Google-Browser auf der Überholspur

      Google-Browser auf der Überholspur

      Google-Browser auf der Überholspur

      Google Chrome 0.2.149.27 Beta

      Mit Google Chrome bringt der Internet-Gigant seinen langerwarteten Webbrowser auf den Markt. Google Chrome versteckt eine Fülle an Funktionen unter einer schlichten, intuitiven Oberfläche.

      Google Chrome begrüßt den Nutzer mit einer Startseite, die häufig besuchte Webseiten, Lesezeichen, oft genutzte Suchmaschinen sowie die zuletzt geschlossenen Tabs auflistet. Ein eigenes Suchfeld wie bei Mozilla Firefox hat der Google-Browser nicht an Bord. Stattdessen gibt man Suchbegriffe einfach in die Adresszeile ein.

      Online-Anwendungen wie den Google-Kalender stellt Google Chrome auf Wunsch in einem eigenen Fenster ohne URL-Leiste dar. Optional legt die Software dafür Verknüpfungen im Startmenü, auf dem Desktop sowie der Schnellstartleiste von Windows an. Zudem hat Google die so genannte Gears-Technologie integriert. Damit nutzt man einige Webapplikationen auch offline.

      Mit dem so genannten Inkognito-Modus surft man relativ anonym durch das Netz. Dafür deaktiviert Google Chrome beispielsweise die Cookies und speichert den Webseitenverlauf nicht. Vor unsicheren Webseiten – etwa den so genannten Phishing-Seiten – warnt Google Chrome.

      Fazit
      Google Chrome überzeugt auf ganzer Linie: Der Webbrowser ist rasend schnell und lässt sich trotz der vielen Funktionen intuitiv bedienen. Die Software zeigt keinerlei Schwächen und lässt die Konkurrenz schon in dieser frühen Betaversion im Regen stehen.

      • Hinweis:
      Die Installationsdatei lädt Dateien aus dem Internet nach.


      Quelle: http://software-portal.faz.net/ie/73632/Google_Chrome

      Download: http://software-portal.faz.net/file.phtml?&id_file=73632&action=view&view=downloads

      Unglaublich schnell ins Internet

      Unglaublich schnell ins Internet
      Von Lars Winckler 4. September 2008, 01:42 Uhr

      Mit einem Browser will US-Konzern Google Microsoft Marktanteile abnehmen - Die WELT hat ihn ausprobiert

      Berlin - Googles neuer Internet-Browser Chrome stößt auf immenses Interesse. Nach dem Start am Dienstagabend wurde die Software nach Brancheninformationen innerhalb eines halben Tages mehrere Mio. Mal heruntergeladen. Das noch nicht fertig entwickelte Programm steht bislang nur für Windows XP und Vista zur Verfügung. Chrome soll laut Google zu einer neuen Plattform für Web-Anwendungen werden. In diesem Bereich konkurriert der Marktführer für Online-Werbung mit Software-Marktführer Microsoft. Zwei Jahre feilte Google an dem Browser. Hat sich die Arbeit gelohnt? Die WELT hat Chrome ausprobiert.

      Installation: Der Download unter der Internet-Adresse www.google.de/chrome funktioniert schnell und reibungslos. Auf der Festplatte benötigt Chrome nur etwa halb so viel Platz wie der aktuelle Internet Explorer 8 von Microsoft, ein Neustart des Computers ist bei Chrome nicht nötig.

      Aussehen: Auf den ersten Blick wirkt Chrome unscheinbar, aber gefällig. Hellblaue Farbtöne dominieren, das Design ist klar und schlicht, die Bedienung erschließt sich für geübte Internet-Nutzer innerhalb weniger Augenblicke. Es gibt wenige Schaltflächen, nur bei Bedarf fährt Chrome weitere Menüs heraus, etwa für Textsuche oder Lesezeichen.

