Interessantes zu Formel 1 im Jahr 2008

    Frankreich GP: Massa gewinnt in Magny Cours

    Frankreich GP: Massa gewinnt in Magny Cours

    Felipe Massa profitierte vom Pech seines Teamkollegen und holte in Frankreich seinen dritten Saisonsieg. Kimi Räikkönen wurde trotz Problemen Zweiter.

    Genau so hatte sich Kimi Räikkönen den Frankreich GP vorgestellt. Es sah alles nach seinem dritten Saisonsieg aus, womit er wichtige Punkte bei seiner WM-Aufholjagd gutgemacht hätte. Hätte. Denn nach gut 30 Runden fielen die Rundenzeiten des überlegen führenden Finnen immer weiter ab. Ein Auspuffteil flatterte munter am Heck des F2008 mit der Startnummer 1 und flog erst nach etlichen Runden in hohem Bogen ins Kiesbett.

    Felipe Massa schloss Fahrzeuglänge um Fahrzeuglänge auf und ging in Runde 36 an seinem Teamkollegen vorbei. Aus 6,6 Sekunden Rückstand wurden innerhalb weniger Runden 12,4 Sekunden Vorsprung, die Massa - trotz leichter Regentropfen in den Schlussminuten - bis ins Ziel auf 16,9 Sekunden ausbaute. Am Ferrari-Doppelerfolg konnte aber auch der defekte Auspuff nichts ändern: wie im Vorjahr standen zwei Ferrari-Piloten ganz oben auf dem Podest - diesmal allerdings in umgekehrter Reihenfolge.

    Der Rest des Feldes

    Am Start lief alles glatt. Räikkönen setzte sich vorne gegen Massa durch, nur Fernando Alonso erwischte einen schwachen Start und fiel hinter Jarno Trulli und Robert Kubica zurück. Diese beiden sollten sich lange um den letzten Podestplatz duellieren - bis Heikki Kovalainen nach seinem zweiten Boxenstopp zwischen beiden auftauchte. Der Finne war mit relativ viel Sprit ins Rennen gestartet, lag lange unbeobachtet im Mittelfeld, ging dann in der Boxengassenausfahrt an Nelsinho Piquet vorbei und forderte Trulli in den Schlussrunden im Kampf um Platz 3. In der letzten Runden versuchte Kovalainen alles, griff an und berührte Trulli, der jedoch vorne blieb.

    Nicht gut begann der Grand Prix für Jenson Button. Er hatte erst eine Begegnung mit Adrian Sutil, danach rutschte er neben die Strecke und beschädigte sich seinen Frontflügel. Wenig später musste er das Rennen aufgeben.

    Katastrophal verlief der Grand Prix für Lewis Hamilton, der nach der Kanada-Kollision mit einem +10-Handicap von Rang 13 ins Rennen ging. In der ersten Runde konnte Hamilton einige Plätze gutmachen, fuhr jedoch mit viel Geschwindigkeitsüberschuss neben der Schikane an Sebastian Vettel vorbei. Dafür bekam er eine Drive-Though-Strafe von der Rennleitung aufgebrummt, die ihn weit zurückwarf. Am Ende blieb er als Zehnter ohne WM-Punkte.

    Besser machten es die beiden Renault: Piquet und Alonso holten als Siebter und Achter drei Zähler beim Heimspiel der Franzosen. Drei Punkte schrieb Red Bull für Platz 6 von Mark Webber gut. Der bisherige WM-Führende Robert Kubica musste sich mit Platz 5 begnügen und seine WM-Führung an Felipe Massa abtreten.

    Ferrari siegte und lernte: In jedem Detail perfekt sein

    Ferrari siegte und lernte: In jedem Detail perfekt sein
    Ferrari konnte in Magny Cours feiern, merkte aber auch, dass es ganz anders ausgehen hätte können. Die Zuverlässigkeit bleibt bei den Roten ein Thema.

    Es war ein Doppelsieg mit durchaus gemischten Gefühlen für Ferrari. Denn auch wenn die Autos auf den Plätzen eins und zwei ankamen, so gab es wieder einmal ein technisches Problem. Kimi Räikkönen war diesmal der Leidtragende und war enttäuscht, da er statt des Sieges, auf den er zielstrebig zufuhr, nur Platz zwei holen konnte. "Leider brach das rechte Auspuffrohr kurz vor der Halbzeit und der Motor verlor Kraft, vor allem auf der Geraden nach den langsamen Kurven. Nach ein paar Runden wurde es besser, aber gegen Ende des Rennens gab es das Risiko, dass ich stoppen muss", erzählte der Weltmeister.

    Der Finne gestand ein, dass solche Dinge im Rennsport passieren können und wollte auf die positive Seite blicken, auf der immerhin acht Punkte auf sein Konto gekommen waren. "Zum Glück hatte ich zu Beginn schon eine gute Führung herausgefahren, da das Auto echt gut war. Der F2008 ist echt stark, denn wenn man normalerweise dieses Problem hat, ist eine Aufgabe unausweichlich", erklärte er und stellte fest, dass er in der WM in einer besseren Position sei als zur gleichen Zeit im Vorjahr.

    Ungleich besser war die Stimmung klarerweise bei Felipe Massa, der ein "fantastisches Ergebnis" feierte. Der Brasilianer gab aber zu, dass Räikkönen eine starke Pace gefahren hatte und es schwer gewesen wäre, denn Finnen auf der Strecke zu schlagen, wenn das Problem nicht aufgetreten wäre. "Ich wäre mit Platz zwei zufrieden gewesen, aber natürlich macht mich der Sieg glücklicher", sagte er. Dass er dadurch auch die WM-Führung übernommen hatte, baute Massa gleich noch mehr auf, doch auch er wusste, dass noch ein weiter Weg zu gehen ist. "Im ersten Teil des Rennens hatte ich Probleme, bei Kimi zu bleiben, als der Auspuff brach, kam ich dann vorbei. Im zweiten Teil wollte ich die Situation managen und sicherstellen, dass ich keine Fehler mache, vor allem als es ein paar Regentropfen gab. Wir müssen so weitermachen, Rennen für Rennen, bis zum Ende der Weltmeisterschaft."

    Für Teamchef Stefano Domenicali war der Doppelsieg auch ein Wunschergebnis, wobei es ihm zwei Dinge zeigte. "Wir haben das Potential, um sehr gut abzuschneiden, aber es zeigt auch, dass wir es uns nicht erlauben können, nicht in jedem Detail perfekt zu sein, vor allem bei der Zuverlässigkeit. Es tut mir sehr leid für Kimi, der heute sehr gut gefahren ist und tolle Arbeit leistete, das Auto bei diesen Bedingungen nach Hause zu bringen", sagte er. Da der Finne das erste Rennen mit seinem Motor bestritten hatte, wird das Aggregat nun genau kontrolliert, bevor es nach Silverstone geht. Ein Wechsel ist möglich, wobei Ferrari dabei die Regel nutzen würde, wonach in diesem Jahr der erste Motorwechsel straffrei ist.

    Für Massa freute sich Domenicali sehr und lobte auch dessen Fahrleistung. "Es ist das erste Mal in seiner Laufbahn, dass er die WM anführt und ich bin mir sicher, das ist eine große Freude für ihn." Und als Teamchef blickte er auch erfreut auf die Konstrukteurs-Wertung, wo der Vorsprung angewachsen ist. "Es ist aber noch ein langer Weg und unsere Gegner werden alles tun, um uns zu schlagen. Wir müssen die Köpfe unten halten und weiter entschlossen arbeiten."

    Rennergebnisse am 22.06.2008

    Rennergebnisse am 22.06.2008

    20.-22.Juni:Frankreich-GP in Magny-Cours

    ERGEBNISSE
    POSITION FAHRER TEAM ZEIT
    1 Felipe Massa Ferrari 1:31.50,245
    2 Kimi Räikkönen Ferrari + 00.17,984
    3 Jarno Trulli Toyota + 00.28,250
    4 Heikki Kovalainen McLaren-Mercedes + 00.28,929
    5 Robert Kubica BMW Sauber F1 + 00.30,512
    6 Mark Webber Red Bull Racing + 00.40,304
    7 Nelson Piquet jr. Renault F1 + 00.41,033
    8 Fernando Alonso Renault F1 + 00.43,372
    9 David Coulthard Red Bull Racing + 00.51,072
    10 Lewis Hamilton McLaren-Mercedes + 00.54,521
    11 Timo Glock Toyota + 00.57,738
    12 Sebastian Vettel Scuderia Toro Rosso + 00.58,065
    13 Nick Heidfeld BMW Sauber F1 + 01.02,079
    14 Rubens Barrichello Honda Racing F1 + 1
    15 Kazuki Nakajima Williams F1 + 1
    16 Nico Rosberg Williams F1 + 1
    17 Sebastien Bourdais Scuderia Toro Rosso + 1
    18 Giancarlo Fisichella Force India F1 + 1
    19 Adrian Sutil Force India F1 + 1

    SCHNELLSTE RUNDE
    Kimi Räikkönen/Ferrari Zeit: 01.16,630 in Runde 16

    AUSFÄLLE
    RUNDE FAHRER TEAM AUSFALLGRUND
    17 Jenson Button Honda Racing F1 Technischer Defekt
    Bilder
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    Kovalainens Barcelona-Unfall geklärt

    Kovalainens Barcelona-Unfall geklärt: Falscher Lackierungsprozess

    McLaren kennt nun den Grund für Heikki Kovalainens Unfall in Barcelona. Ein Lackierungsprozess sei falsch angewendet worden, hieß es.
    Heikki Kovalainens Unfall in Barcelona gehörte zu den schlimmeren Ausritten der bisherigen Saison und lange stellte sich die Frage, was dazu geführt hatte, dass sein rechtes Vorderrad plötzlich kaputt ging. Erste Beobachtungen ließen Martin Whitmarsh auf Steine oder Trümmerteile schließen, die die Felge beschädigt hatten, doch eine genaue Untersuchung des Unfalls hat mittlerweile etwas Anderes ergeben. So sei ein zentraler Teil der Felge ungeschützt gewesen, bevor er lackiert wurde, was dazu führte, dass der Halt auf dem Radkranz geringer wurde.

    Das Rad und die Achse an Kovalainens McLaren begannen sich deswegen bei starken Belastungen zu bewegen, was zur Folge hatte, dass der Gummi an die Bremstrommel kam, ermüdete und schließlich die innere Seite kaputt wurde. "Wir verstehen jetzt genau, wie der Fehler passiert ist; nicht so wie zunächst gemeldet als Ergebnis eines Radfehlers, sondern durch die falsche Anwendung eines Lackierungsprozesses, der außerhalb der Kontrolle unseres Felgenlieferanten Einkei lag, mit dem wir seit mehr als zehn Jahren fantastisch zusammen arbeiten", erklärte Whitmarsh. Er fügte noch an, dass Maßnahmen ergriffen wurden, damit so etwas nicht wieder passieren kann.

    Lewis Hamilton: Der Heimsieg wäre das Größte

    Lewis Hamilton: Der Heimsieg wäre das Größte

    Monaco hat er zwar gewonnen, doch der Sieg in Silverstone wäre ihm noch wichtiger, erklärt Lewis Hamilton im Interview von McLaren.

    Was bedeutet es für einen britischen Fahrer, dass der Heim-Grand-Prix ausverkauft ist?

    Lewis Hamilton: Zunächst einmal war Silverstone im vorigen Jahr mein erstes Formel 1-Heimrennen und die Menge an Unterstützung war unglaublich. Ich hoffe, dass dieses Jahr noch mehr Leute da sind, um mich, David und auch Jenson zu unterstützen. Es gibt kein besseres Gefühl - zu wissen, dass man in seiner Heimat fährt und dass man die Unterstützung der Fans hat. Das gibt einem ein paar zusätzliche Zehntelsekunden, einfach nur durch das Selbstvertrauen. Ich bin also sehr dankbar für die Unterstützung, die ich hoffentlich bekomme.

    Jetzt, nach all den Rennen und Meisterschaften, die du gewonnen hast, was würde es dir da bedeuten, denn du den britischen Grand Prix gewinnst?

    Lewis Hamilton: Wenn ich den britischen Grand Prix gewänne, dann wäre das sicher das Highlight meiner Karriere. Wenn man ein Heimrennen gewinnt - vor den heimischen Zuschauern - und noch weiß, dass so viele Leute zusehen... dieser Jubel, den ich voriges Jahr nach dem Qualifying bekommen habe, das war unglaublich. Die Leute glücklich zu machen, das Team glücklich zu machen und es noch im Heimatland zu tun, wäre ein enormes Gefühl.

    Das Qualifying ist natürlich spannungsgeladen und im Vorjahr hast du alle verzaubert, als du die Konkurrenz und das Publikum mit dieser starken Pole Position in letzter Sekunde überrascht hast. Erzähl uns von dem Moment und der Atmosphäre danach.

    Lewis Hamilton: Ich denke, meine Pole Position voriges Jahr war etwas unerwartet. Es war eine dieser Sachen in letzter Minute und eine Entscheidung in Sekundenbruchteilen - man pusht so sehr und das Auto war eigentlich überall. Ich hab es beinahe um die Kurven gescheucht und konnte es spüren. 'Das wird die Runde, das wird die Runde.' Und ich kam über die Linie und die Jungs sagten am Funk: 'Pole Position.' Ich konnte die Leute hüpfen sehen und sah, wie sie die Fahnen schwangen. Das ist definitiv anders als in einem anderen Land, wo man vielleicht ein, zwei Fahnen sieht, stattdessen hatten wir hier überall die McLaren-Flaggen und die britischen Flaggen. Da denkt man sich: 'Ja - hier gehören wir hin.' Und wenn ich wir sage, dann meine ich uns und alle Fans.

    Was würdest du Zuschauern sagen, die zum ersten Mal kommen, um sich das Qualifying und das Rennen anzusehen?

    Lewis Hamilton: Ich erwarte, dass es sehr aufregend wird. Ich denke, wir werden an dem Wochenende ein tolles Paket haben, da ein paar Updates kommen. Ich hoffe nur, dass das Wetter so toll ist wie voriges Jahr - es war fast wie in Monaco und die Atmosphäre war unglaublich.

