Hans Hass erfand das Tauchen

      Hans Hass erfand das Tauchen

      Mann unter Haien

      Düsseldorf. Er erfand das Tauchen, er entdeckte die Weltmeere noch einmal neu unter der Wasserlinie, und er entwickelte neue Filmtechniken. Der Tauchpionier Hans Hass feierte seinen 90. Geburtstag auf der Boot-Messe. Mit seinen Filmen begeisterte er Millionen von Menschen für die Welt unter Wasser.

      Er erfand das Tauchen, er entdeckte die Weltmeere noch einmal neu unter der Wasserlinie, und er entwickelte neue Filmtechniken, um seine Faszination mit Millionen Menschen auf der ganzen Welt zu teilen. Hans Hass feierte am Wochenende seinen 90. Geburtstag auf der Boot-Messe in Düsseldorf, und die Tauchwelt feierte den Pionier und seine Frau Lotte – das Paar, das die Abenteuerlust ins Nachkriegsdeutschland zurückbrachte. Hans Hass fasst es ganz einfach: „Wo immer wir hinkamen, da waren wir die ersten.”

      Die Geschichte seines Lebens beginnt 1937 an der französischen Riviera. Damals, nach dem Abitur und in den ersten Kriegstagen, wollte der Sohn eines Wiener Rechtsanwalts „nur weg aus Österreich und die Welt erkunden”. An der Küste traf er den amerikanischen Journalisten Guy Gilpatrick, der sich einen neuen Sport ausgedacht hatte: die „Unterwasserjagd mit einem Speer”.

      Als Hass einmal einen Thunfisch harpunierte, zog dieser ihn hinunter, und er wäre fast ertrunken. Ein anderes Mal stießen die beiden in der Einsamkeit der Klippen auf zwei nackte Frauen beim Sonnenbaden. „Und nun ist die Preisfrage, was machen die, um unseren Blicken zu entgehen? – Sie sprangen ins Wasser.” Aus Tauchersicht eine komische Reaktion. Aber Taucher gab es eben noch nicht.

      Und hier, an der Riviera, kam ihm der Gedanke seines Lebens: Die Wissenschaftler sollten die Fische nicht mehr im Aquarium untersuchen, sie sollten sich selbst in „fischähnliche Wesen verwandeln”. Ein Jahr später tauschte Hans Hass die Harpune gegen die Kamera und konstruierte dafür die erste wasserdichte Hülle der Welt.

      Schon vier Jahre nach der Riviera stellte Hass das erste Schwimmtauchgerät vor; dazu baute er mit den Draeger-Werken bereits vorhandene „Not-Auftauchgeräte für U-Boote” um. Damit war es möglich, bis zu eine Stunde und bis zu 25 Meter tief zu tauchen. Diese Geräte sollten etwa ein Jahrzehnt lang zum Standard in der Taucherei werden, bis sie von der Presslufttechnik abgelöst wurden.

      Dalmatien und Karibik

      Die Filme, die Hass bei seinen ersten Expeditionen nach Dalmatien und in die Karibik drehte, machten ihn weltberühmt („Pirsch unter Wasser”, „Menschen unter Haien”). Und mit hunderten von Vorträgen sammelte Hass Geld, um 1951 ein eigenes Forschungsschiff zu kaufen: die „Xarifa”. Das hieß „Schöne Frau” auf arabisch, und tatsächlich betörten die Filme über das „Unternehmen Xarifa” ein Millionenpublikum.

      Schicksalhaft wurde noch zuvor seine Reise ins Rote Meer (wo er wieder der erste war). Hass wollte ja prinzipiell keine Frau mitnehmen, doch seine Assistentin Lotte setzte sich durch, denn für einen abendfüllenden Film konnte man eine hübsche Protagonistin gebrauchen. „Drum sagte er zu mir: Ab heute sind Sie ein Mann!” Und so wurde Lotte zu Hass' zweiter Frau und zur ersten Frau an vielen Orten.

      In den Sechzigern trennte sich Hass schweren Herzens von der „Xarifa” (sie liegt derzeit in Monaco), um sich verstärkt der Theorie zu widmen. Seine große Idee war es, die Evolutionstheorie zu erweitern – etwa mit Wirtschaftstheorien („Der Hai im Management”).

