Microsoft schützt Windows Vista besser gegen Raubkopien

      Microsoft schützt Windows Vista besser gegen Raubkopien

      Microsoft schützt Windows Vista besser gegen Raubkopien

      Aktivierungsprozess soll sich nicht mehr umgehen lassen

      Mit dem Service Pack 1 für Windows Vista soll das Betriebssystem besser gegen das Anfertigen von illegalen Kopien geschützt werden. Das gleiche Ansinnen verfolgt Microsoft mit dem kommenden Windows Server 2008. Dazu werden entsprechende Techniken verwendet, um Manipulationen am Aktivierungsprozess vorzunehmen.

      Das Service Pack 1 für Windows Vista soll im ersten Quartal 2008 erscheinen. Wann genau das Update kommen wird, ist nicht bekannt. Wie Microsoft nun verlautbaren ließ, sollen entsprechende Änderungen dafür sorgen, dass zwei bekannte Verfahren zur Umgehung des Akivierungsprozesses nicht mehr laufen werden. Damit will der Konzern verhindern, dass illegale Kopien von Windows Vista verwendet werden können. Die entsprechende Technik soll auch in Windows Server 2008 Einzug halten.

      Zudem ändert Microsoft mit Erscheinen des Service Pack 1 für Windows Vista die Nutzungsbedingungen, wenn das Betriebssystem einen illegalen Status aufweist. Hiermit hat Microsoft nach eigenen Aussagen auf Rückmeldungen von Kunden und Partnern reagiert. Dann wird der Nutzer stärker auf diesen Zustand hingewiesen und er bekommt Informationen, wie er an Original-Software gelangt. Alle Funktionen des Betriebssystems bleiben aber in jedem Fall voll nutzbar. Bislang werden einige Funktionen deaktiviert, wenn ein System den Status "illegal" trägt.

      Erst im August 2007 gab es einen Ausfall des WGA-Servers von Microsoft, so dass die Echtheitsprüfung WGA (Windows Genuine Advantage) nicht funktionierte. Als Folge wurden zahlreiche Vista-Systeme als illegal eingestuft, so dass einzelne Betriebssystemkomponenten gar nicht mehr arbeiteten. Neben der Aero-Oberfläche waren davon die Funktionen ReadyBoost sowie Windows Defender betroffen.

      Service Pack 1 für Windows Vista nicht für Raubkopierer

      Service Pack 1 für Windows Vista nicht für Raubkopierer

      Zwar gibt es von Windows Vista im Unterschied zum Vorgänger keine aktivierungsfreie Version mehr, doch wurden dennoch schnell mehr oder weniger effektive Wege gefunden, Vista ohne Aktivierung zu betreiben. Damit soll bald Schluss sein: Das Service Pack 1 für Windows Vista schließt einer Mitteilung von Microsoft zufolge zwei Lücken, die bislang das Betreiben von Vista ohne Lizenz ermöglichen. Sollte zudem eine der immer wiederkehrenden WGA-Prüfungen des Installationsschlüssels ergeben, dass Microsoft diesen für illegal hält, wird Vista mit dem SP1 zudem vermehrt und deutlicher darauf aufmerksam machen – das soll "Anwender noch besser vor Raubkopien schützen".

      Im Gegenzug entfernt das SP1 den "Modus reduzierter Funktionalität" (reduced functionality mode, rfm) aus Vista. Im Falle einer fehlgeschlagenen WGA-Prüfung drohte Microsoft bislang damit, unter Windows nicht nur entsprechende Hinweise einzublenden, sondern zudem das neue Aero-Design, die Antispyware Defender sowie die ohnehin nur in Ausnahmen nützliche Beschleunigungstechnik "ReadyBoost" (siehe dazu auch c't 21/07, S. 114, kostenpflichtiger Download) abzuschalten. Zwar war der rfm laut Microsoft-Sprecher Thomas Baumgärtner bislang ohnehin noch nicht scharf geschaltet, doch die ursprünglichen Pläne dazu seien nun verworfen worden. Zudem wird der für den rfm nötige Code aus Vista entfernt, auch der Windows Server 2008 soll ihn nun nicht mehr enthalten.

