Tauchen ist gesund
Von Benjamin Palm
19. Mär 2008, 12:16
Immer mehr Menschen zieht es unter Wasser. Allerdings wissen nur wenige Taucher von den Vorteilen, die sie ihrer Gesundheit damit bieten. Schnorchel- sowie Geräte- und Tiefseetauchen haben einen hohen psychologischen und therapeutischen Wert für den Organismus - auch für beeinträchtigte Menschen.
Bereits ab dem achten Lebensjahr kann der Wassersport betrieben werden. Eine Altersgrenze nach oben gibt es nach Angaben des Verbands Deutscher Sporttaucher (VDST) nicht. Allerdings ist eine regelmäßige Untersuchung auf Tauchtauglichkeit ab dem 40. Lebensjahr notwendig und vorgeschrieben. Doch empfehlen sich auch vorherige Untersuchungen. So werden Risikofaktoren überprüft und ausgeschlossen.
Mit dieser Gewissheit kann der Tauchwillige durchstarten und aktiv zur Gesundheit beitragen - präventiv wie zu Rehabilitationszwecken. Durch das Abtauchen wird der Körper infolge der Schwerelosigkeit entlastet. Die Wirbelsäule entspannt sich und hat kaum noch die Gewichtsbelastung des Kopfes und Rumpfes zu tragen. Fehlhaltungen und -bewegungen des menschlichen Achsenorgans können ausgeglichen werden. Regelmäßige Tauchgänge lassen Rückenschmerzen so nahezu verschwinden.
Auch die Beweglichkeit aller Gelenke fördert der Unterwassersport. Für Übergewichtige, die eine Eignungsprüfung bestehen, ist die Sportart daher besonders zu empfehlen. Auch an Asthma oder Diabetes erkrankte Personen können sie betreiben, wenn sie durch allzu tiefes oder alleiniges Tauchen kein unnötiges Risiko eingehen. Die fast hilfsmittelfreie Fortbewegung unter Wasser regt sowohl das Herz-Kreislauf-System als auch die Atmung an. Ähnlich wie bei anderen Ausdauersportarten wie zum Beispiel Joggen, Walken oder Radfahren reduziert der Sportler erhöhte Blutfettwerte und beugt Arterienverstopfungen vor. Durchschnittlich werden 200 Kalorien bei der zehnminütigen Fortbewegung im Wasser verbraucht.
Der Tauchgang hat zudem eine psychologische Wirkung. Bereits in der Tauchausbildung lernt der Sportler den sozialen Umgang in der Gruppe. Die Grundregel lautet, niemals alleine in die Tiefen der Gewässer zu schwimmen. Auf Probleme und Gefahren können die Gruppenpartner reagieren und im Notfall den Verletzten bergen. Nach vorheriger Übung ist selbst eine Verständigung unter Wasser möglich. So stärkt ein Ausflug in die Tiefsee die Gemeinschaft. Jeder verlässt sich auf den anderen. Zudem stärkt ein solches Erlebnis die Bewältigung der eigenen Ängste und damit das Selbstbewusstsein. Sind die Tiefen erst einmal überstanden, bewältigt man schließlich auch die Tiefen des Alltags. Und trotz des 'Gruppensports' erlebt der Einzelnen dennoch Ruhe und Abgeschiedenheit.
Allerdings zählt Tauchen weiterhin auch zu den Risikosportarten. Besonders das Tauchen in Regionen, die das Sonnenlicht niemals erreicht, birgt Gefahren. Schnell kann die Orientierung und jegliches Zeitgefühl verloren gehen. Schon wenn in der Gruppe lediglich eine unverlässliche Person ist, sollte ein Tauchvorgang abgebrochen werden. Bereits in minder tiefen Regionen ist ein Unsicherheitsfaktor gefährlich und kann zu Verletzungen führen.
Trotz des umgebenden Wassers verliert der Körper Flüssigkeit. Bereits nach einem Tauchgang haben die Wassersportler ein Flüssigkeitsdefizit. Die Ursache liegt einerseits in der Atmung, andererseits bei der vermehrten Urinproduktion. Daher ist eine mehrstündige Pause und ausreichend Flüssigkeit zwischen den Tauchgängen nötig. Verspürt man bei einem zweiten Tauchgang keinen Harndrang, ist dies nicht auf Anpassung, sondern vielmehr auf ein bestehendes Flüssigkeitsdefizit zurückzuführen.