      Heute nutzt der Wiener über Wasser einen Gehstock, aber er macht noch immer vor, dass der Mensch, wenn er nur will, sogar sein Element wechseln kann. Erst vor einem Jahr ist Hass noch einmal bei Port Sudan getaucht, hinunter zum Wrack der „Umbria”, dass er immer wieder besucht hat. Wenn Hass von diesem 24 000-Tonnen-Dampfer spricht, dann wird die „Umbria” plötzlich zu einem mythischen Ort: „ein Blumen-schloss, um dass sich Jahr um Jahr die Korallen legen”. Und es wird klar, was Hass immer antrieb: „Das wichtigste Gefühl beim Tauchen ist eine Art Andacht.”
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      Hans Hass ist 90! (23.01.2009)

      Der Tauchpionier feiert seinen 90. Geburtstag auf der "boot" in Düsseldorf

      Tauchpionier, Meeresforscher und Mitbegründer des Sporttauchens. Auch wenn Prof. Dr. Hans Hass in seiner zweiten Lebenshälfte sich anderen Dingen als der Taucherei zuwandte ist sein Ruf als wohl berühmtester Taucher der Welt ungebrochen. Heute feiert er seinen 90. Geburtstag.

      Begonnen hat alles 1937 am Cap d`Antibes zwischen Nizza und Cannes in Südfrankreich. Hier lernt der Sohn eines Wiener Anwaltes den amerikanischen Journalisten Guy Gilpatric kennen. Der Amerikaner jagt hier unter Wasser. Freilich noch ohne Tauchgerät. Gemeinsame Jagdausflüge mit der Harpune begeistern Hass und sollen seinen Lebenslauf nachhaltig beeinflussen. Zurück in Österreich organisiert der junge Mann die erste Tauchfahrt nach Dalmatien. Eine Expedition auf die Niederländischen Antillen folgt bald darauf. In der Karibik werden die Männer vom Ausbruch des zweiten Weltkrieges überrascht und müssen umständlich über die (noch nicht im Krieg befindliche) USA und Japan nach Hause reisen. Nichtsdestotrotz ist ihre Ausbeute an Unterwasserbildern enorm. Mit diesen Fotos aus der selbstkonstruierten Unterwasserkamera beginnt die Vortagstätigkeit in Deutschland. Mitten im Krieg kann Hass eine Tauchexpedition in die Ägäis leiten. In Griechenland taucht er auch erstmals mit Tauchgerät, einem modifizierten Dräger Tauchretter für U-Bootbesatzungen. Die ersten Unterwasserfilme entstehen. Erstmals sind Mensch und Hai auf einem Bild zu sehen. Die Popularität des Unterwasserforschers steigt und steigt. Zu dieser Zeit schreibt der Biologe auch seine Dissertation über Reteproiden, genau dem Neptunschleier, einem Moostierchen im Mittelmeer. Nach dem Krieg reist Hass in den Sudan und ist der erste Mensch, der im "haiverseuchten" Roten Meer taucht. Auch eine zweite Expedition soll ihn wenig später ans Rote Meer führen. Dabei entsteht der Film "Abenteuer im Roten Meer", der bereits Spielfilmcharakter besitzt. Mit auf Reisen ist auch eine Frau: Die bezaubernde Lotte Baierl, die Hans Hass später heiraten wird. Der Film ist sehr erfolgreich, aber der Höhepunkt soll noch kommen. Mit den Erlösen seiner Vorträge und Bücher erwirbt der Tauchpionier sein Forschungsschiff Xarifa. Expeditionen führen in alle Welt. Auf dem Schiff entsteht der unerreichte Klassiker "Unternehmen Xarifa". Ein Spielfilm unter Wasser mit Handlung und gesprochenen Texten. Ohne Kommentare und unterlegt mit einer überwältigenden Filmmusik. Dieses Meisterwerk macht den Tauchpionier endgültig weltberühmt. Mit Irenäus Eibl- Eibesfeldt war Hass auch einer der Ersten, der den Hai nicht als blutrünstige Bestie, sondern als faszinierenden Jäger beschrieb. Im Verlauf seiner Forschungen unter Wasser entdeckte Hass unter anderem eine neue Art von Sandaalen, die nach ihm benannt wurde (Heteroconger Hassii).

