Talsperren-Taucher soll Geldstrafe zahlen

      Talsperren-Taucher soll Geldstrafe zahlen

      Talsperren-Taucher soll Geldstrafe zahlen

      Bad Wünnenberg (hh). Weil er das Leben von Krebsen und die Qualität des Trinkwassers in der Aabach-Talsperre gefährdet hat, soll ein Taucher 900 Euro zahlen.

      Der 43 Jahre alte Mann aus Büren hatte - wie am 4. Dezember exklusiv berichtet - die Verbotsschilder ignoriert und sich mit seinem Neoprenanzug in die Fluten gestürzt. Nach Auffassung von Richterin Nicole Krupp ein klarer Fall von Hausfriedensbruch. Sie verurteilte den Hobbytaucher zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen á 30 Euro.

      In der Aabachtalsperre leben nämlich seltene und vom Aussterben bedrohte europäische Edelkrebse. Sie werden bis zu 35 Zentimeter groß und tragen zur Verbesserung der Wasserqualität bei. Experten schätzen die Population in der Talsperre auf etwa 700 000 Tiere. Gefährlich könnte ihnen vor allem die Krebspest werden. Eine Seuche, die in benachbarten Gewässern verbreitet ist. Über den Taucheranzug hätten Sporen mit den Krankheitserregern auch in die Aabach-Talsperre gelangen können.

      »Innerhalb weniger Tage wäre in so einem Fall der gesamte Bestand verendet«, fürchtet Klaus-Joachim Prien, Geschäftsführer des Wasserverbandes Aabach-Talsperre. »Allein die Masse der toten Krebse hätte das Wasser stark belastet.« Die Talsperre versorgt immerhin 250 000 Menschen mit Trinkwasser. Deshalb ist Tauchen streng verboten.

      Angler hatten den Angeklagten und zwei weitere Taucher bei ihrem illegalen Tauchgang beobachtet und sich das Kennzeichen des Autos notiert. Die Identität seiner Sportkameraden gab der Bürener nicht preis und behauptete, man sei von einer anderen Tauchtour gekommen habe sich die Aabach-Talsperre nur angesehen. Im Wasser sei er nicht gewesen. Was die Richterin durch Zeugenaussagen allerdings widerlegt sah. Verteidiger Reinhard Freise hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Seiner Ansicht nach handelt es sich um keinen Hausfriedensbruch: »Verbotsschilder allein reichen dafür nicht«.