Interessantes zu Formel 1 im Jahr 2009

    Button mit Superrunde zur Pole in Monaco

    Button mit Superrunde zur Pole in Monaco: Rubens Barrichello will angreifen

    Mit einer fehlerfreien Runde holte sich Jenson Button seine vierte Pole des Jahres. Teamkollege Rubens Barrichello musste sich mit Platz 3 begnügen.
    Die Konzentration lag bereits bei Fahrern wie Sebastian Vettel oder Nico Rosberg, doch dann in den letzten Minuten der Qualifikation von Monaco schlug Jenson Button doch wieder zu. Der Engländer holte seine erste Monaco-Pole in 1:14.902 Minuten und war damit 25 Tausendstel schneller als Kimi Räikkönen.

    "Es ist so wichtig in Monaco eine gute Qualifikation hinzubekommen und ich bin so froh, dass ich die Pole hier erreicht habe", sagte Jenson Button, der sich auf dem Weg zum Parc Ferme mit einem "Wohooo" beim Team bedankte.

    "Das bedeutet mir sehr viel, alle Poles eigentlich, ber diese ist besonders wichtig für das Rennen morgen. Diese Runde werde ich sicher nicht so schnell vergessen, ich bin am absoluten Limit gefahren! Ich habe schon gedacht, dass Rubens vorn stehen würde, denn er war das ganze Wochenende über schnell, ich hatte zu kämpfen eine gute Balance zu finden."

    Besagter Rubens Barrichello musste sich am Ende nicht nur seinem Teamkollegen geschlagen geben, sondern auch Kimi Räikkönen und startet daher nur aus der zweiten Reihe ins Rennen. Unzufrieden warer aber dennoch nicht.

    "Ich hatte eine tolle letzte Runde, Jenson's müsste also als fantastisch eingestuft werden", sagte der Brasilianer. "Ich bin sehr zufrieden mit meinem Startplatz für morgen, ich habe alles aus dem Auto herausgeholt. Das Auto hat sich das gesamte Wochenende gut angefühlt und für das Rennen haben wir gute Chancen. Ich bin zum 17. Mal in Monaco, aber dieses Mal fühlt es sich besonders an. Es wird ein sehr enges und spannendes Rennen morgen und wir werden alles geben, um zu gewinnen."

    Teamchef Ross Brawn zeigte sich ebenfals erfreut über die Startplätze eins und drei. "Jenson musste hart mit seinem Setup arbeiten, er hatte Probleme mit der Balance. Wir wussten, dass er eine Hammerrunde brauchen würde und er hat sie geliefert, sehr beeindruckend. Rubens ist in einer Position, um gegen Jenson zu fahren."

    Monaco GP: Button siegt zum fünften Mal

    Monaco GP: Button siegt zum fünften Mal

    Jenson Button heißt der Sieger des Saisonhighlights in Monaco. Hinter den beiden Brawn-Piloten meldete sich Ferrari auf dem Podium zurück.
    Verkehrte Welt in Monaco? Andere Kräfteverhältnisse, jeder Fehler kann das Aus bedeuten. Jenson Button und Brawn GP ließen sich davon nicht beirren. Der Brite fuhr beim sechsten Saisonlauf seinen fünften Sieg ein, und zwar absolut ungefährdet. Selbst die in Monaco erstarkten Ferrari konnten Button nicht gefährden.

    Die besten Voraussetzungen hatte eigentlich sein Teamkollege Rubens Barrichello, der sich am Start gegen Kimi Räikkönen durchsetzte und auf Position 2 nach vorne schoss. Danach war jedoch Schluss mit dem Vorwärtsdrang. Der Brasilianer hatte Probleme mit den weichen Reifen und musste sich sogar gegen Räikkönen wehren. Button fuhr derweil vorne seine Kreise und jenen Vorsprung heraus, den er bis zum Ende des Rennens nicht mehr abgeben sollte. Am Ende überquerte er die Ziellinie gut 10 Sekunden vor seinem ersten Verfolger Barrichello.

    Der zweite Brawn-Mann hielt beide Ferrari im Zaum, die ihm auf harten Reifen zusetzten, im letzten Stint auf den schlechteren weichen Reifen jedoch nichts entgegensetzen konnten. Die Entscheidung im Kampf um Platz 3 fiel zwischen Räikkönen und Felipe Massa. Der Finne profitierte dabei von seinem Boxenstopp und der Tatsache, dass er nach Buttons letztem Stopp vor ihm blieb, während Massa bis zu seinem zweiten Stopp hinter Button herfahren musste.

    Kurzes Rennen für Vettel

    Er ist der WM-Verfolger von Brawn GP. Doch Sebastian Vettel brachte selbst der neue Doppel-Diffusor in Monaco nichts. "Mein Start war gut, aber ich habe mich etwas mit der Reifenwahl vertan", gab er zu. Vettel war überzeugt, dass die weichen Reifen die bessere Wahl für den Start waren. "Aber das waren sie nicht. Die Hinterreifen waren komplett fertig, haben abgebaut."

    Das wollte Felipe Massa ausnutzen, doch er kürzte in der Hafenschikane ab, weswegen er Vettel wieder vorlassen musste, wobei Nico Rosberg die Gunst der Stunde nutzte und innen vorbeistach. Danach war Vettel aber fällig: Er wurde der Reihe nach von Rosberg, Massa und Heikki Kovalainen überholt. "Deswegen musste ich früher an die Box kommen."

    Danach hatte er ein schweres Auto. "Ich weiß nicht genau, kleines Problem mit der Bremse in der ersten Kurve, die Hinterräder haben blockiert und ich bin rausgeflogen." Damit war das Rennen für ihn gelaufen. In der WM gibt er noch nicht auf. "Es gibt noch viele Rennen und es ist nicht gesagt, dass die Brawn immer ins Ziel kommen."

    Die Opfer von Monaco

    Neben Vettel war das Rennen auch für einige andere Fahrer vorzeitig zu Ende. Sebastien Buemi nahm in Runde 16 den Renault von Nelsinho Piquet aufs Korn, fuhr dem Brasilianer ins Heck und schoss so in der ersten Kurve beide raus. Robert Kubica stellte seinen BMW Sauber derweil mit Bremsproblemen in der Box ab. So weit kam Heikki Kovalainen nicht. Er verlor im letzten Renndrittel das Heck seines McLaren, drehte sich und flog in die Leitplanken.

    Mehr Grund zur Freude hatte Mark Webber, der hinter den beiden Brawn und Ferrari wenigstens Platz 5 für Red Bull ins Ziel rettete. Die weiteren Punkteränge ergatterten Nico Rosberg, Fernando Alonso und Sebastien Bourdais. Der Franzose musste sich in den Schlussrunden gegen Giancarlo Fisichella wehren, der den ersten Saisonpunkt von Force India einfahren wollte, sich aber mit dem undankbaren neunten Rang zufrieden geben musste.

    Timo Glock landete als 11. außerhalb der Top10. Kurz vor Rennende zeigte er aber immerhin ein starkes Überholmanöver gegen Nick Heidfeld in der ehemaligen Loews-Kurve. Heidfeld rettete seinen angeschlagenen F1.09 auf Position 12 ins Ziel. Lewis Hamilton musste nach seinem Unfall im Qualifying und einem Getriebewechsel vom letzten Platz starten. Sein Vorwärtsdrang endete nach wenigen Runden in der typischen Monaco-Prozession am Ende des Feldes. Er wurde 13.

    Hamilton mit Kopfkino: Dachte an Rocky-Film

    Hamilton mit Kopfkino: Dachte an Rocky-Film

    Null Punkte, zwei kaputte Autos im Rennen. Das Einzige, was für McLaren positiv am Rennsonntag war, ist, dass Lewis Hamilton die Zielflagge sah.
    "Wir sind hier schon weggefahren, wo kein einziger Kratzer am Auto war - dieses Mal sind zwei Autos kaputt. Das ist halt so", brachte es Mercedes Benz-Motorsportchef Norbert Haug nach dem enttäuschenden Rennen von Monaco auf den Punkt. Heikki Kovalainen fuhr gegen das Schwimmbad Monacos, Lewis Hamilton kollidierte in der Anfangsphase mit dem BMW von Nick Heidfeld.

    Der Teufel liegt bekanntlich im Detail. Und den Grund eines weiteren punktlosen Rennens für Lewis Hamilton sieht nicht nur Haug im Patzer des Briten im Qualifying. Trotzdem glaubt er, dass der Speed der McLaren langsam wieder auf Niveau kommt - wie in den freien Trainings gesehen. "Ich bin sicher, dass, wenn Lewis aus der ersten oder zweiten Reihe losgefahren wäre, viel mehr möglich gewesen wäre", glaubt Haug. "Aber die Brawns kann derzeit keiner Schlagen."

    Hamilton: Mit Rocky-Film zur Zielankunft

    Lewis Hamilton selbst sah den Rennausgang mit gemischten Gefühlen. Irgendwie war er einfach froh, die Zielflagge gesehen zu haben. Das momentane Leistungstief von sich und dem Auto, beschrieb er gegenüber dem TV-Sender RTL wie folgt: "Es ist sehr hart, aber das muss jeder mal durchmachen. Was soll ich sonst sagen? Alle anderen Weltmeister hatten auch einmal harte Zeiten und die erleben wir jetzt. Ich bin aber trotzdem ganz zufrieden, dann ich wollte ins Ziel kommen."

    In Hamiltons Kopf lief während des Rennens ein Film ab. Nicht etwa, weil er nicht bei der Sache war, sondern weil er versuchte, sich selbst zu motivieren. "Ich habe an einen der 'Rocky'-Filme gedacht, wo er sagt: 'Ich will nur das Ende des Kampfes sehen'", sagte er der britischen Fernsehanstalt BBC. "Ich habe die Flagge schließlich gesehen und hatte dafür so hart ich konnte gepuscht - während des gesamten Rennens. Und wir werden weiter Druck machen."