      In den 60er Jahren entdeckte der Forscher neue Herausforderungen für sich. Die theoretische Biologie und die Evolution im Zusammenhang mit Wirtschaftsformen und Staat beschäftigten ihn. Weitere Bücher folgten. Publikationen in wissenschaftlichen Journalen blieben aber die Ausnahme. Ursache hierfür war seine nicht unumstrittene "Energontheorie". Hierbei vergleicht der Wissenschaftler vereinfacht einen Wirtschaftsbetrieb mit einem Organismus. Beide können nur überleben, wenn sie mindestens gleich viel Energie bzw. Geld einnehmen, als sie verbrauchen. "Der Mensch wurde zum Hyperzeller, er hat sich mit seinen Organisationen und Werkzeugen gleichsam neue Organe außerhalb seines Körpers erschaffen.", erklärt Hass und begründete damit unseren menschlichen und wirtschaftlichen Aufstieg. Zudem sieht der Forscher den Vorteil, dass diese im Gegensatz zu natürlichen Organen austauschbar wären. Dabei werden auch Fachkräfte mit Organen verglichen. Auch rücksichtsloser Konkurrenzkampf und Verdrängungswettbewerb sind nicht nur in der Natur und Evolution, sondern auch in der Marktwirtschaft zu beobachten. Das leuchtet ein. Ein "Energon" ist also ein Energie- respektive Gelderwerbendes System. Egal ob natürlicher oder wirtschaftlicher Herkunft. Die wissenschaftliche Anerkennung für seine Energontheorie blieb Hass weitgehend verwehrt. In der Wirtschaft wurde sie jedoch mit großem Interesse aufgenommen. So leitete er Managementseminare und wurde auch erfolgreicher Unternehmensberater. Dem Tauchen blieb er auch weiterhin treu.

      Insgesamt schrieb Hans Hass mehr als 30 Bücher und drehte etwa 70 Filme. Er brachte so ganzen Generationen die Welt unter Wasser sowie das Tauchen näher. Danke!

      Das Team von Taucher.Net und DiveInside wünscht Prof. Dr. Hans Hass alles Gute zu seinem 90. Geburtstag!

      Der Tauchpionier wird an seinen runden Geburtstag heute, am Freitag den 23. Januar, auf der Messe "boot" in Halle drei feiern. Wir werden darüber berichten!

      Homepage Hans Hass: http://www.hans-hass.de

      "Flossenmensch und Herr der Haie"

      "Flossenmensch und Herr der Haie"

      Hans Hass wird 90

      "Ich war und bin stets auf der Suche nach dem Neuen, nach Dingen, die andere nicht machen", sagte Hans Hass einmal. Schon vor etwa 45 Jahren hat der gebürtige Wiener den Beruf des Tauchers an den Nagel gehängt, doch auch an seinem 90. Geburtstag, den Hass am 23. Januar feiert, ist sein Ruf ungebrochen: als Ehrenretter für die als mordende Bestien verschrienen Haie und als Fotograf einer Unterwasserwelt, die er uns durch seine zahlreichen Bücher und Filme schon früh zugänglich machte. Seine Reputation als Wissenschaftler, als Verhaltensforscher und Meeresbiologe hat damit nie Schritt halten können, auch wenn nach ihm ein von ihm entdeckter Meeresaal benannt wurde.

      Hass' große Liebe galt immer den Haien, denen er den Ruf als Schrecken der Ozeane nahm. Ihnen widmete der Tauchpionier zahlreiche Filme ("Menschen unter Haien", 1947) und Bücher ("Unter Korallen und Haien", "Der Hai - Legende eines Mörders"). Mit seinen Unterwasserfilmen machte er in den 50er und 60er Jahren das Tauchen - insbesondere im Roten Meer oder am Great Barrier Reef - populär.

      Nach dem Krieg war der inzwischen mehrfach ausgezeichnete Hass mit Dokumentarfilmen für Kino und Fernsehen und mit seinem Forschungsschiff "Xarifa" weltweit bekannt. Bilder, die den Meeresforscher mit gebräuntem Oberkörper und Harpune oder unter Haien zeigten, wurden zu seinem Markenzeichen. 1959 erhielt Hans Hass sogar eine Auszeichnung, die vielfach als "Unterwasser-Oscar" bezeichnet wurde.

      Die "Energon"-Theorie

      In den 60er Jahren zog sich Hass langsam aus der aktiven Meeresforschung zurück und interessierte sich immer stärker für die Verhaltensforschung. Gleichzeitig engagierte er sich für den Umweltschutz und machte sogar als Unternehmensberater von sich reden.

      Daneben entwickelte er seine "Energon"-Theorie, die sich freilich nicht durchsetzte. Nach ihr überleben Organismen in erster Linie durch ihren Drang nach neuer Energie. Hass selbst sieht darin eine Fortsetzung der Darwin'schen Evolutionstheorie. Nach ihr kann ein Organismus nur dann überleben, wenn er Energie im Überschuss erwirtschaftet. In jüngster Zeit appellierte er schließlich auf seiner Homepage leidenschaftlich für eine Eindämmung der weltweiten Überbevölkerung ("Liebe Frauen in allen Teilen der Welt!").