Zu schnelles Ab- und Auftauchen kann zu einem Tiefenrausch führen, der oftmals mit einer Schädigung des Trommelfells einhergeht. Auch Ausschlag oder Veränderungen der Haut zeigen einen Tauchunfall an. Auftauchen ohne Panik und Eile ist angesagt. An der Oberfläche sollte Sauerstoff aus der Luft oder in konzentrierter Form eingeatmet werden. An ausgewiesenen Tauchplätzen ist meist ein Arzt vor Ort.
Bei erwiesener Bronchitis, Reisekrankheit oder Bluthochdruck ist vom Tauchen abzuraten. Unter Alkohol- und Nikotineinfluss wie auch mit Brustimplantaten empfiehlt sich die Wassersportart genauso wenig, da ein erhöhtes Risiko und vermindertes Reaktionsvermögen besteht.
Eine vollständige Ausrüstung ist unbedingt erforderlich. Sie besteht aus Schnorchel (auch beim Tiefseetauchen), Atemmaske und -gerät, Flossen, Taucheranzug, Tariermittel gegen den Auftrieb im Wasser und vor allem Tauchtabellen und -computer. Letztere geben ein Zeitgefühl, zeigen zu schnelles Ab- beziehungsweise Auftauchen an und dienen zudem als Tiefenmesser.
Um den richtigen Tauchplatz zu finden, müssen nicht immer weit entfernte Gewässer mit tropischen Klima und exotischer Tierwelt gesucht werden. Der VDST bietet ein Internet-Portal, auf dem über 500 Tauchmöglichkeiten in Deutschland vorgestellt werden, an denen das Tauchen offiziell erlaubt ist. Auf Schwierigkeiten und Besonderheiten, auf die Lage des Gewässers und auf Ausbildungsmöglichkeiten wird eingegangen, um für jeden den passenden Platz zu finden (www.Tauchseen-Portal.de). Benjamin Palm/mp
© 2008 Global Press
Von Benjamin Palm
19. Mär 2008, 12:16
Immer mehr Menschen zieht es unter Wasser. Allerdings wissen nur wenige Taucher von den Vorteilen, die sie ihrer Gesundheit damit bieten. Schnorchel- sowie Geräte- und Tiefseetauchen haben einen hohen psychologischen und therapeutischen Wert für den Organismus - auch für beeinträchtigte Menschen.
Bereits ab dem achten Lebensjahr kann der Wassersport betrieben werden. Eine Altersgrenze nach oben gibt es nach Angaben des Verbands Deutscher Sporttaucher (VDST) nicht. Allerdings ist eine regelmäßige Untersuchung auf Tauchtauglichkeit ab dem 40. Lebensjahr notwendig und vorgeschrieben. Doch empfehlen sich auch vorherige Untersuchungen. So werden Risikofaktoren überprüft und ausgeschlossen.
Mit dieser Gewissheit kann der Tauchwillige durchstarten und aktiv zur Gesundheit beitragen - präventiv wie zu Rehabilitationszwecken. Durch das Abtauchen wird der Körper infolge der Schwerelosigkeit entlastet. Die Wirbelsäule entspannt sich und hat kaum noch die Gewichtsbelastung des Kopfes und Rumpfes zu tragen. Fehlhaltungen und -bewegungen des menschlichen Achsenorgans können ausgeglichen werden. Regelmäßige Tauchgänge lassen Rückenschmerzen so nahezu verschwinden.
Auch die Beweglichkeit aller Gelenke fördert der Unterwassersport. Für Übergewichtige, die eine Eignungsprüfung bestehen, ist die Sportart daher besonders zu empfehlen. Auch an Asthma oder Diabetes erkrankte Personen können sie betreiben, wenn sie durch allzu tiefes oder alleiniges Tauchen kein unnötiges Risiko eingehen. Die fast hilfsmittelfreie Fortbewegung unter Wasser regt sowohl das Herz-Kreislauf-System als auch die Atmung an. Ähnlich wie bei anderen Ausdauersportarten wie zum Beispiel Joggen, Walken oder Radfahren reduziert der Sportler erhöhte Blutfettwerte und beugt Arterienverstopfungen vor. Durchschnittlich werden 200 Kalorien bei der zehnminütigen Fortbewegung im Wasser verbraucht.
