Interessantes zu Formel 1 im Jahr 2009

    Lügenaffäre - Jarno Trulli versteht McLaren nicht

    Lügenaffäre - Jarno Trulli versteht McLaren nicht: Es bestand kein Grund zu lügen

    Für Jarno Trulli hat die FIA in der Lügenaffäre um Lewis Hamilton völlig richtig reagiert. Man müsse in so einem Fall hart durchgreifen.
    "Ich glaube, dass das Urteil der FIA deshalb so hart ausfiel, weil sie das Gefühl hatten, dass man sich über sie lustig macht. Damit wollten sie klarstellen, dass die FIA wie ein Richter ist, vor dem man die Wahrheit zu sagen hat", erklärte Jarno Trulli gegenüber Autosport und stellte sich damit klar auf die Seite des Weltrats.

    Lewis Hamilton hatte die Stewards nach dem Australien-GP belogen und damit kurzfristig den dritten Platz von Jarno Trulli übernommen. Der Schwindel flog auf und Hamilton wurde disqualifiziert. Die Konsequenzen für das Team sind noch offen. Am 29. April muss sich McLaren Mercedes in einem Hearing vor der FIA verantworten. "Man kommt vielleicht einmal damit durch, aber es ist immer besser nicht zu lügen. Man geht damit ein hohes Risiko ein und dann kann so etwas wie jetzt McLaren Mercedes passieren", meinte Trulli.

    Die Regeln missachtet

    Der Italiener kann immer noch nicht verstehen wie es zu dieser Situation überhaupt kommen konnte. "Ich weiß nicht, wer gelogen hat und warum er gelogen hat. Aus meiner Sicht gab es dafür überhaupt keinen Grund. Aber irgendwer hat die Regeln missachtet", sagte Trulli. Auch wenn Lewis Hamilton ihm kurzzeitig den Podestplatz "gestohlen" hat, sei er aber nicht auf Rache aus.

    "Ich will niemanden beschuldigen. Ich sage immer 'leben und leben lassen'. Das Problem ist, dass ich in dieser speziellen Situation dumm ausgesehen habe, obwohl ich nichts falsch gemacht hatte", so der Italiener. Die Rennkommissare teilten ihre Entscheidung dem Italiener persönlich mit. "Zwei der Rennkommissare kamen direkt auf mich zu, schüttelten mir die Hand und sagten 'Du hast es verdient, denn du warst ehrlich'", erzählte Trulli.

    Neue Rolle für Ron Dennis: Sportwagen statt Formel-1-Bolide

    Neue Rolle für Ron Dennis: Sportwagen statt Formel-1-Bolide

    Auf einer Pressekonferenz im McLaren-Werk in Woking verkündete Ron Dennis, dass es eine Neustrukturierung in der McLaren Group geben werde.
    "Ich gebe zu, dass es mit mir nicht immer einfach war und ich gebe zu, dass ich immer hart für McLaren in der Formel 1 gekämpft habe. Ich zweifle daran, dass Max Mosley oder Bernie Eccelstone meine Entscheidung missfallen wird. Aber niemand hat mich dazu gedrängt", erklärte Ron Dennis.

    Der frühere Teamchef von McLaren Mercedes hatte am Donnerstag zu einer Pressekonferenz nach Woking geladen, um zu verkünden, dass es eine Neustrukturierung in der McLaren Group geben werde. McLaren Automotive, eine von vielen Firmen innerhalb der McLaren Group, soll noch in diesem Jahr unter der Leitung von Ron Dennis zu einem unabhängigen Unternehmen werden.

    McLaren Automotive beabsichtigt die bestehenden Pläne für einen McLaren Sportwagen weiter zu intensivieren. Das erste Modell soll 2011 auf den Markt kommen. "Ich bin begeistert über die Entwicklung der McLaren Group und McLaren Automotive. Ich habe keine Bedenken alle Angelegenheiten, die die Formel 1 betreffen, Martin [Whitmarsh] zu überlassen", erklärte Ron Dennis.

    Anders als erwartet habe er seine Rolle als McLaren-Mercedes-Teamchef nicht vermisst. "In Australien war ich noch an der Strecke, den Malaysia-GP habe ich mir im Fernsehen angesehen. Ich war überrascht wie leicht es mir fiel, ich habe erwartet, dass ich emotionaler reagiere", verriet der Brite. Nun stecke er alle seine Energie in die Produktion des McLaren-Straßenwagens. Rund 250 Millionen Pfund sollen in das neue Unternehmen investiert werden.

    Die Jagd nach den Upgrades beginnt

    Die Jagd nach den Upgrades beginnt: Ab jetzt ein Entwicklungs-Rennen

    Nach dem Diffusor-Urteil am Mittwoch können die Fahrer fast nur mehr von Upgrades sprechen. Dort läuft nun das Rennen neben den Rennen.
    Das Rennen ist eröffnet. Zwar hecheln die Teams bereits seit dem vorigen Jahr der besten aerodynamischen Lösung und dem besten mechanischen Grip hinterher, dank einer gewissen Entscheidung des FIA-Berufungsgerichts am Mittwoch, ist die Jagd nach dem nächsten Upgrade aber nun voll im Gange. Alle Teams wollen aufrüsten, jene ohne Doppel-Diffusor sogar doppelt. Heikki Kovalainen würde zunächst gerne einmal seine Rundenzahl upgraden, denn die ist in diesem Jahr noch nicht besonders hoch. Aber auch sein Team durchläuft eine schwierige Phase, wobei der Finne in der Pressekonferenz am Donnerstag in Shanghai betonen musste, dass die Motivation nach wie vor hoch ist.

    "Wir haben dieses Wochenende ein weiteres Upgrade für das Auto und ich denke, das ist die Einstellung, die wir in dieser schwierigen Zeit brauchen. Einfach den Kopf oben behalten", meinte er. Kovalainen erhoffte sich durch die Neuerungen am Auto klarerweise auch eine zeitliche Verbesserung auf der Strecke. "Wir versuchen nicht, irgendwo auf Platz zehn zu bleiben. Wir wollen letztendlich immer auf Pole Position kommen und wieder Rennen gewinnen. Das ist unser Ziel. Ich denke, dieses Wochenende wäre es unrealistisch, wenn wir sagen, dass wir um die Pole Position kämpfen, aber ich glaube, wir können einen guten Schritt nach vorne machen und im Qualifying wieder die Top Ten angreifen", meinte er.

    Webber erwartet in der Europa-Saison einiges

    Doch nicht nur bei McLaren sind Upgrades wichtig, auch bei Red Bull, wobei Mark Webber besonders Bezug auf den neuen Diffusor nahm. "Früh in der Europa-Saison werden wir den Diffusor bekommen und wir haben für Barcelona ein recht gutes Upgrade, also wird in den kommenden beiden Rennen nicht besonders viel passieren. Aber ich denke, in Barcelona werden wir besser dastehen und ein paar Rennen danach werden wir ein neues Heck am Auto sehen", erklärte der Australier. Adrian Newey ist wegen dieses Hecks auch nicht in China, sondern arbeitet im Red-Bull-Werk eifrig an der Neuerung.

    Bei Williams ist der fragliche Diffusor bereits am Auto und laut Kazuki Nakajima gibt es auch sonst viele gute Sachen am FW31. "Das Auto ist recht stark und Nico hatte in Malaysia einen tollen Start, nach dem er das Rennen angeführt hat. Es ist klar, dass wir ein sehr konkurrenzfähiges Auto haben und aus irgendeinem Grund nicht das Meiste herausgeholt haben", sagte der Japaner. Nun sei es wichtig, das Auto auch schnell zu halten, denn auch wenn er nicht direkt von Upgrades sprach, so wusste er: "Ab jetzt wird es ein massives Entwicklungs-Wettrennen, also müssen wir da einfach mithalten."

    Toyota vorne und hinten neu

    Ebenfalls Teil der Diffusor-Gang ist Toyota und obwohl Jarno Trulli mit der Entwicklung des TF109 über den Winter sehr zufrieden ist, so ortet er noch viel Arbeit. "Unser Auto ist stark, aber wir müssen noch zu Brawn GP aufschließen, da sie im Moment stärker sind als wir", sagte der Italiener. Ein erster Schritt dorthin sind Upgrades, die Toyota in Shanghai mit dabei hat. Am Vorderflügel und auch am Heck des Autos wird es Veränderungen geben. "Wir arbeiten da konstant dran. Das Team hat bislang gute Arbeit geleistet. Natürlich waren wir wegen der Aufregung über den Heck-Diffusor etwas unentschlossen darüber, was passiert, aber andererseits waren wir zuversichtlich, dass wir gewinnen würden und ich bin zufrieden damit."

    Ja, der Diffusor war am Donnerstag in Shanghai kaum wegzudenken aus den Gesprächen. Deswegen durften auch alle Teilnehmer der Pressekonferenz sagen, was sie vom Urteil am Mittwoch halten. "Ich denke, wir haben nun eine klare Richtung. Jeder kann seine Dinge nun danach entwickeln. Für mich als Fahrer macht das keinen Unterschied. Ich fahre das Auto und hoffentlich gibt es nun mehr Grip", sagte Kovalainen und bekam dafür einen erhobenen Daumen von Webber. Nakajima meinte, dass es ihn nicht beeinflusse, sich er und das Team aber freuen, dass alles legal ist. "Es macht keinen Unterschied. Ich freue mich nur darüber", meinte Trulli und Rubens Barrichello sagte, er freue sich sehr über die Entscheidung.

