Junghans Uhren insolvent

      Junghans Uhren insolvent

      Junghans Uhren insolvent

      Dienstag, 2. September 2008 02:25 - Von Hagen Seidel

      Die Insolvenz des Luxusgüterkonzerns EganaGoldpfeil Europe (Holdings) GmbH wegen drohender Zahlungsunfähigkeit hat doch dramatischere Folgen, als das Management bisher zugeben wollte: Jetzt musste auch die Tochter Junghans Uhren GmbH in Schramberg im Schwarzwald Insolvenz anmelden. Zuvor hatte die Porzellan Manufaktur Ludwigsburg, deren Mehrheitseigentümer EganaGoldpfeil ist, dasselbe Schicksal ereilt. Der Konzern beschäftigt 7000 Mitarbeiter, 2000 davon in Deutschland.

      Vor knapp zwei Wochen noch hatte Heinz W. Pfeifer, Europachef der EganaGoldpfeil Europe (Holdings) GmbH, gegenüber der Morgenpost versichert: "Es ist nichts Schlimmes passiert. Diese Insolvenz hat nichts mit unserem Kerngeschäft zu tun." Das sieht spätestens mit der Insolvenz von Junghans Uhren ganz anders aus. Gestern war Pfeifer nicht zu sprechen. EganaGoldpfeil verwies an die Geschäftsführung von Junghans. Die allerdings war gestern ebenfalls nicht zu sprechen. Konzernkenner fürchten, dass die bisherigen drei Pleiten des verschwiegenen Firmengeflechtes nicht die letzten sein werden. Zu EganaGoldpfeil gehören auch Marken wie Dugena, Salamander und Sioux.
      Seit 1861 bereits produziert Junghans Uhren, derzeit mit 110 Mitarbeitern. Die Verunsicherung ist groß. Die Stimmung soll schon lange schlecht gewesen sein, die Chefs immer mehr Druck ausgeübt haben. Gestern warteten Belegschaftsvertreter am Junghans-Stammsitz in Schramberg ratlos auf Insolvenzverwalter Georg Bernsau. "Die Mitarbeiter haben von der Insolvenz aus der Zeitung erfahren. Bisher hatte offenbar noch niemand aus der Geschäftsführung den Mut, es der Belegschaft zu sagen", ärgert sich Reiner Neumeister von der IG Metall. An Kleinigkeiten merken die Mitarbeiter, wie schlimm es aussieht: Seit gestern verlangt etwa der Betreiber in der Kantine, die die Junghans-Mitarbeiter üblicherweise besuchen, den vollen Preis fürs Essen. Er verlässt sich nicht mehr darauf, dass die Firma vereinbarte Zuschüsse zahlt.

      Uhrenhersteller Junghans ist pleite

      Uhrenhersteller Junghans ist pleite

      Betroffen sind rund 110 Mitarbeiter am Sitz Schramberg im Schwarzwald

      Der traditionelle Uhrenhersteller Junghans hat Insolvenz angemeldet. Wie der Bevollmächtigte der IG Metall Freudenstadt, Reiner Neumeister, am Montag nach einer Betriebsversammlung bestätigte, wurde der Insolvenzantrag am Freitag beim Amtsgericht Offenbach gestellt. Betroffen seien rund 110 Mitarbeiter der Junghans Uhren GmbH am Sitz Schramberg im Schwarzwald.

      Die Junghans Uhren GmbH gehört zu 100 Prozent dem Luxusgüterkonzern EganaGoldpfeil. Gründe für die Insolvenz sollen einerseits finanzielle Schwierigkeiten der Muttergesellschaft sein. Junghans selbst soll aber bereits seit Jahren in den roten Zahlen stecken. EganaGoldpfeil habe die Verluste der Tochter zuletzt nicht mehr ausgeglichen, hieß es.

      Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Georg Bernsau aus Frankfurt am Main bestellt. Ziel wird es der IG Metall zufolge nun sein, eine zukunftsfähige Lösung für die Junghans Uhren GmbH zu finden. Eine Möglichkeit wäre die Herauslösung aus dem Mutterkonzern und die Übernahme durch einen neuen Eigentümer. Neumeister sagte, er sehe durchaus Chancen für das Unternehmen. Die Marke habe einen guten Ruf.
      Bilder
      • junghans.jpg

        44,96 kB, 400×300, 33 mal angesehen

      Uhrenmacher Junghans pleite

      Uhrenmacher Junghans pleite

      SCHRAMBERG. (dpa/BZ). Einer der letzten großen Schwarzwälder Uhrenhersteller ist zahlungsunfähig: Die Junghans Uhren GmbH aus Schramberg mit ihren noch 110 Mitarbeitern hat Insolvenz angemeldet. Grund seien finanzielle Schwierigkeiten der Muttergesellschaft Egana Goldpfeil, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft IG Metall am Montag. Laut Schwarzwälder Bote machte Junghans Uhren in den vergangenen Jahren Verlust. Nun prüft der Insolvenzverwalter, ob das Geschäft fortgesetzt werden kann.

      Das Unternehmen im Kreis Rottweil wurde 1861 gegründet. Mitte der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts brachte Junghans als einer der ersten Anbieter Funkuhren auf den Massenmarkt.

      Der börsennotierte Konsum- und Luxusgüterkonzern Egana Goldpfeil hat seinen Hauptsitz in Hongkong. Zu seinen Marken gehört unter anderem der Schuhhersteller Salamander mit Sitz in Kornwestheim im Kreis Ludwigsburg.

      Junghans tickt nicht mehr richtig

      Junghans tickt nicht mehr richtig

      VON JUTTA MAIER

      Sie hatte die typische Tropfenform, eine integrierte Eieruhr, war weiß oder pastellfarben: Die Junghans-Küchenuhr. Der in den 50ern von Max Bill entworfene Design-Klassiker stammt aus einer Zeit, in der die Geschichte des deutschen Uhrenherstellers Junghans noch durch und durch eine Erfolgsgeschichte war. Damit ist es nun vorbei: Vergangene Woche meldete das Traditionsunternehmen Insolvenz an und sucht nun einen Käufer.

      Das waren noch Zeiten: 1861 im Schramberg im Schwarzwald gegründet, war Junghans um 1900 der weltweit größte Uhrenhersteller. Er beschäftigte 3000 Angestellte und produzierte mehr als drei Millionen Zeitmesser im Jahr. Junghans hatte die Nase stets vorn: Bei den Olympischen Spielen 1972 in München war der Uhrenhersteller offizieller Zeitnehmer, 1985 brachte er die erste funkgesteuerte Tischuhr der Welt auf den Markt. 1986 folgte die erste Funk-Solaruhr. Den letzten Coup landete Junghans 1990 mit der weltweit ersten funkgesteuerten Armbanduhr, das Modell Mega 1. Es wurde 2005 zum 15-jährigen Jubiläum neu aufgelegt.

      Heute gilt Junghans zwar immer noch als bekannteste deutsche Uhrenmarke, doch hinter den Kulissen sieht es düster aus: Das Unternehmen beschäftigt nur noch 120 Mitarbeiter und macht seit Jahren Verluste. Insolvenzverwalter Georg Bernsau nennt in der Financial Times Deutschland mehrere Gründe für die Pleite: Pensionszahlungen an ehemalige Mitarbeiter sowie Schwierigkeiten der deutsch-chinesischen Muttergesellschaft Egana Goldpfeil, deren Europa-Abteilung Ende August Insolvenz anmeldete. Dazu komme die "verspätete Umstellung von Massenware auf hochwertige Uhren, den Luxusmarkt", so Bernsau.

      Heinz W. Pfeifer, Generalbevollmächtigter bei Egana Goldpfeil, begann erst 2005 die Marke neu auszurichten. Sein Plan: Er wollte Junghans mit exklusiveren und teureren mechanischen Modellen wieder auf Erfolgskurs bringen. Mit einer ähnlichen Strategie verhalf Pfeifer auch schon der Marke Glashütte Original zum Glanz. Die Luxusmarke "Erhard Junghans" sollte es diesmal bei den Schrambergern richten.