Der Tauchgang hat zudem eine psychologische Wirkung. Bereits in der Tauchausbildung lernt der Sportler den sozialen Umgang in der Gruppe. Die Grundregel lautet, niemals alleine in die Tiefen der Gewässer zu schwimmen. Auf Probleme und Gefahren können die Gruppenpartner reagieren und im Notfall den Verletzten bergen. Nach vorheriger Übung ist selbst eine Verständigung unter Wasser möglich. So stärkt ein Ausflug in die Tiefsee die Gemeinschaft. Jeder verlässt sich auf den anderen. Zudem stärkt ein solches Erlebnis die Bewältigung der eigenen Ängste und damit das Selbstbewusstsein. Sind die Tiefen erst einmal überstanden, bewältigt man schließlich auch die Tiefen des Alltags. Und trotz des 'Gruppensports' erlebt der Einzelnen dennoch Ruhe und Abgeschiedenheit.
Allerdings zählt Tauchen weiterhin auch zu den Risikosportarten. Besonders das Tauchen in Regionen, die das Sonnenlicht niemals erreicht, birgt Gefahren. Schnell kann die Orientierung und jegliches Zeitgefühl verloren gehen. Schon wenn in der Gruppe lediglich eine unverlässliche Person ist, sollte ein Tauchvorgang abgebrochen werden. Bereits in minder tiefen Regionen ist ein Unsicherheitsfaktor gefährlich und kann zu Verletzungen führen.
Trotz des umgebenden Wassers verliert der Körper Flüssigkeit. Bereits nach einem Tauchgang haben die Wassersportler ein Flüssigkeitsdefizit. Die Ursache liegt einerseits in der Atmung, andererseits bei der vermehrten Urinproduktion. Daher ist eine mehrstündige Pause und ausreichend Flüssigkeit zwischen den Tauchgängen nötig. Verspürt man bei einem zweiten Tauchgang keinen Harndrang, ist dies nicht auf Anpassung, sondern vielmehr auf ein bestehendes Flüssigkeitsdefizit zurückzuführen.
Zu schnelles Ab- und Auftauchen kann zu einem Tiefenrausch führen, der oftmals mit einer Schädigung des Trommelfells einhergeht. Auch Ausschlag oder Veränderungen der Haut zeigen einen Tauchunfall an. Auftauchen ohne Panik und Eile ist angesagt. An der Oberfläche sollte Sauerstoff aus der Luft oder in konzentrierter Form eingeatmet werden. An ausgewiesenen Tauchplätzen ist meist ein Arzt vor Ort.
Bei erwiesener Bronchitis, Reisekrankheit oder Bluthochdruck ist vom Tauchen abzuraten. Unter Alkohol- und Nikotineinfluss wie auch mit Brustimplantaten empfiehlt sich die Wassersportart genauso wenig, da ein erhöhtes Risiko und vermindertes Reaktionsvermögen besteht.
Eine vollständige Ausrüstung ist unbedingt erforderlich. Sie besteht aus Schnorchel (auch beim Tiefseetauchen), Atemmaske und -gerät, Flossen, Taucheranzug, Tariermittel gegen den Auftrieb im Wasser und vor allem Tauchtabellen und -computer. Letztere geben ein Zeitgefühl, zeigen zu schnelles Ab- beziehungsweise Auftauchen an und dienen zudem als Tiefenmesser.
Um den richtigen Tauchplatz zu finden, müssen nicht immer weit entfernte Gewässer mit tropischen Klima und exotischer Tierwelt gesucht werden. Der VDST bietet ein Internet-Portal, auf dem über 500 Tauchmöglichkeiten in Deutschland vorgestellt werden, an denen das Tauchen offiziell erlaubt ist. Auf Schwierigkeiten und Besonderheiten, auf die Lage des Gewässers und auf Ausbildungsmöglichkeiten wird eingegangen, um für jeden den passenden Platz zu finden (www.Tauchseen-Portal.de). Benjamin Palm/mp
© 2008 Global Press