Testfahrt mit der B-Klasse F-Cell

      Testfahrt mit der B-Klasse F-Cell

      Testfahrt mit der B-Klasse F-Cell

      Dieser Montag war ein ganz spezieller Tag. Ein Kollege hatte nach Freiwilligen gesucht, die mit ihm drei Wasserstoff-angetriebene B-Klassen (B-Klasse F-Cell) von Möhringen ins Werk Untertürkheim überführten und begeistert habe ich natürlich sofort ja gesagt. Diese Chance wollte ich mir nicht entgehen lassen.

      Halb neun morgens stehe ich nun also – von unserem Blog-Prakti Piotr begleitet – auf dem Campus in Möhringen und erhalte den Schlüssel ausgehändigt. Zum Start bekommen wir noch ein paar Tipps („Wundern Sie sich nicht, wenn Sie den Schlüssel drehen – und es passiert nix!“) und eine Warnung („So ein Testfahrzeug ist ziemlich teuer!“) mit auf den Weg.

      Der erste Eindruck des Autos ist eigentlich ein wenig ernüchternd. Innen ist es einfach eine B-Klasse. Bei näherem Hinsehen ist aber das wiederum das Spannende. Man fährt hier ein Auto sehr nah an der Serienreife. Das heißt man fliegt hier nicht in einer futuristischen Studie durch virtuelle Welten sondern sitzt in einem ganz normalen Sitz, greift ein ganz normales Lenkrad und tritt ganz normale Brems- und Gaspedale. Der einzige Unterschied, der sofort ins Auge fällt: dort wo beim herkömmlichen Auto der Drehzahlmesser sitzt, hat der F-Cell eine Anzeige, die den aktuellen Kilowatt-Einsatz anzeigt (mit einem Negativ-Bereich für die Energiegewinnung z.B. beim Bremsen).

      Wie bei der Schlüsselübergabe versprochen tut sich oberflächlich nicht viel als ich den Schlüssel drehe – kein Heulen und keine Vibration beim Starten des Motors, der Motor „springt nicht an“. Lediglich die Anzeige in der Armatur gibt einen dezenten Hinweis: „F-Cell wird gestartet.“ Weiterhin bleibt das Fahrzeug mucksmäuschenstill. Erst wenn man die Handbremse löst, den Schalthebel auf „D“ stellt und das Gaspedal beim Erstkontakt vorsichtig anstupst, zeugt ein leises Surren von der Fahrbereitschaft des Autos und es setzt sich anstandslos in Bewegung (”Tatsächlich – er fährt!”). Die ersten Meter fahren wir noch sehr vorsichtig auf dem Campus, doch das Beschleunigungs- und Bremsverhalten unterscheidet sich kaum von einem Auto mit Verbrennungsmotor. Uns fällt sofort das ruckelfreie Fahren auf. Gemeinsam mit dem niedrigen Geräuschpegel (wir müssen zwischendrin sogar die Klimaanlage abstellen, um überhaupt etwas vom Auto zu hören) sorgt das für hohen Fahrkomfort. Hier ein paar (fast geräuschlose) Videoeindrücke

      Aber auch der Fahrspaß bleibt nicht auf der Strecke. Auf einem Display kann man sich während der Fahrt anzeigen lassen, wie der Energiefluss im Auto gerade aussieht. Man bekommt so schnell ein Gefühl dafür, ob die Vorderachse gerade von der Batterie oder bei höherem Tempo gemeinsam von Batterie und Brennstoffzelle angetrieben wird. Außerdem kann man gut nachvollziehen, in welchen Situationen man die Batterie wieder auflädt – also beispielsweise bergab oder beim Bremsen. Da das volle Drehmoment beim Anfahren direkt zur Verfügung steht, lässt man auch jeden S4 oder M3 an der Ampel locker hinter sich. Überhaupt ist der F-Cell natürlich trotz Seriennähe noch ein Hingucker im Stadtverkehr. Auch das Tanken macht Spaß. Dass man den Kraftstoff nun Kiloweise tankt ist zwar gewöhnungsbedürftig und für die wirklich eiskalte Zapfpistole bringt man sich besser ein paar gefütterte Handschuhe mit. Aber das ist wieder vergessen wenn man dem Tankwart beim Kassieren sagen kann: „Einmal Wasserstoff bitte!“

      Am selben Tag durfte sich übrigens noch ein zweites Test-Duo hinter das-F-Cell-Lenkrad setzen. Auch diese zwei Herren haben Ihre Fahreindrücke in einem Video festgehalten:

      Dieser Artikel wurde von Nils König geschrieben. In diesem Blog schreiben Daimler-Mitarbeiter und einige wenige Gastautoren. Unsere Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und schreiben über eigene Eindrücke, Geschichten und ihre persönliche Meinung und geben so Einblicke in den Konzern. Warum wir das machen, finden Sie auf unserer Seite über das Blog.

