Tauchen in Ägypten

      Tauchen in Ägypten

      Faszination Tauchen

      Es muss nicht immer Karibik oder Südsee sein: gerade einmal vier Flugstunden von Deutschland entfernt finden Taucher exzellente Reviere. Das einst verschlafene Fischerdorf Hurghada im südlichen Ägypten bietet alles, was im oder auf dem Wasser möglich ist: Windsurfen, Segeln, Hochseefischen - und vor allem Schnorcheln und Tauchen.
      Viele Strandurlauber haben hier am Roten Meer in Anfängerkursen ihre Leidenschaft für den Tauchsport entdeckt. Die große Auswahl der Tauchbasen macht die Wahl fast zur Qual. Ist die richtige Basis gefunden, steht dem Vergnügen nichts mehr im Weg. Tag für Tag verlässt eine Armada von Booten den Hafen, um die Wassersportler zu den Riffen zu bringen.

      Verlockend für Erfahrene: Das Riff Abu Nuhas. Hier haben im Laufe der Zeit vier Schiffe an den Korallenbänken ihr Ende gefunden. Das berühmteste ist die 1869 gesunkene Carnatic, die neben vielen Passagieren auch die reich gefüllte Bordkasse mit in die Tiefe riss. Zwar wurden sofort Bergungsversuche unternommen, aber rund 8.000 Goldstücke sind bis heute verschwunden. Dieser Schatz vor Hurghadas Küste beflügelt immer wieder die Fantasie der Taucher.

      In Sichtweite der Küste liegt die SS Thistlegorm auf dem Meeresgrund. Das Schiff sank am 6. Oktober 1942 nach einem deutschen Luftangriff, beladen mit Material und Versorgungsgütern für die britische Afrikatruppe. Dem Taucher bietet sich ein bizarres Bild: Motorräder und Kleinpanzer liegen am Meeresboden verstreut oder sind kreuz und quer auf dem Deck verteilt. Leider bedienen sich hier viele Taucher hemmungslos und sammeln ein, was sich gerade noch an die Oberfläche bugsieren lässt.

      Wer es ruhiger mag, wird Sharm el Scheikh auf der Sinai-Halbinsel den Vorzug geben. Auch von hier stechen jeden Morgen die Boote in See. Doch der Ort ist beschaulicher und nicht so überlaufen. Vor Jahren noch ein Flüstertipp, ist mittlerweile auch Safaga mehr in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Auf der Suche nach neuen, unerschlossenen Gebieten zieht der Tross der Sporttaucher immer weiter in den Süden Ägyptens. Auf den Spuren von Jacques Cousteau entdecken die Taucher auch die Korallenriffe von El Quesir und Massa Alam.

      Hier ist die Unterwasserwelt noch intakt. Begegnungen mit Großfischen sind keine Seltenheit. Sogar der eine oder andere Hai wird einem über den Weg schwimmen. Der Preis für die intakte Natur ist der Verzicht auf Luxus. In den touristisch noch wenig erschlossenen Regionen findet man kaum 5-Sterne Hotels oder internationale Küche. Wer dennoch den Luxus sucht, kann auf exklusiven Booten Quartier nehmen. Die schwimmende Hotels bieten mehrtägige Tauchkreuzfahrten an.

      Sharm El Sheikh

      Sharm El Sheikh

      Reisen nach Sharm El Sheikh bieten dem anspruchsvollen Ägypten-Urlauber wirklich alles, was das Herz begehrt. Denn hier findet man ein stets angenehmes Klima vor sowie Wassertemperaturen, die einen entspannten und abwechslungsreichen Badeurlaub das ganze Jahr über ermöglichen. Auch die zum Teil kilometerlangen weißen Strände, Wassersportmöglichkeiten der unterschiedlichsten Variationen und noch dazu eine faszinierende Unterwasserwelt, wie es sie nur an den ausgesuchten Orten dieser Welt noch gibt, warten nur darauf, vom interessierten Besucher entdeckt zu werden. Nicht nur aus diesen Gründen ist Sharm El Sheikh ein wahres Paradies für Schnorchler und Taucher.

      Wer in diese Region kommt und einfach einen erholsamen Strandurlaub machen möchte, ist hier ebenso gut aufgehoben, wie beispielsweise die Unternehmungslustigen unter den Reisenden. Denn spannende Ausflüge ins teils sogar noch unberührte Hinterland und pure, einzigartige Landschaften lassen den Urlaub zu einem unvergesslichen Erlebnis werden. Einen wesentlichen Beitrag diesbezüglich leisten obendrein zweifellos die Hotels in Sharm El Sheikh. Die überaus komfortablen und luxuriös ausgestatteten Anlagen liegen zu einem großen Teil unmittelbar in Strandnähe oder etwas erhöht an den Abhängen, jedoch meist mit einem kurzen und direkten Zugang zum Strand.

      Es stehen sowohl modernste Hotelanlagen sowie Einrichtungen im maurischen Stil zur Verfügung - auch für den orientalischen Geschmack ist unter den angebotenen Hotels etwas dabei. Hier fühlt sich der Gast beinahe wie in einem Märchen von „Tausendundeiner Nacht“ – viele Anlagen sind oft sogar weitläufig um großzügige Poollandschaften gruppiert. Mehrere Restaurants und Bars sind in fast allen Hotelanlagen selbstverständlich. Vielfach trifft man auf SPA- und Wellnessbereiche und viele andere Annehmlichkeiten, die den Aufenthalt versüßen…. Einige besonders familienfreundliche Hotels bieten zudem natürlich auch eine fachlich qualifizierte Kinderbetreuung in Kinderclubs an.

      Sehr viele Hotels in Sharm El Sheikh halten „All Inclusive“-Angebote bereit, aber auch Aufenthalte mit Halbpension sind buchbar. Dabei muss der Urlauber nicht einmal immer tief in die Tasche greifen, denn das Preis-/Leistungsverhältnis ist in den dortigen Regionen ausgezeichnet.
      Tahiti

      Die Touristenhochburg Sharm El Sheikh vorgestellt

      Die Touristenhochburg Sharm El Sheikh vorgestellt

      Ein Urlaub in Sharm El Sheikh ist für viele der Reisenden, die nach Ägypten, dem „Land der Pyramiden“ kommen, nahezu gleichbedeutend mit einem erholsamen und gleichermaßen erlebnisreichen Tauchurlaub. Trotz allem Luxus’, der einem hier in den internationalen Hotels begegnet, halten sich die Preise in der Regel „im Rahmen“ - für jeden Geldbeutel ist immer das Richtige dabei.

      In Sharm El Sheikh tauchen nicht nur die Ägypten-Fans, die bereits einen hohen Erfahrungsschatz in Sachen „Tauchen“ vorweisen können, sondern auch „Schnorchler“ und Tauchanfänger genießen diese einzigartige Atmosphäre. Sharm El Sheikh bietet für jeden Taucher etwas ganz Besonderes, denn die zahlreichen, malerischen Tauchreviere und auch die lokalen Tauchplätze, in denen man nach Herzenslust die Unterwasserwelt erkunden kann, laden immer wieder aufs Neue zum Spaß haben ein. Erlebnisreiche Tauchausflüge zu einzelnen Tauchplätzen, abenteuerliche Tauchexkursionen, die auch mal einen Einblick in die Unterwasserwelt eines größeren Tauchreviers ermöglichen sowie aufregende Tauchsafaris zu den entlegeneren Gebieten - organisiert und durchgeführt von den namhaften Tauchbasen in Sharm El Sheikh, insbesondere in Naama Bay - erfüllen alle Wünsche, die ein Taucherherz höher schlagen lassen. In leuchtenden, schillernden Farben bewachsene Riffe, bunte tropische Fische, Korallen der unterschiedlichsten Arten – und auch Schildkröten zeigen sich dem Taucher auf eine zumeist recht scheue und zugleich geheimnisvolle Weise. Die besonders abenteuerlustigen „Unterwassersportler“ treffen an manchen Tauchplätzen sogar auf beeindruckende Raubfische und können sich darüber hinaus frei unter den Barrakudas und auch den Haien bewegen….

      Der „Forscherdrang“ kann beim Tauchen zu den Wracks am Ras Mohammed und in der Straße von Tiran ausgelebt werden. Wer noch nicht tauchen kann, aber neugierig auf ein solches Erlebnis unter Wasser ist, sollte an einem Tauchlehrgang teilnehmen. Generell auch für Anfänger sowie zum „Eingewöhnen“ bieten sich die „Hausriffs“ der einzelnen Hotels an, die man allerdings nicht unterschätzen sollte. Auch sie bieten eine unglaubliche Vielfalt an Artenreichtum unter Wasser – und zwar in allen Farben des Regenbogens.

      Quelle: http://www.77.am/index.php/content/view/Touristenhochburg-Sharm-El-Sheikh/2203908/

      Tauchen in Sharm el Sheikh: In der Tiefe des Sinai

      Tauchen in Sharm el Sheikh: In der Tiefe des Sinai

      Bunte Unterwasserwelt, bizzare Wracks: Die Region Sharm el Sheikh gilt zu Recht als eines der Top-Tauchziele in Ägypten. In Kooperation mit dem Spezialisten Slow Dive bietet der Reiseveranstalter FTI zwischen Mitte Mai und Mitte Juli 2008 besonders günstige Tauchpakete auf der Sinai-Halbinsel an. Partner in Sharm el Sheikh ist Camel Dive Club, eine der renommiertesten Tauchbasen der Region. Ein PADI Open Water Einsteigerkurs kostet in diesem Zeitraum 175 Euro. „Das ist im Vergleich zum Normalpreis fast 50 Prozent günstiger", erläutert Marco Volpe, Produktmanager für Ägypten bei FTI. Auch Urlauber, die bereits über einen Tauchschein verfügen, finden ein besonderes Angebot: Ein Paket mit zehn Bootstauchgängen ist im Frühsommer zum Preis von 150 Euro buchbar. „Sharm el Sheikh ist ein ideales Terrain sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Taucher", beschreibt Marco Volpe. „Vom entspannten Tauchen inmitten bunter Korallenfische bis hin zu anspruchsvollen tieferen Tauchgängen ist die Bandbreite groß." Die FTI-Pakete beinhalten zudem den kostenlosen Transfer von allen elf FTI-Hotels in Sharm el Sheikh zur Tauchbasis. Eine ideale Unterkunft für eingefleischte Unterwasser-Fans ist dabei die 3,5-Sterne-Anlage Camel Hotel & Dive Club, die dem Camel Dive Club direkt angeschlossen ist.
      Riffe und versunkene Schiffe Die Region Sharm el Sheikh verfügt über rund 30 Tauchplätze, vom Korallenriff bis hin zu Wracks wie der Thistlegorm. Das im Zweiten Weltkrieg gesunkene Frachtschiff liegt auf einer Tiefe von 15 bis 30 Metern und ist damit gut für Taucher erreichbar. Daneben bietet die Region spektakuläre Steilwände, die teilweise bis in große Tiefen abfallen. Für Einsteiger eignen sich die Hausriffe, über die zahlreiche Hotelanlagen verfügen. Ein besonders spektakulärer Tauchplatz befindet sich im rund 90 Kilometer nördlich von Sharm el Sheikh gelegenen Dahab: Das „Blue Hole" ist ein Loch im Riffdach, das zylinderförmig in die Tiefe abfällt und an der Oberfläche einen Durchmesser von rund 60 Metern hat.

      Mit Slow Dive arbeitet FTI seit zwei Jahren zusammen. Neben Sharm el Sheikh finden sich auch Tauchpakete in Hurghada, El Gouna und Makadi Bay sowie Tauchsafaris im Roten Meer im Ägypten-Programm von FTI.

      Die Angebote aus dem FTI-Sommerkatalog für Ägypten sind gültig bis Ende Oktober 2008. Buchungen und Informationen unter www.FTI.de, Tel. 01805/384 500 (14 Cent/Minute aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise providerabhängig) sowie im Reisebüro.

