Interessantes zu Formel 1 im Jahr 2012
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Ferrari stellt Vettel-Titel infrage
Fernando Alonso macht sich mit Beschwerde lächerlich
Ferrari fordert in einem Brief die Klärung eines Überholmanövers von Sebastian Vettel im Formel-1-Saisonfinale. Doch der Weltverband und Bernie Ecclestone sprechen den Deutschen von einem Fehlverhalten frei. Alonso steht nun endgültig als schlechter Verlierer da.
Ein Brief von Ferrari dürfte Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel mit einem Schlag die Feierlaune verdorben haben. Vier Tage nach dem Saisonfinale in Sao Paulo forderte das Team des WM-Zweiten Fernando Alonso den Internationalen Automobilverband FIA schriftlich auf, ein scheinbar strittiges Überholmanöver von Vettel nachträglich zu prüfen. Eine späte Bestrafung des Deutschen könnte Alonso doch noch zum Titel verhelfen. Die FIA und Chefvermarkter Bernie Ecclestone sprachen Vettel jedoch wenig später von einem Fehlverhalten frei.
Rennleiter: Vettel hat richtig gehandelt
"Es wird nichts passieren. Sebastian Vettel ist Weltmeister 2012“, wurde Ecclestone am Donnerstag von „Spiegel Online“ zitiert. Vettel habe in der fraglichen Situation völlig richtig gehandelt, versicherte auch Rennleiter Charlie Whiting.
Ausgelöst hatten den Wirbel Videos, die erst nach dem Rennen im Internet an die Öffentlichkeit drangen. Einige scheinen zu zeigen, wie Vettel regelwidrig unter Gelben Flaggen den Franzosen Jean-Eric Vergne vom Schwesterteam Toro Rosso überholt. „Von all den bemerkenswerten Neuheiten in der Formel 1 wäre dies etwas ganz Besonderes: Ein Gerichtsverfahren per Internet“, urteilte mit einigem Spott die Londoner „Times“.
Grüne Flagge bereits geschwenkt
In einem der Videos ist auch zu erkennen, dass ein Streckenposten Grüne Flaggen schwenkt, bevor Vettel zum Überholen ansetzt. Die grünen Signallampen kommen aber erst später. „Wenn die Ampeln nicht an den Flaggenposten installiert sind, dann gilt für den Fahrer das erste Signal, das gezeigt wird“, erklärte Renndirektor Whiting der Onlineausgabe von „auto, motor und sport“. „In Vettels Fall wurde zwischen der letzten gelben Ampel und der grünen Ampel eine grüne Flagge geschwenkt. Der Abstand beträgt hier 350 Meter. Vettel hat auf die Flagge reagiert und alles richtig gemacht.“
Verstöße gegen Gelbe Flaggen werden in der Königsklasse des Motorsports normalerweise mit einer Durchfahrtsstrafe geahndet. Nachträglich – bislang aber immer noch am Renntag – werden für gewöhnlich 20-Sekunden-Strafen verhängt. Das würde im Fall von Vettel bedeuten, dass er hinter Michael Schumacher und Vergne auf den achten Rang rutschen würde. Damit wäre der Drei-Punkte-Vorsprung auf Alonso dahin und der Spanier mit einem Zähler Vorsprung Weltmeister. -
Streit um den Formel-1-Titel
Ferrari gibt auf – Sebastian Vettel endgültig Weltmeister
Die Scuderia Ferrari hat den Kampf um die WM beendet. Nachdem die FIA zuvor erklärt hatte, dass der Vettel-Überholvorgang gegen Jean-Eric Vergne nicht regelwidrig war, lenkt jetzt auch der italienische Rennstall ein.
In einer Stellungnahme auf der eigenen Homepage hat die Scuderia Ferrari die Untersuchung des Überholvorgangs von Weltmeister Sebastian Vettel ad acta gelegt. Das Team von Vettels ärgstem Konkurrenten Fernando Alonso hatte in einem Schreiben an den Weltverband ein scheinbar strittiges Überholmanöver von Vettel im letzten Saisonlauf moniert und damit den Titelgewinn des Deutschen indirekt infrage gestellt. Schon am Donnerstag stellte die FIA klar: Das Überholmanöver sei schon untersucht worden und war regelkonform.
Die übersetzte Stellungnahme der Scuderia Ferrari:
„Der Antrag zur Klärung des Vettel-Vergne-Überholvorgangs an die FIA wurde notwendig, um seine Umstände zu klären. Wir haben nach dem Grand Prix von Brasilien zehntausende Anfragen aus der ganzen Welt erhalten und es war für uns nur der richtige Schritt, eine Stellungnahme bei der FIA über den Vorfall einzufordern, der ein schlechtes Licht auf die ganze Meisterschaft hätte werfen können.
Heute Morgen hat uns die FIA eine Antwort mit ihrer Meinung über die Szene gesendet: Ferrari nimmt sie zur Kenntnis, und schließt dementsprechend die Angelegenheit ab.“ -
Ecclestone sauer auf Ferrari: „Eine Schande“
Formel-1-Boss Bernie Ecclestone ist nach dem Hickhack um den dritten WM-Titel von Sebastian Vettel sauer auf Ferrari.
Der Aufruhr wegen des umstrittenen Überholmanövers des Red-Bull-Piloten im letzten Rennen des Jahres in Sao Paulo überschatte die Saison. „Es ist eine Schande“, sagte der 82 Jahre alte Brite dem Telegraph, „es war ein super Rennen, eine super Weltmeisterschaft. Jetzt sprechen alle nur noch über dieses Thema.“
Ecclestone kündigte zudem an, mit Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo über das Thema sprechen zu wollen. Es sei einfach ein Witz, dass Ferrari Vettel unterstellt habe, dieser habe in Brasilien unter gelber Flagge und damit illegal überholt. Am Donnerstag war der Heppenheimer vom Automobil-Weltverband FIA von diesem Vorwurf freigesprochen worden. „Vettel hat nichts falsch gemacht. Eine weitere Untersuchung oder Proteste wird es nicht geben“, hieß es.
Eine Missachtung der gelben Flagge wird im Normalfall mit einer 20-Sekunden-Strafe geahndet. Hätte Vettel diese nach Rennende erhalten, wäre er im Klassement von Sao Paulo auf den achten Rang zurückgefallen. Dies hätte zur Folge gehabt, dass sein spanischer Ferrari-Rivale Fernando Alonso im Gesamtklassement vorbeigezogen und damit Weltmeister geworden wäre. -
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