Die Zeitachse des Tauchens
Der menschliche Gedanke, sich ins Wasser zu begeben, um sich etwas wertvolles wie Nahrung oder Schmuck zu holen, ist schon ziemlich alt. Durch die Archäologie ist bei afrikanischen Ausgrabungen bewiesen worden, dass bereits menschliche Vorfahren Berge von Austern verspeist haben. 4500 vor Christus
Es ist verbürgt, dass bereits 4500 vor Christus die ersten Apnoetaucher am Werk waren, um Schwämme, Korallen und Muscheln an die Oberfläche zu befördern. Dies war vor allem in Asien, Arabien und Indien der Fall.
2500 vor Christus
Nun werden auch die ersten griechischen Apnoetaucher in Europa genannt. Die Griechen haben zu dieser Zeit vor allem Schwämme aus dem Mittelmeer geborgen.
450 vor Christus
Während der Auseinandersetzungen mit den Persern setzten die Griechen die ersten tauchenden und schwimmenden Soldaten ein. Sie attackieren Schiffe und versenken diese teilweise mit Bohren.
350 vor Christus
Aristoteles erwähnt in seinen Aufzeichnungen eine Taucherglocke. Dem Mythos nach taucht auch der junge Alexander der Große mit einer solch einfachen Konstruktion.
250 vor Christus
Archimedes befasst sich mit den Naturgesetzen der Dichte, des Auf- und des Abtriebs und entdeckt dabei das für Taucher wie auch für den Schiffsbau so wichtige Archimedische Prinzip.
60 nach Christus
Jetzt tauchen auch bei den Römern die ersten Kampftaucher auf. Es sollen hierbei auch schon die ersten Schnorchel zu Einsatz gekommen sein.
1500 nach Christus
Nach der langen Pause im Mittelalter wurde durch die Schaffenskraft des Universalgelehrten Leonardo da Vinci die Taucherei neu belebt. Er entwarf den ersten Tauchanzug aus Schweineleder. Dazu passend ein Lederhelm mit eingesetzten Gläsern, der über einen Blasebalg mit Luft versorgt werden sollte.
1538
In Spanien wurde in diesem Jahr eine Taucherglocke eingesetzt. Eine Oberflächenversorgung bestand nicht. Die Erfindung der Griechen wurde somit neu erfunden.
1600 bis 1700
In diesen beiden Jahrzehnten entwickelten sich neue Erkenntnisse in der Physik und der Mathematik sowie in der Technik, so dass neue Grundlagen für die Taucherei geschaffen wurden. Durch das Verständnis der verschiedenen Zusammenhänge konnte auch der Tauchsport und die damit verbundenen Neuentwicklungen voran getrieben werden.
1691
Edmund Halley setzte eine Taucherglocke ein, die von der Oberfläche mit Luft versorgt wurde. Dies gelang mit Fässern, die mit Luft gefüllt neben der Taucherglocke versenkt wurden.
1715
John Lethbridge bringt den ersten Helmtauch-Anzug, der aus einem Holzfass mit Lederabdichtungen für Arme und Beine bestand. Der Luftvorrat war allerdings sehr begrenzt. Zudem konnte kein Druckausgleich statt finden, so dass die Gefahr des Blaukommens bestand.
1777
Durch Zufall wurde die Absorption von Kohlendioxid in Kalk entdeckt. Der Schwede Scheele fand dies bei Versuchen mit Insekten heraus und so war der Weg zu Atemkalk in Kreislaufgeräten nicht mehr weit.
1778
Der englische Ingenieur John Smeaton testete die erste Taucherglocke, die von der Oberfläche aus mit einem Druckluftkompressor mit Atemluft versorgt wurde.
1823
Der Engländer Charles Dean konstruierte im Jahre 1823 den ersten funktionierenden Taucherhelm. Ursprünglich war er als Rauchhelm für die Feuerwehren entwickelt worden.
1838
August Siebe, ein in England lebender Sachse, stellte einen Taucherhelm vor, der fest mit dem Anzug verbunden war. Damit konnte der Taucher den Kopf auch in der vertikalen Ebene bewegen. Bis dahin musste der Taucher befürchten, dass bei solchen Bewegungen Wasser in den Helm eindringt. Damit begann die Ära der Helmtaucher. Da die medizinischen Kenntnisse mit den technischen und naturwissenschaftlichen nicht Schritt hielten, starben viele Taucher und Caisson-Arbeiter an den Folgen der Dekompressionserkrankung oder wurden invalide.