      Ob diese Stategie richtig war, ist umstritten. Die Marke habe Preise zwischen 2000 und 25 000 Euro nicht hergegeben, sagt Uhrengroßhändler Guido Abeler. Junghans hätte stattdessen seine Vorreiterposition im Bereich Funk ausbauen sollen: "Die Bekanntheit der Marke lebte davon, dass Generationen von Verbrauchern einen Junghans-Wecker auf dem Nachttisch stehen hatten, den gab es ab 9,95 Euro."

      Klar ist, dass der Markt im mittleren Preissegment, das Junghans mit den Max Bill-Modellen sowie Quarzuhren aus der "Anytime"- Kollektion bedient, schwierig geworden ist. Urs Diethelm, Analyst von Sal Oppenheim, beobachtet eine allgemeine "Polarisierung" des Konsums "zwischen Lidl und Kaviar". Das gelte auch für Kleidung und Uhren. "Wer in der Mitte ist, wird aufgerieben." Zumal die mittlere Preisklasse von Fashion Brands wie Puma oder Adidas abgedeckt werde, die von ihrem Namen profitierten.

      Andere deutsche Uhrenhersteller haben es ähnlich wie Junghans gemacht und auf die "Renaissance der mechanischen Uhrwerke" gesetzt, wie Alfred Schneider, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Schmuck und Uhren, den Trend in der Branche bezeichnet. Im Fachmagazin "Blickpunkt Juwelier" ist von einer Rückbesinnung auf die Tradition und das "Qualitätsmerkmal Made in Germany" die Rede. Besonders erfolgreich umgesetzt wurde das Konzept "deutsche Qualitätsuhr" ausgerechnet von Schweizer Investoren: Dem Luxusgüterkonzern Richemont gelang mit der Neuausrichtung der Marke Lange und der Swatch Group mit Glashütte Original der internationale Durchbruch.

      Besonders beliebt seien Uhren "Made in Germany" in Fernost und den USA, sagt Guido Abele. Auch Junghans wollte demnächst mit Hilfe seines Mutterkonzerns den chinesischen Markt erorbern. Nun muss erstmal ein Käufer her. Nach Angaben des Insolvenzverwalters gibt es zehn Interessenten. Vom neuen Kurs will man bei Junghans nicht abweichen. Vielleicht ist es so, wie Heinz W. Pfeifer sagt: Der Übergang von der Massenherstellung zur traditionellen Uhrenfertigung ist ein Paradigmenwechsel. Und der geht nicht über Nacht, sondern braucht Zeit.

      Viele Interessenten für Uhrenhersteller Junghans

      Viele Interessenten für Uhrenhersteller Junghans

      Frankfurt/Main- Der insolvente Uhrenhersteller Junghans könnte noch in diesem Jahr an einen neuen Eigentümer verkauft werden. "Ich hoffe, dass uns das gelingt. Es gibt sehr viele Interessenten", sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Georg Bernsau in Frankfurt. Eine Zahl wollte er nicht nennen. "Es sind aber so viele aus dem In- und Ausland, dass wir derzeit diejenigen aussortieren, die nur an der Marke und nicht am gesamten Unternehmen interessiert sind", sagte Bernsau.

      Der Hersteller aus dem Schwarzwald, ein Mitglied der angeschlagenen Egana-Gruppe, beschäftigt 115 Mitarbeiter. Der Insolvenzverwalter sagte, er sehe gute Chancen, sehr viele dieser Jobs zu retten, wenn das Unternehmen aus dem Egana-Verbund heraus gelöst sei.

      Ohne Altlasten sei schon jetzt ein operatives Ergebnis von "Plusminus Null" möglich, sagte Junghans-Geschäftsführer Werner Wicklein. Junghans hatte Ende August Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit gestellt, nachdem der Mutterkonzern von den Cayman Islands die Zahlungen komplett eingestellt hatte.

