Can-Am Spyder Roadster: Ein Zwitter auf drei Rädern

      Can-Am Spyder Roadster: Ein Zwitter auf drei Rädern

      Can-Am Spyder Roadster: Ein Zwitter auf drei Rädern

      Man fühlt sich frei wie auf einem Motorrad, aber fährt so bequem wie im Auto. So wirbt der Fahrzeughersteller Bombardier Recreational Products für den Can-Am Spyder Roadster. Als Zwitter auf drei Rädern soll er die Vorteile beider Gattungen vereinen.

      Sie sind ein leidenschaftlicher Motorradfahrer, aber langsam zu alt fürs Abenteuer? Oder Sie haben schon immer vom Motorradfahren geträumt, aber nie die Zeit für den Führerschein gefunden? Dann gehören Sie zu jenem kleinen Kreis von Kunden, für den Bombardier Recreational Products (BRP) den Can-Am Spyder Roadster entwickelt hat. Das Dreirad kann man mit einem Pkw-Führerschein benutzen. Dass der Zweisitzer trotzdem zu den Exoten zählt und die Verkaufszahlen dreistellig bleiben, liegt am ungewöhnlichen Konzept, dem Vertrieb abseits der Autohäuser und am hohen Preis. Der Spaß beginnt erst bei rund 18 000 Euro. Und das Topmodell ist mit 27 000 Euro teurer als mancher kompakte Sportwagen.

      Schneemobil mit Rädern
      Entstanden ist das ungewöhnliche Gefährt aus einer Laune der Entwickler. Da BRP vor allem Schneemobile baut und die Ingenieure ihre Arbeit im Sommer nicht einstellen wollten, haben sie ihre Ski-Doos kurzerhand mit Rädern bestückt. Das erklärt auch, weshalb der Can-Am im Gegensatz zum klassischen Trike seine zwei Räder vorne und das einzelne, angetriebene Rad hinten hat. Bei den Testfahrten hatten die Kanadier offenbar so viel Spaß, dass sie ihre Prototypen in den Handel brachten.

      Wer als Autofahrer in den Sattel klettert, muss sich gründlich umstellen: Zwar sehen die Instrumente relativ vertraut aus, und man findet auch auf Anhieb eine bequeme Sitzposition. Doch Gas geben muss man jetzt mit der Hand. Und wenn man der sequentiellen Automatik-Schaltung ins Zeug pfuschen will, macht man das mit dem Daumen. Nur gebremst wird wie beim Auto mit dem Fuß.

      Dynamik wie ein Supersportwagen
      Was man beim Fahren erlebt, kennt man allenfalls von Sportwagen. Weil selbst die Touring-Variante mit elektrisch verstellbarer Frontscheibe, Gepäckfächern, Sitz- und Griffheizung kaum mehr als 400 Kilogramm wiegt, startet das Dreirad wie eine Rakete - und das mit nur zwei Zylindern. Der Motor schöpft aus 1,0 Liter Hubraum 71 kW/100 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von 104 Newtonmetern.

      Während die Drehzahl in Regionen schnellt, in denen Autofahrern Angst und Bange wird, schießt das wie ein Insekt aus einem Science-Fiction-Film gezeichnete Dreirad in weniger als fünf Sekunden auf Tempo 100. Und 165 km/h können verdammt schnell sein, wenn man offen im Sturm sitzt. Ebenfalls für Auto-Umsteiger ungewohnt ist der Verbrauch: Mit dem 25 Liter-Tank schafft man 200 schnelle Kilometer.

      Kurvenfahren neu erlernen
      Auf der Geraden ist die Fahrt selbst für Motorrad-Novizen eine leichte Übung und dank der auf Knopfdruck veränderbaren Hinterrad-Federung auch eine komfortable Angelegenheit. Sobald man etwa beim Überholen von Lastwagen auf den Seitenwind gefasst ist, fühlt man sich ziemlich sicher.

      Nur beim Kurvenfahren brauchen Autofahrer Übung. Denn sie müssen jetzt wie beim Fahrrad mit der Stange lenken. Für Motorradfahrer ist es ungewohnt, weil sie sich nicht mehr in die Kurve legen können. Zwar verhindert eine Elektronik mit einem Dutzend Steuersystemen das Umkippen. Aber nicht umsonst raten die Verkäufer beiden Fraktionen vor der ersten Spritztour zu einer gründlichen Einweisung. Ohne Training dürfen Frischlinge nicht an den Lenker.

      Fazit: Teures Spielzeug für Sonnenstunden
      Neben dem hohen Preis ist das ungewöhnliche Fahrverhalten wahrscheinlich der wichtigste Grund, weshalb das Dreirad nur ein Exot bleiben wird. Natürlich fährt man den Spyder einfacher als ein Motorrad und fühlt sich darauf freier als in jedem Cabrio. Aber am Ende ist es eben doch nur ein Kompromiss.

