Sonderausstellung : Die Faszination sächsischer Uhren
Heute wäre er 200 Jahre alt geworden: Ferdinand Adolph Lange. Dieser Name sagt außerhalb von Glashütte nur Uhrenkennern etwas. Denn Ferdinand Adolph Lange hat die Kunst, Uhren herzustellen in Sachsen begründet. Aus Anlass seines 200. Geburtstages ist ab heute im Mathematisch-Physikalischen Salon des Dresdner Zwingers eine Sonderausstellung zu sehen: „Sachsens Weg in die internationale Uhrenwelt“ heißt sie. Unser Reporter hat sich diesen Weg und die Faszination der Glashütter Uhren angeschaut.

Glashütte - ein konkurrenzfähiger Standort
Leise, zeitlos und dabei hochkomplex – das macht mechanische Uhren aus. Die feinsten Uhren der Welt kommen aus der Schweiz – und aus Glashütte. Die Faszination dafür brachte Ferdinand Adolph Lange ins Osterzgebirge. 1845 gründete er dort, unterstützt mit einem königlichen Kredit, eine erste Uhrenmanufaktur. Peter Plaßmeyer, der Direktor des Mathematisch-Physikalischen Salons: "Mit Ferdinand Adolph Lange ist es so, dass Sachsen eine Adresse wurde für exzellente Uhrmacherei. Das tolle ist, dass Initialgründung, diese Fabrikgründung in Glashütte im Grunde bis heute funktioniert. Glashütte ist ein Standort für exzellente Uhrmacherei und kann mit den besten Standorten in der Schweiz konkurrieren."
Eher Kunst als Gebrauchsgegenstand?
Entsprechend ist auch der Preis. Eine günstige Uhr aus Glashütte kostet 5.000 Euro – die teuerste des traditionellen Betriebs von Ferdinand Adolph Lange zwei Millionen Euro. Der Grund: Es steckt eine besondere Qualität dahinter, so Wilhelm Schmid, Geschäftsführer von Lange & Söhne. "Man kauft sie auch in dem Bewusstsein, dass jedes einzelne Teil mit derselben Liebe zum Detail und zur Schönheit gemacht worden ist. Hört sich verrückt an, ist vielleicht eher Kunst als ein Gebrauchsgegenstand. Aber genau das ist es, was Menschen dazu bewegt, so viel Geld für eine Uhr auszugeben. Man weiß, wenn man eine Uhr aus Glashütte bekommt, dass bestimmte Qualitätsmerkmale mitgehen. Deshalb schützen wir das aus und sorgen dafür, dass keine Leute einfach nur Glashütte auf das Ziffernblatt drucken, aber nicht zu der Qualitätsanmutung beitragen."
Alles selbst gemacht
Mittlerweile stehen auch viele andere Uhrenbetriebe für Qualität aus Glashütte. Alle zeichnen sich technische Präzession und eine besonders hohe Fertigungstiefe aus. Das heißt: Nahezu alles wird selbst hergestellt – ohne outgesourcte Zulieferer. Christina Hentzschel von Glashütte Original ist sich sicher: Auch deshalb stehen die Uhren aus dem Ort im weltweiten Vergleich nicht irgendwo. "Ganz weit oben. Als Pendant zur Schweizer Uhrenindustrie auf jeden Fall. Ich denke, dass sich in den letzten Jahren besonders viel getan hat durch das Mitwirken aller Unternehmen hier vor Ort. Es ist schon ein gewisser Stolz der Sachsen dabei, dass der sächsische Ort Glashütte weltweit in der Uhrenindustrie eine solche Rolle spielt."
mdr.de/mdr-info/audio1095094.html
Dieser Artikel zum Hören: Sächsische Uhren in die Welt Ab heute läuft im Dresdner Zwinger die Sonderausstellung „Sachsens Weg in die internationale Uhrenwelt“. Unser Reporter hat sich die Faszination der Glashütter Uhren angeschaut. [Audio]
Luxusuhren für die Welt
Dass sich nicht jeder Sachse eine sächsische Uhr leisten kann, ist für die Hersteller kein Problem. Auch das macht ihre Produkte besonders. "Er hat seinerzeit auch den Zarenhof bedient, Amerikaner, es gab in Argentinien Vertreter. Auch damals haben wir nicht Uhren gebaut für Sachsen, sondern für die Welt."
Was in Sachsen bleibt, sind die mehr als 1.000 Arbeitsplätze in der Uhrenindustrie Glashütte – und die Unternehmenssteuern. Verkaufszahlen sind Betriebsgeheimnisse, werden nicht veröffentlicht. Doch klar ist: Luxusuhren aus Glashütte sind ein Wirtschaftsfaktor.