      Traum aus Schrott und Korallen

      Traum aus Schrott und Korallen

      Über Wasser sind es nur zwei öde Felsen, unter der Wasseroberfläche ist es ein Eldorado für Sporttaucher. Die Brother Islands im Roten Meer zählen zu den besten Tauchgebieten weltweit - dank farbenprächtiger Korallen, Mantas und der 1901 gesunkenen "Numidia".

      Die Brandung prügelt wütend auf die Nordspitze der Insel ein. Immer wieder rollen Wellen heran, brechen sich am vorgelagerten Riff der Brother Islands, um dann tosend in der schaumgekrönten Gischt zu sterben. Die Luft schmeckt salzig. Vom geschützten Ankerplatz des Tauchschiffs aus kämpft sich ein Schlauchboot langsam durch die Wellen, dorthin, wo die Brandung am heftigsten ist.

      Laut ruft der Fahrer "three, two, one - go!", und sechs Taucher lassen sich rückwärts aus dem Boot fallen. Auf den ersten paar Metern fühlen sie sich noch wie in einer Waschmaschine, es geht rauf und runter. Dann beruhigt sich das Wasser allmählich und gibt den Blick frei auf ein Wrack, das wie eingeparkt an einem steil abfallenden Riffhang liegt.

      Die 137 Meter lange "Numidia" ist über und über mit Hart- und Weichkorallen bewachsen, die sich in der Strömung sanft hin- und herwiegen. Sie blüht förmlich. An einigen Stellen ist nicht zu erkennen, wo das Wrack aufhört und das Riff anfängt. Der Frachter, der die englische Kolonie in Indien mit Ersatzteilen für Eisenbahnen versorgen sollte, ist 1901 auf die Insel mitten im Roten Meer, zwischen Ägypten und Saudi-Arabien, gelaufen und gesunken.

      Im Strömungsschatten geht es seitlich der Bordwand in tiefere Regionen, hin zum Mast des Schiffes, der wie ein überdimensionierter Finger vom Wrack wegzeigt. Hier, in 50 Metern Tiefe, ist das Blau deutlich intensiver als in flacheren Bereichen, weniger vom hellen Sonnenlicht durchflutet.

      Schüchterner Hammerhai

      Die Taucher sammeln sich an der Mastspitze, blicken von dort aus ins Freiwasser, vom Riff weg. "In den frühen Morgenstunden", so erzählte Tauchführerin Monika Hofbauer vor dem Tauchgang, "hat man immer die Chance, Hammerhaie zu sehen." Und tatsächlich: Wie auf Kommando taucht ein grauer Körper aus dem tiefen Blau auf. Mit gleichmäßigen Bewegungen seiner Schwanzflosse kommt der Hai mit der charakteristischen Kopfform langsam näher heran. Nicht aggressiv, eher neugierig wirkt das knapp drei Meter lange Tier.

      Einer der Taucher versucht, noch dichter heranzukommen, die Unterwasserkamera dabei fest in der Hand. Das ist anscheinend zu viel Nähe für den äußerst scheuen Räuber: Ein Zucken durchläuft den muskulösen Körper, und weg ist er, abgetaucht in die für Sporttaucher unerreichbaren Tiefen des Roten Meeres.

      Der piepsende Tauchcomputer mahnt zum Rückzug in höhere Gefilde. Die Laderäume, einst mit Eisenbahnteilen gefüllt, sind leer - die Ladung wurde bereits unmittelbar nach der Havarie geborgen. Auch in dieser Tiefe gibt es schon Korallen, die größer werden, je höher man steigt. Im Licht der Unterwasserlampen scheinen die Farben zu explodieren, von hellem Grün bis zu dunklem Purpur reichen die Schattierungen.

      Die Sicht ist phantastisch, selbst Wrackteile in 30 Meter Entfernung kann man noch klar erkennen. Dort, wo sich einst die Rettungsboote befanden, tummeln sich jetzt rote Juwelenbarsche, betupft mit blaugrünen Punkten. Blankes Metall ist kaum noch zu sehen: In mehr als hundert Jahren seit der Havarie ist die "Numidia" zu einem Teil des Riffes geworden. Ihr heutiger Zustand ist das Ergebnis des Untergangs in einem der biologisch vielfältigsten Gebiete unseres Planeten.

      Monika Hofbauer, seit Jahren Tauchführerin auf dem Safarischiff "Seven7Seas", kennt das Rote Meer in- und auswendig und hält die "Numidia" für das absolute Highlight unter den Wracks: "Ob jemand Korallen, Haie oder Altmetall sehen möchte, hier kommt jeder auf seine Kosten. Es gibt kein anderes Wrack, an dem die Artenvielfalt so groß ist: Ich bin der 'Numidia' verfallen!"

      Während der Großteil der Gruppe weiter Ausschau nach Fischschwärmen hält, dringen zwei der Taucher vorsichtig in die Schiffsaufbauten ein. Von außen sind sie nur noch am Lichtkegel ihrer Tauchlampen zu orten, die auf der Suche nach interessanten Details hin- und herhuschen. "Ich hätte nie geglaubt, wie viel Leben es auch im Inneren des Wracks noch gibt", berichtet der Augsburger Andreas Nowotny später. "Millionen von kleinen durchsichtigen Glasfischen, die sich zu Wolken verdichten, erst unmittelbar vor den Tauchern eine Lücke freigeben und sie danach sofort wieder schließen."

      Die beiden dringen noch tiefer ein, bis in den Maschinenraum, in dem das verrostete Herz des Frachters schon lange nicht mehr schlägt. Die Dreizylinder-Dampfmaschine mit ihren mächtigen Kesseln ist ein herrliches Stück Industriegeschichte aus dem frühen 20. Jahrhundert, eingebettet in verkrustete Leitungen, herabhängende Kabel und Handräder, an denen kein Mechaniker jemals wieder drehen wird.

      Über Laufroste schwebend führt der Weg wieder aus dem Wrack hinaus. Überall drohen Rotfeuerfische, knapp 30 Zentimeter kleine Jäger mit Brustflossen, die wie große Fächer geformt sind, und Rückenstacheln, die ein Gift zur Verteidigung enthalten. Für Taucher ist der Kontakt mit ihnen nicht tödlich, jedoch äußerst schmerzhaft. Hier, in lediglich 15 Metern Tiefe, ist die Welt der Stille keine mehr: Papageifische nagen an Hartkorallen. Es kracht im Ohr, wenn sie kleinere Stücke abbrechen. Mit ihren Ausscheidungen düngen sie später das Riff und lassen es weiter wachsen - der perfekte Kreislauf der Natur.

      Leben nach dem Untergang

      Die Brandung hat im flacheren Bereich über ein Jahrhundert lang ganze Arbeit geleistet. Der Bug der "Numidia" wurde vollständig zwischen den Korallen zermahlen. Was ist noch Schiff, wo beginnt das Riff? Selbst Profis können das kaum noch feststellen. Ein Schwarm Barrakudas steht fast bewegungslos in der Strömung über dem Riffdach, nur die Schwanzflossen bewegen sich langsam hin und her. Für Taucher scheinen sie sich nicht zu interessieren, sie begegnen ihnen mit einem fast buddhistischen Gleichmut.

      Ganz anders ein vorwitziger Flötenfisch, der sich mit seinem lang gezogenen und silbrig schimmernden Körper dicht an die Pressluftflaschen heranschmiegt. Von hier aus schnellt er auf der Jagd nach kleineren Beutefischen blitzschnell hervor, die Taucher scheinen ihm dabei lediglich als Deckung zu dienen. Mit der Strömung treibt diese um die Riffspitze herum, wo das Meer langsam wieder ruhiger wird.

      Während Monika Hofbauer zur Orientierung für den Schlauchbootfahrer eine Boje an die Wasseroberfläche setzt, absolviert der Rest in fünf Metern Tiefe seinen Sicherheitsstopp und sieht ein letztes Mal zur "Numidia": zu einem Schiff, das erst nach seinem Untergang richtig zu leben begann.

      Urlaub zwischen Schiffen und Riffen

      Ägypten: Am "Drop-Off" Haien, Rochen und Delfinen begegnen
      Urlaub zwischen Schiffen und Riffen


      Auf einer Mini-Kreuzfahrt im Roten Meer tauchen Unterwasser-Fans nach Fischen und lohnenden Fotomotiven - nur Entspannung finden sie kaum.
      Von Christian Fischer

      Vor zwei Jahren erstreckte sich hier noch eine Wüste aus Sand und Stein - endlos in drei Himmelsrichtungen, im Osten begrenzt vom Roten Meer. Nur ein paar Baustellen kündigten das an, was die Küste heute dominiert: Port Ghalib, eine gigantische Anlage aus Ferien-Appartements, Shops und Restaurants. Ein Retortenzentrum für die Hotels im Umkreis. Für umgerechnet sechs Euro dürfen die "Ungläubigen" ihr Bier genießen, was etwa drei mal soviel ist wie im 240 Kilometer nördlich entfernten Touristen-Mekka Hurghada. Viel Zeit bleibt allerdings nicht, die Reisenden abzuschöpfen: Die meisten entschwinden nach ein paar Stunden auf das Meer. Seitdem die Branche den wenige Transfer-Minuten vom Flughafen Marsa Alam entfernten Hafen entdeckt hat, ankern hier viele jener Mini-Kreuzfahrer, die als schwimmende Tauchbasis dienen.

      Schiffe wie die "Firebird": Holzrumpf, 32 Meter lang, acht Doppelkabinen, ein Tauch-, zwei Sonnendecks. Eine Kombüse, acht Mann Besatzung, Proviant für eine Woche. Während die meisten dieser Boote zu den von Strömung umtosten Riffen auslaufen, die den Passagieren mehrmals am Tag Begegnungen mit Haien garantieren, hat die "Firebird" diesmal ein anderes Ziel: Bis in den tiefsten Süden von Ägyptens Küste wird sie vorstoßen, bis kurz vor die sudanesische Grenze. Nicht nur Großfisch, sondern etwas Abwechslung an Riffen und Korallengärten versprechen sich die Teilnehmer - eine bunt gemischte Tauchertruppe. Ein Beamter der Flugsicherung aus Frankfurt etwa, eine Hotelfachfrau aus München, zwei Österreicherinnen. Von denen eine im Laufe der Reise zugeben wird, ihre Heimat Kärnten wegen dem Haider-Jörg schon mal verleugnet und sich als Deutsche ausgegeben zu haben.

      Was auf diesem Schiff ohnehin keinen großen Unterschied macht: Tauch-Führer und Gäste sind ausnahmslos deutschsprachig. Italiener, Russen und andere Nationen versammeln sich ebenfalls auf "eigenen" Schiffen, die zwar sämtlich unter ägyptischer Flagge oftmals die gleichen Tauchplätze anfahren, aber in relativ streng voneinander abgegrenzten Tourismus-Märkten agieren. So akzeptieren es die Russen gerne etwas geselliger (sprich enger und lauter), mögen aber nur ungern auf eine Party mit arabischem Bauchtanz verzichten. Die italienischen Schiffe bunkern italienischen Wein, die deutschen ägyptisches Weißbier. Grundsätzlich bedient die "Firebird" die mittlerweile etwas gehobenen Ansprüche deutscher Gäste: Eine Nasszelle pro Kabine, mit WC und heißer Dusche, sowie eine Wasser-Entsalzungs-Anlage - damit die Gäste ihre Nasszelle auch ausgiebig nutzen können - gehören zu dem kleinen Luxus auf dem beengten Raum.

      Denn der Urlaub ist ja schon anstrengend genug. Nach einem "Check Dive" in geringer Tiefe, bei dem der Tauch-Führer die Fertigkeit der Gäste überprüft, beginnt das Programm, das im wesentlichen aus tauchen, essen, schlafen, tauchen besteht. Dreimal am Tag und einmal jede Nacht, schon vor dem Frühstück und gerade noch vor dem Abendessen, zwängen sich die Unterwasser-Fetischisten in ihre Neopren-Anzüge, springen vom Bootsheck oder steigen in das Schlauchboot mit Außenborder ("Taxi"), das sie punktgenau über dem Riff abliefert.

