Die besten Tauchspots der Welt

      Die besten Tauchspots der Welt

      Die besten Tauchspots der Welt

      Ob in Tirol oder in Mikronesien: Tauchen fasziniert, weil die Unterwasserwelt völlig andersartige Sinneseindrücke bietet. Die zehn schönsten Tauchspots für Amateure und Profis.

      Von Eis- bis Wracktauchen − Tauchen ist schon längst kein Extremsport mehr für elitäre Abenteurer. Dank besserer Ausrüstung ist es auch nicht mehr gefährlicher als Schwimmen, Segeln oder Surfen. Voraussetzung ist natürlich, dass man sich an die allgemeingültigen Regeln hält, die jedem Tauchnovizen in der Ausbildung eingebläut werden.

      Die zehn besten Tauchspots verteilen sich rund um den Globus. So unterschiedlich die Tauchbedingungen auch sein mögen, eines haben alle Orte gemeinsam: Sie sind paradiesisch schön, verfügen über eine beeindruckende Unterwasserwelt und oft auch über ein Stück unberührte Natur. Erfreulich, dass die Klassiker der Tauchplätze nicht zwangsläufig am anderen Ende der Welt liegen und unerreichbar sind.

      Jeder Tauchplatz verfügt über ein Highlight, das ihn berühmt gemacht hat. Die Top-Spots zeichnen sich aber auch dadurch aus, dass sie mit Unerwartetem überraschen: So kommen Wrackfans auch auf den Malediven auf ihre Kosten, Freunde der bunten Unterwasserwelt in kalten Gefilden und Liebhaber klarer Tauchgewässer in den europäischen Alpen.
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      Rotes Meer: Brother Islands – all-inclusive für Anspruchsvol

      Rotes Meer: Brother Islands – all-inclusive für Anspruchsvolle

      El Akhawein, wie die beiden „Brüder-Inseln“ auf Arabisch heißen, sind zwei kleine Eilande inmitten des Roten Meeres, fernab der Saumriffe der ägyptischen Küste. Geografisch auf Höhe der kleinen Tauchmetropole El Quseir gelegen bieten die Tauchplätze fast alles, was man vor den Küsten Ägyptens finden kann: Haie, Wracks und fantastische, korallenbewachsene Steilwände − jede Attraktion für sich bereits ein Garant für einzigartige Tauchgänge. Die Brother Islands sind nur in mehrtägigen Tauchsafaris zu erreichen. Dafür wird der Taucher auch reichlich entschädigt, sozusagen mit dem „Best of Red Sea“.

      Hauptattraktionen jeder Tour sind die zwei großen, wunderschön bewachsenen Wracks „Aida“ und „Numidia“. Die „Numidia“ lief im Jahr 1901 vermutlich wegen eines Navigationsfehlers auf das Riff von Big Brother auf. Der einst rund 140 Meter lange Frachter hätte die englische Kolonie in Indien mit Ersatzteilen für Eisenbahnen versorgen sollen. Das Wrack liegt am steil abfallenden Riff in einer Tiefe von rund zehn Metern, das Heck in fast 90 Metern.

      Das Wahrzeichen von Big Brother
      Spätestens beim nächsten Tauchgang wandern die Gedanken zum zweiten Magnet, dem Passagierfrachter „Aida“. Mit einer Länge von rund 75 Metern deutlich kleiner gesellte sie sich im Jahr 1957 dazu. Der Bug des Schiffes wurde nahezu vollständig zerstört, als es bei Sturm die Insel rammte. Der Rest des Wracks verteilt sich heute zwischen etwa 60 und 30 Metern Tiefe. Wer bei 40 Metern Tiefe oberhalb des Hecks mit dem Tauchgang beginnt, legt bei 36 Metern einen Stopp ein. Die offenen Verhältnisse im Wrack erlauben ein gefahrloses Hineintauchen in die Aufbauten des Mittschiffs. Durch riesige Schwärme von Glasfischen geht es dann langsam wieder nach oben.

