Interessantes zu Formel 1 im Jahr 2008

    Ferraris verpatzter Auftakt: Rational nicht emotional

    Ferraris verpatzter Auftakt: Rational nicht emotional

    Nach dem missglückten Saisonstart will man bei Ferrari nun rational an den gezeigten Schwächen arbeiten. Die Motoren werden auf Weltreise geschickt.


    Der Saisonauftakt 2006, als beide Ferrari nicht ins Ziel kamen; daran musste Stefano Domenicali denken, als er danach gefragt wurde, wann es die Roten zum letzten Mal ähnlich erwischt hatte wie in Melbourne 2008. "Wir müssen jetzt cool bleiben. Nicht überreagieren, das macht den unterschied. Wir werden jetzt weiterarbeiten und konzentriert bleiben. Unsere Leute werden jetzt sicher viel nachdenken, aber es wird keine Emotionen geben. Alles läuft rational", hielt der Ferrari Teamchef fest.

    Eine Entscheidung ist bereits gefallen. Die Motoren von Kimi Räikkönen und Felipe Massa werden sofort nach Maranello geschickt, wo sie einer Analyse unterzogen werden. Für das Wochenende in Malaysia werden sie wieder rechtzeitig zurück sein. Neben den beiden Defekten kämpfte Ferrari in Melbourne aber vor allem mit dem Qualifying, in dem Räikkönen zwar ein weiterer Defekt störte, aber Massa auch nicht ganz vorne mithalten konnte. "Das Qualifying ist der Schlüssel. Wenn man hinten startet, verliert man so viel Zeit. Kimi hing beispielsweise so lange hinter Rubens", meinte Domenicali.

    Positive Eindrücke gab es dafür, als die Strecke frei war, denn da sah der Teamchef gute Zeiten. "In punkto Konstanz und Leistung war es also gut, deswegen war der Verkehr auch schade. Denn in den wenigen freien Runden haben wir gezeigt, dass die Leistung im Rennen da ist. Wir müssen jetzt nur das Qualifying verbessern", erklärte er. Neben Defekten und Qualifying gab es in Australien aber noch ein drittes Hindernis. Das trug den Namen Safety Car. "Wir hatten mit dem Safety Car wirklich Pech. Es ist für uns immer im schlechtesten Moment herausgekommen. Die zweite Phase war für die anderen perfekt, aber für uns ein Desaster", berichtete Domenicali.

    Da Ferrari auf so vielen Fronten zu tun hatte, sei er auch nicht dazu gekommen, die Leistung der McLaren richtig zu beobachten, meinte er noch. "McLaren ist sicher ein tolles Rennen gefahren, aber wir haben uns auf unsere Schwierigkeiten konzentriert." Was er gegenüber den versammelten Journalisten leicht erklären konnte, war die Entscheidung, mit weichen Reifen ins Rennen zu gehen. "Wenn man sich unseren Reifenverschleiß ansah, war das logisch. Für mich war es die richtige Wahl. Leider ist es schwer, auf der Strecke zu überholen, aber wir wollten mehr Grip für den Start. Das war wichtig, um dort Positionen gutzumachen. Aus dieser Sicht war die Wahl wichtig."

    Als nicht den besten Saisonstart bezeichnete Kimi Räikkönen den Australien Grand Prix. So war er mit dem Auto und dem Speed seines Ferrari durchaus zufrieden, das Motorproblem freute ihn dafür weniger. "Beim Rennen in Malaysia sollte das Auto aber gut genug sein", blickte er optimistisch voraus. Seine Dreher machten Räikkönen verständlicherweise auch keine Freude. "Beim ersten Mal mit Glock kam ich mit einem Rad auf das Gras und beim zweiten Mal mit Kovalainen war ich etwas zu optimistisch", erzählte er. Trotz des schlechten Auftakts war Räikkönen aber cool wie eh und je, da er darauf verweisen konnte, dass sich er und das Team in jüngerer Vergangenheit schon in schwierigeren Situationen befunden hatten und es auch gut ausging.

    Ein Vorwurf, den sich der Finne nicht gefallen ließ, war, dass Ferrari nicht besonders schnell ausgesehen hatte. "Ich weiß nicht, ob wir langsam waren. Ich bin von 16 gestartet und kam gleich auf acht nach vorne. Dabei hatten wir einen vollen Tank und ich glaube deswegen nicht, dass wir langsam waren", betonte er. Angesichts seiner Fehler und auch der vielen anderen Zwischenfälle wurde er noch gefragt, ob das Fehlen der Traktionskontrolle wirklich dabei geholfen hatte, das Überholen zu erleichtern. "Wir konnten heute ein paar Leute überholen, aber das wird vom Kurs abhängen, denke ich", antwortete Räikkönen.

    Von einem ganz schlechten Start ins Jahr musste Felipe Massa sprechen. Einerseits wunderte er sich darüber, dass es bei einem Team wie Ferrari Motorprobleme gab und verlangte, dass sofort reagiert wird. Andererseits ärgerten ihn seine Renn-Zwischenfälle. "In der ersten Kurve habe ich die Kontrolle über das Auto verloren, während ich mit Kovalainen kämpfte und kam von der Strecke. Dann kam ich nach vorne und hätte in die Punkte kommen können. Der Zwischenfall mit Coulthard? Ich war innen und er hat die Tür zugemacht; vielleicht, weil er mich nicht gesehen hat", berichtete er und wies damit jede Schuld an dem Unfall von sich. Aufgrund des Ergebnisses meinte Massa noch, dass die WM für Ferrari jetzt in Malaysia von neuem Beginnen müsse.

    Renault rutscht auf Platz vier: Ein eigenartiges Rennen

    Renault rutscht auf Platz vier: Ein eigenartiges Rennen

    Obwohl das Safety Car eher störte als half, schaffte Fernando Alonso unerwartet Platz vier. Nelson Piquets Rennen endete eigentlich schon am Start.


    Vor Rennbeginn in Melbourne hatte Renault nicht unbedingt so ausgesehen, als könnte das Auto noch bis Platz vier nach vorne kommen. Doch etliche Renn-Zwischenfälle, Ausfälle und eine überlegte Fahrt von Fernando Alonso später, war der vierte Platz dann in trockenen Tüchern. "Das war ein eigenartiges Rennen mit vielen Überholmanövern, Zwischenfällen und mechanischen Problemen für viele Fahrer. Wir haben die Möglichkeiten, die sich uns boten, bestens genutzt und den ersten Grand Prix mit einem guten Ergebnis abgeschlossen. Das wird dem Team Schwung und Selbstvertrauen für den Rest der Saison geben", konnte der Spanier danach zufrieden Bilanz ziehen. Dazu gehörte allerdings auch, dass er darauf pochen musste, dass die Leistung im Qualifying und die Pace im Rennen noch gesteigert werden muss.

    Etwas weniger zu lachen hatte Nelson Piquet Jr., der bei seinem ersten Formel 1-Rennen nicht das Ziel sah. Dabei hatte er sogar einen guten Start gehabt und in der ersten Runde ein paar Positionen gutgemacht. "Leider wurde ich beim Start aber auch getroffen, wodurch mein Auto beschädigt wurde und ich letztendlich bei meinem ersten Grand Prix nicht ins Ziel kam. Natürlich bin ich enttäuscht, ich habe an diesem Wochenende aber viel gelernt und kann es nicht erwarten, nach Malaysia zu kommen, wo ich meine Lehre fortsetzen werde und hoffentlich ein besseres Ergebnis hole", meinte der Brasilianer. Einen Vorteil sah er in Sepang bereits: er kennt die Strecke.

    Die Führungsebene des Teams verlegte sich zunächst einmal darauf, das gute Ergebnis Alonsos zu feiern. So nannte Flavio Briatore die Platzierung ein gutes Omen für den Saisonbeginn und bescheinigte dem Spanier, ein gutes Rennen gefahren zu haben, in dem er sich stark nach vorne gekämpft hatte. "Obwohl wir zwei Mal einen Rückschlag wegen des Safety Cars hatten, schaffte er es, Außergewöhnliches zu leisten. Vor allem sein Überholmanöver gegen den McLaren kurz vor Schluss war spektakulär", sagte der Teamchef. Arbeitsbedarf hatte Briatore aber auch noch erkannt. Nicht zuletzt bei Piquet, für den es laut Briatore aber wohl eine gute Lern-Erfahrung war. "Ich bin zuversichtlich, dass er in den nächsten Rennen besser wird."

    Auch auf Ingenieursseite überwog die Freude über den vierten Platz, obwohl auch Pat Symonds beklagen musste, dass das Team mit den Safety Cars etwas Pech gehabt hatte. "Wir haben überlegt, ob wir die Strategien unter dem Safety Car ändern sollen, aber unser Reifenverschleiß hätte es nicht ermöglicht, auf den weichen Reifen zu gehen und bis zum Ende durchzuhalten. Fernando hat in seinem letzten Stint starkes Graining auf den weichen Reifen bekommen, wodurch er viel Untersteuern hatte", erzählte Symonds. Zu Piquets Ausfall konnte er noch nichts Genaues sagen, wollte den Schaden vom Start aber nicht als Ursache ausschließen. Auf jeden Fall sei das Auto durch die Beschädigung schwer zu fahren gewesen, weswegen der Brasilianer auch so langsame Rundenzeiten hatte, erklärte Symonds noch.

    Honda gewann Erkenntnisse: Auch ohne Punkte guter Dinge

    Honda gewann Erkenntnisse: Auch ohne Punkte guter Dinge

    Zwar musste Honda in Australien die gewonnenen Punkte wieder abgeben, doch die Pace des RA108 sorgte für Optimismus in der Mannschaft.


    Kurzzeitig hatte sich Rubens Barrichello über seine ersten Formel 1-Punkte seit 2006 gefreut, doch bald musste er erfahren, dass er doch keine bekommen würde. Die Punkte waren dem Brasilianer aber nicht so wichtig, viel mehr die Tatsache, dass er schnell genug war, um sie zu holen. Denn trotz des schlechten Vorjahres fühlt er sich noch immer bereit für die Formel 1. "Ich habe noch immer viel zu geben. Ich liebe den Sport noch immer. Beim Strafstopp habe ich den dritten Platz verloren, aber die Punkte sind nicht so wichtig. Wenn ich Punkte holen kann, gut, wenn nicht, dann auf zum nächsten Rennen", meinte der Brasilianer.

    Einfach hatte er es nicht gehabt, da er nach seinem ersten Stopp vorne rechts den Dämpfer verloren hatte und das Auto dadurch schwerer zu fahren war. "Und bei meinen Füßen war es sehr heiß. Ich habe mir die Füße auf der Seite verbrannt, weil es so heiß war. Es war schwer, aber ich bin von Anfang an voll gefahren und darauf bin ich stolz", sagte Barrichello. Das Auto hat seiner Meinung nach an diesem Wochenende sein Potential gezeigt und deswegen musste er die Mitarbeiter in der Fabrik loben, die während der vergangenen Wochen die Kohlen aus dem Feuer geholt hatten. "Es war gut, eine volle Renndistanz zurückzulegen, um unser Verständnis für das Auto zu steigern. Wir freuen uns jetzt auf Malaysia, wo wir die Leistung des Autos weiter optimieren wollen."