      Ein Film von der Testfahrt:
      http://www.youtube.com/watch?v=ePgL-HdjldI&feature=player_embedded
      Bilder
      • Kombiinstrument.jpg

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      rEvolution
      für den Antrieb des Automobils wird Elektrizität in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnenHäufig gestellte Fragen zu Brennstoffzellenfahrzeugen und der B-Klasse F-CELL
      Im Jahr 2009 startet die Kleinserienproduktion der B-Klasse F-CELL mit der neuen Generation des Brennstoffzellenantriebs erstmals unter Serienbedingungen. Der Antrieb basiert auf dem optimierten Brennstoffzellensystem, das 2005 im Forschungsfahrzeug F 600 HYGENIUS vorgestellt wurde. Diese sehr kompakte Brennstoffzelle arbeitet wesentlich effizienter als vorherige Generationen.

      Der neu konzipierte Stack ist rund 40 Prozent kleiner, entwickelt aber 30 Prozent mehr Leistung und sorgt für 16 Prozent weniger Verbrauch. Darüber hinaus zeichnet sich das System durch gute Kaltstartfähigkeit (-25 Grad Celsius) aus. Dies ermöglichen Innovationen wie der elektrische Turbolader für die Luftversorgung und das neue Be- und Entfeuchtungssystem. Damit erfüllt die B-Klasse F-CELL zum einen hohe fahrdynamische Anforderungen und hat zum anderen einen extrem niedrigen Verbrauch. Mit über 4 Millionen lokal emissionsfrei zurückgelegten Kilometern verfügt Daimler mit der Brennstoffzellenflotte über mehr Daten, Know-how und Erfahrungen als jeder andere Hersteller und betreibt mit rund 100 Fahrzeugen die weltweit größte Brennstoffzellenflotte: Konzeptfahrzeuge, Pkw, Transporter und Citaro-Stadtbusse werden bereits heute in Kundenhand im Alltagsbetrieb getestet. Den Zuverlässigkeitsrekord - mehr als 150.000 gefahrene Kilometer mit derselben Brennstoffzelle - hält derzeit eine A-Klasse F-CELL. Der meistgefahrene Brennstoffzellenbus lief in Amsterdam und erreichte eine Gesamtlaufleistung von 91.186 km.

      Welche Vorteile hat die Brennstoffzelle gegenüber herkömmlichen Energiespeichersystemen?
      Bei der Elektrolyse wird das Wasser mithilfe von elektrischem Strom in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt. In der Brennstoffzelle geschieht genau das Gegenteil. Wasserstoff reagiert mit Sauerstoff aus Luft zu chemisch reinem Wasser. Dabei wird elektrischer Strom und Wärme freigesetzt - ein kontrollierter elektrochemischer Vorgang. Wasserstoff kann beliebig lange und oft gespeichert werden und kann sehr schnell betankt werden. Im Gegensatz dazu können Batterien nur mit elektrischem Strom geladen werden (Biomasse muss erst verbrannt werden und dann verstromt - das verringert den Wirkungsgrad erheblich). Während die Reichweiten von Batteriefahrzeugen auch auf absehbare Zeit die 200-Kilometer-Marke nicht deutlich überschreiten werden und die Beladungszeiten im Stundenbereich liegen, haben die neuen Brennstoffzellenfahrzeuge schon heute Reichweiten von über 400 Kilometer und lassen sich im Minutenbereich auch volltanken.

      Warum setzt Daimler auf die Brennstoffzelle?
      Ausgelöst durch die Ölkrise im Jahr 1974 startete Daimler ein umfangreiches Projekt zur Erforschung und Entwicklung von Wasserstoffverbrennungsmotoren. Anfang der 1990er-Jahre hat sich das Unternehmen dann aber entschlossen, bei den alternativen Antriebsarten auf die Brennstoffzelle zu setzen. Sie hat per se einen doppelt so hohen Wirkungsgrad wie Verbrennungsmotoren.