      Markenzeichen „Leuchtturm“: Big Brother, die größere der beiden „Brüder-Inseln“, ist flach, 400 Meter lang und knapp 50 Meter breit. Auf der Westseite des Eilands steht, verbunden mit einem Anlegesteg, ein 31 Meter hoher Leuchtturm aus viktorianischer Zeit, dem mittlerweile in Taucherkreisen bekannten Wahrzeichen der Insel. Mit Eröffnung des Suezkanals am 11. September 1869 stieg die Zahl der Schiffe im Roten Meer sprunghaft an. Lichtsignalstationen wurden installiert, um die Sicherheit entlang der Schifffahrtsroute zu erhöhen. So auch der Leuchtturm von Big Brother. Die Tauchplätze der Brothers verteilen sich um die beiden Inseln. Die bekanntesten liegen jedoch bei Big Brother im Bereich des südlichen Ankerplatzes der Safarischiffe. Von dort geht es per Schlauchboot zu den einzelnen Tauchspots.

      Ab zur Putzerstation
      Little Brother, rund 1,5 Kilometer südöstlich von Big Brother gelegen, hat in Insiderkreisen den Ruf die spektakuläreren Tauchplätze zu haben: Die Gorgonien und Korallen sind etwas imposanter, die Steilwände noch steiler, die Fischschwärme ein wenig größer und die Begegnungen mit großen Fischen etwas häufiger. Zum Kleinen Bruder geht es auch mit dem Zodiak. Die Tauchgänge beginnen häufig direkt über dem Nordplateau und ein kleiner Riffvorsprung in rund 40 Metern Tiefe ist das Ziel des Abstiegs. Diese Nordspitze, auch als „Sharkpoint“ bekannt, teilt die überwiegend südwärts führende Strömung − ein idealer Platz für eine Putzerstation. Hier halten sich größere Fische gerne auf, um sich durch Putzerfische von Parasiten und abgestorbener Haut säubern zu lassen. Die Flanken der Insel haben andere Reize. Mal stark, mal weniger stark, aber immer vorhanden, trägt die Strömung die Taucher entlang einer nicht enden wollenden Korallenlandschaft.

      Obwohl die vom großen Touristenstrom abseits gelegenen Inseln von Zerstörung und weltweitem Haisterben auch nicht gänzlich verschont blieben, heben sich die Brother Islands immer noch überdeutlich von den küstennahen Riffen ab. Ein Grund, warum sie bei Tauchern in der Beliebtheitsskala ganz oben stehen.

      Brother Islands, Ägypten
      Lage: Rotes Meer
      Start/Ziel: Meist Hurghada, aber auch Marsa Alam (je nach Anbieter)
      Schwierigkeitsgrad: Anspruchsvoll, keine Tauchgänge für Anfänger
      Besonderheiten: Wrack, Großfisch, Korallenriff, Strömung, Steilwand, Landgang mit Besichtigung des Leuchtturms möglich
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      Pazifik: Truk Lagoon – Wracks der Superlative

      Pazifik: Truk Lagoon – Wracks der Superlative

      17. Februar 1944: Im japanischen Flottenstützpunkt Truk warten rund 60 japanische Schiffe auf ihren Einsatz. Niemand ahnt, dass die US-Marine bereits auf dem Weg dorthin ist, um in der Operation „Hailstorm“, zu Deutsch Hagelsturm, Rache für Pearl Harbor zu nehmen. In einem Angriff wird die gesamte 4. japanische Flotte völlig zerstört. Über 3000 japanische Soldaten sterben. Truk Lagoon wird zum Friedhof der Geisterschiffe. Im Jahr 1990 umbenannt in Chuuk ist der Staat mit rund 300 Inseln ein Teil Mikronesiens, 600 Meilen südöstlich von Guam und knapp 3400 Meilen südwestlich von Hawaii im Pazifik gelegen. In Taucherkreisen behält Truk Lagoon jedoch seinen einstigen Namen, unter dem er zum bekanntesten Wracktauchplatz der Welt wurde.

      Umrahmt von einem riesigen Korallenatoll verteilen sich 14 bewohnte und rund 200 unbewohnte Inseln in dem ehemaligen Flottenstützpunkt und stechen als bunte Farbkleckse mit ihrem prächtigem tropischen Bewuchs aus dem türkisfarbenen Wasser hervor. Seit jenem schicksalsträchtigen Tag ruhen in der gigantischen Badewanne Flugzeuge, Panzer und anderes Kriegsgerät − und als Highlight über 60 japanische Kriegsschiffe von bis zu 180 Metern Länge. Die Schiffe liegen überwiegend in erreichbaren Tiefen zwischen fünf und 50 Metern und sind mit Weichkorallen und Schwämmen bewachsen. Die „Fujikawa Maru“, ein japanischer Militärfrachter von 130 Metern Länge, liegt wie viele andere Schiffe der Geisterflotte aufrecht am Grund der Lagune in einer Tiefe von rund 15 bis 40 Metern.

