Interessantes zu Formel 1 im Jahr 2009

    Deutliche Worte von Bernie Ecclestone

    Deutliche Worte von Bernie Ecclestone: Denke nicht, dass sie eigene Rennserie auf die Beine stellen

    Bernie Ecclestone macht sich keine Sorgen über eine mögliche Piratenserie. Was das Concorde Agreement angehe, seien die Teams selbst Schuld an dem Dilemma.
    Die Budgetgrenze ist für die Formel 1 ein Weg nach vorne. Davon ist Bernie Ecclestone im Gegensatz zur FOTA überzeugt. Sollte es zu keiner Einigung kommen, könnten sich die acht verbliebenen FOTA-Teams sogar die Gründung einer Piratenserie vorstellen. "Ich bin mir nicht sicher, dass Teams wie Toyota und BMW, die unbedingt die Kosten reduzieren wollen, damit liebäugeln aus der Formel 1 auszusteigen und eine andere Rennserie zu finanzieren", meinte Ecclestone.

    Der Formel-1-Zampano prophezeit den Teams im Falle einer eigenen Rennserie enorme Schwierigkeiten, denn es koste eine Menge Geld, eine neue Rennserie aufzubauen ."Die Sache würde für sie ganz anders aussehen als jetzt. Jetzt rollen sie an mit all ihren Sponsoren und ihrem Geld und fahren Rennen vor einer riesigen TV-Kulisse", meinte Ecclestone. Wie gut Regeländerungen dem Sport tun können, sehe man auch an der aktuellen Saison. "Das ist für die meisten Leute eine großartige Weltmeisterschaft. Sie mögen es, dass Brawn GP und Red Bull vorne sind und nicht wie üblich Ferrari und McLaren", erklärte Ecclestone dem Daily Express.

    Regeländerungen gut für den Sport

    Das sei allerdings nur durch die Regeländerungen im Vorjahr zustande gekommen. "Nur weil wir ein Testverbot während der Saison eingeführt haben. Ich war ja schon immer dagegen", so Ecclestone. Mit der Budgetgrenze von 45 Millionen Euro und einem schmackhaften Cocktail an neuen Teams soll der Sport noch interessanter werden. "Man darf nicht vergessen, dass Ferrari ein Vermögen ausgegeben hat und trotzdem den Titel zehn Jahre lang nicht geholt hat. Mit Geld kann man Erfolg nicht kaufen", erklärte Ecclestone.

    Der Formel-1-Zampano ist überzeugt, dass die Fahrer lieber den F1-Titel holen als einen Titel, in einer anderen Rennserie, der weniger bedeutet. "Ich denke nicht, dass sie eine Rennserie auf die Beine stellen können", so Ecclestone. Die zweite Bedingung der FOTA, die Unterzeichnung eines neuen Concorde Agreements, hält Ecclestone für Schwachsinn. Die FOTA sei selbst Schuld an dem Dilemma. "Die Teams hatten 1998 die Chance das Concorde Agreement zu unterschreiben, dass sie vor Max Mosleys technischen Änderungen beschützt hätte. Aber sie sagten nein".

    FIA kann uns nicht für WM nennen meint Ferrari

    FIA kann uns nicht für WM nennen meint Ferrari: Erst wenn die Bedingungen erfüllt sind
    Ferrari ist der Ansicht, dass die FIA sie solange nicht auf die Teilnehmerliste für 2010 setzen kann, bis die FOTA-Bedingungen erfüllt sind.

    Geht es nach Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali, dann kann die FIA Ferrari nach aktuellem Stand nicht in die Teilnehmerliste für die Formel 1 Weltmeisterschaft 2010 aufnehmen. Das ginge erst, wenn der Weltverband jenen Bedingungen zugestimmt habe, die von der FOTA verlangt wurden. Die FIA geht hingegen davon aus, dass Ferrari aufgrund von bindenden Verpflichtungen mit ihr und dem Rechtevermarkter Formula One Management (FOM) an der WM wird teilnehmen müssen, da sich der Rennstall dazu verpflichtet hat und im Gegenzug bessere finanzielle Ausschüttungen und auch das Veto-Recht bei Änderungen am technischen Reglement bekam.

