Die Glühbirne als Heizung

      Die Glühbirne als Heizung

      Verbot umgangen
      Die Glühbirne als Heizung

      In ganz Europa sind Glühbirnen mit mehr als 60 Watt verboten, nur ein Ingenieur leistet Widerstand: Er verkauft die Birne als „Heatball“. Seine Kleinheizgeräte finden reißenden Absatz und leuchten nebenbei.

      16. Oktober 2010 In ganz Europa sind Glühlampen mit mehr als 60 Watt Leistung verboten, nur ein Ingenieur und seine Firma in Essen leisten Widerstand: Sie verkaufen sie über das Internet, nennen sie aber „Heatball“.

      Der „Hitzeball“ sei keine Lampe, sondern eine Heizung, beteuert Siegfried Rotthäuser. „Die Leuchtwirkung während des Heizvorgangs ist produktionstechnisch bedingt und völlig unbedenklich“, erklärt der 49 Jahre alte promovierte Maschinenbauingenieur. Sein Gerät produziere zu 95 Prozent Wärme. „Der Wirkungsgrad ist extrem hoch.“

      Rotthäuser hat in China 4000 „Kleinheizgeräte“ mit 75 und 100 Watt Leistung geordert und diese mit der Aufschrift „Heatball“ bedruckt. Auf diese Weise will er die EU-Verordnung zu Haushaltslampen umgehen. Das Angebot („Die beste Erfindung seit der Glühbirne!“) findet reißenden Absatz. In wenigen Tagen waren die 4000 Heatballs zu 1,69 Euro verkauft.

      Davon gehen je 30 Cent an ein Projekt zum Schutz des Regenwaldes, verspricht Rotthäuser, dessen Unternehmen sonst hydraulische Pressen und Maschinen entwirft. „Ich will mit den Heatballs kein Geld verdienen“, sagt er. Die Idee sei vielmehr Aktionskunst und Widerstand gegen Bevormundung aus Brüssel. Dass mit der Energiesparlampe das Weltklima gerettet werde, bezweifelt er. Wegen ihres Gehalts an Quecksilber sei sie sogar sehr umweltschädlich. Sein Produkt sei dagegen völlig unbedenklich. Er ist allerdings skeptisch, dass die EU-Juristen dies ähnlich sehen. Bisher gibt es aber noch kein Versandverbot.

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      :arrow: Klasse, die EU mal so richtig verarscht!
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      • Heatball.jpg

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      Den Link habe ich dazu auch gefunden:

      http://heatball.de

      Tüftler macht Glühbirnen zu Heizungen
      05.10.2010, 12:00 Uhr | FTD, Georgia Hädicke


      Das EU-Glühlampenverbot brachte einen Ingenieur aus Essen auf eine Idee: Er verkauft Glühbirnen als Heizungen. Dass die auch leuchten, ist nur ein Nebeneffekt.

      Miniaturheizung begeistert Kunden
      Der Herbst hat noch nicht mal richtig begonnen, da steht Siegfried Rotthäuser bereits vor einem Problem: Sein Lager ist fast leer. "In den vergangenen Tagen ist hier die Hölle los gewesen", sagt der Diplom-Ingenieur. Das Produkt, um das sich Rotthäusers Kunden so reißen, heißt "Heatball": eine Art Miniaturheizung, an einem Ende ein Gewinde aus Metall, am anderen ein runder Glaskörper, in dem ein Metallfaden sich stark erhitzt, wenn Strom hindurchfließt.

      Wenn Ihnen diese Beschreibung irgendwie bekannt vorkommt, dann liegen Sie richtig: Beim Heatball handelt es sich schlicht um eine Glühbirne. Die verkauft Rotthäuser über seine Website Heatball.de - und fordert damit die Regulatoren der Europäischen Union heraus. Denn Glühbirnen stehen, wie jeder weiß, europaweit kurz vor der Ausrottung.

      Aus für die Glühbirne
      Neulich erst trat die zweite Phase der EU-Glühlampenverordnung in Kraft. Nachdem im vergangenen Jahr bereits alle 100-Watt-Birnen aus dem Handel verschwunden waren, dürfen seit Anfang September auch keine 75-Watt-Glühbirnen mehr verkauft werden. Bis 2016 soll laut Plan ein Großteil aller Glühlampen aus dem Verkehr gezogen und durch Energiesparlampen ersetzt werden.

      Zündende Idee
      Die Idee zum Heatball, erzählt Rotthäuser, entstand aus einer Blödelei mit Kollegen. Die inspirierte ihn dazu, sich die EU-Verordnung einmal genauer anzuschauen. Als Definition des Begriffs "Lampe" fand er dort den Eintrag: ",Lampe‘ bezeichnet eine Einrichtung zur Erzeugung von (in der Regel sichtbarem) Licht." Damit hatte der Essener den Knackpunkt gefunden.