      Ein Friedhof für Marinesoldaten
      Kurz nach dem Sprung ins Wasser zeigen sich die Umrisse des Geisterschiffs. Dank seines intakten Zustands und der vielfältigen Ladung gehört der Frachter zu den beliebtesten Wracks auf Truk. Im Bauch des Schiffes angelangt zeugen Panzer, Maschinengewehre und Munition, vor allem aber die berüchtigten Zero-Jagdflugzeuge vom Schaden für die japanische Kriegsmaschinerie. Die vielen Totenschädel erzeugen auch heute noch Betroffenheit. Eine von Tauchern errichtete Gedenktafel erinnert an das Schicksal von Schiff und Besatzung.

      Begegnungen mit Meeresschildkröten und Haien sind sowohl an den Wracks als auch an den übrigen Spots der Lagune keine Seltenheit. Abhängig von Niederschlägen, Gezeiten, Wind und der meist schwachen Strömung sind Sichtweiten zwischen zehn und 30 Metern Voraussetzung für diese eindrucksvolle Reise in die Vergangenheit.

      Truk Lagoon, Chuuk , Mikronesien
      Lage: Westpazifik, Bundesstaat Chuuk
      Start/Ziel: Inselhauptstadt Weno. Für Tauchen und Unterkunft gibt es im Prinzip nur ein guten Tipp: das Tauchsafarischiff „SS Thorfinn“
      Schwierigkeitsgrad: Auch für Anfänger geeignete Wracktauchgänge
      Besonderheiten: Überwiegend Wrack mit herrlichem Bewuchs, Blick auf gut erhaltene Ladung; Landgänge mit Besichtigung der Hinterlassenschaften des 2. Weltkriegs möglich
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      Pazifik: Malpelo – für Hai-Fans

      Pazifik: Malpelo – für Hai-Fans

      Keine farbenprächtigen Korallen, kein Bewuchs, keine mysteriösen Schiffswracks. Dafür eine Mondlandschaft unter Wasser, die man nur nach zweitägiger Pazifiküberfahrt von Panama aus erreicht. Malpelo hat nicht viel zu bieten. Aber das Wenige hat es in sich: Begegnungen mit den großen Räubern des Meeres, in einem solchen Ausmaß, wie man es weltweit nur an einer Handvoll Plätze findet.

      Die nur eine Meile lange und 250 Meter hohe Inselwelt wird fast immer von starken Strömungen umspielt. Aus Sicherheitsgründen werden die Tauchgänge in einer Gruppe unternommen, wobei der Tauchführer eine Oberflächenboje mit sich führt, damit das Boot folgen kann. Was Taucher unter Wasser zu sehen bekommen, ist alle Anstrengung wert: riesige Schulen von Hammerhaien, mehrere hundert Tiere auf einmal, die langsam an den staunenden Beobachtern vorbeiziehen. Ein atemberaubender Moment, der in anderen Teilen der Welt so nicht zu erleben ist. Taucher stehen nicht auf dem Nahrungsplan der im Schnitt drei bis vier Meter großen Tiere. Sie interessieren sich nicht für diese Blasen ausstoßenden und in Neopren steckenden Lebewesen.

      Malpelo ist ein Naturreservat. Das Archipel aus elf Inseln ist seit 2006 Unesco-Weltnaturerbe. Neben Hammerhaien trifft man dort auch auf Sandtiger- und Seidenhaie, auf Adlerrochen und Walhaie. Wer braucht da noch bunte Korallen?

      Malpelo, Kolumbien
      Lage: Ostpazifik, circa 500 Kilometer vor der Küste Kolumbiens
      Start/Ziel: Nahezu einzige Möglichkeit: Tauchkreuzfahrt ab San José de David, Panama. Gelegentlich auch Safaris mit Start in Costa.
      Schwierigkeitsgrad: Fortgeschrittene
      Besonderheiten: Strömung, meist sehr gute Sichtweiten und riesige Schulen von Haien
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      Indischer Ozean: Bodu Hithi – der Trauminsel-Klassiker

      Indischer Ozean: Bodu Hithi – der Trauminsel-Klassiker

      Nach der Landung auf der Flughafeninsel Hulule geht es in 40-minütiger Fahrt mit dem Schnellboot weiter. Das Ziel: Bodu Hithi, ein etwa 52 000 Quadratmeter großes Paradies im Nord-Male-Atoll. Ist man erst einmal auf dieser Trauminsel angekommen, ist Entspannung angesagt: der Strand und die Tauchbasis liegen nur wenige Meter entfernt – dazu erholsame Ruhe. Boote bringen Taucher zum Hausriff, das die Insel umgibt und süchtig macht. Aus diesem Grund sind sogenannte Non-Limit-Pakete, die beliebig viele Tauchgänge ermöglichen, eine Überlegung wert.