    In diesem Jahr ist das 60-jährige Jubiläum von Silverstone - der erste Grand Prix fand dort 1948 statt. Wer waren deine fahrerischen Helden, als du aufgewachsen bist?

    Lewis Hamilton: Ich wurde erst 1985 geboren, als ich also aufwuchs und begann, die Formel 1 anzusehen, waren das Ayrton Senna, Nigel Mansell und Alain Prost. Diese drei Fahrer waren damals ganz an der Spitze. Dann begann Michael Schumacher zu dominieren und danach kam Kimi. Ich war ein großer Fan von Kimi und auch ein großer Fan von Fernando und jetzt bin ich heute hier, fahre gegen diese Beiden und besiege sie auch manchmal. Wenn die Leute also sagen "du lebst deinen Traum", dann glaube ich, dass der Satz zu niemandem besser passt als zu mir.

    Du sprichst davon, deinen Traum zu leben. Teil davon ist es, dein Heimrennen in Silverstone vor deinen Fans zu gewinnen. Was für Botschaften hast du für die britischen und auch internationalen Fans, die nach Silverstone kommen werden?

    Lewis Hamilton: Der britische Grand Prix wird eines der Highlights meiner Karriere und eines meiner größten Ziele ist, ihn zu gewinnen. In Monaco zu siegen, ist sehr speziell, aber wenn ich den britischen Grand Prix gewänne, wissend, dass ich so viel Unterstützung und so viele Leute hinter mir habe, die auf mich zählen - das wäre unbeschreiblich. Ich will nur, dass die Fans und meine Unterstützer wissen, dass ich so hart arbeite wie möglich und den bestmöglichen Job abliefere, genauso wie mein Team. Wir werden dort gemeinsam sein und zusammenhalten, egal was passiert. An alle Fans dort schon jetzt ein Danke für die Unterstützung, die wird wirklich geschätzt, nicht nur von mir, sondern von meiner Familie. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was es für einen Unterschied beim Selbstvertrauen und im Gefühlsleben macht, wenn man so in ein Rennwochenende geht. Ich hoffe also, ihr genießt es und ich freue mich darauf, euch zu sehen und werde versuchen, so vielen wie möglich zuzuwinken und auch so viele wie möglich von euch kennen zu lernen.

    9. Großbritannien GP / Silverstone

    9. Großbritannien GP / Silverstone

    Großbritannien: The Home of British Motorsport
    Silverstone ist für viele Beteiligte in der F1-Welt die Heimat des britischen Motorsports und zwar nicht nur, weil auf dem ehemaligen Militärflugplatz das Heimrennen der in direkter Nachbarschaft angesiedelten britischen F1-Teams stattfindet, sondern auch weil in dem kleinen 20 Kilometer vor Northampton gelegenen Örtchen Silverstone im Jahre 1950 der erste moderne Formel 1 Grand Prix ausgetragen wurde.

    Wie viele britische Rennkurse entstand auch der heutige "Silverstone Grand Prix Circuit" aus einem ehemaligen Flugfeld. Die äußeren Transportwege und einige Verbindungs-Landebahnen wurden zu einer ultraschnellen Rennstrecke zusammengefasst. Im Laufe der Jahre senkten verschiedene Umbauten die Rundenschnitte im "Home of British Motorsport", doch noch immer gilt die Strecke als eine der schnellsten des Jahres.

    Der Grand Prix Circuit weist mehrere lang gezogene Highspeed-Kurven auf, die den Reifen hohe seitliche Lasten auferlegen. Charakteristisch sind die mehrfach pro Runde auftretenden sehr schnellen Richtungswechsel. Die Oberfläche ist relativ grobporig, was den Verschleiß der Laufflächen fördert.

    Von den Passagen, in denen das Chassis stark gefordert wird, ist "Becketts" wohl die markanteste. Ein unbekannter Faktor auf der Insel bleibt stets das Wetter - es könnte durchaus sein, dass es zumindest in einer Session nass ist und die Regenreifen zum Einsatz kommen. Die Erfahrung spricht außerdem dafür, dass die Temperaturen selbst bei trockener Witterung eher niedrig sind.
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    Vorschau: Grand Prix von Großbritannien 2008

    Vorschau: Grand Prix von Großbritannien 2008

    Der Grand Prix von Großbritannien am nächsten Wochenende in Silverstone ist der neunte von 18 Läufen zur Formel-1-Weltmeisterschaft; mit diesem Rennen geht die erste Saisonhälfte 2008 zu Ende. Silverstone nennt sich nicht nur „Home of British Motor Racing“, hier fand am 13. Mai 1950 das erste Formel-1-Rennen überhaupt statt. Der Grand Prix von Großbritannien ist für Vodafone McLaren Mercedes das erste von zwei Heimrennen in Folge; das zweite ist der Grand Prix von Deutschland zwei Wochen später in Hockenheim. In Silverstone werden über 1.500 Mitarbeiter von McLaren in Woking und Mercedes-Benz High Performance Engines in Brixworth erwartet. Bei Testfahrten von Dienstag bis Donnerstag dieser Woche bereitete sich das Team auf Silverstone vor. Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen legten dabei 1285 Kilometer zurück und erprobten dabei mehrere aerodynamische und mechanische Verbesserungen.


    Lewis Hamilton

    Der Grand Prix von Großbritannien ist dein Heimrennen, was bedeutet das für dich?

    „Wenn du in deinem Heimatland ein Rennen fährst, ist das immer etwas Besonderes. Ich kann es nicht genau definieren, aber vielleicht liegt es daran, dass dir die ganze Umgebung vertraut ist und dass das Publikum eine Begeisterung zeigt, die mich während des gesamten Wochenendes zusätzlich antreibt. Das gibt es nirgendwo sonst und motiviert dich noch ein bisschen stärker als bei anderen Rennen.“

    Wie gefällt dir die Rennstrecke?

    „Silverstone ist eine der besten Strecken im Kalender, eine echte Fahrerstrecke. Während der ersten Hälfte des Kurses bremsen wir kein einziges Mal und gehen nur ein paar Mal vom Gas bzw. schalten runter – dadurch sind wir hier besonders schnell unterwegs. Man muss dabei darauf achten, dass die Temperatur der Bremsen nicht zu weit absinkt, weil man sie im Verlauf einer Runde so selten braucht. Das gibt es auf keiner anderen Strecke. Die Formel 1 ohne Silverstone kann ich mir nicht vorstellen.“

    Der Heimsieg ist also das Ziel?

    „Klar. Jeder Fahrer will sein Heimrennen gewinnen. Manche sprechen auch von den “Großen Vier” - Silverstone, Monaco, Monza and Spa. Ich sehe das anders, denn es gibt noch andere Rennen, die für mich interessant sind: Ich will den Saisonauftakt in Melbourne gewinnen und den Grand Prix Monaco - beides gelang mir in diesem Jahr erstmals. Und ich will meinen Heim-Grand-Prix gewinnen. Das ist mein Ziel und ich bin bereit für diese Aufgabe.”


    Heikki Kovalainen

    Welche Faktoren spielen für eine schnelle Runde in Silverstone die wichtigste Rolle?

    „Die Balance des Autos muss bei den hier gefahrenen hohen Geschwindigkeiten sehr stabil sein. Nur dann kannst du in den flüssigen Kurven attackieren. Bei den schnellen Richtungswechseln darf das Auto weder über- noch untersteuern. Im Qualifying bauen die Reifen in dem langsameren Streckenteil gegen Ende der Runde ab, darauf muss man achten, denn auch dieser Part ist wichtig für die Rundenzeit. Das ist eine einmalige Herausforderung.”

    Wie wirken sich die letzten Verbesserungen des MP4-23 aus?

    „Wir machten in Frankreich mit dem Grip und der Balance spürbare Fortschritte. Das Team arbeitet hart und das Auto wird für Silverstone weiter verbessert. Wir sind deshalb optimistisch für das Rennen.”

    Wie ist die Motivation im Team nach den letzten zwei recht enttäuschenden Rennen?

    „Sehr gut. Wir machten Fehler und wurden bestraft. Das war für alle wie ein Weckruf, künftig noch besser zu arbeiten. Wir glauben an uns und wissen, dass wir es schaffen können. Alle arbeiten jetzt noch härter, das gilt auch für mich.“


    Martin Whitmarsh

    Spürt das Team nach zwei schwierigen Rennen mehr Druck, wieder besser abzuschneiden?

    „Der Umgang mit einem enttäuschenden Ergebnis und der Kritik in den Medien gehört dazu. Wir wollen gewinnen, und wenn uns das nicht gelingt, dann arbeiten wir an uns selbst. Mit Kritik können wir umgehen. Uns ist klar, dass wir zuletzt unter Wert geschlagen wurden, doch es gibt keine größeren Kritiker als uns selbst. Mit Lewis und Heikki haben wir die richtige Mischung aus Jugend und Begeisterung, mit der wir Rennen gewinnen und um die Meisterschaft kämpfen können.“

    Wie wirken sich die Verbesserungen am MP4-23 aus?

    „Sehr positiv. Heikki und Lewis waren nach den Testfahrten in Silverstone optimistisch. In Frankreich hatten wir neue Aerodynamikteile, die wir für Silverstone noch einmal überarbeiteten. Bei den kommenden Rennen wird es weitere Verbesserungen geben. Die Geschwindigkeit, mit der die top Teams weiter entwickeln, ist mit entscheidend im Kampf um die WM-Titel. Das war uns schon immer bewusst.“

    Welche Anforderungen stellt Silverstone an das Auto?

    „Bei der Abstimmung müssen wir zwei Merkmale der Strecke berücksichtigen. In den Hochgeschwindigkeitskurven in der ersten Hälfte des Kurses brauchen wir eine gute aerodynamische Balance. Im hinteren Teil der Strecke mit engeren langsameren Kurven brauchen wir guten mechanischen Grip. Für Fahrer und Ingenieure ist das eine große Herausforderung.“


    Norbert Haug

    Mit dem Grand Prix von Großbritannien in Silverstone geht die erste Saisonhälfte der insgesamt 18 Rennen 2008 zu Ende. Wie lautet Ihre Zwischenbilanz?

    „Meine Zwischenbilanz ist durchwachsen. Es ist klar, dass wir als Team die Möglichkeit gehabt hätten, weit mehr als die augenblicklichen 58 Punkte in der Konstrukteursweltmeisterschaft zu sammeln. Zumindest zwei Mal in acht Rennen konnten wir mit Lewis' Siegen Höhepunkte setzen, gleich beim Auftakt in Melbourne und beim wohl meistbeachteten Rennen des Jahres in Monaco. Alles ist immer noch offen, bevor wir nach den ersten acht in die nächsten zehn Rennen gehen.“

    Denken Sie nicht, dass dies wunschvolles Denken ist und es am Ende für Vodafone McLaren Mercedes doch nicht reicht?

    „Ich sehe das anders. Wer in den ersten acht Rennen im Schnitt einen dritten Platz belegt und sechs Punkte gemacht hat, führt jetzt die Tabelle an. Felipe Massa ist der augenblickliche Spitzenreiter und musste bei den ersten beiden Rennen gleich zwei Nullrunden hinnehmen. Heikki hat ohne eigenes Verschulden - deutlicher Punkteverlust durch Safety Car, Unfall in Spanien, Letzter statt Vierter beim Start in Monaco, etc - bisher mindestens so viele Punkte versäumt, wie er sie derzeit auf dem Konto hat. Dass Lewis in den letzten beiden Rennen den Speed hatte, um deutlich mehr als null Punkte zu machen, ist offensichtlich. Die ersten acht Rennen waren hart umkämpft und boten besten Sport mit vier verschiedenen Siegern und vier verschiedenen Tabellenführern. Unsere Fahrer sind nach wie vor in einem Abstand zur augenblicklichen Tabellenspitze platziert, von der aus in der Vergangenheit schon Titel gewonnen wurden. Also glauben wir an unsere Chance, wir haben durch gute Leistung alles in unseren eigenen Händen.“

    Was bedeutet der Grand Prix Silverstone für Vodafone McLaren Mercedes?

    „Silverstone ist das erste von zwei aufeianderfolgenden Heimrennen, sowohl England als auch Deutschland sind für unseren Titelpartner Vodafone und Mercedes-Benz enorm wichtige Märkte. Das Rennen in Silverstone ist ausverkauft, was wohl auch mit unserem Team und ganz besonders mit Lewis Hamilton zu tun hat. Ich habe großen Respekt vor der Strecke und vor den Leistungen der Fahrer in Silverstone. Das Layout ist einmalig, nur in Monza und Spa werden höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten gefahren als in Silverstone. Natürlich werden viele unserer Kollegen von McLaren in Woking und Mercedes-Benz HPE in Brixworth teilweise mit Ihren Angehörigen vor Ort sein, um dem Rennteam die Daumen zu drücken. Ihnen allen wäre ein Sieg garantiert noch lieber als die nächste Gehaltserhöhung und alle im Rennteam arbeiten hart für diese Chance.“

    Qualifying: Erste Pole für Kovalainen

    Qualifying: Erste Pole für Kovalainen

    Heikki Kovalainen und Mark Webber heißen die Überraschungsmänner aus der ersten Reihe von Silverstone.
    Alles sprach nur über Ferrari und Lewis Hamilton, am Ende war es Heikki Kovalainen der sich nach drei starken Trainingsleistungen auch im Qualifying durchsetzen konnte - die erste Pole Position für den Finnen in der Formel 1. Neben Kovalainen geht der Qualifyingspezialist Mark Webber von Position 2 ins Rennen. Der Australier fuhr von seiner Vertragsverlängerung beflügelt noch vor Kimi Räikkönen und Lewis Hamilton, die sich die zweite Startreihe teilen werden. Der Finne hatte zweimal eine bessere Zeit in Reichweite, doch einmal beging er einen Fehler und kam von der Strecke ab, einmal reichte es nicht, um den zwischenzeitlichen Spitzenmann Räikkönen zu bezwingen.

    Bester Deutscher in der Startaufstellung ist Nick Heidfeld auf Platz 5. Sein Teamkollege Robert Kubica hatte, wie schon am Freitag, ein Problem an seinem F1.08 und konnte im dritten Qualifying gar keine Zeit setzen, er startet somit von Platz 10. Besser machte es Fernando Alonso. Der Spanier fuhr vor seinem Teamkollegen Nelsinho Piquet die sechstschnellste Zeit. Sebastian Vettel belegte Platz 8 vor Felipe Massa im zweiten Ferrari. Der Brasilianer fuhr auf seiner letzten Runde Sektorbestzeit, kam dann jedoch an die Box.