    Barrichello hofft, dass Hamilton falsch liegt

    Barrichello hatte bei der Pressekonferenz Sonderstellung, denn er ist einer der Gejagten, von denen die anderen Fahrer immer sprachen. Nachdem Lewis Hamilton am Mittwoch gemeint hatte, dass nach dem Urteil erst der Startschuss gefallen sei, in der Mitte der Saison die anderen Teams erstarken werden und Brawn dann keinen so großen Vorteil mehr haben wird, sagte Barrichello: "Ich hoffe, er liegt falsch."

    Dennis-Rücktritt hat nichts mit FIA-Hearing zutun

    Dennis-Rücktritt hat nichts mit FIA-Hearing zutun : Entscheidung allein getroffen

    Das FIA-Hearing Ende April im Zuge der Lügenaffäre hat laut Ron Dennis nichts mit seiner Entscheidung zutun, sich aus den F1-Geschäften zurückzuziehen.

    Bis zum 29. April hängt das Damoklesschwert über McLaren Mercedes. Dann erst will die FIA in einem Hearing über mögliche Sanktionen im Zuge der Lügenaffäre entscheiden - sogar ein Ausschluss aus der WM steht im Raum. Mit der Entscheidung, der Formel 1 den Rücken zu kehren, will Ron Dennis der FIA im Gegensatz zu anders lautenden Meldungen kein "Friedensangebot" machen.

    Auf einer Pressekonferenz im McLaren-Werk in Woking stellte Dennis klar, dass die FIA keinen Einfluss auf seine Entscheidung hatte. Seine einizige Motivation für den Rücktritt sei gewesen, dass er sich jetzt zu hundert Prozent auf das Straßenwagen-Projekt konzentrieren könne. "Ich habe keine Bedenken. Die Firma muss sich weiterentwickeln. Ich will den Wert von McLaren in den nächsten zwei bis fünf Jahren verdoppeln", erklärte Dennis.

    Dennoch gab der Brite zu, dass seine Entscheidung Max Mosley und Bernie Ecclestone sicher nicht missfallen werde. Bekanntlich pflegten Ron Dennis und FIA-Präsident Max Mosley nicht das beste Verhältnis. Umso wichtiger sei es laut Teamchef Martin Whitmarsh in der Beziehung zur FIA einen Schritt vorwärts zu machen. "Ich denke, jeder der die Beziehung zwischen McLaren und der FIA in den vergangenen Jahren verfolgt hat, wird mir zustimmen, dass es für alle besser ist, wenn die Beziehung positiver und konstruktiver werden würde", erklärte Whitmarsh.

    3. China GP / Shanghai International Circuit

    3. China GP / Shanghai International Circuit

    China: Kapitalismus trifft Kommunismus
    Der Shanghai Circuit ist die größte Rennstrecke Asiens. Der Kurs fasst rund 200.000 Besucher und entspricht neuesten Standards. Geplant wurde der 240 Millionen Dollar teure Kurs vom führenden Rennstrecken-Architekten Hermann Tilke.

    Obwohl der 5,451 Kilometer lange Kurs vor den Toren der 17-Millionen-Metropole Shanghai im Uhrzeigersinn gefahren wird und jeweils sieben Rechts- und Linkskurven aufweist, fahren die Piloten doch immerzu nach oben. "Die gesamte Streckenführung ist dem chinesischen Schriftzeichen ,shang' nachempfunden, das so viel wie ,aufwärts' oder ,oben' bedeutet", erklären die deutschen Streckendesigner Hermann Tilke und Peter Wahl. Auch die Architektur an der ultramodernen Piste nimmt traditionelle chinesische Motive auf, so etwa die Teamgebäude, die wie Pavillons in einem See angeordnet sind und an den Yuyan-Garten in Shanghai erinnern sollen.

    Der Shanghai International Circuit (SIC) weist die typische "Tilke-Mischung" aus Beschleunigungsphasen und hartem Herunterbremsen für enge Kurven auf, besitzt aber zugleich zwei Highspeed-Geraden. Dieses Layout fordert Teams, Fahrer und Autos gleichermaßen und eröffnet gute Überholmöglichkeiten. Eine davon besteht in der doppelten Rechtskurve nach der Zielgeraden, die ihren Radius immer weiter verengt und in einen Linksknick mündet. Dieser Sektor dürfte zu den meisten Zweikämpfen ermutigen, da hier die Innenlinie der ersten zur Außenlinie der zweiten Kurve wird bzw. umgekehrt.
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    Qualifying : Vettel fährt Pole

    Qualifying : Vettel fährt Pole

    Sebastian Vettel fuhr beim Großen Preis von China in Shanghai seine zweite Pole Position ein. Neben ihm startet Fernando Alonso im Renault.
    Alle schauten auf die bislang in dieser Saison überlegenen Brawn GP von Jenson Button und Rubens Barrichello. Doch plötzlich hatten die weißen Renner drei Gegner, die im Q3 mit ihren Zeiten mithalten konnten - Mark Webber, Fernando Alonso und Sebastian Vettel. Alle drei stehen vor den beiden Brawn von Rubens Barrichello und Jenson Button. Der Sieger der ersten beiden Rennen musste sich somit zum ersten Mal in dieser Saison in der Qualifikation geschlagen, nachdem er bisher alle beiden Poles geholt hatte.

    Für Red Bull ist Vettels erster Startplatz die erste Pole Position in der Formel 1. Abgerundet wird sie durch Startplatz 3 für Mark Webber. Ebenso überraschend ist die Auferstehung von Fernando Alonso, der im aufgerüsteten Renault auf Platz 2 fuhr und nur wenige Zehntel hinter Vettel lag. Besonders stark ist Alonsos Leistung, weil er im 3. Freien Training, in dem zum ersten Mal der neue Unterboden samt Diffusor am Auto war, nur 6 Runden fahren konnte. Das Setup und Fahrverhalten also während des Qualifyings erarbeitet werden musste.

    Hinter den Top-6 reihte sich Nico Rosberg als zweitbester Deutscher auf Rang 7 ein. Neben ihm startet am Sonntag Kimi Räikkönen aus Reihe vier. Lewis Hamilton und der Schweizer Sebastien Buemi stehen gemeinsam in Reihe 5.

    Frühes Aus für Massa und Kubica

    Nachdem Felipe Massa in Malaysia schon in Q2 ausgeschieden war, scheiterte er in China erst im Q2. Diesmal war allerdings kein taktischer Fehler dafür verantwortlich.

    Auch zwei Deutsche schieden im Q2 aus: Nick Heidfeld als 11. und Timo Glock als 14. lock trifft zudem eine Strafversetzung um 5 Plätze wegen eines Getriebewechsels. Damit geht er aus der letzten Reihe ins Rennen. "Das ging nach hinten los und dadurch fehlte Training", so Glock. "Zudem hat sich die Strecke leider relativ stark verändert, das Auto war ziemlich schlecht zu fahren. Da war mir klar, dass es schwierig würde, in die Top-10 zu kommen." Der Toyota sei sehr instabil auf der Bremse gewesen. Seine Hoffnung für das Rennen ist Regen. "Sonst nichts."

    Erneut scheiterte ein BMW Sauber in der ersten Qualifyingsession. Zum ersten Mal erwischte es dabei Robert Kubica. "Es gibt immer ein erstes Mal", meinte er und beklagte sich über fehlenden Grip. "Die Rund mit weichen Reifen hat nicht funktioniert. Ich hatte praktisch keinen Grip." Hinzu kam ein Fehler in Kurve elf. "Deswegen hat es nicht gereicht. Es ist noch nicht ganz vorbei, aber es sieht schwierig aus."

    Für Adrian Sutil gab es wenigstens einen Grund zum Lächeln: Er hat seinen Teamkollegen Giancarlo Fisichella geschlagen. "Wir sind aber enttäuscht, weil die Abstände extrem groß sind. Das Auto ist schwierig zu fahren, hat wenig Balance und Downforce. Bislang ist es eines der schlechtesten Rennen."

    Das Qualifying im Überblick
    1. Session
    Zwischenfälle: Webber in Boxeneinfahrt im Kies
    ausgeschieden: Bourdais, Piquet, Kubica, Sutil, Fisichella
    Top-6: Button, Barrichello, Webber, Hamilton, Rosberg, Räikkönen
    2. Session
    Zwischenfälle: keine
    ausgeschieden: Heidfeld, Kovalainen, Massa, Glock, Nakajima
    Top-6: Vettel, Webber, Barrichello, Button, Trulli, Hamilton
    3. Session
    Zwischenfälle: keine
    Top-6: Vettel, Alonso, Webber, Barrichello, Button, Trulli

    Vettels riskantes Qualifying: Immer in letzter Minute

    Vettels riskantes Qualifying: Immer in letzter Minute

    Sebastian Vettel meinte nach seiner Fahrt zur Pole in China, dass die riskante Taktik im Qualifying eine Notwendigkeit war.
    Sebastian Vettels Weg zur zweiten Formel-1-Pole seiner Karriere war nicht unbedingt etwas für schwache Nerven. In Q2 und Q3 wartete der Deutsche immer bis beinahe zum letzten Augenblick, bevor er auf die Strecke ging. "Es war immer in letzter Minute. In Q1 fuhr ich nur einen Run auf harten Reifen, Ende Q2 dann einen auf weich und in Q3 ebenfalls", erzählte er im Anschluss an das Qualifying.