      Während man bei Egana die defizitäre Tochter Junghans als Fass ohne Boden darstellt, sieht Bernsau umgekehrt die Verbindungen zu Egana als Hauptproblem. Der Großteil der Verluste sei durch Konzernumlagen und vor allem Zahlungen an die Betriebsrentner aus früheren Zeiten bedingt, die Egana beim Kauf des Uhrenherstellers übernommen hatte. sl

      Suche nach Investor für Uhrenfirma Junghans zieht sich hin

      Suche nach Investor für Uhrenfirma Junghans zieht sich hin
      SCHRAMBERG/FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Suche nach einem Investor für den insolventen Uhrenhersteller Junghans zieht sich hin. Am Sonntag teilte Insolvenzverwalter Georg Bernsau in Frankfurt/Main mit, im Frühjahr 2009 könnte es einen Abschluss mit einem Käufer geben. Mitte September hatte er noch erklärt, er werde noch in diesem Jahr einen neuen Eigentümer für die traditionsreiche Firma in Schramberg (Kreis Rottweil) mit seinen 115 Mitarbeiter finden. Mittlerweile hat das Amtsgericht Offenbach das Insolvenzverfahren eröffnet. Der Jurist erklärte, er sehe "sehr gute Chancen für die Fortführung des Unternehmens und den Erhalt aller 115 Arbeitsplätze".

      Bernsau führt nach eigenen Angaben zahlreiche Gespräche mit Interessenten aus dem Inland und deutschsprachigen Ausland. Er sei seinem Ziel, die Firma zu sanieren, inzwischen einen großen Schritt näher gekommen. So sei es gelungen, Junghans aus dem Konsum- und Luxusgüterkonzern EganaGoldpfeil herauszulösen. Dies habe zu einer "finanziellen Stabilisierung" geführt. Trotz Konsumrückgangs infolge der Finanzmarktkrise sei kein Einbruch des Umsatzes bei Junghans zu verzeichnen. Die Auftragslage sei gut, die Produktion laufe uneingeschränkt weiter und es gebe keine Probleme bei der Liquidität, erklärte Bernsau.

      Die Junghans Uhren GmbH hatte wegen finanzieller Probleme der Muttergesellschaft EganaGoldpfeil Ende August Insolvenz angemeldet. EganaGoldpfeil hat seinen Hauptsitz in Hongkong und die Europazentrale in Offenbach. Das Unternehmen hatte im August für den europäischen Teil seines Geschäfts ebenfalls Insolvenz angemeldet. Die drohende Zahlungsunfähigkeit ist den Angaben zufolge auf Probleme mit chinesischen Zoll- und Steuerangelegenheiten zurückzuführen.

      Junghans Uhren ticken jetzt anders

      Junghans Uhren ticken jetzt anders

      Auch in der vermeintlich so harten Geschäftwelt sind Emotionen manchmal durchaus handlungsleitend. Hans-Jochem Steim und sein Sohn Hannes gaben als einen Grund für die jetzt erfolgte Übernahme des weltweit bekannten Uhrenherstellers Junghans an, dass ihnen die Produktion am Stammsitz im Schwarzwaldstädtchen Schramberg, wo Hans-Jochem Steim geboren wurde, am Herzen liegen würde. Und außerdem die Marke Junghans zu ihrem Leben dazugehören würde.

      Über die nötigen finanziellen Mittel für den Kauf verfügen die Steims auf jeden Fall. Ihnen gehört das Unternehmen Hugo Kern und Liebers GmbH & Co. KG, das mit 5.400 Beschäftigten 2008 einen Umsatz von 470 Millionen Euro generieren konnte. Schwerpunkte liegen auf der Herstellung von Sicherheitsgurtfedern für Autos und Platinen für die Feinstrumpfhosenproduktion. Vater und Sohn betonen allerdings, dass beide Unternehmen strikt getrennt voneinander geführt werden und Junghans im Privatbesitz der beiden verbleiben wird.