    Auch was bei dem Zusammenstoß mit Heidfeld passierte, deckte der Mann mit der Startnummer eins auf. "Die Nase meines Autos war kaputt. Ich glaube, dass mein Auto ziemlich heftig demoliert war, als ich gleich zu Beginn zwei Mal in der ersten Kurve in einen der BMWs fuhr. Der Flügel war gebrochen und auch meine Räder haben etwas abbekommen. Daher hatte ich das gesamte Rennen über Untersteuern. Dann kam der neue Flügel und es wurde besser."

    Den Stadtstaat Monte Carlo verlässt Lewis Hamilton mit einer ganz deutlichen Kampfansage für den Auftritt der Königsklasse im Fürstentum im nächsten Jahr: "Ich werde hier her zurückkommen und versuchen, zu gewinnen." Für 2009 ist das Kapitel Monaco geschlossen.

    Als Nächstes kommt das Rennen in Istanbul. An Besserung glaubt der Brite aber auch dort nicht so wirklich. "Ich denke in der Türkei wird das noch ein härteres Rennen", erklärte er weiter. "Dort gibt es sehr viele schnelle Kurven. Und wir haben kein Auto für diese schnellen Kurven. Es wird vielleicht so wie in Barcelona."

    Heikki Kovalainen rast ins Schwimmbad

    Heikki Kovalainen versenkte seinen McLaren MP4-24 in den Leitplanken des Streckenabschnitts "Schwimmbad". Der Finne selbst war darüber natürlich sehr enttäuscht. Schließlich lag er zum Zeitpunkt seines Unfalls mit Rang sieben auf Punktekurs. Selbst Platz sechs lag da noch in Aussicht. Die richtige Taktik habe er dafür schon vorbereitet gehabt. "Nico [Rosberg] war die ganze Zeit über vor mir", sagte Kovalainen der BBC.

    "Ich hatte am Start etwas Schwierigkeiten, die Reifen auf Grip zu bekommen. Aber als sie dann anfingen ordentlich Grip aufzubauen, konnte ich ganz ordentlich Druck machen. Ich habe Nico ganz komfortabel folgen können und ich glaube, dass ich ein paar Runden länger hätte draußen bleiben können. Es bestand also eine gute Chance, beim Boxenstopp an ihm vorbei zu ziehen. Das war der Plan. Ich meine es ist unmöglich, auf dieser Strecke zu überholen. Daher habe ich versucht, ihm einfach zu folgen und nah dran zu bleiben. Ich wollte attackieren, wenn er an die Box fährt."

    Doch daraus wurde nichts. "Ich habe in der Highspeed-Kurve die Kontrolle über das Auto verloren", erklärte der Finne weiter. "Ich verlor das Heck und konnte es nicht wieder abfangen. Das war's dann."

    Mercedes Sportchef Haug nahm es auch bei seinem zweiten Piloten gelassen. "Wir haben Heikki bisher vielleicht nicht das beste Auto gegeben, aber hier waren Punkte drin. Es war heute sein Fehler. Aber wir hatten das auch schon anders rum." Das Cockpit Kovalainens wackelt aber nicht, wie Haug betont. "Wir fangen im Mai keine Fahrer-Gespräche an."

    Whitmarsh hatte sich in Monaco mehr erwartet

    Whitmarsh hatte sich in Monaco mehr erwartet: Die Pace in den Trainings versprach mehr
    Das punktelose Wochenende von McLaren in Monaco machte Teamchef Martin Whitmarsh keine Freude. Er hatte sich nach den Trainings viel mehr erwartet.

    McLaren Teamchef Martin Whitmarsh tat es schon etwas weh, dass sein Team Monaco ohne einen WM-Punkt verlassen musste. Das lag nicht nur daran, dass Monaco ein wichtiges Rennen ist, sondern auch daran, dass der MP4-24 am Wochenende schnell unterwegs gewesen war. "Unsere Pace in beiden Sessions am Donnerstag und auch am Samstagmorgen hat das klar gezeigt. Dennoch, nach Lewis' schwierigem Qualifying konnte er heute vom Ende des Feldes nur wenig tun - Monaco ist einfach eine schwierige Strecke, wenn es ans Überholen geht, auch wenn man einen Leistungsvorteil gegenüber Autos vor sich hat", erklärte Whitmarsh. Trotz dieser ungünstigen Position griff Hamilton an, was seinen Teamchef durchaus beeindruckte.

    Auch von Heikki Kovalainen hatte Whitmarsh ein gutes Rennen gesehen und konnte beim Finnen die Punkte beinahe schon riechen. "Als er zu schnell in Swimming Pool kam, gab das Heck des Autos nach und er konnte es nicht ganz abfangen. Aber das ist Monaco: wenn man voll pusht, ist kein Raum für Fehler, das hat Lewis gestern gezeigt", sagte er. Deswegen musste er aber auch gestehen, dass der Monaco Grand Prix 2009 für McLaren besser hätte laufen können und müssen. "Es ist aber auch so, dass beide Autos gute Pace gezeigt haben, es gibt also einige positive Dinge, die wir von hier mitnehmen können."

    Grand Prix von Monaco

    Grand Prix von Monaco
    Lewis Hamilton Zwölfter

    Nach Unfall im Qualifying und Strafversetzung wegen Getriebewechsels vom Ende des Feldes gestartet
    Heikki Kovalainen an siebter Stelle liegend durch Unfall ausgefallen
    Dritter Doppelsieg für Brawn GP – dritter Sieg in Folge für Jenson Button mit dem selben Mercedes-Benz Formel-1-Motor

    Lewis Hamilton, Zwölfter

    Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Lewis Hamilton belegte beim Grand Prix von Monaco den zwölften Platz, nachdem er nach einem Unfall im ersten Teil des Qualifyings am Samstag und einer Strafversetzung wegen Getriebewechsels als 19. gestartet war. Sein Teamkollege Heikki Kovalainen fiel in der 52. von 78 Runden an siebter Stelle liegend durch einen Unfall in der Schwimmbadschikane aus. Nach 260,520 Kilometern erzielten die Brawn Mercedes Fahrer Jenson Button und Rubens Barrichello den dritten Doppelsieg für Brawn GP im sechsten Rennen der Saison; für Jenson Button war es der dritte Sieg in Folge mit dem selben Mercedes-Benz Formel-1-Motor. Nach sechs von 17 Läufen zur Formel-1-Weltmeisterschaft 2009 führt Button nach seinem fünften Saisonsieg in der Fahrerwertung mit 51 Punkten vor seinem Teamkollegen Rubens Barrichello mit 35 Zählern. Lewis ist Neunter mit neun Punkten.

    Der Start
    Heikki hatte sich als Siebter qualifiziert. Lewis war nach einem Unfall im ersten Teil des Qualifyings 16., wurde aber wegen eines Getriebewechsels auf den letzten Startplatz zurück versetzt. Hinter den führenden Brawn Mercedes von Jenson Button und Rubens Barrichello kamen Heikki als Siebter und Lewis als 18. aus der ersten Runde zurück.

    Das Rennen
    Runde 2: Lewis machte einen weiteren Platz gut und war 17.
    Runde 10: Heikki verbesserte sich auf Platz sechs, als Sebastian Vettel (Red Bull Renault) einen Boxenstopp einlegte. Lewis kam zum Tanken und Reifenwechsel an die Box und nahm das Rennen als 18. wieder auf.
    Runde 15: Nach dem ersten Boxenstopp von Kimi Räikkönen (Ferrari) war Heikki Fünfter; einen Umlauf später rückte er auf Platz vier vor (Boxenstopp von Barrichello).
    Runde 20: Heikki fuhr an zweiter Position, nachdem auch Nico Rosberg (Williams Toyota/Runde 18) und Felipe Massa (Ferrari/Runde 20) an den Boxen waren.
    Runde 21: Heikki legte seinen ersten Routinehalt ein und fuhr nach zehn Sekunden Standzeit wieder auf die Strecke; er war jetzt Achter.
    Runde 28: Boxenstopp von Fernando Alonso (Renault); Heikki verbesserte sich auf Platz sieben.
    Runde 30: Lewis war jetzt 15.
    Runde 52: Heikki drehte sich in der Schwimmbadschikane, prallte in die Leitplanken und fiel aus. Lewis fuhr an 13. Position. Einen Umlauf später kam er zu seinem zweiten Stopp an die Box, dabei wurde auch die Fahrzeugnase gewechselt, die er sich bei einer Berührung mit dem BMW Sauber von Nick Heidfeld beschädigt hatte. Er nahm das Rennen als 14. wieder auf.
    Runde 71: Lewis überholte Jarno Trulli (Toyota) und übernahm Rang 13.
    Ziel (Runde 78): Lewis fuhr als Zwölfter ins Ziel. Jenson Button erzielte seinen fünften Saisonsieg, den dritten in Folge und mit Rubens Barrichello auf Platz zwei den dritten Doppelsieg für Brawn GP im sechsten Saisonrennen.

