Mit dem Motorrad um die Welt

      Mit dem Motorrad um die Welt

      Mit dem Motorrad um die Welt

      VON MARIO EMONDS - zuletzt aktualisiert: 12.01.2010 - 20:15

      Erkelenz (RP) Am Dienstag bricht der Erkelenzer Daniel Sillekens zu einer außergewöhnlichen Weltreise auf: In 32 Monaten möchte der Erkelenzer mit seiner Honda Varadero 86 Länder bereisen und dabei rund 90 000 Kilometer fahren.

      Wer den Erkelenzer Daniel Sillekens in den nächsten – sagen wir mal – knapp drei Jahren noch einmal in heimischen Gefilden sehen möchte, der muss sich sputen: Nächste Woche Dienstag tritt der 32-Jährige seine Weltreise an – mit dem Motorrad. In den nächsten zwei Jahren und acht Monaten möchte er mit seiner 260 Kilogramm schweren Honda Varadero XL 1000 insgesamt 86 Länder bereisen und dabei rund 90 000 Kilometer zurücklegen – dazu kommen sechs Kontinentalflüge.

      Für die Tour, die ihn – von der Arktis abgesehen – auf alle Kontinente führen wird, hat er einiges gespart. Das allein würde aber nicht reichen. "Mein Vater, in dessen Firma ich als Zolldeklarant arbeite, hat mich für die Zeit freigestellt und unterstützt mich. Er meinte sogar, dass ich die Tour auch noch verlängern und zum Beispiel sechs Jahre wegbleiben könnte", erzählt Sillekens schmunzelnd.

      Für die Rheinische Post Erkelenz wird Daniel Sillekens in unregelmäßigen Abständen Reiseberichte verfassen. Im Schnitt täglich rund 90 Kilometer möchte er mit dem Motorrad bewältigen – mehr nicht. "Das ist realistisch. Ich möchte schließlich auch viel von Land und Leuten sehen. Außerdem sagt man, dass nach vier Monaten auf der Maschine das Burnout-Syndrom einsetzt, wenn man zu viel fährt." So oft es geht, möchte er wild zelten. "Generell werde ich auf der Tour am unteren Limit leben."

      Erst seit sieben Jahren fährt er Motorrad. Seine längste Tour war bislang ein ausgedehnter Skandinavien-Trip (rund 8500 Kilometer). Ausreichend Ersatzteile und Werkzeug wird er nun mitnehmen – und wäre bei einem Defekt dennoch auf Hilfe angewiesen. "Von Technik habe ich wenig Ahnung", bekennt er freimütig.

      Viel Wissen hat er sich in letzter Zeit dafür über Einreisebestimmungen, Visaausstellungen sowie Ein- und Ausfuhrregelungen für Motorräder angeeignet – und auch, wo und wie man bei wenig kooperationsfreudigen Grenzern schon mal mit ein wenig Barem "nachhelfen" kann. In Vietnam würde ihm selbst das aber wenig nutzen: "Da dürfen nur Maschinen bis 125 Kubikzentimeter fahren – da habe ich mit meinen 1000 keine Chance."

      Angst hat er keine – auch wenn sein kurzfristig noch gebuchter Selbstverteidigungskursus wenig Früchte trug und er ihn aus diesem Grund rasch wieder beendet hat: "Das war nichts." Auch auf Pfefferspray als Alternative wird er wohl verzichten. "Das darf ich ohnehin nicht über die Grenze mitnehmen."

      Heute räumt er seine Wohnung. "Die habe ich für die Zeit untervermietet." Bis Dienstag wohnt er nun bei seinen Eltern in Venrath – dort wird seine Katze Vinje, die er nach einer norwegischen Stadt benannt hat, einen längeren Verbleib haben. "Sie wird mir schon fehlen", sagt er. Was seine Abenteuerlust aber nicht beeinträchtigen kann. "Und vor allem möchte ich auf der Tour so richtig die Freiheit spüren."
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      Mit dem Motorrad auf Weltreise

      Mit dem Motorrad auf Weltreise

      Sechs Jahre, 50 Länder, 176 000 Kilometer: der Thüringer Uwe Krauß erfüllte sich den Traum von einem ganz besonderen Abenteuer. Er bereiste die Welt - mit seinem Motorrad. Das Buch zur Tour stellt er morgen ab 20 Uhr im Erfurter Stadtgarten vor.