      Haie, Meeresschildkröten, Mantas, Adlerrochen oder Walhaie gehören ebenso zu den Begleitern an den über 30 Tauchspots wie riesige Schwärme von Doktorfischen, Füsilieren oder Süßlippen. Die Channels, strömungsreiche Kanäle zwischen den Inseln und Atollen, sind ein Muss. Sie unterbrechen die Atollringe und sorgen für den Wasseraustausch in den Innenriffen. An den Corners, den Kanaleingängen, herrscht meist eine stärkere Strömung. Ein idealer Warteplatz für Nahrungssuchende wie Thunfische und Barrakudas. Oftmals gut zwei Meter groß schwimmen sie ohne jegliche Anstrengung mal mit, mal gegen die Strömung. Auch der Graue Riffhai hält sich dort auf. Diese Haiart sieht so aus, wie man sich die Meeresjäger vorstellt: torpedoförmiger Körper, eine ausgeprägt sichelförmige Schwanzflosse sowie eine breite, runde Schnauze am flachen Kopf.

      Auf den Malediven treffen Taucher auf über 1000 Fischarten. Wer einen Tauchgang im Freiwasser unternimmt, sieht gelegentlich sogar den immer seltener werdenden Hammerhai. Sogar Wrackliebhaber kommen auf den Malediven auf ihre Kosten: die „Maldive Victory“, „Skipjack“, „Erlangen“, „Kudhi Maa“ und noch viele andere Schiffe liegen am Meeresboden. Neu im Trend − und mittlerweile nicht teurer als ein Inselaufenthalt − sind Tauchkreuzfahrten. Auf den Reiserouten der Anbieter stehen unterschiedliche Atolle, vor allem jene, die von den Ressorts aus nicht so häufig angefahren werden. Aber ob Inselaufenthalt oder Tauchsafari − die Malediven sind immer noch Garant für höherschlagende Taucherherzen.

      Bodu Hithi, Malediven
      Lage: Indischer Ozean, Republik Malediven
      Start/Ziel: Von der Flughafeninsel Hululé aus via Wasserflugzeug oder Dhoni (einheimische Boote) zur jeweiligen Resort-Insel
      Schwierigkeitsgrad: Alle, von Schnorcheln über Tauchanfänger bis anspruchsvoll
      Besonderheiten: Wrack, Großfisch, Korallenriff, Strömung, Steilwand, Landgang mit Besichtigung des Leuchtturms möglich (gehört einfach dazu)
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      Samarangersee: Tirol − für Durchblicker

      Samarangersee: Tirol − für Durchblicker

      Der Fernstein- und der Samarangersee im österreichischen Tirol liegen direkt nebeneinander. In Insiderkreisen ist der kristallklare Samarangersee berühmt für eine gigantische Sichtweite unter Wasser. Die beiden Bergseen inmitten eines bewaldeten Talkessels liegen auf knapp 1000 Meter Höhe unweit des Fernpasses, einem bereits in römischer Zeit bedeutenden Alpenübergang. Sie sind heute in Privatbesitz. Tauchen darf dort nur, wer als Gast im Hotel „Schloss Fernstein“ am Westufer des Sees logiert. Mehrere Faktoren machen diese Tauchplätze so faszinierend: die Klarheit des Wassers, die frische blaugrüne Färbung und eine skurrile, von Schleimalgen überzogene Unterwasserlandschaft, die an ein überdimensionales Mikadospiel aus Baumstämmen erinnert. Kreuz und quer verteilen sich unzählige, unterschiedlich dicke und lange Hölzer am Seegrund – ein bei Tauchern beliebtes Fotomotiv.

