Der PC feiert seinen 30. Geburtstag

      Der PC feiert seinen 30. Geburtstag

      IBM 5150 Personal Computer
      Der PC feiert seinen 30. Geburtstag

      Vor 30 Jahren begann der Siegeszug des PCs, so wie er heute den Alltag von Millionen Menschen prägt. Am 12. August 1981 kam der IBM 5150 auf den Markt und machte ganz nebenbei Microsoft-Gründer Bill Gates zum reichsten Mann der Welt.

      Eigentlich war das IBM-Modell 5150 alles andere als ein Meilenstein. Der erste kommerzielle Personal Computer (PC) entwickelte sich zwar zum Vorbild für jenen Allzweckrechnertyp, der in den folgenden Jahren seinen Siegeszug durch Büros und Privathaushalte antreten und der Computertechnologie im Alltag zum Durchbruch verhelfen sollte. Doch das lag nicht an seinem innovativen Design. Im Gegenteil: Der PC, den IBM an jenem Tag vor 30 Jahren in New York präsentierte, war technisch eher Allerweltskost. Die unförmige Kiste mit Monitor und Tastatur war nicht der erste transportierbare Computer als Alternative zu den Großcomputern in ihren eigenen Räumen. So gab es schon 1975 den ähnlich kompakten IBM 5100. Und 1977 kam der Apple II heraus, ein früher Vorläufer des Mac-Computers.

      Dass der IBM 5150 trotzdem stilprägend für die Computerindustrie wurde, lag eher daran, dass er zur richtigen Zeit kam und einen Nerv bei Konsumenten und Mitbewerbern traf. „Er war rückständig. Von der Hardware her kein Meilenstein, von der Software her kein Meilenstein. Aber er kam zum richtigen Zeitpunkt“, sagt Andreas Stiller, leitender Redakteur bei der Computerzeitschrift „c´t“.

      Innerhalb weniger Monate entwickelt
      Der PC war die Antwort von IBM auf einen wachsenden Markt von preisgünstigen Kompaktrechnern, die neu gegründete Computerfirmen wie Commodore oder Apple auf den Markt brachten. Der Elektronikkonzern, eher bekannt für seine Großrechner, wollte daher ein eigenes Modell für den Hausgebrauch entwickeln. Die Manager waren nicht darauf aus, ein neues Kapitel der Computergeschichte zu schreiben. Es war ein defensives Manöver, das Start-Up-Konkurrenz vom Markt fegen sollte.

      Innerhalb weniger Monate entwickelte ein Team im IBM-Forschungslabor in Boca Raton im US-Bundesstaat Florida den 5150. Statt den Rechner von Grund auf neu zu konzipieren, kaufte IBM das Knowhow kleinerer Dienstleister ein. Das Betriebssystem für den PC lieferte eine damals recht unbekannte Firma eines gewissen Bill Gates. Die hieß Microsoft.


      Der Computer für jeden
      Der IBM-PC eignete sich für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und auch Telespiele. „Es ist der Computer für jeden, der schon immer einen persönlichen Rechner im Büro, auf dem Campus einer Universität oder zu Hause haben wollte“, pries IBM-Vizepräsident C. B. Rogers das Modell in einer Presseerklärung. 1565 Dollar kostete er in der einfachsten Version, damals waren das 3540 Mark.

      Es war ein schreibmaschinengroßer flacher Kasten, an den Drucker, Bildschirm und Tastatur angeschlossen werden konnten. In der Basisversion hatte er anfangs einen 16-Bit-Prozessor mit einer Taktfrequenz von 4,77 Megahertz sowie 16 Kilobyte Arbeitsspeicher. Heute bringen es PC auf Taktfrequenzen von fünf Gigahertz, also das 1000-fache. Die Arbeitsspeicherkapazität liegt inzwischen meist bei mindestens zwei Gigabyte, das ist weit mehr als 100 000-mal so viel.


      IBM vom Erfolg überraschte
      Was den IMB-PC damals zum Verkaufsschlager machte, war mutmaßlich vor allem der Name des Unternehmens, der auch Geschäftsleuten und Durchschnittsbürgern ein Begriff war. Technisch war er nicht besser als die Rechner der Konkurrenz. „Der Erfolg kam völlig überraschend, insbesondere auch für IBM“, sagt Stiller.

      Der 5150 setzte zudem im technischen Aufbau die Standards, an denen sich bis heute alle PC orientieren. Das Zusammenspiel von zentralen Rechnerkomponenten sowie Microsofts Betriebssystem MS DOS, das sich erstmals im Ur-Modell von IBM ausbildete, wurde zu einer Art inoffiziellem globalen Industriestandard.


      Schlüsselrolle für Microsoft
      Das aber hatte nichts mit Strategie zu tun – sondern mit Nachahmern, die den nach dem Baukastenprinzip konstruierten 5150 kopierten. Microsoft kam dabei die Schlüsselrolle zu: Bill Gates hatte die Lizenz für sein Betriebssystem behalten und belieferte damit ganz legal auch jene, die mit den gleichen Bauteilen wie IBM eigene Heim-Computer zusammenschraubten.

