Gebraucht-Motorrad: Darauf sollten Käufer achten

      Gebraucht-Motorrad: Darauf sollten Käufer achten

      Gebraucht-Motorrad: Darauf sollten Käufer achten

      München (dpa/tmn) - Ohne eine ausführliche Probefahrt sollten Motorrad-Gebrauchtkäufer nicht zuschlagen. Während der Testtour lässt sich anhand einiger Kriterien leicht herausfinden, ob der Bock einen Defekt hat oder Motor und Getriebe manipuliert wurden, so der TÜV Süd.

      Die Sachverständigen empfehlen, bei Tempo 60 bis 80 auf gerader und unbelebter Strecke den Lenker locker zu halten. Die Maschine sollte dabei absolut ruhig laufen und nicht zur Seite ziehen. Ansonsten könnten Telegabel oder sogar der Rahmen verzogen sein.

      Unerlässlich ist auch der Bremsen-Check. Bei der Testfahrt sollte der Fahrer mehrmals hintereinander bremsen. Der Bremspunkt darf sich dabei nicht verändern. Pulsieren die Bremshebel, wenn sie leicht angezogen werden, haben die Bremsscheiben einen Schlag. Wichtig ist auch, während der Fahrt auf die Instrumente zu achten. So sollte die ABS-Kontrolllampe keine Störung des Bremssystems anzeigen.

      Ein weiterer Punkt, auf dem bei der Probefahrt zu achten ist, sind die Motorgeräusche. Sie können laut TÜV darauf hindeuten, dass am Motor manipuliert wurde. Wenn der Fahrer untertourig Gas gibt, lassen sich außerdem Geräusche im Getriebe gut hören, die einen Defekt anzeigen. «Mahlt, kracht oder heult es: Finger weg!», raten die Experten. Nach der Testfahrt wirft der Kaufinteressent besser noch einen Blick auf Motor, Getriebe und Dämpfung. Alle Teile sollten dicht sein, nirgends Öl herauslecken.

      Wissen: Der Sicherheits-Check für Gebraucht-Motorräder

      Wissen: Der Sicherheits-Check für Gebraucht-Motorräder

      Technische Mängel werden erst durch eine Probefahrt offenbar

      Motorradfahren ist kein preiswertes Hobby: fabrikneue Motorräder kosten schnell so viel wie ein Kleinwagen. Doch der Markt für gebrauchte Maschinen ist groß und bietet für Anfänger wie erfahrene Fahrer günstige Alternativen. Doch wie können Käufer sicher sein, ein gutes Geschäft zu machen? Auf was ist bei der Probefahrt zu achten? Der TÜV Süd hat eine Checkliste zusammengestellt.

      Die Experten des TÜV setzten bei ihrer Bewertung die Sicherheit an oberste Stelle. Dabei reicht es nach ihrer Ansicht nicht aus, das Motorrad nur in Augenschein zu nehmen – eine Probefahrt wird als unerlässlich angesehen. Nur so lasse sich die Tauglichkeit tatsächlich nachweisen.

      Der erste Eindruck: Antrieb tadellos?
      Vor dem Start lässt sich die Kupplung prüfen, indem man den Gang einlegt, die Kupplung zieht und das Motorrad schiebt. Dadurch lässt sich feststellen, ob die Kupplung richtig trennt. Beim Starten der Maschine sollte der Motor kalt sein, denn nur so lassen sich Geräusche wie das Mahlen von Lagern oder Rasseln der Steuerkette gut hören. Das Motorrad sollte einwandfrei anspringen und danach rund und ruhig laufen. Vor dem Losfahren sollte auch die Beleuchtung und die Zugänglichkeit der Bowdenzüge kontrolliert werden.