    Am Freitag will die FIA die Teilnehmerliste für 2010 bekanntgeben, am Mittwoch traf die Teamvereinigung FOTA in London zusammen, um sich auf alle Eventualitäten vorzubereiten - es könnten alle FOTA-Teams in der Teilnehmerliste stehen, gar keine oder nur ein paar. Danach veröffentliche Ferrari ein Statement, dass seine Teilnahme eben nur unter der Einhaltung der vorgegebenen FOTA-Bedingungen möglich sei, die am 29. Mai gestellt wurden. "Die Position von Ferrari hat sich nicht verändert. Am 29. Mai haben wir mit den anderen Teams der FOTA eine bedingte Nennung abgegeben. Gemeinsam mit dieser Nennung übergaben wir der FIA ein Paket an Vorschlägen, das unter anderem eine signifikante Kürzung der Kosten beinhaltete", ließ Domenicali ausrichten.

    Er konnte nur betonen, dass weiterhin alles getan werde, um eine Lösung zu finden, die alle Beteiligten akzeptieren können. Sollte das nicht möglich sein, könne die FIA Ferrari nicht unter jenen Teams auflisten, die für die FIA Formel 1 Weltmeisterschaft 2010 an den Start gehen. Die Vereinbarung zwischen FIA und Ferrari wurde vorigen Monat von einem französischen Gericht als nach wie vor gültig anerkannt. Damals wollte Ferrari sein Veto-Recht durchsetzen, um die Budget-Grenze und das dazugehörige Zweiklassen-Reglement zu stoppen. Das wurde zwar zurückgewiesen, aber nicht weil es das Veto nicht mehr gibt, sondern weil Ferrari es zu spät eingelegt hatte. Der Vertrag gelte nach wie vor, hieß es. Bei Ferrari sieht man das anders, wie Domenicali bereits in der Türkei erklärte. "Wir hatten eine Vereinbarung mit der FIA, aber wir waren der Ansicht, dass die Abmachungen darin verletzt wurden, also gilt die Vereinbarung nicht mehr."

    FIA-Starterliste: Drei Neue, fünf Fragezeichen

    FIA-Starterliste: Drei Neue, fünf Fragezeichen: Zwangseinschreibung durch die FIA
    Drei neue Teams und die zehn bekannten Rennställe stehen in der FIA-Starterliste für die Saison 2010.

    Der 12. Juni ist eines der wichtigsten Daten in der jüngeren Formel-1-Geschichte. Heute gab die FIA die Starter für die Saison 2010 bekannt. Ex-Teamchef Paul Stoddart erwartete nach den vielen Meetings und Streitereien der letzten Wochen einen schwarzen Tag für die Formel 1. Aber Stoddart ist bekanntlich kein großer Anhänger von FIA-Präsident Max Mosley. Die Friedenspfeife des letzten Meetings am Donnerstag scheint gewirkt zu haben: Neben drei neuen Rennställen stehen alle zehn Teams der Saison 2009 in der Teilnehmerliste, fünf davon allerdings nur provisorisch.

    Fest eingeschrieben sind laut der FIA: Ferrari, Toro Rosso, Red Bull, Williams und Force India, dazu die drei neuen Teams Campos GP, Manor GP und Team US F1. Die drei Neulinge treten alle mit Cosworth-Motoren an. Bei Toro Rosso und Red Bull fehlt der Motorenpartner noch. Beide Red Bull-Teams wurden von der FIA benannt, weil sie eine ähnliche Sondervereinbarung besitzen sollen wie Ferrari respektive sich bis 2012 an die Formel 1 gebunden haben.

    Bei den Italienern hatte Teamchef Stefano Domenicali zuletzt betont, dass die FIA das Team nicht einfach einschreiben könne. So oder so: Sie stehen in der Starterliste. Das gefiel der Scuderia jedoch nicht. In einem Pressestatement bekräftigte das Team, dass man 2010 nicht antreten werde, so lange die gestellten Forderungen nicht erfüllt werden. Auch Red Bull und Toro Rosso bestätigten, dass sie sich nicht vorbehaltlos angemeldet hätten.

    Ein Fragezeichen oder besser gesagt ein Sternchen steht noch hinter der Teilnahme von McLaren, BMW Sauber, Renault, Toyota und Brawn GP. Diese fünf Teams sind noch unter der provisorischen Meldung unter den FOTA-Bedingungen eingeschrieben. Die FIA gibt ihnen jedoch die Möglichkeit, diese Bedingungen bis zum 19. Juni aufzugeben und sich vorbehaltlos einzuschreiben.