      Firmen wie Compaq brachten bis Anfang der 1990er Jahre die ersten billigen, wirklich massentauglichen PC auf den Markt. IBM verlor den Kampf um Marktanteile – und die Konkurrenz hatte in Sachen PC am Ende den längeren Atem. Bill Gates wurde derweil zum Milliardär.
      Der PC ist Geschichte

      Drei Jahrzehnte nach dem Markstart scheint das Kapitel aber auch abgeschlossen: Der PC geht den gleichen Weg wie die Schreibmaschine, die Schallplatte oder die Glühbirne, wie IBM-Ingenieur Mark Dean diese Woche in einem Firmenblog geschrieben hat.

      „Ich bin stolz darauf, dass ich einer von einem Dutzend IBM-Ingenieuren war, die die erste Maschine entwickelt haben“, erklärte Dean, der heute bei IBM Technikchef für Afrika und den Nahen Osten ist. Damals hätte er allerdings nicht gedacht, dass er lang genug leben würde, um auch noch beim Niedergang des PCs dabei zu sein.

      Datenwolke statt Personal Computer
      Als wichtigstes digitales Arbeitsgerät nutzt Dean jetzt einen Tablet-Computer. Aber der PC werde in seiner Funktion als Zentrum der digitalen Technik nicht von einer anderen Gerätekategorie abgelöst. „Innovation blüht nicht auf Geräten am besten, sondern in den sozialen Räumen dazwischen, wo Menschen und Ideen zusammentreffen und interagieren.“

      Das Herz der IT-Technik schlägt jetzt im Netz: Anwendungen werden zunehmend nicht mehr auf dem Datenträger der Geräte installiert, sondern von verteilten Rechenzentren im Netz bereitgestellt, aus der „Cloud„, wie der Fachbegriff dafür heißt. Diese bietet nicht nur Software, sondern auch zentrale Hardware-Ressourcen wie Rechenkapazität und Datenspeicher – wann immer und in welchem Umfang diese benötigt werden.

      An zahllosen Arbeitsplätzen und auf privaten Schreibtischen leistet der PC als treuer Digitalknecht weiter seine Dienste. Für die Geburtshelfer von IBM aber gehört diese Technik längst zur „Commodity-Hölle“, wie es Vorstandschef Sam Palmisano zur Hundertjahrfeier des Unternehmens im Juni formulierte. Der PC ist nur noch Commodity, bloßer Rohstoff. Aber ohne ihn wäre das Netz nicht zur treibenden Kraft von Technik, Wirtschaft und Gesellschaft geworden.
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      Auflistung der ersten Computer

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      Charlie Chaplin, Computerverkäufer

      30 Jahre IBM-PC

      Charlie Chaplin, Computerverkäufer

      Wer zu spät kommt, den belohnt das Leben: Als IBM vor 30 Jahren seinen PC präsentierte, war die Konkurrenz eigentlich schon enteilt. Dass der Trödel-Konzern trotzdem zum Marktführer wurde, verdankte er einer so simplen wie genialen Marketingidee - er erweckte einen Toten zum Leben.

      1977 läuft ein Werbespot im US-amerikanischen Fernsehen. Ein Kasten ist dort zu sehen mit ein paar Schaltern, eingebautem Mini-Monitor und Tastatur. Eine Frau kommt ins Bild, sie ist Immobilienmaklerin. Die Frau preist den Kasten, er sei so nützlich für ihre Arbeit. Schließlich jubeln auch ein Versicherungsmakler und ein Landwirt über die Vorzüge des Kastens.

      "Sie sehen hier einen Computer, den IBM 5100. Er hilft einer Menge Menschen, ihre Arbeit produktiver zu erledigen", sagt die Stimme in dem Werbespot. Doch die Menschen, denen er hilft, sitzen nicht zu Hause wie die Fernsehzuschauer, sie sitzen in Büros. Und die Unternehmen, die der Computer produktiver macht, müssen Zehntausende Dollar für einen solchen Kasten bezahlen. Millionen Menschen aber fragen sich: Was hat das mit mir zu tun? Wer braucht so ein Ding im Alltag? Und wer soll das bezahlen?

      Die Werbung für den 5100 ist nutzlos für den Normalbürger. Sie schürt sogar dessen Skepsis vor dem Computer, der offenbar nur für die Büroarbeit geeignet ist. Und viel zu teuer. 1981 aber scheint IBM die Lösung gefunden zu haben: den IBM 5150. Der Rechner ist als Jedermann-Computer entwickelt worden - und im Vergleich zu seinem Vorgänger spottbillig: 1565 Dollar soll er kosten. Doch schon vor der öffentlichen Präsentation fragt ein IBM-Vorstandsmitglied skeptisch, wer zum Teufel eigentlich einen Computer zu Hause haben wolle.