      Die Experten des TÜV raten dazu den Motor im Stand hochzudrehen. Dies sollte ohne Aussetzer vonstatten gehen. Auch sollte bei einem Viertakter weder bläulicher Rauch noch der Gestank von Öl auftreten, dies kann auf verschlissene Kolbenringe oder defekte Ventilschaftdichtungen hinweisen. Die Antriebseinheit als Gesamtes muss völlig trocken sein. Bei wassergekühlten Maschinen können weiße Ablagerungen am Deckel des Ölnachfüllstutzens auf Haarrisse hinweisen. Eindringlich raten die Fachleute dazu, besonders Falze und den Tank von innen auf Korrosion zu überprüfen.

      Verschleißkandidat Nummer 1: Der Kettensatz
      Ebenso dringlich wird seitens des TÜV dazu geraten, Teile mit hoher Verschleißrate wie Kette, Ritzel und Räder auf Abnutzungen und Schäden hin zu kontrollieren. Der Kardan sollte von außen auf Dichtigkeit hin überprüft werden. Treten während der Probefahrt Geräusche beim Lastwechsel auf, sollte er bald ausgetauscht werden, was sehr kostspielig ist. Im Stand die Welle prüfen: Wenn sich das Hinterrad mit einer Hand drehen lässt und man dabei leichtes Spiel spürt, ist alles in Ordnung.

      Sicherheitsrisiko Lenkung
      Für das sichere Fahrverhalten unabdingbar ist die einwandfreie Funktionsfähigkeit von Lenkung und Dämpfern. Die Fachleute des TÜV raten dazu, darauf zu achten, dass die Anschläge der Lenkung nicht beschädigt sind und die Lenkung an sich leichtgängig ist, kein Spiel hat und auch beim starken Eintauchen kein Knacken verursacht. Solche Mängel weisen auf ein defektes Lenkkopflager hin. Federbeine sollten keine undichten Stellen haben und beim Ein- und Austauchen keine Gurgelgeräusche machen. Ein Nachwippen des Hecks hat laut den Experten eventuell mit einer defekten Dämpfung zu tun.

      Unbedingt Bremsbeläge und Reifenprofil checken
      Ein neuer Bremsbelag hat eine Stärke von etwa fünf Millimetern. Ab einer Dicke von zwei Millimetern oder wenn die Verschleißgrenze erreicht ist, rät der Fachmann vom „ÜV zum Wechsel. Die Bremsscheiben sollten zudem weder Riefen oder Risse noch Verfärbungen aufweisen, die entstehen können, wenn die Bremsen zu heiß geworden sind.

      Bei den Reifen ist laut TÜV-Süd zu beachten, dass die Felgen absolut rund laufen und die Felgenhörner weder verkratzt oder verbeult sind. Die Profiltiefe der Reifen sollte mindestens 1,6 Millimeter betragen. Auch hier ist sorgfältig auf Beschädigungen zu achten. Die Ventilklappen sollten allen vorhanden sein. Bei einem Alter der Reifen von über sechs Jahren raten die Experten zum Wechsel, da sonst Alterserscheinungen die Funktionalität beeinträchtigen können.

      Unerlaubtes Tuning? Ein Blick in die Papiere gibt Aufschluss
      Da Motorräder beliebte Tuning-Objekte sind, raten die TÜV-Süd-Fachleute dazu, die Papiere des Motorrades sorgfältig daraufhin zu überprüfen, ob auch alle Teile ordnungsgemäß gemeldet wurden. Dies gilt vor allem für die Reifen und die Auspuffanlage. Wenn die Originalteile nicht mehr vorhanden ist, müssen die neuen Teile eine Betriebserlaubnis (ABE) haben und in die Papiere eingetragen worden sein. Im Zweifel kann die Maschine diesbezüglich auch bei TÜV-Süd auf dem Motorenprüfstand testen lassen. Ein Tipp: Der Schalldämpfer kann überprüft werden, indem man mit der Faust gegen die kalte Auspuffanlage schlägt. Wenn es rasselt, ist ein Austausch notwendig.