    Grund für das sparsame Fahren waren die Probleme an der Aufhängung, die während des Trainings auftraten. "Wir wollten so wenig wie möglich fahren. Mark war aber immer sehr schnell und konnte immer zwei Runs fahren, das war klar zu sehen. Es war aber riskant, denn wenn man nur einen Versucht hat, dann reicht ein Fehler und man ist weg vom Fenster", sagte Vettel. Es ging auf, am Ende stand die Pole und der Red-Bull-Pilot durfte mit seinem Team jubeln.

    Besonders groß war für Vettel das Fragezeichen in Q3, da dort wie üblich alles anders war als davor. "Ich sah, dass jeder die anderen beobachtet hat, was sie im ersten Run machen. Die Strecke ist auch besser geworden, deswegen wusste ich nicht, was zu erwarten ist - vor allem, weil wir auch mehr Sprit im Auto hatten", meinte er. Die Runde gelang aber, wobei Vettel nicht wusste, ob die Reifen bis zum Schluss durchhalten würden. "In der letzten Kurve wusste ich dann, dass es geht und das hat gepasst. Ich habe bislang noch keine Punkte, Mark hat im vorigen Rennen welche geholt. Ich hoffe, ich kann das jetzt nachholen", erklärte Vettel.

    McLaren Mercedes auf Platz neun und zwölf

    McLaren Mercedes auf Platz neun und zwölf: Gute Strategie für das Rennen

    Lewis Hamilton schaffte im China-Qualifying den Sprung unter die Top-Ten. Heikki Kovalainen landete auf Rang zwölf. Im Rennen soll es weiter nach vorne gehen.
    Mit Platz neun und zwölf lieferte McLaren Mercedes in China die bisher beste Qualifying-Performance der Saison ab. Bereits vor dem Qualifying ließ Lewis Hamilton wissen, dass er unbedingt den Sprung ins Q3 schaffen will. Dem amtierenden Weltmeister fiel sichtlich ein Stein vom Herzen als er sein Ziel tatsächlich erreichte.

    "Ich freue mich in Q3 zu sein. Das ist ein wichtiger Schritt nach vorne. Wir werden morgen im Rennen so hart pushen wie nur möglich, denn wir wollen so weit nach vorne wie möglich", erklärte Hamilton nach seinem neunten Platz. Auch auf dem Gesicht von Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug war ein Lächeln zu erkennen. "Ein klasse Job von Lewis und dem Team - wir haben seit Saisonbeginn einen Schritt nach vorne gemacht", lobte Haug.

    Gute Strategie

    "In Q1 war Lewis Vierter, zweieinhalb Zehntel hinter Platz eins, in Q2 belegte er Platz sechs, sechs Zehntel hinter der Bestzeit - es geht also im Vergleich zu Melbourne und Sepang zumindest voran." Für das Rennen erwartet sich der Deutsche einen weiteren Schritt nach vorne. "Ich bin sicher, wir haben eine erstklassige Strategie. Vor uns wird es schätzungsweise so ab Runde zehn Frühstopper geben, aber wir wollen mindestens zweieinhalb Mal so weit bis zum ersten Stopp fahren", verriet Haug.

    Nicht ins Q2 schaffte es Heikki Kovalainen. Der Finne schaffte es mit einer Zeit von 1:36,032 Minuten auf Rang zwölf. "Ihm fehlten letztlich 0.063 Sekunden und die hatte er allemal noch im Sack - ärgerlich für ihn und für das Team, das nach all der harten Arbeit mit zwei Autos in den Top Ten den besten Lohn verdient gehabt hätte

    Ferrari in China auf acht und 13

    Ferrari in China auf acht und 13: Ein Team wie Ferrari kann damit nicht zufrieden sein

    Wieder Fehler bei Ferrari. Kimi Räikkönen hatte für Q3 keinen frischen Reifensatz mehr. Felipe Massa schied nach Fahrfehler in Q2 aus.
    Bei Ferrari sah man nach dem Qualifying in Shanghai Licht und Schatten. "Kimi [Räikkönen] schaffte es in die Top-10 und sicherte sich eine gute Position. Leider schied Felipe [Massa] in Q2 aus, nachdem er auf seinem zweiten Run einen Fehler gemacht hat. Kimi erledigte in Q3 einen fantastischen Job. Er ließ mit gebrauchten Reifen zwei Piloten hinter sich", sah Chris Dyer Platz acht und 13 positiv.

    Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali konnte dem Ergebnis hingegen überhaupt nichts Positives abgewinnen. "Ein Team wie Ferrari kann nicht damit zufrieden sein, nur mit einem Auto in den Top-10 zu sein", stellte der Italiener klar. Vor allem der Fahrfehler von Felipe Massa in Kurve neun war ihm ein Dorn im Auge. "Es ist eine Schande, denn Felipe hätte es auch in die Top-10 geschafft", erklärte Domenicali. "Ich hatte etwas Verkehr auf meiner Outlap und bekam die Reifen nicht auf Temperatur. In Kurve neun machte ich einen Fehler, was mich aus Q3 warf. Ohne KERS zu fahren ist definitiv für mich ein Handicap, vor allem im Qualifying", sagte Massa nach seinem Ausscheiden.

    Zu wenig Reifen

    Auch Kimi Räikkönen zeigte sich nach dem Qualifying nicht zufrieden mit seiner Platzierung. "Wir haben aus dem Auto alles herausgeholt, aber wir hatten nicht genug Reifen für Q3. Ansonsten hätten wir noch ein paar Autos hinter uns lassen können", ärgerte sich Räikkönen. Das Hauptproblem sei aber immer noch der fehlende Speed des F60. "Uns fehlt eine Sekunde auf die Besten. Ich hoffe, die Entwicklung geht schnell voran. Bis dahin müssen wir unser Bestes geben", erklärte der Finne.

    Ob mit KERS eine bessere Rundenzeit möglich gewesen wäre, konnte Räikkönen nicht beantworten. "Ich weiß nicht, wo wir mit KERS gestanden wären. Manchmal bringt es einen Vorteil, manchmal einen Nachteil. Es wäre besser, wenn ein Auto mit KERS fahren würde, um die Situation besser zu verstehen", meinte Räikkönen. Kurz nach dem Qualifying steckte man bei Ferrari die Köpfe zusammen, um an der Strategie für das Rennen zu arbeiten. "Es gibt viele unbekannte Faktoren. Die Zuverlässigkeit wird entscheidend sein. Wir werden versuchen, das beste Resultat nach Hause zu fahren", erklärte Domenicali.

    Harte Zeiten für Lewis Hamilton

    Harte Zeiten für Lewis Hamilton: Kann Freunde an einer Hand abzählen

    Für Bernie Ecclestone hat der Rücktritt von Ron Dennis keine Auswirkungen auf das FIA-Urteil im Fall der Lügenaffäre um McLaren Mercedes. Ärger um Hamilton.

    "Das ist ein Problem, mit dem McLaren klar kommen muss. Es geht nicht um die Personen Ron Dennis und Max Mosley", erklärte Bernie Ecclestone abseits des China-Grand-Prix. Der Formel-1-Zampano stellte in Shanghai klar, dass der Rücktritt von Ron Dennis keine Auswirkungen auf die FIA-Entscheidung in der Lügenaffäre haben wird.

    "Sollte das WMSC das Team für schuldig erklären, dann wird die Strafe gleich ausfallen. Wenn Ron zurückgetreten ist, um auf das Urteil Einfluss zu nehmen, dann wird das nicht funktionieren. Es geht darum, dass wir herausfinden, ob mehr passiert ist als wir bisher wissen", erklärte Ecclestone. Dennoch täte es ihm leid, Ron Dennis nach 40 Jahren Formel-1-Engagement gehen zu sehen.

    Unterdessen berichtete die britische Sunday, dass es Ärger in der McLaren-Box geben soll. Angeblich sind die Mechaniker sauer auf Lewis Hamilton. Laut Daily Mail könne der amtierende Weltmeister nach dem Rauswurf von Dave Ryan seine Freunde an einer Hand abzählen. "Er muss sich jetzt fragen, wie er in diese Situation kommen konnte", meinte der frühere McLaren-Mercedes-Pilot David Coutlhard.

    Vettel gewinnt in China: Doppelsieg für Red Bull

    Vettel gewinnt in China: Doppelsieg für Red Bull

    Nach der Pole Position vom Samstag holte sich Sebastian Vettel am Sonntag im Regen von Shanghai seinen zweiten GP-Sieg.

    Es war das Duell Deutschland gegen England, Diffusor gegen Doppel-Diffusor, Red Bull gegen Brawn GP, Sebastian Vettel gegen Jenson Button. Nach zwei Pole Positions und zwei Rennsiegen für Button und Brawn GP schlugen Vettel und Red Bull zurück: Erst die Pole Position, dann der Sieg - wie bei Vettels erstem Triumph mit Toro Rosso im letzten Jahr beim Regenrennen in Monza. Für den Deutschen waren es nach zwei Nullrunden die ersten zehn WM-Zähler des Jahres 2009. Den Red Bull-Erfolg komplettierte Mark Webber, der sich ebenfalls Button schnappte und damit den ersten Red-Bull-Sieg zu einem Doppelsieg machte.