    Stimmen zum Rennen

    Lewis Hamilton
    „Das war ein besonders anstrengendes Rennen. Ich gab wirklich alles und bin mit meiner Leistung recht zufrieden. Schon in der Anfangsphase beschädigte ich die Bodenplatte meines Frontflügels, als ich in der Ste. Devote Kurve einen BMW Sauber berührte. Deshalb hatte ich in der Folge starkes Untersteuern. Mit dem neuen Frontflügel wurde das etwas besser, aber nicht gut genug. Gegen Ende ließen meine Reifen nach, ähnlich wie bei Nick Heidfeld vor mir, und es erschien mir zu gefährlich, ihn zu überholen. Ich attackierte das ganze Rennen über so hart ich konnte. Glückwunsch an Jenson Button und das Brawn GP Team – sie leisten fantastische Arbeit.“

    Heikki Kovalainen
    „Ein enttäuschendes Ende meines Wochenendes, nachdem es recht vielversprechend begonnen hatte. Am Anfang war es nicht einfach, das Optimum aus den Reifen herauszuholen. Immerhin kam ich an Sebastian Vettel vorbei. Mein zweiter Reifensatz war deutlich besser und ich wartete nur auf Nico Rosbergs Boxenstopp und eine Chance, ihn zu überholen, doch so weit kam es dann nicht mehr. Ich kam in der schnellen Schwimmbadschikane auf die Kerbs, das Heck des Autos brach aus und ich prallte in die Leitplanken. Das war mein Fehler und ich möchte mich beim Team dafür entschuldigen - alle haben so hart gearbeitet, um mir ein wettbewerbsfähiges Auto hinzustellen. Jetzt werden wir weiter alles geben, um die Aufholjagd fortzusetzen.“

    Martin Whitmarsh, Vodafone McLaren Mercedes Teamchef
    „Wir verlassen Monaco ohne weitere WM-Punkte, und das ist eine Enttäuschung, besonders da unser Auto hier sehr stark war. Unser Speed in den Freien Trainings am Donnerstag sowie am Samstagmorgen zeigte das deutlich. Doch nach Lewis‘ Problemen im Qualifying konnte er heute vom Ende der Startaufstellung kaum etwas ausrichten – in Monaco ist Überholen bekanntermaßen schwierig, auch wenn du mehr Leistung hast als die Autos vor dir. Doch Lewis kämpfte den ganzen Nachmittag hart, er gibt nun mal nicht auf. Heikki war dabei, Punkte zu sammeln, doch dann war er in der Schwimmbadschikane etwas zu schnell, er drehte sich und konnte das Auto nicht mehr einfangen. Monaco verzeiht eben keine Fehler; Lewis erlebte das bereits gestern. Das Rennen hätte besser für uns laufen müssen, doch immerhin zeigten unsere beiden Autos einen guten Speed – somit hatte dieses Wochenende wenigstens etwas Positives.“

    Norbert Haug, Mercedes-Benz Motorsportchef
    „Lewis‘ Chancen für das Rennen waren natürlich extrem beeinträchtigt, nachdem er gestern im ersten Qualifying in den Leitplanken war. Was mit einem guten Startplatz in den ersten Startreihen möglich gewesen wäre, zeigte Lewis im letzten Renndrittel, als er ohne Verkehr fuhr und konkurrenzfähige Rundenzeiten erzielte, bis er in den letzten Runden hinter einem deutlich langsameren Auto ohne die Chance zu überholen festhing. Heikki hatte nach zwei Renndritteln im Bereich Schwimmbad einen Unfall – zuvor war sein Speed auf Platz sieben gut und ließ ein besseres Ergebnis erwarten. Wir haken dieses Rennen schnell ab und konzentrieren uns auf weitere Verbesserungen für das Auto vor dem nächsten Grand Prix in der Türkei. Ganz herzlichen Glückwunsch an Jenson Button und das Brawn Team zum Sieg in diesem prestigeträchtigen Rennen. Für Jenson war es der dritte Sieg in Folge und alle drei gewann er mit dem selben Mercedes Motor - ein neuer Rekord in der modernen Formel 1.“

    Doppelsieg für Brawn GP im Fürstentum

    Doppelsieg für Brawn GP im Fürstentum: Jenson Button mit Siegersprint

    Jenson Button zauberte ein fehlerfreies Rennen auf die Kultstraßen des Fürstentums und holte sich seinen dritten Sieg in Folge.

    Die Saison verläuft bereits traumhaft für Jenson Button, doch nun konnte der Engländer den bisherigen Erfolgen die erste Krone aufsetzten und das prestige Rennen in Monaco gewinnen. Souverän brachte er seinen Brawn Renner ins Ziel und musste dabei nicht einmal den eigenen Teamkollegen fürchten.

    "Wow! In Monaco zu gewinnen ist etwas, wovon jeder Rennfahrer schon als Kind träumt", sagte der 29-Jährige überschwänglich nach seinem Triumph. "Es ist wirklich ein ganz besonderes Gefühl! Das Rennenn hat sich wie eine Ewigkeit angefühlt und die Leitplanken scheinen irgendwie immer näher zu kommen. Aber in den letzten Runden konnte ich ein wenig entspannen."

    "Es war ein unglaublicher Tag, inklusive meiner spontanen Sprinteinlage in der Boxengasse.“ Jenson Button war anscheinend so überwältigt von seinem Sieg, dass er nicht ins Parc Ferme, sondern zur Box fuhr und einiges an Weg zurück legen musste, bis der Fürst ihm die Hand reichen konnte. "Aber es war toll, die Fans haben gejubelt und ich hoffe sie konnten auch das Rennen genießen."

    "Das Auto fühlte sich sehr gut an. Das Wochenende hatte nicht so verheißungsvoll begonnen, deshalb ist der Sieg umso schöner. Rubens hat einen hervorragenden zweiten Platz erfahren und unserem Team einen Doppelsieg gebracht."

    Strategiewechsel bei Barrichello

    Rubens Barrichello legte den Grundstein für seinen zweiten Platz in Monaco schon beim Start. Der Brasilianer konnte an Kimi Räikkönen vorbeiziehen und sich zusammen mit seinem Teamkollegen vom Finnen absetzten. Eine Chance auf Platz eins hatte er nicht, freute sich aber auch über seinen zweiten Rang.

    "Ich hatte einen tollen Start und konnte vor der ersten Kurve an Räikkönen vorbei ziehen, das hat mich in eine gute Position versetzt", sagte der Altmeister über sein Rennen. "Ich war sehr schnell unterwegs, aber direkt hinter ihm (Jenson) zu fahren hat die Aerodynamik und die Balance meines Autos beeinflusst und das Körnen der Hinterräder hat mich viel Zeit gekostet."

    Allerdings brachte eine gute Strategie Barrichello wieder auf Treppchenkurs. Der Brasilianer wurde früher hereingeholt, als eigentlich geplant und konnte danach mit den besseren, härteren Reifen das Rennen zu Ende fahren.

    "Dennoch war es ein tolles Rennen und ich habe die Herausforderung mit Kimi zu kämpfen sehr genossen. Ich versuche weiter so viele Punkte wie möglich zu sammeln und Jenson unter Druck zu setzten."

    Teamchef Ross Brawn zeigte sich überwältigt vom Erfolg in Monaco. "Eine fantastische Fahrt von Jenson und Rubens. Jenson hat sich den Sieg selbst erarbeitet indem er sich gestern die Pole holte und das Rennen von vorn kontrollieren konnte und das Auto nach 78 Runden in einem Stück nach Hause gebracht hat."

    Brawn lobte zudem Rubens Barrichello für seinen Zweikampf mit einem angriffslustigen Kimi Räikkönen.

    Teams fordern Rückkehr zu alten Regeln

    Teams fordern Rückkehr zu alten Regeln: Forderungsbrief im Budget-Streit

    Die FOTA hat nach ihren internen Meetings einen Brief verfasst, indem sie Forderungen an Max Mosley stellen, dafür aber auch Garantien ankündigen.
    Nach zahlreichen Meetings in Monte Carlo und beinahe noch mehr Spekulationen darüber, wie sich der Streit zwischen den Teams und Max Mosley bezüglich der Budget-Grenze und des Zweiklassen-Reglements entwickelt, scheint es nun Handfestes zu geben. Die Teams haben in einem Brief an Mosley gefordert, dass die Regeln für die nächste Saison gestrichen werden, wenn sie sich im Gegenzug dafür für längere Zeit der Formel 1 verpflichten, berichtet Autosport.

    Alle unterschreiben

    Alle Teams sollen diesen Brief unterschrieben haben, also auch jene, die ursprünglich bereit waren, sich unter die bereits beschlossene Budget-Grenze von 45 Millionen Euro zu begeben. Mosley hatte am Sonntagmorgen noch angedeutet, dass ein Kompromiss möglich sei, nun dürfte er genau wissen, wie die Teams ihn sich vorstellen. So fordern die Mannschaften, dass die technischen und sportlichen Regeln von 2010 so aussehen wie die Version 2009. Die sollen dann als Basis eines neuen Reglements dienen, das zum Kostensparen entworfen wird - allgemein abgenickte Änderungen wie das Tankverbot während des Rennens sollen ohnehin bleiben.

    Dazu fordern die Teams anscheinend noch, dass die Leitung des Sports für sie wieder etwas transparenter wird und alte Instanzen wieder eingeführt werden - wie die Formula 1 Commission - damit die Art der Regelfindung im Sinne aller geschieht. Sollte die FIA dem zustimmen, wollen sich die Teams bis 2012 an die Formel 1 binden. Stefano Domenicali ließ nach dem Rennen in Monaco wissen, dass der Brief existiert. "Wir haben darum gebeten, zu den Regeln dieses Jahres zurückzukehren, den Regeln 2009. Und dann wollen wir gemeinsam schauen, was wir tun können, um für nächstes Jahr Änderungen vorzunehmen. Man darf nicht vergessen, dass die Kosten etwas sind, an dem alle Teams arbeiten wollen, aber die Kosten sind auch etwas, das mit den Geschäften der Teams zusammenhängt", sagte der Ferrari-Teamchef.

