Uhren: Piaget
14.02.2013 | 14:44 | von Alexander Linz (Die Presse - Schaufenster)
Die Zeit hörbar machen, das ist derzeit das Summum bonum bei den Großen der Branche. Piaget setzt mit seiner neuen Minutenrepetition neue Maßstäbe.
In der Regel sieht man einer Armbanduhr den Minutenrepetitionsmechanismus nicht an. Der zur Betätigung des Schlagwerkes notwendige Schieber befindet sich zumeist an der linken Gehäuseflanke, wird die Uhr zudem links getragen, so kann man ihn nicht sehen. Eine Minutenrepetition geht demnach problemlos als Stealth-Luxus durch, also als Luxusobjekt, das man als solches nicht erkennt. Ein weiteres gutes Argument übrigens, denn sündteure Uhren, denen man ihren Wert nicht ansieht, sind derzeit überaus gefragt. Wenn der Besitzer diesen Schieber betätigt, dann kann er lauschen, wie seine tickende Kostbarkeit erst die Stunden mit einem Schlag oder Schlägen auf die tiefer gestimmte Tonfeder, dann die Anzahl der Viertelstunden mit einem Doppelschlag oder Doppelschlägen auf die beiden Tonfedern und zum Abschluss die seit der letzten Viertelstunde verstrichenen Minuten auf die höher gestimmte Tonfeder erklingen lässt. Das mit dem Thema Stealth dürfte aber eher ein positiver Nebeneffekt einer ohnedies schon länger geplanten Entwicklung sein. Die war bereits in der Pipeline! Nachdem andere Komplikationen geradezu inflationär verkauft wurden – das Tourbillon gehört dazu –, mussten die Arrivierten ihrer betuchten Kundschaft neue Kaufanreize bieten. Und die wurden auffällig übereinstimmend bei der Minutenrepetition gefunden.
Die Minutenrepetition gilt unter den Kennern schon lange zu Recht als die eigentliche Königin aller Komplikationen. Die Herstellung der komplexen Mechanik, bestehend aus filigranen Rechen und Staffeln, winzigen Schlaghämmern und feinen Tonfedern erfordert ungemein viel Erfahrung. Selbst die Besten der Besten werden immer wieder harten Prüfungen unterzogen. Die akustische Handschrift einer Manufaktur ist heute weit mehr als die bloße Erfindung einer pfiffigen Werbeabteilung. Sie wird längst akribisch in Labors analysiert, nach zahlreichen Klangparametern abgespeichert und laufend mit digitalisierten Klangreferenzen verglichen. Guter Klang weist aber auch noch eine sehr persönliche Komponente auf: So entscheidet letztendlich stets ein erfahrener Uhrmacher, ob eine Minutenrepetition in den Verkauf darf oder nicht.
Piaget hat am SIHH in Genf die „Emperador Coussin XL Minute Repeater“, die derzeit flachste Minutenrepetition vorgestellt. Das vollständig bei Piaget entwickelte und gefertigte Automatikkaliber „1290P“ hat eine Bauhöhe von nur 4,8 mm. Eingebettet in einem 48 mm großen Rotgoldgehäuse erzeugt es ausgewogene, traumhaft schöne Töne. Wir konnten uns am SIHH selbst davon überzeugen und kamen tatsächlich ins Schwärmen. Die „Emperador“ hat kein Zifferblatt und einen Sichtboden, so kann der Träger beim Ablaufen des Minutenrepetitionsmechanismus stets jede Etappe hautnah verfolgen. Mit 240.000 Euro ist das bestimmt kein Schnäppchen, doch wenn man sich die „Emperador“
leisten kann, dann ist sie jeden Cent wert.
Quelle: diepresse.com/home/leben/uhren…home/leben/uhren/index.do
14.02.2013 | 14:44 | von Alexander Linz (Die Presse - Schaufenster)
Die Zeit hörbar machen, das ist derzeit das Summum bonum bei den Großen der Branche. Piaget setzt mit seiner neuen Minutenrepetition neue Maßstäbe.
In der Regel sieht man einer Armbanduhr den Minutenrepetitionsmechanismus nicht an. Der zur Betätigung des Schlagwerkes notwendige Schieber befindet sich zumeist an der linken Gehäuseflanke, wird die Uhr zudem links getragen, so kann man ihn nicht sehen. Eine Minutenrepetition geht demnach problemlos als Stealth-Luxus durch, also als Luxusobjekt, das man als solches nicht erkennt. Ein weiteres gutes Argument übrigens, denn sündteure Uhren, denen man ihren Wert nicht ansieht, sind derzeit überaus gefragt. Wenn der Besitzer diesen Schieber betätigt, dann kann er lauschen, wie seine tickende Kostbarkeit erst die Stunden mit einem Schlag oder Schlägen auf die tiefer gestimmte Tonfeder, dann die Anzahl der Viertelstunden mit einem Doppelschlag oder Doppelschlägen auf die beiden Tonfedern und zum Abschluss die seit der letzten Viertelstunde verstrichenen Minuten auf die höher gestimmte Tonfeder erklingen lässt. Das mit dem Thema Stealth dürfte aber eher ein positiver Nebeneffekt einer ohnedies schon länger geplanten Entwicklung sein. Die war bereits in der Pipeline! Nachdem andere Komplikationen geradezu inflationär verkauft wurden – das Tourbillon gehört dazu –, mussten die Arrivierten ihrer betuchten Kundschaft neue Kaufanreize bieten. Und die wurden auffällig übereinstimmend bei der Minutenrepetition gefunden.
Die Minutenrepetition gilt unter den Kennern schon lange zu Recht als die eigentliche Königin aller Komplikationen. Die Herstellung der komplexen Mechanik, bestehend aus filigranen Rechen und Staffeln, winzigen Schlaghämmern und feinen Tonfedern erfordert ungemein viel Erfahrung. Selbst die Besten der Besten werden immer wieder harten Prüfungen unterzogen. Die akustische Handschrift einer Manufaktur ist heute weit mehr als die bloße Erfindung einer pfiffigen Werbeabteilung. Sie wird längst akribisch in Labors analysiert, nach zahlreichen Klangparametern abgespeichert und laufend mit digitalisierten Klangreferenzen verglichen. Guter Klang weist aber auch noch eine sehr persönliche Komponente auf: So entscheidet letztendlich stets ein erfahrener Uhrmacher, ob eine Minutenrepetition in den Verkauf darf oder nicht.
Piaget hat am SIHH in Genf die „Emperador Coussin XL Minute Repeater“, die derzeit flachste Minutenrepetition vorgestellt. Das vollständig bei Piaget entwickelte und gefertigte Automatikkaliber „1290P“ hat eine Bauhöhe von nur 4,8 mm. Eingebettet in einem 48 mm großen Rotgoldgehäuse erzeugt es ausgewogene, traumhaft schöne Töne. Wir konnten uns am SIHH selbst davon überzeugen und kamen tatsächlich ins Schwärmen. Die „Emperador“ hat kein Zifferblatt und einen Sichtboden, so kann der Träger beim Ablaufen des Minutenrepetitionsmechanismus stets jede Etappe hautnah verfolgen. Mit 240.000 Euro ist das bestimmt kein Schnäppchen, doch wenn man sich die „Emperador“
leisten kann, dann ist sie jeden Cent wert.
Quelle: diepresse.com/home/leben/uhren…home/leben/uhren/index.do