      Wobei "Riff", arabisch "Shaab", eine recht ungenaue Ober-Bezeichnung für eine Vielzahl möglicher Korallen-Formationen darstellt. "Habili" sind Türme, die einige Meter unter der Wasseroberfläche enden; "Ergs" bilden wie Bäume einen bizarren Unterwasser-Wald, durch den Blaupunkt-Rochen schweben. Höhlen beherbergen unzählige Anemonen. Schildkröten paddeln über Seegras-Wiesen; und an den Drop-Offs, dem Übergang zum offenen Meer, wäre der Grund erst in einem halben Kilometer Tiefe erreicht - trotzdem schauen hier auch manche Grauen Riffhaie in 40 Metern vorbei, und somit für Sporttaucher gut sichtbar.

      Den Artenschutz nimmt Ägypten, verglichen mit anderen Regionen, relativ ernst. Die Erkenntnis, dass ein Schwarm Haie als Safari-Ziel mehr Arbeitsplätze schafft als ihre Flossen in einer japanischen Suppe, hat sich in den Behörden herumgesprochen, allerdings noch nicht unter allen Fischern. Unlängst wurde einer mit den Flossen von acht Hochsee-Haien der Art Longimanus aufgegriffen, er sitzt jetzt im Gefängnis.

      Doch auch drastische Strafen haben nicht verhindern können, dass manche Riffe, die vor kurzem noch als Treffpunkt von Raubfischen galten, jetzt verwaist wirken. Oder waren es doch zu viele Taucher, die sie vertrieben? Manchmal ankern fünf, sechs Boote am selben Riff - auch, wenn deren Kapitäne und Tauch-Führer bemüht sind, einsame Plätze zu finden. Doch wenn zu heftiger Wind manche Spots versperrt, bleibt die Auswahl gering.

      Und wenn mehrere Boote am selben Platz liegen, bedeutet das noch lange nicht, dass alle Gruppen dasselbe Programm geboten bekommen. So jubeln die Gäste der "Firebird" über einen Delfin, der sie - und nur sie - einen ganzen Tauchgang lang begleitet und immer wieder zum Spielen auffordert. Als Tümmler ist er geselliger als etwa Spinner-Delfine, die immer mal wieder das Boot begleiten, aber in den Tiefen des Blaus verschwinden, sobald Taucher die Annäherung versuchen.

      Und Nähe wird den Tauchern immer wichtiger. Wie auf einer Safari durch ein afrikanisches Wildnis-Reservat - und anders als noch vor einigen Jahren - führen mittlerweile die meisten Besucher eine Foto- oder Filmkamera mit. Die Digitaltechnik ermöglicht es dem Urlaubs-Knipser ebenso wie dem engagierten Amateur, brauchbare Bilder in der Tiefe zu produzieren. Preiswerte Unterwasser-Gehäuse für noch preiswertere Digitalkameras haben die Unterwasserfotografie zum Massenvergnügen werden lassen, und auch darauf sind Schiffe wie die "Firebird" eingestellt: Ladestationen für Apparate, Blitze und Lampen finden sich innen wie außen auf dem Tauchdeck, ein Süßwasserbecken ist exklusiv der Reinigung der empfindlichen Geräte vorbehalten. Auf einem großen LCD-Bildschirm im Salon laufen abends nicht nur Hollywood-DVDs, sondern die soeben produzierten Filmschnipsel, während die Fotografen ihre Laptops auf dem Tisch parken, Fotos sichten und die verschiedenen Arten des Weißlichtabgleichs diskutieren.

      Denn der Urlaub ist ja schon anstrengend genug. Nach einem "Check Dive" in geringer Tiefe, bei dem der Tauch-Führer die Fertigkeit der Gäste überprüft, beginnt das Programm, das im wesentlichen aus tauchen, essen, schlafen, tauchen besteht. Dreimal am Tag und einmal jede Nacht, schon vor dem Frühstück und gerade noch vor dem Abendessen, zwängen sich die Unterwasser-Fetischisten in ihre Neopren-Anzüge, springen vom Bootsheck oder steigen in das Schlauchboot mit Außenborder ("Taxi"), das sie punktgenau über dem Riff abliefert.

      Wobei "Riff", arabisch "Shaab", eine recht ungenaue Ober-Bezeichnung für eine Vielzahl möglicher Korallen-Formationen darstellt. "Habili" sind Türme, die einige Meter unter der Wasseroberfläche enden; "Ergs" bilden wie Bäume einen bizarren Unterwasser-Wald, durch den Blaupunkt-Rochen schweben. Höhlen beherbergen unzählige Anemonen. Schildkröten paddeln über Seegras-Wiesen; und an den Drop-Offs, dem Übergang zum offenen Meer, wäre der Grund erst in einem halben Kilometer Tiefe erreicht - trotzdem schauen hier auch manche Grauen Riffhaie in 40 Metern vorbei, und somit für Sporttaucher gut sichtbar.

      Den Artenschutz nimmt Ägypten, verglichen mit anderen Regionen, relativ ernst. Die Erkenntnis, dass ein Schwarm Haie als Safari-Ziel mehr Arbeitsplätze schafft als ihre Flossen in einer japanischen Suppe, hat sich in den Behörden herumgesprochen, allerdings noch nicht unter allen Fischern. Unlängst wurde einer mit den Flossen von acht Hochsee-Haien der Art Longimanus aufgegriffen, er sitzt jetzt im Gefängnis.

      Doch auch drastische Strafen haben nicht verhindern können, dass manche Riffe, die vor kurzem noch als Treffpunkt von Raubfischen galten, jetzt verwaist wirken. Oder waren es doch zu viele Taucher, die sie vertrieben? Manchmal ankern fünf, sechs Boote am selben Riff - auch, wenn deren Kapitäne und Tauch-Führer bemüht sind, einsame Plätze zu finden. Doch wenn zu heftiger Wind manche Spots versperrt, bleibt die Auswahl gering.

      Und wenn mehrere Boote am selben Platz liegen, bedeutet das noch lange nicht, dass alle Gruppen dasselbe Programm geboten bekommen. So jubeln die Gäste der "Firebird" über einen Delfin, der sie - und nur sie - einen ganzen Tauchgang lang begleitet und immer wieder zum Spielen auffordert. Als Tümmler ist er geselliger als etwa Spinner-Delfine, die immer mal wieder das Boot begleiten, aber in den Tiefen des Blaus verschwinden, sobald Taucher die Annäherung versuchen.

      Und Nähe wird den Tauchern immer wichtiger. Wie auf einer Safari durch ein afrikanisches Wildnis-Reservat - und anders als noch vor einigen Jahren - führen mittlerweile die meisten Besucher eine Foto- oder Filmkamera mit. Die Digitaltechnik ermöglicht es dem Urlaubs-Knipser ebenso wie dem engagierten Amateur, brauchbare Bilder in der Tiefe zu produzieren. Preiswerte Unterwasser-Gehäuse für noch preiswertere Digitalkameras haben die Unterwasserfotografie zum Massenvergnügen werden lassen, und auch darauf sind Schiffe wie die "Firebird" eingestellt: Ladestationen für Apparate, Blitze und Lampen finden sich innen wie außen auf dem Tauchdeck, ein Süßwasserbecken ist exklusiv der Reinigung der empfindlichen Geräte vorbehalten. Auf einem großen LCD-Bildschirm im Salon laufen abends nicht nur Hollywood-DVDs, sondern die soeben produzierten Filmschnipsel, während die Fotografen ihre Laptops auf dem Tisch parken, Fotos sichten und die verschiedenen Arten des Weißlichtabgleichs diskutieren.

      Tauchen ganz im Süden von Ägypten - Hamata

      Tauchen ganz im Süden von Ägypten - Hamata
      Verfasst von reiselädle am So, 2009-03-01 23:21.
      Tauchen im südlichsten Zipfel von Ägypten - Hamata

      Das neue Tauchresort ganz im Süden von Ägypten - Wadi Lahmy Azur Resort - ist eine erst im Sommer 08 eröffnete neue Adresse die ganz im Zentrum für die Taucher steht. Hier sind Sie nur einen Katzensprung weg von den Top Tauchspots, fern ab von Massentourismus und trotzdem steht Ihnen ein sehr guter Service, eine top ausgestattete Tauchbasis und ganz besonders die schönsten Tauchgründe Ägyptens voll und ganz zur Verfügung. Das Wadi Lahmy Azur Resort wird Sie mit seiner fast unberührten Unterwasserwelt verzaubern, kommen Sie mit nach Hamata.

      Hier schlagen Taucherherzen höher. Die Tauchbasis hat Equipment vom Feinsten!

      Auch 2009 gelten hier noch die günstigen Eröffnungsraten. Fragen Sie uns wenn Sie mitkommen möchten zu diesem Top-Tauch-Spot!

      Schauen Sie doch gleich bei uns vorbei:

      http://www.besondere-tauchreisen.de/travels/travel.asp?t=5109F558-127E-4...

      www.besondere-tauchreisen.de
      www.reiselaedle.de

      Ab w är ts!

      Ab w är ts!

      Das ¸¸Blue Hole" bei Dahab am Sinai in Ägypten ist einer der spektakulärsten und gef ährlichsten T auchplätze des Landes


      Hinter dem Blue Hole bei Dahab geht es senkrecht nach unten. Ein Steilabfall im offenen Wasser, achthundert Meter tief, tintenblaues Meer. Manchmal lässt sich sogar ein Walhai blicken, heißt es. Ein Ort zum Träumen. Die Korallenriffe am Sinai zählen zu den schönsten der Welt.

      Hier würde er am liebsten seinen letzten Tauchgang machen, irgendwann, sagt Andreas, der Tauchguide. Versinken im magischen Blau an der Außenkante des Blue Hole. Sanft landen auf einem Felsvorsprung über der Tiefe und dann hinwegdämmern im Tiefenrausch. Man weiß nicht, ob Andreas es ganz ernst meint mit seinem letzten Wunsch. Er hätte seinen unerfahreneren Mittauchern auch ganz einfach sagen können: Das Tauchen in dieser Gegend ist gefährlich. Andreas hat schon viele berauschte Taucher heil an die Oberfläche zurückgeholt. Und auch Tote geborgen. Das Tauchen hat er vor 25 Jahren bei der Nationalen Volksarmee in der DDR gelernt. Er ist einer der erfahrensten Tauchlehrer in dieser Gegend und war schon oft unten im Blue Hole.

      Ein Blue Hole ist ein großes Loch im Dach eines Korallenriffs, ein Topf mit blauem Wasser. Blue Holes sind tief, deshalb ist ihr Wasser so blau wie das offene Meer. Blue Holes gibt es auch in Belize oder auf den Bahamas, aber das Blue Hole bei Dahab auf der Sinai-Halbinsel ist das berühmteste und das berüchtigste. Man kann auf einen der felsigen Uferberge kraxeln und es sich von oben ansehen. Da hebt sich das Loch tiefblau vom umliegenden Korallenriff ab. Das Blue Hole bei Dahab hat einen Durchmesser von 60 Metern und ist mehr als 100 Meter tief. Seine Besonderheit: In einer Tiefe von 55 Metern hat es einen Durchbruch zum offenen Meer in Form eines 26 Meter langen, bogenförmigen Tunnels. Englische Taucher gaben diesem Tunnel den Namen "the arch", "der Bogen", weil er sie an ein Kathedralengewölbe erinnerte. Beim Versuch, diesen Tunnel zu durchtauchen, sind schon viele gestorben. Auch das gehört zum Mythos des Blue Hole.