      Junghans war im Sommer letzten Jahres durch das finanzielle Chaos im EganaGoldpfeil Konzern in die Insolvenz geraten. Nun kann das Traditionsunternehmen wieder positiv gestimmt nach vorne schauen, da die Steims ein langfristig angelegtes Konzept vorgelegt haben. Danach sollen von den zuletzt 115 Mitarbeitern 80 übernommen werden. Die übrigen sollen bei vollem Lohnausgleich für ein Jahr in eine Qualifizierungsgesellschaft wechseln. Die Konzentration wird künftig Uhren in Einstiegs- und Mittelpreislagen gelten, damit die einst größte Uhrenfabrik der Welt zumindest nicht von der Unternehmenslandkarte verschwindet.
      Junghans ist weltweit einer der größten Hersteller von Armbanduhren und führend in der Uhrentechnologie. Produziert werden vor allem Funk- und Solararmbanduhren.

      Gegründet wurde das Unternehmen 1861 von Erhard Junghans und Franz Xaver Junghans. 1903 galt Junghans bereits als größte Uhrenfabrik der Welt. In Spitzenzeiten hatte Junghans bis zu 10.000 Beschäftigte.

      Im Zuge des Zusammenbruchs des EganaGoldpfeil Konzerns musste Junghans im Sommer 2008 Insolvenz anmelden. Anfang 2009 kaufen Hans-Jochem Steim und sein Sohn Hannes das Traditionsunternehmen
      Die Firma EGANAGOLD. (HLDGS) HD 1 (Kürzel: EGA) ist börsennotiert. Die Aktie mit der WKN 887923 und ISIN KYG2943E1329 wird im Freiverkehr gehandelt.
      Neuer Eigentümer für Junghans-Uhren kommt aus dem Schwarzwald

      Frankfurt, 22. Jan (Reuters) - Die traditionsreiche Uhrenfabrik Junghans kommt wieder in Schwarzwälder Besitz. Der ehemalige Lieferant Hans-Jochem Steim werde das Unternehmen zum 1. Februar übernehmen, das von seinem bisherigen Eigentümer Egana Goldpfeil(0048.HK: Kurs) Europe mit in die Insolvenz gerissen worden war, teilte Junghans-Insolvenzverwalter Georg Bernsau am Donnerstag in Frankfurt mit. Steim übernimmt 85 der 115 Mitarbeiter von Junghans. Das 1861 gegründete Unternehmen hatte im August Insolvenz angemeldet, kurz nach der Europa-Holding des Luxuswarenkonzerns Egana Goldpfeil.

      Die Junghans-Geschäftsführung bezeichnete die Übernahme als "Wunschlösung". Steim und seinem Sohn Hannes gehört die Kern-Liebers-Gruppe in Schramberg im Schwarzwald, der Stadt, in der auch Junghans sitzt. Steims Unternehmen liefern Junghans unter anderem die Federn für das Uhrwerk. Der Uhrenhersteller will sich Bernsau zufolge künftig auf niedrigere und mittlere Preislagen konzentrieren. Für die Premiummarke "Erhard" sollen Kooperationspartner gesucht werden.

      Junghans-Uhren in neuen Händen

      Junghans-Uhren in neuen Händen

      Unternehmer Hans-Jochem Steim und Sohn kaufen Traditionsfirma


      Frankfurt - Insolvenzverwalter Georg Bernsau hat neue Eigentümer für den traditionsreichen, zuletzt aber zahlungsunfähigen Uhrenhersteller Junghans in Schramberg gefunden. Anfang Februar übernehmen der Schramberger Unternehmer Hans-Jochem Steim und sein Sohn Hannes Steim als private Investoren das Unternehmen. Junghans war bislang Tochter der angeschlagenen Egana-Gruppe in Hongkong.