    Wie optimal sein Auto gelaufen wäre, konnte Jenson Button nicht einmal erahnen, da er nicht besonders weit kam. "Ich hatte einen guten Start, kam an Alonso vorbei und fuhr neben Vettel. Leider war es ein Renn-Zwischenfall, durch den der Schaden entstanden ist. Wir sind zu dritt oder zu viert nebeneinander durch die enge und schnelle erste Kurve. Ich berührte Vettel am Seitenkasten, was ihn zu drehen schien und dann drehte er sich ein und traf mein Hinterrad, als ich vorbeiging", erinnerte sich der Brite. Nach dem Treffer hoffte er noch, bis zur Box zu kommen, um das Auto reparieren zu lassen, aber der Schaden war zu groß. Dennoch wollte auch Button Australien nicht ganz unzufrieden verlassen, da das Auto sich doch stärker präsentiert hatte als erwartet.

    Das Ergebnis spiegelte das am Ende aber eben nicht wieder, weswegen Teamchef Ross Brawn nicht wirklich zufrieden sein konnte. Die Umstände, die zu Barrichellos Bestrafung führten, erklärte er so: "Kurz nachdem wir Rubens zum zweiten geplanten Stopp gerufen hatten, hatte Timo Glock einen Crash und das Safety Car kam heraus. Wir hatten keine Alternative, als ihn trotzdem reinzuholen, denn ihm ging das Benzin aus. Wir wussten, dass die Boxengasse geschlossen würde und er eine Stopp-and-Go-Strafe von zehn Sekunden bekommen würde." Bei dem Stopp passierte es auch noch, dass der Lollipop zu früh hochgenommen wurde, weswegen der Tankschlauch aus dem Auto gerissen wurde. Außerdem fuhr er bei Rot aus der Boxengasse.

    "Das war eine ungünstige Verkettung der Ereignisse nach einer sonst sehr guten Fahrt von Rubens", meinte Barrichello. Besonderes Lob bekam der Brasilianer, weil er Kimi Räikkönen 19 Runden hinter sich gehalten hatte. Als positive Erkenntnis konnte Brawn mitnehmen, dass es im Qualifying so ausgesehen hatte, als könnte der RA108 im Mittelfeld mitfahren und dass das Team am Sonntag die Bestätigung dafür bekam, dass man um Punkte mitfahren kann. "Das ist unser Ziel. Das Aerodynamik-Paket für Melbourne hat gut funktioniert, aber ein weiterer Schritt ist nötig, damit wir weiter vorne sind und regelmäßig in Q3 mitfahren können."

    Räikkönen rückt nach: Barrichello disqualifiziert

    Räikkönen rückt nach: Barrichello disqualifiziert

    Es war zu befürchten: Rubens Barrichello wurde nach Rennende von der Rennleitung disqualifiziert. Der Brasilianer hatte eine rote Boxengassenampel überfahren. Zuvor war er bereits für einen nicht erlaubten Boxenstopp zu Beginn der dritten Safety Car-Phase des Rennens mit einer 10-Sekunden Stop-and-Go-Strafe belegt worden. Dennoch hatte er sich auf der Strecke Platz 6 erfahren. Durch seine Disqualifikation rücken Kazuki Nakajima, Sebastien Bourdais und Kimi Räikkönen je einen Platz auf. Ferrari-Pilot Räikkönen erhält somit trotz seines Ausfalls noch einen WM-Zähler.

    Rennergebnisse am 16.03.2008

    Rennergebnisse am 16.03.2008

    16. März 2008 - Der Große Preis von Australien in Melbourne

    ERGEBNISSE
    POSITION FAHRER TEAM ZEIT
    1 Lewis Hamilton McLaren-Mercedes 1:34.50,616
    2 Nick Heidfeld BMW Sauber F1 + 00.05,478
    3 Nico Rosberg Williams F1 + 00.08,163
    4 Fernando Alonso Renault F1 + 00.17,181
    5 Heikki Kovalainen McLaren-Mercedes + 00.18,014
    6 Kazuki Nakajima Williams F1 + 1
    7 Sebastien Bourdais Scuderia Toro Rosso + 3
    8 Kimi Räikkönen Ferrari + 5


    SCHNELLSTE RUNDE
    Heikki Kovalainen/McLaren-Mercedes Zeit: 01.27,418 in Runde 43

    AUSFÄLLE
    RUNDE FAHRER TEAM AUSFALLGRUND
    1 Giancarlo Fisichella Force India F1 Unfall
    1 Sebastian Vettel Scuderia Toro Rosso Unfall
    1 Jenson Button Honda Racing F1 Defekt
    1 Mark Webber Red Bull Racing Unfall
    1 Anthony Davidson Super Aguri F1 Unfall
    9 Adrian Sutil Force India F1 Hydraulik
    20 Jarno Trulli Toyota Defekt
    26 David Coulthard Red Bull Racing Unfall
    30 Felipe Massa Ferrari Defekt
    31 Nelson Piquet jr. Renault F1 Defekt
    33 Takuma Sato Super Aguri F1 Defekt
    44 Timo Glock Toyota Unfall
    48 Robert Kubica BMW Sauber F1 Unfall


    DISQUALIFIKATIONEN
    FAHRER GRUND RUNDEN
    Rubens Barrichello Disqualifiziert wegen Überfahren der Roten Ampel in der Boxengasse 57
    Bilder
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    2. Malaysia GP / Sepang International Circuit

    2. Malaysia GP / Sepang International Circuit

    Malaysia: Hitzeschlacht in Sepang
    Kaum ein anderer Kurs wirkt aus der Vogelperspektive so symmetrisch - doch kaum einer bietet eine solche Vielzahl verschiedenartiger Kurven. Der Sepang International Circuit hält praktisch an jeder Kehre eine neue Herausforderung bereit.

    Trotz der zwei langen Geraden setzen die Teams auf eine Abstimmung mit viel Abtrieb - was unter dem Gesichtspunkt der jederzeit möglichen Regenfälle noch sinnvoller erscheint. Das tropische Malaysia stellt mit seiner feuchtheißen Luft die denkbar ungünstigste Umgebung für Leistungssport dar. Im Rennen verlieren die Grand Prix-Stars rund 1,5 Liter Flüssigkeit - mehr, als sie während des Grand Prix trinken können.

    Entsprechend gilt der Grand Prix als ein echter Härtetest für Mensch und Maschine: Das Rennen ist berüchtigt für die üblicherweise herrschende feuchtheiße Witterung. Der Grand Prix stellt die Piloten und ihr Material somit vor eine der härtesten Aufgaben des Jahres. Viele Fahrer bereiten sich mit speziellen Fitness-Programmen in tropischen Gefilden vor. Reichlich Flüssigkeitszufuhr gilt während des gesamten Wochenendes als oberste Pflicht.

    Ins Schwitzen kommen auch die V10-Triebwerke: Um ihnen etwas mehr Kühlung zu verschaffen, erhöhen die Teams den Luftdurchfluss durch die Seitenkästen, in denen die Kühler untergebracht sind.

    Die Strecke selbst ist mittelschnell und flüssig konzipiert. Die beiden langen Geraden vor und hinter der Haupttribüne verlangen nach guter Motorleistung. Daneben weist der Kurs in der Nachbarschaft des Flughafens von Kuala Lumpur einen Mix aus engen Kurvenkombinationen zu Beginn der Runde und schnellen Richtungswechseln gegen Ende eines Umlaufs auf.
    Bilder
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    Qualifying: Massa auf Pole

    Qualifying: Massa auf Pole
    Ferrari und McLaren waren im Qualifying nicht zu bremsen. Heidfeld bester Deutscher auf Platz 7.

    Ferrari ist zurück. Nach dem enttäuschenden Wochenende in Melbourne meldeten sich die Roten mit einer Doppelpole zurück: Felipe Massa startet in Malaysia von der Pole Position, Kimi Räikkönen steht neben ihm in Reihe 1. "Das war eine fantastische Runde", freute sich Massa. "Ich hatte zwei gute Versuche, der zweite war praktisch fehlerfrei." Für Massa und Ferrari beginnt die WM nach den Problemen von Australien erst jetzt. "Wir sind zuversichtlich, dass wir alles sauber auf die Reihe bringen."

    Kimi Räikkönen war nicht ganz zufrieden. "Mein Auto war gut, aber ich hatte zu wenig Grip. Aber Platz 2 ist ein guter Startplatz und wir haben ein gutes Auto für das Rennen." Die zweite Reihe gehört McLaren Mercedes. Allerdings steht Heikki Kovalainen in seinem zweiten Grand Prix für die Silbernen vor Vizeweltmeister Lewis Hamilton. "Klar, wir hatten gehofft, weiter vorne zu stehen, aber Ferrari war das ganze Wochenende sehr schnell", sagte Kovalainen. "Wir konnten nicht mehr herausholen. Platz 3 war wohl das Maximum. Es ist eine gute Ausgangssituation für das Rennen."

    Norbert Haug dürfte ebenfalls nicht enttäuscht sein, er hatte schon vor dem Qualifying erwartet, dass seine Fahrer nicht um die Pole fahren würden, sondern andere Teams mit weniger Benzin vorne stehen. Dabei hatte er allerdings eher BMW Sauber im Sinn. "Wir haben eine starke Rennstrategie", bestätigte Martin Whitmarsh.

    Die Weiß-Blauen finden sich allerdings erst auf den Plätzen 6 und 7 wieder. Sogar Jarno Trulli steht im Toyota auf Platz 5 vor ihnen. Die Top10 komplettieren Mark Webber, Fernando Alonso und Timo Glock auf den Plätzen 8 bis 10. Nick Heidfeld war nach dem Qualifying bedient. "Ich bin sehr enttäuscht, im Q3 war auf meiner letzten schnellen Runde deutlich mehr drin", sagte er. Nur er und Fernando Alonso waren noch auf einer schnellen Runde, alle anderen waren bereits im Benzinsparmodus unterwegs. "Sie hatten nicht die Info oder haben sich nicht drüber geschert", so Heidfeld, "und quasi auf der Ideallinie geparkt. Ich musste an fünf Autos vorbeigefahren, das größte Problem waren vor Kurve 4 beide McLaren, die auf der Race-Linie waren. Dadurch verlor ich Zeit beim Anbremsen, mindestens zwei Zehntel, die hätten mich auf P3 gebracht." An eine verbesserte Chance im Rennen durch Regen wollte er nicht denken. "Das könnte sein, aber im Moment bin ich einfach nur enttäuscht."

    Nicht gereicht für den Sprung unter die Top10 hat es für Sebastian Vettel und Nico Rosberg. Sie starten von den Plätzen 15 und 16 in den zweiten Grand Prix des Jahres. Nur von Platz 21 beginnt Adrian Sutil den Malaysia GP. "Der Frust sitzt schon tief", sagte der Force India-Pilot. "Wir wissen nicht woran es liegt. Das Auto rutscht über alle viere, ich habe absolut keinen Grip."