      Und dieser Mythos zieht immer mehr Besucher hierher. Nicht nur die Taucher, auch die Schnorchler, vor allem an Tagen, wenn das Meer ruhig ist, ohne tückische Strömungen, und man gefahrlos auch am Außenriff schnorcheln kann. Dann kommen die Busse sogar vom 75 Kilometer entfernten Scharm el-Scheich hierher. "Die Schnorchelbomber", wie Andreas sie voller Abscheu nennt. Er verflucht den Massentourismus und trauert den alten Zeiten nach - obwohl er selbst erst seit fünf Jahren in Ägypten ist. Aber allein in dieser kurzen Zeit hat das ägyptische Staatsprojekt "Sinai-Tourismus" auch hier versucht, Berge zu versetzen. Noch vor zwei Jahren war die Fahrt von Dahab zum Blue Hole ein Abenteuer nur für Geländewagen. Kurz vor dem Ende der holprigen Piste gab es einen lediglich fahrzeugbreiten Durchlass im Fels. Jetzt ist der Fels weggesprengt und die inzwischen planierte Straße auch für große Busse befahrbar.

      Noch vor fünfzig Jahren lebten auf der wasserarmen Sinai-Halbinsel nur ein paar Beduinenstämme. Touristen kamen erst mit den israelischen Besatzern, die den Sinai 1969 nach ihrem Sieg im Sechstagekrieg übernahmen. Israelis bauten die ersten Hotelanlagen. Angezogen vom Zauber der archaischen Küstenlandschaft und der Kultur der Beduinen kamen auch immer mehr Hippies. In den siebziger Jahren erzählten deutsche Sporttaucher, die es nach Dahab verschlagen hatte, zu Hause zum ersten Mal Geschichten von abenteuerlichen Tauchgängen im Blue Hole. In dieser Zeit gab es in Dahab nur ein Tauchzentrum, das die Israelis nach ihrem Abzug an den ägyptischen Staat verkauft hatten.

      Die deutsche Tauchlehrerin Ingrid el Kabany erinnert sich an die Blue-Hole-Taucher von damals mit zwiespältigen Gefühlen. Sie und ihr ägyptischer Mann kamen 1988 als Tauchführer nach Dahab und übernahmen die Leitung des Tauchzentrums. Ihr Vorgänger hatte den Job aufgegeben, weil er es nicht mehr ertragen hatte, dass so viele mit ihm befreundete Taucher im Blue Hole umgekommen waren, trotz seiner Warnungen.

      Auch nach dem Abzug der Israelis kamen vor allem israelische Taucher hierher. Einige von ihnen wollten jeden Tag zum Blue Hole. Sie wollten bis ganz nach unten, 110 Meter tief. Einmal kurz den Grund berühren und dann sofort wieder hoch. "Das war ein Kick für die. Mit Pressluftflaschen ist das wie russisches Roulette", sagt Ingrid. Mit Pressluft zu tauchen, wird ab 40 Metern bereits lebensgefährlich. Für Sporttaucher ist dies in Ägypten die erlaubte Grenze. Jenseits davon beginnt das "technische Tauchen" für Spezialisten, die Mischgase benutzen. Auch das ist nicht ungefährlich, weil sehr genaue und lange Auftauchzeiten eingehalten werden müssen.

      Dahab lebt von Tauch- und Schnorcheltouristen. Inzwischen profitieren auch immer mehr einheimische Beduinen vom Tourismus und nicht nur die fremden Ägypter, die aus dem weit entfernten Niltal hierher gekommen sind. Mohammed, der Fahrer, der Andreas und dessen Tauchgruppe zum Blue Hole gebracht hat, ist Beduine, ebenso wie sein Freund Raduan. Ihm gehört eines der kleinen Restaurants, wo sich die Gäste zwischen den Tauchgängen ausruhen können und, wie es bei Sporttauchern üblich zu sein scheint, viele Zigaretten rauchen. Mohammed möchte sich vom Fahrer zum Tauchführer hocharbeiten. Tauchen kann er schon. Er ist sogar schon unten durch das Blue Hole getaucht. Wie er sich dabei gefühlt hat? "Strong man", sagt er und lacht.

      Bereits mehr als fünfzig Tauchzentren gibt es hier heute. Da ist der Konkurrenzdruck groß. "Schon möglich, dass sich mal einer darauf einlässt und einen illegalen Tauchgang macht, wenn ein Kunde ganz runter ins Blue Hole will", sagt Ingrid. Die Kabanys besitzen die Tauchschule Inmo seit zehn Jahren. Sie ist die bekannteste in Dahab. Als Sporttaucherin war sie selber noch nie tiefer als 40 Meter unterwegs. "Wir dürfen nur Tauchgänge bis zu diesem Limit anbieten, sonst verlieren wir unsere Lizenz, auch wenn man das Blue Hole erst bei 55 Metern durchtauchen kann." In ihrem Programm spielt das Blue Hole nicht nur deshalb eine Nebenrolle. "Dort gibt es doch kaum noch Korallen zu sehen. Und wegen des Trubels auch keine Großfische mehr."

      Es sind fast immer Männer, die sich dort unten "versenkt" haben, wie es im Taucherjargon heißt. Etwa alle zwei Monate ereignet sich angeblich ein tödlicher Tauchunfall im Blue Hole. Genaue Zahlen gibt es allerdings nicht. In der Szene hat das Blue Hole den Namen "Taucherfriedhof". Am Nordende der kleinen Bucht gibt es eine Felswand mit einem Dutzend Gedenksteinen für verunglückte Taucher aus der ganzen Welt. Alles Männer. Die meisten sollen erfahrene Sporttaucher gewesen sein. Auf einem der Gedenksteine heißt es: "Lass nicht zu, dass die Angst deinen Träumen im Weg steht."

      Es gibt Situationen, da können erfahrene Taucher angeblich auch mit Pressluft hundert Meter ins Blue Hole hinuntertauchen, ohne vom Tiefenrausch beeinträchtigt zu werden. "Es hängt immer auch von deiner Tagesform ab", sagt Andreas, der ehemalige Kampfschwimmer. "Ob du zu wenig geschlafen hast. Oder zu viel getrunken. Ob du aufgeregt oder schlecht drauf bist." Dann kann es passieren, dass sich die berauschende Wirkung des Stickstoffs im Blut schon bei 30 Metern bemerkbar macht. Dass ein Taucher die Orientierung verliert oder high wird. "Manche denken dann, dass sie keinen Sauerstoff mehr brauchen. Reißen das Mundstück raus und wollen die Fische damit füttern."

      Ab fünfzig Metern Tiefe wird es immer dunkler im Blue Hole. So kann ein Taucher den schmalen Durchlass bei "the arch" leicht verpassen und schnell in noch riskantere Tiefen absinken. Auch der Durchlass selbst hat seine Risiken. Manchmal gibt es dort unerwartete Strömungen. Außerdem wird die Länge dieses gebogenen Tunnels mit dem hellen Durchblick zum scheinbar so nahen, offenen Meer oft unterschätzt. Taucher geraten in Panik wegen der Enge des Durchlasses. Die Angst, eingesperrt zu sein, mit einer leeren Pressluftflasche. Ab siebzig Meter Tiefe kommt zur Gefahr des Tiefenrausches noch das Risiko einer Sauerstoffvergiftung mit Atemnot und Krampfanfällen.

      Seit einiger Zeit trifft man im Blue Hole immer mehr Taucher, die auch ohne Atemgerät in die Tiefe gelangen: die Freediver, die Apnoetaucher. Viele schwimmen statt mit zwei Flossen mit einer großen Monoflosse. Wenn sie neben ihren Markierungsseilen hinunter gleiten, sehen sie aus wie maritime Außerirdische. Einer von ihnen, der Amerikaner William Winram, hat 2007 im Blue Hole einen kaum fassbaren Rekord aufgestellt. Ohne Sauerstoffgerät, nur mit der eigenen Atemluft und ohne Flossen ist er die 55 Meter hinuntergetaucht, hat den 26 Meter langen Tunnel durchquert und ist außen an der Steilwand 55 Meter wieder nach oben geschwommen, in nur zwei Minuten und 36 Sekunden. Es gibt Fotografien von diesem todesmutigen Tauchgang, wie der ungeschützte Taucher durch den Tunnel auf das Blau des offenen Meeres zuschwimmt. Es sind magische Bilder.

      Das Blue Hole bleibt ein geheimnisvoller Ort. Vor einiger Zeit verunglückte dort unter ungeklärten Umständen ein Taucher aus Österreich. Seine Familie wollte den Toten bergen lassen. Andreas war an der Aktion beteiligt. Sie fanden den Toten auf dem Grund des Blue Hole und beschlossen, ihn ein paar Tage später nach oben zu holen. Als sie zurückkamen, um ihn zu bergen, war er verschwunden. Niemand weiß wie und wohin.

      Re: Tauchen ganz im Süden von Ägypten - Hamata

      "Roger" schrieb:

      Tauchen ganz im Süden von Ägypten - Hamata
      Verfasst von reiselädle am So, 2009-03-01 23:21.
      Tauchen im südlichsten Zipfel von Ägypten - Hamata

      Das neue Tauchresort ganz im Süden von Ägypten - Wadi Lahmy Azur Resort - ist eine erst im Sommer 08 eröffnete neue Adresse die ganz im Zentrum für die Taucher steht. Hier sind Sie nur einen Katzensprung weg von den Top Tauchspots, fern ab von Massentourismus und trotzdem steht Ihnen ein sehr guter Service, eine top ausgestattete Tauchbasis und ganz besonders die schönsten Tauchgründe Ägyptens voll und ganz zur Verfügung. Das Wadi Lahmy Azur Resort wird Sie mit seiner fast unberührten Unterwasserwelt verzaubern, kommen Sie mit nach Hamata.

      Hier schlagen Taucherherzen höher. Die Tauchbasis hat Equipment vom Feinsten!

      Auch 2009 gelten hier noch die günstigen Eröffnungsraten. Fragen Sie uns wenn Sie mitkommen möchten zu diesem Top-Tauch-Spot!

      Schauen Sie doch gleich bei uns vorbei:

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      Tauchen im Süden von Ägypten - Wadi Lahmy Azur Resort
      Verfasst von reiselädle am Fr, 2009-03-27 17:04.

      Das Tauchrevier im Süden von ÄGypten am Roten Meer war seither nur erreichbar mit Tauchkreuzfahrten, welche die Südtour machten. Seit neuem gibt es ein Hotel in Hamata, das Wadi Lahmy Azur Resort. Das Wadi Lahmy Azur Resort liegt ca. 2,5 km südlich vom Zabargad Resort. Das Hausriff des Wadi Lahmy Resorts ist intakt und verspricht atemberaubende Tauchgänge. Die besten Divespots im Süden von Ägypten sind gemütlich und bequem mit Tagestouren erreichbar. Das Wadi Lahmy Resort bietet Ihnen All inclusive als Verpflegungsleistung an. Der Tauchbetrieb findet derzeit noch über das Zarbagad Resort statt, die Transfers zu der Tauchbasis sind inklusive. Sie finden nähere Details dieses Angebotes und des Tauchangebots unter www.besondere-tauchreisen.de

      Hier fühlen sich Taucheinsteiger und Tauchprofis gleichermaßen wohl. Der sanfte Taucheinstieg über die Lagune wird die Beginner und Tauchschüler begeistern. An der Riffwand welche auf ca. 15 m abfällt werden Sie viel Makrohighlights finden. Barrakudas, Snapper, Makrelen, Blaupunktrochen, Rotfeuerfische aber auch Großfische tummeln sich hier.

      Im Wadi Lahmy Resort können Sie Ihre Tauchausbildung machen und bei einem Tauchkurs Ihren Einstieg in die Unterwasserwelt.

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      TAUCHEN AN DER "THISTLEGORM"

      TAUCHEN AN DER "THISTLEGORM"
      Rushhour am Wrack
      Von Linus Geschke

      Weltkriegs-Relikt im Roten Meer: Die Mischung aus interessanter Historie, faszinierender Ladung und imposanter Größe hat die "SS Thistlegorm" zum wohl meist besuchtem Wrack der Welt gemacht. Der Ansturm von 96.000 Tauchgängen jährlich setzt dem Schiff schwer zu.