    Nicht angenommen wurden die Anträge von Teams wie David Richards Prodrive Rennstall, Lola, Alex Wurz und Superfund, Epsilon Euskadi, N.Technology sowie den ohnehin nebulös wirkenden Traditionsnamen wie Lotus, Brabham und March. Sollte von den fünf fraglichen Plätzen der bedingt eingeschriebenen FOTA-Teams einer frei werden, könnte jedoch eines der bislang nicht genehmigten Teams nachrücken.

    FOTA will FIA-Widerstand erklären

    FOTA will FIA-Widerstand erklären: Was an den Vorschlägen schlecht ist
    Die FOTA hat angekündigt, dass sie genau darlegen will, warum sie mit den FIA-Vorschlägen nicht einverstanden ist.

    Presseaussendungen waren am Freitag wieder groß in Mode. Die FIA verschickte einiges, die Teams auch und wollte da um nichts nachstehen. Sie musste mitteilen, dass es zu unterstreichen gelte, dass alle FOTA-Teams, also auch Ferrari, Red Bull und Toro Rosso, eine Einschreibung unter Bedingungen abgegeben hätten, es also falsch sei, was die FIA veröffentlicht habe. In der Starterliste waren Ferrari, Red Bull und Toro Rosso als fix genannte Teilnehmer aufgeschienen, weil die FIA sich aufgrund von Sondervereinbarungen sicher ist, dass diese drei Teams nächstes Jahr antreten müssen. Die besagten Drei haben allerdings mitgeteilt, dass sie nur fahren werden, wenn die gewünschten Bedingungen erfüllt werden.

    Die FOTA betonte ihrerseits, dass die Bedingungen für eine Teilnahme noch nicht erfüllt sind - alles andere wäre auch eine Überraschung gewesen. "Die FOTA wird weiter konstruktiv handeln, um die Differenzen mit der FIA auszuräumen. Leider ist die FOTA gezwungen, genau darzulegen, welche Einwände wir gegen die eigenmächtigen FIA-Vorschläge haben und wir werden unsere genauen Sorgen in der nahen Zukunft veröffentlichen. Dabei werden wir der FIA genau erklären, warum die Vorschläge schlecht für die Zukunft der Formel 1, die Jobs der Leute in der Motorsport-Industrie und die Millionen von Fans sind, die bestürzt und verwirrt über das interne Gezerre in unserem Sport sind", hieß es in der Presseaussendung, die schon die nächste Presseaussendung ankündigte.

    FIA ärgern Verhinderer in der FOTA

    FIA ärgern Verhinderer in der FOTA: Irgendwer will jedwede Vereinbarung verhindern
    Die FIA zeigt sich verärgert darüber, dass es vorigen Donnerstag eigentlich eine Übereinkunft mit der FOTA gab, einige Mitglieder diese aber verhindern wollten.

    Vorigen Donnerstag traf sich Max Mosley mit Ross Brawn, Stefano Domenicali, Christian Horner, John Howett und FOTA-Generalsekretär Simone Perillo, um vor dem zu dem Zeitpunkt noch entscheidenden Freitag eine Lösung im Streit über Budget- und Regelfragen für 2010 zu finden. Laut einer Aussendung der FIA am Montag hat es die auch durchaus gegeben, weswegen sie sich über einige Teile der FOTA echauffierte, weil sie glaubte, dass diese das Abkommen zur Beendigung des Streits verhindert hätten. "Während des Treffens erkannte die FOTA an, dass die FIA die Teilnahme von neuen Teams an der Weltmeisterschaft anregen wollte, um die Vitalität und Finanzierbarkeit auf lange Sicht zu sichern", hieß es in dem Statement.

    Weiter meinte die FIA, dass ein Abkommen für das Aussehen der technischen Regeln für 2010 getroffen wurde, wonach den neuen Teams in einigen Schlüsselbereichen von den existierenden Teams geholfen worden wäre. "Man stimmte auch überein, dass die Ziele der FOTA und der FIA bei der Kostenreduktion nun sehr nahe zusammen lagen und dass Finanzexperten beider Seiten sich sobald wie möglich treffe sollten, um letzte Details zu finalisieren. Es wurde von der FIA vorgeschlagen, dass jedwede Probleme mit der Führung und der Stabilität [des Sports] am besten durch die Ausdehnung des Concorde Agreement von 1998 bis ins Jahr 2014 eliminiert werden könnten, wodurch lange Verhandlungen für ein neues Agreement weggefallen wären. Das wurde von den Anwesenden wohlwollend aufgenommen, die den Vorschlag daraufhin den anderen FOTA-Mitgleidern weiterleiten wollten", besagte das Statement weiter.