      Fenster: Im Mittelpunkt stehen bei Chrome die Tabs, also einzelne Fenster, die jeweils eine Webseite wiedergeben. Bei Google sind sie prägnanter als bei manchen Konkurrenten, zudem können sie nach Belieben verschoben werden. Werden neue Webseiten geöffnet, platziert Google die neuen Tabs direkt neben den dazugehörigen.

      Startbildschirm: Nach dem Chrome-Start gibt es eine Übersichtsseite. Sie zeigt die Webseiten an, die der Nutzer zuletzt am häufigsten besucht hat. Zudem gibt es eine Suchmaske, mit der alle jemals angeklickten Webseiten aufgespürt werden können.

      Adressleiste: Sie ist Dreh- und Angelpunkt bei Chrome. Es spielt keine Rolle mehr, ob man eine Adresse eingibt oder nur einen Suchbegriff. Google schlägt automatisch die dazugehörende Webseite vor. Zudem ist es möglich, über die Adressleiste die Suchmaske von Internetseiten zu bedienen, etwa von Ebay.

      Sicherheit: Google warnt seine Nutzer, wenn sie gefährliche Webseiten ansteuern. Dazu gleicht es die eingegebene Adresse mit einer Datenbank auf den Google-Servern ab. Zudem hat Google zwischen den geöffneten Webseiten Schutzmauern errichtet, so dass sich Hacker nicht mehr ausbreiten können. Ob das wirkungsvoll ist, lässt sich nicht ohne weiteres zuverlässig prüfen.

      Geschwindigkeit: Chrome ist unglaublich schnell. Der Branchendienst Cnet hat nachgemessen: In einigen Bereichen ist Chrome 100 Mal so schnell wie die Konkurrenz. Zudem spielt es keine Rolle, wie viele Fenster geöffnet sind.

      Stabilität: In einer zweistündigen Testphase stürzte Chrome nicht einmal ab. Zwar passierte es, dass einige Webseiten nicht mehr reagierten. Doch dann ließen sich die Fenster einfach schließen, ein Neustart des Browsers war nicht nötig.

      Abstimmung: Durch die spartanische Ansicht kommen viele Webseiten besser zur Geltung, vor allem aber solche von Google. Das Hellblau des Browsers harmoniert mit vielen Seiten und eigenständigen Programmen des Konzerns, beispielsweise Google Talk oder "GoogleMail". Diese Seiten bauen sich rasend schnell auf.

      Nicht angezeigte Webseiten: Chrome hat entgegen der Beteuerungen von Google mit vielen Webseiten Probleme. Etwa jede zehnte zeigte Chrome in unserem Test nicht an.

      Anonymität: Wie der Internet Explorer 8 und Apples Safari bietet auch Chrome einen "Inkognito-Modus", bei dem keine Daten der Internetnutzung auf dem eigenen Computer aufgezeichnet werden.

      Datenschutz: Zumindest in der Standardeinstellung des Browsers ist Google recht neugierig: Jeder in die Adressleiste eingegebene Buchstabe wird übertragen - anschließend macht Google Vorschläge, welche Webseite gemeint sein könnte. Das ist nützlich, sorgt aber theoretisch dafür, dass Google die Spur der Nutzer im Internet nachverfolgen kann. Das zweite Einfallstor ist das Warnsystem: Es verbindet sich automatisch mit Google-Servern. Bei jeder Adresseingabe gibt es einen Abgleich mit der Blacklist, in der gefährliche Webseiten eingetragen sind. Dies geschieht laut Unternehmensangaben anonymisiert. Der dritte Fall: Wer eine fehlerhafte Internet-Adresse eintippt, wird auf eine Google-Seite umgeleitet, das protokolliert der Konzern. Um den Datenstrom an Google zu verringern, kann eine andere Suchmaschine gewählt werden, etwa Yahoo oder MSN. Funktionen wie die automatischen Vorschläge bei der Adresseingabe lassen sich zudem deaktivieren.

