Interessantes zu Formel 1 im Jahr 2009

    Mercedes: Formel-1-Ausstieg würde auch nicht helfen

    Mercedes: Formel-1-Ausstieg würde auch nicht helfen
    von Roman Wittemeier 28. April 2009 - 18:47 Uhr

    (Motorsport-Total.com) - Es wurde in den vergangenen Tagen oft über mögliche Rückzugsgedanken von Mercedes spekuliert, nun kam die aktuelle Daimler Quartalsbilanz noch hinzu. Der Konzern wies im ersten Quartal des Jahres 2009 einen Verlust von rund 1,3 Milliarden Euro aus. Konsequenz: Sparen ist angesagt. "In unserem Konzern gibt es nichts, was wir nicht besprechen. Wir überprüfen auch jedes Jahr unser Formel-1-Engagement", wurde Daimler-Finanzvorstand Bodo Uebber von 'dpa' zitiert.

    Er schränkte allerdings ein: "Aber selbst wenn wir jetzt aus der Formel 1 ausstiegen, würde uns das in diesem Jahr keinen Cent sparen, denn die Verträge sind langfristiger." Ein Rückzug aus der Königsklasse ist ohnehin kein allzu einfaches Unterfangen, denn immerhin ist Mercedes-Benz zu 40 Prozent am Team McLaren beteiligt.

    FIA entscheidet über Zukunft von McLaren-Mercedes

    Formel 1
    FIA entscheidet über Zukunft von McLaren-Mercedes

    Am Mittwoch entscheidet der Weltrat der FIA über die Bestrafung von McLaren in der „Lügen-Affäre“. Daimler-Vorstand Zetsche schließt einen Rückzug aus der Formel 1 nicht aus.

    Erinnerungen an 2007

    Ob diese Strategie hilft, wird sich zeigen. Schon einmal stand der britisch-deutsche Rennstall kurz vor dem Ausschluss. Erst nach eindringlicher Bitte von Mercedes-Sportchef Norbert Haug vor dem FIA-Tribunal war der Rennstall gerettet, doch McLaren-Mercedes musste 2007 in der Spionage-Affäre die Rekordgeldstrafe von 100 Millionen Dollar zahlen.

    Der Imageschaden für die Silberpfeile ist schon jetzt enorm. Zu allem Ärger in der Formel 1 hat Mercedes mit der Wirtschaftskrise zu kämpfen. Zetsche musste am Dienstag verkünden, dass der Konzern im ersten Quartal dieses Jahres einen Verlust von 1,3 Milliarden Euro einfahren hat.

    Der Daimler-Boss kündigte einen rigorosen Sparkurs an, davon könnte jetzt auch das Formel-1-Engagement betroffen sein. Der Etat wird auf mehr als 250 Millionen Euro pro Jahr geschätzt, Geld, das man angesichts drohender Entlassungen nach Ansicht der Mitarbeiter lieber einsparen sollte.

    Haug: „Wir von Mercedes wollen eine saubere Lösung“

    Der neue McLaren-Teamchef Whitmarsh wird selbst in Paris sein und aussagen. Er stehe für eine lückenlose Aufklärung, meinte der Brite. Das fordert auch Mercedes-Sportchef Norbert Haug: „Wir von Mercedes wollen eine saubere Lösung.“ Deshalb wird Whitmarsh auch als reuiger Sünder vor den Richtern stehen. „Wir haben uns dazu entschieden, die Vorwürfe nicht anzufechten. Das gestaltet den Prozess einfacher“, meint der Teamchef.

    In einem Brief an Mosley hatte Whitmarsh den Verstoß gegen den Artikel 151c des Formel-1-„Gesetzbuches“ offen zugegeben. Dieser sieht Strafen vor, wenn das Ansehen des Sports beschädigt wird. Experten erwarten nach dem Bußgang des Teams gnädige Richter. Wahrscheinlich erscheint ein Punktabzug und eine drastische Geldstrafe.

    Hamilton dachte an Rücktritt

    Die Fakten sprechen gegen McLaren-Mercedes. Hamilton und Ryan hatten nach dem ersten Saisonrennen in Australien zweimal vor den Rennkommissaren wegen eines Überholmanövers von Toyota-Pilot Jarno Trulli ein Falschaussage gemacht. Funk-Mitschnitte entlarvten die Lüge. Dem Weltmeister wurde Rang drei nachträglich aberkannt.

    „Ich habe mich noch nie so schlecht gefühlt. Ich kann nicht sagen, wie beschämend das für mich ist“, sagte der 24-Jährige, der sogar an Rücktritt gedacht haben soll. Hamiltons Vater und Manager Anthony telefonierte schon mit Mosley und sagte dem FIA-Boss, dass sein Sohn vom Team zu dieser Falschaussage angestiftet worden sei. Hamilton senior soll danach mit anderen Rennställen gesprochen und Möglichkeiten für einen Wechsel seines Sohnes ausgelotet haben.

    Drei Formel-1-Rennen Sperre auf Bewährung für Silberpfeile

    Drei Formel-1-Rennen Sperre auf Bewährung für Silberpfeile

    Paris (AFP) — McLaren-Mercedes ist in der "Lügen-Affäre" der Formel 1 für drei Rennen auf Bewährung gesperrt worden. Das entschied das World Motor Sport Council des Automobil-Weltverbandes FIA bei seiner außerordentlichen Sitzung in Paris. Weltmeister Lewis Hamilton und der inzwischen entlassene McLaren-Sportdirektor Dave Ryan hatten nach dem Großen Preis von Australien in Melbourne die Renn-Kommissare angelogen. Die Dauer der Bewährung beträgt zwölf Monate.

    Als Strafe für McLaren-Mercedes wäre auch ein kompletter WM-Ausschluss möglich gewesen. Als zuvor letztes Team war am 5. Mai 2005 BAR-Honda wegen eines illegalen Zusatztanks für zwei Rennen gesperrt worden. McLaren-Mercedes hatte 2007 in der Spionage-Affäre die Rekord-Geldstrafe von 100 Millionen Dollar (damals 72 Millionen Euro) erhalten.

    Bewährungsstrafe für McLaren-Mercedes

    Bewährungsstrafe für McLaren-Mercedes
    AUTO-MOTOR-UND-SPORT.DE, 29.04.2009

    Der Internationale Automobilverband FIA hat den Formel-1-Rennstall McLaren-Mercedes wegen der «Lügen-Affäre» zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Danach muss das Team nur mit harten Sanktionen rechnen, wenn in den kommenden zwölf Monaten weitere Verstöße gegen die Sportgesetze nachgewiesen werden können oder wenn im Fall der Lügen-Affäre weitere belastende Informationen auftauchen. Der Weltverband kündigte bereits an, dass dann automatisch eine Sperre von drei Rennen gegen das Team ausgesprochen wird. Funk-Mitschnitte hatten Silberpfeil-Pilot Lewis Hamilton und McLaren-Sportdirektor Dave Ryan nach dem Saisonauftakt in Australien der Falsch-Aussage vor den Renn-Kommissaren überführt. Dies führte in erster Distanz bereits zur Disqualifikation des britischen Fahrers und der Aberkennung der WM-Punkte aus Melbourne. Hamilton nahm übrigens nicht an der Anhörung teil. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug hat die Entscheidung des Internationalen Automobilverbands FIA in der "Lügen-Affäre" begrüßt.

    Haug: Weniger Geld - mehr Motivation

    Haug: Weniger Geld - mehr Motivation
    Pressestimme vom Sport-Informations-Dienst (SID)

    Die Motorsportabteilung von Mercedes trägt den am Dienstag verkündeten Sparkurs des Konzerns voll mit. Laut Sportchef Norbert Haug betreffen die Gehaltskürzungen für `normale' Mercedes-Mitarbeiter auch die Führungskräfte im Haus. `Für alle Kollegen des Hauses gilt das Gleiche und für Führungskräfte gilt noch mehr', sagte Haug dem Sport-Informations-Dienst (SID): `Ich stelle mich darauf ein, 2009 über 30 Prozent weniger zu verdienen als noch 2008. Bei noch mehr Arbeit und garantiert doppelter Motivation.'
    Vor dem von Daimler-Chef Dieter Zetsche verordneten Sparprogramm hatte es für die Formel-1-Abteilung der Stuttgarter Gegenwind aus der eigenen Belegschaft gegeben. Helmut Lense, Betriebsratschef im Stammwerk Untertürkheim und einer von sechs Betriebsratsvertretern im 20-köpfigen Daimler-Aufsichtsrat, hatte öffentlich einen Ausstieg aus der Königsklasse gefordert.
    `Wir sind in Kontakt und ich spreche noch detailliert zu diesem Thema vor dem nächsten Rennen. Klar ist, dass wir die Dinge anders sehen, und Fakt ist, dass es bei uns im Haus keinen Beschluss zum Ausstieg gibt, dafür aber längerfristige Verträge, stark gesunkene Kosten und noch weiter stärker sinkende Kosten in Zukunft', sagte Haug: `Ich kann aus meiner Sicht keinen Ausstieg empfehlen, wenn wir 2009 bereits 30 Prozent weniger Geld für die Formel 1 ausgeben als 2008 und im Jahr darauf ziemlich sicher auf weniger als die Hälfte der 2008er Zahlen kommen werden.'

    Haug fordert Aufholjagd

    Haug fordert Aufholjagd:
    «Arbeiten Tag und Nacht»


    dpa-Interview vom 30.04.2009 - Das Interview führte Christian Hollmann

    Wie ist die Entscheidung des Motorsport-Weltrats bei Ihnen im Haus, im McLaren-Mercedes-Team und speziell auch von Lewis Hamilton aufgenommen worden?
    Haug: «Wir alle im Team finden, dass der World Motor Sport Council der FIA eine balancierte Entscheidung getroffen hat. Ich denke, zur Voraussetzung dazu hat Lewis mit seiner Offenheit genauso beigetragen wie das Team und Teamchef Martin Whitmarsh, der ohne Umschweife Fehler eingestand.»