1865
Nun wurden die ersten Helmtauchgeräte von den Franzosen Rouquayrol und Denayrouze mit zusätzlichen Tauchflaschen ausgestattet, so dass im Falle einer unterbrochenen Luftversorgung von der Oberfläche, der Taucher auf ein Notsystem umsteigen konnte.
1878
In diesem Jahr gelang es dem Franzosen Paul Bert die Zusammenhänge aus Druck und Zeit in eine für Taucher wichtige Dekompressionsregel zu fassen. Unfälle konnten so verringert werden.
1907
John Scott Haldane entwickelt eine Tauchtabelle bis in eine Tauchtiefe von 58 Metern, die bis in die 50er Jahre ihre Gültigkeit behalten sollte.
1914 bis 1918
Der erste Weltkrieg brachte weitere technische Entwicklungen im Tauchbereich mit sich.
1930
Die Amerikaner Collins und Carothers erfinden das Neopren, ein Chlor-Kautschuk-Polymer, das voller Gasblasen ist und damit über gute Isolationseigenschaften für Taucher verfügt.
1933
Louis Ce Corlieu entwirft die Taucherflossen, deren Nachfolgeformen und -materialien wir heute noch kennen.
1936
Jaques-Yves Cousteau dreht seinen ersten Unterwasserfilm in einem selbst gebastelten Gehäuse.
1937
Der Österreicher Hans Hass taucht mit einem Dräger-Kreislaufgerät ab und startet seine Karriere als Tauchpionier und Unterwasserfilmer.
1942
Emile Gagnan entwickelt zusammen mit Georges Chommeinhes und etwas Unterstützung von Cousteau den ersten Lungenautomaten - damals noch als Zweischlauch-Modell.
1939 bis 1945
Der zweite Weltkrieg förderte erneut Kenntnisse in der Medizin und der Technologie des Tauchens. Die Entwicklung und der Bau von U-Booten brachten ebenfalls viele Neuerungen durch die nun benötigte Sicherheitstechnik für die Besatzungen. Dräger perfektionierte während dieser Zeit die Tauchretter, eine Weiterentwicklung der 1907 als Bergwerks-Zubehör konstruierten Kreislaufgeräte.
1950
Der Schweizer Albert Bühlmann entwickelt die erste seiner Tauchtabellen.
1954
Der VDST (Verband Deutscher Sporttaucher) wird gegründet.
1955
Der Atemregler, wie wir in heute kennen, wird erfunden. Die Franzosen Gautier und Bronnec trennten den bisher bekannten einstufigen Lungenautomat in zwei Stufen und verbanden die beiden Bauteile mit einem Mitteldruck-Schlauch - das Prinzip, dass wir auch heute noch als Erste und Zweite Stufe kennen.
1962
Der Schweizer Hannes Keller erreicht als erster Mensch Tauchtiefen von über 300 Meter Wassertiefe. Seine Trimixgemische von damals hat er bis heute nicht verraten.
1966
Die Erfindung des Dekometers, einem mechanischen Vorläufer des Tauchcomputers.
1971
Scubapro stellt eine Tarierweste vor. Das zunächst belächelte Ausrüstungsteil wurde zu einem neuen Sicherheitsstandard und ermöglichte auch das tarieren in ungewohnter und funktionierender Form.
1976
Jaques Mayol erreicht als erster Freitaucher die Tiefenmarke von 100 Metern.
1982
Die ersten Tauchcomputer erscheinen auf dem Markt und verdrängen die Tauchtabellen zusehends.
1990
Der Tauchsport erlebt einen noch nicht erlebten Boom. Weltweit stürzen sich Millionen von Menschen als Taucher in die Fluten
1992
Bei einem experimentellen Tauchgang in einer Druckkammer erreichte ein Mensch eine Tauchtiefe von 701 Meter. In der Druckkammer gab es einen Pool. Der Versuch wurde bei der französischen Firma COMEX durchgeführt.
