Lebendig wertvoller als tot: Hai-Tauchen viel profitabler...

      Lebendig wertvoller als tot: Hai-Tauchen viel profitabler...

      Lebendig wertvoller als tot: Hai-Tauchen viel profitabler als Hai-Töten

      Viele Hai-Arten sind vom Aussterben bedroht. Doch ein Hai kann im Lauf seines Lebens knapp zwei Millionen Dollar einbringen. Das ist ein Vielfaches dessen, was der Verkauf seiner Flossen und seines Fleisches umsetzen würde. Das Erfolgsmodell Palau macht vor, wie es geht: Der Pazifik-Inselstaat ist Hai-Schutzgebiet, und die Tourismuseinnahmen durch abenteuerlustige Hai-Taucher boomen. Eine Studie zeigt, was für ein gewaltiger Wirtschaftsfaktor die – lebendigen – Tiere sind.

      Gefürchtet, und doch extrem wertvoll: Ein Hai bringt im Lauf seines Lebens deutlich mehr Geld durch Tourismus ein als durch den Verkauf seines Fleisches. Das rechnet jetzt eine Studie australischer Wissenschaftler vor. „Haie können im wörtlichen Sinne eine 'Million-Dollar'-Art und eine bedeutende wirtschaftliche Triebfeder sein", erklärte Mark Meekan vom Australischen Institut für Meereswissenschaften, Hauptautor der Untersuchung. Im pazifischen Inselstaat Palau bringt ein einzelner Hai die Urlauber demnach dazu, dort jährlich im Schnitt 179.000 Dollar (ca. 121.000 Euro) auszugeben. Während der gesamten durchschnittlichen Lebenszeit eines Hais belaufen sich die touristischen Einnahmen durch ihn auf eine Höhe von 1,9 Millionen Dollar.

      Doch nach wie vor werden Haiflossen vor allem in China als Delikatesse gehandelt. Da die Raubfische aber erst spät geschlechtsreif werden und wenig Nachkommen zeugen, gefährdet die Jagd auf sie den weltweiten Haibestand. Viele Arten sind vom Aussterben bedroht. Die neuen Untersuchungsdaten zeigten, dass die Tiere als Tourismusressource viel mehr zur wirtschaftlichen Entwicklung beitragen könnten denn als Beute der Fischerei, hob Meekan hervor. Hai-Tauchtouren machen der Studie zufolge in Palau acht Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus. Jährlich erwirtschaftet die Branche zudem mehr als eine Million Dollar an Löhnen für den kleinen Inselstaat.

      Matt Rand, Hai-Experte der US-Umweltorganisation Pew Environment Group, weist daher darauf hin, dass der Haitourismus "ein entwicklungsfähiger wirtschaftlicher Motor" sein könne. Das Erfolgsmodell Palau zeigt, wie es gehen kann: Der Inselreich im Pazifik war 2009 das erste Land, das seine gesamten Hoheitsgewässer zum Hai-Schutzgebiet erklärte. Vergangenes Jahr folgten auch Honduras und die Malediven. Die aktuell vorgelegte Studie könnte nun auch hoffentlich weitere Länder dazu bewegen, Haie zu schützen - und davon auch wirtschaftlich zu profitieren.
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