Mexikaner laut "Forbes" reichster Mensch der Welt

      Mexikaner laut "Forbes" reichster Mensch der Welt

      Mexikaner laut "Forbes" reichster Mensch der Welt

      11. März 2010, 06:49

      Microsoft-Gründer Bill Gates jetzt auf Platz zwei

      New York - Der mexikanische Telekom-Magnat Carlos Slim ist laut "Forbes"-Liste der reichste Mensch der Welt. Der 70-Jährige erklomm nach den am Mittwoch veröffentlichten Berechnungen des US-Wirtschaftsmagazins "Forbes" in diesem Jahr erstmals den Thron der Superreichen und verdrängte Microsoft-Gründer Bill Gates von der Spitze auf Platz zwei.

      Nach dem Krisenjahr 2009 kommt Slim laut "Forbes" auf ein Vermögen von 53,5 Milliarden Dollar (39,2 Milliarden Euro), Gates auf 53 Milliarden Dollar. An dritter Stelle steht US-Geschäftsmann Warren Buffett, der 2008 noch ganz oben stand, und 47 Milliarden Dollar reich ist. Die Top Ten der Liste bringen ein Vermögen von insgesamt 342 Milliarden Dollar zusammen. Im vergangenen Jahr waren die zehn Führenden unter den Superreichen "nur" 254 Milliarden wert.

      Mit Slim, dessen Gesellschaft America Movil zum größten Mobiltelefonanbieter in Lateinamerika aufstieg, geht der Titel des reichsten Menschen erstmals seit 1994 nicht an einen US-Bürger. Dennoch sind die Vereinigten Staaten das Land, in dem mit Abstand die meisten Milliardäre leben: 403 US-Milliardäre zählte "Forbes"; damit leben 40 Prozent der Superreichen in den USA.

      Reichster Europäer ein Franzose

      Europa kann 248 Milliardäre aufweisen. Reichster Europäer ist der Franzose Bernard Arnault (27,5 Milliarden Dollar). Dem 61-Jährigen gehört der Luxusgüterkonzern Louis Vuitton-Moët Hennessy (LVMH). Auf der "Forbes"-Liste steht Arnault auf Platz sieben. Zweiter Europäer unter den Top Ten ist der Spanier Amancio Ortega (25 Milliarden Dollar), Besitzer der Mode-Kette Zara; der 74-Jährige rangiert auf Platz neun vor Aldi-Eigentümer Karl Albrecht, dessen Bruder Theo es in diesem Jahr nicht unter die 20 Reichsten schaffte.

      Im Ländervergleich kann China mit den meisten Milliardären nach den USA aufwarten: 64 kommen aus dem Riesenreich, zusammen mit Hongkong sind es sogar 89. Russland steht mit 62 Milliardären auf Platz drei. Im Städte-Ranking ist New York die Top-Adresse für Milliardäre (60), gefolgt von Moskau (50) und London (32).

      Zu den Aufsteigern gehören die Asiaten. Allein zwei Inder finden sich in den Top Ten: Öl-Unternehmer Mukesh Ambani (29 Milliarden Dollar) und Stahl-Magnat Lakshmi Mittal (28,7 Milliarden Dollar). Insgesamt zählt Asien inzwischen nur noch 14 Milliardäre weniger als Europa.

      1011 Milliardäre in 55 Ländern

      "Die Weltwirtschaft erholt sich. Die Finanzmärkte sind wieder da, vor allem die Märkte der Schwellenländer", sagte Chefredakteur Steve Forbes. Der weltweite Wohlstand habe im Jahresvergleich um 50 Prozent zugenommen. Insgesamt zählte "Forbes" weltweit 1011 Milliardäre in 55 Ländern, 218 mehr als im vergangenen Jahr; im Jahr vor der Krise waren es jedoch noch 1125. Das Vermögen war bei fast allen Milliardären durch die Finanzkrise deutlich geschrumpft. (APA/AFP)

