Schufa korrigiert viele Einträge

      Schufa korrigiert viele Einträge

      Schufa korrigiert viele Einträge

      Fast eine halbe Million Bürger fragen bei der Schufa ihre eigenen Daten ab und melden Korrekturwünsche. Vorstand Steinbauer räumt ein, etwa ein Drittel der Anrufer habe berechtigte Anfragen.

      HB BERLIN. Die Schufa kann sich vor Anfragen von Verbrauchern kaum retten. Sie wollen wissen, wie es um ihre eigene Kreditwürdigkeit bestellt ist. Seit dem 1. April können Bürger einmal im Jahr ihre eigenen Daten bei der Schufa einsehen, ohne dafür zahlen zu müssen. „Bisher hatten wir insgesamt 450 000 dieser kostenfreien Anfragen“, sagte Schufa-Vorstand Dieter Steinbauer der Zeitung „Die Welt“.

      Der Ansturm der Konsumenten ist laut Steinbauer „größer als wir erwartet hatten.“ Er liege um „30 bis 40 Prozent“ über den Werten aus der Zeit, als auch die erste Auskunft noch kostenpflichtig gewesen sei.

      Von den 4 000 Verbrauchern, die nach der kostenlosen Selbstauskunft täglich bei der Schufa anriefen, habe etwa ein Drittel berechtigte Korrekturwünsche, sagte Steinbauer. „Dabei geht es etwa um Konten oder Kreditkarten, die nicht mehr existieren. Diese Einträge löschen wir dann umgehend“, sagte Steinbauer. Andere Verbraucher hätten gern „unangenehme Fakten gelöscht, was natürlich nicht funktioniert“.

      Für das Gesamtjahr rechnet die Schufa allerdings damit, dass weniger als ein Prozent der Verbraucher berechtigte Änderungswünsche anmeldeten, sagte Schufa-Sprecher Christian Seidenabel.

      Die Schufa wendet laut Steinbach einen zweistelligen Millionenbetrag für den neuen Umsonst-Service auf. Die Schufa verfügte im vergangenen Jahr über mehr als 462 Millionen Informationen von rund 66 Millionen Menschen allein in Deutschland und ist auch im Ausland aktiv. Anteilseigner der Schufa sind vor allem Banken und Sparkassen.

      Schufa lässt Verbraucher für sich arbeiten

      Schufa lässt Verbraucher für sich arbeiten

      „Wir schaffen Vertrauen“, damit wirbt die Schufa, die Auskunftei, in der nach ihren eigenen Angaben finanzielle Daten von etwa 65 Millionen Bundesbürgern gespeichert sind.

      Vertrauen ist gut –Verbraucher sollten sich allerdings darauf verlassen können, dass die gespeicherten Angaben auch zuverlässig sind. Aber das ist nicht so, jedenfalls gab die Schufa das jetzt selbst zu.

      Seit dem 1. April 2010 kann nach einer Gesetzesänderung jedermann kostenlos eine Auskunft zu den eigenen Daten anfordern. Das haben auch schon fast eine halbe Million Bürger getan. Als erschreckendes Ergebnis hat die Schufa inzwischen selbst eingeräumt, dass bisher ein Drittel der Auskünfte fehlerhaft war und korrigiert werden musste.

      Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in Berlin reagierte sofort. „Die Veröffentlichung zeigt, dass der Gesetzgeber richtig gehandelt hat, die Selbstauskünfte kostenlos möglich zu machen“, so Cornelia Tausch, Leiterin des Fachbereichs Wirtschaft und Internationales bei der Verbraucherzentrale.

      „Streng genommen müssten die meldenden Auskunfteien den Verbrauchern eigentlich Geld dafür zahlen, dass sie für die Qualitätssicherung der Daten sorgen.“ Dies könne nicht Job der Verbraucher sein. Sie müssten sich darauf verlassen können, dass die Auskunfteien nur auf der Basis richtiger Daten den anfragenden Unternehmen Auskünfte geben.

      Somit liege die Vermutung nahe, dass zahlreiche Verbraucher auf dieser Grundlage übervorteilt wurden, indem sie zum Beispiel schlechtere Vertragskonditionen erhalten oder von einigen Angeboten gänzlich ausgeschlossen wurden. Wie hoch der Schaden ist, der durch unberechtigte und fehlerhafte Meldungen in der Vergangenheit entstanden ist, lässt sich nicht berechnen.

      Der Bundesverband ruft die Verbraucher dazu auf, ihre Erfahrungen mit der Selbstauskunft mitzuteilen. Hierfür hat die Verbraucherzentrale ein Formular im Internet zur Verfügung gestellt.

      Bis man so weit kommt, muss man sich zunächst auf der Internetseite der Schufa zurechtfinden. Die kostenlose Auskunft kann über die Internetseite der Schufa geordert werden. Nach der Bestellung wird sie Verbrauchern per Post zugeschickt. Die Datenübersicht ist ausschließlich für die eigenen Unterlagen bestimmt und enthält laut Schufa keinerlei Sicherheitskriterien. Eine Registrierung für die Bestellung der kostenlosen Schufa-Auskunft ist nicht erforderlich.

