Indien fordert Diamant "Koh-i-Noor" von Briten zurück

      Indien fordert Diamant "Koh-i-Noor" von Briten zurück

      Indien fordert Diamant "Koh-i-Noor" von Briten zurück



      Wem gehören die Schätze, die Kolonialherren aus aller Welt zusammenrafften? Viele Museen in Europa wären leer, würde alles zurückgegeben. Derzeit streiten Indien, Pakistan und Großbritannien um einen besonderen Diamanten.

      Neu Delhi (dpa) - Die indische Regierung will den unschätzbar wertvollen Diamanten "Koh-i-Noor" aus den britischen Kronjuwelen zurück auf den Subkontinent holen. Der legendäre Stein war während der Kolonialzeit in britische Hände übergegangen.

      Nun ist der 109 Karat große Diamat das zentrale Stück in der Krone von Queen Elizabeth, der späteren Queen Mum, die 2002 starb. Die indische Regierung werde versuchen, den Stein auf "gütlichem Weg" nach Indien zu überführen, erklärte das Kultusministerium in Neu Delhi am späten Dienstagabend.

      Vorherige Regierungen hatten erklärt, der "Koh-i-Noor", dessen Name "Ein Berg voller Licht" bedeutet, sei ein Geschenk gewesen. Deswegen gebe es keine Grundlage, auf der eine Forderung gestellt werden könne.

      Die derzeitige hindu-nationalistische Regierung von Premierminister Narendra Modi aber versucht, Kunstgegenstände aus aller Welt zurückzuholen. Kanzlerin Angela Merkel brachte bei ihrem Indienbesuch im vergangenen Jahr eine Durga-Statue aus Stuttgart mit, die ein Hehler aus dem Land geschafft hatte.

      Derzeit laufen sowohl in Indien als auch in Pakistan Gerichtsverfahren zur Rückführung des "Koh-i-Noor", die von Privatleuten und Nichtregierungsorganisationen initiiert wurden. Gefunden wurde der Stein wahrscheinlich vor vielen Hundert Jahren im südindischen Andhra Pradesh. An die Briten übergeben wurde der Stein 1849 vom Sohn des Maharadscha Ranjit Singh, dem erst 14 Jahre alten Daleep Singh. Dessen Herrschaftssitz war in Lahore - das heute in Pakistan liegt.

      Bei einer Anhörung vor Indiens höchstem Gericht hatte der Generalstaatsanwalt am Montag die Haltung der Regierung in Neu Delhi erklärt. Indische Medien berichteten daraufhin übereinstimmend, die einstige Kolonie erhebe heute keine Ansprüche auf den Diamanten. Dieser Darstellung widersprach das indische Kultusministerium nun vehement.

      Der Generalstaatsanwalt habe nur alte Positionen wiedergegeben, heißt es in dem Statement. Demnach wurde zum Beispiel Indiens erster Premierminister Jawaharlal Nehru zitiert. "Es scheint erstrebenswert, dass ausländische Museen indische Kunstgegenstände haben", soll Nehru gesagt haben. Was genau die Regierung nun unternehmen wolle, um den "Koh-i-Noor" zurückzubekommen, werde dem Gericht in spätestens sechs Wochen mitgeteilt.

      Großbritanniens Regierungen haben eine Rückgabe des Diamanten immer wieder abgelehnt. Zuletzt sagte Premierminister David Cameron bei einer Indienreise im Jahr 2010 zu lokalen Medien, dies schaffe einen Präzedenzfall. "Wenn man einmal "Ja" sagt, dann wäre das Britische Museum auf einmal leer."
      Indische Regierung will berühmten Koh-i-Noor-Diamanten zurück

      Die indische Regierung will nach eigenen Angaben "alle möglichen Anstrengungen" unternehmen, um den legendären Koh-i-Noor-Diamanten von Großbritannien zurückzubekommen.