    Kosten sind eine interne Angelegenheit

    So wüssten die Teams selbst am besten, was sie investieren und tun könnten, weswegen sie das auch intern besprechen sollten, um eine Entscheidung zu finden, was ausgegeben werden kann, damit die Formel 1 auf dem gewohnten Standard gehalten wird, fuhr Domenicali fort. "Das ist nichts, bei dem wir es mit jemand anderem zu tun haben sollten", betonte er. Auch beim Kompromiss der Budget-Grenze scheinen Teams und Mosley nun wieder etwas auseinander gedriftet zu sein. So sollen die Teams ein Kosten-Kontrollsystem wollen, das allerdings von der FOTA und nicht der FIA kontrolliert wird, heißt es bei Autosport.

    Domenicali konnte dazu nur sagen, dass die Argumente der Teams recht deutlich dargelegt wurden und im Treffen mit Mosley einige Dinge angesprochen wurden. "Wie bereits gesagt, war es konstruktiv, aber es ist ein fortlaufender Prozess. Ich bin mir sicher, es wird eine wichtige Woche, denn die Einschreibung in die Weltmeisterschaft muss bis Freitag erledigt sein. Ich denke, das werden lange Tage", sagte er. Auch Toyota-Teampräsident John Howett wollte noch nicht zu optimistisch klingen und meinte, es gebe da noch einige Lücken, die zu füllen seien. "Während es definitiv Bewegung gegeben hat, müssen wir abwarten und schauen, was die Lösung ist und ob sie akzeptiert wird oder nicht."

    Normaler Verhandlungsprozess

    Für Brawn GP CEO Nick Fry war es wichtig, festzustellen, dass die Gespräche nicht gescheitert sind, nur weil die Teams nun klare Forderungen stellen. Für ihn sei das ein normales Vorgehen bei Verhandlungen, meinte er. "Die beiden Seiten haben unterschiedliche Ansichten, was das Aussehen der Regeln betrifft und sobald eine Seite ihre Ansicht vorgebracht hat, gibt die andere eine Antwort - und so weiter. Ich würde das als völlig normal bezeichnen." Dass alle sparen wollen, daran bestehe ohnehin kein Zweifel, es gehe nun nur darum, wie das geschehe. Es gehe vor allem darum, einen Kompromiss zu finden, der Teams aller Größen auf einen Nenner bringt. "Es geht darum, dass wir einen Kompromiss haben, der es den Kleinen ermöglicht, eine Chance zu haben und der es den großen ermöglicht, ihre Unternehmen auf vernünftige Art zu verkleinern." Wenn die FIA ihre Antwort geliefert hat, will die FOTA im weiteren Verlauf der Woche besprechen, wie sie mit der Einschreibung verfährt.

    McLaren spricht nur intern: Der richtige Weg

    McLaren spricht nur intern: Der richtige Weg

    McLaren Mercedes gibt sich in den öffentlichen Diskussionen um die Budgetgrenze zurückhaltend. Intern versuche man alle unter einen Hut zu bekommen.
    Die Diskussionen rund um das Reglement für 2010 riefen in den vergangenen Wochen verschiedene Herangehensweisen hervor. Teams wie Ferrari, Toyota, Renault und Red Bull gingen mit deutlichen Worten an die Öffentlichkeit. McLaren Mercedes hielt sich hingegen mit öffentlichen Aussagen zurück.

    "Wir fühlen uns verantwortlich, die Rolle eines Friedensstifters zu übernehmen oder zu helfen, dass alle zusammenkommen", erklärte Teamchef Martin Whitmarsh die Taktik. "Die F1 ist unser Kerngeschäft und ich hoffe, dass alle Teams McLaren als sehr konstruktiv und beschwichtigend empfinden." Statt auf Konfrontation setze man auf einen Kompromiss.

    Whitmarsh sieht McLaren genau in der Mitte zwischen den Budgets der großen Teams und Hersteller und den kleinen Rennställen. "Wir müssen das Geschäftsmodell von Toyota mit dem von Toro Rosso unter einen Hut bringen." Das sei eine große Herausforderung. Statt öffentlich die eigene Sicht der Dinge hinauszuposaunen, habe McLaren bei den Meetings intern Klartext gesprochen. "Das ist der richtige Ort, um das zu tun."

    Die Gerüchteköche sehen übrigens noch einen weiteren Grund, warum McLaren sich in der Budgetfrage zurückhält, vielleicht sogar unter dem anfänglichen Budget-Cap fahren würde - schließlich könnte das Bestandteil der milden Strafe durch die FIA in der Lügenaffäre sein.

    Weitere Team-Ausschlüsse aus der FOTA möglich

    Weitere Team-Ausschlüsse aus der FOTA möglich: Wollen die Teams nicht spalten
    Nach Williams stehen nun Brawn GP und Force India kurz vor der Vertragsunterzeichnung für die Saison 2010. Bedeutet das, das Aus für die FOTA?

    Zwischen der FIA und der FOTA herrscht momentan eine Pattsituation - ohne Aussicht auf eine schnelle Lösung. Allerdings endet am Freitag die Einschreibefrist für die Saison 2010. Williams hat den Vertrag bereits unterzeichnet und wurde dafür prompt aus der FOTA ausgeschlossen. "Als Team haben wir eine ganz bestimmte Philosophie und diese ist unausweichlich und notwendig. Vielleicht haben die anderen Teams eine andere Sichtweise, ich respektiere das. Wir wollen die Teams nicht spalten oder sie von irgendetwas abbringen", erklärte Team-CEO Adam Parr.

    Allerdings wollen nun auch Force India und Brawn GP den Beispiel von Williams folgen und sich für die Saison 2010 einschreiben. Damit riskieren die beiden Teams wie Williams aus der FOTA ausgeschlossen zu werden. Gerüchten zufolge versucht McLaren Mercedes mit einem Kompromiss zu retten, was noch zu retten ist. Der Deal soll für 2010 eine Budgetobergrenze von 100 Millionen Dollar beinhalten, die 2011 auf 45 Millionen reduziert werden soll - nicht eingerechnet die Gehälter der Fahrer und Teammitglieder.

    Laut Bericht der Gazzetta dello Sport soll FIA-Boss Max Mosley zu einem Kompromiss bereit sein. "Aber nur, wenn die kleineren und die neuen Teams trotz geringerem Budget funktionieren können und dabei nicht deutlich langsamer sind als die anderen", erklärte Mosley. Was die Technik betrifft, gibt es nur vage Andeutungen. "Ich bin zuversichtlich, dass wir eine Lösung finden. Die großen und kleinen Teams haben unterschiedliche Interessen und wir müssen jedes Team beschützen", erklärte Mosley. Der FIA-Boss ist zuversichtlich, dass auch Ferrari am Freitag sich für die Saison 2010 einschreiben wird.

    FOTA stellt Bedingungen: Alle Teams eingeschrieben

    FOTA stellt Bedingungen: Alle Teams eingeschrieben

    Noch vor dem Ablaufen der Deadline haben sich alle FOTA-Teams für die Saison 2010 eingeschrieben, allerdings unter bestimmten Bedingungen.
    Am heutigen Freitag endet die Einschreibefrist für die neue Formel-1-Saison. Mit Campos, US F1, Lola, Prodrive und Litespeed haben bereits fünf neue Teams ihre Einschreibung bestätigt. Nachdem sich Williams schon am vergangenen Monat eingeschrieben hat, bestätigte die FOTA am Freitagnachmittag, dass alle verbliebenen neun FOTA-Teams sich unter bestimmten Bedingungen für die Saison 2010 eingeschrieben hätten.

    So fordert die FOTA, dass alle Parteien das neue Concorde Agreement bis zum 12. Juni 2009 unterzeichnen, an jenem Tag möchte die FIA die Teams für 2010 bekannt geben. Danach werden alle Teams sich dazu verpflichten, bis 2012 in der Formel 1 zu fahren. Zweitens verlangt die FOTA, dass die Basis für das 2010er Reglement das aktuelle Reglement von 2009 sein müsse - erweitert um die Kostensenkungsideen der FOTA, welche der FIA übermittelt wurden.

    "Alle FOTA-Teams haben sich heute für die FIA Formel 1 WM 2010 eingeschrieben", hieß es in einem Statement. "Und zwar unter der Voraussetzung, dass a) alle FOTA-Teams 2010 unter einem identischen Regelwerk antreten und b) sie als Gesamtheit akzeptiert werden."

    Danach möchte die FOTA ihre Kostensenkungsbemühungen weiter fortsetzen, dazu zählen auch Einsparungen bei Motoren und Getrieben.

    FOTA will FIA-Reaktion abwarten

    FOTA will FIA-Reaktion abwarten: Budgetgrenze steht nicht zur Diskussion

    Die FOTA-Teams haben für die Einschreibung 2010 zwei Bedingungen gestellt. Eine Budgetgrenze steht nicht zur Diskussion. Eine Reaktion der FIA steht noch aus.
    Noch vor dem Ablauf der Deadline haben sich alle neun FOTA-Teams für die kommende Formel-1-Saison eingeschrieben - allerdings unter zwei Bedingungen. Erstens fordert die FOTA, dass alle Parteien das neue Concorde Agreement bis zum 12. Juni 2009 unterzeichnen. Zweitens verlangt die FOTA, dass die Basis für das 2010er Reglement das aktuelle Reglement von 2009 sein müsse - erweitert um die Kostensenkungsideen der FOTA, welche der FIA übermittelt wurden.

    Eine Reaktion der FIA steht allerdings noch aus. "Ich bin mir nicht sicher, was die Reaktion der FIA ist. Es gab informelle Diskussionen, was die technischen Inhalte für die Saison 2010 betrifft. Aber ich denke nicht, dass wir so etwas wie eine formelle Bestätigung seitens der FIA haben", verriet John Howett und fügte hinzu: "Ich weiß nicht, ob damit alle Streitereien beendet sind. Es hängt davon ab wie aufgeschlossen jeder ist. Wenn man sich die aktuellen Vorschläge ansieht, dann sind diese sehr konkret und sehr konstruktiv."

