Leinfelder Uhrenmanufaktur: Ein Chronograph zum Anfassen
Eine Uhr für die Antigua Sailing Week 2010 entwickeln – mit diesem Vorschlag wandte sich Professor Dr. Ulrich L. Rohde, begeisterter Segler und Uhrenfan, im Sommer 2009 an die Leinfelder Goldschmiede München. Martin Mandl, Designer und einer der Geschäftsführer, wusste recht schnell, wie so ein Chronograph aussehen könnte.
„Ein Gehäuse, das im Querschnitt an das Kapitell antiker Säulen erinnert, mit satten Kurven“, erzählt er von seiner Vision. „Unsere Uhr sollte sich richtig gut anfühlen und so gebaut sein, dass man sie gerne bedient.“ Das war ein klares Anliegen mit unerwarteten Folgen. Denn so eine Uhr zu bauen, entpuppte sich als spannende Tour de Force – ein Blick hinter die Kulissen.
Von der Idee zur Uhr: Unmögliches möglich machen
„Fließende Formen und eine angenehme Haptik bilden den Kern unserer Designidee“, so Martin Mandl. Dem gegenüber standen zu Beginn 89 Kilogramm harter Stahl. Aus verschiedensten Varianten hatten die Münchner Goldschmiede einen Rohstoff ausgewählt, der sich gut verarbeiten lässt und mit einem niedrigen, korrosionsbeständigen Nickelanteil gesundheitlich vollkommen unbedenklich ist. „Remanit-Stahl wird zum Beispiel in der Zahntechnik eingesetzt.“ Doch trotz besten Materials fiel die Expertenmeinung zur Idee von Leinfelder kritisch aus: „Einen Gehäusemittelteil in der gewünschten Optik aus einem Stück zu fräsen, sei unmöglich, hieß es“, erinnert sich Mandl. Wegen des speziellen Designs seien zu viele Freiflächen vorhanden, für klassisches Fräsen zu komplex.
Davon ließ man sich bei Leinfelder nicht entmutigen. „Tage- und nächtelang haben wir im Herbst 2009 Wachsmodelle bearbeitet, optimiert, der Länge nach hoch und quer geschnitten, um möglichst genaue Befehle für die Fräsmaschine zu bekommen.“ Das Resultat ist ein Befehlssatz mit über einer Million Kommandos statt der üblichen 30.000 (Mittelwert). Damit produziert die hochmoderne Simultan-5-Achs-Fräsmaschine Rohlinge aus Gold oder Stahl. „Um die Haptik und die Form zu perfektionieren, bearbeiten und polieren wir den Rohling dann in feinster Handarbeit“, erklärt Martin Mandl den Anspruch von Leinfelder München. Doch das ist erst der erste Teil der Herstellung, denn dann kommen die Details.
Moderne Manufaktur: Was alles in der Antigua 2010 steckt
Die sieben Zeiger wurden ebenfalls exklusiv für die Antigua 2010 entworfen. Die Fertigung der filigranen Objekte besteht aus vielen einzelnen Arbeitsschritten: Vorlage am CAD konstruieren, mit Laser aus Federstahl ausschneiden, von Hand polieren, auf 290 Grad erhitzen und bläuen, mit SUPERLUMINOVA® füllen und so im Dunkeln zum Leuchten bringen. Das Futter, per Hand poliert und rhodiniert, wird zum Schluss in den Zeiger eingepresst. „Erst dann setzen wir bei der Montage der Uhr den jeweiligen Zeiger auf die Zeigerwelle. Damit der Minutenstoppzeiger später nicht verrutscht, schlagen wir ihn mit einem 5-Gramm-Hammer auf, um genau die richtige Menge Kraft auszuüben“, erklärt Mandl.