    Das Problem ist die Performance im Qualifyingtrim mit wenig Sprit und weichen Reifen. "Damit bin ich langsamer statt schneller. Das ist ein sehr eigenartiges Problem." Sein Teamkollege Giancarlo Fisichella kommt damit besser klar. Er scheiterte haarscharf am Einzug in die zweite Qualifyingsession. Im Rennen rechnet sich Sutil aber mehr aus. "Ich muss mit klarem Kopf durchstarten und mit unserer besseren Long Run-Pace sollte ein gutes Ergebnis drin sein."

    Qualfying-Bummelei: Die FIA reagiert

    Qualfying-Bummelei: Die FIA reagiert
    Bereits ab dem Rennen in Bahrain sollen die Bummelrunden am Ende des Qualifyings verboten werden.

    Nach der doch etwas heiklen Situation am Ende des dritten Qualifyings in Sepang, als Nick Heidfeld und Fernando Alonso auf ihrer letzten fliegenden Runde auf Benzin sparende Konkurrenten trafen - darunter die McLaren, die deswegen auch wegen Blockierens bestraft wurden -, hat die FIA nun reagiert. Bereits ab dem Rennen in Bahrain soll das Bummeln auf dem Weg zurück an die Box verboten werden.

    Es wird die so genannte Lap-to-Grid-Regel dann auch für das Qualifying gelten. Sie wird den Fahrern vorschreiben, auch in ihrer Auslaufrunde eine Zeit zu fahren, die nicht mehr als 20 Prozent über ihrer Bestzeit liegt. Beim Weg in die Startaufstellung findet diese Regel bereits ihre Anwendung, da Christijan Albers 2005 in China auf dem Weg in den Grid in einen langsamen Ferrari gefahren war.

    Wie die Telemetrie-Daten nach dem Qualifying am Samstag gezeigt haben, ist diese Vorschrift im Qualifying auch im Sinne der Sicherheit. Die langsamen Autos fuhren mit gerade einmal 60 km/h Richtung Box, während Heidfeld und Alonso rund 210 km/h schneller waren. Hätte vor ihnen jemand die Linie gekreuzt, um vielleicht noch auszuweichen, dann hätte das böse Folgen haben können.

    Malaysia GP: Räikkönen siegt, Kubica Zweiter

    Malaysia GP: Räikkönen siegt, Kubica Zweiter
    Ungefährdet holte sich Kimi Räikkönen den ersten Saisonsieg. Doch alles war nicht gut bei Ferrari in Malaysia.

    Bis nach Australien reiste Ferrari, um einen roten Alptraum zu erleben. Die Weiterreise nach Malaysia hat sich für die Scuderia wieder gelohnt - wenn auch am Ende nur für Kimi Räikkönen. Am Start musste sich der Finne noch hinter seinem Teampartner Felipe Massa anstellen, doch 1,2 Sekunden Rückstand ließen ihm für den ersten Boxenstopp alle Möglichkeiten, an Massa vorbeizugehen.

    Der Brasilianer stoppte in Runde 17, Räikkönen drehte derweil die schnellste Rennrunde und kam dann zu seinem ersten Tankstopp an die Box. Nach 7,9 Sekunden Standzeit brauste er wieder los und kam vor Massa auf die Bahn zurück. In Runde 25 führte er mit 4 Sekunden vor seinem Teamkollegen. Fünf Runden später erledigte sich auch dieses Problem: Massa strandete im Kiesbett. "Ich habe keine Ahnung, was passiert ist", sagte der Brasilianer. "Das Heck ist ohne Vorankündigung ausgebrochen." Für Räikkönen bedeutete dies eine Sonntagsspazierfahrt. Vor seinem zweiten Stopp in Runde 37 hatte er 24,5 Sekunden Vorsprung auf den Zweiten Robert Kubica, der bis zu seinem zweiten Stopp die zwischenzeitliche Führung genießen durfte. Danach gehörte der Sieg dem amtierenden Champion.

    Die Action zwischen der Strategie

    Auch der zweite Start des Jahres hatte es in sich. Vorne drängte Massa seinen Teamkollegen Räikkönen zur Seite, verteidigte so die Führung in Kurve 1. Dahinter versuchte Heidfeld außen an Trulli vorbeizugehen, der behauptete seinen Platz und Heidfeld fiel auf Platz 10 zurück. Auf der anderen Seite fuhr Hamilton an beiden vorbei und auf Platz 5 nach vorne. Für Sebastien Bourdais war das Rennen in der nächsten Kurve vorbei - der Franzose landete in seinem Toro Rosso im Kiesbett.

    Ein paar Kurven weiter, aber nicht bis zum Ende der ersten Runde, schafften es Nico Rosberg und Timo Glock. Der Williams-Pilot griff den Toyota seines Landsmanns an und sie kollidierten - für Glock war das Rennen beendet, Rosberg musste sich einen neuen Frontflügel abholen. "Nico hat anscheinend versucht, mich in Kurve 14 zu überholen", schilderte Glock. "Ich habe ganz normal eingelenkt, er hat versucht reinzufahren, hat mich dabei mit seinem Vorderrad an meinem Hinterrad getroffen, er war also noch nicht ganz daneben." Dabei brach Glocks Hinterradaufhängung.

    Ein paar Runden länger mischte Adrian Sutil mit. Dann streikte seine Hydraulik - wie schon eine Woche vorher in Melbourne. "Ich konnte nicht mehr schalten, der 3. Gang blieb stecken", sagte er. "Das ist sehr schade. Irgendwie ist der Wurm drin. Nach dem enttäuschenden Qualifying war ich sicher, dass es im Rennen besser laufen würde, aber der Ausfall kam zu früh."

    Länger war Sebastian Vettel in seinem Toro Rosso unterwegs. Doch dann rollte auch er mit qualmendem Auto am Streckenrand aus. "Der Hydraulikdruck ist in den Keller gefallen", so Vettel. "Ich konnte nicht mehr runterschalten, nicht mehr hochschalten, ich hing im 2. Gang fest, habe die Servolenkung verloren und musste aufgeben." Den Rauch erklärt er sich durch die Hitze. "Es sah so aus, als wäre irgendetwas am Motor kaputtgegangen, aber das Wasser hat 120 Grad, da qualmt es schnell mal. Schade, wir hätten als 11. oder 12. ins Ziel fahren können."

    Auch am Überholmanöver des Rennens war ein Deutscher beteiligt. Kurz nach dem Start flogen Nick Heidfeld, David Coulthard und Fernando Alonso nebeneinander auf die Schlusskurve zu, Heidfeld ging innen an beiden Kontrahenten vorbei, Alonso schnappte sich Coulthard am Ende der Geraden. Erinnerungen an Spa-Francorchamps 2000 wurden wach. In diesem Fall mit Coulthard in der Rolle des Ricardo Zonta.

    Der Rest vom Feld

    Für McLaren lief der Grand Prix nicht wie erwünscht. Nach der Strafversetzung beider Piloten nach dem Qualifying kämpften sie sich einige Plätze nach vorne, blieben dann aber im Verkehr stecken. Bei Kovalainen reichte ein unauffälliges, aber fehlerfreies Rennen für sein erstes McLaren-Podium hinter Räikkönen und Kubica. Hamilton verschenkte seine Chance auf einen Podestplatz bei einem verpatzten Boxenstopp. Der rechte Vorderreifen wehrte sich beim ersten Stopp.

    In den Schlussrunden machte sich Hamilton auf harten Reifen noch einmal auf die Jagd nach Jarno Trulli auf Platz 4. Aber der Italiener machte keinen Fehler, Hamilton kam nicht mehr vorbei. Das gleiche Spiel spielten dahinter Mark Webber und Fernando Alonso, die auf den Plätzen 7 und 8 ins Ziel einliefen. Zwischen Hamilton und Webber kreuzte Nick Heidfeld als Sechster die Ziellinie. Der Deutsche setzte als Schlusspunkt immerhin die schnellste Rennrunde.

    McLaren holte das Beste raus

    McLaren holte das Beste raus: Der wahre Speed war nicht zu sehen
    Strafe im Qualifying, Untersteuern im Verkehr, ein missglückter Boxenstopp; bei McLaren ist man überzeugt, dass das Rennen in Sepang nicht repräsentativ war.

    Als das bestmögliche Ergebnis bezeichnete Heikki Kovalainen seinen dritten Platz in Sepang. Immerhin hatte er nach der Strafe vom Qualifying von Platz acht ins Rennen gehen müssen. Was ihm half, war eine gute Planung des Teams. "Unsere Strategie war wirklich gut und so konnte ich den größten Teil des Rennens ohne Zweikämpfe fahren", sagte der Finne und freute sich über seinen ersten Podestplatz mit McLaren. Womit er zu kämpfen hatte, war ein wenig Graining vor seinem ersten Stopp. Dennoch konnte er noch etwas pushen. "Ich blieb bis zur 20. Runde draußen, das half, Jarno Trulli nach meinem ersten Boxenstopp zu überholen." Bei seinem Stopp wurde er auch gleich ordentlich betankt, weswegen er beim zweiten Mal nur kurz anhalten musste und den dritten Platz absichern konnte.

    Lewis Hamilton hatte an der Box etwas mehr Probleme, was ihn seiner Meinung nach Platz drei oder sogar Platz zwei gekostet hat - das allerdings nur theoretisch. "Es war schwer, Mark Webber und Jarno zu überholen. Wenn ich also hinter Kubica gewesen wäre, dann wäre ich auch nur schwer an ihm vorbeigekommen. Ich bin aber überzeugt, dass unser Auto gut genug ist, um in den Top Drei zu sein", sagte der Brite. Enttäuscht wollte er aber nicht sein, denn der McLaren hatte ein weiteres Mal seine Zuverlässigkeit unter Beweis gestellt. "Ich glaube, es gibt kein anderes Team, das über zwei Rennen so pushen kann. Was die Autovorbereitung anbelangt, sind wir an der Spitze."

    Deswegen meinte er auch, zwar nicht so glücklich zu sein wie nach einem Sieg zu sein, sich aber dennoch optimistisch zu fühlen. Denn die Führung in der WM hat er nach wie vor und nun will er in Bahrain einfach wieder so auftreten wie in Melbourne am vergangenen Wochenende. Anerkennung musste er Ferrari zollen. Dem Team bescheinigte er tolle Arbeit, war aber auch nicht überrascht von der Leistung des Rennstalls. "Sie waren hier voriges Jahr stark und haben ein gutes Auto; das ist kein Geheimnis. Sie waren im Qualifying eine oder zwei Runden leichter als wir. Wir müssen jetzt einfach weiter pushen", erklärte er.