      Mexikaner überflügelt Bill Gates und Warren Buffet

      11.03.2010, 11:43 | Forbes-Liste
      Mexikaner überflügelt Bill Gates und Warren Buffet

      Auf der neuen Forbes-Liste der reichsten Personen der Welt hat der mexikanische Telekommunikations-Magnat Carlos Slim die US-Milliardäre Bill Gates und Warren Buffet überholt. Slim steht damit an der Spitze der Forbes-Liste. Die neue Liste zeigt, dass sich der Reichtum auf der Welt etwas verschoben hat und die wirtschaftliche Vorherrschaft Europas und der USA zurückgeht.

      Die neue „Forbes“-Liste der reichsten Personen verdeutlicht vor allem eines: Die wirtschaftliche Vorherrschaft Europas und der USA geht zurück. Mit dem mexikanischen Telekommunikations-Magnaten Carlos Slim hat es erstmals ein Bürger aus einem Schwellenland auf den ersten Platz geschafft. Mit einem Vermögen von 53,5 Milliarden Dollar (39,3 Milliarden Euro) überflügelte Slim die US-Milliardäre Bill Gates und Warren Buffet. Viele Reiche aus Schwellenländern schafften es erstmals auf die berühmte Milliardärsliste.

      „Die Spannweite ist größer geworden, das ist schön“, sagte „Forbes“-Journalistin Keren Blankfeld nach der Veröffentlichung am Mittwoch. Lange sei die Liste von US-Amerikanern und Europäern dominiert worden. Unter den zehn reichsten Menschen finden sich nun auch zwei Milliardäre aus Indien und einer aus Brasilien.

      Auch auf den nachfolgenden Rängen wird die Verschiebung der weltweiten Wirtschaftsverhältnisse deutlich. Aus Taiwan kommen nun 18 der aufgeführten Milliardäre, drei Mal so viel wie bei der vergangenen Wertung. Aus der Türkei sind es mit 28 mehr als doppelt so viele. Auch Brasilien mit 18 und Russland mit 62 Milliardären unterstreichen ihr gewachsenes ökonomisches Gewicht.

      Rund jeder zweite Mexikaner gilt als arm

      Angeführt wird die Liste ausgerechnet von dem Mexikaner Slim. Rund die Hälfte der 107 Millionen Mexikaner lebt in Armut, knapp 20 Millionen können nicht mal genug Essen kaufen. Slim kam zugute, dass sich die Aktienkurse seiner Telekommunikationsunternehmen nach der Finanzkrise rasch erholten. Um 500 Millionen Dollar überflügelte er Bill Gates. Ein Grund dafür ist, dass der Microsoft-Gründer ebenso wie der Finanzinvestor Warren Buffet einen deutlich größeren Teil seines Geldes für gute Zwecke spendete.

      Das Erfolgsrezept des reichsten Mannes der Welt: Er kaufte angeschlagene und staatseigene Unternehmen, sanierte sie und verkaufte sie mit großem Gewinn. „In Krisenzeiten hat er immer investiert, jetzt sehen wir die Früchte davon“, sagte Slims Schwiegersohn Arturo Elias Ayub. Die Platzierung sei ein Zeichen des Vertrauens in Mexiko. Dennoch werde der 70-Jährige nicht die Sektkorken knallen lassen, denn schließlich handele es sich lediglich um die Rangliste einer Zeitschrift, sagte Ayub. Die Familie mache sich darüber keine großen Gedanken.

      Slim ist dafür bekannt, preisgünstige Anzüge zu tragen und nur selten die Computer zu benutzen, die sein Unternehmen verkauft. Seine Büros verströmen den Charme der 70er Jahre, zugleich besitzt Slim aber eine bedeutende Kunstsammlung. Außerdem hat der Sohn eines eingewanderten Ladenbesitzers eine Vorliebe für Baseball, Zigarren und Light-Getränke.