Ein weiteres Detail, auf dem besonderes Augenmerk lag, ist der Drücker für die Mechanik der Stoppuhr. Die Drücker der Antigua 2010 sollten groß und leichtgängig sein, einen satten Klang haben und durch ihre besondere Form die Krone schützen. Der Weg dorthin war auch hier nicht einfach. „Wir haben eine eigene Drückerkappe entwickelt und die Drückermechanik so modifiziert, dass sie trotz des geringen Platzes hineinpasst“, erläutert Mandl. Bei der Drückerkappe heißt es schmirgeln, schleifen und polieren, bis sie sich perfekt ins Gehäuse einfügt. Zum Schluss gilt es, die Achse für die Drückerkappe auf den Hundertstelmillimeter genau zu setzen, damit später nichts hakt.
Für die Schraubkrone suchten die Leinfelder Goldschmiede zunächst nach der richtigen Größe; je kleiner die Krone und damit das Tauchrohr für die Aufzugswelle, desto wackliger ist die Angelegenheit später – eine zu große Krone wiederum ist von der Handhabung her unangenehm. Als Größe und Design feststanden, hieß es Rohling fräsen, Gewinde schneiden, Zahnung auffräsen, Deckel montieren und die Mechanik einpressen.
Um neben Stahl und Gold ein weiteres passendes Material für das Armband zu finden, ließ Leinfelder eine am Markt etablierte Kautschuk-Variante testen. Dabei stellte sich heraus, dass Weichmacher abdampfen und somit giftige Stoffe in die Haut eindringen können. Nach intensiven Recherchen war eine Alternative gefunden: ein Silikon aus der Medizintechnik, das sich färben lässt, hohen Tragekomfort bietet und gesundheitlich vollkommen unbedenklich ist. Eine letzte Besonderheit verbirgt sich auf dem Gehäusedeckel der Antigua 2010: Um zu zeigen, dass der Chronograph von der Goldschmiede an der alten Münchner Stadtmauer kommt, ist auf jedem Gehäusedeckel das Münchner Kindl eingraviert.
Die Leinfelder Uhrenmanufaktur: Wer wir sind
„Wenn ich jemals wieder eine Uhr trage, dann baue ich sie selbst.“ Gesagt, getan: 1998 schuf Martin Mandl an seiner eigenen Drehbank aus den Einzelteilen einer wertvollen französischen Uhr seinen ersten Zeitmesser – die No I aus dem Hause Leinfelder München. Von der Goldschmiedekunst kommend, nutzt der Geschäftsführer der Leinfelder Uhrenmanufaktur bis heute sein Know-how in Materialverarbeitung und Design für außergewöhnliche Kreationen. Gemeinsam mit seinen Geschäftspartnern Stephanie Wolf (geb. Leinfelder) und Titus Wolf leitet Martin Mandl seit 1999 die Leinfelder Goldschmiede an der alten Münchner Stadtmauer. 2010 folgte die Gründung der Leinfelder Uhrenmanufaktur – mit derzeit acht Modellen im Sortiment.
Leinfelder München: Wo wir herkommen
Drei Menschen bekommen den Sinn für Schmuck und Unternehmertum in die Wiege gelegt; das geschieht fast von selbst, wenn der Vater Goldschmied, Juwelier oder Großhändler für Silberschmuck ist. Sie entscheiden sich alle drei für eine Ausbildung in der Goldschmiedekunst, und als sich ihre Wege kreuzen, zeigt sich, dass sie ein außergewöhnlich gutes Team sind. So einfach und besonders zugleich ist die Geschichte hinter Leinfelder München. Als geschäftsführende Gesellschafter leiten Stephanie Wolf (geb. Leinfelder), Titus Wolf und Martin Mandl seit 1999 die Goldschmiede an der alten Münchner Stadtmauer. Grundlegend für die Schmuckstücke und Uhren von Leinfelder ist eine besondere Formensprache, die klare Linien und Stilelemente aus der Architektur vereint.
So entstehen einzigartige Kunstwerke, die über die Jahre viele Liebhaber gewonnen haben und immer wieder neue Kunden begeistern. Gegründet wurde die Firma im Jahr 1963, als Erwin Leinfelder in der Münchner Prannerstraße die erste Schmuckgalerie Deutschlands eröffnete. Seit 2003 befindet sich das Juweliergeschäft Leinfelder in der Theatinerstraße.