      Für Kapitän Hussein von der "Seawolf Soul" ist das kein Spaß: Ruder hart backbord, kleine Fahrt voraus, dann die Schiffspropeller wieder rückwärts laufen lassen. Manövrieren auf kleinstem Raum, so lange, bis das 36 Meter lange Tauchsafarischiff seine Position über der "Thistlegorm" erreicht hat - inmitten 15 weiterer Schiffe, die dort schon ankern. Einfacher dagegen ist der Job für Diveguide Bernhard Huber, den alle nur "Hubi" nennen: Wo das Rote Meer von den Atemblasen der Taucher wie ein Whirlpool sprudelt, liegt das Wrack.

      Einer der Ersten im Wasser ist Michael Böhm. Der Burgheimer kennt den 126 Meter langen ehemaligen Versorgungsfrachter der britischen Wüstenarmee mittlerweile in- und auswendig, viermal war er bereits hier. Bewaffnet mit einer Spiegelreflexkamera lässt er sich bis auf das Hauptdeck in 17 Meter Tiefe sinken, schwebt dann zielstrebig weiter in Richtung Bug und hin zu den offen stehenden Laderäumen. Auf zwei Deckebenen stehen Lkw, hinter den Fahrerkabinen sind unzählige Motorräder auf den Ladeflächen verzurrt. Für Böhm besteht die Welt jetzt nur noch aus dem kleinen Sucher seiner Kamera: Erst taucht ein Gummistiefel darin auf, dann die Tragfläche eines Flugzeuges, anschließend Karabiner, die durch Korallen in fast sieben Jahrzehnten fest miteinander verwachsen sind.

      Noch haben Michael Böhm und sein Tauchpartner die Relikte für sich alleine, denn Hubi zieht mit den weniger erfahrenen Tauchern seine Kreise um das Wrack. Der Fotograf kennt das bereits: Wenn die Anfänger erst einmal in den Laderäumen sind, ist es mit der guten Sicht recht schnell vorbei. Böhm stoppt vor der zerbrochenen Windschutzscheibe eines Lkw, in dessen Inneren noch ein zerrissener Schuh liegt. Sein Blitzlicht zuckt über das gespenstische Szenario, es ist ein Fotografieren gegen die Zeit: Böhm versucht, Geschichte auf einen Speicherchip zu bannen.

      Nachts kamen die Bomber

      Für die Besatzung der "Thistlegorm" war die Nacht des 5. Oktober 1941 anfangs eine wie viele andere. Das Schiff lag auf dem von der britischen Admiralität festgelegten "Safe Anchorage F" vor Anker und wartete auf die Genehmigung zum Passieren des Suezkanals, als um 22.50 Uhr zwei deutsche Heinkel He 111 im Tiefflug angriffen. Bomben trafen das Schiff und brachten große Mengen Munition zur Explosion: Die "Thistlegorm" wurde mittschiffs förmlich zerfetzt und sank binnen weniger Minuten auf den 31 Meter tiefen Meeresgrund. Neun Menschen starben, 30 überlebten.

      Nach dem Krieg geriet das Schiff in Vergessenheit, bis es 1955 von Jacques-Yves Cousteau wiederentdeckt wurde. Böhm kennt die damaligen Filmaufnahmen, er erzählt, dass Cousteau die genaue Position des Wracks nie verraten hatte. Erst 1991 entdeckte ein deutsches Tauchteam die "Thistlegorm" dann zum zweiten Mal. Ein gewaltiger Run auf das Wrack begann: 2007 schätzte die ägyptische Meeresschutzorganisation HEPCA die Anzahl der jährlichen Tauchgänge dort auf 96.000. Es gibt kein verrostetes Motorrad, keinen verrotteten Lkw mehr an Bord, der nicht bereits tausendfach berührt wurde. Fast jedes Detail, was irgendwie entfernbar erschien, ist in den Taschen von Souvenirjägern verschwunden.

      Durch die in den Räumen aufgestauten Luftblasen der Taucher und den häufig am Wrack festgemachten Tauchschiffen drohten gar ganze Teile der Schiffsstruktur zusammenzubrechen. Ende 2007 startete die HEPCA dann eine Rettungsaktion unter dem Motto "Save the Thistlegorm": Löcher wurden gebohrt, durch die die Luft entweichen konnte, und auf dem Meeresgrund um das Wrack herum wurden "Mooring Systeme" installiert, die jetzt den Tauchschiffen zum Ankern dienen.

      Kapitän Hussein steht dem Andrang, der ihm ja auch den Arbeitsplatz sichert, mit arabischem Langmut gegenüber. "Früher, ohne GPS, da mussten wir das Wrack noch nach Landmarken anpeilen. Heute brauch ich auch kein GPS - ich schau einfach, wo all die anderen Schiffe ankern!" Sagt er und lacht. Was er wirklich davon hält, erfährt man nicht.

      Zwischen Geschützen und Makrelen

      Wer an der "Thistlegorm" noch den Hauch von Exklusivität haben möchte, der muss es machen wie Michael Böhm: "Einfach immer gegen den Zyklus tauchen. Beim ersten Tauchgang tauchen die Guides mit ihren Gruppen meist außen rum, und ich geh direkt in die Laderäume. Wenn die Gruppen dann beim zweiten Tauchgang die Laderäume auf dem Plan haben, verschwinde ich ans Heck: So hat man wenigstens halbwegs seine Ruhe." Oder er hält sich an den erfahrenen Guide Hubi: "So gut es geht, versuchen wir immer, das kleine Fenster zu erwischen, bei dem man mal alleine im Wasser ist. Den Gästen die 'Thistlegorm' ein paar Minuten exklusiv präsentieren zu können ist vielleicht die schwerste Aufgabe am Wrack."

      Beim zweiten Abstieg steuert Böhm das Trümmerfeld an, hier, wo einst die Bomben ihr Ziel trafen. Über verstreut liegenden Granaten liegt kopfüber ein kleines Kettenfahrzeug, hilflos wirkend wie ein Marienkäfer auf dem Rücken. Wenn der Fotograf 30 Meter vom Wrack wegtauchen würde, käme er an den Überresten einer Lokomotive vorbei - die Explosion hat sie seinerzeit weit von Bord geschleudert. Doch Böhm flösselt weiter, hin zum Deckgeschütz, dessen Lauf sich dem Meeresboden zuneigt: fast so, als wollte es ihm drohen.

      Von unten betrachtet, hebt es sich perfekt von der hellen Meeresoberfläche ab. Über und über mit Korallen bewachsen und einst geschaffen, Leben zu vernichten, bietet es heute vielen Tieren ein Zuhause. Auf dem Lauf sitzt eine Pyjama-Nacktschnecke, in Rot, Orange und Blau schillernd. Unterhalb der Geschützplattform lugt ein Augenpaar neugierig in das Objektiv der Kamera. Ein kurzes Zucken des Fotografen, und schon ist die Grundel verschwunden, zurückgezogen in die Sicherheit ihrer stählernen Behausung. Doch auch der Blick ins Freiwasser lohnt sich. Häufig ziehen imposante Schwärme von Dickkopf-Makrelen silbrig schimmernd am Wrack vorbei.

      Böhms schwindender Luftvorrat zwingt ihn zum Rückzug. Die Bilder sind im Kasten, die Eindrücke im Kopf gespeichert. Ist er für die wirklich tollen Fotos an der Thistlegorm nicht ein paar Jahre zu spät dran? "Ganz sicher", sagt er und nickt. "All die kleinen Details, die erst die Mystik beim Wracktauchen ausmachen, sind hier schon verschwunden. Aber dennoch ist die 'Thistlegorm' eines der faszinierendsten Wracks, die ich kenne, ihre Ladung immer noch atemberaubend. Und wer weiß, wie lange sie noch steht…"

      Im Reich der Hammerhaie

      Tauchen im Roten Meer
      Im Reich der Hammerhaie
      Von Linus Geschke

      Das Daedalus-Riff vor Ägypten gilt als Taucher-Paradies, vor allem wegen der Hammerhaie. An kaum einem Ort vor der Küste kann man den Königen des Roten Meeres näher kommen.

      Der Weg ins Herz des Roten Meeres ist weit. Vom ägyptischen Retortenstädtchen Port Ghalib aus schiebt sich die "Seawolf Galaxy" schon seit Stunden in Richtung Südost. Über dem Schiff strahlt ein wolkenloser Himmel, darunter liegt schimmernd das tintenfarbene Meer. An der Kimm, wie Seeleute die auf dem offenen Meer sichtbare Grenzlinie zwischen Wasser und Himmel nennen, fließen beide Farbtöne ineinander über. Ein Bild zwischen Kitsch und Erhabenheit.

      Martin Hügel ist kein Seemann, sondern Taucher. Und dennoch liebt er das Bordleben, den Hauch von Abenteuer und das gleichmäßige Brummen der beiden starken Schiffsmotoren. Nur die Fahrt quer zur Welle ist sein Ding nicht: Wenn die Welt in Bewegung und die Sonnenliege in Schieflage gerät, dann verflucht er die stundenlange Überfahrt. Zumindest solange, bis der Leuchtturm des Daedalus-Riffs in sein Blickfeld kommt und vom nahen Ende der Fahrt kündet.

      So wie Hügel haben 19 weitere Unterwassersportler den Trip auf dem Luxuskreuzer gebucht. Im Januar, wenn auch im Roten Meer die Wassertemperaturen nur noch knapp oberhalb der 20-Grad-Marke liegen, sind die erfahrenen Taucher meist unter sich. Oftmals ist das eigene jetzt sogar das einzige Schiff, das am Riff liegt. Eine Situation, so ganz anders als in den warmen Sommermonaten, in denen unter Wasser mehr Taucher als Fische zu sehen sind.

      Vier Tage will die Gruppe vor Ort bleiben. Vier Tage nur Daedalus. Bei den meisten Touren werden die Riffe häufig im Tagesrhythmus gewechselt, doch Organisatorin Monika Hofbauer hat anderes im Sinn: "Daedalus ist eines der schönsten, wenn nicht das schönste Tauchgebiet in Ägypten. Anstatt die Zeit mit endloser Fahrerei und mittelmäßigen Spots zu verbringen, konzentrieren wir uns diesmal auf das Beste, was das Rote Meer zu bieten hat."

      Könige des Roten Meeres

      Die meisten Taucher an Bord verbinden mit dem Daedalus-Riff vor allem Begegnungen mit Hammerhaien, die hier in einer recht standorttreuen Population vorkommen. Die majestätischen Tiere mit ihrem charakteristischen Schwimmverhalten sind so etwas wie die Könige des Roten Meeres, dementsprechend hoch sind die Erwartungen unter den Reisenden.

      Vom Ankerplatz aus bringen zwei Schlauchboote die Tauchgruppe an die nordöstliche Spitze des Riffes. Hofbauer zählt "Drei, zwei, eins - go!", und die Insassen lassen sich rückwärts ins Meer fallen, um sich dort in fünf Meter Tiefe zu treffen. Schon in flacheren Bereichen beeindrucken die Artenvielfalt sowie das überbordende Vorkommen an Hart- und Weichkorallen, die praktisch jeden Zentimeter des Riffs besiedelt haben. Dazwischen wuseln Fahnenbarsche, nagen Papageifische an Korallen, steht auf dem Riffdach eine Schule Barrakudas.

      Doch wer Hammerhaie sehen will, muss weiter runter. Auch Martin Hügel folgt Hofbauer, die sich langsam in die Tiefe sinken lässt. Er folgt ihr, als sie sich vom Riff hinaus ins Freiwasser bewegt, und er folgt ihr, als sie auf zackenförmiger Route wieder zurückkehrt. Der Blick ist dabei meist vom Riff weg gewandt: Schält sich dort ein mächtiger Schädel aus dem tiefen Blau, gerät da ein grauer Körper ins Sichtfeld?