    Für Ron Dennis war das Ergebnis von Sepang jedenfalls kein Beinbruch und er zeigte sich mit der Leistung seiner Fahrer zufrieden. "Trotz der Probleme holten wir genug Punkte, um die Führung in beiden Weltmeisterschaften zu verteidigen", stellte er fest. Hamiltons Boxenproblem schrieb er einem fehlerhaften Sicherungsmechanismus an der Radmutter zu und beklagte, dass dadurch wertvolle Zeit verloren ging. "Der wahre Speed unserer Autos war heute nicht zu sehen, da sie im Verkehr immer wieder untersteuerten", fügte Dennis noch an.

    Ferrari wieder ganz oben: Das beste Ostergeschenk

    Ferrari wieder ganz oben: Das beste Ostergeschenk
    Ein Osterei war ganz nach dem Geschmack der Tifosi, das andere war eher faul.

    Wenn sich der Präsident zu Wort meldet, ist etwas Bedeutendes geschehen. "Ich habe mit so einer Reaktion gerechnet", sagte Luca di Montezemolo nach dem ersten Saisonsieg in Malaysia. "Das ist das beste Ostergeschenk für unsere Fans."

    Dennoch war es für Teamchef Stefano Domenicali ein bittersüßer Erfolg. "Wir freuen uns mit Kimi, aber sind gleichzeitig enttäuscht über Felipes Ausfall." Der Brasilianer flog in Runde 31 ins Kiesbett und schied aus. "Das hat uns einen möglichen Doppelsieg gekostet", klagte Domenicali.

    Massa schilderte die Situation so: "Ich berührte einen Kerb ausgangs Kurve 6, und zwar ziemlich hart. Danach verlor ich in der nächsten Kurve das Heck." Noch steht nicht fest, ob der Kontakt mit dem Kerb das Auto beschädigt hat. "Aber es ist schade, denn wir hätten Erster und Zweiter werden können", trauerte Massa der verpassten Chance nach.

    Kimi Räikkönen war erwartungsgemäß besser aufgelegt, jedenfalls auf seine Art. "Ich bin glücklich über den Sieg. Am Start ging ich kein Risiko ein, weil ich wusste, dass ich eine Runde nach Felipe stoppen würde. Als es soweit war, pushte ich bis ans Maximum und kam vor ihn." Damit war sein Rennen gelaufen. Denn kurz darauf verabschiedete sich Massa ins Kiesbett und Räikkönen war konkurrenzlos. "Danach war das Auto perfekt und ich musste es nicht fordern." Das bestätigte auch Domenicali. "Heute waren wir sehr schnell, nahmen den Speed im letzten Teil des Rennens heraus, um das Auto zu schonen."

    Das Wichtigste für die Roten ist, dass sie sich zurückgemeldet haben. "Wir haben heute einen klaren Vorteil gegenüber der Konkurrenz gehabt", sagte Luca Baldisserri. Domenicali will deshalb aber nicht abheben, genauso wenig wie er nach Melbourne am Boden zerstört war. "Ich habe das gleiche Gefühl wie nach Australien", sagte er. "Letztes Wochenende meinten alle, dass McLaren in einer eigenen Welt fahre. Wir erwiderten: okay, sie hatten ein tolles Rennen, aber das kann sich ändern."

    So war es in Malaysia. "Hier hatten sie kein so tolles Wochenende, aber sie werden nächstes Mal in Bahrain wieder sehr stark sein." Auch BMW Sauber hat er auf der Rechnung. "Sie hatten ein gutes Wochenende, wir müssen sie respektieren - sie werden uns und McLaren Punkte wegnehmen." Das mache die WM in dieser Saison noch schwieriger. "Wir haben einen Gegner mehr. Das wird ein wichtiges Element im Titelkampf, das wir berücksichtigen müssen."
    KOMMENTARE:

    Heikki Kovalainen:
    "Ich bin mit dem dritten Platz recht zufrieden. Mit Hinblick auf die Zurückversetzung in der Startaufstellung ist dies wohl das bestmögliche Ergebnis. Unsere Strategie war wirklich gut und so konnte ich den größten Teil des Rennens ohne Zweikämpfe fahren. Das Team arbeitete super und ich freue mich, dass ich die Jungs mit meinem ersten Podiumsplatz für Vodafone McLaren Mercedes belohnen konnte. Vor meinem ersten Boxenstopp körnten meine Reifen etwas. Iich blieb bis zur 20. Runde draußen, das half, Jarno Trulli nach meinem ersten Boxenstopp zu überholen. Mit meinem kurzen zweiten Stopp sicherte ich meinen dritten Platz, denn eine Verbesserung war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr drin."

    Lewis Hamilton:
    "Ich startete gut und verbesserte mich um vier Plätze von neun auf fünf. Dann attackierte ich immer wieder Mark Webber, doch es war mir einfach nicht möglich ihn zu überholen. Dennoch wäre Platz drei möglich gewesen, hätte ich nicht durch das Problem bei meinem ersten Boxenstopp soviel Zeit verloren. Danach versuchte ich einfach, das Beste aus der Situation zu machen. Immerhin wissen wir jetzt, dass unser Auto auch unter diesen extremen Bedingungen sehr zuverlässig ist und ich war in der Lage, Jarno Trulli bis zum Schluss unter Druck zu setzen. Mark Webber und Jarno Trulli sind heute toll gefahren und die Zweikämpfe mit ihnen haben Spaß gemacht."

    Ron Dennis:
    "Heikki und Lewis haben beide eine sehr gute Leistung gezeigt. Trotz der Probleme holten wir genug Punkte, um die Führung in beiden Weltmeisterschaften zu verteidigen. Heikki fuhr ein sehr gutes Rennen, kam gut durch den Verkehr und erzielte seinen ersten Podiumsplatz für unser Team. Lewis wurde beim ersten Boxenstopp aufgehalten, weil der Sicherungsmechanismus der Radmutter nicht funktionierte. In einer entscheidenden Phase des Rennens verlor er deshalb wertvolle Zeit. Der wahre Speed unserer Autos war heute nicht zu sehen, da sie im Verkehr immer wieder untersteuerten. Wir freuen uns jetzt auf den Grand Prix von Bahrain in zwei Wochen."

    Norbert Haug:
    "Heikki und Lewis haben nach der gestrigen Zurückversetzung auf die Startplätze acht und neun sowie dem Problem mit der Radmutter bei Lewis’ erstem Boxenstopp einen guten Job gemacht. Mit den Plätzen drei und fünf holten wir zehn wichtige Punkte. Heikki hat aus seiner Strategie das Beste gemacht und seinen ersten Podiumsplatz für Vodafone McLaren Mercedes erzielt - gut gemacht an ihn und das Team. Lewis hatte heute gleich zwei Handicaps, er startete nach der Zurückversetzung als Neunter und verlor bei seinem ersten Stopp über zehn Sekunden an der Box. Positiv ist, dass wir in den ersten beiden Grand Prix des Jahres immer in den Punkten ins Ziel gekommen sind, beide Rennen auf dem Podium beendeten und dabei im Schnitt zwölf von pro Rennen 18 möglichen Punkten geholt haben. Wir alle werden jetzt sehr hart arbeiten, um unsere Leistung weiter zu steigern."

    Rennergebnisse vom 23.03.2008

    Rennergebnisse vom 23.03.2008

    23. März 2008 - Der Große Preis von Malaysia in Sepang

    ERGEBNISSE
    POSITION FAHRER TEAM ZEIT
    1 Kimi Räikkönen Ferrari 1:31.18,555
    2 Robert Kubica BMW Sauber F1 + 00.19,570
    3 Heikki Kovalainen McLaren-Mercedes + 00.38,450
    4 Jarno Trulli Toyota + 00.45,832
    5 Lewis Hamilton McLaren-Mercedes + 00.46,548
    6 Nick Heidfeld BMW Sauber F1 + 00.49,833
    7 Mark Webber Red Bull Racing + 01.08,130
    8 Fernando Alonso Renault F1 + 01.10,041
    9 David Coulthard Red Bull Racing + 01.16,220
    10 Jenson Button Honda Racing F1 + 01.26,214
    11 Nelson Piquet jr. Renault F1 + 01.32,202
    12 Giancarlo Fisichella Force India F1 + 1
    13 Rubens Barrichello Honda Racing F1 + 1
    14 Nico Rosberg Williams F1 + 1
    15 Anthony Davidson Super Aguri F1 + 1
    16 Takuma Sato Super Aguri F1 + 2
    17 Kazuki Nakajima Williams F1 + 2

    SCHNELLSTE RUNDE
    Nick Heidfeld/BMW Zeit: 01.35,366 in Runde 55

    AUSFÄLLE
    RUNDE FAHRER TEAM AUSFALLGRUND
    1 Sebastien Bourdais Scuderia Toro Rosso Unfall
    2 Timo Glock Toyota Defekt nach Kollision
    6 Adrian Sutil Force India F1 Hydraulik-Defekt
    31 Felipe Massa Ferrari Fahrfehler
    40 Sebastian Vettel Scuderia Toro Rosso Motoschaden
    Bilder
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    Mosley entschuldigt & klagt: Es tut mir sehr leid

    Mosley entschuldigt & klagt: Es tut mir sehr leid

    Wären die Bilder am Dienstag erschienen, man hätte sie für einen geschmacklosen Aprilscherz gehalten. Nun entschuldigte sich Max Mosley in einem Brief.

    Am Sonntag enthüllte die britische Boulevardzeitung News of the World einen "Nazi-Sex-Skandal" rund um FIA-Präsident Max Mosley. Mit Bildern und einem angeblich fünf Stunden langen Video zeigte die Zeitung Mosley, wie ihn noch niemand gesehen hat oder sehen wollte. In einem Brief an alle Präsidenten der nationalen FIA-Clubs, alle Mitglieder des FIA-Senats, des World Motor Sport Council und des World Council for Mobility and the Automobile entschuldigte sich Mosley für die unangenehmen Schlagzeilen, welche der Fall der FIA bereitete und kündigte zugleich rechtliche Schritte gegen die News of the World an, die in sein Privatleben eingedrungen sei und persönliche Informationen veröffentlicht habe. Bereits seit Sonntag hat die Zeitung das gekürzte Video und die Bilder schrittweise von ihrer Internetseite nehmen müssen. Kopien schwirren aber noch immer durch das Internet, etwa bei youtube.

    "Ich habe von einer hochrangigen Quelle, die der britischen Polizei und der Staatssicherheit nahe steht, erfahren, dass mein Privatleben in den letzten zwei Wochen einer verdeckten Untersuchung unterzogen wurde." Die Untersuchung sei von einer Gruppe durchgeführt worden, die sich auf solche Untersuchungen spezialisiert habe und deren Gründe und Kunden noch unbekannt seien. Ähnliche Informationen liegen Mosley aus Frankreich vor, auch wenn sie nicht ganz so fundiert sind.

    "Leider kennen Sie nun das Ergebnis dieser verdeckten Untersuchung und es tut mir sehr leid, wenn dies Sie oder Ihren Club in Verlegenheit gebracht hat", schreibt Mosley weiter. "Abgesehen davon, dass eine britische Boulevardzeitung höchst private Aktivitäten veröffentlicht hat, was an sich schon sehr peinlich ist, schreibt sie auch, dass eine Art Nazi-Hintergrund vorgelegen haben soll. Das ist absolut falsch."