    Alternativen überlegen

    Howett überraschte allerdings mit seiner Aussage, dass sich die FOTA auf einen ganz konkreten Weg zur Senkung der Kosten verständigt hat, aber es im Moment keinerlei Diskussionen über eine Budgetgrenze gebe. Zuvor hieß es noch, dass man sich innerhalb der FOTA auf einen Zwei-Stufenplan verständigt hat - die Budgetgrenze sollte für 2010 bei 100 Millionen Euro angesetzt werden und 2011 auf 45 Millionen Euro reduziert werden.

    Die FOTA will nun die Reaktion der FIA auf ihre Bedingungen abwarten, ehe man sich weitere Schritte überlegt. Was passieren wird, sollten die Bedingungen bei der FIA auf Ablehnung stoßen, wollte Howett nicht beantworten. "Wenn die Bedingungen nicht stimmen, müssen wir ernsthaft über Alternativen nachdenken. Ein weiteres Meeting wäre dann notwendig", erklärte Howett gegenüber Autosport.
    7. Türkei GP / Istanbul Park

    Türkei: Die Adrenalinpumpe am Bosporus
    Zum ersten Mal machte der Formel 1 Tross in der Saison 2005 auf dem Istanbul Racing Circuit Station. Dieser wurde wenige Wochen vor seinem Debüt allerdings kurzerhand in Istanbul Speed Park umbenannt und firmierte zuvor in den Medien auch schon als Istanbul Otodrom.

    Doch egal wie die Strecke nun auch heißen mag: Im Gegensatz zu vielen Retortenkursen zeichnet sie sich durch viele Eigenheiten aus. Zuallererst wird die Strecke entgegen dem Uhrzeigersinn befahren. Eine Eigenschaft, die der Istanbul Speed Park nur noch mit Imola und Interlagos gemein hat. Man kann also problemlos von den entgegen dem Uhrzeigersinn gerichteten drei I's sprechen.

    Aber auch der Berg- und Tal-Charakter gibt der Strecke einen eigenen Flair, welcher durch einige Bodenwellen im neuen Asphalt sogar noch verstärkt wird. Die Fahrer verglichen den Kurs deshalb ehrfürchtig mit der legendären Ardennenachterbahn von Spa-Francorchamps und gaben dem Speed Park gleich einen Beinamen: Die Adrenalinpumpe am Bosporus.

    Eine der großen fahrerischen Herausforderungen ist eine vierfache Linkskurve, welche aus geraden Segmenten zusammengesetzt wurde und somit keinen flüssigen Radius besitzt. Für die Fahrer stellt es eine besondere Herausforderung dar, die Ideallinie zu treffen. Schaffen sie es, können sie mit Vollgas durchfahren, schaffen sie es hingegen nicht, verlieren sie durch die Korrekturen am Lenkrad wichtige Zeit.
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    Haug glaubt an Brawn-Durchmarsch

    Haug glaubt an Brawn-Durchmarsch: Wäre skurril von Titelverteidigung zu sprechen

    Norbert Haug hat die Titelverteidigung abgehakt. Im Konflikt zwischen der FIA und der FOTA hofft der Mercedes-Motorsportchef auf einen Mittelweg.
    Für McLaren Mercedes ist das Projekt Titelverteidigung abgehakt. " Es wäre skurril, wenn wir von der Titelverteidigung sprechen würden. Warum sollen wir uns darüber Gedanken machen, wenn wir nicht konkurrenzfähig sind?", erklärte Norbert Haug in einer Telefonkonferenz. Viel mehr rechnet der Mercedes-Motorsportchef mit einem WM-Durchmarsch von Jenson Button und Mercedes-Motorkunde Brawn GP.

    Während Button vor dem Großen Preis der Türkei mit 51 Punkten die Wertung anführt, dümpelt der amtierende Champion Lewis Hamilton auf Platz neun chancenlos im Mittelfeld herum. Dass McLaren Mercedes in der Formel 1 wieder vorne mitmischen wird, davon ist Haug überzeugt. Doch wie lange es dauern wird, darauf weiß selbst der Deutsche keine Antwort. "Ich sehe uns in nächster Zeit nicht als Sieganwärter. Wenn der Aufholprozess abgeschlossen ist, dann werden wir schon wieder in die richtige Liga kommen", erklärte Haug.

    Im Dauerstreit zwischen der FOTA und der FIA hofft Haug auf einen Mittelweg. "Ich hoffe, dass es mit den derzeitigen zehn Teams klappt, aber wir können erst dann von einer festen Vereinbarung reden, wenn alles fix ist. Dann kommen maximal drei Neue dazu - hoffentlich die Richtigen", erklärte Haug. Bei McLaren-Mercedes sei man prinzipiell bereit, Neueinsteigern bei einem entsprechenden Reglement und garantierter Finanzierung Anlaufhilfe zu bieten. "Die Formel 1 ist aber nicht die Caritas - das sollte klar sein", betonte Haug.

    Qualifying: Vettel bezwingt Brawn

    Qualifying: Vettel bezwingt Brawn

    Sebastian Vettel setzte sic him Qualifying in der Türkei gegen Brawn GP durch und holte seine zweite Saison-Pole.
    Eine schnelle Strecke wie der Istanbul Park sollte Red Bull und Sebastian Vettel liegen - das prophezeite die Konkurrenz bereits am Donnerstag. Am Samstag bestätigte der Deutsche die Vorschusslorbeeren: Vettel setzte sich im Schlagabtausch mit den Brawn-Piloten Jenson Button und Rubens Barrichello um gut ein beziehungsweise zwei Zehntel durch. Platz 4 belegte Vettels Red Bull Teamkollege Mark Webber.

    Als Fünfter meldete sich Jarno Trulli für Toyota zurück in den Top-10. Bester Ferrari-Pilot war nach dem Hoch von Monaco Kimi Räikkönen auf Position 6. Felipe Massa landete direkt dahinter auf Platz 7. Die besten Zehn komplettierten Fernando Alonso, Nico Rosberg und Robert Kubica.

    Allen deutschen Fahrern gelang der Sprung ins Q2, aber nur Vettel und Rosberg meisterten dieses. Nick Heidfeld, Timo Glock und Adrian Sutil scheiterten im zweiten Anlauf. Während Heidfeld als Elfter erst in letzter Sekunde rausflog, hatte Sutil keine Chance auf das Q3. Er kam jedoch bis auf knapp zwei Zehntel an den McLaren von Heikki Kovalainen heran.

    "Am wichtigsten ist, dass wir wieder einen Fortschritt gemacht haben", sagte Heidfeld. "In Monaco waren wir schlecht, aber hier sind wir besser als in Barcelona." Für ihn bleiben WM-Punkte das Ziel. "Schade, dass es nicht für Top-10 gereicht hat." Verantwortlich dafür waren mehrere Punkte: "Beim ersten Schuss haben die Reifen nicht gepasst, dann war ich auf der Outlap im Stau und am Schluss habe ich gemerkt, dass die Reifen nicht richtig da waren."

    Timo Glock fehlten im Q2 sechs Zehntel auf seinen Teamkollegen Trulli. "Am Vormittag hatten wir eine gute Basis gefunden, aber im Qualifying war das Auto auf den weichen Reifen viel nervöser", klagte Glock. "Hinzukam ein leichter Fehler. Da habe ich es weggeschmissen."

    Die Überraschung der ersten Qualifyingsession gab es am Ende des Feldes: Adrian Sutil schaffte den Sprung in die Top15, Lewis Hamilton scheiterte daran. "Wir sind nicht schnell genug", klagte der Brite. "Monaco war eine langsame Strecke, dort war das nicht so schlimm. Diese Strecke ist eher wie Barcelona, hier sieht man wie schnell wir wirklich sind. Ich habe mein Bestes gegeben, mehr kann ich nicht machen."

    Norbert Haug zeigte sich entsprechend enttäuscht. "Ein schlechtes Resultat, das unsere Schwäche in schnellen Passagen offenlegt", sagte der Mercedes-Motorsportchef. "Während wir im letzten Sektor mit langer Gerade und engen Kurven ganz vorne dabei waren, verlieren wir auf dem Rest der Strecke über eine Sekunde."

    Das Qualifying im Überblick
    1. Session
    Zwischenfälle: Piquet Abflug
    ausgeschieden: Hamilton, Piquet, Buemi, Fisichella, Bourdais
    Top-6: Vettel, Button, Barrichello, Webber, Massa, Rosberg
    2. Session
    Zwischenfälle: keine
    ausgeschieden: Heidfeld, Nakajima, Glock, Kovalainen, Sutil
    Top-6: Vettel, Trulli, Button, Massa, Räikkönen, Webber
    3. Session
    Zwischenfälle: Alonso Dreher
    Top-6: Vettel, Button, Barrichello, Webber, Trulli

    Platz 14 und 16 für Kovalainen & Hamilton

    Platz 14 und 16 für Kovalainen & Hamilton: Wir sind einfach nicht schnell genug
    McLaren Mercedes lieferte im Qualifying in Istanbul eine schlechte Performance ab. Lewis Hamilton schied in Q1 bereits aus, Heikki Kovalainen wurde nur 14.
    Im freien Training am Freitag wunderten sich Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen, woher der unglaubliche Speed des MP4-24 kam. Am Samstag wunderten sie sich, wohin er verschwunden war. Im Qualifying schaffte es Hamilton nicht einmal unter die Top-15 und schied in Q1 aus. " Wir sind einfach nicht schnell genug. Unser Auto scheint im Gegensatz zu den anderen bei weniger Grip auf der Strecke langsamer zu sein. Ich habe so hart gepusht wie möglich, aber da draußen war kein Grip", erzählte Hamilton.