Eine Uhr für die Antigua Sailing Week 2010 entwickeln – mit diesem Vorschlag wandte sich Professor Dr. Ulrich L. Rohde, begeisterter Segler und Uhrenfan, im Sommer 2009 an die Leinfelder Goldschmiede München. Martin Mandl, Designer und einer der Geschäftsführer, wusste recht schnell, wie so ein Chronograph aussehen könnte.
„Ein Gehäuse, das im Querschnitt an das Kapitell antiker Säulen erinnert, mit satten Kurven“, erzählt er von seiner Vision. „Unsere Uhr sollte sich richtig gut anfühlen und so gebaut sein, dass man sie gerne bedient.“ Das war ein klares Anliegen mit unerwarteten Folgen. Denn so eine Uhr zu bauen, entpuppte sich als spannende Tour de Force – ein Blick hinter die Kulissen.
Von der Idee zur Uhr: Unmögliches möglich machen
„Fließende Formen und eine angenehme Haptik bilden den Kern unserer Designidee“, so Martin Mandl. Dem gegenüber standen zu Beginn 89 Kilogramm harter Stahl. Aus verschiedensten Varianten hatten die Münchner Goldschmiede einen Rohstoff ausgewählt, der sich gut verarbeiten lässt und mit einem niedrigen, korrosionsbeständigen Nickelanteil gesundheitlich vollkommen unbedenklich ist. „Remanit-Stahl wird zum Beispiel in der Zahntechnik eingesetzt.“ Doch trotz besten Materials fiel die Expertenmeinung zur Idee von Leinfelder kritisch aus: „Einen Gehäusemittelteil in der gewünschten Optik aus einem Stück zu fräsen, sei unmöglich, hieß es“, erinnert sich Mandl. Wegen des speziellen Designs seien zu viele Freiflächen vorhanden, für klassisches Fräsen zu komplex.
Davon ließ man sich bei Leinfelder nicht entmutigen. „Tage- und nächtelang haben wir im Herbst 2009 Wachsmodelle bearbeitet, optimiert, der Länge nach hoch und quer geschnitten, um möglichst genaue Befehle für die Fräsmaschine zu bekommen.“ Das Resultat ist ein Befehlssatz mit über einer Million Kommandos statt der üblichen 30.000 (Mittelwert). Damit produziert die hochmoderne Simultan-5-Achs-Fräsmaschine Rohlinge aus Gold oder Stahl. „Um die Haptik und die Form zu perfektionieren, bearbeiten und polieren wir den Rohling dann in feinster Handarbeit“, erklärt Martin Mandl den Anspruch von Leinfelder München. Doch das ist erst der erste Teil der Herstellung, denn dann kommen die Details.
Moderne Manufaktur: Was alles in der Antigua 2010 steckt
Die sieben Zeiger wurden ebenfalls exklusiv für die Antigua 2010 entworfen. Die Fertigung der filigranen Objekte besteht aus vielen einzelnen Arbeitsschritten: Vorlage am CAD konstruieren, mit Laser aus Federstahl ausschneiden, von Hand polieren, auf 290 Grad erhitzen und bläuen, mit SUPERLUMINOVA® füllen und so im Dunkeln zum Leuchten bringen. Das Futter, per Hand poliert und rhodiniert, wird zum Schluss in den Zeiger eingepresst. „Erst dann setzen wir bei der Montage der Uhr den jeweiligen Zeiger auf die Zeigerwelle. Damit der Minutenstoppzeiger später nicht verrutscht, schlagen wir ihn mit einem 5-Gramm-Hammer auf, um genau die richtige Menge Kraft auszuüben“, erklärt Mandl.