    An einen Rücktritt als FIA-Präsident denkt Mosley nach der Affäre nicht. "Ich habe eine sehr große Anzahl an Sympathiebekundungen und Unterstützung von der FIA und der Motorsportcommunity erhalten. Sie alle sagen, dass mein Privatleben nichts mit meiner Arbeit zu tun habe und ich meine Rolle weiterhin ausüben solle. Dafür bin ich dankbar und mit Ihrer Unterstützung werde ich diesem Ratschlag folgen." Das Rennen in Bahrain wird Mosley aber wohl nicht besuchen. Bernie Ecclestone hatte ihm davon abgeraten. Zudem muss Mosley momentan das weitere Vorgehen mit seinen Anwälten abstimmen.

    Es bleibt also dabei, was Mosley-Antagonist Paul Stoddart uns in Australien sagte: "Nur Mosley oder Gott entscheiden, ob er geht - aber leider niemand anderes." Anscheinend auch keine Geheimorganisationen oder peinliche Schmuddelskandale.
    Nach Sex-Video
    Mercedes und BMW „erwarten Reaktion der FIA“


    Die Hersteller setzen Mosley und die FIA unter Druck
    03. April 2008

    Die deutschen Formel-1-Automobilhersteller Mercedes und BMW haben den Inhalt des Videos, das den Weltverbands-Präsidenten Max Mosley bei Nazi-Rollenspielen mit Prostituierten zeigen soll, verurteilt und Konsequenzen vom Internationalen Automobilverband FIA gefordert. „Die Inhalte der Veröffentlichungen sind abstoßend. Wir distanzieren uns als Unternehmen ausdrücklich davon“, hieß es am Donnerstag in einer gemeinsamen Presseerklärung. Der Vorgang betreffe Mosley in Person und als FIA-Chef. „Die Tragweite geht damit über den Motorsport hinaus. Wir erwarten eine Reaktion der relevanten FIA-Gremien.“

    Der in Köln ansässige Rennstall Toyota lehne „jede Haltung, die der Formel 1 schaden könnte, insbesondere jede Haltung, die rassistisch oder antisemitisch gemeint sein könnte“ ab, schreibt Toyota in einer Mitteilung. Die Schlüsselfiguren des Sports müssten Vorbildfunktion haben, heißt es weiter. „Wenn alle Fakten bekannt sind, wird es an der FIA sein zu entscheiden, ob Mosley seinen moralischen Verpflichtungen nachgekommen ist.“ Mosley lehnt einen Rücktritt bislang ab.

    Reise nach Bahrein „zum jetzigen Zeitpunkt unangemessen“

    Mosley verzichtet auf die Reise zum Großen Preis von Bahrein am Sonntag (13.30 Uhr MESZ/Premiere und RTL live) - allerdings wohl nicht ganz freiwillig. Kronprinz Scheich Salman Bin Hamad Al-Khalifa hatte in einem von der „Times“ enthüllten Brief an die Privatadresse Mosleys angesichts der Anschuldigungen von einem Besuch abgeraten: „Mit großem Bedauern halte ich fest, dass es für sie zum jetzigen Zeitpunkt unangemessen wäre, nach Bahrein zu kommen.“

    Der 67 Jahre alte Brite hatte indirekt die „peinliche“ Teilnahme an einer in einem Video festgehaltenen Orgie mit fünf Prostituierten eingeräumt, aber eine vermutete Nazi-Verbindung der Szenen dementiert. Mosley wittert eine Verschwörung und erklärte, dass er gezielt bespitzelt worden sei.

    Todt oder Hubbert mögliche Nachfolger

    Der ehemalige Weltklassepilot Niki Lauda akzeptiert, dass Mosley die Sexorgie für seine Privatsphäre halte. „Problematisch aber wird es, wenn es mit Nazismus zu tun hat“, sagte Lauda. Wenn sich dies trotz Mosleys Dementi als Fakt herausstellen sollte, sei er wegen seiner Vorbildfunktion als FIA-Chef nicht mehr tragbar: „Diese Bilder wären ein Schock für jeden jungen Rennfahrer.“

    Als Favorit auf eine mögliche Nachfolge Mosleys gilt der einstige Ferrari-Teamboss Jean Todt, allerdings sind auch FIA-Vizepräsident Hermann Tomczyk (Rosenheim) und der langjährige Mercedes-Vorstand Jürgen Hubbert für das höchste Amt im Motorsport im Gespräch.

    Mosley reagiert: Zuerst mit mir sprechen

    Mosley reagiert: Zuerst mit mir sprechen

    Max Mosley steht im Kreuzfeuer der Kritik. Er hätte sich zuerst ein privates Gespräch gewünscht.

    Vier Automobilhersteller haben am Donnerstagmorgen ihren Unmut über die Mosley-Affäre kundgetan. BMW und Mercedes bezeichneten die Inhalte der Enthüllungen als "abstoßend" und forderten, ebenso wie Toyota und Honda, eine schnelle Reaktion der FIA-Gremien - sprich: eine Absetzung des FIA-Präsidenten Max Mosley.

    Mosley hätte sich gewünscht, dass die Hersteller zuerst mit ihm gesprochen hätten, anstatt gleich ihre Pressemitteilungen zu veröffentlichen. "Angesichts der Geschichte von BMW und Mercedes Benz, besonders vor und während des Zweiten Weltkriegs, verstehe ich, dass sie sich von den abstoßenden Inhalten der Veröffentlichungen stark distanzieren möchten." Leider habe man ihn nicht zuvor kontaktiert, um zu erfragen, ob die Inhalte tatsächlich wahr seien.

    3. Bahrain GP / Bahrain International Circuit

    3. Bahrain GP / Bahrain International Circuit

    Bahrain: Formel 1 wie in 1001 Nacht
    Durch die Wüste - einer der bekanntesten Abenteuerromane von Karl May könnte als Motto dienen für das zweite Gastspiel der Formel 1 auf der Arabischen Halbinsel. Der Bahrain International Circuit bei Sakhir, der 2004 im Grand Prix-Kalender debütierte, liegt in der Tat mitten in einer Dünen-Einöde 30 Kilometer von der Hauptstadt Manama entfernt.

    Was Hermann Tilke und sein Auftraggeber, Scheich Hamad Ibn Isa Al-Khalifa hier in den Sand gesetzt haben, kann sich mehr als nur sehen lasen: Für 150 Millionen Dollar errichtete der kleine Inselstaat eine Grand Prix-Rennstrecke auf allerhöchstem Niveau. Da die Raumplanung in Bahrain nicht besonders restriktiv gehandhabt wird, konnten sich die Bauherren das beste Fleckchen Wüste aussuchen. Die Wahl fiel auf das im Süden des Kleinstaats gelegene Sakhir.

    Die Strecke besteht vor allem aus vier Geraden - darunter die sehr lange Start-Ziel-Passage - und drei Hochgeschwindigkeitskurven. Sie verbindet eine Abfolge langsamer und mittelschneller Kurven, die ein hohes Abtriebsniveau erfordern.

    Zugleich fordert der BIC auch die Triebwerke und Bremsen überdurchschnittlich stark, weil eine Reihe von langsamen Kurven harte Brems- und Beschleunigungsmanöver erfordert. Eine weitere Besonderheit: Beim Start wird es ein interessantes Beschleunigungsduell entlang der langen Startgeraden geben, bevor sich die 20 Autos ins Nadelöhr der ersten Rechtskurve einfädeln.
    Bilder
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    Vorschau: Grand Prix von Bahrain 2008

    Vorschau: Grand Prix von Bahrain 2008

    Der Grand Prix von Bahrain am nächsten Wochenende ist der dritte Lauf zur Formel-1-Weltmeisterschaft 2008. Nach den ersten beiden Rennen der Saison, die innerhalb von acht Tagen in Melbourne und Kuala Lumpur stattfanden, führt Vodafone McLaren Mercedes beide WM-Wertungen an.
    In der Konstrukteurs-WM führt Vodafone McLaren Mercedes mit 24 Punkten vor BMW Sauber mit 19 Zählern und Ferrari mit elf Punkten. In der Fahrerwertung liegt Lewis Hamilton, der Sieger des ersten Rennens in Australien mit 14 Punkten vorn. Sein Teamkollege Heikki Kovalainen, der als Dritter in Malaysia seinen ersten Podiumsplatz für Vodafone McLaren Mercedes erzielte, ist Vierter der Gesamtwertung mit zehn Zählern.
    Die Rennstrecke in Bahrain wurde am 17. März 2004 eröffnet. Der erste Grand Prix von Bahrain fand am 4. April des gleichen Jahres statt; in diesem Jahr wird das Rennen zum fünften Mal ausgetragen. 2007 erzielte Lewis Hamilton hier als Zweiter seinen dritten Podiumsplatz im dritten Formel-1-Rennen seiner Karriere in Folge. Es war zugleich das beste Ergebnis für die McLaren Mercedes Partnerschaft in Bahrain; zuvor war Kimi Räikkönen 2005 und 2006 zweimal Dritter geworden.

    Lewis Hamilton

    Die Formel-1-Strecke von Bahrain verspricht mit ihrem Layout spannende Rennen. Was sind die charakteristischen Stellen und wo kann man am besten überholen?
    „Mir gefällt die Strecke in Bahrain sehr gut. Die Atmosphäre dort ist ganz anders als auf anderen Kursen, denn man fährt hier buchstäblich durch die Wüste. Abseits der Strecke gibt es weder Bäume noch Häuser, nur Sand. Die besten Überholmöglichkeiten gibt es vor den Kurven eins, vier, sieben und zehn. Die Strecke beginnt mit der fast 1,1 Kilometer langen Start-Ziel-Geraden. An deren Ende bremsen wir hart in die erste Kurve, die im ersten Gang durchfahren wird. Danach geht es auf die nächste Gerade. Der Kurs hat insgesamt 15 Kurven mit unterschiedlichen Neigungswinkeln. Es macht Spaß hier zu fahren. Durch den Wind kommt oft Sand auf die Strecke, so dass sie neben der Ideallinie sehr rutschig ist. Auch in Bahrain erwartet uns große Hitze; gut, dass wir nach Australien und Malaysia bereits daran gewöhnt und körperlich gut darauf eingestellt sind.“
    Welche Erinnerungen hast du an deine bisherigen Rennen in Bahrain?
    „Der Grand Prix von Bahrain gehört zu denen, auf die ich mich am meisten freue, wie auch Monaco und Spa. Im letzten Jahr fuhr ich hier mein drittes Formel-1-Rennen und kam zum dritten Mal in Folge aufs Podium. Außerdem lag ich anschließend an der Spitze der Fahrer-WM, zusammen mit Kimi Räikkönen und Fernando Alonso. Meine besten Erinnerungen habe ich jedoch an das Formel-3-Rennen 2004 in Bahrain. Nach einem verpatzten Qualifying startete ich als 23, verbesserte mich Platz um Platz und gewann. Zum damaligen Zeitpunkt war das mein schönster Sieg.”
    Wo verbrachtest du die knapp zwei Wochen zwischen den Rennen in Malaysia und Bahrain?
    „Zusammen mit meinem Trainer flog für ein paar Tage nach Thailand und absolvierte dort ein intensives Fitnessprogramm.“