      Service: Chrome besitzt keinen eingebauten Nachrichten-Ticker. Es gibt bislang keine nennenswerten Zusatzprogramme, die etwa Firefox populär gemacht haben. Zudem lassen sich Lesezeichen nicht sehr komfortabel verwalten.

      Fazit: Google ist mit Chrome ein großer Wurf gelungen. Die Bedienung ist eingängig, die Geschwindigkeit hervorragend, das Design gelungen, und das Zusammenspiel mit Google-Webseiten klappt ausgezeichnet. Chrome ist bereits jetzt eine ernst zu nehmende Konkurrenz für alle anderen Browser. Doch Google muss die Vorabversion noch überarbeiten: Es ist ärgerlich, dass Chrome so viele Webseiten nicht darstellen kann.

      Die erste Sicherheitslücke im Google-Browservon

      Die erste Sicherheitslücke im Google-Browservon

      Frank Ziemann03.09.2008, 15:52 Uhr

      Kaum ist die erste Beta-Version von Google Chrome ein paar Stunden erhältlich, ist auch bereits die erste Sicherheitslücke entdeckt. Es ist eine, die schon von Apples Safari bekannt ist.
      Der Start von Googles Browser-Projekt Chrome, angeblich ohnehin früher als geplant erfolgt, bringt sogleich die Entdeckung einer peinlichen Sicherheitslücke, die leicht zu vermeiden gewesen wäre. Es handelt sich dabei um eine Variante der so genannten "Carpet Bomb", die Apple bereits vor Monaten in seinem Browser Safari beseitigt hatte. Google Chrome Beta ist seit Dienstag Abend frei verfügbar.
      Der israelische Sicherheitsforscher Aviv Raff hat eine Demo-Seite bereit gestellt, die im Zusammenspiel mit Java ein eingeschleustes (harmloses) Programm ausführt. Es handelt sich dabei um einen einfachen, in Java programmierten Texteditor. Er wird als JAR-Datei (Java-Archiv, an sich eine ZIP-Datei) ohne Rückfrage herunter geladen, der Benutzer braucht nur noch einmal auf den am unteren Rand des Browser-Fensters als Schaltfläche erscheinenden Eintrag im Download-Manager zu klicken, dann öffnet sich das Programm.
      Wie die Zeichenkette "user-agent" (Browser-Kennung) verrät, mit der sich Google Chrome gegenüber einem Web-Server identifiziert, benutzt Google in der aktuellen Beta-Version von Chrome die veraltete Version 525.13 von WebKit. Die steckte auch in Apple Safari 3.1. Apple hatte jedoch bereits im Juni Safari 3.1.2 heraus gebracht, in dem die als "Carpet Bomb" bekannte Schwachstelle beseitigt ist.
      Hinzu kommt, dass Chrome, im Gegensatz zu Firefox, keine Möglichkeit bietet Java oder Javascript abzuschalten oder gar gezielt nur für ausgewählte Websites zu erlauben. Zwar übernimmt Chrome bei der Installation einige Einstellungen aus Firefox, falls der Benutzer dies nicht ablehnt, bietet selbst jedoch nur wenige Einstellmöglichkeiten.
      Auch mit der von Google hervor gehobenen Stabilität von Chrome scheint es bei der vorliegenden Beta-Version nicht weit her zu sein. So sollen alle Tabs in separaten Prozess laufen, die gegeneinander abgeschirmt sind. Fehler in einem Tab sollen sich nicht auf die anderen auswirken können. Eine Demo-Seite zeigt, das man Chrome durchaus komplett zum Absturz bringen kann. Es genügt sogar nur den Mauszeiger über den Link zur Absturz-Demo zu bewegen, um Chrome reproduzierbar abstürzen zu lassen.Es bleibt für Googles Chrome-Entwickler also noch genug zu tun, bis eine erste finale Version von Chrome erscheint. Wann dies sein wird, ist völlig offen, denn bei Google bleiben Projekte auch gerne mal über Jahre im Beta-Stadium oder verlaufen völlig im Sande.