      Die indische Regierung will nach eigenen Angaben "alle möglichen Anstrengungen" unternehmen, um den legendären Koh-i-Noor-Diamanten von Großbritannien zurückzubekommen. Die Regierung habe die Hoffnung, die Angelegenheit mit London "freundschaftlich" zu regeln, um das wertvolle Stück zurückzuerhalten, hieß es in einer am Dienstagabend verbreiteten Erklärung.
      Die Regierung widersprach damit einer Erklärung des indischen Generalstaatsanwaltes Ranjit Kumar. Dieser hatte am Montag festgestellt, die britischen Kolonialherren hätten die Preziose nicht gestohlen, sondern im 19. Jahrhundert als Teil eines Friedensvertrages vom damaligen Sikh-König Ranjit Singh bekommen.
      Queen Victoria hatte den Diamanten 1850 nach einem Krieg zwischen Briten und Sikhs erhalten, in dem die Briten das damalige Sikh-Reich im Punjab erobert hatten. König Singh wiederum hatte den Stein von einem afghanischen König bekommen, der in Indien Schutz gesucht hatte. Zuvor befand sich der Koh-i-Noor - "Berg des Lichtes" - im Besitz des persischen Königshauses.
      Mindestens vier Länder erheben Anspruch auf den 108 Karat schweren Stein. Inzwischen ist er in die Krone eingearbeitet, die die britische Queen Mum bis zu ihrem Tod 2002 trug, und ist im Londoner Tower ausgestellt.

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      21. April 2016, 18:46 Uhr
      Großbritannien Stein des Anstoßes
      Der kuriose Streit um einen Diamanten, der der britischen Queen Victoria geschenkt worden sein soll. Oder nicht?

      Der Koh-i-Noor funkelt inmitten der Kronjuwelen im Tower von London, er ist einer der größten Diamanten der Welt, 105,6 Karat. Das ist aber beinahe schon alles, was sich an harten Fakten zusammentragen lässt - ansonsten umhüllt diesen Stein ein dichtes Gespinst aus Gerüchten und Legenden. Und ein Streit, der kein Ende nehmen will.

      Wurde er der britischen Queen Victoria tatsächlich geschenkt, wie oft behauptet wird? Oder haben ihn die Briten doch gestohlen? Diese Fragen beschäftigt derzeit das oberste indische Gericht in Delhi. Es prüft eine Petition auf Rückgabe des Diamanten, ein Thema, das in Indien den nationalen Stolz berührt und emotional stark aufgeladen ist. Wer hoffte, dass sich nun vieles aufklären wird, wurde enttäuscht. Mehr noch: Die Verwirrung erscheint größer denn je.

      Angefangen hatte es am Montag, als der indische Generalstaatsanwalt Ranjit Kumar zu Protokoll gab, dass die Familie des früheren Maharadschas von Punjab, Ranjit Singh, den Briten den Diamanten Mitte des 19. Jahrhunderts aus freiem Willen übergeben hätte. Kumar bezeichnete den Stein als eine "freiwillige Kompensation" für britische Hilfe. Der Stein sei von der Kolonialmacht "weder unter Zwang entwendet noch gestohlen worden", versicherte Kumar. Indische Medien berichteten unter Berufung auf Kumar weiter, dass Delhi den Stein nun auch nicht zurückfordern wolle. Das klang nach einer überraschenden Wende. Doch kurz darauf hieß es in einer Erklärung des Kulturministeriums: Indien wolle den Stein sehr wohl zurück und versuche, ihn "auf freundschaftliche Weise" zurückzugewinnen.

      Damit nicht genug: Auch in Pakistan, Afghanistan und Iran wurden schon Forderungen nach dem Koh-i-Noor laut. Sein Name heißt auf Persisch so viel wie "Berg des Lichts", er ging im Laufe der Jahrhunderte durch viele Hände, Afghanen, Perser und Inder haben ihn besessen. Im Mittelalter soll er in Indien entdeckt worden sein, danach versuchten viele, den hühnereigroßen Schatz zu ergattern, der einst 186 Karat groß war.

      Zuletzt trug ihn Queen Mum. Und bis heute hält sich der Glaube, dass den Koh-i-Noor nur ein Gott oder eine Frau tragen sollte. Einem Mann bringt er nach der Legende Unglück, was die Männer an der Regierungsspitze Großbritanniens freilich nicht davon abhält, den Stein behalten zu wollen; immer wieder haben britische Premiers dies in den vergangenen Jahren deutlich gemacht. Zuletzt sagte David Cameron 2010 im indischen Fernsehen zu solchen Forderungen: "Wenn Sie zu einem Ja sagen, stellen Sie plötzlich fest, dass das britische Museum leer ist.
      UNTERM STRICH: Heißbegehrtes Kronjuwel
      Indien fordert den Koh-i-noor von Großbritannien zurück

      Das Schicksal des legendären Koh-i-noor bewegt die Gemüter in Indien. Der vor Jahrhunderten entdeckte riesige Diamant befindet sich seit Jahren in Großbritannien, in Indien wird derzeit vor Gericht über eine mögliche Rückführung gestritten.