      Zum Umdenken führte wohl das Feedback vor allem großer Unternehmenskunden. Diese äußerten Bedenken, dass aufgrund von Bugs oder Angriffen etwa auf die Authentifizierungsserver wichtige Rechner plötzlich streiken würden. Dass die Bedenken erhört wurden, dürfte auch mit dem bislang eher geringen Erfolg von Vista zu tun haben. Zwar wird Microsoft nicht müde, auf den großen Erfolg von Vista hinzuweisen, doch üben die meisten Unternehmen weiterhin Zurückhaltung.

      Dass die Gefahr versehentlicher Brandmarkung von Vista-Versionen real ist, bewies zuletzt der Ausfall der WGA-Server nach dem Einspielen eines fehlerhaften Updates im August: Bis zu 12.000 Vista-Rechner behaupteten plötzlich, ohne Lizenz betrieben zu sein. Bereits Anfang des Jahres musste Microsoft Probleme bei der Vista-Echtheitsprüfung einräumen.

      Die Änderungen gelten laut Microsoft für alle Vista-Versionen. Das SP1 soll im ersten Quartal 2008 erscheinen, Launchparty für den Server 2008 ist am 28. Februar. (axv/c't)

      Vista: Service Pack 1 soll Schluss mit Raubkopien machen

      Vista: Service Pack 1 soll Schluss mit Raubkopien machen

      Aber keine Reduktion der Funktionalität mehr bei ungültiger Aktivierung - Deutlich niedrigere Raubkopierate bei Vista als bei XP

      Raubkopien sind ein Thema, das die Geschichte - nicht nur - von Windows entscheidend mitgeprägt haben. Einst ein entscheidender Faktor für die massenhafte Ausbreitung von Windows 95 auf den PCs der Neunziger-Jahre, hat Microsoft in den vergangenen Jahren zunehmend den Kampf gegen illegitime Kopien seiner Software aufgenommen.
      Nachlegen

      Eine Entwicklung, die mit Windows Vista ihren bisherigen Höhepunkt gefunden hat, über zahlreiche Methoden soll Raubkopierern die Freude am Einsatz des Betriebssystem vergällt werden. Wenig überraschend also, dass Microsoft hier mit dem Service Pack 1 noch mal nachlegen will.

      Lücken

      So sollen mit dem SP1 zwei grundlegende Lücken im Aktivierungssystem von Vista geschlossen werden, die bisher das Austricksen der Echtheitsprüfung ermöglicht haben. Allgemein soll Windows Genuine Advantage (WGA) zusätzlich noch deutlicher - und öfter - darauf hinweisen, wenn es eine Vista-Installation für nicht legitim hält.

      Änderungen

      Im Konkreten bedeutet dies etwa, dass beim Hochfahren eine Warnung ausgegeben wird, bei der ein "Jetzt aktivieren"-Knopf auf die Betätigung wartet. Erst nach einiger Zeit kann dann auch ohne Aktivierung weiter gestartet werden. Damit man in zweitem Fall dann auch wirklich nicht auf die Dringlichkeit der Aktivierung vergisst, wird zusätzlich noch der Desktop mit einem Warnhinweis auf einem weißen Hintergrund versehen. Hier hofft man wohl auch darauf, dass dies auffällig genug ist, um einen gewissen sozialen Druck auf diejenigen zu erzeugen, die eine nicht aktivierte Vista-Version einsetzen.

      Reduziert

      Im Gegenzug soll aber der "Reduced Functionality Mode", der eigentlich dazu gedacht war, die Vista-Funktionalität bei Ausbleiben der Aktivierung nach und nach herunterzuschrauben, vollständig aufgegeben werden. Der - bislang nicht genutzte - Code soll gleich als Ganzes aus Vista entfernt werden.

      Beschwerden

      Hier haben wohl vor allem Beschwerden von Unternehmen gefruchtet, die Befürchtungen geäußert haben, dass so ihre IT durch einen Fehler oder auch einen gezielte Angriff effektiv lahm gelegt werden könnte. Wie real solche eine Szenario ist zeigte vor einigen Monaten ein Ausfall der WGA-Server, der zur Folge hatte, dass tausende Rechner irrtümlich als nicht legitim klassifiziert wurden.