      Doch sein weltweiter Ruf bleibt weiter in seiner Forschung über und für den Hai begründet. Und so war es nicht überraschend, dass eine vorgezogene Geburtstagsfeier zu Hass' Neunzigstem vor einer Woche ausgerechnet im Haifischsaal des Wiener Naturhistorischen Museums veranstaltet wurde. Und der Direktor des berühmten Museums, Bernd Lötsch, würdigte den Jubilar am Ende als "Flossenmensch und Herrn der Haie" und einen "Visionär voll von schöpferischer Fantasie".


      Ursprünglich sollte Hans Hass, der am 23. Januar 1919 als Sohn eines Anwalts geboren wurde, Jurist werden. Doch dann entdeckte er seine Liebe zum Meer, brach nach zwei Semestern sein Jurastudium ab und studierte Zoologie. 1939, als der Zweite Weltkrieg ausbrach, befand er sich bereits auf einer Forschungsreise in den Antillen. Dennoch schloss er sein Studium 1943 an der Berliner Friedrich- Wilhelm-Universität, der heutigen Humboldt-Universität, ab.

      Tauchpionier mit Liebe zum Hai

      In den folgenden Jahren verfeinerte Hass zunächst seine Ausrüstung auf See: Er entwickelte neuartige Tauchflossen, führte ein Schwimmtauchgerät mit Sauerstoff ein, das vom Forschungsschiff unabhängiger machte und entwickelte die ersten funktionsfähigen Unterwasserkameras. Die Bildbände, die er schuf, wurden schon zu Kriegszeiten Verkaufserfolge. Insgesamt entstanden seit seinem ersten Band "Jagd unter Wasser mit Harpune und Kamera" (1939) weitere 30 deutschsprachige Bücher sowie 24 oft mehrteilige Fernsehfilme und sechs Kinofilme. Anders als der französische Meeresforscher Jacques-Yves Cousteau, der Pressluftgeräte entwickelte, versuchte sich Hass an geschlossenen Sauerstoff-Kreislauf-Geräten, mit denen er sich Fischen weitgehend geräuschlos nähern konnte.
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      Tauchpionier Hass wird 90

      Tauchpionier Hass wird 90

      Düsseldorf (RP) Schon als junger Mann zog es ihn in die Ferne. Auf Bonaire dreht er seinen ersten Unterwasser-Film – mit Haien. Und für deren Erhalt setzt er sich immer noch ein. Heute kommt Hans Hass zur boot, um seinen Geburtstag zu feiern.

      Seine Stimme klingt am Telefon kräftig. Hans Hass hat es eilig. Er habe einen Termin, erklärt er und müsse sein Büro bald verlassen. Doch dann nimmt die deutsche Tauch-Legende sich doch ein wenig Zeit. Und wenn es ums Tauchen geht, kann kaum einer soviel erzählen wie er, der heute 90 Jahre alt wird.

      Seinen runden Geburtstag will Hans Hass traditionsgemäß, wie viele zuvor, bei der Wassersportmesse boot feiern. "Ich bin halt gefragt worden, ob ich Lust habe, zu kommen", meint er und ergänzt: "Lust habe ich." Es sei immer wieder schön, alte Freunde und Bekannte zu treffen. Mit seiner Frau Lotte reist er heute nach Düsseldorf. Um 12.30 Uhr wird er in Halle 3, dem Treffpunkt der Taucher, erwartet. Dort soll für ihn ein kleines Fest veranstaltet werden.

      Hans Haas zählt zu den Pionieren des Unterwassersports und gilt neben Jacques Cousteau als Legende des Tauchsports. Schon in den 30er Jahren, als das Tauchen ganz wenigen vorbehalten war und der Begriff Sporttauchen noch nicht erfunden war, legte der Wiener den Grundstein fürs moderne Tauchen.

      Gleich nach dem Abitur zog es den jungen Hans Hass in die Karibik. "Ich wollte nur weg, die Welt erkunden", erinnert er sich – und landete auf den niederländischen Antillen. Auf Bonaire dreht er seinen ersten Film. Die Absage zu der Drehgenehmigung hat er einfach ignoriert. Dafür sorgt der Film mit Haien später für Furore. So etwas hatten die Zuschauer vorher noch nie zu Gesicht bekommen.

      Haie haben es dem leidenschaftlichen Taucher Hans Haas noch heute angetan. Obwohl der Meeresforscher und Tüftler, der immer wieder neue Geräte und Kamerakonstruktionen entwickelte, die das heutige Sportttauchen und die Unterwasser-Fotografie erst ermöglichten, eine Vielzahl anderer Fische bei seinen zahlreichen Expeditionen entdeckte. Er mag am liebsten Haie.