    Überraschend war für Nico Rosberg schon im ersten Qualifying Schluss. "Ich hatte ein Problem mit der Aufhängung oder dem Dämpfer", verriet der Deutsche. "Das Auto ist gesprungen. Mitten in der Kurve fing das Ding an zu hüpfen, es war unfahrbar", klagte er. "Das ist super enttäuschend und morgen starte ich wahrscheinlich aus der Boxengasse, da wir das komplette Auto ändern müssen."

    Auch die beiden Honda von Jenson Button und Rubens Barrichello sowie Adrian Sutil schieden im ersten Qualifying aus. Allerdings war Sutil schneller als sein Teamkollege Giancarlo Fisichella, der ein Zehntel langsamer war als der Deutsche.

    Großbritannien GP: Hamilton gewinnt sein Heimrennen

    Großbritannien GP: Hamilton gewinnt sein Heimrennen

    Darauf haben die Fans seit David Coulthards Sieg 2000 gewartet: mit Lewis Hamilton gewann wieder ein Lokalheld in Silverstone.

    Er gab von Anfang an die Pace vor, selbst als Lewis Hamilton in den ersten Rennrunden hinter seinem Teamkollegen Heikki Kovalainen festhing, war deutlich zu erkennen, dass der Brite schneller war als der Finne. Sobald Hamilton in Runde 4 an Kovalainen vorbeigegangen war, konnte er seinen Vorsprung auf den zweiten McLaren stetig ausbauen. Als sich Kovalainen drehte, erhielt Hamilton zunächst einen neuen Gegner. Kimi Räikkönen robbte sich Runde für Runde in der Gischt des Silberpfeils heran.

    Nach 13 Runden hatte Hamilton noch 4,5 Sekunden Vorsprung, eine Runde später waren es nur noch 3,8 Sekunden. Vor Hamiltons Boxenstopp in Runde 21 trennten die beiden Führenden nur noch 1,2 Sekunden. Doch dann entschied sich McLaren richtig und Ferrari falsch. Hamilton wechselte beim ersten Stopp auf neue Intermediates, Räikkönen ließ die angefahrenen Reifen drauf - ein Fehler. Der Finne verlor danach bei neuerlich einsetzendem Regen mehrere Sekunden pro Runde, in Umlauf 26 hatte Räikkönen bereits 21,8 Sekunden Rückstand auf den Briten. Bald schon fiel der Ferrari mit der Startnummer 1 Platz um Platz zurück und Nick Heidfeld rückte an die Stelle des Verfolgers.

    Der Deutsche war es auch, der die beiden besten Überholmanöver des Rennens zeigte. Zunächst überholte er Timo Glock und Fernando Alonso auf einen Schlag, dann schnappte er sich Räikkönen und Kovalainen im Finnendoppelpack eingangs Start- und Ziel. An Hamilton kam Heidfeld allerdings nicht mehr heran. Er musste zwischenzeitlich sogar Rubens Barrichello ziehen lassen, der mit extremen Regenreifen schneller fahren konnte, aber noch einmal an die Box musste und so Platz 2 an Heidfeld zurückgab.

    Hinter Hamilton und Heidfeld schnappte sich Barrichello das letzte freie Plätzchen auf dem Siegertreppchen. Pole-Mann Kovalainen blieb abermals unbelohnt und belegte nach zwei Drehern nur Platz 6. Bis 10 Runden vor dem Ende lag Kovalainen noch auf Position 4, bat jedoch Fernando Alonso und Kimi Räikkönen mit seinem zweiten Dreher vorbei. Räikkönen konnte sich nach dem Reifenwechselfehler stabilisieren, allerdings nicht ohne selbst zwei Dreher auf den Asphalt zu legen. Am Ende kam er vor Kovalainen und Alonso als Vierter ins Ziel. Teamkollege Massa war noch besser dabei: er fabrizierte als absoluter Dreherkönig des Tages sechs Pirouetten.

    Chaos nach dem Start

    Die Strecke war nass und das Chaos in den ersten drei Runden groß. An der Spitze katapultierte sich Lewis Hamilton von Startplatz 4 auf Platz 2 nach vorne, duellierte sich sogar mit seinem Teamkollegen Heikki Kovalainen, musste dann jedoch zurückstecken. Dahinter kassierte Kimi Räikkönen den Überraschungszweiten Mark Webber, der sich danach aber (zum ersten von drei Malen) drehte und weit zurückfiel. Für ihn begann damit eine Aufholjagd vom Ende des Feldes, in deren Verlauf er einen Kontrahenten nach dem anderen überholte, letztlich aber keine Punkte sammelte.

    Das gleiche Schicksal ereilte Felipe Massa, der sich von Position 9 bereits um einige Plätze verbessert hatte, durch zwei Dreher innerhalb von drei Runden allerdings ans Ende des Feldes zurückgereicht wurde. Von dort kam der Brasilianer, im Gegensatz zu Webber, nicht mehr nach vorne, unter anderem wegen der weiteren Dreher, die der F2008 mit der Startnummer 2 auf seiner Liste verbuchte.

    Für Sebastian Vettel und David Coulthard war das Rennen schon in Runde 2 zu Ende, als der Red Bull das Heck des Toro Rosso anschob und sich beide hintereinander im Parallelflug von der Strecke drehten. "Ich habe einen Schlag von hinten links bekommen, das hat mich rumgedreht", erklärte Vettel. "Aus dem Kies gab es kein Herauskommen mehr." Das sei schade gewesen. "Denn es hätte ein sehr gutes Rennen für uns werden können. Punkte wären möglich gewesen, waren für die Bedingungen perfekt gerüstet."

    David Coulthard tat der Unfall leid. "Ich bin sehr enttäuscht", sagte der Brite. "Ich habe zwei Red Bull-Autos ausgeschaltet, das ist das schlimmste Szenario." Unter solchen Bedingungen müsse man seine Chancen nutzen und Coulthard glaubte, eine Lücke zu sehen. "Leider war das eine schlechte Entscheidung."

    Der nächste Ausfall traf ebenfalls einen Deutschen. Adrian Sutil verlor sein Auto im Duell mit dem zweiten Toro Rosso von Sebastien Bourdais, der knapp hinter dem Force India fuhr. Sutil drehte sich, schlitterte über die Wiese und die Strecke und strandete auf der anderen Seite im Kiesbett. "Das war schade", klagte Sutil. "Wir lagen nicht schlecht, es wäre noch etwas gegangen. Aber im Regen ist es immer riskant, manchmal muss man das Glück haben, an der rechten Stelle zu sein." Das war bei ihm nicht der Fall. "Beim Anbremsen hatte ich Aquaplaning, ich hatte keine Chance, das Auto abzufangen."

    Trotz einiger Ausritte in die Wiese war Lewis Hamilton der überlegene Mann des Tages. Er fuhr mit über einer Minute Vorsprung auf den Zweiten Nick Heidfeld über die Ziellinie. Platz 3 belegte Rubens Barrichello vor Räikkönen, Kovalainen und Alonso. Die letzten beiden Punkteränge schnappten sich Jarno Trulli und Kazuki Nakajima, der Massa in Sachen Drehern in nichts nachstand. Nico Rosberg fuhr aus der Boxengasse auf Platz 9 - und das mit einem Notstopp für einen neuen Frontflügel, der er sich am Heck von Timo Glocks Toyota abgefahren hat.

    Heimsieg für Lewis Hamilton und Vodafone McLaren Mercedes

    Heimsieg für Lewis Hamilton und Vodafone McLaren Mercedes

    Lewis gewinnt mit über einer Minute Vorsprung
    Heikki Kovalainen Fünfter
    Lewis punktgleich mit Räikkönen und Massa an der Tabellenspitze
    Vodafone McLaren Mercedes auf Platz drei der Konstrukteurs-WM

    Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Lewis Hamilton gewann den Grand Prix von Großbritannien in Silverstone, das erste von zwei Heimrennen des Teams. Nach 60 ereignisreichen Runden (308,355 km) in unterschiedlich starkem Regen hatte er bis auf zwei alle Fahrer überrundet und fuhr 68,5 Sekunden vor dem Zweitplatzierten Nick Heidfeld (BMW Sauber) ins Ziel. Es war Lewis dritter Saisonsieg, der siebte in seinen bisher 26 Formel-1-Rennen und der 55. der Partnerschaft McLaren Mercedes. Lewis Teamkollege Heikki Kovalainen, der erstmals in seiner Formel-1-Karriere von der Pole Position gestartet war, belegte Platz fünf. Zur Halbzeit der Meisterschaft, nach neun von 18 Rennen, liegt Lewis in der Gesamtwertung wieder in Führung; er hat jetzt 48 Punkte wie die Ferrari-Fahrer Felipe Massa und Kimi Räikkönen. Heikki ist Sechster mit 24 Zählern. In der Konstrukteurs-WM liegt Vodafone McLaren Mercedes auf Platz drei mit 72 Punkten; es führt Ferrari mit 96 Zählern.

    Der Start:
    Heikki startete von der ersten Pole Position seiner Formel-1-Karriere; Lewis ging von Startplatz vier ins Rennen. Auf nasser Strecke übernahm Heikki sofort die Führung, während Lewis auf der Innenseite an Räikkönen und Mark Webber (Red Bull Renault) vorbeifuhr und als Zweiter aus der ersten Kurve kam.

    Das Rennen:
    Runde 2: Lewis attackierte seinen Teamkollegen auf der Zielgeraden, blieb aber dahinter.
    Runde 5: Lewis überholte Heikki, übernahm die Führung und vergrößerte seinen Vorsprung rasch.
    Runde 10: Heikki drehte sich in der Abbey-Kurve und fiel auf Platz drei hinter Räikkönen zurück.
    Runde 19: Heikki legte seinen ersten Boxenstopp ein (7.9 Sekunden) und fiel von Platz drei auf sechs zurück.
    Runde 21: Lewis und Räikkönen kamen gleichzeitig zu ihrem jeweils ersten Boxenstopp herein. Lewis stand 8,0 Sekunden und behielt eine knappe Führung vor dem Finnen.
    Runde 23: Mehr Regen. Lewis Vorsprung vor Räikkönen betrug jetzt 4,6 Sekunden. Heikki war Dritter, weitere 13,5 Sekunden dahinter.
    Runde 27: Heikki überholte Räikkönen, wurde aber gleichzeitig von Heidfeld passiert. Lewis führte mit 29 Sekunden vor Heidfeld; Heikki war Dritter.
    Runde 34: Robert Kubica (BMW Sauber) überholte Heikki eingangs der Stowe-Kurve: der Finne fiel auf Platz vier zurück und kam am Ende der Runde zu seinem zweiten Boxenstopp herein (6,6 Sekunden). Heikki nahm das Rennen als Neunter wieder auf.
    Runde 37: Im heftigen Regen kam Lewis kurz von der Strecke ab und fuhr durchs Gras; er behielt seine Führung mit 26 Sekunden vor Heidfeld. Einen Umlauf später legte er seinen zweiten Boxenstopp ein (7,3 Sekunden) und blieb vorn. Heikki war jetzt Sechster.
    Runde 46: Heikki überholte Fernando Alonso (Renault) und übernahm Platz fünf.
    Runde 48: Nach dem Boxenstopp von Jarno Trulli (Toyota) war Heikki Vierter.
    Runde 51: Heikki drehte sich und fiel auf Platz sechs zurück.
    Runde 58: Heikki überholte Alonso und war jetzt Fünfter.
    Ziel (Runde 60): Lewis kreuzte die Ziellinie 68,5 Sekunden vor Heidfeld; Rubens Barrichello (Honda) wurde Dritter vor Räikkönen und Heikki.


    Lewis Hamilton
    „Das war das härteste Rennen, aber auch eines der besten, das ich je fuhr. Die Bedingungen waren so extrem und so rutschig, etwa so wie im Grand Prix von Japan letztes Jahr in Fuji. Ich hatte Probleme mit der Sicht und versuchte mehrmals, mein Visier zu reinigen. Danke an unser Team für eine fantastische Leistung; wir trafen in diesen schwierigen Umständen immer die richtige Reifenwahl. In der letzten Runde sah ich wie die Zuschauer aufstanden und betete, dass ich ins Ziel komme. Der Sieg in meinem Heim-Grand-Prix war ein sehr emotionaler Moment. Ich widme diesen Erfolg meiner Familie. Alle wissen, dass ich in den letzten Wochen schwierige Zeiten hatte, doch meine Familie stand immer zu mir und unterstützte mich.“

    Heikki Kovalainen
    „Glückwunsch an Lewis zu diesem tollen Heimsieg. Ich startete gut, doch Lewis attackierte mehrmals und überholte mich in der fünften Runde, als ich etwas von der Ideallinie abkam. Es war ein besonders schwieriges und ereignisreiches Rennen. Bei dem Aquaplaning und der rutschigen Strecke konnte heute schnell etwas passieren. Ich drehte mich zweimal, war aber nicht der Einzige, dem ein solcher Fehler unterlief. Immerhin holte ich vier Punkte, die uns auch in der Konstrukteurswertung nutzen.“

    Ron Dennis
    „Der Heimsieg ist immer etwas Besonderes, und deshalb ist das heute ein besonderer Tag für Lewis und für alle bei Vodafone McLaren Mercedes. Vor allem aber war das ein großartiger, dramatischer Grand Prix. Gewonnen hat der Mann, der die schwierigen Bedingungen fehlerlos gemeistert hat. Dieses Rennen von Lewis wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Trotz seiner überragenden Leistung sollten wir aber nicht vergessen, dass es auch das Ergebnis einer hervorragenden Teamarbeit unserer Ingenieure und Mechaniker war. Heikki fuhr gestern ein sehr gutes Qualifying und ist sicher etwas enttäuscht, dass er aus seiner ersten Pole Position in der Formel 1 nicht auch seinen ersten Grand-Prix-Sieg machte. Aber sein Speed ist gut und seine Zeit wird kommen.“