      Der 30 Jahre alte Hannes Steim ist Chef der Carl Haas GmbH, die seit 2007 zum Firmenverbund Kern-Liebers gehört, deren geschäftsführender Gesellschafter sein Vater ist. Kern-Liebers ist ein Zulieferer für die Auto-, Textil- und Konsumgüterindustrie. Mit 5400 Beschäftigten, darunter 1300 am Stammsitz in Schramberg, erzielt diese Gruppe einen Umsatz von 469 Millionen Euro.

      Vater und Sohn Steim betonen, ihre Beteiligungen von zwei Dritteln und einem Drittel an Junghans seien privater Natur. Sie übernehmen den Uhrenhersteller schuldenfrei. Über den Kaufpreis machen weder sie noch der Insolvenzverwalter Angaben. Von den zuletzt 115 Junghans-Beschäftigten bleiben 85 übrig. Die restlichen 30 Leute müssen in eine Transfergesellschaft wechseln. Den Steims ist klar, dass sie bei Junghans Mittel zuschießen müssen, damit die Firma eine Zukunft hat. Geld muss offenbar unter anderem in Werbung und die Entwicklung neuer Produkte fließen. Wie viel Mittel sie bereitstellen werden, will Hannes Steim nicht sagen.

      Laut Bernsau interessierten sich insgesamt 20 Investoren für die Firma Junghans, deren Umsatz zuletzt bei unter 50 Millionen Euro lag. Ein Sprecher der IG Metall begrüßte das Engagement der Steims "aus regionaler Verbundenheit". Dies sei "nicht die schlechteste Lösung", hieß es. Der Stellenabbau gefalle ihm aber nicht.

      Der Uhrenhersteller Junghans ist gerettet

      Der Uhrenhersteller Junghans ist gerettet

      Die Uhren bei Junghans ticken wieder: Die Rettung für den insolventen Schramberger Uhrenbauer kommt aus dem eigenen Ort. Die Unternehmerfamilie Steim kauft die Firmenreste.

      Ein Stück Schramberg wollen sie erhalten, sagen die neuen Eigentümer der insolventen Junghans Uhren GmbH. Der Rettung für die fast anderthalb Jahrhunderte alte Firma im Kreis Rottweil kommt aus dem eigenen Ort. Der Industrielle und Ex-CDU-Landtagsabgeordnete Hans-Jochem Steim und sein Sohn Hannes kaufen die Reste jener Firma, die vor vier Jahrzehnten 7000 Menschen beschäftigte. Nun werden von zuletzt 115 Mitarbeitern 85 übernommen.

      Das Schwarzwälder Unternehmen stellte im August Insolvenzantrag, nachdem die Muttergesellschaft in Schieflage geraten war – Egana-Goldpfeil, ein Luxusgüterkonzern mit Sitz in Hongkong. Junghans’ Insolvenzverwalter sagte am Donnerstag, er habe mit 20 Interessenten verhandelt, darunter Markenjägern, die keinerlei Interesse am Standort gezeigt hätten. Ganz anders als die Familie Steim. Sie will am Sitz in Schramberg festhalten.

      Hans-Jochem Steim (66) führt des Familienunternehmen Kern-Liebers in Schramberg. Nicht dieses, sondern die Familie Steim privat kauft Junghans. Steims Urgroßvater hatte 1888 in Schramberg begonnen, Uhrenfedern zu produzieren. Heute beschäftigt der daraus hervorgegangene Zulieferer für die Automobil-, Textil- und Konsumgüterindustrie weltweit 5400 Menschen. Der Umsatz liegt bei 470 Millionen Euro. Ihre Wurzeln haben die Unternehmer offensichtlich aber nicht vergessen.

      Junghans schmückte sich vor Jahrzehnten damit, der größte Uhrenhersteller der Welt zu sein. Fast alle Familien in Schramberg waren existenziell mit Junghans verbunden und sind es emotional bis heute. "Kurz nach Betriebsschluss um 16 Uhr war die Stadt schwarz voll Menschen", erinnert sich Herbert Zinell, seit 18 Jahren Oberbürgermeister seiner Geburtsstadt ist. "Schramberg hat der Firma viel zu verdanken."

