Bikini Atoll: Kein Wrack-Tauchen wegen Finanzkrise

      Bikini Atoll: Kein Wrack-Tauchen wegen Finanzkrise

      Bikini Atoll: Kein Wrack-Tauchen wegen Finanzkrise

      Das Bikini-Atoll, eine der besten Tauchdestinationen der Welt, wird für Touristen geschlossen. Der Grund liegt in der Finanzkrise.

      Das Bikini-Atoll ist nicht nur bekannt für den gleichnamige Badeanzug oder als Versuchsgebiet für Atombomben – es ist auch ein Traumziel für Taucher. Die Kriegsschiffe, die im Rahmen der Bombentests zwischen 1946 und 1954 Jahren versenkt wurden, bieten heute ein Refugium für eine fantastische Unterwasserflora und -fauna.

      Seit 1996 gibt es wieder Tourismus auf Bikini, aber jetzt ist vorerst Schluss damit: Die Lokalregierung hat beschlossen, alle Reisen aufs Atoll zu stoppen. Dabei zeigt der Fall, wie sich die Turbulenzen an den Weltmärkten im Detail niederschlagen. Denn zuerst geriet die einzige Fluggesellschaft in der Region - Air Marshall Islands - wegen der gestiegenen Erdölpreise an den Abgrund. Dann schlug der Einbruch an den Börsen negativ durch auf die gemeinsame Stiftung der Bikianer; dieser Fonds diente dazu, die immer noch sehr teuren Tauchprogramme zu subventionieren.

      Hoffen auf 1,1 Milliarden Dollar

      Kurz: Der Versuch, ihre Inselgruppe zur Tauchtourismus-Destination aufzubauen, ist heute für die Bikianer ein so schlechtes Geschäft, dass sie es sich nicht mehr leisten können. «Es ist unsicher», schreibt der so genannte Local Government Council, «wann das Tourismus-Programm wieder eröffnet wird – und ob überhaupt».

      Nur rund 120 Menschen leben auf der teilverstrahlten Inselgruppe, aber in wenigen Jahren soll wieder verstärkt eine Besiedlung möglich sein. Die Ureinwohner, die 1946 ausgesiedelt wurden, und ihre Nachkommen leben verstreut über die Marshall-Inseln (zu denen Bikini gehört). Vor einigen Jahren beschloss das Nuclear Claims Tribunal der Marshall-Inseln, dass Washington den Bikianern 1,1 Milliarden Dollar zu erstatten habe. Die USA anerkennen diesen Beschluss aber nicht an.