    Der Start hinter dem Safety Car verlief erwartungsgemäß unspektakulär, obwohl auch in langsamer Fahrt einige Piloten in der Zielkurve neben die Strecke rutschten. Robert Kubica und Timo Glock entschieden sich, ob ihrer schlechten Startpositionen aus der Boxengasse, um Änderungen am Setup vorzunehmen und im Falle von Glock auch nachzutanken. Diesem Beispiel folgten mit Verspätung Nico Rosberg und Fernando Alonso, die in der SC-Phase zum Nachtanken an die Box kamen.

    Erst in Runde 8 gab die Rennleitung das Rennen frei und eröffnete damit den Blindflug von Shanghai. Für Kimi Räikkönen begann dieser mit Motorproblemen und einem Positionsverlust gegen Lewis Hamilton, der danach durch die Gischt nach vorne pflügen sollte, durch einen Dreher jedoch zurückfiel und Räikkönen noch ganze zwei Mal überholte. Es sollte nicht die einzige Action sein, die Hamilton im Rennen bot, zu vielen Überholmanövern gesellten sich auch viele Dreher und Ausritte.

    Ein deutsch-deutsches Duell lieferten sich Nick Heidfeld und Timo Glock, der sich nach seinem Boxengassenstart immer weiter nach vorne kämpfte, Heidfeld aber beim Überholmanöver unabsichtlich umdrehte. Viel spektakulärer und folgenschwerer war ein Auffahrunfall von Robert Kubica gegen Jarno Trulli. Der Italiener war zuvor immer weiter nach hinten durchgereicht worden, dann krachte ihm Kubica ins Heck, stieg über den Heckflügel auf und nutzte den Toyota beinahe als Sprungrampe. Für Trulli war das Rennen danach beendet, Kubica konnte mit einer neuen Nase weiterfahren. Weitere Ausfälle waren Felipe Massa, der seinen Ferrari am Streckenrand abstellen musste, und Kazuki Nakajima, der den Williams vorwärts in die Box fuhr.

    Die Beseitigung der Teile des Kubica-Trulli-Unfalls bescherte dem Grand Prix die zweite SC-Phase, in derer es zu einer weiteren Kollision kam: Sebastien Buemi, der bis dahin ein klasse Rennen gefahren war, fuhr dem Führenden Sebastian Vettel ans rechte Hinterrad. Beide konnten jedoch weiterfahren.

    Für Adrian Sutil galt das nicht: Der Deutsche fuhr überholte in den Schlussrunden Lewis Hamilton im Kampf um Platz 6 und war auf dem Weg zu drei WM-Punkten, als er fünf Runden vor Rennende den Force India verlor, abflog und in die Reifenstapel einschlug. Die Punkteränge hinter dem Podiumstrio Vettel-Webber-Button belegten Rubens Barrichello, Heikki Kovalainen, Lewis Hamilton, Timo Glock und Sebastien Buemi. Nick Heidfeld fuhr als Neunter knapp an den Punkten vorbei. Dabei lag er bis kurz vor Ende noch vor Glock und Buemi.

    Falsche Hymne für Red Bull

    Falsche Hymne für Red Bull: Eigentlich österreichische Lizenz

    Statt der österreichischen Hymne wurde in Shanghai die britische Hymne für das siegreiche Team Red Bull Racing gespielt.
    Nach dem Sieg von Sebastian Vettel und Red Bull in Shanghai hätten eigentlich die deutsche und die österreichische Hymne gespielt werden müssen, es folgte aber die britische auf die deutsche. Red Bull fährt mit einer österreichischen Lizenz, was in China anscheinend nicht bekannt war. Red-Bull-Berater Helmut Marko war auch dementsprechend enttäuscht. "Wir haben eine österreichische Lizenz und es kam keine Hymne. Vielleicht haben die Chinesen das nicht im Programm", sagte der Österreicher gegenüber Premiere. Beim nächsten Mal sind die Veranstalter ja vielleicht besser vorbereitet. Dietrich Mateschitz wäre das sicher lieber.

    Nachtrag: Vorschau: Grand Prix von China

    :arrow: Nachtrag: Vorschau: Grand Prix von China

    Lewis Hamilton:
    „Ich fahre gerne in Schanghai – die Strecke bietet eine gute Mischung unterschiedlicher Kurven-geschwindigkeiten und stellt interessante Anforderungen an die Fahrer. In den Hochgeschwindig-keitskurven müssen vor allem der Speed und die Balance stimmen, in den Haarnadelkurven kommt es vor allem auf guten mechanischen Grip an. Im letzten Jahr haben wir alles richtig gemacht, doch diesmal haben wir keinen Leistungsvorsprung. Immerhin sollten wir mit den neuen Teilen am MP4-24 etwas besser aussehen als bisher. Vielleicht stehen wir in der Startaufstellung etwas weiter vorne und können um Punkte kämpfen.“

    Heikki Kovalainen:
    „Auf dem Schanghai International Circuit gefallen mir die Kurven sechs und sieben am Besten – eine Links-Rechts-Kombination, die wir mit rund 270 km/h durchfahren. Zuerst geht es links fast mit Vollgas im sechsten Gang, dann schalten wir einen Gang herunter und lenken bei hohem Tempo nach rechts. Es ist schwierig, das Auto optimal abzustimmen, denn es gibt viele unterschiedliche Kurven; S-Kurven mit Richtungswechseln bei hoher Geschwindigkeit, wo es auf gute Aerodynamik ankommt, und enge Kurven, die guten mechanischen Grip erfordern. Den richtigen Kompromiss zu finden ist eine große Herausforderung für Fahrer und Ingenieure. Vor den Kurven vier, zehn und 13 gibt es gute Überholmöglichkeiten – es sollte also wieder ein interessantes Rennen werden.“

    Martin Whitmarsh, Vodafone McLaren Mercedes Teamchef
    „Nach den ersten Rennen der Saison 2009 sind wir sowohl enttäuscht als auch optimistisch. Enttäuscht, weil wir mit unserem technischen Paket noch nicht um Spitzenplätze kämpfen können; optimistisch, weil wir schnell genug Fortschritte machen, um aus eigener Kraft auf Punkteplätze zu fahren. Für den Grand Prix von China werden wir mehrere neue Teile für den MP4-24 dabei haben. Das wird zwar das Potenzial des Autos nicht radikal verändern, sollte uns aber einen kleinen Schritt näher an die Spitze bringen.“

    Norbert Haug, Mercedes-Benz Motorsportchef
    „Letztes Jahr fuhr Lewis auf diesem anspruchsvollen Kurs ein exzellentes Rennen und gewann. Es muss für die diesjährige Auflage des Grand Prix China unser Ziel sein, weiter vorne zu starten als dies bei den ersten beiden Grand Prix der Fall war. Diese beiden Rennen haben gezeigt, dass Punkteränge und sogar Podiumsplätze möglich waren, selbst wenn der eigene Speed dies grundsätzlich nicht erlaubte. Das Team hat weitere technische und aerodynamische Verbesserungen entwickelt, die uns einen weiteren kleinen Schritt nach vorne möglich machen sollten."

    Grand Prix von China

    Grand Prix von China
    Heikki Kovalainen Fünfter, Lewis Hamilton Sechster

    Vier Autos zwischen Platz 3 und 6 mit dem Mercedes-Benz Formel-1-Motor FO 108W

    Die Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Heikki Kovalainen und Lewis Hamilton belegten beim Grand Prix von China in Schanghai bei strömendem Regen die Plätze fünf und sechs. Mit den in der Weltmeisterschaft führenden Brawn Mercedes Fahrer Jenson Button und Rubens Barrichello auf den Plätzen drei und vier wurden vier der ersten
    sechs Fahrzeuge vom Mercedes-Benz Formel-1-Motor FO 108W angetrieben. Nach 56 Runden (305,066 km) siegte Sebastian Vettel (Red Bull Renault). Nach drei von 17 Läufen zur Formel-1-Weltmeisterschaft 2009 führt Button mit 21 Zählern; Lewis und Heikki liegen punktgleich mit jeweils vier Zählern auf Platz sieben.

    Der Start
    Lewis und Heikki nahmen das Rennen von den Startplätzen neun und zwölf auf. Da es regnete, wurde hinter dem Safety Car gestartet. Lewis und Heikki fuhren beide mit Regenreifen los.