      Anderswo im Schwarzwald sind ähnlich bedeutsame Firmen längst verschwunden. Kienzle und Bürk waren solch glanzvolle Namen in Schwenningen, das wie Schramberg mit Uhren groß geworden ist. Deren Siegeszug begann Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Umstellung von hölzernen auf metallene Bauteile und der Optimierung von Mechanik und Fertigung. Ein rasanter Aufschwung lockte von überall her Arbeiterfamilien nach Schramberg und ins ehemalige Bauerndorf Schwenningen. In den 1970er Jahren feierte es sich selbst als stolzes Weltzentrum der Uhrenindustrie.

      Ende der 1980er Jahre folgte der jähe Absturz. Die Strukturkrise führte überall im Schwarzwald zu Firmensterben und Massenentlassungen. Auch das Kienzle-Imperium in Schwenningen zerbrach. Ursache für den Kollaps einer ganzen Branche war die Massenproduktion von Quarzuhren in Asien, die Europa überschwemmten und mechanische Laufwerke verdrängten. 1969 brachte der japanische Uhrenmacher Seiko die erste Quarz-Armbanduhr auf den Markt, deren Vorläufer im Schwarzwald entwickelt worden war. Die Produzenten hier hatten die Durchschlagskraft der Präzisionszeitmesser in billigem Plastikoutfit unterschätzt.

      Lebendige Spuren jener Zeiten, die noch tickend verstrichen, finden Besucher im Schwarzwald überall, in Schwenningen besonders eindrucksvoll im Uhrenindustriemuseum. Und im Oberen Bregtal, wo die Geschichte Schwarzwälder Uhrmacherkunst vor 300 Jahren begann. Damals entwickelten geschickte Uhrmacher auf den abgelegenen Schwarzwaldhöfen Methoden für die Herstellung robuster und schöner Uhren, die sich auch die einfachen Leute leisten konnten. Das Zentrum im Oberen Bregtal ist Furtwangen, wo 1850 die Großherzogliche Badische Uhrmacherschule gegründet wurde – als Konsequenz aus der Erkenntnis, dass spezielles Wissen auch speziell vermittelt und erlernt werden musste. Damals entstand auch eine Lehr- und Modellsammlung, die den Grundstock des heutigen Uhrenmuseums in Furtwangen mit seinem bundesweit größten Fundus an historischen Zeitmessern bildete.

      Weltzentrum für die Produktion von Kuckucksuhren darf sich bis heute noch der Skiort Schonach nennen. In kleinen Manufakturen werden hier nach alten Techniken Schilder- und Kuckucksuhren hergestellt, ausschließlich in Handarbeit und mit mechanischen Laufwerken. Dennoch – und trotz der späten Turbulenzen um Junghans – ist die Uhrenkrise im Schwarzwald selbst ein Stück Geschichte geworden und Teil des Strukturwandels. Der wurde mit feinmechanischer Kompetenz bewältigt. Statt Zahnräder werden heute Autogetriebe gefertigt. Aus der Uhrmacherschule entwickelte sich mit der heutigen Fachhochschule Furtwangen eine renommierte Schmiede für Computerexperten, Kommunikationswissenschaftler und Medieninformatiker.

      Steim erläutert neue Firmenstrategie

      Steim erläutert neue Firmenstrategie

      SCHRAMBERG, 4. Februar (him) - Bei einer Betriebsversammlung an der Geisshalde hat Hans-Jochem Steim der Restbelegschaft von Junghans Uhren sein Pläne für die Zukunft erläutert. Vergangene Woche hatten 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Bis auf wenige Ausnahmen haben sie das Angebot angenommen, ein Jahr lang in der Beschäftigungsgesellschaft Mypegasus unterzukommen.