    Heikki Kovalainen

    Bahrain ist berüchtigt für den dort vorherrschenden Wind und den Sand, der auf die Strecke geweht wird. Wie werden die Streckenbedingungen dadurch beeinflusst?
    „Der Sand beeinträchtigt das Gripniveau, so dass es an manchen Stellen richtig rutschig ist. Das ändert sich allerdings im Verlaufe des Wochenendes beträchtlich, denn auf der Ideallinie gibt es im Lauf des Wochenendes immer weniger Sand. Der Staub in der Luft ist allerdings nicht so gut für die Motoren.“
    Welche Anforderungen stellt der Bahrain International Circuit an die Bridgestone Potenza Reifen?
    „Die Reifen werden hier stark beansprucht; vor allem beim harten Bremsen am Ende der langen Geraden und in den Hochgeschwindigkeits-Schikanen. Hier gibt es schnelle Richtungswechsel und die sind immer eine Belastung für die Reifen. Wir werden die Reifen deshalb schonen so gut es geht, im Rennen kann das entscheidend sein.“
    Welche Streckenteile gefallen dir am besten?
    „Die Kurven sechs und sieben, ein schneller Rechts-Links-Knick – es ist ein tolles Gefühl, diese Hochgeschwindigkeitsschikane mit dem Formel-1-Auto im fünften Gang zu durchfahren.“
    Wo verbrachtest du die knapp zwei Wochen zwischen den Rennen in Malaysia und Bahrain?
    „Ich flog zurück nach Europa und arbeitete zusammen mit meinen Ingenieuren im McLaren Technology Centre. Danach war ich ein paar Tage zu Hause und trainierte.”

    Martin Whitmarsh

    Warum beansprucht der Bahrain International Circuit die Bremen so stark? Wie bereitet sich das Team darauf vor?
    „Die Streckenführung des Bahrain International Circuit ähnelt der des Grand-Prix-Kurses in Kanada. Wie dort wird in Bahrain mehrmals am Ende langer Geraden hart abgebremst. Das macht die Rennen spannend, weil an diesen Stellen überholt werden kann, aber die Fahrzeuge werden dabei stark beansprucht. Da es neben der Strecke in der Wüste keine Gebäude oder Bäume gibt, an denen sich die Fahrer orientieren können, müssen sie sich sehr konzentrieren, um die richtigen Bremspunkte zu finden. Auf anderen Kursen helfen ihnen dabei Erkennungszeichen rund um die Strecke. Wir haben gemeinsam mit unserem japanischen Partner Akebono die Bremsleistung und -kühlung optimiert.“
    Vodafone McLaren Mercedes hat vor der Saison nicht in Bahrain getestet. Ist das ein Nachteil?
    „Wir wären gern in Bahrain gefahren, doch wir hatten bei der Entwicklung des Autos andere Prioritäten. Im Winter verbesserten wir die Aerodynamik und die Kühlung des Autos immer weiter, so dass wir dafür keine besonderen Tests benötigten. Außerdem haben wir von den bisherigen vier Rennen in Bahrain eine Menge Daten, es sollte also kein Nachteil sein, dass wir dort nicht getestet haben.“
    Woran hat das Team in den knapp zwei Wochen zwischen den Rennen in Malaysia und Bahrain hauptsächlich gearbeitet?
    „Wir sind mit den ersten beiden Rennen dieser Saison zufrieden, aber es gibt immer noch viele Dinge, die wir optimieren können, besonders bei den Boxenstopps. Ein Problem wie das mit dem rechten Vorderrad von Lewis in Malaysia darf nicht wieder vorkommen. Um den Speed unserer Autos weiter zu steigern, haben wir auch im Windkanal gearbeitet. Noch haben wir nicht entschieden, ob wir einige der neuen Aerodynamikteile mit nach Bahrain nehmen werden.“

    Norbert Haug

    Wie werten Sie die beiden Auftaktrennen innerhalb von acht Tagen in Australien und Malaysia und wie schätzen Sie das Kräfteverhältnis vor dem dritten Grand Prix des Jahres in Bahrain ein?
    „Beide Rennen waren hochwertig und interessant: Der Auftakt-Grand Prix sah eine Überlegenheit beider Vodafone McLaren Mercedes, der zweite Grand Prix eine Dominanz beider Ferrari. Aber weder Ferrari noch wir schafften den Doppelsieg, nach dem es in beiden Rennen jeweils bis über die Halbzeit hinaus aussah. Bei Heikki kam in Melbourne die dritte Safety Car Phase dazwischen, bei Ferrari nach eigenen Angaben ein Fahrfehler. BMW-Sauber hat sich bei beiden Grand Prix stark in Szene gesetzt, wurde zweimal Zweiter und gehört zweifellos zu den Teams, die aus eigener Kraft um den Sieg fahren können.“
    Was geschieht mit den Rennmotoren, die in Australien und Malaysia zum Einsatz kamen?
    „Die beiden Motoren, die in Melbourne wie in Kuala Lumpur die MP4-23 von Lewis und Heikki angetrieben haben, absolvierten insgesamt 1.903 Kilometer. Beide Motoren wurden versiegelt, einer davon wird den Reglementvorgaben entsprechend als Homologationsmotor für die nächsten fünf Jahre an die FIA übergeben. Der andere Motor wird wie alle Aggregate nach ihren Renneinsätzen einer gründlichen Befundung unterzogen und anschließend für weitere Entwicklungsarbeiten auf dem Prüfstand eingesetzt, wo er dann in der Regel noch einmal eine ähnliche Distanz wie bei den beiden Grand Prix absolviert.“
    Mit Bahrain steht voraussichtlich ein weiteres Hitzerennen auf dem Programm. Welche besonderen Anforderungen stellt die Strecke?
    „Wir erwarten ein weiteres Rennen, das bei großer Hitze ausgetragen wird und ähnliche Anforderungen mit sich bringt wie die Grand Prix in Australien und Malaysia. Eine Besonderheit des Bahrain International Circuits ist der Sand, der immer wieder auf die Strecke geweht wird und dort oft ganz plötzlich die Grip-Bedingungen verändert. Um das Eindringen von Sandpartikeln zu verhindern werden die Luftfilter der Motoren noch intensiver überprüft und öfter gewechselt als gewöhnlich. Das Belastungsprofil für die Motoren liegt aufgrund der Streckencharakteristik mit vier längeren Geraden, die jeweils in enge Kurven münden, im mittleren Bereich. Rund zwei Drittel der 5,4 Kilometer langen Runde werden unter Volllast gefahren.“

    Qualifying: Pole für Kubica und BMW

    Qualifying: Pole für Kubica und BMW

    Felipe Massa verpasst die Pole, Robert Kubica steht erstmals ganz vorne.

    Alles sprach für Felipe Massa, für seine zweite Saisonpole. Doch in den letzten Sekunden des Qualifyings war es nicht Massa, der die schnellste Zeit fuhr, sondern der Pole Robert Kubica, der damit BMW Sauber die erste Pole Position der Teamgeschichte bescherte.

    Nach 255 Anläufen für Sauber und BMW Sauber steht erstmals ein Bolide aus Hinwil auf Startposition 1. "Das Q1 und Q2 waren nicht ganz perfekt, aber im Q3 habe ich eine gute Runde erwischt, auch wenn die Räder in Kurve 9 einmal blockierten und ich in den letzten Kurven Vibrationen hatte. Ich habe es gut hinbekommen und es hat gereicht."

    Bei BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen war die Freude riesengroß. "Damit haben wir nicht gerechnet", freute sich Theissen. "Es war ganz knapp, Felipe Massa hat einen Fehler gemacht, das hat Robert geholfen - aber es war auch eine super Leistung von ihm." Die Kritik an Massa wird nach den Fehlern der ersten beiden Rennen nun nicht leiser werden. "Ich hatte unglaubliche Runden am ganzen Wochenende", sagte Massa. "Leider war ich ausgerechnet im Q3 immer im Verkehr." Massas Renningenieur Rob Smedley nimmt den Brasilianer in Schutz. "Es war kein Fehler. Er musste mitten in der Runde überholen, das ist im Qualifying nie ideal." Das habe Zeit und wohl auch die Pole gekostet.

    Hinter Kubica und Massa starten Lewis Hamilton und Kimi Räikkönen aus der zweiten Startreihe. "Ich war zufrieden mit der Balance", sagte Hamilton. "Wir sind mit P3 zufrieden und habe eine gute Strategie für das Rennen. Es wird interessant." Platz 5 geht an Heikki Kovalainen, der Nick Heidfeld neben sich in Reihe 3 vorfinden wird. Die Top10 komplettieren Trulli, Rosberg, Button und Alonso.

    Für drei der fünf Deutschen war im Qualifying vorzeitig Schluss. Timo Glock scheiterte als 13. in der zweiten Session am Sprung unter die Top10. Dem Toyota-Piloten fehlten drei Zehntel auf die Zeit seines Teamkollegen Jarno Trulli. Schon in Session 1 schieden Sebastian Vettel und Adrian Sutil als 19. respektive 20. aus.

    "Dieses Wochenende läuft es besser", sagte Sutil. "Ich komme besser mit den Reifen zurecht, habe mich im Qualifyingtrim wesentlich gesteigert, aber ich sehe noch große Verbesserungen, die wir erreichen können. Meine Runde war nicht optimal, da bin aus letztem Jahr Besseres gewohnt."

    Ergebnis: Großer Preis von Bahrain

    Ergebnis: Großer Preis von Bahrain
    Heikki Kovalainen Fünfter, Lewis Hamilton nach Kollision in Runde zwei auf Platz 13
    Vodafone McLaren Mercedes in der Konstrukteurs-WM auf Rang drei, zwei Punkte hinter den Führenden Lewis und Heikki mit je 14 Punkten auf Rang drei und vier in der Fahrer-WM

    Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Heikki Kovalainen belegte beim Grand Prix von Bahrain den fünften Platz. Nach 57 Runden (308.238 km) fuhr Heikki 26.7 Sekunden hinter Sieger Felipe Massa (Ferrari) ins Ziel. Lewis belegte nach einer Kollision mit Fernando Alonso (Renault) in Runde zwei und einem dadurch notwendigen außerplanmäßigen Boxenstopp den 13. Platz. Nach drei von 18 Rennen liegt Vodafone McLaren Mercedes in der Konstrukteurs-WM mit 28 Punkten auf Platz drei, zwei Zähler hinter BMW Sauber (30 Punkte) und einen hinter Ferrari (29 Punkte). Lewis ist Dritter in der Fahrer-WM vor Robert Kubica (BMW Sauber) und Heikki, alle drei haben 14 Punkte. Es führt Kimi Räikkönen (Ferrari/19 Zähler) vor Nick Heidfeld (BMW Sauber/16).