Zuletzt aktualisiert: 18. Februar 2015, 16:59 Uhr
Heute wäre er 200 Jahre alt geworden: Ferdinand Adolph Lange. Dieser Name sagt außerhalb von Glashütte nur Uhrenkennern etwas. Denn Ferdinand Adolph Lange hat die Kunst, Uhren herzustellen in Sachsen begründet. Aus Anlass seines 200. Geburtstages ist ab heute im Mathematisch-Physikalischen Salon des Dresdner Zwingers eine Sonderausstellung zu sehen: „Sachsens Weg in die internationale Uhrenwelt“ heißt sie. Unser Reporter hat sich diesen Weg und die Faszination der Glashütter Uhren angeschaut.
Glashütte - ein konkurrenzfähiger Standort
Leise, zeitlos und dabei hochkomplex – das macht mechanische Uhren aus. Die feinsten Uhren der Welt kommen aus der Schweiz – und aus Glashütte. Die Faszination dafür brachte Ferdinand Adolph Lange ins Osterzgebirge. 1845 gründete er dort, unterstützt mit einem königlichen Kredit, eine erste Uhrenmanufaktur. Peter Plaßmeyer, der Direktor des Mathematisch-Physikalischen Salons: "Mit Ferdinand Adolph Lange ist es so, dass Sachsen eine Adresse wurde für exzellente Uhrmacherei. Das tolle ist, dass Initialgründung, diese Fabrikgründung in Glashütte im Grunde bis heute funktioniert. Glashütte ist ein Standort für exzellente Uhrmacherei und kann mit den besten Standorten in der Schweiz konkurrieren."
Eher Kunst als Gebrauchsgegenstand?
Entsprechend ist auch der Preis. Eine günstige Uhr aus Glashütte kostet 5.000 Euro – die teuerste des traditionellen Betriebs von Ferdinand Adolph Lange zwei Millionen Euro. Der Grund: Es steckt eine besondere Qualität dahinter, so Wilhelm Schmid, Geschäftsführer von Lange & Söhne. "Man kauft sie auch in dem Bewusstsein, dass jedes einzelne Teil mit derselben Liebe zum Detail und zur Schönheit gemacht worden ist. Hört sich verrückt an, ist vielleicht eher Kunst als ein Gebrauchsgegenstand. Aber genau das ist es, was Menschen dazu bewegt, so viel Geld für eine Uhr auszugeben. Man weiß, wenn man eine Uhr aus Glashütte bekommt, dass bestimmte Qualitätsmerkmale mitgehen. Deshalb schützen wir das aus und sorgen dafür, dass keine Leute einfach nur Glashütte auf das Ziffernblatt drucken, aber nicht zu der Qualitätsanmutung beitragen."
Alles selbst gemacht
Mittlerweile stehen auch viele andere Uhrenbetriebe für Qualität aus Glashütte. Alle zeichnen sich technische Präzession und eine besonders hohe Fertigungstiefe aus. Das heißt: Nahezu alles wird selbst hergestellt – ohne outgesourcte Zulieferer. Christina Hentzschel von Glashütte Original ist sich sicher: Auch deshalb stehen die Uhren aus dem Ort im weltweiten Vergleich nicht irgendwo. "Ganz weit oben. Als Pendant zur Schweizer Uhrenindustrie auf jeden Fall. Ich denke, dass sich in den letzten Jahren besonders viel getan hat durch das Mitwirken aller Unternehmen hier vor Ort. Es ist schon ein gewisser Stolz der Sachsen dabei, dass der sächsische Ort Glashütte weltweit in der Uhrenindustrie eine solche Rolle spielt."
mdr.de/mdr-info/audio1095094.html
Dieser Artikel zum Hören: Sächsische Uhren in die Welt Ab heute läuft im Dresdner Zwinger die Sonderausstellung „Sachsens Weg in die internationale Uhrenwelt“. Unser Reporter hat sich die Faszination der Glashütter Uhren angeschaut. [Audio]
Luxusuhren für die Welt
Dass sich nicht jeder Sachse eine sächsische Uhr leisten kann, ist für die Hersteller kein Problem. Auch das macht ihre Produkte besonders. "Er hat seinerzeit auch den Zarenhof bedient, Amerikaner, es gab in Argentinien Vertreter. Auch damals haben wir nicht Uhren gebaut für Sachsen, sondern für die Welt."
Was in Sachsen bleibt, sind die mehr als 1.000 Arbeitsplätze in der Uhrenindustrie Glashütte – und die Unternehmenssteuern. Verkaufszahlen sind Betriebsgeheimnisse, werden nicht veröffentlicht. Doch klar ist: Luxusuhren aus Glashütte sind ein Wirtschaftsfaktor.
Zuletzt aktualisiert: 18. Februar 2015, 16:59 Uhr