    Das Rennen
    Runde 5: Nico Rosberg (Williams Toyota) legte einen Boxenstopp ein und Lewis rückte auf Platz acht vor; Heikki war jetzt Elfter.
    Runde 7: Auch Fernando Alonso (Renault) fuhr an die Box; Lewis und Heikki lagen auf den Plätzen sieben und zehn.
    Runde 8: Das Safety Car kam am Ende der Runde an die Box und mit dem neunten Umlauf wurde das Rennen freigegeben.
    Runde 9: Lewis überholte Kimi Räikkönen (Ferrari), verbesserte sich auf Rang sechs und attackierte in der Folge Jarno Trulli (Toyota).
    Runde 11: Lewis ging an Trulli vorbei und übernahm Platz fünf. Einen Umlauf später rutschte er kurz von der Strecke und fiel auf Rang zehn hinter Heikki zurück.
    Runde 13: Lewis überholte Heikki und war Neunter. Die fünf Fahrer auf den Plätzen fünf (Sébastien Buemi/Toro Rosso Ferrari) lagen innerhalb von 4,6 Sekunden.
    Runde 15: Lewis passierte Trulli und Räikkönen und verbesserte sich auf Rang sieben, fiel aber im nächsten Umlauf wieder einen Platz zurück. Heikki überholte Trulli und war Neunter.
    Runde 18: Nach einem Unfall von Trulli und Robert Kubica (BMW Sauber) fuhr erneut das Safety Car auf die Strecke.
    Runde 20: Nach den Boxenstopps der führenden Brawn Mercedes von Jenson Button und Rubens Barrichello sowie von Buemi war Lewis Sechster und Heikki Achter. Einen Umlauf später fiel Felipe Massa (Ferrari) aus; Lewis fuhr jetzt auf Platz fünf, Heikki auf Rang sieben.
    Runde 23: Das Rennen wurde wieder freigegeben. Lewis attackierte Räikkönen und ging vorbei; Heikki überholte Barrichello. Am Ende der Runde war Lewis Vierter, 7,1 Sekunden hinter dem führenden Sebastian Vettel (Red Bull Renault); Heikki fuhr auf Platz sechs.
    Runde 27: Boxenstopp von Räikkönen; Heikki lag jetzt auf Rang fünf hinter Lewis.
    Runde 33: Lewis fuhr zu seinem ersten Routinehalt an die Box und nahm das Rennen nach 8,6 Sekunden Standzeit wieder auf. Heikki folgte einen Umlauf später (8,8 Sekunden).
    Runde 45: Die ersten acht Fahrer hatten ihre Routinestopps absolviert; Lewis war jetzt Fünfter vor Heikki.
    Runde 47: Kleiner Ausrutscher von Lewis, Heikki überholte.
    Runde 49: Lewis drehte sich eingangs der Start-Ziel-Geraden und verlor einen Platz an Adrian Sutil (Force India Mercedes). Zwei Umläufe später flog Sutil von der Strecke, Lewis war wieder Sechster.
    Ziel (Runde 56): Heikki und Lewis fuhren auf den Plätzen fünf und sechs ins Ziel.

    Stimmen zum Rennen

    Heikki Kovalainen
    „Die Sicht war unglaublich schlecht – besonders während der ersten Runden nach dem Start hinter dem Safety Car. Mein Speed war gut und in den letzten Runden schloss ich auf Rubens Barrichello auf, allerdings war ich nicht nah genug, um ihn anzugreifen. Unsere Strategie war genau richtig, mehr als der fünfte Platz war heute nicht drin. Ich freue mich, dass ich heute vier Punkte holte und keinen Fehler machte, obwohl es ein paarmal sehr kritisch war.“

    Lewis Hamilton
    „Anfangs war es sehr schwierig, doch dann lief es für mich recht gut und das Fahren hat mir Spaß gemacht. Später unterliefen mir ein paar Fehler zu viel. Es war sehr rutschig und mein linker Vorderreifen war lange vor dem Ende abgenutzt. Doch ich gab mein Bestes. Das Rennen war ein harter Kampf, aber immerhin holte ich drei Punkte für das Team.“

    Martin Whitmarsh
    „Zunächst herzlichen Glückwunsch an Red Bull zu ihrem ersten Grand-Prix-Sieg. Sebastian fuhr ein tolles Rennen – gut gemacht auch an unseren alten Freund Adrian Newey. Heikki holte für unser Team verdiente vier Punkte für seinen beeindruckenden fünften Platz. Bei den heutigen Bedingungen ist es alles andere als einfach, fehlerlos zu fahren, aber genau das hat Heikki geschafft. Lewis attackierte das ganze Rennen über und dabei drehte er sich ein paar Mal oder kam von der Strecke ab – so etwas passiert. Doch er fuhr ein gutes Rennen. Wir hatten uns für eine Ein-Stopp-Strategie entschieden. Es regnete das ganze Rennen über und wir hatten durch unsere langen Stints einen höheren Reifenverschleiß als die Teams mit zwei Stopps. Unsere Fahrer kamen damit gut zurecht. Das Ergebnis mit zwei Autos in den Punkten ist ermutigend und zeigt, dass wir Fortschritte machen. Wir arbeiten ohne Unterlass an weiteren Verbesserungen, damit dieser Trend anhält.“

    Norbert Haug
    „Mehr als Fünfter und Sechster geht derzeit nicht - das muss sich ändern. Immerhin sind sieben Punkte besser als nichts - aber unser Speed muss deutlich besser werden. Wieder erlebten wir schwierige Bedingungen für alle wie in Malaysia. Heute kamen vier Autos mit Mercedes-Benz Motor zwischen Platz drei und sechs ins Ziel. Danke dafür an die Kollegen in Brixworth und Stuttgart. Glückwunsch an Sebastian Vettel und Red Bull zu einem makellosen Rennen - Hut ab."

    4. Bahrain GP / Bahrain International Circuit

    4. Bahrain GP / Bahrain International Circuit

    Bahrain: Formel 1 wie in 1001 Nacht
    Durch die Wüste - einer der bekanntesten Abenteuerromane von Karl May könnte als Motto dienen für das zweite Gastspiel der Formel 1 auf der Arabischen Halbinsel. Der Bahrain International Circuit bei Sakhir, der 2004 im Grand Prix-Kalender debütierte, liegt in der Tat mitten in einer Dünen-Einöde 30 Kilometer von der Hauptstadt Manama entfernt.

    Was Hermann Tilke und sein Auftraggeber, Scheich Hamad Ibn Isa Al-Khalifa hier in den Sand gesetzt haben, kann sich mehr als nur sehen lasen: Für 150 Millionen Dollar errichtete der kleine Inselstaat eine Grand Prix-Rennstrecke auf allerhöchstem Niveau. Da die Raumplanung in Bahrain nicht besonders restriktiv gehandhabt wird, konnten sich die Bauherren das beste Fleckchen Wüste aussuchen. Die Wahl fiel auf das im Süden des Kleinstaats gelegene Sakhir.

    Die Strecke besteht vor allem aus vier Geraden - darunter die sehr lange Start-Ziel-Passage - und drei Hochgeschwindigkeitskurven. Sie verbindet eine Abfolge langsamer und mittelschneller Kurven, die ein hohes Abtriebsniveau erfordern.

    Zugleich fordert der BIC auch die Triebwerke und Bremsen überdurchschnittlich stark, weil eine Reihe von langsamen Kurven harte Brems- und Beschleunigungsmanöver erfordert. Eine weitere Besonderheit: Beim Start wird es ein interessantes Beschleunigungsduell entlang der langen Startgeraden geben, bevor sich die 20 Autos ins Nadelöhr der ersten Rechtskurve einfädeln.
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    Vorschau: Grand Prix von Bahrain

    Vorschau: Grand Prix von Bahrain

    Lewis Hamilton:
    „Ich freue mich auf Bahrain. Ich mag den Kurs und er sollte uns liegen. Die Streckencharakteristik mit langen Geraden, an deren Enden jeweils hart abgebremst wird, sollten KERS entgegen­kommen. In Bahrain werden die Bremsen härter belastet als bisher in dieser Saison und ich bin gespannt, wie wir KERS im Laufe der Runde nutzen können.
    Am Wichtigsten ist für mich, dass wir im Team gute Fortschritte machen. Alle neuen Teile haben ausnahmslos Verbesserungen bei den Rundenzeiten gebracht und auch beim Set-up und der Strategie arbeiten wir in die richtige Richtung. Wir brauchen noch ein paar Rennen, um wieder voll konkurrenzfähig zu werden. Ein problemloses Rennen in Bahrain sollte bei der Standortbestimmung helfen.“

    Heikki Kovalainen:
    „Die Strecke in Bahrain bietet eine gute Mischung unterschiedlicher Kurven und an den Enden der langen Geraden gibt es gute Überholmöglichkeiten. Es ist schwierig, die richtige Abstimmung zu finden; wir fahren hier mit mittlerem Abtrieb, das bedeutet immer einen Kompromiss beim Set-up. Auch der wechselhafte Wind erschwert die Arbeit mit dem Auto. Mir gefallen die S-Kurven und das Bergaufstück im hinteren Streckenteil am Besten. Ich freue mich auf das kommende Wochenende und will erneut ordentlich Punkte sammeln.“

    Martin Whitmarsh, Vodafone McLaren Mercedes Teamchef
    „Die Punkte, die wir in China holten, zeigen, dass wir unseren Kampfgeist nicht verloren haben und dass wir selbst mit einem nicht ganz wettbewerbsfähigen Auto aus jeder Gelegenheit das Beste machen können. Bis unser technisches Paket wieder ganz konkurrenzfähig ist, muss das auch für Bahrain unser Ziel sein. Wir rüsten den MP4-24 wieder mit mehreren neuen Teilen aus und hoffen, dass diese uns erneut voran bringen. Bahrain ist die Heimat eines unserer wichtigsten Anteilseigner, deshalb wird dieses Rennen für uns etwas Besonderes. Die Bahraini heißen uns herzlich willkommen.“