    Vor der FIA-Anhörung waren Äußerungen von Daimler-Chef Dieter Zetsche als Drohung für einen möglichen Formel-1-Rückzug von Mercedes interpretiert worden. Ist dieses Thema nach dem Urteil vom Tisch?
    Haug: «Es gibt bei uns so wenig einen Beschluss zum Ausstieg, wie vor der Sitzung am 29.April "gedroht" worden ist. Es gibt vielmehr längerfristige Verträge und stark gesunkene und weiter noch stärker sinkende Kosten sowie vielleicht eine noch interessantere Saison mit noch mehr Zuschauern auf der ganzen Welt als im letzen Jahr, in dem wir mit Lewis Hamilton den Weltmeistertitel geholt haben.»

    Kann die nun mögliche Konzentration auf den Sport auch einen zusätzlichen Schub im Team für den weiteren Verlauf der Saison auslösen?
    Haug: «Wir verkennen keinesfalls, dass unser Team mit den Nummern 1 und 2 der amtierenden Weltmeistermannschaft auf den Autos keineswegs an diesen Positionen des aktuellen Formel-1-Feldes fährt. Wir müssen drastische Verbesserungen hauptsächlich beim Generieren von Abtrieb schaffen - deshalb lautet die Zielsetzung, in sieben Wochen zu erreichen, was in sieben Monaten nicht erreicht worden ist. Es ist keineswegs sicher, ob dieses Ziel zu schaffen ist. Sicher ist aber, dass wir die Spitze des Feldes garantiert nicht erreichen, wenn wir uns diese hochgesteckte Forderung nicht stellen.»

    Mit welchem Kräfteverhältnis rechnen Sie für den Europa-Auftakt beim Rennen in Barcelona am 10. Mai?
    Haug: «Ich rechne damit, dass wir uns extrem schwer tun werden, in den letzten Teil des Qualifikationstrainings der schnellsten Zehn vorzustoßen. Und auf Dauer ist es natürlich kein akzeptabler Zustand für Mercedes-Benz, dass mindestens eine Handvoll Teams derzeit schnellere schnellste Runden fahren kann als wir. Das muss sich also so schnell wie möglich ändern, und daran arbeiten wir Tag und Nacht.»

    Wann wird McLaren-Mercedes wieder siegfähig sein?
    Haug: «Wenn unsere Fahrer als erste die Zielflagge sehen ­ es ist mir unmöglich zu sagen, ob dies in vier Wochen oder in vier Monaten der Fall sein wird. Aber ich verspreche Ihnen: Es wird wieder der Fall sein und dann gewinnen wir auch wieder mehrere Rennen in Folge in den letzten vier Jahren waren das immerhin 24 von 72 Grand Prix oder 33 Prozent, in den letzten beiden Jahren 14 von 35 oder 40 Prozent aller Formel-1-Rennen.»

    Interview mit Mercedes-Sportchef Norbert Haug

    Interview mit Mercedes-Sportchef Norbert Haug
    "Wir haben kooperiert und Fehler eingestanden"


    Das Interview führte Ralf Loweg vom Sport-Informations-Dienst (SID)
    SID: `Wie groß ist die Erleichterung, dass die Lügen-Affäre ausgestanden und das Team mit einer Bewährungsstrafe glimpflich davongekommen ist?'
    Norbert Haug: `Das Thema liegt hinter uns, Lewis und unser Team haben in Australien für den dritten Platz jeweils sechs Punkte für Fahrer- und Konstrukteurs-Weltmeisterschaft aberkannt bekommen. Auch das sollte nicht vergessen werden, immerhin wurde die Weltmeisterschaft in den letzten beiden Jahren mit jeweils einem Punkt Unterschied zwischen Platz eins und zwei entschieden.'

    SID: `Sogar Max Mosley lobt die neue Kultur von McLaren-Mercedes. Was genau hat sich alles geändert?'
    Haug: `Wir haben mit der FIA kooperiert und in aller Offenheit kommuniziert, gemachte Fehler wurden offen eingestanden.'
    SID: `Ist es ein ehrlicher Wandel oder war alles nur Verteidigungsstrategie, was viele Experten vermuten?'
    Haug: `Es wurde in der Formel 1 schon vieles vermutet, was nicht zutreffend war.'

    SID: `Mercedes soll die treibende Kraft hinter den Veränderungen gewesen sein. Stimmt das?'
    Haug: `Wir arbeiten als Team - wenn man kommunizieren würde hier hat Mercedes Pluspunkte gemacht und dort McLaren Minuspunkte oder umgekehrt, dann wäre das der Anfang vom Ende.'

    SID: `Hätte man sich nicht schon viel früher von Ron Dennis trennen sollen, um das Verhältnis zum Automobil-Weltverband FIA zu verbessern?'
    Haug: `Ron Dennis hat große Verdienste um das Formel-1-Team McLaren-Mercedes, und ich selbst habe partnerschaftlich und überwiegend erfolgreich knapp 15 Jahre mit ihm zusammengearbeitet. Das darf nicht vergessen werden.'

    SID: `Bei einer Strafe hätte Lewis Hamilton das Team vermutlich verlassen. Bleibt der Weltmeister den Silberpfeilen nun langfristig erhalten oder haben Sie immer noch Angst, dass er das Team am Saisonende verlassen könnte?'
    Haug: `Es macht keinen Sinn, sich Hypothesen zu widmen. Lewis Hamilton hat einen langfristigen Vertrag und - noch viel wichtiger - er will langfristig mit uns zusammenarbeiten. Sicher auch aus sportlichem Grund: In den 39 Grand Prix, die er seit Saisonbeginn 2007 für uns fuhr, hat kein anderer Fahrer im Feld annähernd so viel Punkte geholt wie Lewis Hamilton, er führt hier mit 25 Punkten vor dem zweitplatzieren Felipe Massa.'

    SID: `Die FIA und Ferrari streiten wegen der Budgetgrenze. Wo steht McLaren-Mercedes in dieser Angelegenheit?'
    Haug: `Wir wollen die Kosten drastisch senken, das ist das Mercedes-Benz-Anliegen schon seit über fünf Jahren. Und wir sind dabei durchaus erfolgreich. Wir haben 2008 deutlich weniger Geld ausgegeben als noch 2004 zu Beginn der von uns nachdrücklich mitinitiierten Sparbemühungen, und wir werden unsere Kosten im laufenden Jahr voraussichtlich erneut um weitere 30 Prozent senken. Wie alle Teams stehen wir bei den Kostensenkungs-Programmen zu den Zielen der Teamvereinigung FOTA.'

    SID: `Sportlich geht es langsam wieder bergauf. Ab wann sind die Silberpfeile wieder siegfähig?'
    Haug: `Das Layout der Grand-Prix-Strecke von Bahrain kam uns beim letzten Grand Prix, als Lewis Vierter wurde und lange Zeit um einen Podestplatz fuhr, sicherlich entgegen. Wir sind gut beim Bremsen, unser Motor ist stark und bisher zuverlässig. In Barcelona am kommenden Wochenende wird dies allerdings nicht so sein. Dort wird man merken, dass wir immer noch einen Mangel an Abtrieb im Vergleich zur Spitze des Feldes haben, und es wird deshalb schwer für uns werden, uns für den dritten Teil des Qualifyings und die besten zehn Startplätze zu qualifizieren. Wann wir wieder siegfähig sind, vermag ich heute nicht zu sagen - wir arbeiten Tag und Nacht daran, und wir werden auch wieder schaffen, was uns in den letzten beiden Jahren gelang, als wir 14 von 35 Grand Prix gewannen und damit eine Siegquote von 40 Prozent aller Rennen schafften.'

    SID: `Alles spricht von Sebastian Vettel. Hat er Ihrer Meinung nach das Zeug dazu, schon in diesem Jahr Weltmeister zu werden?'
    Haug: `Absolut. Sebastian wäre bei normalem Rennverlauf beim Auftakt in Australien mindestens Dritter geworden. Ohne seine Rückversetzung um zehn Startplätze in Malaysia kann er - konservativ gerechnet - dort genauso mindestens Dritter werden. Rechnet man diese zwölf Punkte zu seinen 18 dazu, dann liegt er fast gleichauf mit Jenson Button an der Tabellenspitze. Prima für Sebastian, prima für Red Bull, prima für alle deutschen Zuschauer - und nicht ganz so prima für uns. Aber wir arbeiten daran, dass sich das wieder ändert.'

    5. Spanien GP / Circuit de Catalunya

    5. Spanien GP / Circuit de Catalunya

    Spanien: Das Rennen auf der Paradeteststrecke
    Auch wenn die Formel 1 den Kurs bei Barcelona seit vielen Jahren gerne und oft für Testfahrten nutzt: Die profunde Streckenkenntnis hilft den einzelnen Teams auf dem anspruchsvollen "Circuit de Catalunya" nur bedingt. Mit seiner Mixtur aus langsamen und schnellen Kurven stellt das 4,730 Kilometer lange Asphaltband spezielle Ansprüche an Setup und Reifenwahl. Stets mögliche Temperaturschwankungen sowie der durch heftige Böen aus unterschiedlichen Richtungen auf die Strecke wehende Sand verändern das Grip-Niveau des groben und sehr verschleißfördernden Asphalts beinahe minütlich.

    Und da Abtrieb und aerodynamische Effizienz in der heutigen Formel 1 als entscheidender Erfolgsfaktor gelten, wird auch klar, warum dieser Kurs die beliebteste Teststrecke ist. Was ein Auto taugt, zeigt sich hier meist nach dem ersten Herausfahren aus der Box.

    Trotzdem erntet der Kurs nicht nur positive Kritiken, da vor allem Überholmanöver bei den alljährlichen Prozessionsfahrten auf der spanischen Strecke mit der längsten Geraden des aktuellen Kalenders Mangelware sind.

