso mit Aussagen zurück. "Wir haben hier eine gute Siegchance, die wollen wir nutzen." Hinter der silbernen ersten Reihe ist alles bunt gemischt: Nick Heidfeld schnappte sich Platz 3 vor Kimi Räikkönen, Nico Rosberg und Ralf Schumacher. "Unser Plan war es in diesem Jahr auf das Podium zu kommen, das ist uns schon einmal gelungen, hier haben wir wieder eine gute Chance", so Nick Heidfeld. "Wir sind das drittstärkste Team, hier sogar noch vor Ferrari, es wird nicht leicht gegen Kimi, aber sie sind nicht so stark wie zuletzt - ich hoffe, vor ihnen zu bleiben." Die Top10 komplettieren Robert Kubica, Giancarlo Fisichella, Jarno Trulli und Mark Webber. Über Fisichella schwebt jedoch noch das Damoklesschwert einer Bestrafung, weil er in der ersten Qualifyingsession Sakon Yamamoto aufgehalten hat.
Die Überraschung des Qualifyings ist der Startplatz von Felipe Massa. Der Ferrari-Pilot blieb nach seinem Boxenstopp im zweiten Qualifying am Ende der Boxengasse stehen, musste zurückgeschoben werden und schaffte es danach nicht mehr, seine Zeit zu verbessern. Aus im 2. Qualifyingabschnitt! Nur Startplatz 14 für den Brasilianer. Zusammen mit Massa schied auch Alex Wurz aus, der als 13. direkt vor Massa ins Rennen gehen wird.
Das zweite F1-Qualifying von Sebastian Vettel endete früher als sein erstes. Mit dem Toro Rosso war im Gegensatz zum BMW Sauber schon in Session 1 Schluss. "Soweit so gut", war Vettel nicht allzu traurig. "Auf der letzten Runde hatte ich im letzten Sektor einen Fehler, dadurch habe ich ziemlich viel Zeit verloren. Ohne den Fehler wäre ich locker ins Q2 gekommen, aber das zählt nicht. Jetzt freue ich mich auf das Rennen." Die Long Runs aus dem Training stimmen ihn optimistisch. "Und vielleicht schlägt das Wetter noch um, die Sonne verzieht sich und der Regen kommt."
Adrian Sutil ist es bereits gewohnt, dass er in der ersten Session ausscheidet. "Es ist sehr schwer, weil die Reifen einfach zu weich sind. Nach einer halben Runde fängt der Reifen an zu grainen und man fährt einfach geradeaus und macht Fehler", klagte er. "Man muss eine sehr gute Balance haben, um den Reifen zu schonen. Die Balance unseres Autos war nicht schlecht, aber es hat nicht gereicht, um einen rauszuhauen. Es war das letzte Qualifying mit diesem Auto, wir hoffen auf das neue." Das soll beim nächsten Rennen in der Türkei kommen. -
Alonso fünf Plätze zurück: Keine Konstrukteurspunkte für McLaren
Lange mussten die verbliebenen Journalisten im Media Centre auf eine Entscheidung der Rennkommissare warten, die offizielle Startaufstellung war bereits verteilt worden, dann um 5 vor 12 der Hammer: Fernando Alonso wird in der Startaufstellung für den Großen Preis von Ungarn um 5 Plätze zurückversetzt. Sein McLaren Mercedes Team erhält bei diesem Rennen keine Konstrukteurs-WM-Punkte!
Das ist die Entscheidung der Rennstewards, nachdem Alonso ihrer Meinung nach seinen Teamkollegen Lewis Hamilton absichtlich beim Boxenstopp behindert hat. Die Erklärung des Teams für die Verzögerung wird von ihnen nicht akzeptiert. Das Team habe keinen Grund gehabt, Alonso nach seinem Stopp noch 20 Sekunden in der Box stehen zu lassen und er habe keinen Grund gehabt, nicht loszufahren, heißt es im zweiseitigen Urteilsspruch der FIA-Rennstewards. McLaren legte gegen die Entscheidung keine WM-Punkte zu erhalten Einspruch ein. Der Fall wird vor dem FIA Berufungsgericht verhandelt werden. Gegen die Bestrafung von Alonso kann das Team keine Berufung einlegen. -
Formel 1: Harte Strafe für Alonso
Die Boxen-Blockade in der Qualifikation zum Großen Preis von Ungarn hat für Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso doch noch Folgen. Der Spanier verliert seine Pole Position aus dem Qualifying und rückt fünf Ränge nach hinten.
Nach mehrstündiger Sitzung am Samstagabend entschieden die drei Rennkommissare, dass dem Spanier die schnellste Zeit im letzten Qualifikations-Durchgang gestrichen wird. Alonso muss heute (14:00 Uhr/RTL und Premiere) in Budapest von Startplatz sechs ins Rennen gehen. Ferner werden McLaren-Mercedes am Sonntag wegen Verstoßes gegen das Verbot der Stallregie keine Punkte aus dem Grand Prix angerechnet. Die Fahrer Alonso und Lewis Hamilton dürfen hingegen ihre Zähler behalten.
Durch das erst kurz vor Mitternacht veröffentlichte Urteil rückt Alonsos Teamkollege Hamilton an die Spitze, der Mönchengladbacher Nick Heidfeld startet vom zweiten statt vom dritten Platz aus. Auch Kimi Räikkönen (Ferrari), Nico Rosberg (Williams-Toyota) und Ralf Schumacher (Toyota) profitieren von dem Beschluss und stehen in der Startaufstellung nun auf den Positionen drei bis fünf. Kurz vor der Entscheidung war noch das Qualifikationsergebnis mit Alonsos Pole Position bestätigt worden.
Länger in der Box geblieben
Anlass für die Verhandlung vor der Rennkommission war der außergewöhnlich lange Boxenstopp des zweimaligen Weltmeisters kurz vor Ende des Qualifyings am Samstagnachmittag. Obwohl er längst abgefertigt war, war der Spanier knapp zehn Sekunden stehen geblieben und hatte hielt so seinen hinter ihm wartenden Teamkollegen Hamilton aufgehalten. Alonso fuhr noch rechtzeitig auf die Strecke und konnte sich die Pole Position sichern. Dagegen hatte Hamilton keine Zeit mehr, um noch einmal zu kontern. McLaren-Chef Ron Dennis hatte Alonso von jeder Schuld freigesprochen und das Team in der Verantwortung gesehen.
Das Duell zwischen Hamilton und Alonso ist brisant. Der 22 Jahre alte Neuling aus Großbritannien führt vor dem elften von 17 Rennen die WM-Wertung mit 70 Punkten vor seinem drei Jahre älteren Teamkollegen (68) an. Der Titelverteidiger kann mit einem Sieg auf dem Hungaroring die Führung übernehmen. Das Ferrari-Duo Felipe Massa (59) und Räikkönen (52) folgt mit Abstand auf den Plätzen drei und vier. Heidfeld (36) ist Fünfter. Im Konstrukteurs-Klassement ist McLaren-Mercedes (138) Erster vor Ferrari -
Vettel mit "Spaß und einem guten Gefühl"
Sebastian Vettel sorgt für FuroreSebastian Vettel hatte gerade die ersten Runden im Toro Rosso gedreht, schon war der Formel-1-Neuling Objekt der Medien-Begierde. Im ersten Training im neuen Dienstwagen landete der "Mini-Schumi" in Budapest auf Platz 20 und besiegte im ersten Teil des Trainings im völlig unbekannten Auto sogar seinen Teamkollegen Vitantonio Liuzzi (Italien).
Das bis Ende 2008 angelegte Abenteuer beim Hinterbänkler-Team soll für Vettel das Sprungbrett für die Erfüllung eines Traums von der Formel-1-Weltmeisterschaft sein. "Das hat Spaß gemacht. Im Auto hat auf Anhieb alles gut gepasst, es lief besser als erwartet. Es ist ein gutes Gefühl, Stammfahrer zu sein", meinte Vettel mit einem strahlenden Lächeln.
Ruhiger Schlaf
Und die Nacht vor seinem Auftritt habe er gut geschlafen hatte, meinte der Einsteiger. Nun will er beim Großen Preis von Ungarn am Sonntag (14 Uhr) angreifen: "Mein Ziel ist erstmal, das Rennen zu beenden. Ein Punktgewinn wäre natürlich sensationell. Bis zum Jahresende habe ich ja noch ein paar Gelegenheiten."
Nach seiner gelungenen Rennpremiere im BMW-Sauber als Achter in Indianapolis ging in den vergangenen Tagen alles ganz schnell mit seiner Verpflichtung als Nachfolger des geschassten US-Amerikaners Scott Speed. Nicht mal Zeit für eine Sitzprobe oder gar einen Test blieb, Vettel wurde ins kalte Wasser geworfen und konnte trotz einiger kleiner Ausrutscher in den gut 60 Runden im Training in Budapest auf Anhieb überzeugen: "Ich denke nicht mehr an die Vergangenheit bei BMW, sondern nur an meine Zukunft."