    Der Start:
    Lewis und Heikki hatten sich auf den Plätzen drei und fünf qualifiziert. Lewis startete schlecht und fiel auf Rang zehn zurück; Heikki verbesserte sich dadurch auf Platz vier. Am Ende der ersten Runde war Lewis Neunter.

    Das Rennen:
    Eingangs Runde zwei fuhr Lewis auf das Heck des Renault von Fernando Alonso auf und verlor dabei den Frontflügel. Am Ende dieses Umlaufs kam Lewis an die Box, erhielt eine neue Frontpartie und neue Reifen, dabei wurde auch das Auto betankt; Standzeit: 11.7 Sekunden. Lewis fiel auf Rang 18 zurück.
    Runde 3: Heikki fiel auf Rang fünf hinter Nick Heidfeld (BMW Sauber) zurück.
    Runde 21: Heikki kam zu seinem ersten Boxenstopp herein (9.4 Sek.) und war danach Neunter. Lewis lag auf Platz 17.
    Runde 24: Am Ende der ersten Boxenstopprunde fuhr Heikki wieder auf Position fünf. Lewis verbesserte sich auf Rang 14.
    Runde 31: Als 13. kam Lewis zum Routinestopp an die Box (9.9 Sekunden) und lag danach auf Rang 16.
    Runde 47: Heikki war Dritter, als er seinen zweiten Boxenstopp einlegte (7.0 Sek.). Er nahm das Rennen als Fünfter wieder auf. Lewis war 14.
    Runde 47: Heikki fuhr die schnellste Rennrunde in 1:33.193 Min.
    Runde 57 (Ziel): Heikki fuhr auf Rang fünf ins Ziel, Lewis kam auf Platz 13 an.

    Heikki Kovalainen
    „Das war ein ziemlich hartes Rennen. Ich startete gut und überholte Kimi eingangs Kurve zwei, aber dann verbremste ich mich in Kurve aus und er kam wieder vorbei. In Kurve acht zog ich mir vorn rechts einen Bremsplatten zu und hatte danach starke Vibrationen, so stark, dass ich sogar Schäden am Auto befürchtete. Nach dem ersten Boxenstopp wurde das besser und nachdem wir beim zweiten Stopp auf den härteren Reifen (prime) wechselten, lief es richtig gut. Der fünfte Platz war heute das bestmögliche Ergebnis für mich. Immerhin holte ich unter schwierigen Bedingungen vier Punkte. Wir haben ein gutes Auto und werden weiter hart arbeiten um uns zum Start der Europasaison zu steigern.“

    Lewis Hamilton
    „Ich bin sehr enttäuscht und komme mir vor, als hätte ich das Team heute im Stich gelassen. Das ganze Wochenende lief nicht optimal, das fing schon mit dem Unfall am Freitag an. Aber ich lasse mich nicht unterkriegen und werde weiter kämpfen. Ich verpatzte den Start, weil ich einen Schalter nicht rechtzeitig betätigte. Deshalb hatte ich nicht die richtige Motoreinstellung und die Einrichtung, die das Abwürgen des Motors verhindern soll, setzte ein. Dadurch verlor ich sieben Plätze. Das war zunächst nicht so schlimm, doch dann kam es zum Auffahrunfall mit Fernando Alonso. Ich war hinter ihm und wir fuhren beide nach rechts - damit war’s passiert; ein Rennunfall. Ich bin sicher, dass unser Speed für den Kampf um die Spitze gut ist. Meine Formel-1-Karriere verlief bisher so gut, da musste so etwas irgendwann einmal passieren. Der Kampf um die Meisterschaft ist noch lang und ich gebe nicht auf.“

    Ron Dennis
    „Die meisten Teams hatten die gleiche Reifenstrategie, bis auf die, die nur einen Stopp geplant hatten. Auch wir änderten bei Lewis nach seinem Unfall mit Fernando die Strategie und machten nur einen Routinehalt. Heikki wurde durch Untersteuern gebremst, das er aber nach und nach in den Griff bekam. Am Ende fuhr er die schnellste Rennrunde. Lewis’ schlechter Start und sein Unfall mit Fernando, bei dem sein Auto stark beschädigt wurde, beeinträchtigten seinen Speed. Deshalb entschieden wir uns frühzeitig, seinen Motor für Barcelona zu schonen. Wir werden in Woking, Brixworth und Stuttgart weiter hart arbeiten, um für den Start der Europasaison gut gerüstet zu sein.“

    Norbert Haug
    „Ein Tag zum Vergessen. Lewis verlor erst am Start sieben Plätze und dann seinen Frontflügel beim Auffahrunfall. Danach war sein Auto lädiert; er kämpfte mit stumpfen Waffen und hatte keine Chance mehr auf Punkte. Heikki hatte erst gegen Rennende einen ordentlichen Speed. Positiv ist für uns nach dem heutigen Rennen nur, dass in der Fahrer-WM die Top Fünf innerhalb von fünf Punkten liegen und in der Konstrukteurswertung die ersten Drei innerhalb von zwei Punkten. Glückwunsch an Ferrari zum Doppelsieg und an BMW Sauber zur WM-Führung. Wir konzentrieren uns jetzt auf den Europaauftakt der Saison in drei Wochen in Barcelona und wollen dort eine deutlich bessere Leistung als heute zeigen."

    Bahrain GP: Massa gewinnt in Sakhir

    Bahrain GP: Massa gewinnt in Sakhir

    Wie eine Wiederholung aus dem letzten Jahr: Felipe Massa lieferte seinen Kritikern in Bahrain die perfekte Antwort.

    Es waren harte zwei Wochen für Felipe Massa. Nach den Fehlern von Australien und Malaysia stand er im Kreuzfeuer der Kritik - genau wie vor einem Jahr. Doch genau wie in der letzten Saison schlug der Brasilianer in Bahrain zurück. Bestzeiten in den Freien Trainings, knapp vorbei an der Pole im Qualifying, aber unangefochten im Rennen. Zwar fuhr sein Teamkollege Kimi Räikkönen nur wenige Sekunden nach Massa als Zweiter über die Ziellinie, doch den ersten Saisonsieg des Brasilianers konnte auch er nicht verhindern.

    Schon am Start zeigte Massa, dass er keinen Zweifel an seinen Siegambitionen zulassen wollte. Er kam von Startplatz 2 perfekt weg, ging an Pole-Mann Robert Kubica vorbei und setzte sich klar in Führung. Dahinter kämpfte Räikkönen mit seinem Landsmann Heikki Kovalainen, der zunächst am Ferrari-Fahrer vorbeiging. Doch Räikkönen konterte, holte sich Platz 3 zurück und schnappte sich danach in einem starken Überholmanöver außen herum auch noch Robert Kubica. Im Gegensatz zum ersten Boxenstopp in Malaysia kam Räikkönen diesmal aber vor Massa zum Nachtanken, weshalb er bei beiden Stopps keine Chance hatte, dem Brasilianer die Führung zu entreißen.

    Das Podium komplettierte Pole-Setter Kubica, der sich gegen seinen Teamkollegen Nick Heidfeld durchsetzte. Jarno Trulli fuhr im Toyota zum zweiten Mal in Folge WM-Punkte ein - Platz 6 für den Italiener. Die letzten Punkte ergatterten Mark Webber und Nico Rosberg auf den Plätzen 7 und 8. Timo Glock verpasste als Neunter knapp den ersten WM-Zäher für sein neues Team.

    Der Rest vom Feld

    In den ersten Runden des Rennens ging es rund. Lewis Hamilton erwischte einen fürchterlichen Start, blieb beinahe stehen und fiel von Platz 3 auf Platz 10 zurück. Dort versuchte er an Fernando Alonso vorbeizugehen, fuhr seinem ehemaligen Teamkollegen jedoch ins Heck und verlor dabei seinen Frontflügel. Der folgende Reparaturstopp warf Hamilton ans Ende des Feldes zurück, von dem er auch mit einer umgestellten Einstoppstrategie nicht mehr in die Punkteränge nach vorne fahren konnte. Daran änderten auch seine frustrierten Handzeichen in Richtung der Kollegen nichts, schließlich handelte es sich nicht um Überrundungen, sondern um Zweikämpfe gegen Super Aguri und Force India.

    Der erste Ausfall war mal wieder Sebastian Vettel. "Das war schade", sagte er. "Mein Start war sehr gut, ich konnte zwei, drei Reihen gutmachen." Danach hatte er eine Zusammenkunft mit Giancarlo Fisichella. "Leider habe ich mir dabei meine Nase beschädigt. In Kurve 4 ist mir dann jemand voll ins Auto gefahren, das hat alle Leitungen gekappt und ich musste aufgeben."

    Auch Jenson Button war in eine Kollision verwickelt, allerdings war er es, der David Coulthard in den Red Bull fuhr, nachdem er seinen Honda nicht mehr rechtzeitig abbremsen konnte, um das Überholmanöver abzubrechen. Für Button war danach Feierabend. Nelsinho Piquet klagte schon auf der Einführungsrunde über Getriebeprobleme. Trotzdem fuhr er eine Weile mit, bis er zunächst ausritt und dann ausfiel.

    Massa & Ferrari im Siegestaumel: Eine tolle Reaktion

    Massa & Ferrari im Siegestaumel: Eine tolle Reaktion

    Der holprige Saisonstart ist vergessen. Ferrari und Felipe Massa sind wieder oben auf - wähnen sich aber nicht zu sicher.

    "Sensationell!" Felipe Massa konnte sein Glück kaum fassen. Zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres brachte er seine Kritiker mit einem Sieg in Bahrain zum Schweigen. Schon im Vorjahr war er nach einem Fehler in Malaysia in die Kritik geraten. Das wiederholte sich nach seinem punktlosen Saisonstart ins Jahr 2008 erneut. "Nachdem die WM für mich unter dunklen Wolken begonnen hatte, kann ich jetzt endlich wieder die Sonne scheinen sehen", strahlte der Brasilianer.

    "Es ist normal, dass man frustriert ist, wenn man noch keine Punkte hat", sagte Teamchef Stefano Domenicali. "Aber wir mussten ruhig und gelassen bleiben. Wir verlieren zusammen und wir gewinnen zusammen." In Bahrain gewann man wieder. "Wir wussten, dass wir ein tolles Auto haben", so Massa. "Das hat sich bestätigt, denn ich musste nie das Maximum herausholen." Schon früh funkte Luca Baldisserri seinen Piloten ins Cockpit, die Motoren zu schonen. "Es machte keinen Sinn, unnötige Risiken einzugehen", sagte er.

    Trotzdem war es für Massa kein x-beliebiger Sieg. "Ich hatte immer im Hinterkopf, was in Malaysia geschehen ist. Also versuchte ich mich auf alles zu konzentrieren, sicherzustellen, dass ich das Ziel erreichen würde."

    Dieser Sieg war nicht nur für Massa wichtig. "Er war für das ganze Team wichtig", betonte Domenicali. "Es wäre schön gewesen, beide Fahrer auf dem obersten Treppchen zu sehen, aber das ist unmöglich." Selbst für Michael Schumacher und Rubens Barrichello in der roten Ära. "Also war das die eine tolle Reaktion des Teams auf den schlechten Saisonstart."