    Dabei haben es insbesondere die lang gezogenen Kurven des Kurses mit ihren extrem hohen Fliehkräften sowie Geschwindigkeiten in sich, was in 'La Caixa' oder 'Renault' leicht zu Flüchtigkeitsfehlern führen kann. Zudem stellt der Asphalt des katalanischen Kurses große Anforderungen an die Pneus, wobei durch die Streckenführung besonders der linke Vorderreifen stark beansprucht wird.
    Bilder
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    Vorschau: Grand Prix von Spanien

    Vorschau: Grand Prix von Spanien

    Lewis Hamilton:
    „Der Zeitplan der ersten vier Rennen war für alle Beteiligten sehr anstrengend; dass wir jetzt zurück in Europa sind ist fast wie ein Neustart der Saison. Unsere gute Vorstellung in Bahrain sollte uns nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Strecke in Barcelona unserem Auto nicht so gut liegt. Dazu kommt, dass wir nicht so viele technische Neuerungen dabei haben werden wie andere Teams. Wir werden also sehen, wo wir in der Rangordnung stehen. Doch unsere Ingenieure sind zuversichtlich, dass wir uns mit neuem Diffusor und Frontflügel weiter steigern können und uns der Spitze des Feldes annähern.“

    Heikki Kovalainen:
    „Mir gefällt der Circuit de Catalunya, daran hat auch mein Unfall im letzten Jahr nichts geändert. 2007 fuhr ich hier auf Platz fünf. Am meisten mag ich die Hochgeschwindigkeitskurven, in denen du attackieren musst, um das Maximum aus dem Auto herauszuholen. Auf dieser Strecke brauchst du die perfekte Balance, damit die Reifen nicht zu stark beansprucht werden. Mir gefällt die Aufgabe, die optimale Abstimmung für das Rennen herauszufinden. Bei den Tests vor der Saison sahen wir in Barcelona nicht so gut aus, wir erwarten für das Rennen also nicht zu viel, doch ich weiß, dass unser Team wieder alles geben wird.“

    Martin Whitmarsh, Vodafone McLaren Mercedes Teamchef
    „Es war die richtige Entscheidung, unsere Autos von Rennen zu Rennen zu verbessern, anstatt alle Neuentwicklungen in einem Paket zusammen zu fassen. So konnten wir bei den Überseerennen ordentlich Punkte sammeln. Da unsere Konkurrenz in Barcelona umfangreichere Neuerungen dabei haben wird, wird es wieder einen Kampf um die Punkteplätze geben. Der Circuit de Catalunya, der viel Abtrieb erfordert, wird ein paar Schwachstellen des MP4-24 aufzeigen. Dennoch ist jeder im Team zuversichtlich, dass wir uns mit dem Schwung des letzten Rennens weiter steigern und den Abstand zu den Führenden verkürzen können.“

    Norbert Haug, Mercedes-Benz Motorsportchef
    „Die ersten vier Überseerennen innerhalb von nur fünf Wochen waren für die ganze Formel 1 und ganz besonders für uns turbulent und ausgesprochen anspruchsvoll. Das Feld ist so dicht zusammengerückt wie noch nie zuvor in der Geschichte der Formel 1. Leider fahren wir noch nicht an der richtigen Stelle und der Europa-Auftakt der Formel 1 in Barcelona wird ein echter Prüfstein für das künftige Kräfteverhältnis sein. Ich erwarte für uns ein ausgesprochen schwieriges Rennen. Wir sind mitten in einem intensiven Aufholprozess und leistungsmäßig bei weitem noch nicht, wo wir im Konkurrenzvergleich in den letzten beiden Jahren waren. Unser Team arbeitet extrem hart, um weitere signifikante Verbesserungen in der Aerodynamik und besonders im Abtrieb darzustellen, aber dazu brauchen wir noch weitere Zeit."

    Hamilton nutzt harte Zeit als Lern-Erfahrung

    Hamilton nutzt harte Zeit als Lern-Erfahrung: An den Prüfungen wachsen

    Lewis Hamilton gibt zu, dass die Saison bislang schwer für ihn war. Doch das will er nutzen, um zu wachsen. Das Fahren von hinten macht ihm ohnehin mehr Spaß.

    "Die härteren Jahre sind definitiv diejenigen, in denen man mehr lernt, würde ich sagen", meinte Lewis Hamilton in einem Interview auf seiner Homepage. Und aktuell hat es der Brite nicht leicht. Auf der Strecke ist McLaren noch nicht dort, wo es sein will und abseits gab es auch den einen oder anderen Trubel. "In meinem Leben habe ich viele sehr tolle Menschen getroffen - jünger und älter - und die ältesten sagen immer, dass sie noch lernen. Als ich Nelson Mandela traf, sagte er mir, dass er immer noch lerne", erzählte der Weltmeister. Deswegen war für Hamilton genauso klar, dass er selbst auch immer dazulernt, wobei er dieses Jahr versucht, den Rennsport mehr zu genießen und die Fans mehr zu sehen.

    Gleichzeitig merkt er aber, dass es schwerer ist als in den vergangenen Jahren, da er ein nicht so gutes Auto hat und nicht mit dem Glauben in ein Wochenende gehen kann, dass sein Bolide ihm den Sieg bringen kann. "Man hat da sicher eine andere Einstellung, aber das gab es in meinem Leben bereits, also ist es nichts Neues." Außerdem weiß er, dass McLaren unermüdlich an Verbesserungen arbeitet. Wie genau die aussehen, konnte er nicht sagen, doch er hatte von den Ingenieuren bereits Positives gehört. "Wird es reichen? Ich weiß es nicht, aber sie sprechen von neuen Teilen für Monaco und die Türkei. Ich würde in Monaco liebend gerne vorne mitfahren - das ist immer noch meine Lieblingsstrecke im Kalender."

    Überholen macht mehr Spaß als vorne fahren

    Aber auch wenn das Auto aktuell nicht das beste im Feld ist, Hamilton freut sich nach wie vor auf das Fahren, sogar mehr als früher, wie er zugab. "Ich habe es genossen, von hinten zu kommen - es war immer eine meiner Spezialitäten, Leute zu überholen. Als ich noch Kart fuhr, machte es immer am meisten Spaß, von hinten nach vorne zu fahren, da man die Anderen immer austricksen und ausbremsen musste - manchmal wurde man selbst überholt und musste sich zurückkämpfen. Das ist aufregend", erzählte Hamilton. Das Fahren an der Spitze sei hingegen strategisch; es gehe darum, Benzin zu sparen, konstant zu sein und die Box schnell anzufahren. "Wenn man hinten fährt, ist das weniger wichtig und das Zeug, das man auf der Strecke leistet, wird wichtiger. Das ist eher Racing für mich, also genieße ich es."

    Doch er musste angesichts der Gesamtumstände rund um McLaren gestehen, dass der Saisonstart der schwierigste seit langer Zeit war; sogar der schwierigste seines Lebens. "Die Formel 1 ist die Königsklasse des Motorsports und wir hatten 2007 und 2008 ein paar schwere Zeiten, aber dieses Jahr war für alle schwer - die Leute im Team, die Familie, die Freunde, es hat so viel Einfluss auf das persönliche Leben", sagte Hamilton. Doch die Schwierigkeiten lägen nun in der Vergangenheit, die Dinge seien passiert und man dürfe deswegen nicht zu sehr trauern, sondern sollte daraus lernen.

    Erfahrung macht stärker

    "All diese Dinge, die dir im Leben passieren, ich glaube, sie lehren einen, wie man wachsen kann. Man muss sie irgendwie nutzen, um zu wachsen und stärker zu werden - und ich denke, ich werde durch diese Erfahrungen stärker. Meine Familie und Freunde haben mir geholfen, mit den Beinen auf dem Boden zu bleiben, sie haben mir geholfen, zu wachsen und ohne sie wäre ich nicht hier. Ich mache es also weiter für sie. Und auch für ein tolles Team - wir haben viele, viele tolle Leute in diesem Team, sie haben mich unterstützt und mir dabei geholfen mit ihnen zu arbeiten und sie zu führen."

    FIA gibt neue Regeln bekannt: Budgetgrenze und Tankverbot

    FIA gibt neue Regeln bekannt: Budgetgrenze und Tankverbot

    Eine Budgetgrenze von 40 Millionen Dollar, technische Vorteile für die Budget-Teams und einige Verbote: Das sind die neuen Regeln für 2010.

    Einen Tag nach dem FIA-Weltratsmeeting in Paris gab der Weltverband die Einführung einer Budgetobergrenze in Höhe von 40 Millionen Pfund (44,6 Mio. Euro) bekannt. Als Geschäftsjahr für das Budgetlimit gilt der 1. Januar bis 31. Dezember. Die Teilnahme daran ist freiwillig. Die 40 Millionen Pfund umfassen alle Ausgaben außer Marketing und Hospitality, alle Fahrergehälter, Strafen der FIA, Motorenkosten (nur 2010), alle Ausgaben, die erwiesenermaßen keinen Einfluss auf die Performance haben und Dividenden die aus Gewinnen bezahlt wurden, die in der WM eingefahren wurden.

    Überwacht wird die Einhaltung des Budgetlimits von einer neuen Kosten-Kommission. Sie wird aus einem Vorsitzenden und zwei Kommissaren bestehen, alle drei werden vom WMSC benannt. Darunter sollen ein Finanzexperte und ein Motorsportexperte sein. Alle drei müssen unabhängig von allen F1-Teams sein.

    Einschreibefrist für 2010

    Die Budgetgrenze soll neue Teams anlocken. Wer bereits 2010 in der Formel 1 starten möchte, muss sich sputen: Die Einschreibefrist für eine Teilnahme unter der Budgetobergrenze wurde von der FIA vom 22.-29. Mai 2009 festgeschrieben. Gleichzeitig hat die FIA das Starterfeld auf 26 Autos erweitert. Somit dürfen 13 Teams an den Start gehen. Das Ergebnis der Einschreibung wird am 12. Juni bekannt gegeben.

    Mehr Geld für die Teams

    Bernie Ecclestones FOM bietet neben den Top-10-Teams auch den neuen Rennställen 10 Millionen US-Dollar pro Team und Jahr sowie kostenlosen Transport von zwei Chassis und bis zu 10 Tonnen Fracht (zusätzlich zu den beiden Chassis) an. Die FOM stellt auch 20 Flugtickets (Economy Class) für jedes Rennen außerhalb Europas. Um diese Zuschüsse zu erhalten, muss jedes neue Team ein Konstrukteur im Reglementsinn sein und beweisen, dass es die notwendigen Anlagen, finanziellen Ressourcen und technische Kompetenz besitzt, um an der Formel 1 teilzunehmen.