      Beide Seen sind ein fragiles, biotopähnliches Areal. Unbedachte Flossenschläge wirbeln schnell Sediment auf, das sich auf der Unterwasserflora ablegt und das wachstumsnotwendige Licht fernhält − die Pflanzen sterben ab. Ganzjährig stabile Wassertemperaturen von etwa vier bis acht Grad Celsius sind nicht nur für Taucher äußerst kühl. Die Pflanzen benötigen Jahrzehnte, um sich zu regenerieren. Daher sind der Samarangersee, besonders aber der Fernsteinsee Kostbarkeiten, die entsprechend der Bestimmungen vor Ort nur von erfahrenen und umsichtigen Tauchern erkundet werden dürfen. Wer die Bedingungen erfüllt, wird bei sonnigem Wetter mit einem ganz besonderen Blick auf die Bergwelt der Alpen belohnt: aus der Tiefe des Sees.

      Samaranger See, Österreich
      Lage: Österreichische Alpen, Tirol, Gemeinde Nassereith
      Start/Ziel: Ausgangspunkt ist das Hotel „Schloss Fernstein“
      Schwierigkeitsgrad: Fortgeschrittene
      Besonderheiten: Glasklares Wasser und eine skurrile Unterwasserlandschaft
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      Andamanensee: Richelieu Rock − von Mikro- bis Groß

      Andamanensee: Richelieu Rock − von Mikro- bis Großfisch

      Was haben ein französischer Kardinal des späten Mittelalters und ein Tauchplatz in Asien gemeinsam? Oberflächlich betrachtet – im wahrsten Sinne des Wortes – nichts. Wer am Richelieu Rock abtaucht, erkennt allerdings den Zusammenhang sehr schnell: die Farbe Purpur. Der Überlieferung nach kleidete sich der politisch aktive Kardinal gerne in dieser Farbe des Klerus und die gleichfarbige Unterwasserlandschaft am Richelieu Rock erinnert daran. Der pelagische Berg ragt nur bei Niedrigwasser an die Oberfläche und ist Teil des thailändischen Surin Nationalparks an der Grenze zu Burma (Myanmar). Der Tauchspot steht zu Recht im Wettstreit mit den nahegelegenen, ebenfalls weltbekannten Tauchplätzen der Similan- und Surin-Inseln.

      Der exponierte Platz hat aber einen Vorteil, der ihn in die vorderen Plätze bringt: Großfisch. Sichtungen von Mantas und Walhaien sind hier vergleichsweise häufig. Denn der Fels ist eine Manta-Putzerstation. Hier treffen sich die harmlosen Riesen auf der Suche nach Plankton, schweben ohne sichtbaren Kraftaufwand in der Strömung und werden ganz nebenbei von Lippfischen gereinigt. Die Putzertierchen ernähren sich vornehmlich von dem, was dem riesigen Rochen lästig ist: Parasiten und Hautpartikel. Stiller Nutznießer dieser symbiotischen Partnerschaft ist dabei der Taucher, der sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen sollte.

      Das tierische Spektrum am Richelieu Rock ist groß: Walhaie, Zebrahaie, Mantas, aber auch Seepferdchen, Harlekin-Garnelen und riesige Schwärme von Makrelen und Snappern. Und eben jene Mischung aus Steilwänden, Höhlen und Korallengärten mit ihrer farblich starken Tendenz zu Purpur.

      Die Vergangenheit war geprägt von Dynamit- und Schleppnetzfischerei sowie wildem Ankern der Touristenboote. In den 80-ern begann das zuständige thailändische Ministerium mit der Errichtung von Forststationen auf den Similan-Inseln. Der Einsatz von Park-Rangern und ein gewachsenes Umweltbewusstsein bei der einheimischen Bevölkerung, den Tourveranstaltern und Tauchern haben die Situation merklich verbessert: Die Similans gelten inzwischen als umweltpolitisches Vorzeigeprojekt im asiatischen Raum und als Tauchspot der Superlative.

      Richelieu Rock, Thailand
      Lage: Andamanensee, etwa 50 Seemeilen südlich der Grenze zu Burma
      Start/Ziel: Phuket, Khao Lak bzw. Tab Lamu
      Schwierigkeitsgrad: Anfänger und Fortgeschrittene
      Besonderheiten: Strömungstauchgänge, Fische in jeder Größe, aber vor allem Korallenriffe und bewachsene Wände in fantastischen Farben
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      Mittelmeer: Naturschutzpark Portofino – Tauchen wie früher

      Mittelmeer: Naturschutzpark Portofino – Tauchen wie früher

      Tauchgänge an den Spots auf der ligurischen Halbinsel zwischen Camogli und Santa Margherita Ligure sind wie eine Zeitreise. Das Sporttauchen hat im nordwestlichen Becken des Mittelmeeres seinen Anfang genommen. Wer das Mittelmeer schon etwas länger kennt, fühlt sich um rund 40 Jahre in die Anfänge der Taucherei zurückversetzt. Wer nicht, bekommt einen guten Eindruck von der Faszination eines Tauchgangs im Mare Nostrum.