      Doch vielerorts wissen Bürger gar nicht, dass sie eine solche Auskunft tatsächlich beantragen können. Banken und Verbände fordern Verbraucher auf, den Service der Schufa zu nutzen, um jeder Geheimniskrämerei ein Ende zu setzen und zu sehen, was Banken, aber auch Mobilfunkanbieter und Versandhäuser über uns wissen.

      www.schufa.de/de/home/

      Verbraucher nehmen Datenschutz ernst

      Verbraucher nehmen Datenschutz ernst

      Verbraucher wollen wissen, welche persönlichen Informationen bei Auskunfteien vorliegen. So kommentiert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) die Nachricht, dass alleine bei der Schufa bereits eine halbe Million Verbraucher von dem seit 01.04.2010 bestehenden Recht auf kostenlose Selbstauskunft Gebrauch gemacht haben. "Es ist Verbrauchern absolut nicht gleichgültig, wer wie mit ihren Daten umgeht", sagt Cornelia Tausch, Leiterin des Fachbereichs Wirtschaft und Internationales. Für den vzbv alarmierend: Ein Drittel der Verbraucher, die bei der Schufa anrufen, machen laut Auskunft der Schufa auf Fehler in ihrem Datensatz aufmerksam.

      "Die Veröffentlichung zeigt, dass der Gesetzgeber richtig gehandelt hat, die Selbstauskünfte kostenlos möglich zu machen", so Cornelia Tausch. "Streng genommen müssten die meldenden Auskunfteien den Verbrauchern eigentlich Geld dafür zahlen, dass sie für die Qualitätssicherung der Daten sorgen." Dies könne nicht Job der Verbraucher sein. Sie müssten sich darauf verlassen können, dass die Auskunfteien nur auf der Basis richtiger Daten Unternehmen Auskünfte geben.

      Ein Drittel der Anrufer meldete laut Aussage der Schufa berechtigten Korrekturbedarf ihrer Daten an. Somit liegt die Vermutung nahe, dass zahlreiche Verbraucher auf dieser Grundlage übervorteilt wurden, indem sie zum Beispiel schlechtere Vertragskonditionen erhalten oder von einigen Angeboten gänzlich ausgeschlossen wurden. Wie hoch der Schaden ist, der durch unberechtigte und fehlerhafte Meldungen in der Vergangenheit entstanden ist, lässt sich nicht berechnen.

      Der Verbraucherzentrale Bundesverband ruft Verbraucher dazu auf, ihre Erfahrungen mit der Selbstauskunft mitzuteilen. Hierfür hat der vzbv ein Formular im Internet zur Verfügung gestellt. Die bisherigen Meldungen bestätigen, dass Verbraucher häufig feststellen, dass ihre Datensätze fehlerhaft sind.

      Verwirrung um falsche Schufa-Daten

      Verwirrung um falsche Schufa-Daten

      Einen Sturm der Entrüstung löste vorübergehend die Meldung aus, dass ein Drittel der 450.000 anfragenden Verbraucher bei der Kreditauskunftei Schufa Fehler in den eigenen Daten gefunden habe. Die Nachricht entpuppte sich als Falschmeldung. Doch das Interesse der Bürger an den Schufa-Daten ist enorm.

      20. August 2010 Die Kreditauskunftei Schufa hat in den vergangenen vier Monaten rund 450.000 Verbrauchern Auskunft über die dort über sie gespeicherten Daten gegeben. Das sagten die beiden Vorstandsmitglieder Holger Severitt und Dieter Steinbauer der Zeitung „Die Welt“. Seit 1. April haben Bürger einmal im Jahr Anspruch auf einen kostenlosen Einblick; damals trat eine entsprechende Änderung des Bundesdatenschutzgesetzes in Kraft. Diese Selbstauskünfte führten täglich zu rund 4000 Nachfragen am Telefon, sagten die beiden weiter.

      Die meisten der Anrufer hätten Fragen zum Verfahren, erklärten die Schufa-Vorstände. Eine weitere Gruppe versuche vergeblich, unangenehme Tatsachen aus der Datenbank löschen zu lassen. „Der Rest hat berechtigte Korrekturwünsche. Dabei geht es etwa um Konten oder Kreditkarten, die nicht mehr existieren.“ Diese Einträge würden umgehend getilgt.

      Einen Sturm der Entrüstung löste allerdings vorübergehend aus, dass mehrere Nachrichtenagenturen daraufhin meldeten, ein Drittel der 450.000 Anfragenden habe Fehler in den eigenen Daten gefunden. Die SPD forderte eine „deutlich strengere Kontrolle“ der „schlampigen“ Arbeit von Auskunfteien. Auch die Bundeszentrale der Verbraucherverbände zeigte sich alarmiert. Die Schufa bezeichnete die Zahl von einem Drittel jedoch gegenüber dieser Zeitung als Falschmeldung, die auf einen unzutreffenden Vorabbericht der „Welt“ zurückgehe; einige Agenturen korrigierten daraufhin ihre Berichte.

      In dem Interview selbst finden sich auch keinerlei Hinweise auf eine solche Größenordnung. Nach Angaben des Unternehmens gilt das Drittel lediglich für den Anteil der Personen, die einen falschen oder lückenhaften Eintrag entdeckt haben, unter jenen, die anriefen; diese seien aber wiederum nur ein kleiner Teil von all jenen, die zuvor eine Selbstauskunft über sich angefordert hätten. Die Stiftung Warentest kam kürzlich nach einer eigenen Stichprobe zu dem Ergebnis, ein Prozent der Schufa-Daten sei falsch und weitere 8 Prozent seien veraltet.