      Probefahrt langsam angehen lassen
      Bei der eigentlichen Probefahrt sollte es der Fahrer vorsichtig angehen lassen. Die Lenkung sollte auch bei lockerer Haltung (nur bei geraden und unbelebten Strecken testen) nicht zur Seite ziehen. Zum Check der Bremsen sollte mehrmals hintereinander gebremst werden, wobei sich der Bremspunkt nicht verändern darf. Wenn die Hebel beim leichten Anziehen pulsieren, haben die Scheiben einen Schlag.

      Bei Geräuschen im Getriebe wie Krachen oder heulen, die bei untertourigem Fahren auftreten, raten die Experten dazu, vom Kauf Abstand zu nehmen. Zudem sollten sich die Gänge leicht schalten lassen und die Instrumente einwandfrei funktionieren. SMI

      Bei Gebraucht-Motorrad Sicherheits-Check unerlässlich

      TÜV SÜD: Bei Gebraucht-Motorrad Sicherheits-Check unerlässlich

      München, 12.02.2010 - Gesamtzustand, Wartung, Elektronik - beim Kauf eines gebrauchten Motorrades ganz oben auf der Liste: die Sicherheit. Nur wenn die Maschine aus zweiter Hand einwandfrei funktioniert, sind Freiheit grenzenlos und Fahrgefühl pur garantiert. Deshalb ist es wichtig, das Bike ganz genau unter die Lupe zu nehmen. Unerlässlich vor dem Kauf: die Probefahrt. Wo besondere Gefahren lauern und worauf man beim Kauf eines gebrauchten Motorrades achten sollte: dazu Hinweise von den TÜV SÜD-Experten.

      Abgefahrene Reifen, umgebaute Auspuffanlagen, schlecht greifende Bremsen, defekte Elektronik. Wer sich ein gebrauchtes Motorrad zulegt, sollte vor allem eines sein: sicher. Technische Mängel am Bike können für Fahrer und Sozius schnell lebensgefährlich werden. Genauso wie nicht sachgemäße Umbauten. Deswegen sollte man sich vor allem Zeit lassen und eine ausführliche Probefahrt unternehmen. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, der lässt vorab ein Gebraucht-Gutachten bei den Experten von TÜV SÜD erstellen. "Gerade wenn das Angebot besonders verlockend ist: Ein ausführlicher Mängelcheck ist unerlässlich", sagt Günther Schmid, Fahrzeugexperte bei TÜV SÜD.

      Antrieb: Traummotorrad gefunden? Preis und Ausstattung stimmen? Dann geht es zur obligatorischen Probefahrt. Darauf achten, dass der Motor beim Start kalt ist. Nur dann kann man Geräusche wie das Mahlen von Lagern oder Rasseln der Steuerkette gut hören. Springt die Maschine einwandfrei an? Der Motor sollte auch nach dem Kaltstart rund und ruhig laufen. Zu diesem Zeitpunkt die Beleuchtung prüfen und schauen, ob die Bowdenzüge alle leichtgängig sind. Bei abgeschaltetem Motor: Gang einlegen, Kupplung ziehen und das Motorrad schieben. So lässt sich überprüfen, ob die Kupplung richtig trennt.

      Antrieb II: Ist der Motor warm, unbedingt im Stand schauen, ob er sich ohne Aussetzer hochdrehen lässt. Beim Viertakter auf bläulichen Rauch aus dem Auspuff und auf den Geruch nach verbranntem Öl achten. Das kann auf verschlissene Kolbenringe hinweisen. Qualmt es sogar im Stand, sind die Ventilschaftdichtungen undicht. (Zweitakter rauchen immer)

      Zudem auf den Ölstand achten und schauen, dass die gesamte Antriebseinheit trocken ist. Bei Wasserkühlung: Deckel vom Ölnachfüllstutzen kontrollieren. Sind weiße Ablagerungen zu sehen, könnte Kühlwasser durch Haarrisse ins Motoröl gelangt sein. Ebenfalls trocken sollte der Tank sein. Weiterer Hinweis von TÜV SÜD-Fachmann Schmid: "Besonders Falze und auch den Tank von innen auf Korrosion überprüfen."