      Die Unterwasserlandschaft ist bunt und die mediterranen Fischarten in fast allen Variationen und Größen vertreten. Naturschätze gibt es an der etwa 15 Kilometer langen Steilküste der Halbinsel genug zu entdecken, sowohl über, als auch unter Wasser. Fantasievoll wie die ligurische Küche sind auch die Namen der Tauchplätze: La Colombara − die Urnenhalle, Il Dragone − der Drachen, Scoglio del Raviolo − der Maultaschenfelsen. Symbolcharakter für Taucher hat auch der „Il Cristo degli Abissi“, der Christus der Meerestiefen. Mit geöffneten Armen, den Blick durch das dunkle Blau nach oben zur glitzernden Meeresoberfläche gerichtet, wurde die etwa drei Meter große Bronzestatue bereits im Jahr 1954 in der Bucht nahe der Abtei San Fruttuoso versenkt. Sie ist einem italienischen Tauchpionier, dem „Padre“ der Tauchausbildung in Italien gewidmet. Obwohl − oder gerade weil − nur in unspektakulärer Tiefe von rund 18 Metern stehend, gehört die Christusstatue des Marineparks von Portofino zu den obligatorischen Besuchen dieses Unterwasserparks.

      Tauchen und Shoppen
      Hier versammeln sich oft auch skurrile Mittelmeerbewohner: Mondfische, mit teils gewaltigen Ausmaßen von zwei bis drei Metern Durchmesser. Dem maritimen Leben hat die im Jahr 1999 erfolgte Errichtung des Meeresschutzgebietes sichtbar gut getan. Mittlerweile wachsen die seltenen Posidonia-Seegrasflächen wieder − zahllose Gelbe Krustenanemonen, aber auch die bei Schmuckherstellern beliebten Roten Korallen stellen den einst üppigen Farbkontrast zumindest in diesem Teil des tiefblauen Mittelmeeres wieder her.

      Ein ganz besonderes Schmankerl sollte man sich nicht entgehen lassen: Tauchgänge in der „Tonnarella di Camogli“. In dem riesigen Meeresbecken aus Netzen werden Thunfische gezüchtet, seit diesem Jahr sind dort Tauchgänge möglich. Begegnungen mit den bis zu zwei Meter großen Raubfischen erzeugen Gänsehaut, wie Roberto Bacigalupi verrät, Besitzer der Tauchbasis „B&B Diving“ und derzeit einziger Veranstalter dort.

      Naturschutzpark Portofino, Italien
      Lage: Nordwestliches Mittelmeer, Region Genua
      Start/Ziel: Portofino, Camogli, Santa Margherita Ligure, aber auch Genua und von anderen Orten aus
      Schwierigkeitsgrad: Anfänger und Fortgeschrittene
      Besonderheiten: Wracks, Fischschwärme, Mittelmeerflora und -fauna

      Die Zeit zwischen den Tauchgängen lässt sich in Ligurien mehr als sinnvoll nutzen – kulinarisch, kulturell und sportlich. Das nahe „Promontorio“, das Vorgebirge, lädt zu ausgiebigen Bergtouren ein, anspruchsvoll oder gemütlich. Wer eher auf Mountainbiking steht: bitte sehr. Bedürfnisse nach Kultur und Großstadtflair werden im nahe gelegenen Genua befriedigt. Ob beim Shopping in einer der zahlreichen Modeboutiquen in der Innenstadt Genuas oder bei einem Besuch des riesigen, vor allem im Altstadtbereich interessanten Hafen mit seinen Museen, Segelschiffen und Ausflugsfahrten.
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      Nordatlantik: Azoren – geheimnisvoller Schatz in Grün und Bl