    Norbert Haug, Mercedes-Benz Motorsportchef
    „Wir freuen uns auf den Grand Prix von Bahrain eine Woche nach dem Rennen in China. Zum zweiten Mal nach Melbourne und Sepang finden in dieser Saison zwei Grand Prix innerhalb von acht Tagen statt. Vier Rennen in fünf Wochen sind für jeden in der Formel 1 eine enorme Belastung. Unsere Leistung im Trockenen sah in Schanghai etwas besser aus als bei den zwei Rennen zuvor und unser Ziel ist es, diesen Trend fortzusetzen. Trotzdem können wir in Bahrain keine Wunder erwarten und jeder im Team weiß, dass wir Tag und Nacht arbeiten müssen, um wieder an die Spitze des Feldes zurück zu kommen.
    Wir haben durch eigene Fehler bereits sechs Punkte in Australien verloren und hätten auch in Malaysia mehr als einen Punkt holen müssen. In China haben wir jetzt zum ersten Mal erreicht, was erreichbar war, aber Platz fünf und sechs kann natürlich nicht das Ziel für das Team sein, das mit den Startnummern 1 und 2 auf seinen Autos antritt. Nach den ersten vier Rennen in Übersee müssen wir in den nächsten vier in Europa vorzeigbare Steigerungen abliefern, wobei es allerdings ausgesprochen schwierig werden wird, in der Kürze der Zeit in das Top Drei-Teamranking vorzustoßen.“

    Mercedes-Benz macht mit Kundenmotoren guten Profit

    Mercedes-Benz macht mit Kundenmotoren guten Profit

    Zum ersten Mal fahren in der Saison 2009 die Autos von drei Formel-1-Teams mit Mercedes-Benz-Motoren. Neben dem Vodafone McLaren Mercedes Team sind auch Force India und Brawn GP mit Achtzylindern von Mercedes-Benz High Performance Engines unterwegs.
    Das neue Reglement erlaubt jedem Team den Einsatz von 20 Motoren pro Saison. Davon stehen jedem der beiden Stammfahrer je acht Motoren für die 17 Grand-Prix-Wochenenden zur Verfügung. Durch diese neue Regel sind die Kosten massiv nach unten gegangen. Insgesamt arbeiten knapp 400 Beschäftigte bei Mercedes-Benz und Mercedes-Benz High Performance Engines an den Motoren für die drei Rennställe.

    "Die ersten Wochenenden mit drei Teams, die Mercedes-Benz Motoren einsetzten, verliefen absolut reibungslos. Die Jungs haben sensationelle Arbeit geleistet", sagt Mercedes-Benz Motorsportchef Norbert Haug, der sich nicht nur über Kostensenkungen freut, sondern auch darüber, dass Mercedes-Benz mit den Kundenmotoren einen guten Profit erwirtschaftet. "Ich bin stolz, was die Truppe leistet. Ich glaube, dass wir eine Messlatte in dem Geschäft gelegt haben."

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    Mercedes-Benz Formel-1-Motor FO 108W
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    Qualifying: Trulli auf Pole Position

    Qualifying: Trulli auf Pole Position

    Jarno Trulli und Timo Glock starten beim Bahrain GP aus der ersten Startreihe. Auf Platz 3 steht Sebastian Vettel.
    Das Formel-1-Kräfteverhältnis wankt weiter: Nach dem Doppel-Sieg von Red Bull in China holte sich Toyota in Bahrain die komplette erste Startreihe. Jarno Trulli sicherte sich mit drei Zehnteln Vorsprung die Pole Position beim vierten Saisonlauf vor seinem Teamkollegen Timo Glock. Weitere drei Zehntel dahinter landete Shanghai-Sieger Sebastian Vettel auf dem dritten Startplatz - noch vor dem Sieger der ersten beiden Rennen Jenson Button.

    Den Aufwärtstrend von McLaren Mercedes bestätigte Lewis Hamilton, der seinen Silberpfeil auf Platz 5 stellte, vor dem zweiten Brawn GP von Rubens Barrichello. In der vierten Reihe stehen Fernando Alonso und Vizeweltmeister Felipe Massa im besten Ferrari. Nico Rosberg und Kimi Räikkönen komplettieren die Top.10.

    Bereits im zweiten Qualifying für Schluss für beide BMW Sauber. Robert Kubica war als 13. nur einen Hauch schneller als Nick Heidfeld. "Es ist offensichtlich, dass sich unsere Pace nicht groß verbessert hat", klagte Heidfeld. "Das ist aber auch nicht überraschend, weil wir nichts Neues am Auto haben." In China sei es noch knapp gewesen, in Bahrain hingegen deutlich. "Es wäre etwas mehr drin gewesen, aber nicht genug für die Top-10." Sein Ziel fürs Rennen ist es, irgendwie ein paar Punkte mitzunehmen.

    Sutil in Webbers Weg

    Der Aufreger des ersten Qualifyingabschnitts ereignete sich kurz vor Ende der Session: Fernando Alonso fühlte sich von Adrian Sutil und vor allem Robert Kubica aufgehalten, Mark Webber wurde klar von Sutil aufgehalten und schied in der Folge als 19. auch im Q1 aus.

    "Er hat selbst eine Lücke gesucht", so Webber. "Ich war auf meiner schnellen Runde und habe viel Zeit hinter ihm verloren. Er hat versucht, Platz zu machen, aber ich war schon innen. Klar bin ich nicht happy, da hinten zu starten. Das wird ein Chaos morgen." Mit Webber schieden auch Sutil, Sebastien Buemi, Giancarlo Fisichella und Sebastien Bourdais aus.

    "Jeder hat viel erwartet", so Sutil. "Für uns war es ein gutes Qualifying. Die Situation mit Webber war eine blöde Sache. Ich dachte, er wäre auf seiner Aufwärmrunde und ich musste den Abstand zu Alonso einhalten, dann kam es zu dieser Situation."

    Das Qualifying im Überblick
    1. Session
    Zwischenfälle: Feuer bei Kubica
    ausgeschieden: Sutil, Buemi, Fisichella, Webber, Bourdais
    Top-6: Vettel, Trulli, Hamilton, Button, Barrichello, Glock
    2. Session
    Zwischenfälle: Button & Barrichello exakt gleiche Zeit
    ausgeschieden: Kovalainen, Nakajima, Kubica, Heidfeld, Piquet
    Top-6: Vettel, Glock, Trulli, Räikkönen, Barrichello, Button
    3. Session
    Zwischenfälle: keine
    Top-6: Trulli, Glock, Vettel, Button, Hamilton, Barrichello

    Whitmarsh und Haug sehen Fortschritte

    Whitmarsh und Haug sehen Fortschritte: Wir arbeiten in die richtige Richtung

    Martin Whitmarsh und Norbert Haug sind nach dem Qualifying in Bahrain zuversichtlich, dass Hamilton und Kovalainen im Rennen punkten.
    Der fünfte Platz von Lewis Hamilton sorgte für zufriedene Gesichter in der Box von McLaren Mercedes. "Die Performance von heute im Qualifying zeigt, dass wir Fortschritte am MP4-24 machen. Lewis fünfter Platz ist eine fantastische Leistung, wenn man bedenkt, dass er in Australien von Startplatz 18 ins Rennen gegangen ist. Lewis und auch Heikki sind in der Position, um im Rennen am Sonntag Punkte zu holen", erklärte Teamchef Martin Whitmarsh. Während Lewis Hamilton auf dem Sakhir Circuit für das bisher beste Qualifying-Ergebnis sorgte, war für Heikki Kovalainen erneut in Q2 Schluss.

    "Es ist eine Schande, dass Heikki es nicht ins Q3 geschafft hat. Ihm fehlten weniger als eine Zehntel auf die Top-Ten. Das war eine unglaublich enge Session, zwischen dem vierten und dem achten Platz lagen nur 0,005 Sekunden", meinte Norbert Haug. Dennoch ist der Mercedes-Motorsportchef zuversichtlich, dass man im Rennen noch stärker sein wird. "Das Ergebnis zeigt, dass wir in die richtige Richtung arbeiten. Zudem kommt das Layout der Strecke uns entgegen. Wir haben ein starkes Auto, starke Bremsen und auch KERS hilft uns", verriet Haug.

    Mercedes-Ausstieg wird weiter spekuliert

    Mercedes-Ausstieg wird weiter spekuliert: Laut Haug kein Ausstiegsszenario

    Nach Aussagen von Dieter Zetsche über Konsequenzen eines übertriebenen Urteils gegen McLaren hat Norbert Haug gegengesteuert.
    Seitdem die Turbulenzen rund um McLaren und die Lügen-Affäre von Melbourne begonnen haben, wird manchmal lauter und manchmal leiser darüber spekuliert, dass Mercedes irgendwann genug von der Formel 1 haben und sich zurückziehen könnte. Als Daimler-Chef Dieter Zetsche dann bei der Präsentation der neuen E-Klasse sagte: "Bei einem unangemessenen Urteil der FIA könnten wir unser Formel 1-Engagement überdenken", war ein neuer Gerüchteherd geschaffen.