      Kette und Kardan: Der Kettensatz birgt mit das größte Verschleißrisiko beim Motorrad. Deswegen unbedingt die Kette und die Ritzel und Räder auf Abnutzung und Beschädigungen kontrollieren. Ist die Kette gut gepflegt? Ist sie verrostet oder schlackert, weist das auf allzu lockeren Umgang des Vorbesitzers mit der Kraftübertragung hin. Besonderheit Kardan: außen auf Dichtigkeit überprüfen. Während der Probefahrt: Geräusche beim Lastwechsel weisen auf bald nötigen Austausch hin. Das ist sehr kostspielig. Die Welle lässt sich aber auch im Stand prüfen: Dazu das Hinterrad mit der Hand drehen. Spürt man dabei ein leichtes Spiel, ist alles in Ordnung, wenn's knackt und kracht: Finger weg!

      Lenkung und Federbeine: Lenkung und Dämpfung sind in hohem Maße sicherheitsrelevant und müssen deswegen einwandfrei funktionieren. Bei der Lenkung darauf achten, dass die Anschläge nicht beschädigt sind. Außerdem sollte sie leichtgängig sein, kein Spiel haben und sogar bei starkem Eintauchen nicht knacken. Tauchen solche Mängel auf, ist das Lenkkopflager defekt. Bei den Federbeinen auf undichte Stellen schauen. Außerdem dürfen beim Ein- und Austauchen keine Gurgelgeräusche zu hören sein. Tipp vom Experten: Wippt das Heck nach - hapert es eventuell an der Dämpfung. Dazu ein Hinweis: Bei modernen Dämpfungen lassen sich Federvorspannung sowie Druck- und Zugstufe auf das Gewicht des Fahrers und die Fahrweise einstellen. Diesen Unterschied bei der Probefahrt berücksichtigen. Und: Die korrekte Einstellung der Federung auf den Fahrer lässt man am besten von Fachmann erledigen.

      Bremsen und Räder: Haben die Bremsbeläge noch ausreichend Stärke? Zur Orientierung: Ein neuer Bremsbelag ist ca. fünf Millimeter dick. Bei ca. zwei Millimetern oder wenn die Verschleißgrenze erreicht ist, muss gewechselt werden, so der Tipp vom Fachmann. Die Bremsscheiben müssen ausreichend stark sein und dürfen keine Riefen oder Risse haben. Bei den Scheiben auch auf Verfärbungen achten. Die entstehen, wenn die Bremsen zu heiß geworden sind. Von der Bremse zu Rad und Reifen: Die Felgen müssen absolut rund laufen. Sind die Felgenhörner verkratzt, verbeult oder gibt es sogar Abplatzungen, dann heißt es: Finger weg vom Angebot. Auch bei den Reifen größte Sorgfalt walten lassen. Sie stellen schließlich den Kontakt zur Straße her. Dazu eine kurze Checkliste: Die Profiltiefe der Reifen muss noch bei mindestens 1,6 Millimetern (gesetzliche Mindesttiefe) liegen. Profil und Flanken der Reifen dürfen keine Schnitte oder andere Beschädigungen haben.

      Sind gar ganze Profilstücke ausgebrochen - neue Reifen fordern. Weiter darauf schauen, ob noch alle Ventilkappen vorhanden sind. Und vor der Probefahrt: Luftdruck prüfen!