      In der neuen Junghans Uhrenfabrik werden noch 86 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten, dazu kommen drei Azubis im Uhrmacherberuf. Steim senior und sein Sohn Hannes hatten den traditionsreichen Uhrenhersteller aus der Insolvenzmasse von Egana Goldpfeil gekauft, um die Uhrenfabrikation in Schramberg nicht gänzlich aussterben zu lassen.

      Dabei möchte der Unternehmer Steim auf alle drei bisherigen Segmente - die Einsteiger Uhren, das mittlere Preissegment und die teuren handgefertigten Manufakturuhren der Linie Erhard Junghans - setzen.
      Nun scheint es ja wieder aufwärts zu gehen!

      150 Jahre Junghans Uhren - streng limitierte Jubiläumsmodelle: exklusives Latenight Shopping am 30. Juni bei Juwelier Holzhammer in Wien

      Juwelier Holzhammer präsentiert als einer der Ersten die Jubiläumsmodelle von Junghans Uhren
      Als erster Juwelier in Wien und als einer der Wenigen im deutschsprachigen Raum präsentiert Juwelier Holzhammer in Wien die lang ersehnten Jubiläumsmodelle zum 150. Geburtstag des renommierten Uhrenherstellers Junghans.

      Die Highlights für treue Kunden: die streng limitierten "Alten Meister in neuem Glanz" sowie die edelste Uhr der max bill-Serie - die max bill Chronoscope in goldenem Gehäuse. "Es ist großartig, Wien diese außergewöhnlichen Uhren als Erster zeigen zu dürfen! Selbst in Deutschland wird erst für Weihnachten ausgeliefert. Der Geheimtipp der Uhrenkenner kommt zu uns nach Wien. Deshalb laden wir Sie herzlich ein, diese Raritäten im Juni bei uns zu bewundern", sagt Mag. Dieter Holzhammer.

      Die Neuinterpretation des Meister Chronometer ist mit 150 Stück limitiert und kostet 1.340,- Euro. Sie stellt ein technisches Meisterwerk dar: Das mit dem Werk J820.1 ausgestattete Jubiläumsmodell verfügt über automatischen Aufzug. Darin findet eine von Carl Haas gefertigte Unruhspirale in Nivarox 1 Güte Verwendung, die nun erstmalig in blauer Farbe gestaltet wurde.

      Die im Retro-Look erscheinende Junghans Chronoscope Jubiläumsuhr gibt es weltweit nur 1.500 Mal und kostet 1.340,- Euro. Mit seinem harmonischen Gesicht des Meister Chronoscope, das besonders durch seine schalenförmig eingelassenen Totalisatoren auffällt, wird der auf 1.500 Exemplare limitierte Zeitmesser zum Blickfang. Bei der Realisation galt dem Design und der Konstruktion des Gehäuses ein besonderes Augenmerk. Im Inneren verrichtet das mit gebläuten Schrauben und Genfer Schliff versehene Kaliber J880.1 zuverlässig seinen Dienst.

      Design-Klassiker: max bill by junghans
      Der Design-Klassiker max bill by junghans des Bauhaus-Architekten max bill mit seiner klaren und puristischen Gestaltung feiert den besonderen Geburtstag erstmalig im 18 Karat Goldgehäuse und in weltweit limitierter Auflage von 150 Exemplaren. Ein Portrait von Max Bill ziert neben der Limitierungsangabe den Gehäuseboden. Nach 50 Jahren Max Bill Armbanduhrendesign ist die Zeit gekommen, ihm einen goldenen Rahmen zu verleihen. Diese in jeder Hinsicht außergewöhnliche Uhr erhalten Sie um 6.990,- Euro.

      Latenight Shopping bei Juwelier Holzhammer am 30. Juni
      Am 30.06.2011 ist bei Juwelier Holzhammer bis 20.00 Uhr geöffnet, um bei einem Glas Sekt in entspannter Atmosphäre die neuen Junghans Modelle kennen zu lernen.
      Bilder
      • Max Bill Chronoscope blanc.jpg

        57,84 kB, 630×630, 9 mal angesehen