    Auch Kimi Räikkönen war zufrieden, obwohl er nur Zweiter wurde. "Das ist das Beste, was möglich war. Es war nicht gerade mein bestes Wochenende", gestand er. "Diese acht Punkte bringen mir die Führung in der Fahrer-WM - das ist ein Grund, Bahrain zufrieden zu verlassen." Denn sowohl Räikkönen als auch Domenicali wissen - spätestens seit dem letzten Jahr - um die Wichtigkeit eines jeden einzelnen WM-Zählers. "In einer so engen WM kann man jederzeit wichtige Punkte verlieren", sagte Domenicali.

    Mit BMW Sauber mischt dieses Jahr ein drittes Team an der Spitze mit. "Ich habe von Anfang an mit einer harten WM gerechnet", betonte Domenicali. "Momentan müssen wir mit beiden rechnen." In der Konstrukteurs-WM führt BMW Sauber vor Ferrari, in der Fahrerwertung liegt Nick Heidfeld hingegen hinter Räikkönen. "Aber ich erwarte auch McLaren bald wieder zurück." Deshalb dürfe man die Konzentration nicht verlieren. "Wir müssen die Performance und die Zuverlässigkeit beibehalten." Aus diesem Grund bringt Ferrari zu jedem Rennen neue Teile. "Egal wie klein der Fortschritt ist, denn die anderen schlafen nicht."

    Rennergebnisse am 6.4.2008

    Rennergebnisse am 06.04.2008

    6. April 2008 - Der Große Preis von Bahrain in Manama

    ERGEBNISSE
    POSITION FAHRER TEAM ZEIT
    1 Felipe Massa Ferrari 1:31.06,970
    2 Kimi Räikkönen Ferrari + 00.03,339
    3 Robert Kubica BMW Sauber F1 + 00.04,998
    4 Nick Heidfeld BMW Sauber F1 + 00.08,409
    5 Heikki Kovalainen McLaren-Mercedes + 00.26,789
    6 Jarno Trulli Toyota + 00.41,314
    7 Mark Webber Red Bull Racing + 00.45,473
    8 Nico Rosberg Williams F1 + 00.55,889
    9 Timo Glock Toyota + 01.09,500
    10 Fernando Alonso Renault F1 + 01.17,181
    11 Rubens Barrichello Honda Racing F1 + 01.17,862
    12 Giancarlo Fisichella Force India F1 + 1
    13 Lewis Hamilton McLaren-Mercedes + 1
    14 Kazuki Nakajima Williams F1 + 1
    15 Sebastien Bourdais Scuderia Toro Rosso + 1
    16 Anthony Davidson Super Aguri F1 + 1
    17 Takuma Sato Super Aguri F1 + 1
    18 David Coulthard Red Bull Racing + 1
    19 Adrian Sutil Force India F1 + 2


    SCHNELLSTE RUNDE
    Heikki Kovalainen/McLaren-Mercedes Zeit: 01.33,193 in Runde 49

    AUSFÄLLE
    RUNDE FAHRER TEAM AUSFALLGRUND
    1 Sebastian Vettel Scuderia Toro Rosso Defekt nach Kollision
    20 Jenson Button Honda Racing F1 Kollision mit Coulthard
    41 Nelson Piquet jr. Renault F1 Defekt
    Bilder
    • Rennergebnise_06 04.2008.jpg

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    Mosley gegen News of the World

    Mosley gegen News of the World: Das Video darf gezeigt werden

    Die News of the World hat in einem ersten Schlagabtausch das Recht erhalten, ein 90-sekündiges Video von Max Mosleys Prositutierten-Besuch zu zeigen.

    Max Mosleys erster juristischer Angriff auf die Wochenzeitung News of the World brachte nicht den gewünschten Erfolg. Denn am Mittwoch hat der High Court es abgelehnt, eine einstweilige Verfügung zu erlassen, die es dem Blatt verboten hätte, ein 90-sekündiges Video des Besuchs des FIA-Präsidenten bei fünf Prostituierten auf seiner Website zu zeigen.

    Vorige Woche hatte die Zeitung ein Video der Vorgänge entfernt, da eine Entscheidung des High Court zu der Angelegenheit ausständig war. Am vergangenen Freitag war der Antrag auf einstweilige Verfügung von Mosleys Anwaltsfirma eingebracht worden. "Wenn man Mr. Mosleys Verneinungen bedenkt, die er bezüglich dessen ausspricht, was unser Film darstellen soll, sind wir überrascht, dass er uns davon abhalten will, der Öffentlichkeit die Möglichkeit zu geben, sich ihre eigenen Gedanken zu machen", hatte News of the World-Anwalt Tom Crone am Sonntag auf der Website der Zeitung gemeint.

    Während das Blatt das Video nun also wieder zeigen darf, wird das Verfahren über Verletzung der Privatsphäre aber weitergehen. Mosley hat sich mittlerweile auch einen PR-Berater geholt - niemand geringeren als Phil Hall, der früher selbst bei der Wochenzeitung beschäftigt war. "Die News of the World steht zu ihrer Geschichte und wird sich gegen alle juristischen Angriffe von Mr. Mosley energisch verteidigen", wurde eine Sprecherin des Blatts vom Guardian zitiert.

    Mallya sieht wegen Mosley keine Probleme

    Mallya sieht wegen Mosley keine Probleme: Das Geschäft steht über allem

    Auch wenn manche eine Sponsorenflucht aufgrund des Max Mosley Skandals befürchten, Vijay Mallya sieht keine Geschäftsprobleme auf die Formel 1 zukommen.

    Die Formel 1 ist ein Geschäft und das Geschäft steht über allem. Deswegen will Vijay Mallya sich auch keine Sorgen darum machen, dass das Business durch die Affäre Mosley irgendeinen Schaden nehmen könnte, auch wenn andere meinen, es könnten Sponsoren abwandern. "Der Fokus und die Aufmerksamkeit liegen jetzt auf der Frage: was ist die Zukunft von Max? Es geht nicht um die Popularität des Sports oder darum, dass seine Zukunft aufgrund dessen, was passiert ist, infrage gestellt ist", betonte er gegenüber PA Sport.

    Denn Mallya ist überzeugt, dass die Formel 1 wächst, dass sie sehr populär ist und seiner Meinung nach ist sie ohnehin großartig und fantastisch. "Das Geschäft steht über allem", meinte er. Und wegen der Sponsoren seines Force India Teams macht er sich ohnehin keine Sorgen. "Ein harter Geschäftsmann wird seine Entscheidung darüber, ob er Geld in der Formel 1 ausgibt, unabhängig von den Mosleys dieser Welt treffen. Sie werden nicht die ökonomischen Profite diktieren", erklärte er.

    Mallya sieht die Formel 1 generell als Werbeplattform, da es so viele Zuseher auf der Welt gibt. Lediglich die Olympischen Spiele und die Fußball WM sind seiner Meinung nach noch höher anzusiedeln. "Als Geschäftsmann habe ich die Formel 1 die vergangenen zwölf Jahre als Plattform genutzt und jetzt können andere Unternehmen Force India als ihre Plattform nutzen, um sich zu zeigen. Das wird weder von Mosley noch von sonst jemandem beeinträchtigt. Ich habe meine Sponsoren und die kümmert das nicht. Die wissen nicht einmal wirklich, wer Mosley ist und es ist ihnen auch egal."

    FIA-Generalversammlung

    FIA-Generalversammlung: Am 3. Juni wird getagt und abgestimmt

    Am 3. Juni bespricht die FIA in einer außerordentlichen Generalversammlung das Thema Max Mosley. Es wird auch eine Vertrauensabstimmung geben.

    Am Mittwoch hat die FIA das Datum für die von Max Mosley erbetene außerordentliche Generalversammlung beschlossen. Sie soll am 3. Juni in Paris stattfinden. Thema wird der Sex Skandal rund um Mosley sein. Wie die FIA noch mitteilt, wird es auch ein geheimes Votum über das Vertrauen der Mitglieder gegenüber dem FIA-Präsidenten geben. Eingeladen sind alle FIA Mitglieder.

    In einer Aussendung ließ die FIA wissen: "Die FIA kann bestätigen, dass die Mitglieder des Senats einstimmig den Vorschlag des Präsidenten der FIA angenommen haben, dass über die fortlaufende Presseberichterstattung über sein Privatleben in einer außerordentlichen Generalversammlung gesprochen werden soll. Das Treffen wird am 3. Juni in Paris stattfinden. Bei der Generalversammlung wird auch eine geheime Abstimmung über die Vertrauensfrage stattfinden."

    Mosleys Klage: Schadenersatz an die FIA Foundation

    Mosleys Klage: Schadenersatz an die FIA Foundation

    Sollte Max Mosley seine Klage auf Verletzung der Privatsphäre gewinnen, würde er die Schadensersatzzahlung nicht für sich behalten.

    Sollte Max Mosley bei seiner Klage gegen die Zeitung News of the World wegen Verletzung der Privatsphäre Erfolg haben, dann würde er den ihm zugesprochenen Schadenersatz der FIA Foundation spenden. Das ließ der FIA-Präsident über seine Anwaltsfirma Steeles Law ausrichten. Die FIA Foundation setzt sich für die Sicherheit auf Straßen, die Sicherheit im Motorsport und für den Umweltschutz ein.

    Nachdem ein erster Schlagabtausch am Mittwoch über eine einstweilige Verfügung an die Zeitung ging und diese nun wieder ein Video von Mosleys Besuch bei fünf Prostituierten auf ihrer Website zeigen darf, ließen seine Anwälte in einem Statement wissen: "Auf Mr. Mosleys Bitte wurden die Weichen für ein baldiges Verfahren gestellt. Während Mr. Mosley jede Absicht hat, die größtmögliche Summe an Schadenersatz von den Herausgebern der News of the World zu erhalten, damit sie in Zukunft davon abgehalten werden, anderen gleiches anzutun, will Mr. Mosley jedwede Schadenersatzsumme, die er in dem Fall zugesprochen bekommt, der FIA Foundation spenden."

    In einem Brief, den Mosley am Wochenende an den ADAC sandte, hatte er betont, dass er nichts Illegales getan habe, sondern die Zeitung die Bilder auf illegale Weise erhalten habe. Er meinte, dass es nicht darum ging, was er getan hat, sondern dass die Sache an die Öffentlichkeit gekommen war. "Darin habe ich aber keine Rolle gespielt, ich tat sogar mein Möglichstes, damit es privat blieb. Ich war das Opfer einer ekelhaften Verschwörung", erklärte er. Wie er weiter anfügte, sei das Nazi-Element, das die Zeitung erkannt haben will, reine Erfindung. Dem hatte das Blatt mit Aussagen einer beteiligten Prostituierten aber widersprochen. Nach momentanem Stand der Dinge könnte das Verfahren an fünf Verhandlungstagen im Juli geführt werden.