    Wie genau die unangemessene Bestrafung im Fall McLaren am 29. April aussehen könnte, ließ er offen. Dennoch wurde schon laut darüber spekuliert, dass die Tage von Mercedes in der Formel 1 bald gezählt sein könnten. Mercedes Sportchef Norbert Haug versuchte in Bahrain allerdings, die Sache etwas herunterzuspielen: "Das hat rein gar nichts mit einem Ausstiegsszenario zu tun", sagte er bei RTL. Weitere Aussagen wollte er nicht tätigen, da es schließlich um ein laufendes Verfahren gehe. Er betonte nur, dass man bei einer äußerst unangemessenen Strafe eben darüber diskutieren müsse, wie es in der Formel 1 weitergehe.

    Die meisten rechnen fest damit, dass es für McLaren in der Nachverhandlung zu den Falschaussagen nach dem Rennen in Melbourne eine Strafe geben wird. Erwartet wird eine Geldbuße, sollte es tatsächlich zu einer Rennsperre kommen, wäre das Ausmaß wohl der entscheidende Punkt.

    Diese Woche gab es bereits einmal Aufhebens um Mercedes und sein Mitwirken in der Formel 1. Da hatte Daimler Betriebsrat Helmut Lense innerhalb der Belegschaft das Engagement des Unternehmens in der Königsklasse in Frage gestellt.

    McLaren wird angeblich nur mild bestraft

    McLaren wird angeblich nur mild bestraft: Wenn sie sich reumütig und offen zeigen

    Britische Medien berichten, dass McLaren bei der Anhörung zur Lügen-Affäre glimpflich davon kommen könnte, wenn das Team so offen ist wie versprochen.

    Zwar ist die Anhörung erst am kommenden Mittwoch und daher kann es auch noch gar keine Entscheidung geben, aber britische Medien haben von hochrangigen FIA-Quellen aber anscheinend schon einmal erfahren, dass McLaren einer größeren Strafe entgehen könnte. Es gab mehrere Gerüchte, dass der Rennstall eine Rennsperre für die Lügen-Affäre von Melbourne ausfassen könne, der Telegraph wollte aber wissen, dass ein Punkteabzug viel wahrscheinlicher sei.

    Bislang hat McLaren acht Punkte gesammelt, es könnte für das Team also in negative Punkteregionen gehen. Das wäre angesichts vergangener Strafen gegen den Rennstall aber wohl verschmerzbar. Auch der Independent berichtete davon, dass das Urteil gegen McLaren mild ausfallen dürfte, wobei der Entschuldigungs-Brief von Martin Whitmarsh an Max Mosley viel dazu beigetragen habe soll.

    Darin hatte der Teamchef nicht nur Reue gezeigt, sondern auch geschrieben, dass McLaren bei der Anhörung alles offen behandeln wolle. Dass soll dazu geführt haben, dass die FIA schon im Vornhinein ein wenig milde gestimmt ist. Eine namentlich nicht genannte Quelle meinte laut News of the World: "Es liegt nun alles an McLaren. Wenn sie reuevoll in das Meeting gehen und sich offen zeigen, könnten sie davonkommen. Wenn sie aber nach Paris kommen und sich so verteidigen wollen wie bei Ferrari-Gate, dann wird ihnen das nicht gut tun."

    Bahrain GP : Button holt dritten Sieg

    Bahrain GP : Button holt dritten Sieg

    China war eine Ausnahme. Im vierten Saisonlauf in Bahrain gewinnt Jenson Button zum dritten Mal. Sebastian Vettel und Jarno Trulli auf dem Podium.
    Alles sprach vom neuen Duell Toyota gegen Red Bull, Jarno Trulli auf der Pole Position, dahinter das deutsche Duo Timo Glock und Sebastian Vettel. Selbst die Brawn-Piloten sagten nach dem Qualifying, dass sie keine Chance gehabt hätten, um die Pole zu fahren. "Das Rennen wird hart, keine Spazierfahrt", kündigte Jenson Button an. Im Rennen sah alles anders aus: Schon bald setzte sich Button, wie in Melbourne und Sepang, vom Feld ab und fuhr einem ungefährdeten dritten Saisonsieg entgegen.

    Sebastian Vettel musste nach einem schlechten Start etwas härter für Rang 2 arbeiten, konnte sich nach den Boxenstopps der Konkurrenz aber jeweils bis auf Position 2 nach vorne schieben. Jarno Trulli verwandelte die erste Saison-Pole von Toyota nicht in den ersten GP-Sieg der Japaner. In den Schlussrunden schloss er zwar noch einmal zu Vettel auf, konnte aber keinen Angriff mehr starten.

    Viel Karbonschrott

    Am Start flogen die Fetzen. An der Spitze setzte sich Glock gegen Trulli durch, dahinter kam Vettel schlecht weg, so dass Lewis Hamilton und Button an ihm vorbeigingen. Dahinter knackten die Frontflügel: Kimi Räikkönen rasierte den Flügel seines Teamkollegen Felipe Massa, der danach ebenso einen Notstopp einlegen musste wie Nick Heidfeld und Robert Kubica. Der Pole war mit dem McLaren von Heikki Kovalainen aneinander geraten. Für Massa und die beiden BMW Sauber war das Rennen damit schon früh gelaufen.

    Ein spannendes Duell lieferten sich Rubens Barrichello und sein Landsmann Nelsinho Piquet. Der Brawn-Pilot war auf einer Dreistoppstrategie und so hinter den Renault geraten, der sich dank KERS immer wieder verteidigen konnte. Bevor Barrichello dann doch vorbei kam, gab er bereits entnervt Handzeichen, obwohl es sich um einen Positionskampf und keine Überrundung handelte.

    Trotz der vielen Berührungen und angeschlagenen Flügel gab es nur einen Ausfall: Sieben Runde vor dem Ende stellte Kazuki Nakajima seinen Williams in der Box ab. Ein versöhnliches Ende nahm das Rennen für Lewis Hamilton, der nach dem schwierigen Saisonstart auf Platz 4 ins Ziel fuhr - direkt vor Barrichello und Kimi Räikkönen, der die ersten drei WM-Punkte für Ferrari einfuhr. Die letzten beiden Punkteränge gingen an Glock und Fernando Alonso. Die enttäuschten Schlusslichter bildeten die BMW Sauber von Kubica und Heidfeld.

    Punkte für McLaren Mercedes

    Punkte für McLaren Mercedes: Brawn, Toyota und Red Bull noch zu schnell

    Lewis Hamilton freute sich über Platz vier in Bahrain. Falsche Reifenwahl ruinierte das Rennen von Heikki Kovalainen. Der Finne wurde nur Zwölfter.
    "Ich freue mich über Platz vier. Brawn GP, Toyota und Red Bull waren in den Highspeed-Kurven so schnell, dass es einfach unmöglich war sie zu überholen", zog Lewis Hamilton am Ende des Rennens eine zufriedene Bilanz. Der McLaren Mercedes-Pilot zeigte bereits am Start auf als er dank KERS sowohl Jenson Button und Sebastian Vettel hinter sich ließ. Während Button nach einer Runde wieder vorbeizog, konnte Hamilton zumindest Vettel bis zum ersten Boxenstopp hinter sich lassen.

    "Mein Start war gut. Leider konnte ich Platz drei nicht halten. Jenson war einfach zu schnell in den Kurven, er war die ganze Zeit in meinem Heck", erzählte Hamilton. Im mittleren Stint blieb der Brite hinter Vettel und Trulli in Lauerstellung, doch bis zum Schluss gab es keine Chance zum Überholen. "Aber das ist wieder ein ermutigender Schritt für das Team. Wir müssen weiter hart arbeiten, denn im Moment können wir noch nicht zurückkämpfen, sondern nur Punkte sammeln", erklärte Hamilton.

    Falsche Reifen

    Heikki Kovalainen konnte heute nur von Punkten träumen. Die Entscheidung auf den härteren Reifen zu starten, ruinierte das Rennen von Kovalainen. "Mein Start war ein Desaster. Auf den harten Reifen zu starten, war die falsche Entscheidung. Die harten Reifen hatten nicht den nötigen Grip und lösten sich sehr schnell auf", sagte der Finne enttäuscht. Wegen einer Vibration am Reifen musste Kovalainen die Box früher als geplant ansteuern und fand sich danach am Ende des Feldes wieder.

    "Nach meinem ersten Stopp fühlte sich das Auto viel besser an, aber dann war es zu spät, um mich dramatisch zu verbessern", verriet Kovalainen, der sich am Ende noch bis auf Platz zwölf vorkämpfte. Teamchef Martin Whitmarsh zog am Ende des Tages eine positive Bilanz: "Wir haben ohne Zweifel über die vergangenen Wochen einen Schritt nach vorne gemacht. Lewis fuhr ein fantastisches Rennen ohne einen Fehler. Ein Podium wäre heute möglich gewesen", so Whitmarsh.