      Rate

      Allgemein zeigt sich Microsoft aber mit seinen Fortschritten im Kampf gegen Windows-Kopien äußerst zufrieden. Verhältnismäßig kommen auf jedes Original-Vista nur halb so viele Raubkopien wie bei Windows XP. Etwas dass man bei Microsoft als Bestätigung für den Erfolg der diversen Verschärfungen in diesem Bereich bei Vista ansieht. (red)

      Microsoft weitet Test des Service Pack 1 für Vista aus

      Microsoft weitet Test des Service Pack 1 für Vista aus

      Bereits seit einigen Tagen haben registrierte Beta-Tester Zugriff auf eine Vorabversion des Service Pack 1 für Windows Vista, die Microsoft als "Release Candidate 1 Preview" bezeichnete. Diese Version wurde jetzt aktualisiert (und der Zusatz "Preview" gestrichen) und soll ab morgen zusätzlich auch MSDN- und Technet-Abonnenten zur Verfügung stehen. In einem Blog-Eintrag kündigt Microsofts Vista-Team zudem an, dass diese Version ab der nächsten Woche frei zugänglich sein soll.

      Das SP1 wird auf verschiedenen Wegen verteilt. Die Komplettversion aktualisiert sämtliche Vista-Versionen von Starter bis Ultimate in allen Sprachen, allerdings wird es getrennte Version für 32-Bit- und 64-Bit-Versionen geben. Das Paket ist rund 550 MByte groß (x64: 880 MByte). Etwas kleiner fällt eine Version aus, die lediglich fünf Sprachen enthält (außer englisch noch deutsch, französisch, spanisch und japanisch); dieses Paket ist knapp 440 MByte groß (x64: 740 MByte). Deutlich schlanker fällt das SP1 aus, wenn man es via Windows-Update bezieht, da dabei nur die für die jeweilige Vista-Version und Sprache erforderlichen Dateien übertragen werden.

      Wirklich neue Funktionen sind vom SP1 nicht zu erwarten. Allerdings verschärft Microsoft erneut sein Vorgehen gegen den nichtlizenzierten Einsatz von Windows (wie gewohnt mit der Behauptung, damit die Anwender zu schützen), baut jedoch wohl auf Druck großer Firmenkunden den "Modus reduzierter Funktionalität" aus. Außerdem tauscht Microsoft diversen Code gegen den des kommenden Windows Server 2008 aus, um sich das Patch-Management zu erleichtern. Nach einer Beschwerde von Google ändert das SP1 zudem die Suchfunktion .

      Die finale Version soll wie geplant im ersten Quartal 2008 erscheinen, zuerst für die erwähnten fünf Sprachen (wave 0). 8-12 Wochen später sollen die Versionen für die anderen Sprachen folgen (wave 1).

      Administratoren, die das SP1 nicht installieren wollen, sollen ab morgen einen "Blocker-Patch" herunterladen können. Der Link der Website ist bereits bekannt, die Seite aber noch nicht freigeschaltet

      Vista Service Pack 1: Mehr als eine Patchsammlung

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      Das erste Service Pack für Windows Vista ist mehr eine reine Ansammlung von Bugfixes. Neben den Patches listet Microsoft über 100 Neuheiten und Änderungen auf. Nicht alle davon stecken tief versteckt unter der Vista-Haube.

      BitLocker: Verschlüsselt nun alle Partitionen einer Festplatte. Neue Funktionen für alte Tools

      Mit der Installation des Release Candidates des SP1 rüsten Sie das Defragmentierungs-Tool auf. Denn nun können Sie gezielt wählen, welchen Datenträger sie defragmentieren wollen. Das war bisher nur auf der Kommandozeile möglich. Auch die Laufwerksverschlüsselung BitLocker erhält neue Features: Anwender können jetzt neben der Systempartition auch weitere Partitionen verschlüsseln. Das war längst überfällig. Eine Funktion zur Integration einer alternativen Desktop-Suche hat Microsoft wie versprochen eingebaut. Im Release Candidate funktioniert diese aber noch nicht.