Uhrenproduzent Hanhart tickt im Schweizer Takt
Die schweizerische Ortschaft Diessenhofen im Kanton Thurgau unmittelbar an der deutschen Grenze macht einen gemächlichen Eindruck. Wahrzeichen der kleinen Ortschaft ist der im 16. Jahrhundert erbaute Siegelturm, der von einer malerischen Altstadt umgeben ist. Beinahe könnte man meinen, die Zeit sei dort ein wenig stehen geblieben. Dieser Eindruck täuscht jedoch. Denn die Uhren ticken wieder etwas lauter in Diessenhofen. Die in Gütenbach im Schwarzwald ansässige Uhrenmanufaktur Hanhart ist mit der Neugründung des Tochterunternehmens Hanhart AG wieder dorthin zurückgekehrt, wo 1882 die Geschichte der traditionsreichen Uhrenmarke begann.
In den Räumen der neu gegründeten Hanhart-Niederlassung in Diessenhofen wirkt alles noch etwas improvisiert. Die Wände erstrahlen in tadellosem Weiß und der Geruch neuer Büromöbel erfüllt die Räumlichkeiten. Thomas Allenspach ist frischgebackener Geschäftsführer der Hanhart AG. Allenspach ist kein Neuling im Geschäft. Zuletzt war er als Geschäftsführer des Schweizer Biosaftherstellers Biotta AG tätig. Der 42-Jährige gibt sich optimistisch. Die Aufgaben, vor denen er steht, sind anspruchsvoll: Der Uhrenbauer will künftig den Ausbau des Armbanduhrensegments vorantreiben und den Namen Hanhart mit einem weiterentwickelten Konzept international ausrichten. In Diessenhofen sollen mittelfristig rund 10 Arbeitsplätze entstehen. "Wir wollen die Marke Hanhart komplett weiterentwickeln und uns ab 2009 auf dem Markt neu präsentieren", erläutert Allenspach. Einzelheiten wolle das Unternehmen jedoch noch nicht verraten. Erst auf der Baselworld 2009, der wichtigsten Fachmesse, soll das neue Hanhart-Konzept präsentiert werden.
Um die gesteckten Ziele zu erreichen verlegte die Uhrenmanufaktur das komplette Marketing und den Vertrieb des Armbanduhrensegments vom heimischen Gütenbach nach Diessenhofen.
"Das Gesicht von Hanhart wird bleiben, dennoch sehen wir eine Lücke im Markt, die wir neu besetzen wollen", erklärt Allenspach. Um auf dem harten Uhrenmarkt bestehen zu können, hat sich Hanhart auf zwei Schwerpunkte spezialisiert: Zum einen auf die Produktion mechanischer Stoppuhren, die ein breites Anwendungsgebiet in der Forschung und im Sportbereich findet sowie im Bereich der Armbanduhren. Hierbei setzt Hanhart bewusst auf heimische Arbeitskräfte. Produziert wird vollständig in Gütenbach im Schwarzwald. "Wir sind ein Nischenplayer mit klaren Ambitionen. Wir wissen, was wir wollen, und bleiben auf dem Boden", sagt Allenspach.
Der Grund für die Neuausrichtung des Unternehmens sei deshalb auch strategischer Natur. Mit hohen Erwartungen seitens Großinvestoren, wie dem Münchener Finanzinvestor GCI Management oder der Schweizer Small Luxury Companies AG, die bei Hanhart beträchtliche Anteile halten, habe dies nichts zu tun.
Besonders GCI stand in der Vergangenheit von Aktionärsseite stark unter Druck. Dort sorgten schlingernde Börsenkurse für Unruhe. Von diesen Problemen sei bei Hanhart nichts zu spüren: "Natürlich," erklärt Allenspach weiter, "arbeiten wir mit Partnern zusammen, die nicht nur etwas von ihrer Arbeit verstehen, sondern auch etwas von uns fordern. Von einem raueren Wind bei Hanhart kann jedoch nicht die Rede sein. Vielmehr von einer Art Aufbruchstimmung." Bis heute haben sich die besonderen Merkmale der Hanhart-Chronographen nicht verändert. Immer noch sticht die asymmetrische Anordnung der Drücker ins Auge, mit denen sich Funktionen wie Start, Stopp oder Nullstellung abrufen lassen. "Hiermit hat es Folgendes auf sich", erklärt Allenspach, der sich sicher in der Firmenhistorie zu bewegen scheint: In den 30er Jahren zählte Hanhart noch zu einem bedeutenden Ausrüster europäischer, insbesondere der deutschen Luftwaffe. Piloten, die zu dieser Zeit oftmals noch in offenen Fliegerkabinen saßen, waren vor die Schwierigkeit gestellt, dass sie viele der Navigations- und Zeitmessinstrumente mit ihren dick wattierten Fliegerhandschuhen nur schwer bedienen konnten. Mit dem Hanhart-Kniff änderte sich dies. Besonders durch ihre einfache und praxisbezogene Handhabung wurden Hanhart-Uhren besonders in Fliegerkreisen immer beliebter.
Neben einer bis in die Hundertstelsekunde genauen Zeitmessung weise eine Hanhart Uhr gleichzeitig auch eine einzigartige Robustheit auf. "Mit so einer Uhr kann man Tauchen oder sogar in ein Überschallflugzeug steigen", erläutert Allenspach.
Während dies früher hauptsächlich in Militärkreisen geschätzt wurde, haben sich die Anforderungen an die Hanhart-Uhr von heute offensichtlich mehr auf die alltäglichen Risiken verlagert: Eine Hanhart überstehe sogar den Schleudergang in der heimischen Waschmaschine. "Da geht eher die Waschmaschine kaputt als die Hanhart", witzelt der Manager.