      Nach 20 Minuten bricht Hofbauer die Suche ab. Der Rest des Tauchganges erfolgt dichter am Riff, zwischen Falterfischen und Steinkorallen, Flötenfischen und einer Schildkröte. Auch der zweite Tauchgang, drei Stunden später, nimmt einen ähnlichen Verlauf.

      Während Hügel die vergebliche Suche locker sieht und unter "Pech gehabt" abhakt, zieht Monika Hofbauer an Bord eine Schnute: Wie können sie sie nur so im Stich lassen, "ihre" Hammerhaie? Selbst ihr Leibgericht Käsespätzle, das der Schiffskoch zum Abendessen serviert, mag da nicht mehr so richtig schmecken. Ab jetzt ist die Suche nach den Großfischen zu einer persönlichen Angelegenheit geworden - nach dem Motto: "Früher oder später krieg ich euch!"

      Erfahrung siegt

      Am nächsten Tag hat die Sonne das Meer kaum wachgeküsst, da ist Hofbauer schon wieder im Wasser. Im Freiwasser, dort, wo das Riff nur noch schemenhaft zu sehen ist. Hügel klebt ihr an den Flossen, die Digitalkamera einsatzbereit in den Händen. Solche Tauchgänge sind nichts für Anfänger, zu groß ist hier die Gefahr, die Orientierung zu verlieren oder von der Strömung mitgezogen zu werden.

      Doch Hofbauer weiß, was sie da tut: Als eine der ersten Frauen überhaupt begann sie 1997 als Tauchführerin auf der "Number One", einem Safarischiff, welches unter Tauchern einen fast schon legendären Ruf genoss. Mehrere hundert Safaris und etliche tausend Tauchgänge später wechselte sie die Seiten und bietet nun mit ihrer Firma Omneia Tauchsafaris als Veranstalterin an. "Mir ist der allgemeine Trend zu immer anspruchsloseren Touren schon lange ein Dorn im Auge gewesen. Jetzt als Veranstalterin kann ich die Fahrten endlich so organisieren, wie ich sie damals als Guide gern gemacht hätte."

      Die Tauchführerin lässt sich nochmals ein paar Meter tiefer fallen und verharrt dann fast regungslos. In der Gruppe macht sich Anspannung breit: Hat sie etwas gesehen? Ist jetzt der große Moment gekommen? Ganz langsam schieben sich erst ein, dann zwei Hammerhaie ins Blickfeld, ihnen folgen weitere Tiere. Die Räuber schwenken die so typisch geformten Köpfe hin und her, ihre muskulösen Körper scheinen vor Kraft fast zu platzen. Hofbauer dreht sich um, schaut Hügel in die Augen und reißt die geschlossene Faust nach hinten: eine Geste, wie man sie sonst nur bei Boris Becker gesehen hat, wenn er gerade ein Match in Wimbledon gewonnen hat.

      Angriff der Anemonenfische

      Langsam ziehen die zwischen zwei und drei Meter langen Großfische an den Tauchern vorbei. Der Herrscher des Roten Meeres ist nicht aggressiv, nicht neugierig, nicht zutraulich. Er toleriert die Besucher in seinem Reich und steht ihnen ansonsten recht gleichgültig gegenüber. Dann zeigt einer der Haie doch noch eine Reaktion und dreht den Tauchern seine Unterseite zu. Warum er das macht, welchen Sinn das hat? Die Sportler wissen es nicht.

      Nachdem sich die Haischule wieder in den Weiten des Meeres verloren hat, nehmen die Taucher Kurs auf den oberen Riffbereich. Für den Abschluss des Tauchganges hat sich Hofbauer noch ein Highlight aufgespart: das vielleicht größte Anemonenfeld im Roten Meer. Spätestens seit dem Trickfilm "Findet Nemo" haben sich die dort lebenden Anemonenfische zu wahren Stars der Unterwasserszene gemausert. Bis zu drei unterschiedliche Arten leben hier in einer Anemone zusammen - ein Anblick, den Biologen als außergewöhnlich bezeichnen.

      Und die kleinen bunten Fische wissen ihr Zuhause zu verteidigen: Sobald ein Taucher sich einer Anemone zu dicht nähert, geht der Bewohner auf Konfrontationskurs. Dass der potentielle Angreifer mit Flossen fast zwei Meter misst und er selber nur wenige Zentimeter, scheint ihn dabei nicht zu stören. Wenn es eine Tapferkeitsmedaille im Tierreich gebe, wäre der Anemonenfisch ein Kandidat dafür.

      Dennoch sind es die Hammerhaie, die am zweiten Abend bei Daedalus die Gespräche der Taucher bestimmen. In der Erzählung waren sie nur noch einen Meter entfernt, dafür aber "an die vier Meter groß". Taucherlatein - vielleicht auch dem Umstand geschuldet, dass unter Wasser die Dinge um ein Drittel größer wirken als an Land.

      Hofbauer hat ihre 153 Zentimeter Länge auf der Sitzgruppe im Salon der Galaxy zusammengefaltet und lächelt selig: Sie hat ihn mal wieder gefunden, den König des Roten Meeres, und immer noch zwei weitere Tage vor Ort vor sich. Hier, bei Daedalus, dem vielleicht schönsten Riff des Roten Meeres.

      Tauchen in Ägypten

      Traditioneller Strandurlaub ist nach wie vor eine der beliebtesten Urlaubsvarianten. Fast jeder Urlauber genießt es, sich im Meer zu bewegen und zeigt sich von seiner Weite und Unübersichtlichkeit fasziniert. Vielen ist jedoch

      nicht bewusst, dass sich fernab der Meeresoberfläche eine neue, vielfältige und umso faszinierendere Welt befindet, die der Geneigte jedoch nur während eines Tauchgangs tatsächlich und hautnah erleben kann.

      Hierin findet sich auch der Grund dafür, dass sich Tauchsport im Laufe der letzten Jahre immer größerer Beliebtheit erfreut. Vor allem Sinai und Ägypten sind begehrte Reiseziele für Taucher, da sich in deren Peripherie faszinierende und vielseitige Unterwasserwelten befinden. Hierzu zählt zum Beispiel das Rote Meer oder die Stadt Sharm El-Sheikh, die mit Abstand zu einer den besten Tauchregionen weltweit zählt. In den einzelnen Regionen finden sich zahlreiche Tauchgebiete, die seinem Besucher zahlreiche Attraktionen zu bieten haben. Beispielsweise lassen sich in Sharm El-Sheikh neben der vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt auch die Wracks gesunkener Schiffe betrachten und hautnah erleben. Im Allgemeinen wirkt die Vielfältigkeit der Unterwasserwelt schier unwirklich und beeindruckend.

      Besonders enthusiastischen Tauchern wird mittlerweile sogar die Möglichkeit gegeben, auf eine sogenannte Tauchsafari zu gehen. Der Geneigte findet sich für mehrere Tage auf einem Schiff wieder, um mit diesem erlebenswerte Tauchplätze anzufahren und die dortige Unterwasserwelt zu entdecken. Tauchsport ist somit jedem zu empfehlen, der die faszinierende Welt, die sich unter der Wasseroberfläche befindet, erkunden und hautnah erleben will.

      Im Internet finden sich zahlreiche Tauch-Portale, die dem Interessierten ein breites Angebot offerieren. Äußerst empfehlenswert ist die Internetseite der Tauchbasis Sinai Divers, da diese interessante Informationen zu den Tauchregionen und deren Unterwasserwelt liefert. Zudem finden sich auf der Seite auch umfangreiche Informationen zur Tauchausbildung und den einzelnen Tauchangeboten mit Preis- und Nebenkostenangaben. Übrigens umfasst das Angebot auch die zuvor erwähnten Tauchsafaris. Des Weiteren erhält der Besucher einen hilfreichen Überblick über das Hotelangebot der einzelnen Tauchregionen.

      Ökotourismus am Roten Meer

      Ökotourismus am Roten Meer

      Weniger Taucher, mehr Riff

      Das Rote Meer hat unter Tauchern keinen guten Ruf. Zu voll ist es oft an den beliebten Spots, die Riffe leiden unter unvorsichtigen Sportlern. Doch es gibt auch Tauchbasen in Ägypten, die auf Umweltverträglichkeit achten. Der Lohn: mehr Fisch- als Tauchflossen vor der Maske.

      Auf den ersten Blick sieht es hier aus wie überall zwischen Hurghada und Marsa Alam: ein großes Hotel, eine Tauchbasis, davor ein azurblaues Meer, unter dem sich die Riffe türkisfarben hervorheben. Doch auf einem Schild, dem die salzhaltige Luft und der feinkörnige Wüstensand bereits eine gewisse Patina verliehen haben, steht: "Willkommen in der Ökobucht al-Kuadim". Von großflächigen Sonnenkollektoren aber, Windkraftanlagen oder sonstigen Kennzeichen, die man gemeinhin mit dem Begriff "Öko" verbinden würde, ist nichts zu sehen. Auch hatte man sich eine "Ökobucht" ein wenig spartanischer vorgestellt.


      "Nein, nein", versichert Johann Vifian, Geschäftsführer der dort beheimateten Subex-Tauchbasis, "das ist schon ein ökologisches Gesamtkonzept, was wir hier anbieten. Allerdings ist das Thema im Zusammenhang mit dem Tauchsport deutlich komplexer und lässt sich allein von der Oberfläche aus nicht beurteilen." Basis seines Konzepts sind weltweite Studien der Initiative "Reef Check", die ergeben haben, dass ein Riff im Durchschnitt nicht mehr als 6000 Tauchgänge pro Jahr verkraftet, ohne dabei Schaden zu nehmen. Eine Anzahl, die an den beliebten Riffen Ägyptens meist um ein Vielfaches überboten wird.

      Um das Hausriff seiner Tauchbasis zu schützen, hat der Vifian es in fünf große Sektionen eingeteilt und darüber hinaus fünf Zeitfenster von jeweils drei Stunden Dauer erstellt: "Pro Zeitfenster lassen wir nicht mehr als 25 Taucher gleichzeitig zu, die sich dann auf die fünf Riffabschnitte verteilen." Die Maßnahme soll Flora und Fauna ebenso erfreuen wie die Sportler, die in der al-Kuadim-Bucht nicht ständig Gefahr laufen, unter Wasser mehr Taucher- als Fischflossen vor die Maske zu bekommen. "Obwohl wir in al-Kuseir die älteste Tauchschule sind, haben wir durch unsere Maßnahmen das intakteste Hausriff zu bieten", sagt Johann Vifian in seinem Schweizer Dialekt stolz.

      Tarieren muss gelernt sein

      Also gilt der zweite Blick dem Riff selber: Beim Tauchgang fällt als Erstes die für die Region große Anzahl an Falterfischen und Zackenbarschen auf sowie die optisch kaum in Mitleidenschaft gezogenen Hartkorallenarten. Auch dies ist ein Ergebnis der konsequenten Arbeit der Tauchführer, die wenig erfahrene Taucher und solche, die Probleme mit der Tarierung zeigen, in geführten Gruppen mit maximal vier Tauchern zusammenfassen.

      "Leider vermitteln viele Ausbildungsorganisationen ihren Schülern, dass sie nach dem ersten Tauchkurs, der aus vier Pool- und vier Freiwassereinheiten besteht, nun selbständig tauchen könnten", erläutert der 55-jährige Vifian die Maßnahme. "Das ist - ich muss es ganz deutlich sagen - gelogen. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass es je nach Talent schon 30 bis 50 Tauchgänge dauert, bis ein Anfänger wirklich selbständig mit einem gleichwertig erfahrenen Partner unterwegs ist."

      Und ob Anfänger oder aus der Übung geratener Taucher: Wer das Tarieren nicht beherrscht, wird einer geführten Gruppe angeschlossen, in der man versucht, seine Fertigkeiten zu verbessern - ob er will oder auch nicht. "Lieber verzichte ich auf einen Gast, bevor ich mir das Riff zerstören lasse."

