Junghans Uhren insolvent
Dienstag, 2. September 2008 02:25 - Von Hagen Seidel
Die Insolvenz des Luxusgüterkonzerns EganaGoldpfeil Europe (Holdings) GmbH wegen drohender Zahlungsunfähigkeit hat doch dramatischere Folgen, als das Management bisher zugeben wollte: Jetzt musste auch die Tochter Junghans Uhren GmbH in Schramberg im Schwarzwald Insolvenz anmelden. Zuvor hatte die Porzellan Manufaktur Ludwigsburg, deren Mehrheitseigentümer EganaGoldpfeil ist, dasselbe Schicksal ereilt. Der Konzern beschäftigt 7000 Mitarbeiter, 2000 davon in Deutschland.
Vor knapp zwei Wochen noch hatte Heinz W. Pfeifer, Europachef der EganaGoldpfeil Europe (Holdings) GmbH, gegenüber der Morgenpost versichert: "Es ist nichts Schlimmes passiert. Diese Insolvenz hat nichts mit unserem Kerngeschäft zu tun." Das sieht spätestens mit der Insolvenz von Junghans Uhren ganz anders aus. Gestern war Pfeifer nicht zu sprechen. EganaGoldpfeil verwies an die Geschäftsführung von Junghans. Die allerdings war gestern ebenfalls nicht zu sprechen. Konzernkenner fürchten, dass die bisherigen drei Pleiten des verschwiegenen Firmengeflechtes nicht die letzten sein werden. Zu EganaGoldpfeil gehören auch Marken wie Dugena, Salamander und Sioux.
Seit 1861 bereits produziert Junghans Uhren, derzeit mit 110 Mitarbeitern. Die Verunsicherung ist groß. Die Stimmung soll schon lange schlecht gewesen sein, die Chefs immer mehr Druck ausgeübt haben. Gestern warteten Belegschaftsvertreter am Junghans-Stammsitz in Schramberg ratlos auf Insolvenzverwalter Georg Bernsau. "Die Mitarbeiter haben von der Insolvenz aus der Zeitung erfahren. Bisher hatte offenbar noch niemand aus der Geschäftsführung den Mut, es der Belegschaft zu sagen", ärgert sich Reiner Neumeister von der IG Metall. An Kleinigkeiten merken die Mitarbeiter, wie schlimm es aussieht: Seit gestern verlangt etwa der Betreiber in der Kantine, die die Junghans-Mitarbeiter üblicherweise besuchen, den vollen Preis fürs Essen. Er verlässt sich nicht mehr darauf, dass die Firma vereinbarte Zuschüsse zahlt.
Dienstag, 2. September 2008 02:25 - Von Hagen Seidel
Die Insolvenz des Luxusgüterkonzerns EganaGoldpfeil Europe (Holdings) GmbH wegen drohender Zahlungsunfähigkeit hat doch dramatischere Folgen, als das Management bisher zugeben wollte: Jetzt musste auch die Tochter Junghans Uhren GmbH in Schramberg im Schwarzwald Insolvenz anmelden. Zuvor hatte die Porzellan Manufaktur Ludwigsburg, deren Mehrheitseigentümer EganaGoldpfeil ist, dasselbe Schicksal ereilt. Der Konzern beschäftigt 7000 Mitarbeiter, 2000 davon in Deutschland.
Vor knapp zwei Wochen noch hatte Heinz W. Pfeifer, Europachef der EganaGoldpfeil Europe (Holdings) GmbH, gegenüber der Morgenpost versichert: "Es ist nichts Schlimmes passiert. Diese Insolvenz hat nichts mit unserem Kerngeschäft zu tun." Das sieht spätestens mit der Insolvenz von Junghans Uhren ganz anders aus. Gestern war Pfeifer nicht zu sprechen. EganaGoldpfeil verwies an die Geschäftsführung von Junghans. Die allerdings war gestern ebenfalls nicht zu sprechen. Konzernkenner fürchten, dass die bisherigen drei Pleiten des verschwiegenen Firmengeflechtes nicht die letzten sein werden. Zu EganaGoldpfeil gehören auch Marken wie Dugena, Salamander und Sioux.
Seit 1861 bereits produziert Junghans Uhren, derzeit mit 110 Mitarbeitern. Die Verunsicherung ist groß. Die Stimmung soll schon lange schlecht gewesen sein, die Chefs immer mehr Druck ausgeübt haben. Gestern warteten Belegschaftsvertreter am Junghans-Stammsitz in Schramberg ratlos auf Insolvenzverwalter Georg Bernsau. "Die Mitarbeiter haben von der Insolvenz aus der Zeitung erfahren. Bisher hatte offenbar noch niemand aus der Geschäftsführung den Mut, es der Belegschaft zu sagen", ärgert sich Reiner Neumeister von der IG Metall. An Kleinigkeiten merken die Mitarbeiter, wie schlimm es aussieht: Seit gestern verlangt etwa der Betreiber in der Kantine, die die Junghans-Mitarbeiter üblicherweise besuchen, den vollen Preis fürs Essen. Er verlässt sich nicht mehr darauf, dass die Firma vereinbarte Zuschüsse zahlt.