    "Hier ist es wie in Barcelona, man sieht wie schnell wir wirklich sind", ärgerte sich der Champion. Von Startplatz 16 ist im Rennen nicht mehr viel möglich, das weiß auch der Brite. "Wir haben hier zwar die lange Gerade, wo man den Speed nutzen kann. Aber man muss auch schnell genug sein, um die Anderen zu schnappen", meinte Hamilton. Nicht viel besser lief es für Teamkollege Heikki Kovalainen. Der Finne qualifizierte sich zwar für die zweite Session, kam aber über Platz 14 nicht hinaus.

    Wie Hamilton beschwerte sich auch Kovalainen über den fehlenden Grip. "Vor allem in den schnellen Kurven hatte unser Auto zu wenig Grip. Wir geben sicher nicht auf, aber das Rennen wird morgen sehr schwierig", weiß Kovalainen. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug brachte es auf den Punkt: "Ein schlechtes Resultat, das unsere Schwäche in schnellen Passagen offen legt. Während wir im letzten Sektor mit langer Gerade und engen Kurven ganz vorne dabei waren, verlieren wir auf dem Rest der Strecke über eine Sekunde."

    Hamilton hätte McLaren von neuem entwickelt

    Hamilton hätte McLaren von neuem entwickelt: Der Abtrieb verschwindet in schnellen Kurven

    Lewis Hamilton meint, dass McLaren das aktuelle Auto vor langer Zeit hätte aufgeben und einen neuen Boliden hätte bauen sollen.
    Der MP4-24 ist auch nach einigen Updates nicht das Auto, auf das Lewis Hamilton für seine Titelverteidigung gehofft hatte. Deswegen meinte der Brite in Istanbul nun auch, dass es wohl besser gewesen wäre, McLaren hätte das Auto von Beginn an neu aufgebaut, als zu versuchen, das aktuelle zu verbessern. Nach seinem Ausscheiden in Q1 in Istanbul hatte Hamilton gemeint, dass der Bolide eben nicht schneller sei und auf schnellen Strecken nicht mehr hergebe. Auf 10 bis 15 km/h bezifferte er das Defizit gegenüber Force India in Kurve 8. McLaren versucht weiter, das Auto nach vorne zu bringen, Hamilton meinte, man hätte es gleich aufgeben sollen, als klar wurde, dass es ein Fehlschlag war.

    "Jetzt ist es zu spät", bedauerte er. Seiner Ansicht nach hätte schon vor einiger Zeit ein Schlussstrich unter den MP4-24 gezogen werden sollen. "Es ist jetzt einfach, das zu sagen, wir könnten ja in diesem Rennen eine Verbesserung finden oder im nächsten und das wäre eine enorme Verschwendung von Geld und harter Arbeit von all den Leuten, die viel Zeit und Mühe in das Auto gesteckt haben. Aber wenn man sich ansieht, wie die Weltwirtschaft im Moment dasteht, es könnte fünf oder sechs Monate dauern, ein neues Auto zu bauen und sicherzustellen, dass es passt - und wer sagt, dass es nicht passt."

    So oder so, für Hamilöton ist klar, dass sein Team noch immer nicht versteht, was genau am Auto falsch gelaufen ist. Gleichzeitig muss er mit ansehen, wie es bei Ferrari nach vorne geht, wobei er glaubt, dass es dort einfach eine gute Basis gibt. Der F60 habe von Beginn an gut funktioniert, es habe nur Abtrieb gefehlt. "Den haben sie jetzt, also sind sie stärker. Ich denke, uns hat schon von einer frühen Phase an Abtrieb gefehlt. Ich bin mir sicher, wir haben den Abtrieb; wir bringen ihn nur nicht aus dem Auto. Aus irgendeinem Grund verschwindet er in schnellen Kurven", erzählte der regierende Weltmeister.

    Als Beispiel dafür nahm er Barcelona, wo er im letzten, langsamen Sektor so schnell war wie jeder Andere, auch wie die Spitze. "In den ersten beiden Sektoren habe ich aber über eine Sekunde verloren. Ich muss Vertrauen haben, dass die Jungs im Team eine Lösung dafür finden. Es gibt so viele verschiedene Dinge, an denen es liegen könnte. Es ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen."

    Türkei GP: Button siegt am Bosporus

    Türkei GP: Button siegt am Bosporus

    Auch in der Türkei war Jenson Button nicht zu stoppen. Der Brawn-Pilot sicherte sich seinen sechsten Saisonsieg vor Mark Webber und Sebastian Vettel.

    Immer gewann der Pole-Mann beim Großen Preis der Türkei. Immer wenn Sebastian Vettel auf der Pole gestanden hat, hat er auch gewonnen. Beide Serien fanden am Sonntagnachmittag in Istanbul ein Ende. Stattdessen setzte Jenson Button seine Siegserie fort: Im siebten Saisonrennen holte er sich den sechsten Sieg, den vierten in Folge.

    Die Grundlage für den Sieg legte Vettel. Der Red Bull-Pilot kam in der ersten Runde leicht von der Strecke ab und ermöglichte Button so in Führung zu gehen. Danach gab es für den Briten kein Halten mehr. Denn Vettels einzige Chance, das Rennen zu gewinnen, hatte darin bestanden, sich am Start durchzusetzen und sich einen Vorsprung herauszufahren. Dieser Plan war damit gescheitert.

    Und auch Plan B funktionierte nicht - im Gegensatz zu Brawn GP, wo Ross Brawn seinen Piloten in Barcelona mit Plan B und einer umgeänderten Zweistoppstrategie zum Sieg taktierte. Bei Red Bull versuchte man in Istanbul Ähnliches, doch die Aufholjagd mittels einer verzweifelt umgestellten drei Stoppstrategie endete jäh hinter Button, den Vettel nach seinem kurzen ersten Stopp nicht überholen konnte. Zu allem Überfluss fiel er bei seinem zweiten Stopp auch noch hinter seinen Teamkollegen Mark Webber zurück und überquerte die Ziellinie somit nicht als Sieger, sondern als Dritter.

    Rambo Barrichello

    Am Start konnte sich Vettel noch gegen Button behaupten, der ihn erst einige Kurven später nach dem Fehler des Deutschen überholte. Dahinter kam es jedoch zu leichtem Chaos: Rubens Barrichello kam sehr schlecht weg und fiel bis in die zweite Hälfte des Feldes zurück. Jarno Trulli und Nico Rosberg profitierten von den Ausweichmanövern rund um den Brawn-Boliden und überholten die beiden Ferrari von Felipe Massa und Kimi Räikkönen. Der Finne fiel sogar noch weiter zurück und beschädigte sich bei einem Überholversuch seinen Frontflügel.

    Noch mehr Teile flogen vom Frontflügel von Barrichello. Der Brasilianer fuhr mit Schaum vor dem Mund, um den schwachen Start wieder wettzumachen. Das klappte allerdings genauso wenig wie beim Saisonstart in Australien: Runden lang hing er hinter dem KERS-McLaren von Heikki Kovalainen fest. Bei einem überoptimistischen Angriff fuhr er dem McLaren-Piloten ans links Hinterrad und drehte sich. Das gleiche Manöver probierte Barrichello wenig später gegen Adrian Sutil - diesmal nahm jedoch sein Frontflügel Schaden und er musste die Box ansteuern. In Runde 48 gab er das Rennen dann an der Box auf - der erste Ausfall von Brawn GP in dieser Saison.

    Hinter dem Podesttrio Button, Webber und Vettel rehabilitierte Jarno Trulli die schwache Leistung von Toyota aus Monaco mit Platz 4. Auch Nico Rosberg konnte als Fünfter seinen guten Start bis ins Ziel retten und Felipe Massa, Robert Kubica und Timo Glock hinter sich halten. Kimi Räikkönen verpasste als Neunter einen Punkterang.

    Hamilton hatte seinen Spaß: Freude auf jedes Rennen

    Hamilton hatte seinen Spaß: Freude auf jedes Rennen

    Jenson Button kam in der Türkei zwar nur auf Rang 13, meinte danach, im Rennen aber durchaus Spaß gehabt zu haben.
    Angesichts der Chancenlosigkeit, mit der Lewis Hamilton in der Türkei hinter der Spitze hinterherfuhr, müsste den Weltmeister das Rennen eigentlich sehr frustriert haben. Doch der Brite sprach danach vom Gegenteil. "Es war nicht frustrierend, es hat Spaß gemacht. Zumindest kann ich einmal sagen, es hat Spaß gemacht, auch wenn ich auf Rang 13 ankam. Ich konnte pushen und gut fahren, ohne viele Probleme", sagte Hamilton gegenüber RTL.

    Dass trotz des Fahrspaßes nur Rang 13 drin war, nahm der McLaren-Pilot hin. "So ist es eben. Das liegt nicht an mir, das ist nicht mein Fahren, das ist mein Auto. Ich gehe ans Limit und mache meinen Job wie immer. Das Auto kann einfach nur das", erklärte er. Auch wenn er in den vergangenen Wochen etwas mürrisch wirkte - was wohl auch mit der Melbourne-Affäre zu tun hatte -, will sich Hamilton nun positiv geben und die Leute im Team weiter ermutigen und motivieren, damit es in Zukunft wieder nach vorne geht.

    Die gute Einstellung ist seiner Meinung nach auch notwendig. "Ich muss auch schauen, dass die Leute weiter mir als Fahrer vertrauen und wissen, dass ich mit dem richtigen Auto gewinnen kann." Bei seinem Heimrennen in Silverstone in zwei Wochen wird er wohl noch kein Sieg-Auto haben, deswegen graute ihm aber nicht vor dem Besuch auf der britischen Insel. "Ich freue mich auf jedes Rennen. Das Fahren macht immer Spaß."