    Norbert Haug
    „Lewis schaffte einen grandiosen und äußerst beeindruckenden Sieg und war im Schnitt über 60 Runden mehr als eine Sekunde schneller als der Zweitplatzierte Nick Heidfeld. Alle nach Platz drei sind überrundet - wir sind wieder zurück im Titelkampf - super! Heikki kämpfte die meiste Zeit des Rennens mit Untersteuern. Schade, er hatte im Qualifying eine sehr gute Abstimmung und holte damit seine erste Formel-1-Pole-Position. Lewis ist wie schon nach seinem Sieg in Monaco wieder zurück an der Spitze mit 48 Zählern, punktgleich mit Felipe Massa und Kimi Räikkönen. Wir konzentrieren uns jetzt auf unseren zweiten Heim-Grand-Prix in zwei Wochen in Hockenheim. – Kommen Sie bitte zur Mercedes-Benz Tribüne und schauen Sie Lewis und Heikki zu; wir haben hinter der Tribüne wieder ein erstklassiges Fanprogramm mit kostenlosem Mehrwert für alle Besucher vorbereitet. Mein herzlicher Dank geht an alle Teammitglieder für dieses Ergebnis heute – bitte lasst uns das in Hockenheim bei unserem nächsten Heim-Grand-Prix wenn möglich wiederholen.“
    Rennergebnisse am 06.07.2008

    04.-06. Juli: G'britannien-GP in Silverstone

    ERGEBNISSE
    POSITION FAHRER TEAM ZEIT
    1 Lewis Hamilton McLaren-Mercedes 1:39.09,440
    2 Nick Heidfeld BMW Sauber F1 + 01.08,577
    3 Rubens Barrichello Honda Racing F1 + 01.22,273
    4 Kimi Räikkönen Ferrari + 1
    5 Heikki Kovalainen McLaren-Mercedes + 1
    6 Fernando Alonso Renault F1 + 1
    7 Jarno Trulli Toyota + 1
    8 Kazuki Nakajima Williams F1 + 1
    9 Nico Rosberg Williams F1 + 1
    10 Mark Webber Red Bull Racing + 1
    11 Sebastien Bourdais Scuderia Toro Rosso + 1
    12 Timo Glock Toyota + 1
    13 Felipe Massa Ferrari + 2

    SCHNELLSTE RUNDE
    Kimi Räikkönen/Ferrari Zeit: 01.32,150 in Runde 18

    AUSFÄLLE
    RUNDE FAHRER TEAM AUSFALLGRUND
    1 Sebastian Vettel Scuderia Toro Rosso Dreher nach Kollision
    1 David Coulthard Red Bull Racing Dreher nach Kollision
    12 Adrian Sutil Force India F1 Dreher
    28 Giancarlo Fisichella Force India F1 Dreher
    36 Nelson Piquet jr. Renault F1 Dreher
    39 Jenson Button Honda Racing F1 Dreher
    40 Robert Kubica BMW Sauber F1 Dreher
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    Barrichello kann es noch: Platz 2 war drin

    Barrichello kann es noch: Platz 2 war drin

    Rubens Barrichello wurde schon der Rücktritt nahegelegt. In Silverstone zeigte er noch einmal seine alte Klasse.
    Es gibt Tage, an denen alles schief geht. Rubens Barrichello und die Honda-Crew hatten in den letzten anderthalb Jahren sehr, sehr viele dieser Tage. Es gibt aber auch Tage, an denen einem alles in die Hände spielt. Für Rubens Barrichello war dieser Sonntag ein solcher Tag. "Es ist ein tolles Gefühl, wieder auf dem Podium zu stehen", freute sich der Brasilianer, der immerhin schon neun Grand Prix gewonnen hat.

    "Es war fast wie in alten Zeiten", fühlte sich Ross Brawn an die Ferrari-Triumphe mit Barrichello erinnert. "Zur Rennmitte war er fantastisch." Aber Barrichello weiß durchaus, was seinen Erfolg ermöglicht hat. "Die Wetterbedingungen halfen uns, das Beste aus dem Auto herauszuholen." Vor allem die Reifenwahl brachte den Brasilianer nach vorne.

    "Die wichtigste Entscheidung für uns war es, auf die extremen Regenreifen zu wechseln", verriet Barrichello. "Ich hatte eine Schrecksekunde in Club, kam mit hoher Geschwindigkeit von der Strecke ab und schlug fast in der Mauer ein." Danach wusste er, dass er eine schnelle Entscheidung fällen musste. "Nachdem wir die Extremwetterreifen aufgezogen hatten, konnte ich locker an den Autos vor mir vorbeifahren - das war ein tolles Gefühl."

    Nicht so toll fühlte sich Jenson Button; ihm halfen auch die "hevy wets" nichts. "Ich kam in Bridge auf eine Wasserlache und bekam Aquaplaning", berichtete er. "Ich versuchte, mich wieder herumzudrehen, aber da kam ein anderes Auto und ich musste aus dem Weg gehen." So endete er im Kiesbett.

    Für Brawn ist dieser Podestplatz eine wichtige Motivation, um den sechsten Platz in der Konstrukteurswertung anzugreifen. "Ohne ein Problem mit der Tankanlage hätten wir sogar noch eine Position besser abschneiden können", spielte Brawn auf einen möglichen zweiten Platz an. "Wir haben momentan noch nicht das nötige Auto, aber wenn wir so arbeiten, sobald wir ein besseres Auto haben, dann können wir vorne mithalten."

    Hondas Prioritäten unverändert: Fokus liegt weiter auf 2009

    Hondas Prioritäten unverändert: Fokus liegt weiter auf 2009

    Trotz der Podiumsplatzierung in Silverstone und den dadurch verdienten Punkten will Honda den Fokus weiterhin auf 2009 richten.
    Der dritte Platz von Rubens Barrichello beim Grand Prix von Großbritannien hat die Honda-Mitarbeiter in Ekstase versetzt. Trotz des Erfolgserlebnisses in Silverstone will Honda keine Energien mehr in das 2008er Auto stecken.

    Die Prioritäten liegen klar auf dem Boliden für das kommende Jahr, Ross Brawn soll hierbei seine Qualitäten voll ausspielen können. Zwar will Teamchef Nick Fry das laufende Jahr nicht gänzlich vernachlässigen, doch der Hauptfokus liege auf 2009.

    "Wir haben unsere Strategie nicht geändert", sagte Fry. "Wir haben ein 3-Stufen-Programm, in Silverstone hatten wir die erste Stufe und auch für die kommenden beiden Rennen wird es Verbesserungen geben", sagte er.

    "Ich denke nicht, dass wir unseren Plan ändern werden. Es ist eplant, dass wir Ross [Brawn] sein Wunschauto für das nächste Jahr bauen lassen und, dass sich das Team auf die von Ross empfohlenen Arbeitswege einstellt", sagte Fry über Brawn.

    Bei Honda denkt man durchaus realistisch über die Chancen in diesem Jahr nach. "Wenn wir nicht wieder unerwartet sehr viel Glück haben, wird es unwahrscheinlich sein, dass wir Ferrari oder McLaren schlagen werden, aber durch die Regeländerungen und die Einführung von KERS können wir uns nächstes Jahr so einiges erwarten."

    Man habe den Kampf in diesem Jahr noch nicht aufgegeben, werde sich aber nicht von den Vorbereitungen auf 2009 ablenken lassen. Trotzdem bleiben Fry noch lobende Worte für Rubens Barrichello. "Rubens ist super gefahren, das Boxenteam hat einen hervorragenden Job gemacht, großartig für das Team."

    Montezemolo kritisiert dumme Fehler

    Montezemolo kritisiert dumme Fehler: Das darf nicht mehr passieren

    Fehler über Fehler, trotzdem führt Ferrari zur Halbzeit die WM-Wertungen an. Der Präsident verlangt Besserung.
    So kannte man Ferrari gar nicht mehr: Reifen, die in der Startaufstellung zu spät aufgezogen wurden, Autos, die im Qualifying nicht betankt wurden, Strategien, die eine sichtbar falsche Reifenwahl vorsahen. All das war in Zeiten von Jean Todt, Ross Brawn und Michael Schumacher undenkbar - oder wenigstens auf einen solchen Schnitzer pro Saison begrenzt.

    "Natürlich war ich nicht begeistert von dem, was ich gestern gesehen habe", sagte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo der Gazzetta dello Sport. Der Italiener hofft, dass die Fehler von Silverstone, strategisch wie fahrerisch (beide Piloten nahmen am beliebten Dreher-Contest teil), eine lehrreiche Lektion gewesen sind. "Ich kenne meine Leute und bin mir sicher, dass es so sein wird", glaubt Montezemolo. "Wir können den achten Titel in zehn Jahren gewinnen, aber dafür müssen wir aufhören, dumme Fehler zu machen."

    Teamchef Stefano Domenicali sieht das ein. Wie schon einige Male in dieser Saison betonte er, dass das Rennwochenende nicht den normalen Standard der Scuderia wiedergegeben habe. Einerseits sei es sportlich ein Sonntag zum Vergessen gewesen, andererseits dürfe man den Sonntag nicht vergessen und müsse daraus seine Lehren ziehen. "Wir führen zur Saisonhalbzeit die WM an, aber wir haben zu viele Chancen vergeben", kritisierte Montezemolo. "Das darf uns in der zweiten Saisonhälfte nicht mehr passieren."

    Williams konzentriert sich auf 2008

    Williams konzentriert sich auf 2008: Rückverlagerung bei der Entwicklung

    Der Trend ist bekannt. Während des laufenden Jahres beginnen die Teams mit der Entwicklung des Autos für die nächste Saison. Williams ändert die Strategie nun.
    Ursprünglich war bei Williams eine ähnliche Strategie geplant wie bei Honda. Man wollte alle Energien auf das Jahr 2009 konzentrieren und das laufende Jahr mit dem bestehenden Boliden zu Ende führen. Ob die bislang unkonstanten Leistungen eine Rolle dabei spielen, dass die Mannschaft aus Grove den aktuellen Boliden doch wieder weiterentwickeln wollen kann man nur vermuten...

    Williams erlebte in der ersten Saisonhälfte eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle. Auf manchen Strecken war das Team in einigermaßen guter Form, auf anderen ließen die Leistungen aber zu wünschen übrig. Nach zwei relativ glanzlosen Rennen in Frankreich und Großbritannien will Patrick Head nun veranlassen, dass wieder vermehrt Bemühungen in die Entwicklung des diesjährigen Boliden gesteckt werden.

    "Wir haben ziemlich viel von unserer Aufmerksamkeit auf das Auto für 2009 gelenkt und auch unser Aerodynamik-Programm war zum Teil bereits auf den 2009er Boliden ausgelegt", sagte Patrick Head. "Aber wir sind momentan dabei unsere Bemühungen wieder etwas zurück zu verlagern, denn wir müssen besser sein als wir momentan sind."

    Den Großteil der Probleme vermutet Head eindeutig im Bereich der Aerodynamik, an der Downforce allein sollen die Probleme aber nicht liegen. Zur Zeit liegt Williams auf der sechsten Stelle der Teamwertung und damit acht Punkte hinter Red Bull. Dass Williams-Pilot Nico Rosberg in der Lage ist mehr zu leisten, daran zweifelt Head nicht. "Wenn wir Nico besseres Material zur Verfügung stellen könnten, dann wäre er zur Zeit sicher gleich auf mit Mark Webber", so Head.

    Der Red Bull Pilot liegt mit 18 Punkten auf den 8. Platz der Fahrerwertung, 10 Punkte vor Nico Rosberg, der mit 8 Punkten auf Rang 11 in der Meisterschaft liegt. Die Grundeinstellung im Lager von Williams dürfte jedenfalls stimmen. "Man darf nichts auf dieser Welt einfach so aufgeben."

    10. Deutschland GP / Hockenheimring Baden Württemberg

    10. Deutschland GP / Hockenheimring Baden Württemberg

    Deutschland: Schumacher-Festspiele im Motodrom
    Wie alt ist neu? Mittlerweile dürfte der umgebaute Hockenheimring nicht mehr als "neu" gelten. Aber da sich die alte Streckenführung mit den endlosen Waldgeraden in der Erinnerung der Fans unauslöschlich eingegraben hat, wird der verkürzte Hockenheimring dieses Etikett wohl noch Jahrzehnte mit sich herumtragen. Selbst die größten Traditionalisten müssen jedoch einräumen, dass sich der vom Team des deutschen Architekten Hermann Tilke gezeichnete Kurs bislang immer als Garant für packende Zweikämpfe erwiesen hat.

    Besonders die Spitzkehre am Ende der leicht gebogenen Geraden "Parabolika" besitzt mittlerweile den Ruf, der beste Punkt für Ausbremsmanöver im gesamten Formel 1-Kalender zu sein. Auch die Bremszone vor der Mercedes-Arena und die Einfahrt ins Motodrom nutzten die Grand Prix-Piloten in den vergangenen Jahren gerne für Angriffe auf ihre Vorderleute.

    Daneben bezieht die Strecke nach wie vor großen Reiz aus den widersprüchlichen Setup-Anforderungen für die schnellen Passagen und das langsame Motodrom. Auch wenn dieser Spagat nicht mehr so groß wie auf der alten Strecke ist, fahren die Teams noch mit mittlerem Abtriebsniveau, um auf der Geraden überholen oder ihre Position verteidigen zu können. Wegen der relativ flach gestellten Flügel rutschen die Autos in der Stadion-Sektion zur Freude der Fans deutlich mehr als in der modernen Formel 1 üblich und eröffnen Raum für Attacken.
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    Webber zieht Konsequenzen: Ab sofort freie Sicht

    Webber zieht Konsequenzen: Ab sofort freie Sicht

    Mark Webber will sein Leben und ein gutes Ergebnis nicht mehr wegen schlechter Sicht riskieren. Er wechselt auf ein beheizbares Helmvisier.
    Der Heimsieg von Lewis Hamilton war ernsthaft in Gefahr. Der Brite sah teilweise kaum wo er lang fuhr, da sein Visier von innen beschlug. Das Team überlegte sogar, ihn vorzeitig an die Box zu holen - denn ein Avflug wegen schlechter Sicht hätte den Sieg kosten können.