Der menschliche Gedanke, sich ins Wasser zu begeben, um sich etwas wertvolles wie Nahrung oder Schmuck zu holen, ist schon ziemlich alt. Durch die Archäologie ist bei afrikanischen Ausgrabungen bewiesen worden, dass bereits menschliche Vorfahren Berge von Austern verspeist haben. 4500 vor Christus
Es ist verbürgt, dass bereits 4500 vor Christus die ersten Apnoetaucher am Werk waren, um Schwämme, Korallen und Muscheln an die Oberfläche zu befördern. Dies war vor allem in Asien, Arabien und Indien der Fall.
2500 vor Christus
Nun werden auch die ersten griechischen Apnoetaucher in Europa genannt. Die Griechen haben zu dieser Zeit vor allem Schwämme aus dem Mittelmeer geborgen.
450 vor Christus
Während der Auseinandersetzungen mit den Persern setzten die Griechen die ersten tauchenden und schwimmenden Soldaten ein. Sie attackieren Schiffe und versenken diese teilweise mit Bohren.
350 vor Christus
Aristoteles erwähnt in seinen Aufzeichnungen eine Taucherglocke. Dem Mythos nach taucht auch der junge Alexander der Große mit einer solch einfachen Konstruktion.
250 vor Christus
Archimedes befasst sich mit den Naturgesetzen der Dichte, des Auf- und des Abtriebs und entdeckt dabei das für Taucher wie auch für den Schiffsbau so wichtige Archimedische Prinzip.
60 nach Christus
Jetzt tauchen auch bei den Römern die ersten Kampftaucher auf. Es sollen hierbei auch schon die ersten Schnorchel zu Einsatz gekommen sein.
1500 nach Christus
Nach der langen Pause im Mittelalter wurde durch die Schaffenskraft des Universalgelehrten Leonardo da Vinci die Taucherei neu belebt. Er entwarf den ersten Tauchanzug aus Schweineleder. Dazu passend ein Lederhelm mit eingesetzten Gläsern, der über einen Blasebalg mit Luft versorgt werden sollte.
1538
In Spanien wurde in diesem Jahr eine Taucherglocke eingesetzt. Eine Oberflächenversorgung bestand nicht. Die Erfindung der Griechen wurde somit neu erfunden.
1600 bis 1700
In diesen beiden Jahrzehnten entwickelten sich neue Erkenntnisse in der Physik und der Mathematik sowie in der Technik, so dass neue Grundlagen für die Taucherei geschaffen wurden. Durch das Verständnis der verschiedenen Zusammenhänge konnte auch der Tauchsport und die damit verbundenen Neuentwicklungen voran getrieben werden.
1691
Edmund Halley setzte eine Taucherglocke ein, die von der Oberfläche mit Luft versorgt wurde. Dies gelang mit Fässern, die mit Luft gefüllt neben der Taucherglocke versenkt wurden.
1715
John Lethbridge bringt den ersten Helmtauch-Anzug, der aus einem Holzfass mit Lederabdichtungen für Arme und Beine bestand. Der Luftvorrat war allerdings sehr begrenzt. Zudem konnte kein Druckausgleich statt finden, so dass die Gefahr des Blaukommens bestand.
1777
Durch Zufall wurde die Absorption von Kohlendioxid in Kalk entdeckt. Der Schwede Scheele fand dies bei Versuchen mit Insekten heraus und so war der Weg zu Atemkalk in Kreislaufgeräten nicht mehr weit.
1778
Der englische Ingenieur John Smeaton testete die erste Taucherglocke, die von der Oberfläche aus mit einem Druckluftkompressor mit Atemluft versorgt wurde.
1823
Der Engländer Charles Dean konstruierte im Jahre 1823 den ersten funktionierenden Taucherhelm. Ursprünglich war er als Rauchhelm für die Feuerwehren entwickelt worden.
1838
August Siebe, ein in England lebender Sachse, stellte einen Taucherhelm vor, der fest mit dem Anzug verbunden war. Damit konnte der Taucher den Kopf auch in der vertikalen Ebene bewegen. Bis dahin musste der Taucher befürchten, dass bei solchen Bewegungen Wasser in den Helm eindringt. Damit begann die Ära der Helmtaucher. Da die medizinischen Kenntnisse mit den technischen und naturwissenschaftlichen nicht Schritt hielten, starben viele Taucher und Caisson-Arbeiter an den Folgen der Dekompressionserkrankung oder wurden invalide.