      Nordatlantik: Azoren – geheimnisvoller Schatz in Grün und Blau

      Die neun Inseln, São Miguel, Santa Maria, Terceira, Graciosa, São Jorge, Pico, Faial, Corvo und Flores gehören zu den letzten europäischen Geheimtipps. Jede Insel hat ihren ganz besonderen Reiz, doch eines ist ihnen gemein: Sie kennen keinen Massentourismus, wie man ihn bei den atlantischen Nachbarn Kanaren oder Madeira vorfindet. Umweltfrevel wie Bauwahn und Wasservergeudung existieren nicht. Die Azoren sind etwas für Menschen, die die Natur lieben und verantwortlich mit ihr umgehen. Sie sind für Taucher geeignet, die mit Erfahrung und dem nötigen Respekt die unzähligen Tauchplätze nahe der Küste sowie im offenen Atlantik erkunden wollen – auf ihrer ganz persönlichen Suche nach den Schätzen des Meeres. Begegnungen mit Walen, Delfinen, Fischschwärmen und riesigen Thunfischenschulen sind keine Seltenheit – knackige Drifttauchgänge im Hin und Her der Wellen ebenso. Und all dies bei herrlichen Sichtweiten, immer umgeben vom fantastischen Blau des Meeres.

      Lassen Wind und Wellen einen Tauchgang nicht zu, muss dennoch keine Langeweile aufkommen. Ob zu Fuß oder mit dem Mountainbike − auf den zahlreichen Wegen durch die Berge und Wälder der Inseln bestimmt jeder selbst, wie anstrengend der Tag wird. Soll einem kalten Tauchgang ein erholsamer Wellness-Nachmittag folgen, bieten die „Termas do Carapacho“ auf Graciosa ideale Bedingungen. Canyoning durch nahezu unberührte Schluchten ist auf den meisten Inseln ebenso möglich wie ein schneller Ritt mit PS-starken Schlauchbooten über die Wellen beim Whale-Watching.

      Azoren, Portugal
      Lage: Atlantik, circa 1500 Kilometer von Europa und 3500 Kilometer von Nordamerika entfernt
      Start/Ziel: Meist via Lissabon nach Terceira oder São Miguel, aber auch Direktflüge wie beispielsweise von Boston (USA)
      Schwierigkeitsgrad: Überwiegend anspruchsvoll, für erfahrene Taucher, teils aber auch für Anfänger geeignet
      Besonderheiten: Großer Fischreichtum, teils Offshore-Tauchgänge an den sogenannten Sea Mounts rund um das Archipel, und vor allem eine beeindruckende, unberührte Natur über wie unter Wasser
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      Ostpazifik: Browning Wall − im Kaltwassermekka

      Ostpazifik: Browning Wall − im Kaltwassermekka

      Das Tauchen an der Browning Wall macht süchtig. Die farbenprächtige Steilwand gilt als Mekka des Kaltwassertauchens. Und sie ist nichts für Tauchanfänger: Starke Gezeitenströmungen und das kalte Wasser des Ostpazifiks machen die Tauchgänge nahe der kleinen, unbewohnten Insel bei Port Hardy in der kanadischen Provinz British Columbia anspruchsvoll. Aber weil das Meer an dieser Stelle so nährstoffreich ist, bietet es ideale Voraussetzungen für eine unglaubliche Artenvielfalt, die es mit jedem tropischen Gewässer aufnehmen kann. Orangefarbene Seeanemonen, rote Weichkorallen und gelbe Schwämme sprießen überall, sodass man den darunter liegenden Fels nur erahnen kann. Dazwischen Kammmuscheln, ellenlange Krabben, riesige Seesterne sowie Kelpwälder (Algen) in den verschiedensten Grüntönen, die sich im Takt der Wellen und der Strömung bewegen.

      Egal, ob über oder unter Wasser, die Devise lautet „Augen auf“. An den Tauchplätzen in der Browning Passage sollte man seinen Blick schweifen lassen. Mal zeigt sich eine bunte, handtellergroße Nachtschnecke, mal eine überdimensionale Qualle oder gelegentlich auch ein Orca.

      Die Felswand der Browning Wall, die rund 30 Meter über die Wasseroberfläche hinausragt, führt 30 Meter senkrecht, danach stufenförmig bis auf fast 70 Meter Tiefe. Dieser Tauchplatz ist jedoch nur etwa 100 Meter lang. Würde man unbeachtet der Gezeiten tauchen, triebe einen die starke Strömung in kürzester Zeit an dem herrlichen Drop-off vorbei. Egal ob im Rahmen einer Tagesfahrt von Port Hardy aus oder an Bord eines Tauchsafarischiffes − die Tauchguides geben ihr OK-Zeichen erst nach gründlichem Studium von Tidentabellen und aktuellen Bedingungen vor Ort. Was die Tauchausrüstung betrifft, so gilt hier alles, was für Kaltwassertauchgänge zutrifft. Denn selten erreicht die Wassertemperatur Werte von über zehn Grad Celsius, deshalb ist ein Trockentauchanzug mehr als angeraten.