      ERFURT. 40 Kilo Gepäck. Mehr braucht es nicht für eine Welttour per Bike. Kein überflüssiger Kram wird auf der KTM 640 Adventuere verstaut, viele Erinnerungen müssen zurückbleiben.

      Als Uwe Krauß mit seiner Freundin und einem kleinen Zelt aufbricht, kann er nicht erahnen, was ihn in den nächsten Jahren erwarten wird. Rückblickend jedoch ist es die aufregendste Zeit seines Lebens. "Sechs Jahre auf sechs Kontinenten - wir haben jede Menge Abenteuer erlebt, neue Freundschaften geschlossen und einige brenzlige Situationen durchlitten", erinnert sich der mittlerweile 40-Jährige. So plünderten Diebe in Peru beispielsweise die Motorradtaschen der Reisenden aus, in Alaska musste das Duo vor einem wilden Grizzly flüchten und in Äthiopien gerieten sie sogar in Gefangenschaft. "Das war schon mehr als ein mulmiges Gefühl, als die Männer des Stammes mit ihren Maschinengewehren rumfuchtelten", erzählt Krauß, der in Steinach in Südthüringen geboren wurde. Gerettet wurden sie am Ende durch einen Zollbeamten, der sie in dem unwirtlichen Gebiet pro forma gefangen nahm - und dann glücklicherweise gen Kenia weiterschickte.

      Das Leben auf Tour ist ein Leben der ständigen Improvisation: Das Paar übernachtet auf einem Friedhof und steigt in Neuseeland in einem Luxusbordell ab. "Wenn wir uns früh auf die Motorräder setzten, wussten wir nie, wo wir abends einschlafen werden."

      Vier Quadratmeter sind in den Jahren der gemeinsame Lebensmittelpunkt. Vor ihrem Zelt bereiten sie sich das Essen auf einem kleinen Propangaskocher zu, machmal verdienen sich mit Gelegenheitsjobs etwas Geld hinzu. "In Kanada war ich beispielsweise Trainer einer Frauenfußballmanschaft und in Peru stellte man mich sogar als Barkeeper ein", erzählt Krauß, der eigentlich studierter Bauingenieur ist. Nebenbei schrieb er zahlreiche Artikel und machte Fotos für diverse Motorradzeitschriften. Rund 300 Euro pro Person und Monat gibt das Paar aus - inklusive Sprit. Hinzu kommen die Kosten für Flug- oder Fähr-tickets. "Insgesamt hat die sechsjährige Reise rund 20 000 Euro für jeden von uns gekostet", erzählt Krauß.

      Doch wie kommt man auf die verrückte Idee, auszusteigen, alles einfach hinter sich zu lassen. "Schuld daran war mein damaliger Chef", erinnert sich der Abenteurer. Halb im Spaß, halb im Ernst habe dieser mit Urlaubssperre gedroht. "Da haben wir alles Ersparte zusammengekratzt, die Wohnung gekündigt und die Bikes bepackt - und ab ging´s gen Libyen."

      Sechs Jahre auf Tour - mit den Zurückgebliebenen nur verbunden via E-Mail oder Telefon. "Vielleicht war etwas Glück dabei - aber wir haben fast nur Positives zu erzählen." Es seien vor allen Dingen die vielen unterschiedlichen Menschen gewesen, die die Tour zu einem unvergleichlichen Erlebnis machten. Es war die Freundlichkeit eines Lords, der den Reisenden auf seinem Landsitz in Kenia ein Quartier anbot und es war der mongolische Hirte, der mit den Thüringern seine Jurte teilt. "Einfach wunderbare Erfahrungen."

      Zurück in Thüringen ist das Fernweh geblieben. Neben seinen Vortägen, die er in ganz Deutschland hält, plant Krauß bereits die nächste Reise. Im Mai startet er Richtung Polen.


      09.03.2010 Von Peter Rathay