Diamanten: Funkeln und Flunkern
Edelsteine als Wertanlage: Die Preise für Öl, Agrarrohstoffe, Gold & Co. explodieren. Kann man auch mit Diamanten steinreich werden?
Auf den ersten Blick erstrahlen Diamanten als Wertanlage in hellem Glanz: Seit dem Jahr 2000 liegt die geförderte Diamantenmenge unter der Nachfrage und diese Diskrepanz könnte sich laut Thorsten Dennin, Rohstoffexperte bei der Deutschen Bank, weiter verstärken: "Die Nachfrage wächst vor allem in Indien und China, deshalb gehen viele Marktkenner von einem zunehmenden Angebotsengpass und steigenden Preisen über die nächsten zehn Jahre aus."
Angesichts dieser Worte könnten viele Anleger ein gewisses Glitzern in den Augen bekommen, doch Fallstricke drohen. Dennin gibt zu bedenken, dass es "den" Preis für Diamanten nicht gibt. Im Unterschied zu standardisierten Rohstoffen müssen Diamanten individuell bewertet werden, neben der Größe spielen hier Farbe, Reinheit und Schliff eine wichtige Rolle. Der Privatanleger kann also nicht, wie z.B. beim Öl, ein Zertifikat kaufen, dass an der Wertsteigerung des Diamantenpreises partizipiert. Stattdessen müsste er direkt Diamanten erwerben, wovon Diamantenhändler Wolfgang Malzahn abrät: "Diamanten als Anlageobjekt stehe ich skeptisch gegenüber. Zwar sind große Steine zuletzt stark im Preis gestiegen, ein qualitativ hochwertiger 5-Karäter, der vor zwei Jahren rund 150.000 Euro kostete, ist heute 50 bis 70 Prozent mehr wert. Aber bei kleineren, minderwertigeren Steinen gibt es genügend Angebot und somit auch keine aufregenden Preissteigerungen. Dem Laien ist es kaum zumutbar, Qualität und Wert der Steine zu beurteilen."
Preis
Ein zweites Problem ist laut Malzahn die Preisspanne: "Der Diamantenhändler kauft die Steine an einer Diamantenbörse oder bei anderen Händlern und verkauft sie an Juweliere. Diese veräußern sie wiederum an den Endkunden. Nachdem jeder etwas verdienen will, hat der Endkunde einen Stein in der Hand, der nur 20 bis 40 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises wert ist. Der Kunde zahlt beim Juwelier zwar einen fairen Preis, aber an wen soll er den Stein denn gewinnbringend weiterverkaufen?"
Gefahr
Weiters warnt Malzahn vor "Flunkerei" beim Geschäft mit den funkelnden Steinen: "Vor Jahren war es populär, dass einige Firmen 'Anlagediamanten' mit unglaublichem Wertsteigerungspotenzial verhökert haben. Es sind Kunden mit Steinen zu mir gekommen, die ich für 500 Euro gekauft hätte. Der Kunde hatte fünf Jahre zuvor 10.000 Euro bezahlt! Deshalb Diamanten nicht primär als Wertanlage, sondern als Schmuckstück, das Freude macht, erwerben – und nur beim Juwelier Ihres Vertrauens."
Hans Leitner, Fondsmanager des ESPA Stock Commodities, pflichtet bei: "Diamanten als reine Wertanlage zu kaufen ist nicht sinnvoll. Auch in meinem Rohstofffonds spielen sie eine untergeordnete Rolle."
Edelsteine als Wertanlage: Die Preise für Öl, Agrarrohstoffe, Gold & Co. explodieren. Kann man auch mit Diamanten steinreich werden?
Auf den ersten Blick erstrahlen Diamanten als Wertanlage in hellem Glanz: Seit dem Jahr 2000 liegt die geförderte Diamantenmenge unter der Nachfrage und diese Diskrepanz könnte sich laut Thorsten Dennin, Rohstoffexperte bei der Deutschen Bank, weiter verstärken: "Die Nachfrage wächst vor allem in Indien und China, deshalb gehen viele Marktkenner von einem zunehmenden Angebotsengpass und steigenden Preisen über die nächsten zehn Jahre aus."
Angesichts dieser Worte könnten viele Anleger ein gewisses Glitzern in den Augen bekommen, doch Fallstricke drohen. Dennin gibt zu bedenken, dass es "den" Preis für Diamanten nicht gibt. Im Unterschied zu standardisierten Rohstoffen müssen Diamanten individuell bewertet werden, neben der Größe spielen hier Farbe, Reinheit und Schliff eine wichtige Rolle. Der Privatanleger kann also nicht, wie z.B. beim Öl, ein Zertifikat kaufen, dass an der Wertsteigerung des Diamantenpreises partizipiert. Stattdessen müsste er direkt Diamanten erwerben, wovon Diamantenhändler Wolfgang Malzahn abrät: "Diamanten als Anlageobjekt stehe ich skeptisch gegenüber. Zwar sind große Steine zuletzt stark im Preis gestiegen, ein qualitativ hochwertiger 5-Karäter, der vor zwei Jahren rund 150.000 Euro kostete, ist heute 50 bis 70 Prozent mehr wert. Aber bei kleineren, minderwertigeren Steinen gibt es genügend Angebot und somit auch keine aufregenden Preissteigerungen. Dem Laien ist es kaum zumutbar, Qualität und Wert der Steine zu beurteilen."
Preis
Ein zweites Problem ist laut Malzahn die Preisspanne: "Der Diamantenhändler kauft die Steine an einer Diamantenbörse oder bei anderen Händlern und verkauft sie an Juweliere. Diese veräußern sie wiederum an den Endkunden. Nachdem jeder etwas verdienen will, hat der Endkunde einen Stein in der Hand, der nur 20 bis 40 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises wert ist. Der Kunde zahlt beim Juwelier zwar einen fairen Preis, aber an wen soll er den Stein denn gewinnbringend weiterverkaufen?"
Gefahr
Weiters warnt Malzahn vor "Flunkerei" beim Geschäft mit den funkelnden Steinen: "Vor Jahren war es populär, dass einige Firmen 'Anlagediamanten' mit unglaublichem Wertsteigerungspotenzial verhökert haben. Es sind Kunden mit Steinen zu mir gekommen, die ich für 500 Euro gekauft hätte. Der Kunde hatte fünf Jahre zuvor 10.000 Euro bezahlt! Deshalb Diamanten nicht primär als Wertanlage, sondern als Schmuckstück, das Freude macht, erwerben – und nur beim Juwelier Ihres Vertrauens."
Hans Leitner, Fondsmanager des ESPA Stock Commodities, pflichtet bei: "Diamanten als reine Wertanlage zu kaufen ist nicht sinnvoll. Auch in meinem Rohstofffonds spielen sie eine untergeordnete Rolle."