    Mark Webber reagierte als einer der ersten Fahrer auf die Sichtprobleme beim Regenchaos von Silverstone. Er horchte sich nach Alternativen um. Wie könnte man die Sicht auch im Regen und bei schlechten Bedingungen verbessern? Der Australier wurde beim deutschen Helmhersteller Schuberth fündig, dessen Helme mit beheizbarem Visier er ab dem Deutschland GP benutzen wird.

    "Ich habe von der ersten Kurve an nichts mehr sehen können", klagte Webber, der vom zweiten Startplatz auf Rang zehn zurückfiel. "Ich bin froh, jetzt wieder mit einem Top-Produkt unterwegs zu sein. Gut zu wissen, dass ich für den Fall der Fälle jetzt auch auf ein beheizbares Visier vertrauen kann."

    Der Schuberth RF 1, auf den jetzt ein Viertel der aktuellen Formel-1-Piloten vertraut, ist pure High-Tech. Sein Visier aus Polycarbonat besitzt eine leitfähige, aber dennoch transparente "Antifog" Beschichtung. Diese garantiert bei allen Temperaturen, selbst bei minus 30 Grad, absolute Beschlagfreiheit. Angesichts der Ausdehnung des WM-Kalenders nach Asien ist es allerdings wichtiger, das diese Garantie auch bei 75 Prozent Luftfeuchte noch gilt. Per Schalter kann die Visierscheibe auf 30 Grad beheizt werden, je nach Bedürfnis ist die Temperatur regelbar. Das System verbraucht dabei maximal ein Ampere, nicht mehr als eine KfZ-Rückleuchte, und wird über die Bordspannung von zwölf Volt mit Strom versorgt.

    Ferrari und McLaren rauchen Friedenspfeife

    Ferrari und McLaren rauchen Friedenspfeife: Ende des leidigen Themas

    Lange Zeit hat es den Sport verfolgt, nun scheint das leidige Thema endlich ein Ende zu finden. Ferrari und McLaren begraben das Kriegsbeil der Spionage...
    Nun ist es amtlich. Ferrari und McLaren rauchen gemeinsam die Friedenspfeife, die leidige Spionageaffäre des vergangenen Jahres soll nun endgültig vergessen werden, zu Gunsten des Sports. Zwar wurde der Fall seitens der FIA bereits im vergangenen Dezember abgeschlossen, als McLaren sich für sein Verhalten offiziell entschuldigt hat, doch zwischen Ferrari und McLaren war diese Ruhe nur offiziell existent...

    Am heutigen Freitag wurden in Statements der beiden Teams jedoch alle noch bestehenden Uneinigkeiten aus dem Weg geräumt, um in Sinne des Sports fort zu fahren. McLaren betonte etwa, dass man gemeinsam mit Ferrari die Vorkommnisse des letzten Jahres auf sich beruhen lassen möchte und diese nun ein für allemal als erledigt ansehe. "Außerdem sind wir mit der Entschädigung an Ferrari, für die entstandenen Kosten, einverstanden", hieß es im Schreiben von McLaren.

    Seitens Ferrari schien man sichtlich erfreut über das Statement aus Woking. "Ferrari erkennt die Entscheidung McLarens an", heißt es. "Wir sind damit einverstanden, dass die ausständigen Kontroversen zu einem Ende finden. Ferrari wird die Zahlung von McLaren einem guten Zweck spenden."

    Kein Ende wird vorerst aber die Anklage gegen Nigel Stepney finden, der beschuldigt wird 780 Seiten mit Informationen aus dem Hause Ferrari an den ehemaligen McLaren Chefdesigner Mike Coughlan weitergegeben zu haben.

    Norbert Haug: «Vielleicht sind wir jetzt Favorit für viele»

    Norbert Haug: «Vielleicht sind wir jetzt Favorit für viele»

    Das Interview wurde am 15.07.2008 von der Deutschen Presse-Agentur veröffentlicht.

    Stuttgart (dpa) - Vizeweltmeister Lewis Hamilton führt vor dem Großen Preis von Deutschland die Fahrerwertung an, McLaren-Mercedes ist in der Konstrukteurs-WM Dritter. «Wir sind gut aufgestellt und haben Chancen auf beide Titel, wenn wir all unsere Möglichkeiten in maximal mögliche Punkte umsetzen», sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug im Interview der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vor dem Heimrennen auf dem Hockenheimring. Am Wochenende streben die Silberpfeile einen Sieg an.

    Ist McLaren-Mercedes nach Lewis Hamiltons Demonstration der Stärke in Silverstone bei Ihrem Heimrennen in Hockenheim nicht automatisch der Favorit?

    Haug: «Mag sein - vielleicht sind wir jetzt Favorit für viele. Unsere Aufgabenstellung und unsere Ziele ändert das nicht. Wir wollen in Hockenheim bei unserem Heimrennen möglichst so in die zweite Saisonhälfte starten, wie wir es in die erste sind: Mit einem Sieg.»

    Wie wichtig ist es für Mercedes, beim Großen Preis von Deutschland speziell vor BMW zu landen?

    Haug: «Wer gewinnen will, muss vor allen landen. Dreimal in neun Rennen ist uns das in der aktuellen Saison gelungen, ein Sieg mehr war ganz bestimmt drin, vielleicht sogar zwei. Wir müssen konsequent unser Potenzial nutzen, dann können wir gewinnen. Bei den letzten 25 Grand Prix haben wir elf Siege geschafft, eine Quote nahe an 50 Prozent also.»

    Wie sieht Ihre Halbzeit-Bilanz kurz zusammengefasst aus?

    Haug: «Wir sollten in dieser Saison schon über 100 Punkte in der Konstrukteursweltmeisterschaft haben und damit natürlich auch entsprechend mehr auf den Fahrerkonten, wären nicht eigene Fehler, Unfälle, Bestrafungen, Safety-Car-Einsätze etc. passiert. Wir haben mehr Potenzial als es unser Punktestand anzeigt. Mir ist das ehrlich gesagt viel lieber als wäre das Umgekehrte der Fall. Daher gehen wir auch mit viel Elan und Selbstvertrauen in die zweite Saisonhälfte.»

    Kann sich McLaren-Mercedes in der Konstrukteurs-WM noch auf Platz eins vorschieben oder ist Ferrari dank der stärkeren Fahrerpaarung mit Kimi Räikkönen und Felipe Massa gegenüber Ihrem Duo Hamilton/Heikki Kovalainen da nicht mehr einzuholen?

    Haug: «Wenn es Ihre Meinung ist, dass Ferrari die stärkere Fahrerpaarung hat als wir, dann akzeptiere ich das. Meine Einschätzung ist allerdings eine andere. Zuletzt fuhr Kovalainen beim britischen Grand Prix überzeugend auf Startplatz eins, und Hamilton gewann tags darauf von Platz vier aus. Weder am Samstag noch am Sonntag konnten uns dort die Ferrari-Fahrer schlagen. Natürlich war das in der Vergangenheit auch schon umgekehrt. Wir sind gut aufgestellt und haben Chancen auf beide Titel, wenn wir all unsere Möglichkeiten in maximal mögliche Punkte umsetzen.»

    Wie schwer würde es Ihr Team treffen, nach 18 Rennen hinter BMW-Sauber zu landen?

    Haug: «Wir wollen Erster werden, das sind wir augenblicklich vor Hockenheim in der Fahrerwertung und das möchten wir nach 18 Rennen in beiden Wertungen sein. BMW ist ein Gegner, den wir hoch schätzen und respektieren, wir sind schon vor fünf Jahren um beide WM-Titel gegen BMW gefahren, die aktuelle Situation ist also nicht nur spannend, sondern auch bekannt.»

    Hamilton hat sich beim britischen Grand Prix mit seinem souveränen Sieg nach einer Schwächephase eindrucksvoll zurückgemeldet und führt die Fahrer-WM vor den punktgleichen Ferrari-Rivalen Räikkönen und Massa an. Stufen Sie seine Titelchancen in dieser Saison größer ein als im Vorjahr, wo er als Neuling den WM-Titel ja nur um einen Punkt verpasst hatte?

    Haug: «Lewis hat 2008 in neun Rennen dreimal gewonnen, in seinem Premierenjahr in 17 Rennen viermal. Also ist seine Siegesquote derzeit höher. 17 seiner 26 Formel-1-Rennen beendete Lewis auf dem Podium, 13 Mal - also bei exakt der Hälfte seiner Starts - wurde er Erster (siebenmal) oder Zweiter (sechsmal). Er vergab einen Sieg in Kanada beim vorletzten Rennen und wurde als Folge danach in Frankreich gleich zweimal bestraft. Danach gewann er Silverstone mit einem Vorsprung, wie es ihn seit 13 Jahren Formel 1 nicht mehr gab. Dies kann keine Bilanz eines Mannes mit vielen Schwächeperioden sein.»

    Hat Kovalainen Chancen auf eine Vertragsverlängerung oder ist schon klar, dass er nur eine Übergangslösung ist, bis Wunschkandidat Nico Rosberg oder eventuell ein anderer Fahrer nächstes Jahr frei ist?

    Haug: «Eine ,Übergangslösung' fährt üblicherweise keine Pole Position. Heikki wird noch für strahlende Gesichter sorgen, innerhalb wie außerhalb des Vodafone McLaren Mercedes-Teams.»

    Lewis Hamilton im Interview mit der Süddeutschen Zeitung

    Lewis Hamilton im Interview mit der Süddeutschen Zeitung

    Das Interview erschien am 12. Juli 2008 in der Süddeutschen Zeitung.


    SZ: Gleich nach Ihrem Triumph in Silverstone ging die Arbeit mit den Tests in Hockenheim weiter, bei denen Sie sofort wieder Tagesschnellster waren. Sie brauchen scheinbar keine Erholung?

    Hamilton: In der Mitte der Saison schaltet man sofort wieder um, wenn man die Rennstrecke verlassen hat. Klar, fühlt man sich nach so einem Sieg wie in Silverstone großartig. Aber am nächsten Morgen ist da nichts mehr als der neue Arbeitstag, an dem man schon wieder die nächste Herausforderung sucht. Und der hoffentlich auch den nächsten Schritt nach vorne bringt.

    SZ: Sie vermissen die Freizeit wirklich nicht?

    Hamilton: Nicht jetzt. Ich habe am Montag nach dem Rennen mal richtig ausschlafen können, und dann ein paar Computerspiele mit meinem Bruder gemacht, das reicht zur Erholung.

    SZ: Gucken Sie sich eigentlich die Aufzeichnungen Ihrer Rennen an?

    Hamilton: Normalerweise nicht. Nur nach dem Abendessen habe ich ein paar Ausschnitte von Großen Preis Silverstone gesehen. Was ich gesehen habe, hat mir aber gut gefallen...

    SZ: Aus dieser Perspektive: Was ging dabei in Ihnen vor?

    Hamilton: Wenn man mitfährt, hat man ja schon einen ganz guten Eindruck was passiert, und das Team hat mich auch laufend informiert. Jedes Mal, wenn dann eine bestimmte Szene von mir auf dem Bildschirm zu sehen ist, erinnerte ich wieder ganz genau, wie das im Auto war, was ich getan und was ich dabei gefühlt habe. Das noch mal zu durchleben ist aber ein ziemlich cooles Gefühl.

    SZ: Was war schwieriger zu kontrollieren – das Auto oder die eigenen Emotionen?

    Hamilton: Ähhhm... Auch wenn sich das jetzt komisch anhören mag: Das Auto war leicht zu kontrollieren, ich war eigentlich ganz entspannt. Aber die eigenen Gefühle muss man nicht nur im Rennen, sondern vor allem die Tage vorher in Griff bekommen, wenn sich die Spannung aufbaut. Und das war ganz schön hart.

    SZ: Es fällt auf, dass Sie immer in den schwierigsten Situationen besondere Leistung abliefern. Wo holen sie die mentale Kraft her?

    Hamilton: Ich habe da meinen eigenen Weg, meine eigene Technik entwickelt.

    SZ: Würden Sie uns die verraten, zumindest ansatzweise?

    Hamilton: Im Prinzip hole ich mir meine Energie von einigen Menschen in meinem Umfeld. Und am Rennsonntag komme ich dann, wie in Silverstone, wie neugeboren zur Strecke. Ich war so unglaublich positiv. Das einzige, auf das man in dieser Stimmung aufpassen muss, ist es, nicht zu übermütig zu werden. Wenn die Gefahr besteht, dass ich zu aufgeregt ins Rennen gehe, dann muss ich mich selbst wieder zur Ruhe rufen.

    SZ: Den Ruf als Regenmeister haben Sie jetzt weg. Gab es trotzdem Situationen unter den extremen Bedingungen, in denen selbst Sie sich gefürchtet haben?

    Hamilton: Ich bin gut klargekommen, auch wenn ich manchmal kaum noch was gesehen habe in der Gischt. Das wurde erst besser, als ich alleine vorneweg gefahren bin.

    SZ: Ihr dritter Sieg muss Ihnen unheimliches Selbstvertrauen für den Rest der Saison geben.

    Hamilton: Natürlich war das ein großes Wochenende, aber ich sehe das mit Blick auf den deutschen Grand Prix ganz bewusst so: Du blätterst um, und fängst in Hockenheim wieder mit einem leeren Blatt an.

    SZ: Aber der Druck, der zuletzt auf Ihnen gelastet hat, war doch unglaublich?

    Hamilton: Von Zero zum Hero, das war nur für die Öffentlichkeit und manche Medien so. Wir für uns haben immer gewusst, wo wir stehen. Und an meiner Arbeitsauffassung hat sich in dieser Zeit auch nichts verändert. So wie wir uns zuletzt durch das Krisengerede nicht haben drausbringen lassen, werden wir jetzt auch nicht abheben. Wir haben noch nichts erreicht, und deshalb müssen wir eher noch härter arbeiten.

    SZ: War es wie eine Erlösung, dass Sie das Heimrennen gewonnen haben?

    Hamilton: Dieser Sieg kam zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Erlösung ist vielleicht das falsche Wort. Ich wusste, dass ich diesen Großen Preis von Großbritannien eines Tages gewinnen würde, die Frage war nur: wann? Jetzt habe ich die beiden Rennen gewonnen, die ich auf jeden Fall gewinnen wollte, ich kann in die Kästchen Monte Carlo und Silverstone ein Häkchen machen.