    Mehr technische Freiheiten

    Damit die Budget-Teams mit den anderen mithalten können, räumt die FIA ihnen, wie angekündigt, technische Freiheiten ein. Nämlich: Bewegliche Front- und Heckflügel sowie einen Motor, der keiner Drehzahlbegrenzung unterliegt. Die Teams dürfen zudem außerhalb der Saison uneingeschränkt testen und bekommen keine Auflagen für Windkanaltests.

    Änderungen für alle

    Ab der Saison 2010 wird das Nachtanken während der Rennen verboten. Dadurch sollen Transportkosten für Sprit und Tankanlagen gespart werden. Gleichzeitig sollen die Motorenhersteller angetrieben werden, den Benzinverbrauch zu verbessern. Wie angekündigt werden auch die Reifenheizdecken verboten.

    Max Mosley droht der Scuderia: Formel 1 ohne Ferrari?

    Max Mosley droht der Scuderia: Formel 1 ohne Ferrari?

    Max Mosley lässt die Kritik von Luca di Montezemolo an der Budgetobergrenze kalt. Notfalls könne die Formel 1 auch ohne Ferrari auskommen.

    Max Mosley stellt sich keiner in den Weg - nicht einmal Ferrari. Das stellte der FIA-Präsident klar, als er jetzt in einem Interview mit der Financial Times erklärte, dass die Formel 1 auch ohne Ferrari leben kann. Anfang der Woche beschloss die FIA die Einführung einer Budgetobergrenze von 40 Millionen Pfund ab der Saison 2010. Ferrari-Teamchef Luca di Montezemolo kritisierte diesen Plan auf das Schärfste.

    Neben der Kontrolle und der Höhe einer solchen Grenze missfiel Montezemolo vor allem die zweigleisige Regelauslegung für Budget-Teams und Nicht-Budget-Teams. In einem Brief an die FIA holte der Italiener zum Rundumschlag aus. "Wir dachten, dass es bei der außerordentlichen Weltratsitzung ausschließlich um die McLaren-Sache geht. Vor einigen Tagen wurde ein neuer Punkt auf die Agenda gesetzt. Aber so etwas entscheidet man nicht innerhalb von zwei Tagen", kritisierte Montezemolo.

    Formel 1 vor dem Kollaps?

    Max Mosley lässt die Kritik kalt. Er könne sich eine Formel 1 auch ohne das erfolgreichste Team in der Geschichte der Formel 1 vorstellen. "Der Sport kann ohne Ferrari überleben. Es wäre sehr, sehr traurig Ferrari zu verlieren. Es ist das italienische Nationalteam", erklärte der FIA-Präsident. Aber das sei kein Grund sich die Budgetobergrenze noch einmal zu überlegen. Mosley ist überzeugt, dass es ohne die Budgetobergrenze zu einem Kollaps in der Formel 1 kommen würde.

    "Ich denke, wenn die Teams vor den Spiegel stehen und sagen würden, dass sie mit der FIA Krieg führen wollen, um 100 Millionen Pfund mehr ausgeben zu können als die FIA das will, dann würde der Spiegel ihnen sagen 'Wenn die anderen Teams mit 40 Millionen Pfund auskommen, warum könnt Ihr das nicht?`", stellte Max Mosley seinen Standpunkt klar.

    Budgetgrenze nicht in Stein gemeißelt

    Budgetgrenze nicht in Stein gemeißelt: Ecclestone wird mit Mosley nachverhandeln

    Bernie Ecclestone will, dass die Budgetgrenze angehoben wird, dafür aber alle gleiche Regeln haben. Eine Fehde Ferrari gegen Max Mosley möchte er verhindern.

    Gerade erst wurde die freiwillige Budgetgrenze für kommendes Jahr bei 40 Millionen Pfund festgelegt, da könnte dieser Betrag auch schon wieder Geschichte sein. Geht es nach Bernie Ecclestone, dann wird die Summe angehoben, dafür sollen kommendes Jahr auch alle Autos unter dem gleichen Regelwerk fahren. Bislang ist vorgesehen, dass jene Teams, die sich der Grenze unterwerfen, mehr technische Freiheiten erhalten - wie freie Testfahrten außerhalb der Saison, freie Motordrehzahl, verstellbare Flügel vorne und hinten, Antrieb auch der Vorderräder. Teams mit freiem Budget hätten ein engeres Regelkorsett zu berücksichtigen.

    Das hatte besonders Ferrari verärgert und Luca di Montezemolo hatte gedroht, dass der Rennstall von seinem Veto-Recht gebrauch machen oder die Formel 1 auch verlassen könnte. Max Mosley antwortete darauf, dass die Formel 1 Ferrari nicht brauche. Für Ecclestone ist ein solches Szenario aus Vermarktungssicht nicht tragbar, weswegen er einen Kompromiss ansteuert. "Es macht den Eindruck, dass jeder für die Grenze ist, inklusive Ferrari, wenn wir sie zur Zustimmung bewegen können; was wir können", sagte der Formel-1-Boss der Times.

    Mosley erreicht sein Ziel

    Ecclestone meinte, dass lediglich die Höhe der Grenze und die verschiedenen Regeln ein Problem darstellen. "Das sind also keine monumentalen Dinge, die es auszusortieren gilt." Die Zeitung spekulierte, dass Ecclestone und Mosley sich im kommenden Monat zusammensetzen und eine Grenze von etwa 60 Millionen Pfund vereinbaren, die in den Jahren bis 2012 bis auf 40 Millionen abgesenkt wird. Damit wäre dann auch eine weitere Runde im klassischen Zweikampf ad acta gelegt, in dem der FIA Präsident einmal harte Regeln einführt, die im weiteren Verlauf etwas aufgeweicht werden. Damit sind dann die Teams zufrieden und Mosley hat sein Ziel erreicht.

    Dieses Vorgehen findet Ecclestone allerdings nicht unbedingt positiv. "Das Problem mit Max ist, dass er - wie früher schon - nicht in der Lage ist, Dinge mit einer schönen rosa Schleife zu verpacken. Er will sie in eine alte Schuhschachtel stecken und mit einem Seil zuschnüren", sagte er. Der Formel-1-Boss war aber überdeutlich, dass er es nicht geschehen lassen wird, dass Ferrari in einer Fehde mit Mosley Schaden nimmt. "Das lasse ich nicht passieren", betonte Ecclestone. "Das Problem mit Luca [di Montezemolo] ist, dass man Max nie in eine Position lassen sollte, in der er eine Debatte oder eine Diskussion beginnen kann. Er ist recht clever und man wird nicht gewinnen. Selbst wenn man gewinnt, dann ist es so, als wäre man im Publikum und ich hätte das Mikrophon. Man sagt etwas Kluges und ich gebe dir aber nicht das Mikrophon - so einfach ist das."

    Artikel 6 bringt Punktesystem wieder ins Spiel

    Artikel 6 bringt Punktesystem wieder ins Spiel: Rechtzeitig geändert

    Im Reglement für 2010 belebt die FIA das umstrittene Punktesystem, wonach der Pilot mit den meisten Siegen den WM-Titel holen soll, wieder.

    Bernie Ecclestone wird diese Meldung erfreuen. Das World Motor Sport Council hat das umstrittene Punktesystem, wonach der Formel-1-Pilot mit den meisten GP-Siegen den WM-Titel holen soll, ins Reglement 2010 aufgenommen. Bereits Anfang dieser Saison wollte man das Punktesystem einführen, doch die FOTA stellte sich wegen der späten Einführung der Regeländerung quer.

    Das neue Reglement für die Saison 2010 bringt das umstrittene Punktesystem wieder ins Spiel. In Artikel 6 heißt es, dass dem Fahrer der WM-Titel zugesprochen wird, der auf Platz eins bei den meisten Rennen eingestuft wurde. Im Gegensatz zu 2009 wurde die Änderung rechtzeitig ins Reglement aufgenommen, womit sie nicht mehr so leicht gekippt werden kann.

    Der Artikel 6 entging bisher der Aufmerksamkeit der Medien, da diese Regel - im Gegensatz zu den anderen Regeländerungen - nicht rosafarben hervorgehoben und in den Kopien der 2010 sportlichen Regelungen unterstrichen wurde.

    Button holt die Pole: Ferrari mit Strategiefehler

    Button holt die Pole: Ferrari mit Strategiefehler

    Jenson Button sicherte sich in allerletzter Sekunde die Pole Position für den Spanien GP. Er setzte sich haarscharf gegen Sebastian Vettel durch.
    Das Duell Brawn GP gegen Red Bull geht weiter. Nach der Pole und dem Sieg von Sebastian Vettel in China, schlugen Brawn und Jenson Button in Bahrain zurück. In Barcelona sah es nach dem nächsten Konter von Vettel aus, doch auf der letzten Qualifying-Runde schnappte Button dem Deutschen die Pole Position weg. Hinter Button und Vettel starten Rubens Barrichello und Felipe Massa aus Reihe 2.

    Der zweite Red Bull von Mark Webber geht von Rang 5 ins Rennen, vor den beiden Toyota von Timo Glock und Jarno Trulli. Fernando Alonso, Nico Rosberg und Robert Kubica komplettieren die Top-10 der Startaufstellung.

    Hamilton und Heidfeld nur im Q2

    Für Lewis Hamilton war der Tag schon im Q2 zu Ende. "Es war genauso frustrierend wie sonst auch", sagte er. "Das Auto ist einfach nicht schnell genug." Im Rennen möchte er so viele Plätze wie möglich gutmachen. "Wir möchten so weit wie möglich nach vorne kommen." Das gilt auch für Nick Heidfeld, der als 13. direkt vor Hamilton losfährt.

    "Ich hatte gestern Probleme mit der Technik und habe heute Morgen durch meinen eigenen Fehler Zeit verloren", erklärte Heidfeld. "Das hat mit Sicherheit eine Rolle gespielt. Schade, eigentlich ist das Auto besser. Die Top-10 wären drin gewesen, aber wir haben insgesamt einen Schritt nach vorne gemacht." Punkte hält er allerdings für schwierig zu erreichen. "Überholen war hier in den letzten Jahren nie einfach. Ich hoffe, am Start etwas gutuzmachen und dann das Maximum herauszuholen."

