Kostbare Diamanten

      Kostbare Diamanten

      Kostbare Diamanten
      Sterne aus dem Reich der Finsternis

      Eigentlich ist es nur ein glitzernder Stein - und doch zieht er bis heute die Menschen in seinen Bann. Sein mythisches Alter und seine physikalischen Eigenschaften machen ihn ebenso einmalig wie seine sagenumwobene Härte.

      Der Name Diamant geht zurück auf das griechische Wort "adamas" (der Unbezwingbare). Der König der Edelsteine fasziniert die Menschen schon seit Jahrtausenden. Es gibt Hinweise darauf, dass in Indien bereits im vierten Jahrtausend vor Christus ein reger Handel mit Diamanten stattfindet. Die Inder glauben, dass die Steine magische Fähigkeiten besitzen.
      Von Indien aus gelangen die Steine schließlich nach Rom. Ebenso wie die Inder glauben auch die Römer, dass die Steine übernatürliche Kräfte besitzen, dass sie vor Unglück schützen, Mut, Kraft und Gesundheit verleihen. Die "unbezwingbaren" Diamanten sind "das Wertvollste unter allen irdischen Dingen", schreibt Plinius der Ältere 78 vor Christus.

      Entwicklung des "Brillantschliffs"
      Als kostbar und wertvoll gelten die Steine bis ins 13. Jahrhundert hauptsächlich aufgrund ihrer Seltenheit, Härte und den Kräften, die man ihnen nachsagt. Der Diamant als Schmuck- oder Edelstein spielt keine Rolle. Man ist technisch nicht in der Lage, Diamanten zu schleifen und seine Schönheit hervorzuholen, denn nur Diamant kann Diamant schleifen. Die Inder lehnen die geringste Bearbeitung ab, um die magischen Fähigkeiten der Steine nicht zu gefährden. Erst im14. Jahrhundert beginnt man, die Steine durch Polieren leicht zu bearbeiten. Den Diamanten, so wie wir ihn heute kennen, gibt es erst mit der Entwicklung des "Brillantschliffs" zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
      Bis zur Mitte des 18. Jahrhundert ist Indien das einzige Land, in dem Diamanten gefördert werden, dann wird es von Brasilien abgelöst. In der Mitte des 19. Jahrhunderts kommt es dann in Afrika zu großen Diamantenfunden, die einen wahren Diamanten-Rausch zur Folge haben. Viele der großen Diamanten, die dort gefunden werden, wie zum Beispiel der "Star of South Africa", gehören heute zum britischen Kronschatz. Südafrika gehört auch heute noch neben Russland, Australien und Kanada zu den größten Förderländern.

      Arbeit in der Diamantenmine
      Die Finch-Mine in Südafrika ist heute die größte Mine des Landes. Unzählige Tunnel bohren sich in die Wände des Berges, und gigantische Bagger bewegen Tonnen von Gestein. In drei Schichten arbeiten die Männer viele hundert Meter tief unter dem Kraterrand. Um an die in den festen Granitschichten verborgenen Diamanten zu gelangen, wird das Gestein mit Dynamit aufgesprengt. Noch unter Tage werden dann die dabei herausgesprengten Granitfelsen in riesigen Steinmühlen zermahlen. Etwa 60 Tonnen Gestein ergeben gerade mal 0,2 Gramm Diamant, also ein wertvolles Karat.
      Da schon kleinste Mengen ein Vermögen wert sind, ist die Gefahr von Diebstahl enorm groß. Damit niemand in Versuchung gerät, haben die Arbeiter keinen direkten Kontakt mit den wertvollen Steinen. In versiegelten Containern kommt das kostbare Granulat ins Sortierzentrum von Kimberley, wo Säurebäder Gesteinsreste lösen und die Rohdiamanten freilegen. Erst die Spezialisten dürfen die Rohdiamanten berühren und sortieren. Dabei geht es um feinste Unterschiede, die für ein ungeschultes Auge praktisch nicht wahrzunehmen sind. Eine Arbeit, die zudem auch höchste Konzentration erfordert. Ein Laie würde wohl nicht mal einen größeren Diamanten erkennen, solange er ungeschliffen ist.

      Das Feuer des Diamanten
      Diamanten haben einen höheren Brechungsindex als zum Beispiel Glas oder Bergkristall. Das heißt, bei einem Diamant wird das Licht viel stärker in seine Spektralfarben zerlegt, und das Licht wird mehrfach reflektiert, bevor es den Diamanten verlässt.
      Erst der Schliff verwandelt den Rohdiamanten in einen strahlenden Edelstein.
      Erst der Facettenschliff verwandelt die unscheinbaren Steine in strahlende Juwelen. Bei Edelsteinen ist die Reinheit sehr wichtig. "Lupenrein" ist die höchste Reinheitsstufe von Diamanten.

      Computer berechnet optimalen Schliff
      Einschlüsse von winzigen Mineral- und Gesteinsfragmenten verringern den Wert des Edelsteins. Ein Diamantschleifer markiert exakt solche Verunreinigungen und entfernt sie dann mit dem Schliff, um die funkelnde Schönheit herauszuarbeiten. Doch kein Diamant gleicht dem anderen. Das macht das Ganze so schwierig. Der optimale Schliff wird heute vom Computer berechnet. Die Diamanten werden im Scanner eingelesen und die Form in geometrische Daten übersetzt. So ist gewährleistet, dass der kostbare Diamant so wenig wie möglich an Größe verliert.
      Der bislang größte Diamant wurde angeblich im August 2007 in einem Bergwerk in Südafrika zutage gefördert. Er soll 1,4 Kilogramm wiegen (rund 7000 Karat) und eine leicht grünliche Färbung haben. Damit wäre er größer als der Cullinan, der 1905 gefunden wurde und 3106 Karat (Rohgewicht) hatte. Cullinan wurde in mehrere Teile aufgespalten und gehört heute - wie der "Star of South Africa" - zu den britischen Kronjuwelen. Aber nicht nur die Größe eines Diamanten bestimmt den Wert. Ausschlaggebend für den Preis ist neben der Anzahl der Karat auch die Farbe, Klarheit und der Schliff. Die häufigsten Schliffformen sind: Brillant-, Herz-, Oval-, Prinzess-, Tropfen-, Smaragd- und Marquiseschliff. Der beliebteste Schliff ist jedoch nach wie vor der Brillantschliff.