    SZ: Das klingt ja fast, als ob Sie jetzt aufhören könnten?

    Hamilton: No, no! Im Gegenteil: Ich will die beiden jetzt jedes Jahr gewinnen...

    SZ: Nach der Bilanz der ersten Saisonhälfte können wir uns wohl auf einen Vierkampf einstellen.

    Hamilton: Ich habe mir die Resultatslisten letzte Nacht mal zu Gemüte geführt, und das ist wirklich eine merkwürdige Saison: Jeder von uns hat seine Aufs und Abs gehabt, nach ein paar Podiumsplatzierungen kamen bei allen schlechte Rennen. Aber fragen Sie mich nicht, woran das liegt. Ich kann es ja auch für mich nicht beantworten. Es ist kein spezielles Ziel, der erste zu sein, der zwei Rennen in Folge gewinnt. Von jetzt an kommt es noch mehr darauf an, konstant zu sein und das Auto auf der Piste zu halten. Der konstanteste Fahrer wird in diesem Jahr wohl Weltmeister.

    SZ: Sie sind als offener Typ in die Formel 1 gekommen. Haben die Ereignisse der letzten anderthalb Jahre Sie verändert?

    Hamilton: Ich werde immer ein offener Mensch sein, das ist für mich ein Schlüssel zum Erfolg. Aber ich habe zu unterscheiden gelernt, zwischen Menschen, den ich vertrauen und denen ich nicht vertrauen kann. Aber ich möchte mich grundsätzlich wegen bestimmter Begleitumstände meines Sports nicht ändern müssen.

    SZ: Welche Rolle spielt die Familie?

    Hamilton: Ich ein ziemlicher Familienmensch, das bekommen im Fernsehen ja alle auch mit. Was das Team angeht, ist es meine Beziehung anders als die aller anderen Fahrer zu ihrem Rennstall, denn sie reicht schon so lange zurück. McLaren unterstützt mich, seit ich zehn bin, Mercedes mit 13. Als ich begann, Formel-1-Autos zu fahren, war die Beziehung zu Mercedes sogar noch enger als die zu McLaren, wir fuhren im Rahmenprogramm der DTM und ich habe viel Zeit mit Norbert Haug verbracht. Daraus sind ganz enge menschliche Bindungen geworden. Mein Team ist für mich die zweite Familie, definitiv.

    SZ: Welcher Papa ist denn strenger: Ihr Vater Anthony oder Ihr Teamchef Ron Dennis?

    Hamilton: Ähmm. Mein Vater schreibt mir nicht vor, was ich zu tun oder zu lassen habe. Er verlässt sich darauf, dass ich weiß, was ich tue. Ron macht mir häufiger Vorschläge, er ist deshalb der etwas kritischere.

    SZ: Kaum ein buntes Blatt ohne Bild von Ihnen in diesen Tagen. Haben Sie überhaupt noch ein richtiges Privatleben?

    Hamilton: Sie werden lachen: Mehr als je zuvor, seit ich in die Formel 1 gekommen bin. Im letzten Jahr hatte ich immer weniger private Momente, aber das hat sich komplett geändert, seit ich an den Genfer See gezogen bin. Ich gewinne wieder mehr Zeit für mich, auch wenn es nicht mehr das Privatleben sein kann, das ich vor der Formel 1 gelebt habe.

    SZ: Kein Heimweh?

    Hamilton: Das bekomme ich nur auf den langen Reisen, nach Australien oder Asien. Meine Familie kommt häufig zu Besuch in die Schweiz, und ich habe ja immer noch einige Termine England.

    SZ: Wie viel größer ist der Druck, der in diesem Jahr auf Ihnen lastet?

    Hamilton: Das ist nicht vergleichbar. Es ist ein neues Jahr, das bringt mehr und ganz neue Herausforderungen mit sich. Das letzte Jahr war insofern ganz anders, weil mich keiner auf der Rechnung hatte. In dieser Saison muss ich einiges anderes angehen, mir mehr Gedanken machen. An dem Druck, den ich mir selbst mache, kann sich nichts ändern – ich orientiere mich immer am maximal möglichen.

    SZ: Wie sehen Sie Ihre drei Titelrivalen Massa, Räikkönen und Kubica?

    Hamilton: Robert Kubica macht einen fantastischen Job in diesem Jahr, aber eigentlich sind wir vom Talent her alle gleich. Es ist ziemlich hart, einen von ihnen oder gleich alle zu schlagen.

    SZ: Wie stellen Sie sich auf diese Kämpfe ein?

    Hamilton: Ich habe vom ersten Moment in der Formel 1 darauf geachtet, in welchen Situationen sich die anderen wie verhalten – ob einer besonders aggressiv fährt, oder sehr fair, oder vielleicht unsicher. Ich hab’ das alles abgespeichert, damit ich mich richtig darauf einstellen kann, wenn ich einen überrunde, überholen will oder mir mit ihm Positionskämpfe liefere.

    SZ: Was ist Ihre Taktik, wenn’s drauf ankommt: Sicher Punkte sammeln oder ein größeres Risiko für den Sieg eingehen?

    Hamilton: Diese Entscheidung immer wieder aufs Neue treffen zu müssen, ist genau das Schwierige in meiner Situation. Aber am Ende setzt sich meist der Racer in mir durch, und der befiehlt immer vollen Einsatz. Dafür werde ich schließlich auch bezahlt. Es gibt ein ganz gutes Rezept: Je besser ein Start gelingt, je weniger Risiko muss man später gehen.

    SZ: Ohne Rücksicht auf Verluste?

    Hamilton: Natürlich gibt es Situationen, in denen eine größere Sensibilität gefordert ist. Da muss dann das Denken einsetzen – und die Erfahrung durchkommen.

    SZ: Ist es noch zu früh für taktische Rennen?

    Hamilton: Wir müssen clever und smart sein. Das heißt: Rennen beenden – und Rennen gewinnen. Ich bin sicher, dass wir einen Weg finden.

    SZ: Dann bleibt für diese Saison noch ein Kästchen zum Abhaken übrig.

    Hamilton: Falsch. Es sind noch neun kleine Kästchen, und dann ein ganz großes – das für den Weltmeistertitel. Zehn Kästchen also.

    Vorschau: Grand Prix von Deutschland 2008

    Vorschau: Grand Prix von Deutschland 2008

    Hockenheimring, Deutschland

    Der Große Preis von Deutschland am nächsten Wochenende in Hockenheim ist der zehnte Lauf zur Formel-1-Weltmeisterschaft 2008 und das zweite Heimrennen für Vodafone McLaren Mercedes in Folge nach dem Grand Prix von Großbritannien am vergangenen Sonntag in Silverstone.
    Im Rahmen der Formel-1-WM wird der Grand Prix von Deutschland in diesem Jahr zum 55. Mal ausgetragen. 22 Rennen fanden auf der Nordschleife des Nürburgrings statt, einer - 1985 - auf dem Grand-Prix-Kurs des Nürburgrings, einmal - 1959 - wurde der deutsche Grand Prix auf der Berliner Avus gefahren, 30 Rennen wurden in Hockenheim gestartet.
    Die Rennstrecke in Hockenheim wurde 1932 als Dreieckskurs eröffnet, auf dem zuerst Motorradrennen ausgetragen wurden. Sechs Jahre später entstand durch einen Umbau zum Ovalkurs der „Kurpfalzring.“ Im gleichen Jahr fand hier das erste Autorennen statt. Das Motodrom mit der Stadionatmosphäre entstand 1966. 1970 gastierte die Formel 1 erstmals in Hockenheim. Die ursprünglich 6,9 Kilometer lange Strecke wurde 2002 vom Architekten Hermann Tilke umgebaut und verkürzt; der Kurs ist jetzt rund 4,5 Kilometer lang.
    McLaren siegte sechsmal, zuletzt 1998 mit Mika Häkkinen im McLaren Mercedes. Als Hersteller gewann Mercedes-Benz den Grand Prix von Deutschland erstmals 1954, mit Juan Manuel Fangio auf dem Nürburgring in einem W196.
    Seit letztem Jahr gibt es in Deutschland nur noch ein Formel-1-Rennen pro Jahr. Der ADAC veranstaltet in Jahren mit ungerader Jahreszahl auf dem Nürburgring, der AvD alternativ dazu in Hockenheim in Jahren mit gerader Jahreszahl. Da der AvD die Namensrechte für den Grand Prix von Deutschland besitzt, wurde das Rennen auf dem Nürburgring als Grand Prix von Europa ausgetragen.


    Lewis Hamilton

    Hat dein Sieg in Silverstone den Druck, der auf dir lastet, vermindert?

    „Druck gibt es immer, denn du willst immer gewinnen. In der Formel 1 wirst du stets an deinem letzten Rennen gemessen, und als ich am Dienstag hier in Hockenheim mit den Testfahrten begann, war Silverstone bereits Geschichte. Allerdings erleichtert dir ein Sieg das Leben, weil du dich nicht mit zurückliegenden Problemen beschäftigst, sondern dich auf das nächste Rennen konzentrieren kannst. Aber du darfst dich nie ausruhen und deshalb werden wir in Hockenheim nächste Woche wieder alles geben.“

    Beim Testen fuhrst du erstmals in Hockenheim mit einem Formel-1-Auto. Wie waren deine Eindrücke?

    „Ich habe hier 2005 in der Formel 3 Euro Serie gewonnen und im Jahr darauf wurde ich Zweiter und Dritter in den beiden Läufen der GP2. Der Test hier war trotzdem eine neue Erfahrung für mich. Ich kam mit der Strecke auf Anhieb gut zurecht; das liegt natürlich auch daran, dass unser Auto so gut läuft. Der Kurs bietet von allem etwas. Es macht Spaß, das Auto durch die Hochgeschwindigkeitskurven zu fahren, also die erste Kurve nach dem Start und Kurve zwölf, die Einfahrt ins Motodrom.“

    Der Grand Prix in Hockenheim ist das Heimrennen von Mercedes-Benz. Was bedeutet das für dich?

    „In diesem Jahr starte ich das erste Mal beim Deutschland Grand Prix und ich freue mich auf die Unterstützung und Begeisterung der deutschen Fans. Ich weiß von meinen Besuchen in Hockenheim, dass man von der Mercedes-Tribüne eine besonders gute Sicht auf einen großen Teil der Rennstrecke hat und dass die Besucher rund um die Showbühne dahinter bestens unterhalten werden. Ich werde dort während des Wochenendes natürlich auch sein und Fragen zum Training und Qualifying beantworten sowie Autogramme geben. Den Fans so nahe zu sein ist immer ein tolles Erlebnis und sehr motivierend für mich.“


    Heikki Kovalainen

    Vor der Saison sprachst du davon, dass du Eingewöhnungszeit brauchst. Wie ist das jetzt nach deiner beeindruckenden Pole Position in Silverstone?

    “Auf trockener Strecke in Silverstone lief es besser als je zuvor und es war unglaublich, wie ich mit dem Auto attackieren konnte. Doch das Rennen zeigte, dass ich mich immer noch verbessern muss. Das gilt für meinen Fahrstil wie auch die Zusammenarbeit mit dem Team. Ich weiß, dass ich den Speed habe, ich muss nur noch härter arbeiten, um das ganze Wochenende über konstant schnell zu sein.“

    Liegt Hockenheim dem technischen Paket von Vodafone McLaren Mercedes?

    „Die Stärken unseres Autos zeigen sich in Hochgeschwindigkeitskurven und beim Bremsen. Hockenheim ist eher eine technische Strecke mit durchschnittlichem Topspeed. Ich glaube deshalb nicht, dass wir hier einen Vorteil haben, doch das Auto lief beim Testen sehr gut. Wir fahren mit ähnlichem Abtrieb wie in Magny-Cours und dort zeigten wir unser Potenzial. Ich bin gespannt auf den Vergleich mit der Konkurrenz.”

    Das Team erprobte beim Testen eine neue Heckflosse auf der Motorabdeckung – wie hat sich die ausgewirkt?

    “Die neue Motorabdeckung soll die aerodynamische Leistungsfähigkeit des Autos besonders in Hochgeschwindigkeitskurven verbessern, und das hat sich bei den Testfahrten in Hockenheim bestätigt. Für eine endgültige Beurteilung ist es noch zu früh. Vielleicht ist Hockenheim nicht die richtige Rennstrecke, um den neuen Flügel auszuprobieren, aber für die Zukunft ist die Heckflosse sicher eine Verbesserung.”


    Martin Whitmarsh

    Neun Rennen liegen hinter uns, neun vor uns. Wie beurteilen Sie die Fortschritte des Teams zur Halbzeit der Weltmeisterschaft?

    “Wir führen mit Lewis in der Fahrer-WM und liegen bei den Konstrukteuren auf Platz drei. Durch unseren Speed in den letzten Rennen und die Siege sind wir optimistisch, doch wir wissen auch, dass wir künftig konstanter und besser punkten müssen. In Istanbul und Montreal ließen wir Siegchancen aus und wir erhielten ein paar Strafen, die wir uns zuschreiben müssen. Heikki verpasste ein paar Mal Punkte ohne eigene Schuld, entweder, weil wir das Auto nicht richtig vorbereiteten oder durch äußere Umstände. Die oberste Priorität vor der zweiten Saisonhälfte ist deshalb, diese Unzulänglichkeiten abzustellen, unseren Fahrern bei jedem Rennen siegfähige Autos hinzustellen und uns ganz auf den WM-Kampf zu konzentrieren. Beide Titel sind für uns drin. Heikkis Pole Position und Lewis„ Sieg in Silverstone haben uns gut getan. Die Atmosphäre am Montagmorgen in Woking war geradezu euphorisch. Wir wissen, dass wir im Kampf um die Weltmeisterschaft gute Chancen haben und wir wollen uns diese nicht entgehen lassen.”

    Wir schwierig war es in den letzten Rennen, die Leistungsfähigkeit des Teams genau einzuschätzen?