1865
Nun wurden die ersten Helmtauchgeräte von den Franzosen Rouquayrol und Denayrouze mit zusätzlichen Tauchflaschen ausgestattet, so dass im Falle einer unterbrochenen Luftversorgung von der Oberfläche, der Taucher auf ein Notsystem umsteigen konnte.
1878
In diesem Jahr gelang es dem Franzosen Paul Bert die Zusammenhänge aus Druck und Zeit in eine für Taucher wichtige Dekompressionsregel zu fassen. Unfälle konnten so verringert werden.
1907
John Scott Haldane entwickelt eine Tauchtabelle bis in eine Tauchtiefe von 58 Metern, die bis in die 50er Jahre ihre Gültigkeit behalten sollte.
1914 bis 1918
Der erste Weltkrieg brachte weitere technische Entwicklungen im Tauchbereich mit sich.
1930
Die Amerikaner Collins und Carothers erfinden das Neopren, ein Chlor-Kautschuk-Polymer, das voller Gasblasen ist und damit über gute Isolationseigenschaften für Taucher verfügt.
1933
Louis Ce Corlieu entwirft die Taucherflossen, deren Nachfolgeformen und -materialien wir heute noch kennen.
1936
Jaques-Yves Cousteau dreht seinen ersten Unterwasserfilm in einem selbst gebastelten Gehäuse.
1937
Der Österreicher Hans Hass taucht mit einem Dräger-Kreislaufgerät ab und startet seine Karriere als Tauchpionier und Unterwasserfilmer.
1942
Emile Gagnan entwickelt zusammen mit Georges Chommeinhes und etwas Unterstützung von Cousteau den ersten Lungenautomaten - damals noch als Zweischlauch-Modell.
1939 bis 1945
Der zweite Weltkrieg förderte erneut Kenntnisse in der Medizin und der Technologie des Tauchens. Die Entwicklung und der Bau von U-Booten brachten ebenfalls viele Neuerungen durch die nun benötigte Sicherheitstechnik für die Besatzungen. Dräger perfektionierte während dieser Zeit die Tauchretter, eine Weiterentwicklung der 1907 als Bergwerks-Zubehör konstruierten Kreislaufgeräte.
1950
Der Schweizer Albert Bühlmann entwickelt die erste seiner Tauchtabellen.
1954
Der VDST (Verband Deutscher Sporttaucher) wird gegründet.
1955
Der Atemregler, wie wir in heute kennen, wird erfunden. Die Franzosen Gautier und Bronnec trennten den bisher bekannten einstufigen Lungenautomat in zwei Stufen und verbanden die beiden Bauteile mit einem Mitteldruck-Schlauch - das Prinzip, dass wir auch heute noch als Erste und Zweite Stufe kennen.
1962
Der Schweizer Hannes Keller erreicht als erster Mensch Tauchtiefen von über 300 Meter Wassertiefe. Seine Trimixgemische von damals hat er bis heute nicht verraten.
1966
Die Erfindung des Dekometers, einem mechanischen Vorläufer des Tauchcomputers.
1971
Scubapro stellt eine Tarierweste vor. Das zunächst belächelte Ausrüstungsteil wurde zu einem neuen Sicherheitsstandard und ermöglichte auch das tarieren in ungewohnter und funktionierender Form.
1976
Jaques Mayol erreicht als erster Freitaucher die Tiefenmarke von 100 Metern.
1982
Die ersten Tauchcomputer erscheinen auf dem Markt und verdrängen die Tauchtabellen zusehends.
1990
Der Tauchsport erlebt einen noch nicht erlebten Boom. Weltweit stürzen sich Millionen von Menschen als Taucher in die Fluten
1992
Bei einem experimentellen Tauchgang in einer Druckkammer erreichte ein Mensch eine Tauchtiefe von 701 Meter. In der Druckkammer gab es einen Pool. Der Versuch wurde bei der französischen Firma COMEX durchgeführt.