Hoffnung auf Vettels Speed
Die liegt als fünfter deutscher Stammfahrer in der Formel 1 bei Toro Rosso, und das Team hofft neben seinem technischen Wissen vom Spitzenteam BMW vor allem auf den Speed des Youngsters. "Sebastian hat keinen Druck. Er soll dem Team mit seiner Hingabe zur Arbeit neue Motivation geben und in den nächsten eineinhalb Jahren zum Topfahrer reifen", sagte Toto-Rosso-Mitbesitzer Gerhard Berger.
Die Spitznamen "Mini-Schumi" oder "Bubi-Schumi" mag Vettel gar nicht. "Michael ist eine völlig andere Generation, seine Erfolge sind einmalig. Ich bin der Sebastian, der mal Formel-1-Weltmeister werden will und damit eine eigene Person."
Dabei war es Michael Schumacher höchstpersönlich, der Vettel einst bei Berger empfohlen hatte. Berger: "Michael ist bei einem Mauritius-Urlaub zu mir gekommen und hat gesagt: Da fährt einer Go-Kart, der ist superschnell. Sein Name ist Vettel." -
Vettel: "Freue mich auf das Rennen"
Ein Fehler kostete Sebastian Vettel bei seinem Debüt für Toro Rosso einen besseren Startplatz, doch dem Optimismus des Heppenheimers vor dem Großen Preis von Ungarn tut das keinen Abbruch.
"Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden", so Vettel nach dem zweiten Formel-1-Qualifying seiner Karriere. Zuvor war er für BMW-Sauber in Indianapolis gestartet und hatte dort prompt einen Punkt erobert. "Wenn ich den Fehler in meiner schnellen Runde nicht gemacht hätte, wäre ich locker in die zweite Sitzung eingezogen. Aber Konjunktive zählen in der Formel 1 nicht."
Seinem Optimismus schadete das allerdings nicht. "Ich freue mich wahnsinnig auf das Rennen", so Vettel. Von Toro-Rosso-Mitbesitzer Gerhard Berger bekam er gute Noten für den ersten Auftritt des italienischen Rennstalls. "Er hat das ganze Wochenende sein Potenzial gezeigt, ich bin sehr zufrieden mit ihm", so Berger. "Seine Stärke liegt im Analytischen – das ist genau das, was wir uns von ihm erhofft hatten. Er ist die ganze Zeit auf einem Niveau mit Tonio Liuzzi gefahren nur leider hat er in seinen beiden schnellsten Runden jeweils an der gleichen Stelle einen Fehler eingebaut. Das kann bei jungen Rennfahrern immer passieren." -
Berger: "Sehr gute Leistung" von Vettel
04. August 2007 - 18:36 Uhr
Gerhard Berger verteidigt Sebastian Vettel nach dem nicht ganz perfekten Qualifying und freut sich, dass auch anderen Teams Pannen passieren
(Motorsport-Total.com/Premiere) - Frage: "Gerhard, Sebastian Vettel ist heute schon im ersten Teil ausgeschieden. Wie zufrieden bist du mit seiner Leistung?"
Gerhard Berger: "Ich war trotzdem sehr zufrieden mit ihm, denn er hat sein Potenzial gezeigt an diesem Wochenende. Einmal auf der Seite des kontinuierlichen Arbeitens - das haben wir gewusst, dass das eine seiner Stärken ist, aber er hat auch Speed gezeigt. Wenn man auf die Sektorenzeiten schaut, dann ist er heute schon sehr flott unterwegs gewesen für das, das er das erste Mal im Auto gesessen ist."
"Er hat leider zweimal auf seinen schnellsten Runden kurz vor Schluss einen Fehler gemacht, er war zweimal an der gleichen Stelle im Out. Das sollte natürlich nicht passieren, aber das ist normal für einen jungen Fahrer, wenn man am Limit ist. Man muss ein bisschen tiefer gehen, und wenn man tiefer geht, dann hat er am ersten Wochenende gezeigt, dass er auf dem Niveau von Tonio Liuzzi ist - und das am ersten Wochenende ist eine sehr gute Leistung."
Frage: "Sebastian Vettel wirkt sehr hungrig und motiviert, während das bei Scott Speed deiner Meinung nach nicht immer der Fall war wegen seiner Lässigkeit. Freut dich diese Situation jetzt?"
Berger: "Ich bin da nicht sehr verwöhnt, daher ist es erfrischend (grinst; Anm. d. Red.)! Im Ernst: Das ist natürlich eine angenehme Nebenerscheinung, aber das Wichtigste für mich ist, dass er neben dem Fleiß gezeigt hat, dass er den Speed haben wird. Nun muss man ihm wirklich Zeit geben, sich dieses Jahr auf nächstes Jahr vorzubereiten. Er wird meiner Meinung nach seine Leistung bringen."
Frage: "Was kann man denn für das Rennen erwarten?"
Vettel: "Er soll einmal durchfahren. Bei so vielen Runden im Auto wird sicher das eine oder andere Problem auftauchen. Er soll konstant durchfahren und schauen, dass er sich ans Auto gewöhnt, dass er sich ans Team gewöhnt. Für mich ist das jetzt die Lernphase."
Frage: "Bei Ferrari und McLaren-Mercedes gab es heute viel Konfusion im Qualifying. Hast du das mitbekommen?"
Berger: "Ich muss sagen, wenn man so konzentriert ist auf die eigenen Autos, hat man kaum noch Zeit, nach links und rechts zu schauen. Ich habe nur den unglücklichen Ron Dennis gesehen an der Boxenmauer, weiß aber nicht warum."
Frage: "Die hatten einen Stau beim Reifenwechsel."
Berger: "Das ist einmal angenehm, dass nicht nur uns Fehler passieren, sondern auch den Topteams."
Frage: "Verstehst du es, dass in dieser Phase der Weltmeisterschaft auch bei denen Nervosität aufkommt?"
Berger: "Die Burschen sind extrem unter Druck - auf der Strecke und neben der Strecke. Man darf das nicht unterschätzen. Da gibt es viele schlaflose Nächte, wenn man das Ganze sehr ernst nimmt, und das machen Jean Todt und Ron Dennis und wir alle. Solche Nebenkriegsschauplätze sind da schon sehr belastend." -
Ungarn GP: Hamilton siegte im Schlaf
Lewis Hamilton siegte schon in der Nacht. Nur Kimi Räikkönen konnte einen würdigen Alonso-Ersatz im Siegduell spielen.
Das Qualifying ist in Ungarn entscheidend. Das hörte man im Vorfeld des Rennens immer wieder. Doch da war noch nicht klar, wie entscheidend das Qualifying und dessen Folgen sein würden. In der Nacht von Samstag auf Sonntag versahen die Rennkommissare Fernando Alonso für ein angebliches Behindern seines Teamkollegen Lewis Hamilton mit einer Strafversetzung um 5 Plätze. "Das ist sehr lustig", nahm Alonso es am Sonntag gelassen auf. "Die Strafe bezieht sich auf keine besondere Regel. Es ist einfach eine dieser seltsamen Sachen, die eben passieren. Das Rennergebnis wurde letzte Nacht entschieden." Oder gestern Nachmittag am Ende des Qualifyings - je nach Sichtweise.
Lewis Hamilton kann es egal sein. Er setzte sich am Start problemlos durch, fuhr danach wie ein Uhrwerk seine Runden herunter und holte sich seinen dritten GP-Sieg. Der einzige Herausforderer fuhr ein rotes Auto. Kimi Räikkönen blieb das ganze Rennen im Windschatten des Briten, robbte sich immer wieder an den Silberpfeil heran, doch in dessen Dirty Air konnte er nicht zum Manöver ansetzen. Auch wenn er in den Schlussrunden noch einmal für Spannung im Heck des McLaren sorgte. In der Fahrer-WM führt Hamilton jetzt mit 7 Zählern vor Alonso. Räikkönen schob sich an seinem Teamkollegen vorbei auf Rang 3.
Der dritte Mann auf dem Podium war Nick Heidfeld, der schon zum zweiten Mal in dieser Saison vom Stockerl winken durfte. Die Möglichkeit auf eine bessere Platzierung verlor Heidfeld schon am Start. Er kam schlecht von Platz 2 weg, drohte zeitweise sogar auf Platz 4 zurückzufallen, rettete sich dann aber vor Nico Rosberg und Ralf Schumacher in die erste Kurve. Nur Räikkönen konnte er nicht halten. Der Finne fuhr aber ohnehin deutlich schneller als der Deutsche. Das galt auch für Fernando Alonso, der nach seiner Strafe von Platz 6 nach vorne fuhr und in den letzten Rennrunden noch an Heidfeld herankam. Wie in Bahrain und Frankreich lieferten sich die beiden Streithähne ein heißes Duell, aus dem letztlich der BMW Sauber-Pilot als Sieger hervorging.