      Im Oktober 2005 führte "Reef Check" eine Studie in der al-Kuadim-Bucht durch. Die Wissenschaftler ermittelten Daten über Indikatorarten, die Korallenbeschaffenheit und die allgemeine Riffqualität in Bezug auf Verschmutzung, Beschädigung und Krankheiten. Außerdem beschäftigten sie sich mit der Artenvielfalt.

      Das Ergebnis der Riffforscher zeigt, dass die Bemühungen der Tauchbasis Erfolg haben: In der Bucht kamen 91 Prozent aller Steinkorallenarten des nördlichen Roten Meeres vor, Weichkorallen bedeckten neun Prozent der Fläche, Hartkorallen 37 Prozent und der Anteil der kürzlich abgestorbenen Korallen belief sich insgesamt auf lediglich ein halbes Prozent. Das Fischaufkommen bezeichneten die Experten gar als "vergleichbar mit dem in einem Naturschutzgebiet".

      Ökonomische gegen ökologische Interessen

      Der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) macht sich die einmaligen Bedingungen in der Bucht zunutze. Seit fünf Jahren hält der VDST hier meeresbiologische Seminare ab - nicht nur für Taucher, sondern auch für Badeurlauber und die Schnorchler des angeschlossenen Mövenpick-Hotels. "Was wir hier vorfinden, ist in jeder Beziehung vorbildlich", sagt Ralph Schill, Fachbereichsleiter Umwelt und Wissenschaft, "besser kann man in einem Land wie Ägypten Umweltschutz und Tourismus kaum verbinden. Durch die abgeschlossene geografische Lage haben Hotel und Tauchbasis auch in der Hand, was in der Bucht passiert." Anders ausgedrückt: Fremde Tauchbasen und deren Gäste müssen leider draußen bleiben.

      Wie schnell der Umweltschutz aufgegeben werden kann, sobald Tourismusinteressen dagegen stehen, zeigt ein Fall, der sich 2005 nur wenige Kilometer südlich ereignet hat. Zwischen al-Kuseir und Marsa Alam liegt inmitten einer weitläufigen Anlage das Hotel "Kahramana". 179 Zimmer, mehrere Restaurants, eine große Swimmingpool-Landschaft - Reisekataloge beschreiben es als "Ferienhotel mit luxuriösem Ambiente". Dem jedoch eines fehlt: der direkte Zugang vom Sandstrand zum Meer, denn ein vor der Küste liegendes Saumriff stellt eine natürliche Blockade dar.

      Da ein über das Riffdach gebauter Steg nur begrenzt Abhilfe schaffte, plante der Kahramana- und Hotelketten-Besitzer Ahmed Balbaa eine radikale Lösung: Bagger sollten das Riff so lange mit Sand zuschütten, bis der Zugang darüber problemlos möglich gewesen wäre. Ein ökologisches Desaster war abzusehen: Millionen Korallen wären unter dem Sand erstickt, Jungfische hätten auf dem Riffdach keine Zuflucht mehr gefunden, unzählige Arten wären verloren gegangen - das Riff hätte in diesem Bereich einer Mondlandschaft geähnelt.

      General Abu Riada, der damals für den Distrikt zuständige Gouverneur, stoppte die Arbeiten nach massiver Intervention der Meeresschutzorganisation Hepca in letzter Minute: Bagger und Arbeiter standen schon bereit. Wegen "nicht genehmigter Bauvorhaben und Aufschüttung" wurde Balbaa zur Zahlung einer Geldbuße von anderthalb Millionen ägyptischem Pfund (knapp 200.000 Euro) verurteilt.

      Hotels müssen Tauchbasen unterstützen

      So wie Subdex gibt es viele Tauchbasen in Ägypten, die sich für den Umweltschutz engagieren. Sie führen meeresbiologische Seminare durch oder organisieren "Beach Clean-ups", bei denen Strand und Riff von Müllrückständen befreit werden. Als besonders schädlich gelten dabei Plastiktüten, die, einmal ins Meer gelangt, Korallen ersticken und bei Tieren, die diese anknabbern, häufig zum Tode führen.

      Doch ohne die Unterstützung der Hotels, denen die großen Basen angeschlossen sind, bleiben dies Einzelaktionen. Ein umfassendes Konzept zum Schutz des eigenen Hausriffs ist ohne Mitwirkung der Hoteliers nicht möglich. Im Mövenpick-Resort, auf dessen Gelände Vifians Tauchschule beheimatet ist, stieß der Schweizer mit seinen Plänen auf offene Ohren: Das Haus wirtschaftet nach strengen ökologischen Richtlinien und ist bereits mit dem Nachhaltigkeitssiegel "Green Globe" zertifiziert.

      "So eine Tauchgangsbeschränkung wie bei uns bedeutet ja auch: weniger Taucher, weniger Tauchgäste für das Hotel, in der Folge also auch weniger Umsatz. Zumindest kurzfristig." Johann Vifian zögert kurz und fährt dann mit Nachdruck fort: "Langfristig bin ich allerdings davon überzeugt, dass man auf diesem Weg sogar erfolgreicher wirtschaften kann." Vielleicht unterscheidet dies den Schweizer von vielen anderen, denen es auch nicht an Idealen mangelt: Vifian ist bei allem Engagement Geschäftsmann geblieben und weiß, wie er andere von seinen Ideen überzeugen kann.

      "Natürlich steht da auch Selbstzweck hinter", sagt er. "Ich säge doch nicht den Ast ab, auf dem ich sitze: Ein schönes Tauchrevier trägt nun mal maßgeblich zur Attraktivität einer Tauchbasis bei."

      Hier hat Holger für eine Woche gebucht

      Hier hat Holger für eine Woche gebucht

      Hallo Roger,

      gebucht habe ich über SAM Reisen:
      http://www.sam-reisen.de/
      Der Reiseveranstalter war dann ETI
      http://de.expresstravel.org/%28S%28gm13ry552td4h1mrn1xhb455%29%29/public/hotel_details.aspx?subMenu=3&prodid=9&prodart=HTL


      Ich war im Hotel
      Ghazala Beach
      http://www.redseahotels.com/index.php?id=243
      http://www.ghazala-beach.de/?gclid=CJ3x9sT_yaECFYyT3wodGwpKfQ


      Die Tauchbasis dabei ist
      Sinai Divers
      http://www.sinaidivers.com/deutsch.htm


      Oder auch hier:
      http://www.tauchen-urlaub.de/aegypten/sharm_el_sheikh/ghazala_beach/ghazala_beach.html


      Mit freundlichen Grüßen / Kind regard

      Holger Wenkel

      Neues zu den Hai-Unfällen vor Sharm el Sheikh

      Neues zu den Hai-Unfällen vor Sharm el Sheikh

      Es gibt einiges Neues aus Sharm el Sheikh zu berichten: Strand-Hotels haben strenge Vorschriften bekommen, die schnellstmöglich umgesetzt werden sollen, und Tauchanfänger sowie Schnorchler und Schwimmer müssen sich auf Einschränkungen einstellen

      Nach den Hai-Angriffen der letzten Woche vor Sharm el Sheikh in Ägypten hat die CDWS neue Regeln für Wassersportaktivitäten in diesem Gebiet herausgegeben. Tauchen ist ab sofort überall für alle mit mehr als 50 geloggten Tauchgängen möglich. Diejenigen mit weniger als 50 Tauchgängen dürfen dort ins Wasser gehen, wo es Mooring-Leinen gibt. Drift-Tauchgänge und der Tauchbereich nördlich der Naama Bay bis nach Ras Nasrani bleiben weiterhin für Tauchanfänger bis zum 21. Dezember 2010 verboten beziehungsweise gesperrt. Einsteigerkurse und Intro-Tauchgänge sind nur in folgenden Gebieten erlaubt: Sharm el Maya, Naama Bay, Sharks Bay, South & North Lagoona und Nabq Bay. Rescue-Tauchkurse und Trainings-Einheiten sind aus folgenden Gründen generell verboten: 1. um langes Treiben an der Wasseroberfläche zu verhindern und 2. keine Panik bei Touristen auszulösen, die die Rettungsübungen für echt halten könnten.

      Schnorchel-Ausfahrten mit Schiffen sind vorerst bis zum 21. Dezember 2010 nur in der Straße von Tiran erlaubt. Strömungsschnorcheln bleibt generell verboten. Glasboden- und U-Boote können weiterhin die Riffe befahren. Alle Wassersportaktivitäten wie Bananaboat- und Wasserskifahren bleiben weiterhin strengstens verboten.

      Die CDWS möchte seinen Mitgliedern versichern, dass sie ständig die Situation beobachtet und hofft, die Beschränkungen in der nahen Zukunft aufheben zu können. Allerdings hat die Organisation unter-
      strichen, dass die absolute Priorität bei allen Entscheidungen die Sicherheit der Besucher und ihrer Mitglieder ist.

      Regeln für die Hotels
      An alle Hotels in der Region rund um Sharm el Sheikh sind vom Süd-Sinai-Governeur Vorschriften gesendet worden, die nun zeitnah umgesetzt werden sollen:

      -Errichtung eines hohen Wachturms an den Stränden
      -Ausbildung des Personals
      -das Bereitstellen von Rettungsausrüstung und speziell ausgebildetem Personal
      -Platzierung von Schildern die zeigen, dass jegliches Füttern verboten ist
      -Aktivierung einer Meeres-Polizeistreife

      Laut des Süd-Sinai-Governeurs wird das Schnorcheln und Schwimmen erst nach dem Befolgen dieser Regeln wieder überall erlaubt sein. Die CDWS hat Taucher gebeten, aufmerksam die Riffe zu beobachten, vor allem in den Gebieten, in den Haie angetroffen werden könnten.

      Experten geben Empfehlungen heraus
      Wissenschaftler arbeiten daran, die Ursachen der vier Hai-Angriffe zu ermitteln und bestätigten, dass zwei Arten an den Zwischenfällen beteiligt waren: ein Weißspitzen-Hochsee- und ein Mako-Hai. Einige Faktoren, die unter anderem zu den Verhaltensänderungen der Haie beigetragen haben, wurden bei einer Pressekonferenz am 12. Dezember in Sharm el Sheikh bestätigt:

      -Ein wichtiger Faktor: die illegale Entsorgung von Schafkadavern in den umliegenden Gewässern einen Monat vor den Angriffen
      -Illegale Fütterung von Rifffischen und/oder auch Haien durch Schwimmer, Schnorchler und einigen Tauchern
      -Die Dezimierung natürlicher Beute in der Region durch Überfischung
      -Ungewöhnlich hohe Wassertemperaturen in Sharm el Sheikh

      Nach der Veröffentlichung dieser Erkenntnisse hat der führende Experte für Haie, George Burgess, folgende Empfehlungen an die ägyptischen Regierungsvertretern gegeben:

      -Keine Haie zu töten
      -Ernsthafte Maßnahmen gegen illegale Entsorgung im Meer von Tierkadaver und anderen Abfallprodukten zu ergreifen
      -Das Füttern von Meerestieren, insbesondere Riff-Fischen und Haien, sollte sofort gestoppt werden
      -Hohe Geldstrafen sollten bei Verstößen gegen dieses Verbot verhängt werden
      -Es ist dringend erforderlich, das Personal auf den Tauchbooten und in den Strandhotels im Bereich Umwelt und Rettungsaktionen entsprechend zu trainieren und auszubilden
      -Aufklärung von Touristen und der Öffentlichkeit über Umweltbewusstsein, einschließlich der Gefahren der Fütterung von Meeresbewohnern, durch Filme in Flugzeugen, durch Reiseveranstalter und Hotels sowie durch Briefings von Tauchbasen und Schnorchelbetrieben
      -Strenge Durchsetzung der Gesetze gegen illegale Fischerei, um die natürliche Beute der Haie nicht zu dezimieren
      -Investitionen in weitere Studien der Haie im Roten Meer

      In Bezug auf die Vorschläge der anwesenden Offiziellen bei der Pressekonferenz, die Strände mit Netzen zu versehen, hat George Burgess folgendes klargestellt:

      Es werden zwei Arten von Netzen verwendet. Kiemennetze, die entworfen sind, um so viele Haie wie möglich zu töten, sind völlig inakzeptabel. Ausschließungsnetze werden ausgelegt, um eine Barriere zwischen Haien und Schwimmer zu bilden, nicht um Meerestiere zu töten. Diese Ausschließungsnetze sind nur in Gebieten mit flachen, sandigen Böden mit geringer Strömung und Wellen empfohlen. Der Einsatz dieser Netze in jedem anderen Bereich wäre für die Umwelt sehr schädlich. Weitere Infos findet ihr auf www.cdws.travel
      Bilder
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      Ägypten: Tauch- und Badeverbote nach Hai-Angriff in Sharm-el

      Ägypten: Tauch- und Badeverbote nach Hai-Angriff in Sharm-el-Sheikh

      Die Strände in Sharm-el-Sheikh und Umgebung sind noch mindestens bis zum 21. Dezember nur eingeschränkt geöffnet. Die ägyptische Zentrale für Tauch- und Wassersport CDWS hat auf ihrer Internetseite eine Mitteilung veröffentlicht, die die aktuellen Bestimmungen detailliert darlegt. Demnach sind die Sicherheitsbestimmungen je nach Personengruppe unterschiedlich.