    Grand Prix von Bahrain

    Grand Prix von Bahrain

    - Lewis Hamilton Vierter
    - Heikki Kovalainen auf Platz zwölf
    - Jenson Button im Brawn Mercedes holt im vierten Rennen den dritten Sieg für den Mercedes-Benz Formel-1-Motor FO 108W

    Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Lewis Hamilton belegte beim Grand Prix von Bahrain den vierten Platz. Nach 57 Runden (308,238 km) fuhr er 22 Sekunden hinter Sieger Jenson Button im Brawn Mercedes ins Ziel, der im vierten Saisonrennen seinen dritten Erfolg erzielte.
    Für Mercedes-Benz war es der 70. Sieg seit 1954. Heikki Kovalainen im Vodafone McLaren Mercedes wurde Zwölfter. Nach vier von 17 Läufen zur Formel-1-Weltmeisterschaft 2009 führt Button in der Fahrerwertung mit 31 Punkten vor seinem Teamkollegen Rubens Barrichello mit 19 Zählern. Lewis ist Siebter mit neun Punkten.

    Der Start
    Lewis und Heikki nahmen das Rennen von den Plätzen fünf und elf auf. Lewis begann mit der weicheren Reifenmischung (option), Heikki startete mit dem härteren Reifen (prime). Lewis überholte zwei Autos und bog als Dritter hinter den Toyota von Timo Glock und Jarno Trulli in die erste Kurve. Heikki fiel auf Platz 17 zurück. Eingangs der zweiten Runde wurde Lewis von WM-Spitzenreiter Jenson Button überholt und war Vierter.
    Das Rennen
    Runde 12: Nach den Boxenstopps von Glock und Trulli fuhr Lewis an zweiter Position hinter Button. Heikki legte seinen ersten Routinehalt ein (8,1 Sekunden), wechselte auf die weicheren Reifen und fiel auf Platz 17 zurück.
    Runde 15: Lewis kam als Zweiter an die Box, ließ erneut die weicheren Reifen montieren und fuhr nach 7,6 Sekunden als Siebter wieder auf die Strecke.
    Runde 23: Nach den jeweils ersten Boxenstopps aller Fahrer war Lewis Vierter, 9,7 Sekunden hinter Spitzenreiter Button. Heikki fuhr an 15. Position.
    Runde 37: Lewis kam wie Button und Trulli zum zweiten Boxenstopp herein. Lewis wechselte auf die härteren Reifen und fuhr nach 8,0 Sekunden wieder auf die Strecke. Heikki legte seinen zweiten Routinehalt einen Umlauf später ein (8,2 Sekunden) und blieb beim weicheren Reifen.
    Runde 39: Lewis war Sechster, Heikki fuhr an 16. Stelle.
    Runde 48: Nach den Boxenstopps von Kimi Räikkönen (Ferrari) in Runde 44 sowie Rubens Barrichello (Brawn Mercedes) in Runde 47 verbesserte sich Lewis auf Platz vier. Heikki war Zwölfter.
    Ziel (Runde 57): Lewis wurde Vierter, das bislang beste Saisonergebnis für Vodafone McLaren Mercedes. Heikki wurde Zwölfter. Button holte seinen dritten Saisonsieg. Mit Barrichello auf Platz fünf kamen drei Autos mit dem Mercedes-Benz Formel-1-Motor FO 108W unter den Top Fünf ins Ziel.

    Stimmen zum Rennen

    Lewis Hamilton
    „Mein Start war gut, doch leider konnte ich den dritten Platz nicht halten. Jenson war in den Kurven einfach schneller. Doch ich freue mich über den vierten Platz. Es war schwer, an den anderen dran zu bleiben, denn die Toyota, Red Bull und Brawn Mercedes waren besonders in den Hochgeschwindigkeitskurven deutlich schneller. Unser Team machte heute einen ermutigenden Schritt und wir müssen weiter am Auto arbeiten. Noch kämpfen wir nicht um die Spitze, wir sammeln Punkte. In Barcelona wird der Abstand wieder größer, denn dort braucht man viel Abtrieb. Da wird es schwer werden, wieder unter die ersten Fünf zu kommen.“

    Heikki Kovalainen
    „Ich startete schlecht. Die härteren Reifen waren die falsche Wahl, denn sie hatten nicht genug Grip und bauten rasch ab. Zudem vibrierten sie ohne ersichtlichen Grund. Nach meinem ersten Boxenstopp lief es besser, aber es war bereits zu spät, um nach vorne zu kommen. Mein Speed war nicht besonders gut. Wir werden den Grund dafür analysieren und hart arbeiten, um uns zum nächsten Rennen in Barcelona zu steigern.“

    Martin Whitmarsh, Vodafone McLaren Mercedes Teamchef
    „Lewis fuhr ein tolles Rennen, machte keine Fehler und attackierte immer wieder. Uns fehlte der Speed, um mit den Toyota, Brawn Mercedes und Red Bull mitzuhalten, deshalb ist der vierte Platz ein gutes Ergebnis und es ist erfreulich, dass wir den anderen allmählich näher kommen. Ein Podiumsplatz lag in Reichweite, aber wir verpassten ihn knapp. Heikki startete mit viel Benzin an Bord und wir gingen das Risiko ein, ihn mit der härteren Reifenmischung ins Rennen gehen zu lassen. Doch wir mussten ihn früher als geplant an die Box rufen und er verlor zuviel Zeit zwischen den Autos mit ähnlicher Strategie. Schade. Auch wenn uns die Streckencharakteristik heute etwas entgegen kam, ist ein deutlicher Fortschritt über die letzten Wochen festzustellen. Unsere Wettbewerber bleiben nicht stehen, aber wir werden uns weiter steigern bis wir dort sind, wo wir hin wollen – an der Spitze.“

    Norbert Haug, Mercedes-Benz Motorsportchef
    „Das war hier in Bahrain ein Schritt nach vorne. Das Streckenlayout bei einem der Heimrennen von Vodafone McLaren Mercedes und Lewis‘ fahrerisches Können trugen ebenso zu diesem Ergebnis bei wie unser KERS Hybrid, das hier für rund eine halbe Sekunde pro Runde gut ist. Heikkis Rennen – er war als Elfter hoffnungsvoll gestartet - war im Verkehrsstau der ersten Runde, aus der er als 17. zurückkam, praktisch gelaufen. Jeder im Team ist sich bewusst, dass wir den MP4-24 weiter dramatisch verbessern müssen, um an die Spitze des Feldes zurückzukehren. Glückwunsch an Brawn GP zum dritten Sieg im vierten Rennen ‚powered by Mercedes-Benz‘. Wieder halfen unsere Motorenkollegen mit, dass der Kunde König ist und dies ist ein sehr gutes Gefühl für jeden bei Mercedes-Benz HighPerformanceEngines in Brixworth genauso wie in Stuttgart. Gut gemacht!“

    Rückzug aus der Formel 1 abgewendet?

    Mercedes
    Rückzug aus der Formel 1 abgewendet?

    Formel 1Die besten Bilder aus BahrainSilber-Star Lewis Hamilton fuhr gestern auf Platz vierFoto: AP1 von 21 Platz 4 für Weltmeister Lewis Hamilton – das bisher beste Saisonergebnis für die Silberpfeile. Doch feiern wollte bei McLaren-Mercedes niemand.
    Am Mittwoch entscheidet sich die Zukunft des Autokonzerns in der Formel 1. Dann tagt der Weltrat des Automobilweltverbandes Fia wegen der Lügen-Affäre. Hamilton hatte Regelwächter in Melbourne angelogen.
    Jetzt droht der WM-Ausschluss! Für diesen Fall hat Daimler-Chef Dieter Zetsche im „Focus“ angekündigt: „Wenn sich das Umfeld ändern sollte, etwa durch eine unangemessene Bestrafung durch die Fia, wäre es möglich, dass wir das Engagement überdenken.“
    Oder wird der Formel-1-Rückzug abgewendet? Ex-Weltmeister Niki Lauda zu BILD: „Ich rechne nicht mit dem Ausschluss. Ich denke, man hat sich hinter den Kulissen geeinigt.“
    Die Schwaben liefern für McLaren (40 % Teilhaber), Brawn GP und Force India die Motoren, stellen das Safety Car und das Medical Car, zahlen die Hälfte des Gehalts von Weltmeister Hamilton (20 Mio Euro), sind Sponsoren in Hockenheim und am Nürburgring.

    Daimler droht Fia mit Ausstieg aus der Formel 1

    Daimler droht Fia mit Ausstieg aus der Formel 1

    STUTTGARTER NACHRICHTEN, 27.04.2009

    Die Daimler AG setzt den Automobilsport-Weltverband und dessen Präsidenten Max Mosley in der Lügenaffäre um Weltmeister Lewis Hamilton unter Druck. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Dieter Zetsche droht den Ausrichtern der Formel-1-Weltmeisterschaft für den Fall eines harten Urteils mit einem Ausstieg aus der Rennserie. "Wenn sich das Umfeld ändern sollte, etwa durch eine unangemessene Bestrafung durch die Fia, wäre es möglich, dass wir das Engagement überdenken", sagte der Konzern-Chef dem "Focus". Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug versicherte zwar in Bahrain, dass dies "nicht als Ausstiegsszenario zu interpretieren" sei. Aber die Aussagen zeigen, wie angespannt die Lage beim 40-Prozent-Eigner am McLaren-Team ist. Am kommenden Mittwoch entscheidet der Fia-Weltrat in Paris über die Falschaussage von Lewis Hamilton in Melbourne. McLaren-Mercedes droht eine mehrere Rennen umfassende Sperre, eine drastische Geldbuße oder sogar der Ausschluss aus der WM. McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh hat ein Entschuldigungsschreiben an Fia-Chef Mosley geschickt.