Den 5. Rang sicherte sich dahinter Robert Kubica, der bei den Boxenstopps an Ralf Schumacher und Nico Rosberg vorbeiging. Der letzte Punkterang ging an Heikki Kovalainen, der als einer der wenigen Fahrer die ersten beiden Stints auf weichen Reifen fuhr. Bei Ferrari kamen die weichen Pneus erst im zweiten Rennteil auf die Autos - Felipe Massa zog sogar zweimal die superweichen Gummis auf. Gebracht hat es ihm allerdings nichts. Er machte im Vergleich zu seinem Startplatz nur eine Position gut und fuhr als enttäuschter 13. ins Ziel. Aber auch ein Ferrari konnte auf dem überholfeindlichen Hungaroring keine Wunder vollbringen. Erst bei seinem zweiten Boxenstopp schob sich Massa an Takuma Sato im Super Aguri vorbei - das sagt alles. Der zweite Grand Prix von Sebastian Vettel verlief relativ unbeobachtet. Der junge Toro Rosso-Fahrer beendete das Rennen auf Platz 16; einen Platz vor seinem Landsmann Adrian Sutil. -
LEWIS HOLT DRITTEN SIEG
50. GRAND-PRIX-SIEG VON MCLAREN MERCEDES
Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Lewis Hamilton gewann den Grand Prix von Ungarn in Budapest. Von der Pole Position gestartet, siegte Lewis nach 70 Runden, 306.668 Kilometern und einer Gesamtzeit von 1:35:52.991 Stunden mit 0,7 Sekunden vor Kimi Räikkönen (Ferrari). Fernando Alonso wurde Vierter. Es ist der 50. Grand-Prix-Sieg der McLaren Mercedes Partnerschaft. Zu Beginn der dreiwöchigen Sommerpause der Formel 1 baute Lewis seine Führung in der Fahrerweltmeisterschaft auf jetzt 80 Punkte aus. Fernando ist Zweiter mit 73 Zählern. Nach elf von 17 Rennen führt Vodafone McLaren Mercedes mit sechs Siegen in dieser Saison in der Konstrukteurs-WM weiter mit 138 Punkten vor Ferrari mit 119. Das Team wurde nach dem Qualifying am Samstag eines unerlaubten Eingriffs in den Wettbewerb beschuldigt und erhielt deshalb keine Zähler für die Konstrukteurswertung; das Team legte dagegen Berufung ein.
Der Start: Fernando und Lewis hatten sich als Erster und Zweiter qualifiziert. Fernando wurde allerdings um fünf Plätze nach hinten versetzt, da er angeblich seinen Teamkollegen in der Boxengasse weniger als zwei Minuten vor dem Ende des Qualifyings behindert hatte. Lewis ging deshalb von seiner vierten Pole Position in der Formel 1 ins Rennen, beschleunigte am besten zur ersten Kurve und kam als Führender aus der ersten Runde zurück. Fernando, Sechster in der Startaufstellung, verlor zunächst einen Platz beim Start und fiel in der letzten Kurve der ersten Runde um eine weitere Position auf Platz acht zurück.
Das Rennen: Fernando überholte in der dritten Runde Mark Webber (Red Bull Renault); eingangs von Runde vier ging er an Robert Kubica (BMW Sauber) vorbei - der Spanier war jetzt Sechster.
Fernando fuhr in Runde 17 zu seinem ersten Boxenstopp herein (9.9 Sek.) und war danach Zwölfter. Lewis kam zwei Umläufe später erstmals an die Boxen (9.7 Sek.) und behielt seine Führung. Fernando war jetzt Neunter. In Runde 28, nachdem die www.mercedes-benz.com/motorsport ersten neun Fahrer ihre Routinestopps absolviert hatten, fuhr der Spanier auf Platz sieben.
Lewis legte seinen zweiten Stopp im 50. Umlauf ein (4.9 Sek.) und behielt seine Führung. Durch die früheren Stopps von Nick Heidfeld (BMW Sauber), Nico Rosberg (Williams Toyota) und Ralf Schumacher (Toyota) war Fernando Vierter, als er unmittelbar hinter seinem Teamkollegen zum zweiten Mal hereinkam (7.0 Sek.). Der Spanier lag danach vor Schumacher und war Sechster. Nach den jeweils dritten Stopps von Rosberg und Kubica verbesserte sich Fernando auf Platz vier und fuhr unmittelbar hinter Heidfeld.
Mit der weicheren Reifenmischung (option) auf seinem dritten und letzten Stint verlor Lewis zunächst rund eine Sekunde pro Runde auf Räikkönen. In den letzten zehn Runden verteidigte der Brite einen Vorsprung von unter einer Sekunde und siegte nach 70 Runden mit 0.7 Sekunden vor dem Finnen. Nachdem Fernando zuletzt den Grand Prix von Europa vor zwei Wochen auf dem Nürburgring gewann, steht es zwischen beiden Fahrern nach Siegen drei zu drei. -
Kommentare
Lewis Hamilton:
"Ein ereignisreiches und emotionales Wochenende. Unser Team arbeitete in den letzten zwei Wochen super und wir erzielten deutliche Fortschritte. Allerdings waren die Ferrari genauso schnell und besonders in den letzten Runden stand ich unter starkem Druck von Kimi Räikkönen. Anfangs fuhr ich einen kleinen Vorsprung heraus, doch nach dem ersten Boxenstopp hatte ich ein kleines Problem mit der Lenkung. Kimi schloss wieder auf und ich wurde etwas nervös. Das Team sagte mir jedoch über Funk, dass alles in Ordnung war und ich gab bis zum Ende alles."
Fernando Alonso:
"Ein schwieriges Rennen, aber ich bin noch zufrieden. Vielleicht wäre sogar ein Podiumsplatz drin gewesen, aber vom sechsten Startplatz aus war hier, wo man wie in Monaco kaum überholen kann, einfach nicht mehr zu machen. Am Ende attackierte ich nicht mehr allzu sehr, sondern schonte den Motor, den wir auch beim Grand Prix der Türkei in drei Wochen einsetzen werden. Ohne die Strafe wäre der Sieg möglich gewesen, das zeigten meine Rundenzeiten, wenn ich eine freie Strecke hatte. Ich liege jetzt sieben Punkte hinter Lewis. Der Kampf um die Meisterschaft ist noch nicht entschieden und ich werde alles tun, um den Abstand zu verringern."
McLaren-Teamchef Ron Dennis:
"Ein anstrengendes Wochenende mit vielen Emotionen. Die Probleme, die uns an diesem Wochenende und den vergangenen Monat über beschäftigten, stellten das Team auf eine harte Probe. Gerade in Zeiten wie diesen muss man an seinen Prinzipien und Werten festhalten. Die drei Wochen bis zum Grand Prix der Türkei werden wir nutzen, unser Auto weiter zu entwickeln, um unsere Erfolgsserie nach Möglichkeit fortzusetzen. Beide Fahrer haben heute unter unterschiedlichen, aber sehr schwierigen Voraussetzungen ihr Bestes gegeben."
Mercedes-Benz Motorsportchef Norbert Haug:
"Lewis fuhr vom Start bis ins Ziel ein erstklassiges Rennen. Er erzielte seinen dritten Sieg und seinen zehnten Podiumsplatz in seinem erst elften Formel-1-Rennen. Dies ist der 50. Sieg der McLaren Mercedes Partnerschaft seit unserem ersten gemeinsamen Erfolg vor zehn Jahren am 10. März 1997 in Melbourne. Fernando verbesserte sich vom sechsten Startplatz auf Rang vier, auf einer Strecke, auf der Überholen fast nicht möglich ist. Heute schafften wir unseren fünften Sieg in den letzten sieben Rennen und den sechsten in den elf Rennen der Saison bisher - danke an jeden im Team für die harte Arbeit, die diese Ergebnisse möglich gemacht haben. Nach unserer Bestrafung führen wir die Konstrukteurs-WM mit 19 und nicht mit 34 Punkten Vorsprung an, aber ich bin sicher, dass jeder im Team jetzt noch stärker motiviert ist, die Führung in beiden Weltmeisterschaften bis nach dem letzten Rennen der Saison am 21. Oktober zu behaupten." -