      Browning Wall, British Columbia, Kanada
      Lage: Vancouver Island, Ostpazifik
      Start/Ziel: Port Hardy im Nordosten von Vancouver Island
      Schwierigkeitsgrad: Anspruchsvoll, nur für fortgeschrittene Taucher, starke Gezeitenströmungen, Tauchen nur nach Gezeitentabelle
      Kaltes Wasser: Trockentauchanzug
      Besonderheiten: Unglaublich bunt bewachsene Steilwand, allerdings direkt an der Wand kein Landgang möglich
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      Rotes Meer: Thistlegorm − Tauchers Pflichtprogramm

      Rotes Meer: Thistlegorm − Tauchers Pflichtprogramm

      Einmal im Leben zur „Thistlegorm“: Sie ist als das Kultwrack im Roten Meer weltweit bekannt. Übersetzt ins Deutsche bedeutet der gälische Schiffsnamen „Blaue Distel“. Der Frachter wurde am 6. Oktober 1941 an seiner heutigen Position von einem deutschen Heinkel He 111-Bomber versenkt. Die Hauptattraktion ist jedoch immer noch die Ladung des Transportschiffes, das zur Versorgung der britischen Afrikatruppen im Kampf gegen Generalfeldmarschall Rommels Heer unterwegs war: BSA-Motorräder, Bedford-Lastkraftwagen, Gewehre, Flugzeugteile, Bren-Carrier-Panzer, Eisenbahnwagons sowie Munition in allen Kalibern. Letztere gereichte dem Frachter zum Verhängnis, als die Bomben des Flugzeugs die Munition zur Explosion brachten. Teile der Ladung wurden dabei aus dem Laderaum herausgeschleudert, so auch eine Stanier-Dampflokomotive die abseits des Wracks liegt.

      Rund 15 Jahre ruhte die „Thistlegorm“ am Grund im Golf von Suez, bis kein Geringerer als der französische Meeresforscher Jacques Yves Cousteau das Schiff im Jahr 1956 wiederentdeckte.

      Obwohl die „Thistlegorm“ nach wie vor ausgeplündert wird, ist sie trotzdem ein tolles Wrack. An Tagen mit ruhiger See und guter Unterwassersicht erkennt man sie schon schemenhaft vom Tauchschiff aus. Die alte Dame steht aufrecht in gut 30 Metern Tiefe, an einer der zahlreichen Ankerleinen der Safarischiffe geht es nach unten. Nach wenigen Metern sind die Aufbauten zu erkennen, immer mehr zeigen sich Details des beeindruckend großen Transportschiffes. An Deck angekommen, muss man sich entscheiden: Rein oder außen herum?

      Für den ersten Tauchgang empfiehlt sich, das Schiff in seiner Gesamtheit zu erforschen. Beginnend mit der Bugpartie geht es weiter an der Längsseite. Wirft man immer wieder mal einen Blick nach unten in die offenen Laderäume, erkennt man Fahrzeuge oder Tragflächen von Flugzeugen. Das Ausmaß der Zerstörung vermittelt einen Eindruck wie gewaltig die Explosion gewesen sein muss. Neigt sich der Luftvorrat dem Ende zu, bleibt noch ein Kurzbesuch der Hecksektion des Frachters. Hier ragt das Rohr des alten Bordgeschützes ins Blau, eines der beliebtesten Fotomotive dieses Tauchplatzes. Dann geht es wieder zurück an Bord des Tauchschiffes, mit Vorfreude auf den zweiten − oder auch einen dritten − Tauchgang des Tages: Schließlich gilt es noch die Laderäume, die Badewanne des Kapitäns, die Motorräder und die immer noch intakten Militärgummistiefel zu besichtigen.

      Thistlegorm, Rotes Meer, Ägypten
      Lage: Ägypten, nördliches Rotes Meer, Straße von Gubal am Eingang zum Suezkanal
      Start/Ziel: Hurghada, Sharm el Sheikh, gelegentlich El Gouna; die „Thistlegorm“ wird von zahlreichen Anbietern in Tagestrips oder im Rahmen von mehrtägigen Tauchsafaris angefahren
      Schwierigkeitsgrad: Für Anfänger geeignet
      Besonderheiten: Wrack, beeindruckender Blick auf die einstige Ladung, standorttreue Schildkröten, Rotfeuerfische und Krokodilfische
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