Riesige Diamanten aus Augsburg

      Riesige Diamanten aus Augsburg

      Riesige Diamanten aus Augsburg

      Augsburger Forschern ist es gelungen, einkristalline Diamanten zu züchten – mit einer weltweit einzigartigen Technologie.


      Seit vielen hundert Jahren sind Diamanten als Schmuck äußerst begehrt. Sehr lange werden sie aber wegen ihrer beispiellosen Härte auch bereits als Werkzeug benutzt. Allerdings lassen sie sich erst seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts industriell herstellen. Das erfordert hohen Aufwand und erbringt nur bescheidene Ergebnisse. Augsburger Forscher haben die Diamantenherstellung jetzt nach mehr als einem Jahrzehnt der Forschung einen wichtigen Schritt weiter gebracht und damit begonnen, ihr Verfahren auch wirtschaftlich zu nutzen.

      Bisher, so der Geschäftsführer der im vergangenen Jahr gegründeten Audiatec Augsburg Diamond Technology GmbH, Stefan Gsell, ließen sich Diamanten nur unter hohem Druck und hohen Temperaturen erzeugen und wurden nicht größer als acht mal acht Millimeter. Im neuen, am Institut für Physik der Uni Augsburg entwickelten Verfahren werden sie aus Gasen gewonnen, wobei Kohlenstoff in einem Reaktor auf einem Iridium-Substrat zu nahezu beliebig großen Diamanten kondensiert. Zugleich werden die Kohlenstoffatome perfekt gleich ausgerichtet („einkristalline“ Diamanten). Die Zucht solcher großen einkristallinen Diamanten ist weltweit bislang nur dem Forscherteam aus Augsburg gelungen.

      Offenbar hoher Bedarf an synthetischen Diamanten

      Für diese künstlichen Diamanten gibt es laut Gsell vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. So kann man mit ihnen beispielsweise Plexiglas präzise schneiden; durch die größeren Augsburger Diamanten können größere Flächen bearbeitet werden. Für Ultrapräzisionsmechanik in der Uhren- und Schmuckindustrie könnten sie an die Stelle der dort noch meist verwendeten Naturdiamanten treten. Wegen ihrer großen Härte und guten Leitfähigkeit können sie auch in Elektronikbauteilen und in der Lasertechnologie eingesetzt werden, vor allem wenn Hochleistungsmaterial gebraucht wird. Sie können für Skalpelle bei feinen Eingriffen in der Augen- oder Neurochirurgie dienen. Und auch in der Forschung sind sie nützlich, etwa als Teilchendetektoren in der Forschungsanlage Cern in Genf.

      Audiatec geht von einem hohen Bedarf an seinen synthetischen Diamanten aus, da der Rohstoff knapper wird und die Diamanten-Preise daher steigen. Da ihre Kunstdiamanten allerdings völlig neuartig sind, muss für sie erst ein Marktpreis gebildet werden. Gsell lobt jedenfalls die Hilfe, die er bei der Firmengründung an der Uni gefunden hat. Am Anwenderzentrum Material- und Umweltforschung (AMU) konnte er Produktionsanlagen nutzen, die die Möglichkeiten eines Start-up-Unternehmens überstiegen hätten. Fördergelder gab es durch das Exist-Forschungstransfer-Programm des Bundeswirtschaftsministeriums und von der IHK Schwaben.

      Die Audiatec Augsburg Diamond Technology GmbH ist zudem von der Stadt Augsburg mit dem Prädikat „Qualität – Made in Augsburg“ ausgezeichnet worden.
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