Onassis-Diamanten für rund acht Millionen Euro versteigert

      Onassis-Diamanten für rund acht Millionen Euro versteigert

      Onassis-Diamanten für rund acht Millionen Euro versteigert
      Vor 5 Tagen

      London (AFP) — Glitzernde Juwelen der vor 20 Jahren gestorbenen Rederei-Erbin Christina Onassis haben bei einer Auktion in London 6,8 Millionen Pfund (8,6 Millionen Euro) eingebracht. Glanzstück der Versteigerung war nach Angaben von Christie's ein 38-karätiger Diamant in Birnenform. Er fand für 3,6 Millionen Pfund einen neuen Besitzer, das war fast doppelt so viel wie der Schätzpreis.

      Insgesamt wurden in London 44 Schmuckstücke von Christina Onassis versteigert. Die schillernde Tochter von Reederei-König Aristoteles Onassis hatte das Imperium ihres Vaters nach seinem Tod übernommen. Sie starb aber schon 1988 im Alter von 37 Jahren an einem Lungenödem. In ihrem kurzen Leben war Christina Onassis viermal verheiratet und wieder geschieden. Ihre Tochter Athina gilt als eine der reichsten Frauen der Welt.
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      Onassis trennt sich von Schmuck

      Onassis trennt sich von Schmuck
      Gestern wurde bei Christie’s in London ein Teil des Familienschmuckes von Christina Onassis versteigert. Dies geschah auf Initiative ihrer Tochter Athina, die damit die Brücken zu ihrer vom Pech verfolgten Familie abbrechen will.

      Dicht gedrängt sitzen die Kunden des Auktionshauses Christie’s im Herzen Londons auf unbequemen Stühlen und blättern im Katalog, der die insgesamt 230 Schmuckstücke von Cartier, Harry Winston und Van Cleef & Arpels aufführt. Hier und da gibt ein Kunde für eine Brosche, Halskette oder einen Ring Tausende von Franken mit einem kurzen Wink seiner Kennnummer aus.

      Doch schliesslich sind alle nur wegen eines Schmuckstücks gekommen: des berühmten Christina-Onassis-Diamanten, der laut den Schätzungen von Christie’s zwischen 4,5 und 5,5 Millionen Schweizer Franken wert ist. Die Tochter von Athina Livanos und dem Schiffsreeder Aristoteles Onassis hatte ihn an einigen High-Society-Partys getragen, die sie jeweils umgeben von Stars, Sternchen und Geschäftsleuten feierte.

      Der Fluch des Geldes

      Dieser exklusive Lebensstil, geprägt von Drogenmissbrauch, Alkohol und Männergeschichten, kostete Christina Onassis vor 20 Jahren dann auch das Leben. Gerade mal 37-jährig , starb sie unter mysteriösen Umständen in Argentinien.

      Aus ihrer vierten Ehe mit Thierry Roussel hinterliess sie ihr einziges Kind: die dreijährige Athina Onassis. Die Tochter, die mit dem Erreichen ihres 18.Lebensjahres zur Milliardenerbin wurde und bis dahin im Waadtland aufwuchs, lernte schnell, dass ihre Familiengeschichte alles andere als eine glückliche gewesen war. Athinas Onkel, Alexander Onassis, kam im Alter von 24 bei Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Ihre Grossmutter beging Suizid, ihr Grossvater starb an einer Lungenentzündung in Paris.

      Die Todesfälle und die unglücklichen Liebschaften der einzelnen Familienmitglieder – unter anderem mit der Präsidentenwitwe Jacqueline Kennedy und der Sopranistin Maria Callas – liessen den Schluss zu, dass über der Familie Onassis ein Fluch lag.

      Die einzige Person, die es aber bis heute geschafft hat, das Unglück von sich fernzuhalten, ist Athina. Die junge Frau ist glücklich mit dem brasilianischen Springreiter Álvaro Alfonso de Miranda Neto verheiratet und führt – ganz anders als ihre berühmte Mutter – ein ruhiges Leben fernab des Scheinwerferlichts. Athina investiert ihr Geld lieber in Springpferde, mit denen sie dann unter anderem in der Schweiz an Turnieren antritt, anstatt in Handtaschen, Kleider und Luxusgüter.

      Ihr Leben hat mit dem ihrer reichen Familie nichts mehr gemein. Und das ist auch der Grund, warum sich die heute 23-Jährige nun vom Familienbesitz loslöst. In Griechenland hat sie sämtliche Ländereien und in der Schweiz die Villa in St.Moritz verkauft. Gestern nun trennte sie sich vom Schmuck ihrer Mutter. Es war für die Erbin der letzte Schritt, um einen Schlussstrich unter ihre Vergangenheit zu ziehen.

      Überraschendes Ergebnis

      Zurück zur Auktion. Der Höhepunkt ist nach vier Stunden im wahrsten Sinn des Wortes in Sicht: Das Christie’s-Model präsentiert den Christina-Onassis-Diamanten.

      Die Spannung im Raum ist spür- und greifbar. Jetzt sind auch die Mittelsmänner von Christie’s nervös, die zu Dutzenden den Raum säumen, wo sie mit ihren Kunden per Telefon kommunizieren – wer sich den Christina-Onassis-Diamanten leisten kann, der hat es nicht nötig um die Welt zu fliegen und persönlich an einer Auktion teilzunehmen.

      So bleiben nach den sechs Bietern zu Beginn bald nur noch zwei übrig. Ihre Mittelsmänner versuchen, sich gegenseitig auszustechen. Erst als das Angebot bei umgerechnet 8 Millionen Franken ankommt, gibt sich einer geschlagen. Der Diamant ist für fast das Doppelte versteigert worden, als es das Auktionshaus vorausgesagt hat.

      Bei Redaktionsschluss hat Christie’s noch keine Angaben zum Käufer machen wollen. Aber eines ist klar: Dieser hat sich nicht nur einen ausnehmend schönen Diamanten gekauft, sondern ein Stück tragische und glamouröse Familiengeschichte.