      Wo liegen derzeit noch die größten Herausforderungen?
      In der Kostenreduktion in Verbindung mit Dauerhaltbarkeit der Komponenten, in einer flächendeckenden Tankstelleninfrastruktur und in einer Wasserstofferzeugung aus rein erneuerbarer Energie.

      Wie viele Brennstoffzellenfahrzeuge sind schon im Einsatz?
      Daimler weltweit hat mehr Fahrzeuge im Einsatz als jedes andere Unternehmen. Derzeit sind im Rahmen von Flottenprojekten über 100 Fahrzeuge (Busse, Pkw, Transporter) in USA, Europa, Singapur, China, Japan und Australien im Alltagseinsatz bei Kunden. Die Flottenleistung liegt bei über 4 Millionen Kilometern.

      Warum wurde die B-Klasse für die nächste Generation der Brennstoffzellenflotte ausgewählt?
      Mit der B-Klasse F-CELL unterstreicht Daimler den Anspruch, dass die Brennstoffzellentechnologie nicht nur in Konzeptfahrzeuge, sondern auch in herkömmlichen Serienfahrzeugen integriert werden kann. Wie die A-Klasse verfügt auch die B-Klasse über das sogenannte Sandwichkonzept. Dieses Fahrzeugkonzept ermöglicht es, die Komponenten wie Batterie, Wasserstofftanks und die Brennstoffzelle mit ihrer Peripherie im Unterboden zu integrieren, ohne dass es zu Platzverlusten für Passagiere und Gepäck kommt.

      Warum kommt die B-Klasse F-CELL nur bei ausgewählten Kunden zum Einsatz?
      Im kontrollierten Flottenversuch werden die Antriebskomponenten auf Herz und Nieren geprüft und optimiert. Zugleich wird das Gesamtsystem vereinfacht und dadurch noch zuverlässiger und robuster gestaltet. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Feedback der Kunden in den verschiedenen Einsatzbereichen.

      Was sind die Elemente des Antriebstrangs und wo befindet er sich?
      Der Antriebstrang der B-Klasse F-CELL besteht aus Brennstoffzellensystem, H2-Tanksystem (Wasserstoff), Hochvoltbatterie und Spannungswandler, Elektromotor und Kühlsystem. Das komplette Brennstoffzellensystem findet unter der Fahrgastzelle Platz.

      Wie unterscheiden sich A- und B-Klasse F-CELL?
      Im Wesentlichen sind es 3 Punkte: Fahrdynamik, Reichweite sowie Zuverlässigkeit und Lebensdauer. Der E-Motor wird 100 kW leisten - 35 kW mehr als beim Motor der Vorgängergeneration. Sie beschleunigt beim Ampelsprint auf den ersten 20 m so zügig, dass sie der herkömmlichen B-Klasse mit dem stärksten Motor (148 kW) um 0,2 m voraus ist. - Die Reichweite wurde auf mehr als 400 km vergrößert. Die Lebensdauer des Brennstoffzellenstacks wurde weiter erhöht. Das Kaltstartverhalten wurde verbessert, der Antrieb kann noch bei minus 25 Grad gestartet werden.

      Wie hoch liegen Dauerleistung und Spitzenleistung?
      Dank eines intelligenten Energiemanagement kann eine Spitzenleistung von 100 kW/136 PS erzielt werden. Dabei wird der Elektroantrieb mit Energie sowohl aus der Brennstoffzelle als auch aus einer Hochvoltbatterie versorgt. So entsteht ein Boost-Effekt. Bei normaler Fahrweise wird der Elektromotor direkt mit Energie aus der Brennstoffzelle gespeist. Im Dauerbetrieb kann der Fahrer bis zu 70 kW/95 PS Leistung abrufen. Überschüssige Energie fließt in die Hochvoltbatterie. Beim Einparken oder Rangieren ist rein batterieelektrisches Fahren möglich.

      Wie viel verbraucht die B-Klasse F-CELL?
      Umgerechnet auf Energieäquivalent von Dieselkraftstoff beträgt der Verbrauch etwa 3,0 l/100km. Die neu entwickelten Tanks werden mit 700 bar befüllt, die Betankungsdauer ist vergleichbar mit einer Dieselbetankung.

      Was wird ein Brennstoffzellenfahrzeug kosten?
      Daimler strebt vergleichbare Preise zu herkömmlichen Modellen an. Durch Synergien mit Hybridkomponenten und durch Skaleneffekte ist man überzeugt, die Fahrzeuge zu sehr reellen Preisen anbieten zu können.
      Bilder
      • F-Cell1.jpg

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      • F-Cell.jpg

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