    McLaren Mercedes blieb in Istanbul punktelos

    McLaren Mercedes blieb in Istanbul punktelos: Fakt ist, dass wir zu langsam sind

    In Istanbul war McLaren Mercedes wieder einmal nicht schnell genug, um Punkte zu holen. Nur Heikki Kovalainen konnte im Rennen kurz aufzeigen.
    Am Freitag legte McLaren Mercedes in beiden Trainingssessions einen viel versprechenden Start hin. Doch nach dem Qualifying zeichnete sich bereits ab, dass es für den deutsch-britischen Rennstall wohl kein leichtes Rennen werden würde. Am Ende blieben Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen auf den Plätzen 13 und 14 wieder einmal ohne Punkte. Nur einmal im Rennen konnte McLaren Mercedes aufzeigen. Nach einem sehr guten Start lieferte sich Kovalainen in den ersten Runden ein spannendes Duell mit Rubens Barrichello.

    Immer wieder versuchte der schnellere Barrichello Kovalainen zu überholen, doch dank KERS konnte der Finne jeden Angriff des Brawn GP-Piloten erfolgreich abwehren. In Runde sechs startete Barrichello ein gewagtes Manöver: Obwohl Kovalainen innen zu machte, probierte Barrichello an ihm vorbei zu gehen und geriet an den linken Hinterreifen des McLaren Mercedes-Piloten. Während sich Kovalainen auf der Strecke hielt, drehte sich Barrichello und fiel hinter Lewis Hamilton zurück, der sich zu diesem Zeitpunkt auf Rang 16 befand.

    Einfach zu langsam

    "Am Start habe ich das Maximum aus dem Auto herausgeholt. Ich lieferte mit Barrichello einen guten Kampf - ich genoss es hart, aber fair zu kämpfen. Mit einigen guten, alten Tricks und mit KERS konnte ich Barrichello hinter mir halten", erzählte der Finne. Doch so reibungslos ging das Rennen für Kovalainen nicht weiter. "Das war ein charakterbildendes Rennen für jeden von uns im Team. Im letzten Stint, haben die Mechaniker mich aufgefordert, die Drehzahl meines Motors zu reduzieren, um diesen zu schützen. Wir müssen realistisch bleiben: ich habe das Rennen als 14 beendet und wir alle wissen, dass wir es besser können", erklärte Kovalainen.

    Sowohl für die Piloten als auch für Teamchef Martin Whitmarsh war das Rennen mehr als frustrierend. "Lewis und Heikki haben eine beeindruckende Performance gezeigt. Beide haben ihr Bestes gegeben, aber Fakt ist, dass unser Auto nicht schnell genug ist. Wir müssen jetzt zurück ins Werk nach Woking gehen und versuchen die Defizite zu beheben", erklärte Whitmarsh. Allerdings weiß der Brite nur zu gut, dass es kein Wunderheilmittel gibt. "Wir müssen hart arbeiten, aber das Team scheut sich nicht vor harter Arbeit", betonte Whitmarsh.

    Whitmarsh schreibt WM-Titel endgültig ab: Unerreichbar

    Whitmarsh schreibt WM-Titel endgültig ab: Unerreichbar

    McLaren Mercedes-Teamchef Martin Whitmarsh musste sich nach dem Türkei-GP eingestehen, dass eine erfolgreiche Titelverteidigung nicht mehr möglich ist.
    McLaren Mercedes hat das Projekt "Titelverteidigung" nach dem Türkei-GP endgültig aufgeben. Während WM-Spitzenreiter Jenson Button seinen sechsten Saisonsieg in Folge holte, konnte der amtierende Champion Lewis Hamilton zum dritten Mal nicht punkten. Nun räumte auch McLaren Mercedes-Teamchef Martin Whitmarsh ein, dass Button uneinholbar und der Titel unerreichbar ist. "Jenson ist in einer sehr guten Form und ich bin überzeugt, dass er es verdient. Er hatte viele Jahre, in denen er kämpfen musste und jetzt macht er einfach einen fantastischen Job. Er sitzt in einem konkurrenzfähigen Auto und es sieht so aus als würde er die WM gewinnen", erklärte Whitmarsh.

    Bei McLaren Mercedes geht man inzwischen auf Fehlersuche beim MP4-24, um diese kommende Saison nicht zu wiederholen. "Wir müssen sicherstellen, dass wir nächstes Jahr wieder stark sind", betonte der Brite. Whitmarsh macht den harten WM-Fight mit Ferrari 2008 für die momentane Situation verantwortlich. Während Brawn und Red Bull sich schon frühzeitig auf die Änderungen 2009 einstellen konnten, mussten McLaren Mercedes und Ferrari bis zum Ende pushen. "Ich denke, dass die momentane Lage von uns und Ferrari, eine Konsequenz von dem ist, was in den vergangnen Jahren passiert ist", meinte Whitmarsh.

    "Aber gleichzeitig sind wir ein Rennteam und zu sagen, wir versuchen nicht alles, um Rennen zu gewinnen, ist nicht unser Charakter. Das liegt nicht in unserer DNA", erklärte Whitmarsh. Dennoch kann der McLaren Mercedes-Teamchef nicht vorhersagen, wann seine Piloten wieder auf dem Podium stehen werden. Beim Heim-GP in Silverstone rechnet Whitmarsh erneut mit einem harten Wochenende für sein Team. "Aber wir werden kämpfen und unser Bestes geben", versprach Whitmarsh.

    Hamilton: Piratenserie nicht ausgeschlossen

    Hamilton: Piratenserie nicht ausgeschlossen: Ich werde gehen, wohin McLaren geht

    Lewis Hamilton will seinen Vertrag bei McLaren Mercedes erfüllen, auch wenn das Team aus der Formel 1 aussteigt.
    Am Sonntagvormittag trafen sich die Fahrer der acht verbliebenen FOTA-Teams mit ihren Teamchefs im Toyota-Motorhome, um über die anhaltenden Diskussionen mit der FIA über das Reglement und die Einschreibung für die Saison 2010 zu sprechen. Die Piloten zeigten sich besorgt ob der Zukunft der Formel 1, stellten sich aber PR-tauglich hinter die Standpunkte ihrer Arbeitgeber.

    Wie die beiden Ferrari-Piloten Kimi Räikkönen und Felipe Massa schloss auch der amtierende Weltmeister Lewis Hamilton einen Wechsel in eine "Piratenserie" nicht aus. "Ich stehe bei meinem Team unter Vertrag und werde gehen, wohin sie gehen. So ist das eben. Das gilt für alle Fahrer", erklärte der McLaren-Mercedes-Pilot gegenüber der dpa. Hamilton versucht sich allerdings nicht von den Dauerstreitigkeiten zwischen der FIA und der FOTA ablenken zu lassen. "Mein Job ist es, ins Auto zu steigen und zu fahren", betonte der Brite.

    Mosley schreibt den Teams: Einschreibung bis Dienstag

    Mosley schreibt den Teams: Einschreibung bis Dienstag

    Wenige Tage vor der Bekanntgabe der Starterliste forderte Max Mosley die FOTA-Teams dazu auf, sich bedingungslos zu melden, um die Regeln ändern zu können.
    Am kommenden Freitag gibt die FIA die Starterliste für die Formel-1-Saison 2010 bekannt. Neben einer Vielzahl an neuen Teams haben sich von den aktuellen Rennställen nur Williams und Force India ohne Bedingungen eingeschrieben. Die verbliebenen acht FOTA-Teams fordern ein unterschriebenes Concorde Agreement und die Regeln von 2009 als Basis für zukünftige Änderungen.

    In einem Brief an die acht FOTA-Teams forderte FIA-Präsident Max Mosley die Rennställe dazu auf, sich bis Dienstagabend bedingungslos für das kommende Jahr einzuschreiben, damit die Regeln auf Grundlage von Artikel 66 des Internationalen Sporting Codes geändert werden können. Dieser besagt, dass alle Teilnehmer damit einverstanden sein müssen, was nur ginge, wenn sich die Teams vorbehaltlos einschreiben.

    Einschreiben und ändern

    "Sie haben nun die Möglichkeit, an diesem Prozess als eingeschriebener Teilnehmer teilzunehmen oder nicht", heißt es in dem Schreiben. "Um teilzunehmen, schreiben Sie uns jetzt, dass Ihre Einschreibung ohne Bedingungen ist. Es obliegt natürlich ganz Ihnen, aber der einfachste Weg, um sicher zu stellen, dass alle Teilnehmer unter dem gleichen Reglement antreten, wäre, dass alle sich unter der Budgetgrenze einschreiben und dann gemeinsam Änderungen an den Regeln beschließen, welche die Vorschläge für alle Parteien umsetzbar machen."

    Ob Mosley bei einer einstimmigen Entscheidung der acht plus zwei FOTA-Teams diese Regeländerungen auch annehmen würde, ist offen, schließlich war dies in den vergangenen Wochen und Monaten nicht der Fall. Hinzukommt, dass auch die neuen Teams diesen Änderungen zustimmen müssten.

    Verluste unter 2009er Teams

    "Direkt nach dem 12. Juni wollen wir ein Meeting aller bestätigten Teams für 2010 einberufen, um über die Kostensenkungsmaßnahmen zu diskutieren, die von den FOTA-Teams vorgeschlagen wurden", heißt es in den Schreiben. Mosley habe bereits die Meinungen der möglichen Neueinsteiger eingeholt und diese sollen den Vorschlägen weitestgehend positiv gegenüber stehen. "Eine Lösung sollte also relativ einfach zu erreichen sein."