    “Ich weiß, den Fans wäre ein direkter Kampf zwischen uns und unseren Konkurrenten am liebsten. Doch das Wetter und andere Umstände ließen das bei den letzten vier Rennen in Monaco, Montreal, Magny-Cours und Silverstone nicht zu. Wir können unsere Leistungsfähigkeit deshalb nicht genau beurteilen. Wir wissen, dass wir unser Auto deutlich verbessert haben und eine sehr gute Basis für die weitere Saison haben. Wir sind zuversichtlich für Hockenheim, doch die Formel 1 ist auch deshalb so attraktiv, weil niemand weiß wie es ausgehen wird.“

    In welchen Bereichen sind Sie mit der Entwicklung in dieser Saison besonders zufrieden?

    “Wir gewannen zwar den Saisonauftakt in Melbourne, doch wir wussten, dass wir uns das ganze Jahr über kontinuierlich steigern müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Ferrari hat ein starkes technisches Paket und BMW Sauber bleibt eine Bedrohung für beide Teams. Vor den Grand Prix in Frankreich und Großbritannien steigerten wir uns vor allem bei der Aerodynamik und bei der Balance. Seit Silverstone nutzen wir zudem einen neuen Schmierstoff unseres Partners Mobil 1, der einen kleinen, aber spürbaren Leistungszuwachs brachte. In Hockenheim werden wir mit weiteren aerodynamischen Verbesserungen antreten, von denen einige deutlich erkennbar sind. Mit den Fortschritten, die wir bisher gemacht haben, sind wir zufrieden, und auch wenn wir bereits an unserem Paket für 2009 arbeiten, werden wir auch am diesjährigen Auto weiter entwickeln.“


    Norbert Haug

    In Hockenheim beginnt die zweite Hälfte dieser Saison. Was erwartet uns?

    „In den ersten neun Rennen gab es vier verschiedene Sieger von drei verschiedenen Teams; zwei Fahrer, Lewis Hamilton, der als Tabellenführer nach Hockenheim kommt, und Felipe Massa gewannen jeweils drei Rennen. Massa und Räikkönen liegen nach Punkten gleichauf mit Lewis, und Robert Kubica ist als Vierter zwei Punkte dahinter. Nach Heikkis erster Formel-1-Pole-Position und Lewis' überragendem Sieg in Silverstone kommt unser Team zum Heim-Grand-Prix nach Hockenheim, um dort den Trend fortzusetzen. Lewis„ Erfolg mit über 68 Sekunden Vorsprung war der deutlichste Sieg in der Formel 1 seit 13 Jahren, als Damon Hill den Grand Prix von Australien 1995 in Adelaide mit zwei Runden Vorsprung gewann.“

    McLaren Mercedes gewann vor zehn Jahren zum letzten Mal in Hockenheim. Woher nehmen Sie Ihren Optimismus?

    „Zwei Pole Positions, aber nur zwei Podiumsplätze und eine schnellste Runde in den letzten beiden Rennen in Hockenheim sind natürlich nicht das, was wir und auch unsere Fans bei unserem Heim-Grand-Prix von uns erwarten. Wir haben bei den Testfahrten vor Magny-Cours, vor Silverstone und in dieser Woche in Hockenheim den MP4-23 mechanisch und aerodynamisch immer weiter verbessert und die Fahrer sind mit der Balance des Autos zufrieden. Auch Hockenheim stellt hohe Anforderungen an Fahrer und Autos. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag im Qualifying 2006 bei 222 km/h, 69 Prozent einer Runde werden unter Volllast gefahren; beide Werte liegen über dem Durchschnitt aller Formel-1-Rennstrecken. Hockenheim ist also eine so genannte ‚Motorenstrecke' und das liegt uns. Fünfmal pro Runde erreichen die Fahrer in Hockenheim Geschwindigkeiten von 280 km/h oder mehr, das längste Volllaststück – vor der Spitzkehre – ist 1.100 Meter lang, das entspricht 15 Sekunden Vollgas. Lewis hat in dieser Saison bisher im Konkurrenzvergleich die meisten Runden geführt, nämlich 179 von 571, das sind 31 Prozent, knapp ein Drittel also aller gefahrenen Runden und Kilometer. Wäre schön, wenn er in Hockenheim mindestens eine Führungsrunde anhängen würde – die letzte des Rennens.“

    Was bedeutet der Heim-Grand-Prix in Hockenheim für das Team?

    „Wie schon in Silverstone sitzen in Hockenheim viele Zuschauer auf den Tribünen, die auch oder gerade unseretwegen zum Rennen kommen. Darunter sind sehr viele Mitarbeiter von Mercedes-Benz, die sich Karten gekauft haben, um Lewis und Heikki zu sehen. An der Mercedes-Tribüne haben wir wieder ein besonderes Zuschauerprogramm vorbereitet mit kostenlosem Mehrwert für alle Besucher. Neu in diesem Jahr ist das Kangaroo-TV, das es bei uns zum Sonderpreis gibt und mit dem man keine Information rund um Training, Qualifying und Rennen versäumt. Weitere Höhepunkte des Programms sind die Besuche der Formel-1-Fahrer Lewis Hamilton, Heikki Kovalainen sowie der Testfahrer Pedro de la Rosa und Gary Paffett wie auch aller Mercedes-Benz DTM-Fahrer von Bernd Schneider bis Ralf Schumacher. Dabei ist auch Formel-1-Doppelweltmeister Mika Häkkinen. Dazu gibt es Mitfahrgelegenheiten im Fahrsicherheitszentrum neben der Tribüne. Wir vergessen nicht, dass das Wichtigste auf der Strecke stattfindet, aber wir tun alles, um das Rennen auch neben dem Sport für alle zu einem grandiosen Erlebnis zu machen.“

    Qualifying: Hamilton auf Pole

    Qualifying: Hamilton auf Pole

    Lewis Hamilton setzt seine gute Form von Silverstone fort. Der McLaren-Pilot startet in Hockenheim von der Pole Position.
    Am Freitag war er der überlegene Dominator, am Samstag musste er wie von ihm vorausgesagt hart kämpfen, trotzdem steht Lewis Hamilton am Sonntag auf der Pole Position zum Großen Preis von Deutschland in Hockenheim. Mit einer Zeit von 1:15.666 Minuten setzte er sich im Qualifying gegen Felipe Massa durch. Der Brasilianer blieb als einziger Fahrer neben Hamilton im Q3 unter der 1:16er Marke.

    "Ich war mit meiner letzten Runde sehr zufrieden, alles lief glatt", freute sich Hamilton. "Ich wusste, ich hatte die Pace." Aber wie er am Freitag prophezeit hatte, lagen alle sehr eng zusammen, und zwar nicht nur McLaren und Ferrari, auch andere Teams mischten vorne mit. "Vettel war unglaublich schnell, auch Fernando im Renault", lobte Hamilton. "Alles geht sehr eng zu; zwischen uns und Ferrari ist es noch mal enger. Aber wir haben die Pace und wollen morgen gewinnen."

    Für Felipe Massa war es genauso hart und eng, "aber wir wissen nicht, wer wie viel Sprit dabei hatte", betonte der Brasilianer. "Wir werden einen irrsinnigen Fight sehen." Das mache den Grand Prix besonders spannend. Ein Comeback sieht er nach seinem verkorksten Rennen in Silverstone nicht. "Das wird zu sehr hoch gekocht. Ich war immer ein guter Regenfahrer, nur in Silverstone hatte ein rabenschwarzes Wochenende. Hier sehen wir eine Rückkehr zur Normalität."

    Platz 3 ging an Heikki Kovalainen vor den beiden Überraschungen des Qualifyings: Jarno Trulli auf Position 4 und Fernando Alonso auf Position 5. Erst auf Platz 6 folgt mit Kimi Räikkönen der zweite Ferrari-Pilot. "Wir haben seit Wochen eine gute Performance", sagte Kovalainen. "Das Auto fühlte sich heute besser an und ich war zuversichtlich, um die Pole zu kämpfen." Doch schon auf seiner ersten Runde im Q3 ritt er ins Kiesbett aus. Beim zweiten Run kam er erneut ein bisschen neben die Strecke. "Also kann ich mit Platz 3 zufrieden sein."

    Als einziger BMW Sauber-Fahrer kam Robert Kubica in den dritten Qualifyingabschnitt. Der Pole belegte Platz 7, sein Teamkollege Nick Heidfeld schied als 12. schon im Q2 aus, er habe einen Fehler in der Spitzkehre begangen, ansonsten hätte er es ins Q3 geschafft. Mit ihm verabschiedeten sich auch seine Landsleute Timo Glock (11.) und Nico Rosberg (13.). Nur Sebastian Vettel schaffte den Sprung unter die besten Zehn. Der Toro Rosso-Pilot wurde hinter seinem nächstjährigen Red Bull-Teamkollegen Mark Webber und vor seinem Red Bull-Vorgänger David Coulthard Neunter.

    Aufregung gab es zum Ende des ersten Qualifyings. Zunächst lief Robert Kubica auf Giancarlo Fisichella auf und beschwerte sich darüber, dass er aufgehalten wurde. Während der Pole trotzdem ins Q2 kam, schied Nelsinho Piquet als 17. aus. Der Brasilianer beschwerte sich noch auf dem Rückweg zur Box bitter im Boxenfunk, dass ihn Sebastian Vettel aufgehalten habe und das Team gegen ihn protestieren müsse.

    Deutschland GP: Hamilton dominiert

    Deutschland GP: Hamilton dominiert

    Lewis Hamilton gewinnt sein zweites Rennen innerhalb von zwei Wochen. Die Überraschung ist Nelsinho Piquet auf Platz 2.
    Die Vorzeichen standen auf einen geruhsamen Nachmittag für Lewis Hamilton. Der Brite führte nach dem ersten Boxenstopp überlegen den Großen Preis von Deutschland an und fuhr deutlich die schnellsten Zeiten. Dann ein Unfall von Timo Glock, eine Safety Car-Phase und eine Entscheidung von McLaren, den Briten nicht reinzuholen. Stattdessen stoppte Hamilton erst in Runde 50 zum zweiten Mal und fiel so noch hinter seinen Teamkollegen Heikki Kovalainen zurück.

    Nachdem der Finne seinen Teamkollegen vorbeigelassen hatte, machte sich Hamilton auf die Jagd nach Massa, den er in Runde 56 in der Spitzekehre innen überholte, als der Brasilianer kurz nach rechts zog und Hamilton so die Tür öffnete. Den Konter des Brasilianers wehrte Hamilton vor der Mercedes-Tribüne rigoros ab und drückte Massa leicht neben die Bahn.

    In Führung war Hamilton damit immer noch nicht. Vorne lag Nelsinho Piquet im Renault, der auf einer Einstoppstrategie unterwegs war und seinen Stopp in der Safety Car-Phase absitzen konnte. Gegen den anstürmenden McLaren-Fahrer hatte der Neuling jedoch keine Chance. Platz 2 konnte Piquet aber vor Felipe Massa und Nick Heidfeld ins Ziel retten.

    "Wir haben Lewis das Leben etwas schwieriger gemacht als nötig", gestand Ron Dennis, der damit gerechnet hatte, dass das Safety Car länger draußen bleiben würde. "Aber wir hatten zum Glück trotzdem die Pace, die anderen zu überholen. Lewis ist sensationell gefahren."

    Ruhiger Start

    Der Start verlief gesittet. Keine Kollisionen, keine Massenkarambolagen. An der Spitze fuhr Lewis Hamilton ungefährdet durch die ersten Kurven, dahinter musste sich Felipe Massa kurzzeitig gegen Heikki Kovalainen zur Wehr setzen, behielt aber die Oberhand. Spannender ging es im engen Mittelfeld zu. Dort war David Coulthard der Verlierer der Starts, er verlor 5 Positionen von 10 auf 15.

    Besser machte es Robert Kubica der aus der ersten Runde als Vierter zurückkam, er war von Platz 7 gestartet. Kubica profitierte von einem Duell zwischen Jarno Trulli und Fernando Alonso. Der Spanier griff den Italiener an, kam dabei in der Spitzekehre neben die Bahn und während sich die beiden duellierten, flutschte Kubica rechts vorbei.

    Heftiger Crash

    Bis Runde 35 sortierte sich das Feld für einen normalen Trocken-GP. Dann ging alles ganz schnell: Timo Glcok brach in der Zielkurve hinten rechts die Aufhängung, der Toyota drehte sich, schlitterte über die Zielgerade und schlug hart in die Boxenmauer ein. Das Safety Car wurde auf die Strecke geschickt, Glock konnte nach einigen Minuten aus dem Auto aussteigen und auf wackeligen Beinen weggeführt werden. Die ersten Meldungen besagten, dass Glock starke Rückenschmerzen habe, ansonsten aber keine sichtbaren Verletzungen besitze. Zur Sicherheit wurde er zu weiteren Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht.

    Nach der Öffnung der Boxengasse ging das Chaos los: fast alle Fahrer kamen zu einem Boxenstopp herein, der Führende Lewis Hamilton blieb auf der Strecke, ebenso Heidfeld und Piquet. Die Verfolger gingen an die Box, angeführt von Felipe Massa. Das sollte Massa nach Hamiltons Stopp die zweite Position bescheren, hinter dem Einstopper Nelsinho Piquet, der in der SC-Phase an der Box war und so Platz 1.

    Hamilton fiel sogar hinter seinen Teamkollegen Kovalainen zurück, der ihn allerdings in der Spitzekehre offensichtlich vorbei ließ. Derweil gerieten zwei alte Hasen aneinander: David Coulthard und Rubens Barrichello demolierten sich gegenseitig die Autos. Fast zur Kollision kam es bei der Ausfahrt des großen Boxenstoppfestival: Vettel zog direkt vor Alonso heraus und drückte den Spanier in der Ausfahrt sogar leicht über die weiße Linie.

    Durchgemischtes Feld

    Durch die chaotische Safety Car-Phase kam viel Bewegung in die Punkteränge. Hinter dem Podiumtrio Hamilton, Piquet und Massa schnappte sich Nick Heidfeld den vierten Rang - von Starplatz 12. Der Deutsche führte das Rennen nach der Safety Car-Phase sogar einige Runden an, musste dann jedoch zu seinem zweiten Stopp an die Box kommen.

    Nichtsdestotrotz konnte er sich durch diese Strategie an Kovalainen, Räikkönen und Teamkollege Robert Kubica vorbeischieben. Diese Drei belegten die Plätze 5 bis 7. Den letzten Punkt erkämpfte sich Sebastian Vettel mit einem Überholmanöver in den letzten Runden gegen Jarno Trulli, der als Neunter knapp leer ausging. Vor dem Safety Car-Durcheinander lag der Italiener noch klar in den Punkten. Platz 10 ging an Nico Rosberg vor Fernando Alonso.