      Datenblatt: Can-Am Spyder Roadster RTS
      Motor und Antrieb: Zweizylinder-Benziner
      Hubraum: 998 ccm
      Max. Leistung: 71 kW/100 PS
      Max. Drehmoment: 104 Nm bei 5500 U/min
      Antrieb: Heckantrieb
      Getriebe: Automatisiertes Fünfgang-Getriebe
      Maße und Gewichte
      Länge: 2667 mm
      Breite: 1582 mm
      Höhe: 1145 mm
      Radstand: k.A.
      Leergewicht: 421 kg
      Zuladung: 242 kg
      Kofferraumvolumen: 155 Liter
      Fahrdaten
      Höchstgeschwindigkeit: ca. 165 km/h
      Beschleunigung 0-100 km/h: ca. 4,5 s
      Durchschnittsverbrauch: 9,2 Liter/100 km
      Reichweite: 270 km
      CO2-Emission: 219 g/km
      Kraftstoff: Super
      Schadstoffklasse: EU5
      Kosten
      Basispreis der Modellreihe: 18 189 Euro
      Grundpreis des Can-Am Spyder Roadster RTS: 26 849 Euro
      Typklassen: k.A.
      Kfz-Steuer pro Jahr: k.A.
      Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke
      Wichtige Serienausstattung
      Sicherheit: 3-Kreis-Bremssystem, Stabilitätssystem
      Komfort: Audiosystem , beheizte Griffe, Gepäcksystem
      Bilder
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      Can-Am Spyder RT (Roadster Touring)

      Can-Am Spyder RT (Roadster Touring): Das schnelle Reise-Dreirad

      Der Can-Am Spyder Roadster fand als dreirädrige Symbiose aus Auto und Motorrad seine Fan-Gemeinde. Voraussichtlich Ende 2009 kommt nun das neue Touring-Modell auf den Markt. Ist der bisherige Spyder RS (Roads Sport) eher auf das flotte Fahren ausgerichtet, schuf Can-Am den Spyder RT (Roadster Touring) für die Touren-Fahrer.

      Optisch unterscheidet sich der Can-Am Spyder RT von seinem dynamischeren Bruder durch zusätzliche Karosserieverkleidungen, eine hohe, elektrisch einstellbare Windschutzscheibe, drei Gepäckboxen am Heck mit einer 12-Vol-Steckdose im hinteren Fach und einen erhöhten, komfortabler wirkenden Sozius-Sitz mit integrierter Rückenlehne.

      Hinzu kommen unter anderem ein Tempomat, beheizte Fahrergriffe und auf Wunsch auch beheizte Handgriffe für den Mitfahrer. Auf Wunsch gibt es sogar einen iPod-Anschluss, der sich über das Lenkrad bedienen lässt. Die Anzeige erfolgt übe ein farbiges DOT-Matrix-Display. Optional ist ebenfalls ein Audiosystem mit geschwindigkeitsabhängiger Lautstärkenregelung erhältlich.

      Für den Vortrieb sorgt ein Rotax-V2-Motor des Typs 990 mit elektronischer Drosselklappensteuerung, den die Macher eigens auf Tourenfahrten abstimmten. Aus einem Hubraum von 998 cm³ mobilisiert das Aggregat insgesamt 100 PS und 104 Nm Drehmoment bei 5.500 U/min (zum Vergleich sind es beim nur 317 Kilogramm leichten Spyder RS 106 PS und 104 Nm bei 6.250 U/min).

      Die 100 PS brauchen allerdings nur 421 Kilogramm zu bewegen, so dass für reichlich Vortrieb gesorgt ist, der aber nur rund 5,5 Sekunden betragen soll – der sportliche RS ist hingegen noch eine Sekunde schneller. Die Höchstgeschwindigkeit beim Touring-Modell limitierte man auf 160 km/h, während der Spyder RS 190 km/h laufen darf.

      Serienmäßig erfolgt die Kraftübertragung über ein sequentiell manuelles 5-Gang-Getriebe - dabei handelt es sich um die von Motorrädern bekannte Fußschaltung. Optional ist ein sequentielles 5-Gang-Getriebe mit elektronischer Steuerung erhältlich: Nach dem Einlegen des ersten Ganges mit dem linken Fuß lassen sich die einzelnen Gänge mit der linken Hand anwählen. Das Zurückschalten an der Ampel erfolgt automatisch. Beide Getriebe verfügen zusätzlich über einen mechanischen Rückwärtsgang.

      Das bewährte Fahrzeugstabilitätssystem VSS (Vehicle Stability System) übernahm Can-Am vom Spyder RS. In dem System integriert sind das Stabilitätskontrollsystem SCS, das Antiblockiersystem ABS und das Traktionskontrollsystem TCS. Zusammen mit der stabilen Y-Architektur des Roadsters sorgt VSS dafür, dass sich das Fahrzeug einfach fahren lässt und für erfahrene Motorsportenthusiasten genauso geeignet ist, wie für Fahrer, die bisher nur Pkw gefahren sind.

      Mit dem neuen Fahrzeugmodell führen die Kanadier den ersten Anhänger am Markt ein, der speziell an das Design des Spyder Roadster RT angepasst wurde und mit dem Fahrzeugstabilisierungssystem kompatibel ist. Der Roadster-Anhänger RT622 soll schon in Kürze als optionales Roadster-Zubehör erhältlich sein und einen Stauraum von 622 Litern bieten.