    Finnisches Doppel-Aus

    Enttäuschte Gesichter gab es nach dem ersten Qualifying bei Ferrari und McLaren. Sowohl Kimi Räikkönen als auch Heikki Kovalainen blieben schon an der ersten Hürde hängen. Räikkönen war acht Zehntel langsamer als sein Teamkollege Felipe Massa, der im Q1 die Bestzeit markierte.

    Räikkönen gestand hinterher ehrlich: "Wir haben uns verrechnet. Wir dachten, die Zeit würde reichen, aber wir haben damit einen Fehler gemacht." Der erste Run mit dem ersten Reifensatz sei gut gewesen. Einen zweiten gab es nicht, Räikkönen fuhr insgesamt nur fünf Runden. "Das ist nun etwas blöd gelaufen. Ich war gut drauf, das Auto war auch nicht schlecht."

    Kovalainen wusste nicht genau, woran es bei ihm haperte. "Nick war im letzten Sektor vor mir", sagte Kovalainen. "Ich habe ein bisschen Zeit verloren, aber soviel sollte es nicht gewesen sein. Ich hatte nicht den Grip, den ich brauchte, konnte nicht pushen."

    Wie gewohnt war auch für Adrian Sutil im ersten Qualifyingabschnitt Schluss. "Der Trost den Teamkollegen zu schlagen, geht auch allmählich zu Ende", klagte er. "Ich habe immer mein Bestes gegeben, egal wo ich war. Ich bin zufrieden, hatte eine gute Runde, bin aber eben am Limit des Autos angekommen." Im Rennen setzt er auf eine Zielankunft. "Ankommen ist alles. Wir müssen daraus das Beste machen. Uns war klar, dass es ein schwieriges Wochenende werden würde, da die Aerodynamik hier besonders wichtig ist und das liegt uns meistens nicht gut."

    Das Qualifying im Überblick
    1. Session
    Zwischenfälle: keine
    ausgeschieden: Räikkönen, Bourdais, Kovalainen, Sutil, Fisichella
    Top-6: Massa, Webber, Button, Vettel, Rosberg, Barrichello
    2. Session
    Zwischenfälle: Buemi Abflug
    ausgeschieden: Nakajima, Piquet, Heidfeld, Hamilton, Buemi
    Top-6: Barrichello, Webber, Glock, Massa, Vettel, Rosberg
    3. Session
    Zwischenfälle: keine
    Top-6: Button, Vettel, Barrichello, Massa, Webber, Glock

    Vettel schwerer als Button: Die Gewichtsliste

    Vettel schwerer als Button: Die Gewichtsliste

    Sebastian Vettel geht mit einem schwereren Auto ins Rennen als seine beiden Konkurrenten von Brawn GP.
    Christian Horner und Sebastian Vettel waren nach dem Qualifying von ihrer Strategie überzeugt. Zwar verpasste der Deutsche die Pole Position knapp, doch enthüllt die Gewichtsliste der FIA, dass sein Red Bull schwerer ist als der Brawn GP von Pole-Mann Jenson Button und das Auto von Rubens Barrichello auf Platz 3. Felipe Massa geht dahinter mit etwas mehr Benzin und dem KERS-Vorteil an den Start.

    Fahrzeuggewichte

    1. Jenson Button Brawn Mercedes 646.0 kg
    2. Sebastian Vettel RBR Renault 651.5 kg
    3. Rubens Barrichello Brawn Mercedes 649.5 kg
    4. Felipe Massa Ferrari 655.0 kg
    5. Mark Webber RBR Renault 651.5 kg
    6. Timo Glock Toyota 646.5 kg
    7. Jarno Trulli Toyota 655.5 kg
    8. Fernando Alonso Renault 645.0 kg
    9. Nico Rosberg Williams Toyota 668.0 kg
    10. Robert Kubica BMW Sauber 660.0 kg
    11. Kazuki Nakajima Williams Toyota 676.6 kg
    12. Nelson Piquet Renault 677.4 kg
    13. Nick Heidfeld BMW Sauber 676.3 kg
    14. Lewis Hamilton McLaren Mercedes 683.0 kg
    15. Sébastien Buemi STR Ferrari 678.0 kg
    16. Kimi Räikkönen Ferrari 673.0 kg
    17. Sébastien Bourdais STR Ferrari 669.0 kg
    18. Heikki Kovalainen McLaren Mercedes 657.0 kg
    19. Adrian Sutil Force India Mercedes 675.0 kg
    20. Giancarlo Fisichella Force India Mercedes 656.0 kg

    Grand Prix von Spanien

    Grand Prix von Spanien

    - Lewis Hamilton Neunter
    - Heikki Kovalainen nach Getriebeproblemen ausgefallen

    Vierter Sieg und zweiter Doppelsieg im fünften Rennen für die Brawn Mercedes Fahrer Jenson Button und Rubens Barrichello
    Zwei Siege in Reihe mit ein und demselben Motor für Vierfach-Sieger und WM-Leader Jenson Button

    Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Lewis Hamilton belegte beim Grand Prix von Spanien den neunten Platz. Sein Teamkollege Heikki Kovalainen fiel nach sieben von 66 Runden wegen Getriebeproblemen aus. Nach 307,104 km erzielten die Brawn Mercedes Fahrer Jenson Button und Rubens Barrichello einen Doppelsieg; den zweiten im fünften Rennen für das Team. Nach fünf von 17 Läufen zur Formel-1-Weltmeisterschaft 2009 führt Button nach seinem vierten Sieg in der Fahrerwertung mit 41 Punkten vor seinem Teamkollegen Rubens Barrichello mit 27 Zählern. Lewis ist Siebter mit neun Punkten.

    Der Start
    Lewis hatte sich als 14. qualifiziert, Heikki startete von Rang 18. Beide gingen mit der weichen Reifenmischung (option) ins Rennen. Lewis wich einem Unfall in der zweiten Kurve aus und war danach Letzter; Heikki verbesserte sich um sieben Positionen auf Platz elf. Das Safety Car neutralisierte das Rennen.
    Das Rennen
    Runde 6: Das Rennen wurde wieder frei gegeben; Heikki war Elfter und Lewis – nach Boxenstopps von Giancarlo Fisichella (Force India Mercedes) und Kazuki Nakajima (Williams Toyota) – fuhr auf Rang 14.
    Runde 7: Heikki fiel wegen eines Getriebeproblems zurück und kam am Ende der Runde in die Box; er fiel aus. Lewis überholte Nelson Piquet (Renault) und übernahm Platz zwölf.
    Runde 17: Nach dem Boxenstopp von Timo Glock (Toyota) fuhr Lewis auf Rang elf. Einen Umlauf später war er Zehnter, noch einen Durchgang später Neunter.
    Runde 31: Als Sechster fuhr Lewis zu seinem ersten Boxenstopp herein, während Spitzenreiter Rubens Barrichello (Brawn Mercedes) zum zweiten Routinestopp kam. Lewis blieb bei den weichen Reifen und nahm das Rennen als Zehnter wieder auf.
    Runde 49: Lewis – jetzt auf Platz neun - legte seinen zweiten und letzten Boxenstopp ein (6 Sekunden), fuhr mit den harten Reifen weiter und war Zehnter.
    Ziel (Runde 66): Zweiter Doppelsieg für die Brawn Mercedes Fahrer Jenson Button und Rubens Barrichello; Lewis wurde Neunter.
    Stimmen zum Rennen
    Lewis Hamilton


    Lewis Hamilton
    „Das war heute kein einfaches Rennen, denn wir haben nicht soviel Abtrieb wie die Spitzenautos. Anfangs machte ich mir Sorgen um meine Reifen, denn ich war nach dem Unfall vor mir in der zweiten Kurve über mehrere Wrackteile gefahren. Das Rennen war lang und hart und es war unglaublich schwierig, das Auto auf der Straße zu halten. Manchwal war es, als ob ich auf Eis fahren würde, besonders kurz vor meinem zweiten Boxenstopp, als ich mit den weicheren Reifen kaum noch Grip hatte. Ich gab das ganze Rennen über alles, deshalb ist der neunte Platz nicht die richtige Belohnung für die harte Arbeit des Teams am ganzen Wochenende. In Monaco sollten wir besser aussehen, denn dort gibt es keine Hochgeschwindigkeitskurven. Ich freue mich schon darauf.“

    Heikki Kovalainen
    „Ich habe zur Zeit einfach kein Glück. Das ganze Wochenende war schwierig. Die Leistungsfähigkeit des Autos entspricht nicht unseren Erwartungen, auch wenn wir uns gegenüber den Testfahrten hier vor rund zwei Monaten deutlich gesteigert haben. Ich freue mich bereits auf Monaco, wo ich noch härter kämpfen werde – ich lasse mich nicht unterkriegen.“

    Martin Whitmarsh, Vodafone McLaren Mercedes Teamchef
    „Lewis startete sehr gut, doch er verlor ohne eigene Schuld Zeit, als er dem Unfall auswich und er an das Ende des Feldes zurückfiel. Danach hatte er es nicht leicht, denn in Barcelona ist das Überholen nicht einfach. Zudem bauten seine Reifen während des zweiten Stints ab und nach dem zweiten Boxenstopp lag Alonso vor ihm. Als Neunter kämpfte Lewis bis zum Schluss mit der Hoffnung, dass eines der Autos vor ihm ausfallen würde und er einen hart erarbeiteten WM-Punkt holen könnte. Leider sollte es nicht sein, doch er zeigte seinen beeindruckenden Kampfgeist. Heikki startete ordentlich, doch ein Getriebeschaden beendete sein Rennen vorzeitig. Wir hatten vorher gesagt, dass dies Rennen einen Tiefpunkt in unserer bisherigen Saison darstellen würde, und das hat sich bewahrheitet. In zwei Wochen, auf einer Strecke mit ganz anderer Charakteristik als hier in Barcelona, sollten wir deutlich besser aussehen. Doch wir sind immer noch nicht da, wo wir hinwollen, und wir arbeiten weiter ohne Unterlass, um das zu ändern.“