Offizielles Endergebnis GP Ungarn
70 Runden á 4,381 km/306,663 km
Rang, Name, Land, Team, Zeit
1. Lewis Hamilton, Großbritannien, McLaren-Mercedes, 1:35:52,991 Std.
2. Kimi Räikkönen, Finnland, Ferrari, + 0,715 Sek.
3. Nick Heidfeld, Mönchengladbach, BMW-Sauber, + 43,129
4. Fernando Alonso, Spanien, McLaren-Mercedes, + 44,858
5. Robert Kubica, Polen, BMW-Sauber, + 47,616
6. Ralf Schumacher, Kerpen, Toyota, + 50,669
7. Nico Rosberg, Wiesbaden, Williams, + 59,139
8. Heikki Kovalainen, Finnland, Renault, + 1:08,104 Min.
9. Mark Webber, Australien, Red Bull, + 1:16,331
10. Jarno Trulli, Italien, Toyota, + 1 Runde
11. David Coulthard, Großbritannien, Red Bull, + 1 Runde
12. Giancarlo Fisichella, Italien, Renault, + 1 Runde
13. Felipe Massa, Brasilien, Ferrari, + 1 Runde
14. Alexander Wurz, Österreich, Williams, + 1 Runde
15. Takuma Sato, Japan, Super Aguri, + 1 Runde
16. Sebastian Vettel, Heppenheim, Toro Rosso, + 1 Runde
17. Adrian Sutil, München, Spyker, + 2 Runden
18. Rubens Barrichello, Brasilien, Honda, + 2 Runden
Ausfälle:
Sakon Yamamoto, (Japan), Spyker, (5 . Runde)
Jenson Button, (Großbritannien), Honda, (36 . Runde)
Anthony Davidson, (Großbritannien), Super Aguri, (42 . Runde)
Vitantonio Liuzzi, (Italien), Toro Rosso, (43 . Runde)
Schnellste Runde und Pole Position:
Kimi Räikkönen (Ferrari) 1:20,047 Min.
Trainingsschnellster:
Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes) 1:19,781 Min.
Nächstes Rennen:
GP Türkei am 26. August in Istanbul -
Formel 1: Alonso stellt McLaren vor Ultimatum
Nach dem Ungarn-GP herrschte bei den Silberpfeilen „Funkstille“. Der Doppel-Weltmeister drohte an, aus seinem bis 2009 laufenden Vertrag auszusteigen.
Der Formel 1 steht nun eine spannende Sommerpause bevor. Bis zum GP der Türkei am 26. August herrscht Testverbot, doch gerade für das Topteam McLaren-Mercedes könnten die kommenden drei Wochen entscheidende werden. Ferrari hat in der Spionage-Affäre gegen die Nicht-Bestrafung des Konkurrenten Protest eingelegt. Das Urteil dazu ist offen. Außerdem gibt es Spannungen im eigenen Team. Zwischen Weltmeister Fernando Alonso und WM-Leader Lewis Hamilton herrscht seit der Eskalation des Stall-Duells im Qualifying zum Grand Prix von Ungarn Funkstille.
„Das Ganze hat dem Team sicherlich geschadet“, meinte Hamilton, der in Budapest seinen dritten Saisonsieg einfuhr und seine WM-Führung auf den viertplatzierten Alonso auf sieben Punkte ausbaute. Der Spanier soll laut spanischen Medienberichten unterdessen bereits Ausstiegs-Gedanken aus seinem bis 2009 laufenden McLaren-Vertrag hegen. Alonso war bei seinem Wechsel von Renault zu McLaren von einer Rolle als „Nr. 1“ ausgegangen, hat nun in Neueinsteiger-Sensation Hamilton aber einen Rivalen. Alonso stellte aber nun dem Team folgendes Ultimatum: „Hamilton oder ich!“ Eine klare Ansage...
„Wir haben das Team auf dem Prinzip der Gleichberechtigung aufgebaut“, versucht Teamchef Ron Dennis die Gemüter zu beruhigen. Er verstehe, dass sich Alonso im Moment nicht so wohl fühle. „Aber ich verspüre den Druck zweier konkurrenzfähiger Fahrer, die beide gewinnen wollen“, so der McLaren-Boss. „Es ist manchmal schwierig, zu managen.“
Das Stallduell dürfte für die kommenden Rennen vorprogrammiert sein – obgleich das Team betonte, zu beiden Fahrern zu halten und die Rollenverteilung geklärt zu haben. Nur: Hamilton kam eben zu schnell, zu gut in Fahrt. Auf die Frage, ob er auch nächste Saison für McLaren fahre, antwortete Alonso jetzt nur noch: „Ich weiß es nicht. Ich weiß es wirklich nicht.“ Der „Krieg der Sterne“ hat begonnen, und anscheinend kann ihn nur ein dritter WM-Titel für den Spanier beenden. Alonso: „Entweder das Team will mit mir gewinnen, oder ich gehe!“
("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.08.2007) -
Formel 1: Ferrari angelt nach Hamilton
McLaren-Mercedes steht vor einer heftigen Zerreißprobe: Nicht nur, dass zwischen Jungstar Lewis Hamilton und Fernando Alonso seit der "Blockadeaktion" des Spaniers Funkstille herrscht, so soll Konkurrent Ferrari Hamilton ein Angebot für 35 Millionen Dollar unterbreitet haben. Weltmeister Alonso wiederum soll McLaren ein Ultimatum gestellt haben, es soll ein Ausstieg aus dem laufenden Vertrag geprüft werden.
und
Ferrari will Hamilton
Ferrari hat gemäss der italienischen Zeitung «Tuttosport» sein Interesse am Formel-1-Shootingstar Lewis Hamilton angemeldet. Der Rennstall aus Maranello will dem in Ungarn siegreichen Engländer 35 Millionen Dollar anbieten. Gemäss «Tuttosport» soll Ferrari die schwierigen Verhältnisse zwischen den McLaren-Piloten ausnutzen, um Hamilton unter Vertrag zu nehmen. Der Brite soll neben Räikkönen fahren. Weder Massa noch Räikkönen gelten bei Ferrari offensichtlich trotz des Talents als wahre Erben Schumachers, «nur Hamilton könnte zu Schumachers echtem Nachfolger aufrücken. -
McLaren erteilt Alonso Freigabe
Der bittere McLaren-Streit zwischen Fernando Alonso und Lewis Hamilton nimmt immer bizarrere Züge an. Der spanische Weltmeister hat seinem Team nach dem GP von Ungarn offensichtlich ein Ultimatum gestellt - mit Wirkung.
Mittlerweile denke ich: Er oder ich. Aber hier wird sich nie was ändern. Einige wissen hier doch nicht einmal, dass ich Englisch spreche», beklagte sich Alonso nach dem GP von Ungarn gegenüber der Bild-Zeitung über sein Team und Mitstreiter Lewis Hamilton. Für den Weltmeister ist klar, dass McLaren-Boss Ron Dennis seinen Zögling Hamilton zum neuen Weltmeister machen will - im Grunde das Aus im Titelrennen für den zweifachen Champion Alonso. «Im ganzen Team gibt es nur eine einzige Person, die zu mir hält», meinte er frustriert. Alonsos Manager soll nun prüfen, wie sein Schützling aus dem Vertrag bis 2009 herauskommt. BMW-Sauber und Renault sollen bereits ihr Interesse angemeldet haben. «Es ist schwer, zwei solche Typen zu kontrollieren. Ich hoffe, unsere Fahrer bleiben uns treu», gab sich Ron Dennis nach dem Rennen auf dem Hungaroring noch diplomatisch.
Erteilte McLaren Alonso die Freigabe?
Gemäss der London Times vom Dienstag hat der Teamchef dem Spanier nun aber mitgeteilt, dass er zum Saisonende trotz seines bis Ende 2008 laufenden Vertrages gehen könne. Auslöser sollen Alonsos Boxenstopp-Blockade von Budapest gegen seinen Teamkollegen Lewis Hamilton und das schlechte Klima im Team des WM-Spitzenreiters sein. 'Gut unterrichtete Quellen' berichteten, dass die McLaren-Verantwortlichen Alonso «gesagt haben, dass er gehen kann, weil sie genug von ihm haben. Ron Dennis hat von beiden - Alonso und Lewis Hamilton - die Nase voll.
Gemäss der spanischen Tageszeitung «As» ist der Entscheid bereits gefallen: «Alonso hat keine andere Wahl, als McLaren zu verlassen. Das weiss er auch, und er hat die Entscheidung bereits getroffen.» Mercedes-Chef Norbert Haug hingegen beurteilt das Ganze weniger dramatisch: «Jetzt sind drei Wochen Pause - das Thema ist nichts als übliches Sommertheater», sagte Haug den «Stuttgarter Nachrichten». Er kenne die Wahrheit und sei «deshalb sehr entspannt».