      Edison hat quasi Heizung erfunden
      Denn eine Glühbirne wandelt 95 Prozent der ihr zugeführten Energie in Wärme um, das dabei erzeugte Licht ist somit quasi nur ein Abfallprodukt: "Wir haben Thomas Edisons Erfindung einfach falsch verstanden", sagt Rotthäuser. "Der Mann hat keine Lampe erfunden, sondern eine Heizung!"

      "Heatball" war als Gag gedacht
      Also ersann er den Namen Heatball und ließ ihn in China produzieren. Die Ware führte er deklariert als "Kleinheizelemente" nach Deutschland ein. 1,69 Euro kostet so eine Miniheizung mit 75 oder 100 Watt, wahlweise in matt oder klar. Allerdings werden die Bestände langsam knapp, von 1000 produzierten Exemplaren sind kaum noch welche da. "Von der plötzlichen Euphorie bin ich etwas überrascht", sagt Rotthäuser, "das Ganze sollte ja eigentlich nur ein Gag sein."

      Obwohl er sich den Heatball als Marke hat schützen lassen, will der studierte Maschinenbauer damit kein Geld verdienen. Die Idee sei für ihn bisher ein Zuschussgeschäft gewesen. "Das Ganze ist eher als satirische Aktionskunst verstehen", sagt Rotthäuser. Ihm geht es vor allem darum, eine Diskussion über die politische Prioritätensetzung anzustoßen. Zudem spendet er 30 Cent pro verkauften Heatball für ein Projekt zum Schutz des Regenwalds.

      Juristische Probleme für Erfinder
      Ob es allerdings neue Heatballs geben wird, wenn der Bestand aufgekauft ist, das kann der Erfinder noch nicht versprechen. Mit seiner Aktion hat er sich bereits juristische Probleme ins Haus geholt, und ob er nochmals eine Einfuhrgenehmigung bekommt, ist fraglich. Er hofft, dass die 1000 existierenden Heatballs allmählich Sammlerwert erhalten.

      Langlebiger als gewöhnliche Birnen
      Wer jedoch einen erbeutet hat, der darf sich nicht nur über den Seltenheitswert der Kunstobjekts freuen, sondern auch über seine Langlebigkeit. Denn in einem unterscheidet sich der Heatball doch von ordinären Birnen: "Glühlampen hatten eine künstlich begrenzte Lebenszeit von 1000 Stunden", sagt Rotthäuser, "der Heatball kann viel länger heizen." Und länger leuchten. Aber das natürlich nur so nebenbei.
      Dateien

      60-Watt-Birne verschwindet vom Markt

      Jetzt geht es damit weiter:

      manager magazin

      URL: http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,780721,00.html
      17. August 2011, 11:30 Uhr

      EU-Vorgabe
      60-Watt-Birne verschwindet vom Markt


      Am 1. September werden in Übereinstimmung mit der EU-Haushaltslampen-Verordnung nach den 100- und 75-Watt-Birnen auch die klaren 60-Watt-Birnen vom Markt genommen. Wer Ersatz sucht, muss einiges beachten.
      Berlin - Bei der Wahl einer Energiesparlampe, die die alten Birnen ersetzen soll, müssen Verbraucher nun nicht mehr allein auf die Wattzahl achten, sondern auf die Lichtleistung. Auskunft darüber gibt die Einheit Lumen (lm).
      Der Lichtleistung der herkömmlichen 60-Watt-Birne entspreche zum Beispiel eine Energiesparlampe mit 700 Lumen, erläutert Birgit Holfert, Energieexpertin der Verbraucherzentrale. Die bisher unter 100 Watt bekannte Lichtleistung werde mit 1.400 Lumen erreicht.
      Die Lichtfarbe wird als Farbtemperatur in Kelvin (K) dargestellt. Lampen mit 2.700 Kelvin leuchten ähnlich wie die herkömmliche Glühbirne warmweiß und sorgen für ein gemütliches Licht zu Hause, wie Holfert sagt. Tageslichtweiße Lampen mit zirka 6.000 Kelvin erzeugen ein sachliches Licht, das eher für den Arbeitsplatz geeignet ist.
      Weitere Packungsangaben sind unter anderem: die Lebensdauer der Lampe in Stunden (h) oder Jahren, der Quecksilbergehalt (Hg) in Milligramm (mg), die Dimmbarkeit sowie die Start- und Anlaufzeit, das heißt, wie lange die Lampe benötigt, bis sie angeht beziehungsweise bis 60 Prozent der Helligkeit erreicht werden.
      cr/dapd