      Charlie Chaplin soll es richten

      Wie also kann man den Menschen endlich die Skepsis vor dem PC nehmen? Die Männer, die schließlich die Antwort auf die Frage finden, sind keine Computerexperten. Sie sind Werber. Im Auftrag von IBM entwickeln sie vor 30 Jahren eine Kampagne, die den PC-Markt für immer verändern soll. Sie haben nicht viel Zeit, denn die Konkurrenz von Apple und Commodore treibt den Großrechner-Spezialisten vor sich her, IBM droht den Anschluss zu verlieren. Die Idee der Werbeagentur Lord, Geller, Federico, Einstein ist dabei so simpel wie genial: Sie wollen einen Mann zu IBMs Markenbotschafter machen, der schon vier Jahre tot ist - Charlie Chaplin.

      Der Plan, den die Werber in der IBM-Zentrale präsentieren, klingt zunächst nicht gerade logisch. Die Agentur will ein Chaplin-Double als "Tramp" auftreten lassen - ausgerechnet jene Rolle Chaplins, in der dieser in "Modern Times" die Auswüchse von Kapitalismus und Technologiehörigkeit angeprangert hatte. Wie sollte das zu dem Unternehmen IBM passen?

      Doch die Werber sind von ihrer Idee überzeugt. Sie glauben, im "Tramp" die ideale Identifikationsfigur entdeckt zu haben, um den Computer zu einem Massenprodukt zu machen. "Wir wollten einen einfachen, netten Mann, der jedermann repräsentieren sollte", erinnert sich später Tom Mabley, Kreativdirektor der Werbeagentur, im Fachmagazin "Jump Cut". "Charlie Chaplins Tramp ist beliebt bei allen Altersgruppen. Er ist verletzlich, aber clever. Er hat riesige Probleme, aber er findet immer eine Lösung. Er ist jedermann."

      Computer auf dem Gepäckträger

      Die Kreativen setzen sich durch. Die Agentur heuert den Schauspieler Bill Scudder als Double an, IBM kauft die Rechte am "Tramp" von Chaplins Familienorganisation Bubbles. Und im November 1981, drei Monate nach der öffentlichen Präsentation des IBM 5150, läuft der erste Werbespot im Fernsehen. Darin steht Chaplin - Frack, Melone, Riesenschuhe - vor einer gigantischen weißen Kiste. Und während eine Stimme im Hintergrund die Geschichte des Computers erzählt, schrumpft die Kiste immer weiter - bis Chaplin am Ende den IBM 5150 herausnimmt und anfängt zu arbeiten.

      Was folgt, ist ein Hype, der nicht aufhören will. Die Menschen lieben den "Tramp" - und sie laufen in die Geschäfte, um sich einen Computer wie seinen zu kaufen. Der TV-Spot gewinnt Auszeichnungen, IBM gewinnt Marktanteile. Neue Spots werden gedreht. Mehr PC verkauft. In einem weiteren TV-Spot türmen sich zunächst Akten über Akten, bis der "Tramp" sie mit Hilfe des PC spielend leicht abarbeitet.

      Die Kampagne läuft so gut, dass der IBM-Chaplin auch in Zeitungsanzeigen auftaucht. Der "Tramp" mit einem Kuchen, daneben der PC mit einer Tortengrafik auf dem Monitor. Der "Tramp" auf einem Fahrrad, den portablen PC auf dem Gepäckträger. Die Botschaften sind immer die gleichen: Es gibt Probleme? Es gibt eine Lösung. Statistikprogramme, Zeichenprogramme, Schreibprogramme - der Computer macht das Leben leichter, für jeden.

      IBM wird unsterblich

      1983 hat IBM in den USA einen Marktanteil von 40 Prozent erreicht. Das Unternehmen beginnt, seine PC auf der ganzen Welt zu verkaufen. Und auf dem Cover des "Time Magazine", das eigentlich jährlich den "Mann des Jahres" kürt, ist diesmal eine Maschine zu sehen: der Computer.

      Dessen Siegeszug ist nicht aufzuhalten. Computerfirmen wie Apple oder Commodore werden zu Milliardenunternehmen. Doch IBM wird nicht nur reich, sondern dank seiner genialen Marketing-Strategen auch unsterblich: Der "Personal Computer" ist seit 1981 so eng mit dem Namen IBM verbunden, dass sich bis heute das Gerücht hält, der Konzern habe damals den PC erfunden. Was natürlich Unsinn ist. Vor allem Apple war bei der Entwicklung des Jedermann-Computers viel schneller gewesen als IBM - und warb seit mindestens 1977 mit dem Begriff "Personal Computer".

      Doch Steve Jobs wird es verschmerzen. Seine Firma ist heute die wertvollste der Welt. IBM hingegen trennte sich 1985 von der Werbefigur des "Tramp" - und 2004 von seiner PC-Sparte.
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      Man waren das noch Zeiten! Auf den ZX80 habe ich bei einem Freund meine ersten PC Erfahrungen gemacht!
      Mein erster PC war ein C64 mit Floppy (Kostenpunkt je 998.- DM!) Bildchrim war mein kleiner Fernseher! Drucker (9 Nadeldrucker Commodore MPS-802) kam später hinzu!

      http://www.computermuseum-mannheim.de/comp_commodore.htm
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      Damals war ich stolz drauf und der King unserer Clique, alle wollten meinen Computer sehen. Heute lacht man drüber. Schade, daß ich meinen dann irgendwann verkauft habe :(



      Hatte diesen Floppy und die Datasette
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