      Reifen und Papiere: Auch wenn die Sichtkontrolle positiv verläuft: Mehr als sechs Jahre sollten Motorradreifen nicht durch die Lande rollen. Denn: Wärme und Sonnenlicht setzen den Reifen zu. Alterungsschutzmittel in der Gummimischung wandern mit der Zeit an die Reifenoberfläche. Die Reifen "gasen" aus, sie altern. Die Folge: Rutschphasen und längere Bremswege - vor allem bei Nässe. Achtung: Reifen gehören zu den Favoriten im Tuning-Repertoire: Deshalb die Typen mit den Angaben in den Papieren vergleichen.

      Auspuffanlage: In Sachen Tuning mit den Reifen ganz oben auf der Beliebtheitsskala: der Auspuff. Unbedingt überprüfen, ob der Originalauspuff verbaut ist. Ist geschraubt worden, muss die Ersatzanlage eine Betriebserlaubnis haben (ABE) und in die Bike-Papiere eingetragen sein. Auch schauen, ob sämtliche Verbindungen der Anlage dicht sind. Weiterer Ratschlag vom TÜV SÜD-Motorradexperten: Ruhig mal mit der Faust gegen die kalte (!) Auspuffanlage schlagen. Wenn's rasselt, muss der Schalldämpfer ausgetauscht werden.

      Probefahrt: Sind alle Kriterien überprüft worden, steht einer sicheren Probefahrt nichts mehr im Wege. Bei 60 bis 80 Stundenkilometern auf gerader Strecke und unbelebter Straße ruhig mal den Lenker etwas lockerer halten - dabei griffbereit bleiben! Die Maschine sollte absolut ruhig laufen und nicht nach einer Seite ziehen - dann könnten Telegabel oder sogar der Rahmen verzogen sein. Bremsen-Check: Mehrmals hintereinander bremsen - der Bremspunkt darf sich nicht verändern. Die Hebel auch einmal leicht anziehen: Pulsieren sie, haben die Scheiben einen Schlag.

      Unerlässlich beim Zweirad: der Motorencheck. Denn dort besteht Tuningalarm. Wer ganz sicher gehen will, dass der Motor nicht verändert wurde, der geht damit auf den TÜV SÜD-Motorenprüfstand und lässt ein Leistungsgutachten erstellen. Geräusche, beispielsweise im Getriebe, lassen sich gut hören, wenn man untertourig Gas gibt. Mahlt, kracht oder heult es: Finger weg! Noch ein Zusatz zum Getriebe: Selbstverständlich sollten sich alle Gänge leicht schalten lassen. Während der Fahrt unbedingt darauf achten, ob alle Instrumente und elektronischen Helfer einwandfrei funktionieren - ob beispielsweise die ABS-Kontrolllampe ausgeht. Wie reagiert das neue Bike in spe auf Bodenwellen? Schaukelt es nach, ist die Dämpfung falsch eingestellt oder sogar defekt. Nach der Probefahrt erneut prüfen, ob Motor, Getriebe und Dämpfung dicht sind. Wichtig: Funktioniert der Zündunterbrecher am Seitenständer?

      Sonderzubehör: Biker basteln gerne. Deswegen ein Auge darauf haben, ob Sonderzubehör wie Lampen, Fußrasten, Lenkerumbauten, Stahlflexleitungen, Sitze und Co. sachgerecht verbaut wurden und in die Papiere eingetragen sind.

      Informationen rund ums Bike: Die Motorrad-Experten von TÜV SÜD sind auch auf der IMOT vom 19. bis 21. Februar in München vertreten. Auf dem TÜV SÜD-Stand 332 in Halle 3 beantworten sie alle Fragen rund ums Motorradfahren und bieten kostenlose Seh- und Reaktionstest an.

      Weitere Informationen unter www.tuev-sued.de

      Gebrauchtes Motorrad vor dem Kauf sorgfältig prüfen

      Gebrauchtes Motorrad vor dem Kauf sorgfältig prüfen

      Wer sich ein gebrauchtes Motorrad kaufen möchte, sollte es zunächst genau unter die Lupe nehmen.