«Extrem grenzwertig»
Im ganzen Hamilton-Alonso-Zwist haben sich nun auch zwei ehemalige Weltmeister eingeschaltet. Der Brite Nigel Mansell regt sich insbesondere darüber auf, dass die FIA in Ungarn das Rennen entscheidend beeinflusst habe. Alonso hatte Hamilton im Qualifying behindert und war um fünf Plätze (straf-)zwangsversetzt worden. Hamilton hatte das Rennen darufhin gewonnen, Alonso musste sich mit Platz 4 zufrieden geben. «Eine Schande für die Formel 1», sagte Ex-Weltmeister Mansell, der eigentlich ein bekennender Hamilton-Fan ist, gegenüber Sport1.de, «so etwas habe ich in der Geschichte des Sports noch nicht gesehen.» Auch Damon Hill schlägt sich in dieser Angelegenheit auf die Seite Alonsos. «Ich muss Fernando sogar ein bisschen bewundern», sagte er gegenüber der «Welt», «wer so eine Aktion startet, muss stahlharte Nerven haben. Wenn man so ein Ding durchzieht und dabei die Konzentration und Nervenstärke aufbringt, die Bestzeit seines Teamkollegen zu unterbieten, ist das eine Klasseleistung.» Ansonsten hält der Brite aber wenig vom spanischen Weltmeister: «Die Aktion war extrem grenzwertig. Der Vorfall zeigt, dass Alonso im Zweifelsfall nur an sich und seine Resultate denkt und nicht am Team interessiert ist. Da war selbst Michael Schumacher, der auch nicht gerade immer fair auf der Strecke war, immerhin ein vorbildlicher Teamplayer.» Für Niki Lauda ist der Streit zwischen Alonso und Hamilton noch lange nicht zu Ende: «Hamilton zerstört Alonso mit jedem Rennen, das er gegen ihn gewinnt. Und mit jedem Rennen, in dem er diesen Trend nicht umkehren kann, wird es schlimmer für den amtierenden Weltmeister. -
Formel 1: Kein vorzeitiger Alonso-Abschied von McLaren
Das Verwirrspiel um einen vorzeitigen Abschied Alonsos von McLaren geht weiter.
Einen vorzeitigen Abschied des zweifachen Formel-1-Weltmeisters Fernando Alonso von McLaren-Mercedes wird es nach Angaben seines Managers Luis Garcia Abad in diesem Jahr nicht mehr geben.
"Wir sind bei McLaren, um den dritten Titel zu holen", sagte Abad der spanischen Zeitung "El Pais" (Mittwoch-Ausgabe). Einen Wechsel seines Schützlings nach Saisonende schloss er aber wegen dessen Streits mit seinem Teamkollegen Lewis Hamilton nicht aus.
Meldungen, nach denen McLaren-Chef Ron Dennis dem 26-jährigen Spanier die Freigabe für einen sofortigen Weggang erteilt habe, dementierte Abad. "McLaren will den Vertrag erfüllen", betonte der Manager. Dies habe ihm Dennis versichert. Alonsos Kontrakt läuft noch zwei Jahre.
Die spanische Zeitung "Marca" (Mittwoch-Ausgabe) will erfahren haben, dass das Umfeld von Alonso den Doppelweltmeister zum Verbleib bei McLaren-Mercedes geraten habe. Ein Grund sei, dass die spanischen Sponsoren des Teams nicht so schnell aus ihren Verträgen rauskämen.
Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug forderte indessen die Streithähne zur Mäßigung auf. "Es kommt nicht auf gegenseitige Sympathie-Bekundungen an. Aber die Piloten müssen sich akzeptieren, dafür sorgen wir", sagte der 54-Jährige der "Bild"-Zeitung (Mittwoch-Ausgabe). -
Formel 1: Stuck würde Alonso feuern
Nach der Parkattacke von Fernando Alonso in Budapest gegen seinen Teamkollegen Lewis Hamilton, ist der sonst so sympathische Spanier bei einigen Experten unten durch. Hans Joachim Stuck wurde den ´Prinz von Asturien´ sogar feuern.
Für den Premiere Formel 1-Experten Hans-Joachim Stuck ist Fernando Alonso nach der massiven Behinderung beim Qualifying von Budapest gegen seinen Teamkollegen Lewis Hamilton für nicht mehr tragbar. Hamilton konnte durch die Parkattacke keine schnelle Runde mehr fahren und Fernando Alonso sicherte sich vorerst die Pole-Position, die ihm später jedoch wegen dieser Attacke von den Rennkommissaren wieder aberkannt wurde.
"An Stelle von McLaren-Mercedes würde ich ihn so schnell es geht entsorgen", so Stuck gegenüber der ´BamS´. "Der Mann hat in Budapest seinen waren Charakter gezeigt. So einen Fahrer haben die nicht nötig", so Stuck weiter.
Für Hans-Joachim Stuck stand schon vor einigen Wochen fest, dass es irgendwann zu einer Auseinandersetzung bei McLaren-Mercedes kommen wird. Stuck erklärte im Bezug auf Fernando Alonso der leistungsmäßig massiv unter Druck steht, "Entweder er entwickelt sich weiter oder er wird zum Arschloch. Alonso kann einfach nicht verlieren.“
Sollte es wirklich dazu kommen, dass sich die Wege zwischen Fernando Alonso und McLaren-Mercedes trennen könnte der Williams-Pilot Nico Rosberg ein heißer Kandidat für einen Platz bei McLaren-Mercedes sein. -
Türkei: Die Adrenalinpumpe am Bosporus
Zum ersten Mal machte der Formel 1 Tross in der Saison 2005 auf dem Istanbul Racing Circuit Station. Dieser wurde wenige Wochen vor seinem Debüt allerdings kurzerhand in Istanbul Speed Park umbenannt und firmierte zuvor in den Medien auch schon als Istanbul Otodrom.
Doch egal wie die Strecke nun auch heißen mag: Im Gegensatz zu vielen Retortenkursen zeichnet sie sich durch viele Eigenheiten aus. Zuallererst wird die Strecke entgegen dem Uhrzeigersinn befahren. Eine Eigenschaft, die der Istanbul Speed Park nur noch mit Imola und Interlagos gemein hat. Man kann also problemlos von den entgegen dem Uhrzeigersinn gerichteten drei I's sprechen.
Aber auch der Berg- und Tal-Charakter gibt der Strecke einen eigenen Flair, welcher durch einige Bodenwellen im neuen Asphalt sogar noch verstärkt wird. Die Fahrer verglichen den Kurs deshalb ehrfürchtig mit der legendären Ardennenachterbahn von Spa-Francorchamps und gaben dem Speed Park gleich einen Beinamen: Die Adrenalinpumpe am Bosporus.
Eine der großen fahrerischen Herausforderungen ist eine vierfache Linkskurve, welche aus geraden Segmenten zusammengesetzt wurde und somit keinen flüssigen Radius besitzt. Für die Fahrer stellt es eine besondere Herausforderung dar, die Ideallinie zu treffen. Schaffen sie es, können sie mit Vollgas durchfahren, schaffen sie es hingegen nicht, verlieren sie durch die Korrekturen am Lenkrad wichtige Zeit. -
Kommentare
Lewis Hamilton
"Ein gutes Qualifying. Im Freien Training heute morgen war ich Schnellster und war deshalb optimistisch. In den ersten beiden Qualifyingabschnitten hatte ich ein paar Probleme, das Optimum aus den Reifen heraus zu holen, aber auf meiner letzten Runde passte einfach alles. Das Team arbeitete während der Sommerpause hart, um die Entwicklung des Autos weiter voranzutreiben und wir waren das ganze Wochenende über stark. Ich erwarte morgen ein gutes Rennen."
Fernando Alonso
"Ich bin mit dem Qualifying zufrieden. Für meinen letzten Run entschied ich mich für die härtere Mischung der Bridgestone-Reifen und ich glaube, das war richtig so. Allerdings stand ich dabei ziemlich unter Druck, denn mir blieben auf Grund meines geplanten Timings, das vorsah, ganz am Ende auf der Strecke zu sein, nur wenige Sekunden, um rechtzeitig über die Linie zu fahren und zudem kam ich auch noch in Verkehr. Das alles hat wahrscheinlich dazu geführt, dass ich Vierter wurde. Ich erwarte ein spannendes Rennen und ich bin zuversichtlich, denn auf dieser Strecke ist Überholen möglich und wir haben eine gute Strategie."
Ron Dennis
"Beide Fahrer haben heute eine tolle Leistung gezeigt und fuhren bei ihren jeweils letzten Runden mit unterschiedlichen Reifenmischungen. Wir sind sicher, dass wir für das Rennen die richtige Strategie haben und eine gute Chance zu gewinnen."
Norbert Haug
"Lewis fuhr eine super Runde und war weniger als eine halbe Zehntelsekunde hinter der Pole Position. Mit der vierten Zeit von Fernando lagen die schnellsten vier Fahrer innerhalb von zweieinhalb Zehnteln. Fernando war im zweiten Teil des Qualifyings, als alle Fahrer mit wenig Benzin fuhren, der Schnellste, das zeigt seinen Speed und den des Autos. Wir kennen die Startplätze zwei und vier gut, in den ersten elf Rennen sind wir viermal von diesen Positionen gestartet und haben dabei zweimal gewonnen.