    Zweiter Heimsieg für Lewis Hamilton

    Zweiter Heimsieg für Lewis Hamilton und Vodafone McLaren Mercedes in Folge

    - Heikki Kovalainen Fünfter
    - Lewis Hamilton alleiniger Spitzenreiter der Fahrer-WM
    - Vodafone McLaren Mercedes auf Platz drei in der Konstrukteurs-WM

    Zweites Heimrennen in Folge innerhalb von zwei Wochen, zweiter Sieg für Lewis Hamilton und Vodafone McLaren Mercedes in Folge: Lewis gewann den Grand Prix von Deutschland in Hockenheim und holte hier den ersten Sieg des Teams zehn Jahre nach dem Erfolg von Mika Häkkinen 1998. Nach 67 Runden (308,863 km) siegte Lewis 5,5 Sekunden vor Nelson Piquet (Renault) und Felipe Massa (Ferrari). Heikki Kovalainen wurde Fünfter. Es ist der vierte Sieg für Vodafone McLaren Mercedes im zehnten Rennen der Saison, der achte für Lewis in seinem bisher 27. Formel-1-Rennen und der 56. der Partnerschaft McLaren Mercedes.

    Zu Beginn der zweiten Hälfte der Meisterschaft, nach zehn von 18 Rennen, liegt Lewis in der Gesamtwertung wieder alleine in Führung; er hat jetzt 58 Punkte vor Massa (54 Punkte) und Kimi Räikkönen (Ferrari/51). Heikki ist Sechster mit 28 Zählern. In der Konstrukteurs-WM liegt Vodafone McLaren Mercedes auf Platz drei mit 86 Punkten; es führt Ferrari mit 105 Zählern.

    Lewis ging zum neunten Mal in seiner Formel-1-Karriere von der Pole Position ins Rennen; Heikki startete von Rang drei. Lewis setzte sich sofort etwas ab und kam mit 1,8 Sekunden vor Felipe Massa und Heikki Kovalainen aus der ersten Runde zurück.

    Das Rennen:
    Runde 10: Lewis hatte seinen Vorsprung auf sieben Sekunden ausgebaut; Massa war Zweiter vor Heikki.
    Runde 18: Lewis kam zu seinem ersten Boxenstopp herein und nahm das Rennen nach 9,0 Sekunden Standzeit als Fünfter wieder auf. Einen Umlauf später war er Dritter und verbesserte sich nach Massas Boxenstopp in Runde 20 auf Rang zwei.
    Runde 21: Heikki fuhr als Führender zu seinem ersten Stopp herein (9,2 Sekunden); Lewis übernahm wieder die Spitze.
    Runde 29: Am Ende der ersten Boxenstopprunde führte Lewis 10,4 Sekunden vor Massa, Heikki war Dritter.
    Runde 37: Nach einem Unfall von Timo Glock (Toyota) auf der Start-Ziel-Geraden fährt das Safety Car auf die Strecke.
    Runde 38: Heikki nutzte die Safety-Car-Phase zu seinem zweiten Boxenstopp (8,3 Sekunden); Lewis blieb als Führender auf der Strecke.
    Runde 42: Das Rennen wurde wieder frei gegeben; Lewis führte vor Nick Heidfeld (BMW Sauber); Heikki war Sechster.
    Runde 43: Heikki überholte Robert Kubica (BMW Sauber) vor der Mercedes-Tribüne und war Fünfter.
    Runde 50: Lewis legte seinen zweiten Boxenstopp ein (6,6 Sekunden) und nahm das Rennen als Fünfter hinter Heikki wieder auf.
    Runde 52: Lewis überholte seinen Teamkollegen und war Vierter, 3,9 Sekunden hinter Massa.
    Runde 57: Lewis bremste Massa in der Spitzkehre aus und übernahm Platz zwei hinter Nelson Piquet (Renault). Heikki war Fünfter
    Runde 60: An der Spitzkehre überholte Lewis den Renault von Piquet und lag wieder in Führung.
    Ziel (Runde 67): Lewis fuhr zu seinem achten Grand-Prix-Sieg ins Ziel; Heikki wurde Fünfter.


    Lewis Hamilton
    „Das war heute mein Tag: Als mir das Team über Funk sagte, ich müsste in nur sieben Runden 23 Sekunden Vorsprung heraus fahren, wusste ich, dass ich über dem Limit fahren müsste, und genau das tat ich. Ich wusste, wir hatten an diesem Wochenende das beste Auto und es fiel mir nicht schwer, so zu attackieren. Nach meinem zweiten Boxenstopp musste ich für den Sieg arbeiten. Als das Safety Car kam, fragte ich, ob ich an die Box kommen sollte, doch ich vertraute der Entscheidung des Teams. Es funktionierte zunächst nicht ganz, doch ich baute auf mein Auto. Ich danke Heikki, der erkannte, dass ich schneller war. Dann bremste ich Felipe Massa aus und dachte, das wars jetzt, doch dann musste ich mit Nelson Piquet noch einmal das Gleiche machen. Das waren Überholmanöver wie aus dem Lehrbuch. Alle im Team haben hart für diesen Sieg gearbeitet. Wir wir wissen jetzt, dass sich unsere Arbeit auszahlt. Heute lief es einfach optimal.“

    Heikki Kovalainen
    „Mein Rennen war nicht einfach. Ich startete gut und kam fast an Felipe Massa vorbei. Doch mein Speed war nicht gut genug, denn ich konnte nicht das Optimum aus meinen Reifen herausholen. Auch die Safety-Car-Phase half mir nicht, erst verlor ich ein paar Plätze an den Boxen und dann Zeit hinter Robert Kubica. Nachdem ich ihn überholt hatte, verlief das weitere Rennen für mich ereignislos. Ich hatte mir heute mehr erhofft als den fünften Platz. Ich freue mich jetzt auf Ungarn – dort will ich aufs Podium.“

    Ron Dennis
    „Dieser Sieg war der Höhepunkt eines weiteren erfolgreichen Wochenendes für das Vodafone McLaren Mercedes Team. Ich betone das Wort Team, denn unser Sieg war das Ergebnis einer Teamleistung. Als das Safety Car auf die Strecke fuhr, mussten wir die schwierige Entscheidung treffen, ob wir Lewis weiter fahren lassen oder an die Box holen sollten. Da er noch eine Menge Benzin an Bord hatte, wollten wir ihn bis zur 50. Runde draußen lassen. Allerdings gingen wir davon aus, dass die Strecke nach dem Unfall schneller gereinigt und das Rennen früher wieder frei gegeben würde. So fiel Lewis nach seinem Boxenstopp in Runde 50 auf Platz fünf zurück. Er reagierte allerdings meisterhaft und holte den verdienten Sieg. Heikki hatte anfangs Übersteuern, was wir bei seinem ersten Boxenstopp beheben wollten, doch er hatte danach immer noch leichte Probleme. Deshalb war er heute nicht so schnell wie Lewis. Ganz Profi und echter Sportsmann machte er in dieser Situation Lewis beim Überholen nicht das Leben schwer. Heikkis Zeit wird kommen. Er fuhr unter schwierigen Bedingungen ein sehr gutes Rennen und zeigte gegen Robert Kubica ein tolles Überholmanöver. Es macht Spaß, zwei so starke Fahrer im Team zu haben, die auch noch gut zusammen arbeiten.“

    Norbert Haug
    „Ein sensationeller Sieg von Lewis mit großartigen Überholmanövern - er fuhr bei unserem Heim-Grand-Prix in einer eigenen Liga. Sein Speed war besser als ich es mir je erträumt hätte. Nachdem wir ihn während der Safety-Car-Phase – wohl fälschlicherweise - weiterfahren ließen sahen wir zwei der spektakulärsten Überholmanöver der Meisterschaft. Ich bin überglücklich über diesen überzeugenden Sieg - danke dafür, Lewis. Danke auch an alle im Team für einen tollen Job, nicht nur an den Boxen, sondern auch im Marketing, in der Pressearbeit und der Organisation. Danke auch an unsere Freunde und Gäste, die an der Mercedes-Tribüne einen fantastischen Tag erlebten und bei bester Stimmung eine Menge Action sahen."

    Rennergebnisse am 20.07.2008

    Rennergebnisse am 20.07.2008

    18.-20.Juli:Deutschland-GP in Hockenheim

    ERGEBNISSE
    POSITION FAHRER TEAM ZEIT
    1 Lewis Hamilton McLaren-Mercedes 1:31.20,874
    2 Nelson Piquet jr. Renault F1 + 00.05,586
    3 Felipe Massa Ferrari + 00.09,339
    4 Nick Heidfeld BMW Sauber F1 + 00.09,825
    5 Heikki Kovalainen McLaren-Mercedes + 00.12,411
    6 Kimi Räikkönen Ferrari + 00.14,483
    7 Robert Kubica BMW Sauber F1 + 00.22,603
    8 Sebastian Vettel Scuderia Toro Rosso + 00.33,282
    9 Jarno Trulli Toyota + 00.37,199
    10 Nico Rosberg Williams F1 + 00.37,658
    11 Fernando Alonso Renault F1 + 00.38,625
    12 Sebastien Bourdais Scuderia Toro Rosso + 00.39,111
    13 David Coulthard Red Bull Racing + 00.54,971
    14 Kazuki Nakajima Williams F1 + 01.00,003
    15 Adrian Sutil Force India F1 + 01.09,488
    16 Giancarlo Fisichella Force India F1 + 01.24,093
    17 Jenson Button Honda Racing F1 + 1

    SCHNELLSTE RUNDE
    Nick Heidfeld/BMW Zeit: 01.15,987 in Runde 52

    AUSFÄLLE
    RUNDE FAHRER TEAM AUSFALLGRUND
    36 Timo Glock Toyota Unfall nach Aufhängungsbruch
    41 Mark Webber Red Bull Racing Motorschaden
    51 Rubens Barrichello Honda Racing F1 Kollision mit Coulthard
    Bilder
    • Rennergebnisse_20.07.2008.jpg

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    So wird das Wetter in Ungarn: Hitze und Trockenheit

    So wird das Wetter in Ungarn: Hitze und Trockenheit

    Am Hungaroring ist nicht mit Regen zu rechnen. Trockenheit und Hitze sollen das Wochenende bestimmen.
    Feuchte Pisten haben in der laufenden Formel 1 Saison schon für den ein oder anderen spannenden Moment gesorgt. Der Grand Prix von Monaco bleibt ein Highlight im Formel 1 Jahr 2008. Regen ist oftmals ein Garant für spannende Rennen und so hoffen die Fans, und auch ein Teil der Piloten, darauf, dass der Himmel seine Pforten öffnet.

    In Ungarn wird das am kommenden Wochenende kaum der Fall sein. Es wird ein sehr heißes, und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch trockenes, Rennwochenende vorhergesagt. Lediglich am Donnerstag wird der Hungaroring unter Umständen mit kühlem Nass 'beglückt', da mit Gewitter zu rechnen ist.

    Großartig auswirken wird sich das auf den Formel 1 Tross jedoch kaum. Schon am Freitag wird es wieder sonnig und trocken werden und wenn die mit fünf bis zehn Prozent bezifferte Regenchance nicht eintrifft, so wird am Hungaroring auch ein trockenes Qualifying und Rennen stattfinden.

    11. Ungarn GP / Hungaroring

    11. Ungarn GP / Hungaroring

    Ungarn: Das Monaco des Ostens
    Der erste Eindruck täuscht: Aufgrund seines Layouts wird der Hungaroring oft und gerne mit dem eher despektierlichen Attribut "Mickey Maus"-Kurs versehen. Zwar verfügt der rund 20 Kilometer vor den Toren von Budapest gelegene Schauplatz des Ungarn-Grand Prix über eine äußerst winklige Streckenführung, wodurch sich auf dem 4,381 Kilometer langen Asphaltband kaum Überholmöglichkeiten bieten. Gleichzeitig fallen die auf ihm erzielten Durchschnittsgeschwindigkeiten mit rund 180 km/h vergleichsweise gering aus.

    Während Juan Pablo Montoya die Strecke an eine Kartbahn erinnert, ziehen andere einen Vergleich zu einem Amphitheater. Die Begründung dafür ist einfach. Schließlich ist die Strecke derart in die Landschaft eingebettet, dass die Zuschauer praktisch von allen Plätzen die Hälfte des durch ein kleines Tal führenden Parcours einsehen können. Wiederum andere vergleichen den Kurs mit dem legendären Fürstentum von Monaco. Schließlich geht es auch dort eng und winklig zu. Allerdings fehlen auf dem Hungaroring die berüchtigten Leitplanken.

    Aber der Hungaroring hat nicht nur eine hohe Rundenanzahl sowie eine kurze Streckenlänge mit dem Traditionsrennkurs aus dem Fürstentum gemeinsam. Er teilt leider auch die wenigen Überholmöglichkeiten mit dem Jahreshighlight im Leitplankendschungel. So wird der Kurs unweit der ungarischen Hauptstadt nicht nur als "Monaco ohne Häuser und Leitplanken" bezeichnet, sondern verlangt er den Fahrern und Teams - ebenso wie das berühmte "Vorbild" - vor allem im Qualifying und beim Kampf um die Startposition einiges ab. Denn ohne einen guten Startplatz hat man keine Chance auf ein gutes Ergebnis.

    Insgesamt zählt der Ungarn-GP mit seiner Durchschnittsgeschwindigkeit von 180 km/h aber eher zu den langsamen Rennen. Dafür haben es die Kurven jedoch in sich. Der Schwierigkeitsgrad kann durchaus mit jenem von Monte Carlo verglichen werden. Demzufolge kommt auch weniger Wichtigkeit der reinen Motorleistung, den Bremsen oder der Aerodynamik zu, sondern stehen vor allem die Balance und der Grip im Vordergrund. Die Strecke selbst verlangt aufgrund der vielen und engen Kurven zusätzlich nach viel aerodynamischem Anpressdruck, um auch in den langsamen Kurven eine optimale Haftung erzielen zu können.
    Bilder
    • f1_hu_2008.gif

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