      Seit Jahren setzt Hans Hass sich mit dem "Shark-Projekt" für den Schutz der Haie ein. Die schönen Tiere seien wichtig fürs Riff und die Meeresfauna, betont er – schon spricht er schneller, regt sich auf. "Es ist grausam, ihnen einfach die Flossen abzuschneiden – für eine Suppe." Haas will aufklären, damit die Leute keine Angst vor Haien haben. "Das angeborene Beuteschema der Haie erstreckt sich nicht auf den Menschen", sagt er.

      Seit 58 Jahren verheiratet

      Zuletzt ist der 90-Jährige mit seiner Frau Lotte – "wir sind 58 Jahre verheiratet", sagt er stolz – im Port Sudan getaucht. Das war vor zwei Jahren. Das Wrack Umbria, das im Jahr 1940 im Roten Meer gesunken ist, hat er in den unterschiedlichen Entwicklungsstufen bei seinen Tauchgängen immer wieder dokumentiert. "Heute sieht es aus wie ein Dornröschen-Schloss – voller Fauna und Flora", schwärmt er.

      Er freut sich, dass inzwischen Millionen von Tauchern die Schönheit unter Wasser genießen können. Dank der Technik, die sich so schnell weiterentwickelt hat, "und die heute bezahlbar ist", wie er betont.

      Zum Teil ist das Hans Haas zu verdanken. Doch da winkt er bescheiden ab.

      Tauchpionier Hans Hass feiert 90. Geburtstag

      Tauchpionier Hans Hass feiert 90. Geburtstag / Ehrengast der "boot"

      DÜSSELDORF. Schon zu Lebzeiten eine Legende: Tauchpionier Hans Hass war der erste, der in den 1940er Jahren in abenteuerlichen Expeditionen in die damals noch unberührte Tiefen der tropischen Korallenmeere vordrang und filmte, was er sah. Als Ehrengast der "boot", der weltgrößten Messe rund um Wassersport, feiert er in Düsseldorf am Freitag, 23. Januar, seinen 90. Geburtstag.

      Der Meeresforscher wurde vor allem durch seine Dokumentarfilme über Haie bekannt. In seinem Buch "Aus der Pionierzeit des Tauchens" legte er seine Erinnerungen vor - eine Rückschau auf die Jahre, als der Vorstoß in unbekannte Meere wirklich noch ein Abenteuer war.

      Bereits als Student der Zoologie begann Hass unter Wasser zu filmen. Mit zunächst einfachen Taucherausrüstungen und primitiven Unterwasser-Kameras eröffnete er den Blick auf eine bis dahin unbekannte Welt. Hass entwickelte 1942 zusammen mit einem Gerätehersteller in Lübeck ein Schwimmtauchgerät, eine relativ leichte Taucherausrüstung, die er für die wissenschaftliche Forschung einsetzte. Später brachte ihn das Forschungsschiff "Xarifa" zu seinen Expeditionen. Bereits 1947 wurde "Menschen unter Haien" in Zürich uraufgeführt. Ein Jahr später erschien sein gleichnamiges Buch. In Ostafrika und Südasien entstanden 1959 erste Fernsehserien. In den Siebzigern behandelte er Umweltthemen und erhielt 1977 den Professorentitel der Universität seiner Heimatstadt Wien.

      Der "deutsche Cousteau" hat den Traum von der Eroberung des "inneren Weltraums" wahrgemacht, in dem er die tausend Wunder unberührter Tiefen zeigte. Inzwischen sind viele Erinnerungsstücke an seine Unterwasser-Expeditionen im Besitz des Düsseldorfer Aquazoos.

      Hass wurde auch zu einem Pionier des Naturfilms. "Abenteuer im Roten Meer" erhielt 1951 bei der Biennale in Venedig den Internationalen Preis für Dokumentarfilme. Einen wesentlichen Anteil an den Erfolgen der Filme hat seine Ehefrau Lotte, die übrigens mit zur "boot" nach Düsseldorf kommt. Sie wirkte in den meisten Filmen mit und war - neben den Mantas und Walhaien - die Hauptdarstellerin.

      Zum 90. Geburtstag von Hans Hass sind alle seine Unterwasserfilme auf ein digitales Speichermedium kopiert worden. Sie sind jetzt auf DVD erhältlich. Von 1939 bis 1984 entstanden 48 Filme mit rund 32 Stunden Gesamtlaufzeit.