    Norbert Haug, Mercedes-Benz Motorsportchef
    „Wir wussten seit den Testfahrten hier, was wir mit unserem Auto auf dieser Rennstrecke zu erwarten hatten. Überrundet zu werden war ein schlechter Lohn für Lewis‘ fahrerische Leistung heute - er erreichte alles, was mit seinem Auto auf dieser Strecke möglich war – wir kommen mit den Hochgeschwindigkeitskurven einfach noch nicht so zurecht wie unter dem alten Reglement und müssen uns deshalb speziell in dieser Anforderung in den nächsten Wochen und Monaten dramatisch steigern. Gott sei Dank holte das Brawn-Team mit unserem Mercedes-Benz Motor für Mercedes hier erneut die Kastanien aus dem Feuer und bemerkenswert ist, dass Jenson Button mit ein- und demselben Motor hintereinander den Grand Prix in Bahrain und jetzt den Spanien Grand Prix innerhalb von 14 Tagen gewann. Auch beim nächsten Rennen in Monaco wird derselbe Mercedes V8 Buttons Auto antreiben. Glückwunsch an Jenson, Rubens, Ross, Nick und das gesamte Team - Ihr seid seit Saisonbeginn die Messlatte.“

    5. Spanien GP / Circuit de Catalunya

    5. Spanien GP / Circuit de Catalunya

    Button siegt vor Barrichello: Vettel von Ferrari aufgehalten
    Jenson Button und Rubens Barrichello bescherten Brawn GP einen Doppelsieg in Barcelona. Sebastian Vettel belegte hinter seinem Teamkollegen Platz 4.


    Rubens Barrichello wollte gewinnen. Schon am Samstag kündigte er einen Kampf um den Sieg an, trotz Startplatz drei. Genau so legte er los: Noch vor der ersten Kurve schob er sich von Position 3 an Sebastian Vettel und Jenson Button vorbei in Führung. Bis zum ersten Boxenstopp schien alles für den Brasilianer zu laufen. Dann stellte sein Teamkollege Button auf Plan B um.

    Während Barrichello auf drei Stopps setzte, wechselte Button auf zwei Stopps und ging so in Führung. Bis zu seinem zweiten Stopp konnte Barrichello noch schnelle Rundenzeiten fahren, danach verlor er zu viel Zeit, um Button hinter sich zu halten. Dennoch reichte es zum Doppelsieg für Brawn GP, wenn auch nur knapp: Mark Webber kam nur 0,8 Sekunden hinter Barrichello ins Ziel.

    Chaos am Start

    Jenson Button hatte in der ersten Kurve Chaos befürchtet, doch glaubte er, dass Felipe Massa mit KERS für Unruhe sorgen würde. Stattdessen knallte es dahinter: Nico Rosberg zwang Jarno Trulli nach rechts, von wo er zurück kam und in Adrian Sutils Force India krachte. Der Deutsche war nur in dieser Position, weil er die erste Kurve abkürzte. Hinter Trulli und Sutil rauschten die beiden Toro Rosso ineinander. Nach wenigen hundert Metern waren somit vier Autos aus dem Rennen.

    "Mein Start war recht schlecht, weil der Motor stecken blieb", erklärte Trulli. "Ich habe Positionen verloren und in der ersten Kurve waren Alonso und Rosberg nebeneinander. Rosberg musste aufmachen, Alonso und ich blieben auf der Strecke, aber Rosberg war zu schnell, als er wieder auf die Strecke kam und fuhr in mich rein. Ich habe dann das Auto verloren, wenn überhaupt war es Rosbergs Schuld."

    Adrian Sutil bemerkte das Übel erst, als es schon zu spät war. "Jarno hat sich voll in mein Auto reingedreht", so Sutil. "Bis zum Einschlag habe ich nichts mitbekommen. Das ist sehr enttäuschend, denn wir müssen die Rennen zu Ende fahren, um eine Chance zu bekommen."

    Spritdrama bei Ferrari

    Die Pace war besser, doch das Glück war Ferrari erneut nicht hold. Kimi Räikkönen fiel früh wegen eines technischen Defekts aus, wobei sein KERS von Beginn an nicht funktioniert hat. Felipe Massa lag vor Sebastian Vettel auf Platz 4, bekam in den letzten 15 Runden jedoch immer wieder Funksprüche, dass er Benzin sparen müsse, um nicht noch einen Stopp einlegen zu müssen. Vier Runde vor Ende musste Massa den Red Bull ziehen lassen, um in den Schlussrunden genügend Sprit zu sparen. In der letzten Runde kassierte auch Fernando Alonso den schleichenden Ferrari von Massa.

    Während sich Massa und Vettel das gesamte Rennen über duellierten, war Mark Webber der lachende Dritte: Der Australier stoppte erst in Runde 50 zum zweiten Mal und fuhr so an beiden vorbei auf den letzten Podiumsplatz. Vettel verpasste seine Chance im Kampf um die vorderen Plätze zum zweiten Mal in Folge am Start. Sowohl Barrichello als auch Massa überholten den Deutschen noch vor der ersten Kurve.

    Hinter Vettel, Alonso und Massa gingen die letzten beiden Punkteränge an Nick Heidfeld und Nico Roserg. Lewis Hamilton scheiterte als Neunter knapp an einem Pünktchen, wurde vom Sieger Button sogar überrundet.

    Whitmarsh erwartet Steigerung in Monaco

    Whitmarsh erwartet Steigerung in Monaco: Mega-Lewis auf der passenden Strecke

    Aus der zu erwartenden Schwäche in Spanien hat Martin Whitmarsh nie einen Hehl gemacht. Nun kündigte er ein starkes Monaco-Wochenende an.
    Nach dem recht guten Abschneiden in Bahrain erschien das Wochenende von Barcelona wie ein Rückfall bei McLaren. Zwar hatten die Verantwortlichen vorher bereits angekündigt, dass es ein hartes Wochenende werden wird, in den schnellen Kurven hatte der MP4-24 aber fast zu deutliche Probleme und war der Konkurrenz deutlich unterlegen. In Monaco gibt es keine schnellen Kurven, weswegen Teamchef Martin Whitmarsh dort auch mit einem besseren Wochenende rechnete. "In aller Fairness, nachdem wir in Bahrain beinahe auf dem Podest waren, sagten wir: 'Kommt schon Jungs, wir wissen, dass es ein schweres Wochenende wird.' Ich denke, man kann aber Positives mitnehmen", erklärte er.

    Denn einerseits sei McLaren innerhalb der vergangenen acht Wochen weit gekommen, andererseits musste er Lewis Hamilton ein Kompliment aussprechen. "Er war immer in einem Siegauto, das ist er jetzt nicht und bringt einen fantastischen Job." In Monaco werde alles anders sein. Es gebe zwar noch viel Arbeit und es werde keine Magie passieren, dennoch werde sein Team stark sein, kündigte Whitmarsh an. "Wir werden weiter am Auto pushen, damit wir besser werden."

    Nur eine Sache wusste Whitmarsh noch nicht: auch die Konkurrenz wird bis Monaco wieder zulegen und wie stark sie im Fürstentum sein wird, konnte er nicht abschätzen. "Man kann das nicht vorhersagen, denn niemand wird stillstehen. Ich würde gerne den Heureka-Moment haben, aber ich denke, man muss da einfach weiter Gas geben. Wir werden in Monaco stärker sein, dafür bin ich zuversichtlich. Diese Strecke wird uns passen und wir haben tolle Fahrer. Lewis ist dort mega, also müssen wir sicherstellen, dass wir weiter pushen und das Auto entwickeln."

    Williams wird sich einschreiben: Keine andere Möglichkeit

    Williams wird sich einschreiben: Keine andere Möglichkeit

    Sollten die Regeln für 2010 so bleiben, wie sie sind, haben Toyota und Red Bull bereits öffentlich angedroht, dass sie sich nicht für die kommende Formel-1-Saison einschreiben werden. Ihnen missfällt, dass es im kommenden Jahr aufgrund der freiwilligen Budget-Grenze zwei verschiedene Reglements geben wird. Andere große Teams dürften ihnen folgen, sollte sich nichts ändern. Für kleine Teams wie Williams, Brawn GP und Force India ist die Formel 1 aber ihr einziger echter Geschäftsbereich, weswegen sie bei einem Einschreibe-Boykott ihre Existenz riskieren würden. "Wir fahren. Was können wir sonst tun?", meinte Teamchef Frank Williams zu auto motor und sport, als er über die nahende Einschreibe-Deadline am 29. Mai gefragt wurde.

    Noch mehr Einstiegs-Interessenten: Man gibt sich entschlosse

    Noch mehr Einstiegs-Interessenten: Man gibt sich entschlossen

    Joan Villadelprat und Alfonso de Orleans sollen an F1-Projekten arbeiten. Vor allem Villadelprat scheint ernst machen zu wollen.

    Die Liste der Interessenten an einem Einstieg in die Formel 1 unter der Budget-Grenze wird immer länger. In Spanien hat sich nun Joan Villadelprat zu Wort gemeldet, der ehemals in der Formel 1 tätig war und nun das Le Mans Series Team Epsilon Euskadi leitet. Er glaubt, dass er die 40 Millionen Pfund an Budget aufstellen kann. "Ich habe die Einrichtungen, den Windkanal mit dem richtigen Maßstab, die Entschlossenheit, alles", sagte er der Zeitung Marca. In der Formel 1 war er bei Minardi, Benetton, Ferrari, McLaren, Tyrrell und Prost beschäftigt.

    Mit dieser Erfahrung müsste er eigentlich auch wissen, dass die 40 Millionen Pfund alleine nicht reichen werden. Denn die Motorkosten sind nicht in der Budgetgrenze erfasst, Fahrergehälter und Marketing auch nicht. John Howett hatte am Wochenende vorgerechnet, dass bei einem Team wie seinem das Budget auch mit Grenze aufgrund der nicht eingeschlossenen Bereiche bis zu 150 Millionen Pfund anschwellen kann.