      So ist es ein Tabubruch, was der indische Generalstaatsanwalt zu Protokoll gab: Der sagenumwobene indische Koh-i-noor-Diamant sei "weder gestohlen noch mit Gewalt genommen worden", verkündete er vor dem Obersten Gerichtshof in Delhi. Der frühere Herrscher des heutigen Bundesstaats Punjab habe den damals 186 Karat schweren Stein vielmehr Großbritanniens "East India Company" geschenkt. Aus dem indischen Kulturministerium kam sofort Protest. Die Regierung sei fest entschlossen, "den Koh-i-noor Diamanten auf freundschaftliche Weise in seine Heimat zurückzuholen".

      Sollte Delhi diesen Worten Taten folgen lassen, müsste es dem ehemaligen Kolonialherrn Großbritannien freilich in aller Freundschaft an die Kronjuwelen gehen. Denn der Koh-i-noor sitzt fest verankert in einer prachtvollen Krone in Londons Tower. Zuletzt war er bei der Beerdigung der Königinmutter auf deren Sarg zu sehen. Der britische Premierminister David Cameron will, dass Indien sich mit einer Plastikkopie des Koh-i-noor zufrieden gibt – aus Sorge um die Bestände des weltberühmten British Museum. "Wenn man einmal ja sagt, müsste man bald das ganze Museum leeren", erklärte Cameron bei einem Besuch in Indien im Jahr 2010. Seine Worte waren nicht gerade glücklich gewählt. Schließlich rückte der junge Regent von Punjab den Koh-i-noor erst heraus, nachdem britische Soldaten seine Mutter ins Gefängnis gesperrt hatten. Cameron will doch nicht etwa sagen, dass der komplette Bestand des British Museum auf ähnliche Weise zustande kam?
      Geschichte "Koh-i-Noor"-Diamant

      Indien fordert Kronjuwel von Elizabeth II. zurück
      Mit 109 Karat zählt der "Koh-i-Noor" zu den berühmtesten Stücken des Windsor-Kronschmucks. Ausgerechnet zum 90. Geburtstag Königin Elizabeths II. fordert Indiens Regierung jetzt die Rückgabe.



      Der umstrittene "Koh-i-Noor" prangt im Malteserkreuz an der Vorderseite der Krone von Queen Mum


      Königin Elizabeth und ihre älteste Tochter Prinzessin Elizabeth (II.) nach der feierlichen Krönung 1937


