Tauchen: Vom Anfang bis heute

      Tauchen: Vom Anfang bis heute

      Tauchen: Vom Anfang bis heute

      Schon früh zog es den Menschen ins Wasser. Der Grund war allerdings nicht wie heutzutage, dass man sich mit einem autonomen Presslufttauchgerät, unter Wasser begab, um sich an der farbenfrohen Flora und Fauna zu erfreuen, sondern diente ganz lapidar der Nahrungsbeschaffung.
      Um sich wie ein Vogel in die Lüfte zu erheben, brauchte der Mensch Jahrhunderte, war dabei allerdings immer auf die Hilfe einer Maschine angewiesen. Dies ist beim Tauchen etwas anders. Zwar bedient man sich auch heute beim Tauchen technischen Hilfsmitteln, doch sollten lange Jahrzehnte und Jahrhunderte vergehen, bis dies erstmals zum Einsatz kam. Bereist in prähistorischer Zeit tauchte der Mensch frei, ohne jegliche Hilfsmittel.

      Dabei stand zunächst die Nahrungsbeschaffung im Vordergrund. Erst mit zunehmenden sozialem Fortschritt und Ausbau der Handlesbeziehungen über Grenzen hinweg wurde nach Gütern des Meeres getaucht, die sich tauschen oder verkaufen ließen. Ein neuer Berufszweig war entstanden und wurde mehr und mehr ausgebaut.

      Taucher boten ihre Dienste an, um verlorene Güter zu bergen, Leitungen unter Wasser abzudichten, oder wurden in Kriegen eingesetzt, um z. B. Ankertaue feindlicher Flotten zu durchtrennen oder Schiffswände anzubohren.

      Die ersten Taucher bewegten sich nackt und ohne die heute bekannten Hilfsmittel wie Tauchermaske oder Flossen unter der Wasseroberfläche. Einzig und allein abhängig davon, wie lange sie ihren Atem anhalten konnten. Schon damals lag der Erfolg darin, die natürlichen Grenzen des Menschen immer weiter nach oben zu stecken. Bestätigten Berichten zufolge tauchten griechische Schwammtaucher anfangs des 19. Jahrhunderts bis in 70m Tiefe, um verlorene Anker zu suchen und auch zu bergen.

      Wie viele bei diesen Versuchen ertrunken sind wird man wohl niemals erfahren. Nicht allen gelang es den Atemreiz, der durch den Anstieg des Kohlendioxidgehaltes angeregt wird, lange genug zu unterdrücken, um wieder zurück an die Wasseroberfläche zu gelangen.

      Da der Mensch mit seinem Bestreben, immer länger und immer tiefer, an seine natürlichen Grenzen gelangte, mussten technische Errungenschaften her, um eine längere Verweildauer unter Wasser zu ermöglichen. Es sollte allerdings noch eine geraume Zeit ins Land gehen bis unter Leitung von Cousteau das Prinzip des autonomen Presslufttauchgerätes zum Einsatz kam.

      Bis dahin stieß man immer wieder an Grenzen, die vielen Tauchern zum Verhängnis wurden oder aber neue physikalische Erkenntnisse zum Vorschein kommen ließen. Sei es nun mitgeführte, mit Luft gefüllte Schweinsblasen, die vom zunehmenden Wasserdruck zusammengepresst wurden, oder aber die Erkenntnis, dass der Mensch ein Minimum an Sauerstoff braucht. Diese Erkenntnis wurde vielen Glockentauchern zum Verhängnis, die zu lange den gleichen Luftvorrat einatmeten und daran starben.

      Begrenzt in Tiefe und Aufenthaltszeit wurden die Taucher durch das mitgeführte Luftvolumen. Erste Abhilfe geschaffen wurde hier mittels Schläuchen, die eine Verbindung zur Wasseroberfläche oder aber weiteren "Vorratsbehältern" unter Wasser hatten.

      Aber dieser Fortschritt war auch mit neuen Gefahren verbunden und enthüllte weitere physikalische Gesetze, die Ursache technischer, toxischer und physiologischer Art waren.

      Sporttauchen oder Tauchen zu wissenschaftlichen Zwecken war zu diesen Zeiten noch unbekannt. Hauptabnehmer für Tauchgeräte dieser oder ähnlicher Art war zu jener Zeit die Kriegsmarine verschiedener Länder.

      Erst mit der Erfindung der ersten autonomen Presslufttauchgeräte, auch SCUBA = Self-Contained Underwater Breathing Apparatus genannt, wurde das Tauchen salonfähig und hat sich bis heute zu einem Sport für jedermann entwickelt.

      Wenn man von Pionieren des Tauchens mit autonomen Presslufttauchgeräten spricht fallen in der Regel zwei Namen: Hans Haas und Jaques-Yves Cousteau. Inspiriert zum Tauchen wurde beiden allerdings von einem Amerikaner: Guy Gilpatrick

      Dieser schnorchelte Anfang der dreißiger Jahre im Mittelmeer und betrieb das "speeren", d.h. er ging mit einem Speer auf Fischfang.

      Während Hans Hass für seine ersten Tauchgänge und Forschungen ein Sauerstoff-Kreislaufgerät von Dräger benutzte, entwickelte Cousteau im Auftrag der französischen Marine gemeinsam mit Emile Gagnan erste Automaten. Heraus kam die Aqualunge, die 1943 einsatzbereit war. Das SCUBA war geboren. 1945 wurde das erste Gerät als Zweischlauchautomat für den Endverbraucher entwickelt und auch bald in der USA auf dem Markt eingeführt, Man erwartete sich keine großen Erfolge und irrte sich gewaltig, wie sich sehr schnell rausstellte.

      Erste Schritte in Deutschland
      Ende der vierziger Jahre gründeten sich die ersten Tauchclubs, die ersten Tauchshops wurden eröffnet. In Deutschland gründete Hans-Joachim Bergann der Tauchsportartikelhersteller Barakuda, der noch heute existiert. Aus diesem Hersteller ging später der gleichnamige Tauchverband hervor, der ebenfalls noch heute aktiv ist.

      Ein Anschubpunkt für das Tauchen war 1957 die Erstaussstrahlung von "Sea Hunt" mit Lloyd Bridges als Mike Hunt im Fernsehen. Dies veranlasst tausende Zuschauer mit dem Tauchsport zu beginnen. Als die Unfallzahlen der Taucher steigen, werden die ersten Organisationen gegründet, um Taucher auszubilden und zu zertifizieren. (z.B. NAUI 1960, PADI 1966...). Im ersten Jahr des Bestehens bildet PADI 3226 Taucher aus.

      Einführung von Tauchscheinen
      In den siebziger Jahre werden weitere Entwicklungen in der Tauchtechnik und für die Tauchsicherheit eingeführt: Ein Tauchschein (Zertifikat) ist nun erforderlich, um Flaschen füllen zu lassen oder Ausrüstung auszuleihen. Die Ventile mit Reservewarneinrichtung werden allmählich von Flaschenventilen ohne Reserve abgelöst, da Finimeter entwickelt wurden. Tarierhilfen und Einschlauchregler werden fester Bestandteil der Tauchausrüstung

      Allein in den USA wurden in den neunziger Jahren jährlich ca. 500.000 neue Taucher ausgebildet, neue Tauchmagazine kommen auf den Markt, Tauchcomputer werden weit verbreitet, Tauchtourismus wird zu einem großen Wirtschaftszweig... Das technisch orientierte Tauchen (technical diving) verbreitet sich - fortschrittliche Technologien werden genutzt (Mischgase, Vollgesichtsmasken, Kommunikation, Scooter usw.).