    Besonders abschreckend scheint das nicht zu sein. Auch Alfonso de Orleans, der die GP2-Mannschaft Racing Engineering betreibt, soll an einem Formel-1-Projekt arbeiten. Er

    Diamanten-Spezialhelm für Hamilton

    Diamanten-Spezialhelm für Hamilton
    von Christian Nimmervoll14. Mai 2009 - 21:44 Uhr

    (Motorsport-Total.com) - Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen bekommen für den Grand Prix von Monaco wieder einen besonderen Helm zur Verfügung gestellt: McLaren-Mercedes-Sponsor Steinmetz hat in Hamiltons und Kovalainens Helm die Startnummern 1 und 2 auf ganz besondere Weise eingearbeitet.

    Steinmetz ist schon seit Jahren Formel-1-Sponsor und lässt sich für Monaco immer wieder etwas Besonderes einfallen. Die außergewöhnlich teuren Helme werden im Anschluss traditionell für einen guten Zweck versteigert.
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    Mosley spricht von einheitlichem Reglement

    Mosley spricht von einheitlichem Reglement: Teams unter einer Grenze und gleichen Regeln
    Auch Max Mosley will, dass die Formel 1 unter einem Reglement fährt, das kann seiner Ansicht nach aber eben nur unter der Budget-Grenze passieren.

    Nach dem am Freitag ergebnislos gebliebenen Meeting zwischen den Teams, Max Mosley und Bernie Ecclestone wird überall schon die große Krise und das Ende der Formel 1 heraufbeschworen. Dabei scheint man bei den Gesprächen doch einen Konsens gefunden zu haben. Die Teams wollten schon davor kein Zweiklassen-Reglement, aber Geld sparen, Bernie Ecclestone meinte nach dem Treffen, alle - Mosley - inklusive seien sich einig gewesen, dass alle unter einem Reglement fahren und auch der FIA-Präsident selbst räumte das ein. Er knüpfte diese Möglichkeit aber daran, dass alle Teams unter der festgesetzten Budget-Grenze von 40 Millionen Pfund antreten.

    Sollte dem so sein, werde es keine zwei Reglements geben - dann wären sie allerdings auch unnötig. "Ich denke, wir haben alle übereingestimmt, dass es wünschenswert wäre, wenn jeder unter den gleichen Regeln fährt. Ich denke, da gibt es keinerlei Probleme", sagte Mosley gegenüber der BBC. Die Notwendigkeit eines einheitlichen Reglements habe seit dem Augenblick bestanden, als einige der bereits etablierten Teams unter der Budget-Grenze fahren wollten. "Die ursprüngliche Idee war, dass neue Teams möglicherweise zu mobilen Schikanen werden - viel zu langsam -, wenn wir ihnen keine Hilfe bieten. Da jetzt bestehende Teams unter der Grenze fahren wollen, hätten sie klarerweise einen viel zu großen Vorteil. Wir werden also einen anderen Weg finden, um die Lücke zu schließen, indem wir technische Informationen austauschen. Aber ja, alle sind unter einem Reglement."

    Budget-Alternative wird gesucht

    Damit wäre ein Punkt soweit ausgeräumt, allerdings gefällt den großen Teams die Höhe der Budget-Grenze immer noch nicht, da sie dadurch recht schnell zusammenschrumpfen und viele Mitarbeiter entlassen oder in andere Bereiche versetzen müssten. Auch hier gibt es eigentlich Einigkeit zwischen Mosley und den Teams. Beide Seiten wollen sparen. "Die Teams sagen jetzt, sie glauben, sie können mit einem besseren Weg als der Budget-Grenze aufwarten. Wir sagten: 'Das ist schön zu hören, was schwebt euch vor?' Antwort: 'Naja, wir sind nicht ganz sicher, aber wir wollen darüber reden.' Ich erklärte ihnen, dass ich glaube, es werde sehr schwer, etwas besseres als die Budget-Grenze zu finden, denn das kann jeder verstehen, es ist für alle gleich und der Klügste wird gewinnen", sagte Mosley.

    Denn da jeder gleich viel Geld habe, gehe es nur darum, wer mit den vorhandenen Mitteln am meisten erreichen kann. "Wenn sie etwas Besseres haben, werden wir uns das ansehen, aber ich bin sehr skeptisch", meinte der FIA-Präsident. Wichtig war in der ganzen Angelegenheit auch, was mit Ferrari ist. Dabei wiederholte er das, was er schon vor einigen Tagen gesagt hatte. "Die Wahrheit ist, dass die Formel 1 ohne Ferrari nicht so gut ist wie die Formel 1 mit Ferrari. Aber es wird immer noch die Formel 1 sein und wunderbar funktionieren. Es wäre nur sehr traurig, sie zu verlieren. Aber wenn wir sagen: 'Wir können ohne Ferrari nicht funktionieren', würde das heißen, dass sie alle Regeln diktieren können. Das geht nicht." Ferrari wird dennoch probieren, seine Vorstellungen durchzusetzen und hat will eine einstweilige Verfügung vor einem französischen Gericht erwirken. Die Verhandlung findet am Dienstag statt.

    Es geht auch mit gleich viel Geld

    Mosley will Ferrari einbläuen, dass das Team auch gegen die anderen Rennställe antreten kann, wenn sie gleich viel Geld haben wie der Rest des Feldes. "Sie haben auch sehr kluge und talentierte Leute. Sie müssen nicht zwei oder drei Mal so viel ausgeben wie alle Anderen, um mitzukämpfen. Das müssen sie aber erst einmal verstehen." Eine klare Warnung hatte er für Ferrari und alle Teams, die sich für 2010 nicht einschreiben wollen, auch parat. Denn dann stünden sie ohne Platz da und könnten höchstens eines der kleinen Teams aufkaufen. "Sie sollten sich das überlegen, bevor sie sich nicht einschreiben." Gleichzeitig schloss er nicht aus, dass es eine eigene Serie der Hersteller geben könnte, fügte aber an, dass die seiner Ansicht nach wohl keinen Erfolg haben würde.

    Was den Zeitrahmen bis zu einer Lösung der ganzen Angelegenheit betrifft, so glaubte Mosley, dass es sich bis nach dem Ende der Einschreibefrist am 29. Mai ziehen wird. "Es könnte den Rest des Sommers dauern", erklärte er. "Letztendlich steht nichts im Weg, bis sie Ende Sommer entscheiden müssen, welches Auto sie 2010 bauen." Sollte es wirklich so lange dauern, dann steht im sportlichen Reglement, dass Einschreibungen, die nach der Frist einlangen, nur dann berücksichtigt werden, wenn ein Platz verfügbar ist. "Wenn wir nicht genügend Anträge haben, um das Feld zu füllen, was wir wohl nicht haben werden, dann wissen sie, dass sie später kommen können. Es gibt nur die Gefahr, dass wir zu wenige Plätze für die Leute draußen haben. Wir werden das angehen müssen, wenn es soweit ist."

    Laut Eccleston kein Zweiklassen-Reglement mehr

    Laut Eccleston kein Zweiklassen-Reglement mehr: Das war dumm
    Bernie Ecclestone berichtet davon, dass es keine zwei Reglements für 2010 geben wird und ging davon aus, dass sich alle Teams einschreiben werden.

    Die Gespräche zwischen den Teams und Max Mosley am Freitag in London verliefen anscheinend ohne konkretes Ergebnis, aber eine Sache scheint sich doch herauskristallisiert zu haben, die alle Seiten ein wenig ruhiger stimmen dürfte. Laut Bernie Ecclestone war man sich einig, dass das Zweiklassen-Reglement, einer der größten Kritikpunkte der Teams, wieder gestrichen wird. Mosley hatte das ebenfalls bereits angedeutet. "Ich denke, die wichtigste Sache, die die Leute verärgert hat, die sie nicht mochten, war dieses Zweiklassen-Techniksystem. Ich denke, man hat sich darauf verständigt, dass wir so etwas nicht haben sollten. Wir sollten nur einen Satz Regeln haben", sagte Ecclestone der BBC.

    Der Formel-1-Boss war auch überzeugt davon, dass jeder sich mit der Budget-Grenze anfreunden kann. Es gehe nur darum, wie hoch sie sei. "Sie werden sie höher haben wollen, vielleicht wird sie auch niedriger", scherzte er. "Es geht nur darum, dass wir das klären. Jeder wird die gleichen Regeln haben." Das gefällt Ecclestone auch gut, denn er war selbst kein Fan des Zweiklassen-Reglements. "Ich dachte immer, dass es etwas dumm war. Es war wichtig, das loszuwerden", sagte er der Daily Mail. Wenn es wieder nur ein Reglement gibt, dann, so war sich Ecclestone sicher, werden sich auch alle Teams einschreiben. "Ich bin zuversichtlich, dass alle Teams nächstes Jahr fahren." Ferraris einstweilige Verfügung gegen die FIA-Regeln, weil bei deren Beschluss angeblich gegen das Veto-Recht des Rennstalls verstoßen wurde, wird dennoch am Dienstag verhandelt werden.

    6. Monaco GP / Monaco

    6. Monaco GP / Monaco

    Monaco: Hubschrauber fliegen im Wohnzimmer
    Der 3,340 Kilometer lange Straßenkurs in Monte Carlo fordert von den Fahrern über 78 Runden höchste Konzentration: Auf dieser Strecke darf man sich nicht den kleinsten Fehler erlauben. Denn ein solcher bedeutet zumeist unweigerlich das Aus.

    Den Piloten steht die schwierige Aufgabe bevor, ihre rund 800 PS starken Monoposti zielgenau durch den engen Leitplankenkanal zu manövrieren. Dabei nähern sich die Boliden der unnachgiebigen Absperrung oft bis auf wenige Millimeter - zwischen Ideallinie und Ausfall liegt ein denkbar schmaler Grat. Manche Fahrer betonen sogar, dass man die Hinterreifen in einigen Kurven an der Leitplanke 'anlehnen' müsse.