      Technische Mängel und nicht sachgemäße Umbauten lassen das Bike schnell zur Gefahr für den Fahrer werden. Vor dem Kauf des Zweirads steht deshalb unbedingt eine ausführliche Kontrolle und eine Probefahrt an.

      Beim Starten des Motors muss der potenzielle Käufer auf Geräusche wie das Mahlen von Lagern oder Rasseln der Steuerkette hören. Sie lassen sich besonders gut beim Starten eines kalten Motors hören und deuten dann auf einen Mangel hin. Denn ein Motor hat einwandfrei anzuspringen und selbst nach dem Kaltstart rund und ruhig zu laufen. Im Stand ist außerdem zu schauen, ob sich der Motor ohne Aussetzer hochdrehen lässt. Kommt bei einem Viertakter bläulicher Rauch aus dem Auspuff oder riecht es nach verbranntem Öl, weist dies auf verschlissene Kolbenringe hin. Bei Zweitakter ist aufsteigender Rauch dagegen normal. Die Kupplung ist während der Fahrt, aber auch bei abgeschalteten Motor zu prüfen. Dafür muss ein Gang eingelegt, die Kupplung gezogen und das Motorrad ein paar Meter geschoben werden. Gelingt dies ohne Probleme, trennt die Kupplung einwandfrei. Nach dem Motorcheck geht es an die Sichtkontrolle. Kette, Ritzel und Räder sind auf Abnutzung und Beschädigungen hin zu kontrollieren. Findet sich Rost auf der Kette, weist das auf eine mangelhafte Pflege des Vorbesitzers hin. Bei den Bremsen ist auf ausreichend Stärke zu achten. Ein neuer Bremsbelag ist rund fünf Millimeter dick, bei nur zwei Millimetern muss er gewechselt werden. Die Bremsscheibe darf keine Risse haben. Verfärbungen deuten darauf hin, dass die Bremsen zu heiß geworden sind. Die Felgenhörner sollten weder verkratzt, verbeult oder teilweise abgeplatzt sein, ansonsten ist besser ein anderes Bike auszuwählen. Die Reifen müssen mindestens 1,6 Millimeter Profiltiefe haben, in den Papieren und auf den Reifenplanken ist zudem das Alter zu kontrollieren. Spätestens nach sechs Jahren sind sie auszutauschen, denn Pneus altern, was zu längeren Bremswegen und Rutschphasen führt.

      Bevor dann die eigentliche Probefahrt mit dem Zweirad unternommen wird, sind die Papiere zu prüfen. Der Auspuff ist ein beliebtes Tuningobjekt. Allerdings wird bei einer Veränderung meist eine gesonderte Betriebserlaubnis und ein Eintrag in die Bike-Papiere erforderlich. Fehlen diese, erlischt gewöhnlich die Zulassung. Eine Wiederanmeldung ist dann mit hohen Kosten für Einzelgutachten verbunden.

      Während der Fahrt ist erneut auf den Motor zu achten. Wie verhält er sich unter Last? Geräusche beispielsweise im Getriebe lassen sich gut hören, wenn man untertourig Gas gibt. Mahlt, kracht oder heult es, verheißt dies nichts gutes, eine andere Maschine ist die bessere Wahl. Bei 60 km/h bis 80 km/h auf gerader Strecke und unbelebter Straße sollte laut dem TÜV Süd außerdem der Lenker einmal etwas lockerer gehalten werden. Die Maschine darf dann nicht nach einer Seite ziehen, ansonsten könnten Telegabel oder gar der Rahmen verzogen sein. Mehrmals ist hintereinander zu bremsen, um den Bremspunkt und damit die Funktionstüchtigkeit der Bremsen zu prüfen. Elektronische Helfer wie ABS sollten einwandfrei funktionieren, bei Bodenwellen sollte die Maschine nicht nach schaukeln. Die Dämpfung ist sonst falsch eingestellt oder gar defekt.