      Erfahrene Taucher mit Tauchschein, die schon mehr als 50 Tauchgänge absolviert haben, dürfen ihren Sport an allen Tauchplätzen uneingeschränkt ausüben. Taucher mit weniger Erfahrung dürfen nur an Plätzen mit Festmacheleinen unter Wasser gehen, der Bereich zwischen Naama Bay und Ras Nasrasni ist für diese Taucher geschlossen.

      Für Anfängerkurse sind nur die Strände Sharm El Maya, Naama Bay, Sharks Bay, die Nord- und Südlagune in Tiran und die Nabq-Bucht geöffnet. Schnorchelausflüge sind nur in Tiran erlaubt. Das Fahren mit Bananabooten sowie Wasserski bleiben bis auf Weiteres verboten.

      Aus der Mitteilung geht nicht hervor, wann und wo das Baden im Roten Meer wieder erlaubt sein wird. Berichte von Urlaubern in Sharm-el-Sheikh besagen jedoch, dass das Baden an den meisten Stränden in den letzten Tagen weiterhin strikt verboten war.

      Die CDWS hatte nach eigenen Angaben am Mittwochabend das Gespräch mit dem Gouverneur von Süd-Sinai gesucht und um klare Angaben zu den aktuellen Sicherheitsbestimmungen gebeten. In den vergangenen Tagen waren zum Teil widersprüchliche Meldungen darüber im Umlauf, ob und wo Baden und Wassersport in Sharm-el-Sheikh wieder erlaubt ist.

      In der Zwischenzeit hat auch das Expertenteam, das die Haiangriffe der ersten Dezemberwoche untersucht, erste Ergebnisse vorgelegt. Demnach haben ein Makohai (Isurus) und ein Weißspitzenhochseehai (Carcharhinus longimanus) die Urlauber angegriffen.

      Hauptverantwortlich für die ungewöhnlichen Attacken war laut den Experten ein Frachter, der vor der ägyptischen Küste illegal Schafskadaver im Meer entsorgt hatte. Das unerlaubte Füttern von Haien, die Überfischung der Meere, die ungewöhnlich hohen Wassertemperaturen für die Jahreszeit sowie die Beschaffenheit des Meeresbodens in der Gegend gelten als Faktoren, die mit zu den Hai-Angriffen geführt haben.

      Anfang Dezember war eine deutsche Urlauberin im seichten Wasser vor Sharm-el-Sheikh von einem Hai getötet worden. In der Woche davor hatte bereits ein Hai drei Russen und einen Ukrainer verletzt. Die vier verletzten Touristen sollen vom ägyptischen Staat eine Entschädigung in Höhe von 50.000 US-Dollar (knapp 38.000 Euro) bekommen.

      Tourismusflaute in Ägypten

      Tourismusflaute in Ägypten

      Allein mit Haien

      Einsame Abenteuer an den berühmtesten Riffen des Landes: Wer jetzt in Ägypten auf Tauchsafari geht, hat mit etwas Glück die Unterwasserwelt fast für sich allein. Besucher erleben Tauchgänge wie vor 20 Jahren - als sich hier vor allem große Fische tummelten und kaum Neoprenmenschen.


      Endlich darf Salem Abdel Halim wieder ins Wasser springen, mit allen Extremitäten strampeln, um sich ruckartig durch die leicht bewegte See zum Riff zu kämpfen. Er ist kein eleganter Schwimmer, seine Bewegungen sehen eher aus wie die eines tollpatschigen Frosches, der dabei jedoch ausgesprochen glücklich wirkt: Allein die Tatsache, dass er die "Independence 2" am Riff von Big Brother festmachen kann, bedeutet, dass Touristen an Bord sind und somit für ihn Arbeit und Einkommen gesichert ist.

      Als das Tauchsafarischiff drei Tage zuvor die Marina von Hurghada verlassen hat, war es eines unter wenigen: Die Mehrzahl blieb einsam und verlassen an Leinen liegend zurück und musste sich mit der Hoffnung auf bessere Tage begnügen. Die Ereignisse auf dem Tahrir-Platz, der Sturz Mubaraks, die Ungewissheit, was Ägyptens Zukunft betrifft: Dies alles hat die Küstenorte am Roten Meer im Frühling 2011 fast zu Geisterstädten werden lassen. Den Urlaubern ist die Lage zu unübersichtlich, dabei gelten die Sicherheitsempfehlungen des Auswärtigen Amts - auch nach den jüngsten Ereignissen am Wochenende - ausdrücklich nicht für die Urlaubsgebiete am Roten Meer.

      Einer, der sich von den politischen Ereignissen nicht hat beirren lassen, ist Martin Hügel: Seine Reise zu stornieren hat der Berliner nie in Betracht gezogen. Jetzt steht er auf dem Oberdeck des Schiffes, hält einen Kaffee in der Hand und blickt hinüber zu dem Leuchtturm, der das Wahrzeichen von Big Brother geworden ist. Er fühlt sich in seinem Entschluss bestätigt: "Hier als einziges Boot zu ankern, wo sich normalerweise bis zu 15 Tauchschiffe um die besten Plätze zanken, das ist wirklich unglaublich." Der 40-Jährige trinkt einen Schluck und lacht. "Aber geil: Die Tour hat jetzt irgendwie so einen Pioniercharakter!"

      Dieses Pioniergefühl haben Taucher in Ägypten lange vermisst. Das Rote Meer gilt ihnen zwar als eines der besten Gebiete weltweit, dem allerdings auch der Makel des "Rudeltauchens" anhängt: Zu oft tummeln sich hier zu viele Menschen an zu wenig Riff, es gibt Neopren statt Großfisch zu sehen. Auf dieser Tour ist dies anders: Martin Hügel bekommt Graue Riffhaie vor die Maske, Seiden- und Fuchshaie, dazu einen imposanten Hammerhai. Andere Gäste an Bord haben noch mehr Glück und können in ihren Logbüchern sogar die Sichtung eines Walhais vermerken: Begegnungen mit dem größten Fisch der Welt sind im Roten Meer sonst so selten wie U-Boote.

      Allein mit den Tunfischen

      "Besonders beeindruckend fand ich auch die großen Schwärme von Tunfischen", erzählt Hügel nach dem Tauchgang. "Dies ist meine dritte Safari zu den Brother Islands, aber solche Massen habe ich hier noch nicht gesehen." Er schält sich aus seinem Neoprenanzug und klatscht sich mit seinem Buddy ab. "Schön, dass so viele zu Hause bleiben - dann haben wir die Riffe wenigstens für uns alleine."

      Ein bisschen mehr Andrang, dagegen hätte Monika Hofbauer nichts einzuwenden. Die erfahrene Tauchlehrerin, die von allen nur Moni genannt wird, arbeitete fast 20 Jahre lang als Guide im Roten Meer, bevor sie sich vor gut einem Jahr als Tauchreiseveranstalterin selbständig machte. Jetzt hätte die Krise ihrem jungen Unternehmen fast das Genick gebrochen: "Als ich das Schiff als Vollcharter gemietet hatte, war von Revolution noch nicht die Rede. Vier Stornierungen gab es dann, Plätze, die ich auch nicht mehr auffüllen konnte. Unter dem Strich ist das Ganze finanziell gesehen eher eine Nullnummer." Vier Stornierungen: Damit kann Moni Hofbauer noch gut leben in einer Zeit, in der viele andere Veranstalter den Großteil aller Touren absagen müssen.

      Was sie auch selber einzuschätzen weiß: "Naja, ich hake die Tour nun halt unter Privatvergnügen ab und freue mich, dabei wenigstens keinen Verlust gemacht zu haben. Die Tauchgänge reißen es ja auch wieder raus: Ich genieße hier jeden Moment unter Wasser - das ist momentan wirklich wie Ägypten vor zwei Jahrzehnten." Und jeder, der sie dabei begleitet, darf sich jetzt ein bisschen wie ein Abenteurer fühlen.

      Am Nachmittag serviert Imad Fachri den Gästen der "Independence" wie immer Kaffee und Kuchen - der 30-Jährige ist an Bord für den Salon und das leibliche Wohl der Passagiere zuständig. Er sagt: "Ich bin so stolz auf mein Land und so dankbar für die Touristen, die uns jetzt nicht im Stich lassen. Besonders auf die Deutschen, die den Tourismus hier jetzt fast alleine am Laufen halten." Dann erzählt er Martin Hügel von seiner Familie, von den Demonstrationen in Kairo und dem Regime Mubarak.

      "Anfangs war Mubarak gar nicht so schlecht", sagt Mechaniker Hani Heschab. "Nur später hat er den Kontakt zu den Menschen verloren. Und sein Sohn Gamal ist der größte Verbrecher überhaupt: Ich hoffe, der wird vor Gericht gestellt und muss das ganze Geld herausrücken, das er seinem Volk gestohlen hat!"

      Allein im Blau

      Am letzten Tag der Tour legt das Schiff am Elphinstone-Riff an. Hier, nur sieben Kilometer von der Küste entfernt, tobt normalerweise der Wahnsinn: Safarischiffe liegen Bordwand an Bordwand mit Tagesbooten, dazwischen kreischen Speedboote, die weitere Tauchermassen aus dem nahe gelegenen Marsa Alam an den Spot karren. Meist sieht es hier durch die Atemblasen der Taucher aus wie in einem Whirlpool.

      "Jeder gute Guide versucht an Elphinstone, für seine Gäste eines der schmalen Zeitfenster zu erwischen, in denen sie sich das Riff nicht mit Hunderten anderen Tauchern teilen müssen." Diesmal hat Hofbauer einen leichten Job: Wohin man auch schaut, rund um die Independence liegt nur weites Blau. Ihr Tauchplatzbriefing fällt dementsprechend kurz aus und besteht im Wesentlichen aus Reinspringen, Spaß haben, jede Minute genießen und sich dabei bewusst machen, dass man vielleicht nie mehr die Gelegenheit bekommt, eines der schönsten Riffe Ägyptens exklusiv für sich genießen zu können.

      Auch Martin Hügel gleitet kurze Zeit später mit seinem Buddy über das wie verwaist daliegende Südplateau. Selbst die Fische scheinen jetzt zutraulicher zu sein und sich über die wenigen Besucher zu freuen, so wie ein großer Napoleon-Lippfisch, der sich fast an die Taucher heran kuschelt. Ein tolles Fotomotiv für den ambitionierten Fotografen, bei dem der Hintergrund mal nicht aus einem Blasenteppich besteht. Ganz zum Schluss kommt ihnen dann noch ein Weißspitzen-Riffhai entgegen, fast noch ein Baby, nur gut einen halben Meter lang: eine letzte kleine Belohnung der Natur für die Pionier-Taucher.
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