Die schweizerische Ortschaft Diessenhofen im Kanton Thurgau unmittelbar an der deutschen Grenze macht einen gemächlichen Eindruck. Wahrzeichen der kleinen Ortschaft ist der im 16. Jahrhundert erbaute Siegelturm, der von einer malerischen Altstadt umgeben ist. Beinahe könnte man meinen, die Zeit sei dort ein wenig stehen geblieben. Dieser Eindruck täuscht jedoch. Denn die Uhren ticken wieder etwas lauter in Diessenhofen. Die in Gütenbach im Schwarzwald ansässige Uhrenmanufaktur Hanhart ist mit der Neugründung des Tochterunternehmens Hanhart AG wieder dorthin zurückgekehrt, wo 1882 die Geschichte der traditionsreichen Uhrenmarke begann.
In den Räumen der neu gegründeten Hanhart-Niederlassung in Diessenhofen wirkt alles noch etwas improvisiert. Die Wände erstrahlen in tadellosem Weiß und der Geruch neuer Büromöbel erfüllt die Räumlichkeiten. Thomas Allenspach ist frischgebackener Geschäftsführer der Hanhart AG. Allenspach ist kein Neuling im Geschäft. Zuletzt war er als Geschäftsführer des Schweizer Biosaftherstellers Biotta AG tätig. Der 42-Jährige gibt sich optimistisch. Die Aufgaben, vor denen er steht, sind anspruchsvoll: Der Uhrenbauer will künftig den Ausbau des Armbanduhrensegments vorantreiben und den Namen Hanhart mit einem weiterentwickelten Konzept international ausrichten. In Diessenhofen sollen mittelfristig rund 10 Arbeitsplätze entstehen. "Wir wollen die Marke Hanhart komplett weiterentwickeln und uns ab 2009 auf dem Markt neu präsentieren", erläutert Allenspach. Einzelheiten wolle das Unternehmen jedoch noch nicht verraten. Erst auf der Baselworld 2009, der wichtigsten Fachmesse, soll das neue Hanhart-Konzept präsentiert werden.
Um die gesteckten Ziele zu erreichen verlegte die Uhrenmanufaktur das komplette Marketing und den Vertrieb des Armbanduhrensegments vom heimischen Gütenbach nach Diessenhofen.
"Das Gesicht von Hanhart wird bleiben, dennoch sehen wir eine Lücke im Markt, die wir neu besetzen wollen", erklärt Allenspach. Um auf dem harten Uhrenmarkt bestehen zu können, hat sich Hanhart auf zwei Schwerpunkte spezialisiert: Zum einen auf die Produktion mechanischer Stoppuhren, die ein breites Anwendungsgebiet in der Forschung und im Sportbereich findet sowie im Bereich der Armbanduhren. Hierbei setzt Hanhart bewusst auf heimische Arbeitskräfte. Produziert wird vollständig in Gütenbach im Schwarzwald. "Wir sind ein Nischenplayer mit klaren Ambitionen. Wir wissen, was wir wollen, und bleiben auf dem Boden", sagt Allenspach.
Der Grund für die Neuausrichtung des Unternehmens sei deshalb auch strategischer Natur. Mit hohen Erwartungen seitens Großinvestoren, wie dem Münchener Finanzinvestor GCI Management oder der Schweizer Small Luxury Companies AG, die bei Hanhart beträchtliche Anteile halten, habe dies nichts zu tun.
Besonders GCI stand in der Vergangenheit von Aktionärsseite stark unter Druck. Dort sorgten schlingernde Börsenkurse für Unruhe. Von diesen Problemen sei bei Hanhart nichts zu spüren: "Natürlich," erklärt Allenspach weiter, "arbeiten wir mit Partnern zusammen, die nicht nur etwas von ihrer Arbeit verstehen, sondern auch etwas von uns fordern. Von einem raueren Wind bei Hanhart kann jedoch nicht die Rede sein. Vielmehr von einer Art Aufbruchstimmung." Bis heute haben sich die besonderen Merkmale der Hanhart-Chronographen nicht verändert. Immer noch sticht die asymmetrische Anordnung der Drücker ins Auge, mit denen sich Funktionen wie Start, Stopp oder Nullstellung abrufen lassen. "Hiermit hat es Folgendes auf sich", erklärt Allenspach, der sich sicher in der Firmenhistorie zu bewegen scheint: In den 30er Jahren zählte Hanhart noch zu einem bedeutenden Ausrüster europäischer, insbesondere der deutschen Luftwaffe. Piloten, die zu dieser Zeit oftmals noch in offenen Fliegerkabinen saßen, waren vor die Schwierigkeit gestellt, dass sie viele der Navigations- und Zeitmessinstrumente mit ihren dick wattierten Fliegerhandschuhen nur schwer bedienen konnten. Mit dem Hanhart-Kniff änderte sich dies. Besonders durch ihre einfache und praxisbezogene Handhabung wurden Hanhart-Uhren besonders in Fliegerkreisen immer beliebter.
Neben einer bis in die Hundertstelsekunde genauen Zeitmessung weise eine Hanhart Uhr gleichzeitig auch eine einzigartige Robustheit auf. "Mit so einer Uhr kann man Tauchen oder sogar in ein Überschallflugzeug steigen", erläutert Allenspach.
Während dies früher hauptsächlich in Militärkreisen geschätzt wurde, haben sich die Anforderungen an die Hanhart-Uhr von heute offensichtlich mehr auf die alltäglichen Risiken verlagert: Eine Hanhart überstehe sogar den Schleudergang in der heimischen Waschmaschine. "Da geht eher die Waschmaschine kaputt als die Hanhart", witzelt der Manager.