    Auf der technischen Seite sind die Boliden im Fürstentum mit relativ hoher Bodenfreiheit unterwegs, um auf der unebenen Fahrbahn nicht ununterbrochen aufzusetzen. Zudem werden die Federung extrem weich und die Flügel extrem steil eingestellt, um einerseits die Traktion aus den vielen Kurven zu erhöhen und andererseits genügend Anpressdruck für schnelle Rundenzeiten zu generieren.

    Für die Piloten ist das so genannte "Wohnzimmer" eine unglaubliche Herausforderung. Neben der Enge und den verschiedenen Streckenbelägen gibt es auch noch einige weitere rennentscheidende Schlüsselstellen - wobei man in Monaco beinahe schon von einer einzigen riesigen Schlüsselstelle sprechen könnte. Sehr wichtig ist die erste Kurve nach der Start-/Zielgeraden, die Sainte Devote. Zudem ist der Circuit de Monaco natürlich auch durch seine berühmt-berüchtigte Tunnel-Passage, welche mit rund 250 bis 270 km/h durchquert wird, sowie die Loews-Kehre, die langsamste Kurve des gesamten Rennzirkus, bekannt.
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    Vorschau: Grand Prix von Monaco

    Vorschau: Grand Prix von Monaco

    Lewis Hamilton:
    „Monaco ist meine Lieblingsstrecke. Das Gefühl, wenn du mit 280 Stundenkilometern den Hügel zum Casino hinauf fährst, wenn du versuchst, eine möglichst gerade Linie zwischen den Leitplanken zu finden und sie dabei mit den Reifen streifst, das ist einfach unglaublich. Etwas besseres gibt es nicht in einem Formel-1-Auto. Wir erwarten, dass Monaco unserem technischen Paket liegt, da es auf diesem Kurs keine wirklichen Hochgeschwindigkeitskurven gibt und unser MP4-24 hier deshalb besser aussehen sollte. Ich hoffe darauf und würde mich freuen, mit einem konkurrenzfähigen Auto um die Spitze kämpfen zu können.“

    Heikki Kovalainen:
    „Ich mag Straßenkurse sehr und ich bin optimistisch, dass wir für Monaco ein gutes technisches Paket haben. Im letzten Jahr startete ich aus der Boxengasse, deshalb zeigen die Ergebnisse allein nicht wie gut mein Rennen damals war, bei dem ich von ganz hinten auf Platz acht vorfuhr. Dieses Jahr habe ich es hoffentlich leichter. Wir werden auch in Monaco mit KERS antreten; es wird sich zeigen, ob es hier etwas bringt. Sicher wird es uns helfen, aber in Monaco kann alles passieren. Nach dem enttäuschenden Ergebnis von Spanien bin ich noch stärker als sonst motiviert, ein gutes Ergebnis zu erzielen.“

    Martin Whitmarsh, Vodafone McLaren Mercedes Teamchef
    „Jeder bei Vodafone McLaren Mercedes ist stolz auf unsere bisherigen Ergebnisse in den Straßen von Monte Carlo. Wir gewannen hier in den letzten beiden Jahren und McLaren siegte in Monaco 15 Mal, öfter als jedes andere Team. Wir starten deshalb in das diesjährige Rennen optimistischer als zuletzt in Barcelona. Lewis und Heikki lieben die Strecke und wir glauben, dass der MP4-24 in den Straßen des Fürstentums gut aussehen sollte.“

    Norbert Haug, Mercedes-Benz Motorsportchef
    „Der Monaco Grand Prix ist der Klassiker im Kalender der Formel 1-Weltmeisterschaft und das Rennen, das weltweit am meisten Beachtung findet. Monaco ist jedes Jahr aufs Neue faszinierend und jeder, der mit der Formel 1 zu tun hat, muss stolz sein, diese prestigeträchtige Veranstaltung im Programm zu haben. Unsere Erfolgsbilanz im Fürstentum kann sich durchaus sehen lassen. Wir haben dort seit unserem ersten Sieg 1998 sechs von elf Grand Prix gewonnen – kein Wunder also, dass Monaco zu unseren Lieblings-Rennstrecken gehört. Unsere Ergebnisse waren in letzter Zeit nicht so gut, und wir alle werden konzentriert arbeiten, um jetzt einen Aufwärtstrend darzustellen.“

    Mosley erwartet Teams mit Verspätung

    Mosley erwartet Teams mit Verspätung: Bis zur Deadline nur drei bis sechs
    Max Mosley geht aufgrund der nahenden Deadline zur Einschreibung davon aus, dass einige Teams sie versäumen werden. Besorgt ist er aber nicht.

    Die Zeit bis zum 29. Mai ist nicht mehr lange, dann endet die Einschreibefrist für die Formel-1-Weltmeisterschaft 2010. Angesichts der nach wie vor nicht geklärten Streitfragen zwischen FIA und Teams ist es gut möglich, dass einige die Frist versäumen und sich erst danach einschreiben, wenn alles geklärt ist. Solange noch Plätze frei sind, ist das kein Problem und Max Mosley geht auch davon aus, dass einige Mannschaften den Termin verstreichen lassen werden - heißeste Kandidaten sind Ferrari, Renault, Toyota, Red Bull und Toro Rosso, deren Verantwortliche alle gesagt haben, dass sie sich mit dem beschlossenen Reglement nicht für 2010 einschreiben werden.

    "Ich denke, wir werden zwischen drei und sechs Teams zur Deadline haben, es hängt ganz davon ab. Danach werden sie zu Spät-Einschreibern und wenn es Platz gibt, können sie ihn haben, wenn es keinen gibt, dann nicht", wurde der FIA-Präsident von Autosport zitiert. Mosley ist momentan aber noch ganz ruhig, was die Rückzugs-Drohungen der Teams betrifft. Er glaubt, dass sich die Rennställe so oder so schnell entscheiden werden müssen, was sie tun. Bis zum Winter werde sich die Situation auf keinen Fall ziehen, war er sicher. "Wenn man sich in ihre Position versetzt; sie müssen beschließen, was sie machen wollen. Wenn sie weiter in der Formel 1 fahren wollen, dann können sie kommen und reden. Und wenn sie etwas anderes machen wollen, dann werden sie damit beginnen müssen, ein Auto zu bauen."

    Aufhören als größtes Problem

    Deswegen war ihm klar, dass alle Teams recht schnell einen Entschluss werden fassen müssen, sollten sie wirklich nicht in der Formel 1 bleiben wollen. "Starten sie ihre eigene Serie, fahren sie in einer anderen Serie oder sperren sie ganz zu? Wenn sie das tun, dann haben sie ein größeres Problem als wenn sie unter der Budget-Grenze operieren, was das Personal betrifft. Es ist nicht ganz klar, was sie tun würden", meinte Mosley. Er vertraute darauf, dass sich der gesunde Menschverstand durchsetzen wird, wenn die Leute erst einmal über alles nachgedacht haben. Er verstand jedenfalls nicht, was daran falsch sein soll, wenn alle gleich viel Geld haben und die Leistung nur von der Klugheit der Ingenieure abhängt. "Das ist für viele Leute sehr reizvoll - und es ist fair. Man könnte argumentieren, wenn jemand zehn Mal so viel Geld hat wieder der andere, dann ist es das gleiche wie wenn man einen größeren Motor hat. Es ist nicht sehr fair."

    Mosley dachte auch schon in eine Richtung, die wohl eine Sackgasse sein dürfte. Sollten einige Teams eine eigene Serie gründen, wäre die FIA sehr wohl bereit, sie zu unterstützen. "Wir würden das tun müssen und würden es auch tun. Wenn sie eine eigene Serie machen, könnten sie ihre eigenen Regeln schreiben und wir würden sie auf Sicherheit überprüfen. Das wäre es. Dann könnten sie losgehen und mit Promotern und Fernsehstationen reden, die wohl viel Geld von ihnen verlangen würden, da sie aus Marketing-Gründen ankämen. Gerüchte besagen, dass wenn sie mit Promotern verhandeln, Bernie auf der anderen Seite des Tisches sitzen könnte. Ich weiß nicht, ob das stimmt, aber es ist eine Möglichkeit."

    Heidfeld alleiniger Rekordhalter: 25 Zielankünfte in Folge

    Heidfeld alleiniger Rekordhalter: 25 Zielankünfte in Folge

    Nick Heidfeld ist in der Formel 1 alleiniger Rekordhalter, was die Zielankünfte in Folge angeht. Mittlerweile bringt es der Mönchengladbacher auf deren 25.

    Bahrain und Spanien waren zwei weitere wichtige Rennen auf dem Weg zum alleinigen Rekord für Zielankünfte in Folge bei Nick Heidfeld. Mit Rang sieben in Barcelona brachte er es schließlich auf deren 25 und sah damit seit dem Rennen in Fuji/Japan 2007 jedes Mal die Zielflagge. Geht es nach der Wertung, ist Heidfeld vermutlich uneinholbar. 33 Mal in Folge wurde er gewertet - auch in Japan 2007, als er mit Motorschaden kurz vor Schluss ausfiel aber aufgrund der zurückgelegten Distanz dennoch gewertet wurde. Das letzte Rennen, ohne dass er in die Wertung kam, war in Indianapolis 2007.

    "Ich bin froh, dass ich, nachdem ich in Bahrain mit einem nicht so tollen Rennresultat Michaels Rekord einstellen konnte, es in Barcelona mit dem aus momentaner Sicht optimalen Resultat von zwei Punkten geschafft habe, den alleinigen Rekord von 25 Rennankünften in Folge aufzustellen - noch dazu an meinem Geburtstag", sagte Nick. "Dabei gab es, wie zuvor auch schon in Bahrain, wieder 'Feindkontakt' in Kurve eins."

    "Ich möchte auch ein großes Dankeschön an mein BMW-Sauber Team für die Standfestigkeit des Autos aussprechen", erklärte Heidfeld weiter. "Die hat natürlich einen großen Anteil an diesem Rekord. Mein letzter Ausfall war 2007 in Fuji, wo ich aufgrund eines technischen Defekts ein paar Runden vor Schluss das Rennen beenden musste."

    Abschließend fasste Heidfeld beide Rekorde wie folgt zusammen: "Ich hoffe, dass ich in dieser Kategorie uneinholbar bin."