Jeder im Team hat sehr gut gearbeitet, um unsere Leistung während der Sommerpause zu steigern. Im ersten Training am Freitag lagen wir 1,2 Sekunden zurück, jetzt sind wir mit der Konkurrenz auf Augenhöhe. Morgen ist alles möglich, wir haben eine gute Strategie und einen guten Topspeed." -
2. Training: Bestzeit für Hamilton
Lewis Hamilton ist der schnellste Mann des 2. Training, der Schnellste des Tages bleibt jedoch Kimi Räikkönen.
Der Türkei GP soll der WM-Showdown am Bosporus werden. McLaren gegen Ferrari, Hamilton gegen Alonso, jeder gegen jeden. Doch das 2. Freie Training verkam dann urplötzlich zur Handwerkersendung. Nach 22 Minuten löste sich ein Gullideckel ausgangs Kurve 10 - Giancarlo Fisichella war mit zu viel Schwung darüber hinweggebraust. Die folgende Rotphase dauerte eine knappe halbe Stunde. Diverse Mitglieder der Race Control versuchten mit vereinten Kräften und dem Einsatz von Zangen als Behelfsschraubenzieher den Gullideckel wieder zu befestigen. Zum Re-Start stellten sich dann fast alle Piloten brav an der Boxenausfahrt an - denn auf einmal drückte die Zeit.
Die Bestzeit des Vormittags konnte am Nachmittag allerdings nicht mehr gedrückt werden. So steht Kimi Räikkönens 1:27.988 noch immer als Tagesbestmarke. Im 2. Training war Lewis Hamilton der Schnellste. Er setzte sich um drei Zehntel gegen Räikkönen und Ralf Schumacher durch. Das gute Toyota-Bild komplettierte Jarno Trulli auf Rang 4. Erst dahinter reihten sich Felipe Massa und Fernando Alonso auf den Plätzen 5 und 6 ein. Vorhersagen für den Samstag lassen sich daraus kaum ableiten. Dafür war die Strecke am Nachmittag zu rutschig, die Unterbrechung zu lange und die Bedingungen zu stark verändert. Bei den Reifenmischungen gab es keine großen Unterschiede zwischen der harten und der weichen Mischung.
Für Williams velrief der Nachmittag erneut gut. Nico Rosberg fuhr auf Platz 7, Aleander Wurz belegte hinter Heikki Kovalainen den 9. Rang. Als bester BMW Sauber-Pilot schaffte Robert Kubica den Sprung in die Top10. Sein Teamkollege Nick Heidfeld landete auf dem 13. Platz. Die anderen beiden Deutschen belegten ihre Stammplätze: 20 für Vettel, 21 für Sutil. -
LEWIS AUF STARTPLATZ ZWEI, FERNANDO VIERTER
Die Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Lewis Hamilton und Fernando Alonso starten beim Grand Prix der Türkei am Sonntag in Istanbul von den Plätzen zwei und vier. In einem spannenden Qualifying erzielte Lewis eine Zeit von 1:27.373 Min. und verpasste seine fünfte Pole Position in der Formel 1 um 44 Tausendstelsekunden. Fernando war der letzte Fahrer auf der Strecke und kam in 1:27.574 Min. auf Rang vier. -
Türkei GP: Roter Doppelschlag
58 Runden warteten auf die 22 Piloten - doch schon am Start waren die Roten nicht zu bremsen.
Bis zur 43. Runde schien der Türkei GP ein typischer Taktik-GP zu sein. Felipe Massa und Kimi Räikkönen eilten dem Feld ohne Mühe davon, entschieden über die Positionen 1 und 2 bei den Boxenstopps und fuhren einem sicheren Doppelsieg entgegen - also dem erklärten Ziel der Scuderia. Doch dann die Schrecksekunde des Rennens: Lewis Hamilton humpelt mit einem Reifenschaden um den Kurs. Kurz vor seinem zweiten Stopp gibt sein rechter Vorderreifen auf, die Lauffläche schlägt wild durch die Luft.
Für die WM hätte es nicht besser kommen können: der WM-Leader fiel von einem sicheren 3. Rang auf Platz 5 zurück; alle drei Verfolger holten mehr Punkte. Das Ergebnis: Hamilton führt nur noch mit 5 Zählern Vorsprung vor seinem Teamkollegen Fernando Alonso, der in Istanbul sechs Punkte für Rang 3 einfuhr. Hinter dem Silberduo liegen die Ferrari in der WM-Tabelle genauso eng zusammen wie auf der Rennstrecke: 69 Zähler für Massa, 68 für Räikkönen.
"Es ist Wahnsinn", freute sich Massa über seinen zweiten Sieg in Istanbul. "Ich habe hier zum zweiten Mal von der Pole gewonnen. Das ist fantastisch - ich liebe diese Strecke. Hier hat meine Karriere im letzten Jahr mit meinem ersten Sieg die entscheidende Wendung genommen. Es ist ein ganz besonderer Ort für mich." Da störte ihn auch ein kleiner Zwischenfall mit der Kühlung nicht. "Ich hatte einen Riss am Kühlsystem an meinem Helm, das hat starke Turbulenzen verursacht, mein Kopf wurde nach oben gezogen", verriet er. "Deshalb habe ich es weggerissen."
Das Hamilton-Pech produzierte noch einen Nutznießer: Nick Heidfeld rutschte zwischen die Silberpfeile auf Platz 4 vor. Bereits am Start hatte der Mönchengladbacher den McLaren von Alonso überholt. Danach lag er bis zu seinem ersten Stopp vor dem Spanier, der mal wieder keinen Weg an ihm vorbei fand. Zwar verlor Heidfeld seine Position nach dem Stopp an Alonso, dafür gewann er jedoch auch einen Platz gegen seinen Teamkollegen Robert Kubica, der am Start auf Position 4 vorgefahren war. Doch das Rennende war nicht nach dem Geschmack des Polen: er fiel bei seinem zweiten Stopp nicht nur hinter Heikki Kovalainen, sondern auch noch hinter Nico Rosberg zurück. Mehr als Platz 8 und ein WM-Zähler war für ihn nicht drin.
Keine Punkte gab es für Giancarlo Fisichella und David Coulthard, die als 9. und 10. den Punkterängen hinterherfuhren. Ebenfalls chancenlos waren Alex Wurz und Ralf Schumacher - sie fuhren einträchtig auf den Rängen 11 und 12 über die Ziellinie. Sebastian Vettel musste sich mit einer Runde Rückstand und Platz 19 begnügen. Sein Teamkollege Tonio Liuzzi wurde immerhin 15. Der fünfte Deutsche im Feld, Adrian Sutil, wurde mit technischen Problemen und vier Runden Rückstand Letzter. Der einzige Ausfall eines relativ ereignislosen Rennens war Mark Webber, der seinen Red Bull schon in der Anfangsphase abstellen musste. -
McLarens schwerer Sonntag: Ein recht billiger Platzer
Zwar wurde McLaren von Ferrari in Istanbul geschlagen, die Verluste waren aber geringer als man hätte befürchten müssen.
Der Rennsonntag von McLaren verlief in Istanbul alles andere als nach Plan. So kam man mit einem Auto zwar noch auf das Podest, aber Ferrari holte einen Doppelsieg und Lewis Hamilton landete nach seinem Reifenschaden lediglich auf Platz fünf. Dass es nicht einfach werden würde, merkte man schon beim Start. So auch Fernando Alonso: "Ich denke, das Rennen war für mich nicht einfach. Vor allem da ich nach dem Start Sechster war. Von da an wusste ich, dass das Rennen sehr schwer werden würde. Am Ende auf dem Podium zu sein, ist aber ein gutes Ende für das Wochenende", sagte der Spanier.
Alonso ist klar, dass vor allem der Start Probleme bereitet. So musste man sich den Ferrari geschlagen geben und er auch noch den BMW Sauber. "Die Starts sind nicht gut genug und das Team wird das sicher für das nächste Rennen verbessern. Auch bei der Pace war Ferrari sehr schnell. Beim nächsten Mal sollten wir besser sein", meinte er. Obwohl er im ersten Stint hinter Nick Heidfeld fest hing und Zeit verlor, wurde bei Alonso die Strategie nicht umgestellt. Dass es trotzdem noch bis auf das Podium ging, wunderte auch ihn. "Wenn mir nach der zweiten Runde jemand gesagt hätte, ich käme aufs Podest, dann hätte ich das nicht geglaubt. Es war am Ende ein gutes Ergebnis. Das Wochenende war aber nicht leicht, also müssen wir uns für den Monza GP verbessern."
Für den Kampf um den Titel ist er aber nach wie vor zuversichtlich. So habe er immer geglaubt, dass er ihn erreichen kann, meinte er. "Manchmal geht es rauf und runter, manchmal ist man sehr gut drauf und manchmal etwas frustriert. Dies ist eines der Wochenenden, wo man oben ist und glaubt, dass man es schaffen kann. In Monza werde ich wieder beim Bestes geben" sagte Alonso. Doch auch Lewis Hamilton ist weiter davon überzeugt, den Titel holen zu können. "Es ist nur ein kleines Problem", sagte er zu seinem Reifenschaden bei ITV, "man hat immer Rückschläge; wir haben das vorige Rennen gewonnen und es sind noch fünf Rennen zu fahren. Ich führe noch immer mit fünf Punkten, also ist es nicht vorbei, keine Sorge."