      Der berühmte Diamant in den Akten der Ostindia-Company

      Zu ihrem 90. Geburtstag am Donnerstag erhält Königin Elizabeth II. von England nicht nur
      Glückwünsche. Ausgerechnet Indien, das Schmuckstück des alten Empire, bringt einen Brief
      nach London auf den Weg (Link: pib.nic.in/newsite/PrintRelease.aspx?relid =139000) , der die
      Genugtuung der Queen über einen ihrer zahlreichen Rekorde durchaus trüben könnte. Die
      Regierung in Neu-Delhi fordert aus der Kollektion der britischen Kronjuwelen den berühmten
      Diamanten zurück, der die Krone von Elizabeths Mutter schmückt und der ausgerechnet über
      Queen Victoria zu den Windsors gelangte. Im September 2015 hatte Elizabeth die legendäre
      Herrschaftsdauer ihrer berühmten Ahnin übertroffen.
      Der "Koh-i-Noor" ist ein 109 Karat (Link: welt.de/152150752) schwerer Diamant, der seit
      1937 die Krone von Königin Elizabeth ziert, der 2002 verstorbenen Queen Mum. Heute
      gehört er zu den Kronjuwelen im Londoner Tower. Sein Platz in der Krone ist im unteren
      Maltesischen Kreuz
      (Link: royalcollection.org.uk/collect…h-the-queen-mothers-crown) über einem Band,
      das viele weitere Edelsteine enthält. Geschätzter Wert, wenn es einen Markt dafür geben
      würde: 140 Millionen Euro.
      Seit Jahren machen sich in Indien und Pakistan, den Nachfolgestaaten von Britisch-Indien,
      Privatinitiativen für die Rückgabe des Steins (Link: welt.de/152150752) stark. Erst im
      Februar hatte der pakistanische Künstler und Anwalt Javed Iqbal Jaffry einen Teilerfolg
      errungen, als er wider Erwarten eine Anhörung vor dem Höchsten Gericht der Provinz
      Punjab in der ostpakistanischen Stadt Lahore erstritt.
      In Indien haben sich Geschäftsleute und Bollywoodstars zur Gruppe "Mountain of
      Light" (Link: welt.de/148738331) zusammengeschlossen. Zu ihnen gehört der
      Gastronomiebesitzer David de Souza. "Die Herrschaft der Briten hat die Psyche der
      Menschen auf dem Subkontinent zerstört und viel Armut hinterlassen", sagt er. Die
      Regierungen in London, Islamabad und Neu-Delhi sollten endlich erkennen, welche
      Auswirkungen die Kolonialherrschaft habe.
      Der "Berg des Lichts", wie der "Koh-i-Noor" auf Persisch heißt, ist durch viele Hände
      gegangen (Link: http://(britannica.com/topic/Koh-i-noor) . Um den berühmten Diamanten sollen
      sich schon die Machthaber der geheimnisvollen Indus-Zivilisation und die Götter der Hindu
      gestritten haben. Sicher ist, dass der Stein unter den muslimischen Herrschern des indischen
      Subkontinents die Runde machte, an die Großmoguln und persische Invasoren kam und
      schließlich in einer Schatzkammer im Punjab verschwand.
      Sicher ist auch, dass der Stein im Jahr 1849 von dem damals 14-jährigen Maharadscha
      Daleep Singh aus Lahore an die britische Ostindien-Company überging. Ob das wirklich
      freiwillig geschah, ist die Frage, war das doch am Ende des Zweiten Sikh-Krieges
      (Link: welt.de/111973132) , der mit dem Ende ihres Reiches und der Eingliederung des
      Punjab in das britische Kolonialreich endete. Die Chefs der Ostindien-Company machten das
      gute Stück kurz darauf Queen Victoria zum Geschenk, die den Diamanten schließlich zur
      Bearbeitung ihren Juwelieren übergab. Schließlich ging er an Königin Elizabeth, die als Frau
      von Georg VI. letzte Kaiserin von Indien war.
      Indien fordert Kronjuwel von Elizabeth II. zurück
      "Koh-i-Noor"-Diamant: Indien fordert Kronjuwel von Elizabeth II. zurück - DIE WELT Seite 1 von 2
      welt.de/geschichte/article1545…t-Kronjuwel-von-Elizabeth... 22.04.2016
      Dieser Hintergrund erklärt auch die Leidenschaften, die der "Koh-i-Noor" auf dem
      Subkontinent entfacht. Seit der Teilung Britisch-Indiens 1947 streiten sich Indien und
      Pakistan um den Punjab, nicht selten mit Gewalt (Link: welt.de/146035334) . Kompliziert
      wird die schwierige Gemengelage noch dadurch, dass auch Sikh-Nationalisten mehr
      Autonomie oder gar Unabhängigkeit fordern. Beim Streit um den "Koh-i-Noor" geht es also
      auch um mächtige politische Symbolik.
      In der Vergangenheit waren die Forderungen stets von Privatinitiativen ausgegangen und
      von der britischen Regierung abgelehnt worden. Der Diamant sei Teil der Kronjuwelen, und
      man könne über dessen Zukunft nicht entscheiden, hieß es zur Begründung.
      Der aktuelle Vorstoß aus Neu-Delhi gibt dem Streit eine neue Qualität. Während frühere
      Regierungen entsprechende innenpolitische Forderungen mit dem Hinweis zurückstellten,
      der "Koh-i-Noor" sei ein Geschenk gewesen, hat es sich die hindu-nationalistische Regierung
      von Premierminister Narendra Modi auf die Fahnen geschrieben, zahlreiche indische
      Kunstwerke "heimzuholen". Das solle allerdings auf "gütlichem Wege" geschehen, heißt es.
      Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bei ihrem Indienbesuch 2015 eine Durga-Statue aus
      Stuttgart mitgebracht, die ein Hehler aus Indien geschafft hatte.
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