Ein weiteres Detail, auf dem besonderes Augenmerk lag, ist der Drücker für die Mechanik der Stoppuhr. Die Drücker der Antigua 2010 sollten groß und leichtgängig sein, einen satten Klang haben und durch ihre besondere Form die Krone schützen. Der Weg dorthin war auch hier nicht einfach. „Wir haben eine eigene Drückerkappe entwickelt und die Drückermechanik so modifiziert, dass sie trotz des geringen Platzes hineinpasst“, erläutert Mandl. Bei der Drückerkappe heißt es schmirgeln, schleifen und polieren, bis sie sich perfekt ins Gehäuse einfügt. Zum Schluss gilt es, die Achse für die Drückerkappe auf den Hundertstelmillimeter genau zu setzen, damit später nichts hakt.
Für die Schraubkrone suchten die Leinfelder Goldschmiede zunächst nach der richtigen Größe; je kleiner die Krone und damit das Tauchrohr für die Aufzugswelle, desto wackliger ist die Angelegenheit später – eine zu große Krone wiederum ist von der Handhabung her unangenehm. Als Größe und Design feststanden, hieß es Rohling fräsen, Gewinde schneiden, Zahnung auffräsen, Deckel montieren und die Mechanik einpressen.
Um neben Stahl und Gold ein weiteres passendes Material für das Armband zu finden, ließ Leinfelder eine am Markt etablierte Kautschuk-Variante testen. Dabei stellte sich heraus, dass Weichmacher abdampfen und somit giftige Stoffe in die Haut eindringen können. Nach intensiven Recherchen war eine Alternative gefunden: ein Silikon aus der Medizintechnik, das sich färben lässt, hohen Tragekomfort bietet und gesundheitlich vollkommen unbedenklich ist. Eine letzte Besonderheit verbirgt sich auf dem Gehäusedeckel der Antigua 2010: Um zu zeigen, dass der Chronograph von der Goldschmiede an der alten Münchner Stadtmauer kommt, ist auf jedem Gehäusedeckel das Münchner Kindl eingraviert.
Die Leinfelder Uhrenmanufaktur: Wer wir sind
„Wenn ich jemals wieder eine Uhr trage, dann baue ich sie selbst.“ Gesagt, getan: 1998 schuf Martin Mandl an seiner eigenen Drehbank aus den Einzelteilen einer wertvollen französischen Uhr seinen ersten Zeitmesser – die No I aus dem Hause Leinfelder München. Von der Goldschmiedekunst kommend, nutzt der Geschäftsführer der Leinfelder Uhrenmanufaktur bis heute sein Know-how in Materialverarbeitung und Design für außergewöhnliche Kreationen. Gemeinsam mit seinen Geschäftspartnern Stephanie Wolf (geb. Leinfelder) und Titus Wolf leitet Martin Mandl seit 1999 die Leinfelder Goldschmiede an der alten Münchner Stadtmauer. 2010 folgte die Gründung der Leinfelder Uhrenmanufaktur – mit derzeit acht Modellen im Sortiment.
Leinfelder München: Wo wir herkommen
Drei Menschen bekommen den Sinn für Schmuck und Unternehmertum in die Wiege gelegt; das geschieht fast von selbst, wenn der Vater Goldschmied, Juwelier oder Großhändler für Silberschmuck ist. Sie entscheiden sich alle drei für eine Ausbildung in der Goldschmiedekunst, und als sich ihre Wege kreuzen, zeigt sich, dass sie ein außergewöhnlich gutes Team sind. So einfach und besonders zugleich ist die Geschichte hinter Leinfelder München. Als geschäftsführende Gesellschafter leiten Stephanie Wolf (geb. Leinfelder), Titus Wolf und Martin Mandl seit 1999 die Goldschmiede an der alten Münchner Stadtmauer. Grundlegend für die Schmuckstücke und Uhren von Leinfelder ist eine besondere Formensprache, die klare Linien und Stilelemente aus der Architektur vereint.
So entstehen einzigartige Kunstwerke, die über die Jahre viele Liebhaber gewonnen haben und immer wieder neue Kunden begeistern. Gegründet wurde die Firma im Jahr 1963, als Erwin Leinfelder in der Münchner Prannerstraße die erste Schmuckgalerie Deutschlands eröffnete. Seit 2003 befindet sich das Juweliergeschäft Leinfelder in der Theatinerstraße.