Ein bisschen gewurmt hatte ihn das verlorene Podium aber schon. Denn nach Hamiltons Meinung hatte man die Pace der Ferrari. "Wenn man hinter ihnen fährt, dann verliert man etwas Abtrieb. Ich denke, wir waren ihnen die meiste Zeit des Rennens ebenbürtig. Aber leider waren wir etwas unglücklich. Ich sah ein paar Teile vom Reifen fliegen und er ging hoch. Ich hatte Pech, bin aber nicht ins Kiesbett gekommen und habe noch immer Punkte geholt", stellte er fest. Allerdings hatte er so seine Probleme, das Auto zu kontrollieren, denn das Rad blockierte und das linke Hinterrad ging etwas in die Luft. "Einige Leute brechen bei so was ihren Vorderflügel oder die Aufhängung, also musste ich aufpassen, aber gleichzeitig auch so schnell wie möglich an die Box zu kommen und nicht zu viele Plätze zu verlieren."
Er schaffte es zurück und auch wieder auf die Strecke. Allerdings war dabei sein Vorderflügel tatsächlich etwas beschädigt, was ihn etwas behinderte. "Ich weiß nicht, warum er nicht gewechselt wurde, vielleicht weil es zu viel Zeit braucht, um ihn zu wechseln. Es hat aber einen großen Unterschied gemacht und ich hatte viel Untersteuern und kam nicht um die Kurven. Deswegen konnte ich den BMW nicht angreifen", erklärte Hamilton. Andererseits schaffte es aber auch Heikki Kovalainen trotz Bitten und Betteln seines Renningenieurs nicht mehr bis zum McLaren, weswegen der Reifenplatzer durch vier geholte Punkte einigermaßen billig ausfiel. -
FERNANDO ALONSO DRITTER, LEWIS HAMILTON FÜNFTER
Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Fernando Alonso belegte beim Grand Prix der Türkei in Istanbul den dritten Platz. Nach 58 Runden, 309.396 Kilometern und einer Gesamtzeit von 1:26:42.161 Stunden fuhr Fernando 26.1 Sekunden hinter Sieger Felipe Massa (Ferrari) ins Ziel. Der Spanier erzielte damit in seinem 100. Grand Prix seinen 45. Podiumsplatz. Sein Teamkollege Lewis Hamilton wurde nach einem Reifenschaden vorne rechts Fünfter. Er führt in der Fahrerweltmeisterschaft mit jetzt 84 Punkte vor Fernando mit 79 Zählern. Nach zwölf von 17 Rennen liegt Vodafone McLaren Mercedes in der Konstrukteurs-WM mit 148 Punkten in Führung vor Ferrari mit 137.
Der Start: Lewis und Fernando starteten zum fünften Mal in diesem Jahr von den Plätzen zwei und vier. Lewis verlor beim Start einen Platz und war am Ende der ersten Runde Dritter hinter den Ferrari von Felipe Massa und Kimi Räikkönen. Fernando fiel auf Rang sechs zurück.
Das Rennen: Fernando hing zunächst hinter Nick Heidfeld (BMW Sauber) fest. Als dessen Teamkollege Robert Kubica in Runde zwölf an die Box fuhr, war der Spanier Fünfter. Im 17. Umlauf kam auch Heidfeld herein und Fernando war Vierter.
Der Spanier legte seinen ersten Boxenstopp einen Durchgang später ein (9.1 Sek.), gleichzeitig mit Räikkönen. Massa kam in Runde 19 herein und Lewis in Runde 20 (9.4 Sek.). Danach führte erneut Massa vor Räikkönen und Lewis, Fernando war mit seinem Boxenstopp an beiden BMW Sauber vorbei gekommen auf Platz vier.
In Runde 43 kam es bei Lewis zu einem Reifenschaden vorne rechts. Eine halbe Runde lang fuhr er langsam an die Box zurück; Fernando und Heidfeld überholten. Fernando legte jetzt seinen zweiten Routinestopp ein (6.6 Sek.). Lewis kam kurz nach ihm herein, stand 10.2 Sekunden und nahm das Rennen als Fünfter wieder auf. Vor ihm fuhren Massa, Räikkönen, Fernando und Heidfeld.
Nach 58 Runden fuhr Fernando auf Platz drei ins Ziel, Lewis wurde Fünfter. -
Offizielles Endergebnis GP Türkei
58 Runden á 5,338 km/309,396 km
Rang, Name, Land, Team, Zeit
1. Felipe Massa, Brasilien, Ferrari, 1:26:42,161 Std.
2. Kimi Räikkönen, Finnland, Ferrari, + 2,275 Sek.
3. Fernando Alonso, Spanien, McLaren-Mercedes, + 26,181
4. Nick Heidfeld, Mönchengladbach, BMW-Sauber, + 39,674
5. Lewis Hamilton, Großbritannien, McLaren-Mercedes, + 45,085
6. Heikki Kovalainen, Finnland, Renault, + 46,169
7. Nico Rosberg, Wiesbaden, Williams, + 55,778
8. Robert Kubica, Polen, BMW-Sauber, + 56,707
9. Giancarlo Fisichella, Italien, Renault, + 59,491
10. David Coulthard, Großbritannien, Red Bull, + 1:11,009 Min.
11. Alexander Wurz, Österreich, Williams, + 1:19,628
12. Ralf Schumacher, Kerpen, Toyota, + 1 Runde
13. Jenson Button, Großbritannien, Honda, + 1 Runde
14. Anthony Davidson, Großbritannien, Super Aguri, + 1 Runde
15. Vitantonio Liuzzi, Italien, Toro Rosso, + 1 Runde
16. Jarno Trulli, Italien, Toyota, + 1 Runde
17. Rubens Barrichello, Brasilien, Honda, + 1 Runde
18. Takuma Sato, Japan, Super Aguri, + 1 Runde
19. Sebastian Vettel, Heppenheim, Toro Rosso, + 1 Runde
20. Sakon Yamamoto, Japan Spyker, + 2 Runden
21. Adrian Sutil, München, Spyker, + 5 Runden
Ausfälle:
Mark Webber, (Australien), Red Bull, (10 . Runde)
Schnellste Runde und Pole Position:
Kimi Räikkönen, (Ferrari), 1:27,295 Min.
Trainingsschnellster:
Felipe Massa, (Ferrari), 1:27,329 Min.
Nächstes Rennen:
GP Italien am 9. September in Monza -
13. Italien GP / Autodromo Nazionale di Monza
Italien: Rote Party im königlichen Park
Die Fans nennen den 1922 erbauten Kurs ehrfürchtig die "magische Strecke" - und das liegt nicht nur an der malerischen Lage inmitten des "Parco Reale". Nirgendwo erreichen die Formel 1-Boliden höhere Geschwindigkeiten als auf den langen Geraden von Monza, obwohl nachträglich eingefügte Schikanen wie die "Variante della Roggia" oder die "Variante Ascari" die Vollgas-Orgie inzwischen portionieren.
Dennoch ist und bleibt Monza das Hochgeschwindigkeits-Mekka der Formel 1: Auch wenn inzwischen drei Schikanen die Fahrer auf den langen Geraden deutlich einbremsen, hat das Autodromo Nazionale nur wenig von seiner ursprünglichen Charakteristik als Top-Speed-Kurs verloren.
Doch so eindrucksvoll Höchstgeschwindigkeiten von gut 360 km/h für Außenstehende auch erscheinen mögen - für die Formel 1-Asse stellt das Geradeausfahren bei hohem Tempo keine besondere Herausforderung dar. Als fahrerisch sehr anspruchsvoll erweist es sich allerdings, bei den geringen Abtriebswerten jeweils die Brems- und Einlenkpunkte exakt zu treffen. Und dies erweist sich als umso wichtiger, da die ideale Positionierung des Autos zum Beispiel in den Mutkurven Lesmo 1 und Lesmo 2 sowie der legendären Parabolica maßgeblich die Höchstgeschwindigkeit auf den folgenden Geraden bestimmt.