    Eine Unterschrift unter das neue Concorde Agreement werde es allerdings nicht bis zum Freitag geben, da hierfür alle Teams unter einen Hut gebracht werden müssten - auch die neuen. Zudem möchte die FIA wissen, mit welchen Teams sie darüber verhandeln soll. "Es wird garantiert neue Teams für 2010 geben und es erscheint derzeit unwahrscheinlich, dass alle Teams von 2009 auch 2010 teilnehmen werden."

    Mosley-Brief: Kein Kommentar von der FOTA

    Mosley-Brief: Kein Kommentar von der FOTA: Die Ruhe vor dem Sturm?

    Die FOTA will sich bis jetzt nicht zu dem Brief von Max Mosley äußern. Darin forderte der FIA-Boss die Teams auf, sich bedingungslos einzuschreiben.
    Die FOTA-Teams haben schon lange auf ihn gewartet. Am Montag kam er endlich: der Brief von Max Mosley. Der Inhalt dürfte den verbliebenen acht FOTA-Teams allerdings nicht gefallen. Mosley forderte die Teams dazu auf, sich bis Dienstagabend bedingungslos für die Saison 2010 einzuschreiben, damit die Regeln auf Grundlage von Artikel 66 des Internationalen Sporting Codes geändert werden können. Dieser besagt, dass alle Teilnehmer damit einverstanden sein müssen, was nur ginge, wenn sich die Teams vorbehaltlos einschreiben.

    Bis jetzt hat sich die FOTA zu dem Brief nicht geäußert. "Ich kann dazu keine Stellung abgeben", erklärte FOTA-Vizepräsident John Howett gegenüber der Gazzetta dello Sport. Laut Mosley sei man bereit die Vorschläge der FOTA zu akzeptieren, allerdings wolle man erst nach der bedingungslosen Einschreibung der Teams darüber diskutieren. "Direkt nach dem 12. Juni wollen wir ein Meeting aller bestätigten Teams für 2010 einberufen, um über die Kostensenkungsmaßnahmen zu diskutieren, die von den FOTA-Teams vorgeschlagen wurden", heißt es in den Schreiben des FIA-Präsidenten.

    In Hamilton brodelte es wie in einem Vulkan

    In Hamilton brodelte es wie in einem Vulkan: Es fraß mich innerlich auf

    Lewis Hamilton brauchte lange Zeit, um zu akzeptieren, dass der MP4-24 nicht konkurrenzfähig ist. Könnte er sein Auto neu designen, hätte er schon eine Idee.
    Lewis Hamilton ging 2008 als jüngster Champion in die Geschichtsbücher der Formel 1 ein. Auf den Höhenflug folgte 2009 der tiefe Fall. Anstatt um den Titel kämpft der 24-Jährige mit dem MP4-24 um den Anschluss an die Spitze. "Nach den ersten drei Saisonrennen war ich ziemlich sauer", verriet Hamilton. Es brauchte seine Zeit ehe der McLaren Mercedes-Pilot akzeptieren konnte, dass sein Wagen nicht konkurrenzfähig ist.

    "Die Erwartungen sind so hoch, aber egal was du tust, du kannst die Erwartungen nicht erfüllen. Die Enttäuschung war riesengroß. Ich wäre am liebsten wie ein Vulkan explodiert, aber ich durfte es nicht rauslassen und es fraß mich innerlich auf", erzählte Hamilton der Bild Zeitung. Erst ab dem Spanien-GP ließ Hamilton seine Gefühle raus und fühlt sich seitdem etwas relaxter.

    "Ich habe jetzt ein neues Ziel. Es sind noch zehn Rennen und an einem Punkt will ich mit Jenson Button kämpfen. Ich will ihn schlagen oder zumindest auf dem Podest stehen. Dann wäre meine Saison gerettet", erklärte Hamilton. In seinem Kopf hat der Brite bereits ein Bild seines Traumboliden. "Ich würde den Brawn nehmen - er hat ja bereits den Mercedes-Motor drin -, ich würde unser KERS hinzufügen und ihn dann Silber lackieren", verriet Hamilton.

    FOTA schrieb konstruktiven Brief an FIA

    FOTA schrieb konstruktiven Brief an FIA: Annäherung zwischen FIA & FOTA

    Zwischen der FIA und der FOTA scheint es kurz vor dem 12. Juni eine Annäherung zu geben. Man nahm die Antwort der FOTA auf Mosley's Brief durchaus positiv auf.
    Drei Tage bevor die FIA die Startliste für 2010 nennen will, scheint man sich den FOTA-Teams wieder zu nähern. Am Montag hatte FIA-Präsident Max Mosley die acht verbliebenen Teams in einem Brief dazu aufgefordert, sich bedingungslos für die Saison 2010 einzuschreiben. Prompt folgte eine Antwort der FOTA. Über den Inhalt der FOTA-Antwort wollte McLaren Mercedes-Teamchef Martin Whitmarsh am Dienstag nur so viel verraten: "Es war ein sehr konstruktiver Brief."

    Ein Sprecher der FIA erklärte: "Die FIA hat einen Brief und verschiedene Anhänge von der FOTA erhalten. Der Inhalt ist nicht ausschließlich negativ, derzeit untersuchen wir die Details." Bisher stellte sich die FOTA gegen die Einführung einer Budgetgrenze ab 2010. Stattdessen forderten die Teams eine schrittweise Reduktion der Kosten mittels eines Zweistufenplans. McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh ist allerdings optimistisch, dass ein Kompromiss noch gefunden wird.

    "Es ist ein Sport, in dem sehr viel Adrenalin im Spiel ist, und das bringt nicht immer das Beste hervor. Es sind starke Persönlichkeiten involviert, aber wenn wir das Persönliche außen vor lassen können, dann ist ein Kompromiss sehr wohl möglich", sagte Whitmarsh am Rande einer Veranstaltung in der McLaren-Fabrik in Woking.

    Hamilton ist immer vom Sieg überzeugt

    Hamilton ist immer vom Sieg überzeugt: Hoffnung bis zur Zielflagge

    Lewis Hamilton hat dieses Jahr zwar kein Siegauto, an den Sieg glaubt er trotzdem immer. Am wichtigsten ist ihm aber, dass er Spaß an der Arbeit hat.
    Dass 2009 ein schweres Jahr für Lewis Hamilton ist, dürfte mittlerweile kein Geheimnis mehr sein. 2007 und 2008 noch mit Siegautos gesegnet, musste er dieses Jahr feststellen, dass es auch Zeiten gibt, in denen er weiter hinten fahren muss. "Bei den Regeländerungen haben wir leider nicht den Nagel auf den Kopf getroffen, wir haben es nicht richtig hinbekommen, die anderen schon. Während wir einen tollen Motor haben... will das Auto nicht besonders gut um die schnellen Kurven herum", erklärte der Brite gegenüber der BBC das bekannte Problem.

    Wie Hamilton verriet, sei es gar nicht so sehr darum gegangen, sich an diese Situation zu gewöhnen, das sei sofort geschehen. Viel mehr war er stolz darauf, wie viel McLaren mittlerweile von seinem Defizit bereits wettmachen konnte. Aus drei Sekunden Rückstand seien mittlerweile eineinhalb Sekunden geworden. "Wir haben also viel Zeit gutgemacht, aber das kostet viel Geld und so wie die Welt momentan aussieht, haben wir nicht viel Geld dafür. Wir müssen also alles in der Balance halten." Den Drang zum Siegen hat er dennoch nicht verloren. Hamilton fährt Rennen, seitdem er acht Jahre alt ist und wie er meinte, ist Siegen zum wichtigsten Teil seines Lebens geworden.

    Bis zur Zielflagge

    Jedes Jahr bereite er sich intensiv vor, stehe früh auf und trainiere hart. "Und dann kommt man an und gewinnt nicht. Jede Woche, auch wenn man kein tolles Auto hat, kommt man an und glaubt, dass man gewinnen kann. Im Kopf ist man bis zur Zielflagge jedes Rennens immer überzeugt, dass noch etwas passieren könnte - 16 Fahrer vor dir könnten ausfallen", meinte er. Am Ende sei es dann natürlich immer eine Enttäuschung, wenn es nicht gelänge, aber damit sei er nicht alleine. "Ich habe ein Team von fast 1000 Leuten hinter mir, die alle die gleichen Gefühle haben, die alle so hart wie möglich arbeiten. Ich muss für die Tatsache dankbar sein, dass ich 24 Jahre alt bin und in der Formel 1 fahre, was mein Traum war, seit ich sechs Jahre alt war. Ich fahre für mein Lieblingsteam -.das beste Team - und wir haben alle unsere Hochs und Tiefs. Andere Fahrer hatten schlechte Jahre, also freue ich mich auf die nächsten hoffentlich guten Jahre."

    Dieses Jahr sei es ihm einfach wichtig, Spaß an der Sache zu haben - was angesichts einiger Dinge abseits der Strecke nicht immer einfach gewesen sein dürfte. In der Türkei hatte er trotz Platz 13 Freude. "Man muss sicherstellen, dass man Spaß hat. Ihr glaubt das vielleicht nicht - jedes Mal, wenn ich ein Formel-1-Auto steige, habe ich dieses Grinsen im Gesicht. Es ist so schnell - es ist wie kein anderes Auto, in das du einsteigen wirst." Und wenn es nach Hamilton geht, wird es auch irgendwann wieder eine Frau geben, die sich in dieses Auto setzt. Und die wird seiner Meinung nach nicht nur zur Aufmerksamkeits-Steigerung dabei sein. "Wie sich die Welt entwickelt, muss es passieren, dass eine Frau kommt und jedem in den Arsch tritt. Ich hoffe auf das beste, wenn das passiert", sagte er der Sun.