Dass diese irren Tempi speziell für Motoren und Bremsen eine hohe Belastung darstellen, versteht sich fast von selbst. Über Sieg oder Niederlage entscheiden in Monza jedoch die aerodynamischen Qualitäten der Formel 1-Boliden, ihre Reifen und das Potenzial des Chassis. Um den Luftwiderstand zugunsten möglichst hoher Geschwindigkeiten auf den Geraden zu minimieren, rücken die Monoposti mit den flachsten Flügeleinstellungen der gesamten Saison aus. Dies bedeutet aber auch, dass die Bodenhaftung in den schnellen Kurven wie zum Beispiel der weltberühmten Parabolica kaum noch durch aerodynamischen Abtrieb unterstützt wird. Die möglichen Kurventempi hängen mehr als sonst von der Leistungsfähigkeit der Rennreifen und dem mechanischen Grip ab, den Chassis und Fahrwerk generieren. -
GROSSER PREIS VON ITALIEN
Der Grand Prix von Italien am nächsten Wochenende in Monza ist der 13. Lauf zur Formel-1-Weltmeisterschaft 2007. Vodafone McLaren Mercedes kommt als Spitzenreiter in beiden WM-Wertungen auf die Strecke im königlichen Park von Monza. Lewis Hamilton führt in der Fahrerweltmeisterschaft mit 84 Punkten vor seinem Teamkollegen Fernando Alonso mit 79 Zählern. In der Konstrukteurs-WM liegt Vodafone McLaren Mercedes seit dem ersten Grand Prix der Saison, also seit zwölf Rennen an der Spitze und führt jetzt mit 148 Punkten vor Ferrari mit 137.
Wissenswertes aus dem Team Vodafone McLaren Mercedes
Seit wann startet die Formel 1 in Monza?
Der Italien Grand Prix wurde seit Beginn der Formel-1-Weltmeisterschaft 1950 in jedem Jahr ausgetragen, als einziger neben dem britischen Grand Prix. Auf keiner Strecke fand der Große Preis eines Landes öfter statt als der italienische in Monza - 56 von 57 Mal. Nur 1980 wechselte der Italien GP nach Imola. Die Geschichte des Großen Preises von Italien begann 1921 auf der 17,3 Kilometer langen Strecke von Montichiari bei Brescia. Nach 30 Runden und 519 Kilometern siegte der Franzose Goux auf einem Ballot. Im Januar 1922 fiel die Entscheidung für den Bau einer permanenten Rennstrecke im königlichen Park von Monza, am 15. Mai begannen die Bauarbeiten, die nach 110 Tagen abgeschlossen waren. Am 3. September war die Eröffnung, und eine Woche später wurde der italienische GP, der zweite überhaupt, auf der neuen Strecke ausgetragen.
Woran hat das Testteam bei der Vorbereitung in dieser Woche in Monza gearbeitet?
Da in Monza die höchsten Geschwindigkeiten von allen Rennstrecken im Kalender erreicht und auch die Bremsen besonders hart beansprucht werden, darf dort anders als auf anderen Strecken auch innerhalb eines Zeitraums von zwei Wochen vor dem Rennen getestet werden. Das Vodafone McLaren Mercedes Testteam hat diese Gelegenheit genutzt, um an der Abstimmung der Aerodynamik zu arbeiten; in Monza wird mit dem niedrigsten Abtrieb der ganzen Saison gefahren. Durch das mehrmalige harte Abbremsen pro Runde aus Geschwindigkeiten von rund 340 km/h werden auch die Reifen außergewöhnlich stark gefordert. Deshalb erarbeitete das Testteam gemeinsam mit Bridgestone Grenzwerte für Sturz und Luftdruck.
Wie sehr beansprucht der Hochgeschwindigkeitskurs von Monza die Motoren?
Monza ist die schnellste Strecke im Kalender und hat mit rund 80 Prozent einer Runde den höchsten Volllastanteil. Die langen Vollgasabschnitte sind dabei besonders fordernd; auf der Start-Zielgeraden wird 16 Sekunden lang mit Vollgas gefahren. Insgesamt erreichen die Formel-1-Fahrzeuge vier Mal pro Runde Geschwindigkeiten von mehr als 320 km/h. Der Motor wurde im Laufe der Saison ständig weiter entwickelt. Dabei wurden im Rahmen des restriktiven neuen Motorenreglements einige Verbesserungen an der Peripherie vorgenommen, zum Beispiel an der Airbox, der Benzineinspritzung und am Einlasssystem sowie an den Wasser- und Ölpumpen. Auch bei Schmierstoffen und Benzin wurden kontinuierlich Fortschritte erzielt, was mit dazu beitrug, dass der Mercedes-Benz Motor zu den stärksten im Feld gehört.
Wie tragen die Mobil1 Schmierstoffe zur Motorleistung in Monza bei?
Die Bedeutung der Kraft- und Schmierstoffe ist weiter gestiegen, eine Folge der Einschränkungen des neuen Motorenreglements. ExxonMobil, der Technologiepartner von Vodafone McLaren Mercedes, verbessert die Schmierstoffe für den Mercedes- Benz Motor kontinuierlich, um dadurch die Motorleistung zu steigern und um die Reibung im Motor zu verringern, was zu einer effektiveren Kühlung des Aggregats beiträgt. Besonders auf einer Hochgeschwindigkeitsstrecke wie Monza ist ein starker und zuverlässiger Motor noch wichtiger als sonst. -
Kommentare
Fernando Alonso
"Monza ist einzigartig. Auf dieser Strecke ist die Höchstgeschwindigkeit besonders wichtig. Wir fahren mit minimalem Abtrieb und das führt dazu, dass sich die Autos hier ganz leicht anfühlen, fast so, als hätte man sie nicht ganz unter Kontrolle. Nicht nur die Flügel, so flach wie sonst nie in der Saison, auch einige andere Teile werden nur in Monza eingesetzt. Neben dem geringen Abtrieb brauchen wir hier vor allem Stabilität beim Bremsen und guten mechanischen Grip in den Kurven. Wir testeten eine solche Abstimmung in dieser Woche in Monza und ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Monza ist keine leichte Aufgabe, aber eine ganz spezielle Strecke und hier zu fahren macht riesig Spaß. Im letzten Jahr fiel ich beim Grand Prix von Italien aus, doch diesmal will ich gewinnen. Die Parabolica ist eine Schlüsselstelle, sie geht voll und du fährst die ganze Zeit am Limit. Das ist nicht einfach, weil sich das Auto so leicht anfühlt. Aber nur, wenn man hier richtig schnell ist, kommt man auch auf der sich anschließenden Start-Zielgeraden auf optimalen Top Speed und eine gute Rundenzeit."
Lewis Hamilton
"Die Strecke in Monza ist für jeden Fahrer etwas Besonderes. Ich fuhr hier erstmals in der GP2-Serie 2006 und hier gewann ich auch die Meisterschaft. Mein Zweikampf mit Giorgio Pantano im Sonntagsrennen war eines meiner schönsten Erlebnisse der letzten Saison. Ich hoffe, dass ich mich an das Rennen in diesem Jahr künftig genau so gern erinnern werde. Es ist in Monza nicht einfach die optimale Abstimmung zu finden, deshalb war der Test in dieser Woche für mich sehr nützlich. Die Autos werden hier stark beansprucht und für eine gute Rundenzeit muss man immer wieder über die Kerbs fahren. Damit das möglich ist, und auch, damit die Autos dabei nicht beschädigt werden, wird die Aufhängung weicher abgestimmt als sonst. Da das Bremsen mit so wenig Abtrieb schwierig ist, spielt auch die Balance eine wichtige Rolle und daran arbeiteten wir in dieser Woche ebenfalls."
Martin Whitmarsh, CEO Formula 1, Vodafone McLaren Mercedes
"Wir kommen als Spitzenreiter in beiden Weltmeisterschaften nach Monza, aber wir sind uns bewusst, dass die Entscheidung noch weit offen ist. Ein Fahrer kann im Optimalfall in den noch ausstehenden fünf Rennen 50 Punkte holen, für ein Team sind maximal noch 90 Punkte drin. Jeder bei Vodafone McLaren Mercedes arbeitet konzentriert dafür, dass wir uns davon so viele Punkte wie möglich sichern. Die Strecke in Monza hat eine ganz eigene Charakteristik und dafür haben wir in dieser Woche einige wichtige Teile getestet. Wir sind vorsichtig optimistisch."
Norbert Haug, Mercedes-Benz Motorsportchef
"Mit Durchschnittsgeschwindigkeiten von rund 250 km/h pro Runde und einem Top Speed von rund 340 km/h Ende der Start-Ziel-Geraden ist Monza die Rennstrecke im Kalender auf der die höchsten Geschwindigkeiten erzielt werden. Monza hat mit etwa 80 Prozent den höchsten Volllastanteil aller Strecken im Kalender, wobei das folgende Rennen dem Motor insgesamt noch mehr abverlangt. Wir starten in Monza planmäßig mit einem neuen Triebwerk, das dann den Regeln entsprechend auch für Spa vorgesehen ist. Die Kombination dieser beiden Strecken stellt die bislang höchste zu erwartende Belastung für ein Triebwerk seit Einführung der V8- Motorengeneration im letzten Jahr dar. Unsere Tests in Monza diese Woche verliefen sehr gut, wir waren schnell, konstant und zuverlässig."
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