    Bis zum vorigen Freitag gab es dann aber anscheinend keine übereinstimmende Zustimmung der FOTA, weswegen die FIA glaubt, dass es einige Teile der Teamvereinigung verhindern wollen, dass es überhaupt eine Lösung gibt. "Die FIA glaubte, sie hätte an einem sehr konstruktiven Meeting teilgenommen, bei dem es viel Übereinstimmung gab. Die FIA war deswegen erstaunt zu erfahren, dass beim Meeting nicht anwesende FOTA-Mitglieder fälschlicherweise behauptet haben, dass man sich auf nichts geeinigt hatte und das Treffen Zeitverschwendung war. Es gibt eindeutig ein Element in der FOTA, das entschlossen ist, jedwede Vereinbarung zu verhindern, ungeachtet des Schadens, den der Sport dadurch nehmen könnte." Heute treffen sich in London die FOTA-Finanzdirektoren mit Budget-Grenzen-Erfinder Tony Purnell, um die gegenseitigen Positionen abzustecken, das Statement der FIA wird dabei wohl auch auf der Tagesordnung stehen.

    Ecclestone räumt Piratenserie keine Chancen ein

    Ecclestone räumt Piratenserie keine Chancen ein: Lachhaft und unrealistisch

    Bernie Ecclestone und Niki Lauda halten eine Piratenserie für absolut lachhaft und unrealistisch. Es handle sich lediglich um einen Machtkampf.
    Der Streit zwischen den FOTA-Teams und der FIA kommt einem gordischen Knoten gleich, den selbst Formel-1-Boss Bernie Ecclestone nicht scheint lösen zu können. Zumindest kennt Ecclestone den Ursprung allen Übels: "Flavio Briatore will eine neue Serie gründen und dort alles bestimmen. Luca di Montezemolo hat ein Problem mit dem Präsidenten der FIA. Bei John Howett frage ich mich: Wo kommt er her, wo will er hin? Ich glaube, er weiß es selbst nicht genau", verriet Ecclestone.

    Alle anderen würden sich wünschen, dass der Spuk endlich aufhört, und dass sie sich wieder auf den Sport konzentrieren können. Schon längst ist nicht nur Bernie Ecclestone klar, dass es in dem Streit nicht um das Reglement 2010 geht, sondern viel mehr um Macht. "Ich erlebe dieses Szenario seit 35 Jahren. Mit anderen Leuten in anderer Verpackung", erklärte Ecclestone gegenüber Auto, Motor und Sport. Der dreifache F1-Champion Niki Lauda sieht die Sache ähnlich.

    Machtspiele

    "Es geht nur um persönliche Fehden zwischen dem FIA-Boss Max Mosley, dem Ferrari-Präsidenten Luca di Montezemolo und wie sie alle heißen", ist Lauda überzeugt. Es sei absurd, wie die politischen Probleme in der höchsten Klasse des Motorsports gelöst würden. Über jeden Sport gehöre eine Behörde. Eine Piratenserie als Druckmittel zu verwenden sei lachhaft und unrealistisch. "Fest steht: Die Rennwagenhersteller oder die Fahrer können nie im Leben eine Sportbehörde stürzen, erklärte Lauda im Interview mit der Stuttgarter Zeitung.

    Bernie Ecclestone räumt einer Piratenserie ebenfalls keine Chancen ein. Die Vorstände der Autokonzerne würden dabei einfach nicht mitspielen. "Sie würden eine ziemlich lange Zeit kaum Geld generieren, da wir die Verträge mit den Strecken und den TV-Anstalten haben. Von dem was noch übrigbleibt, kriegen sie maximal 15 Prozent dessen, was sie jetzt bekommen", erklärte der Formel-1-Boss. Am kommenden Freitag will die FIA die endgültige Liste mit den maximal 13 Teams bekannt geben, die 2010 in der Formel 1 an den Start gehen dürfen.

    Ecclestone glaubt allerdings nicht, dass am Freitag viel passieren wird. "Es wird weiter viel geredet werden und sich wenig bewegen. Ich hätte wirklich Aktien eines Mineralwasser-Herstellers kaufen sollen. Was in den letzten Monaten bei den ganzen Treffen an Wasser getrunken wurde, das muss ein riesiges Geschäft sein", so Ecclestone. Dennoch werde es keine weitere Frist geben - Freitag sei die letzte Chance für alle Teams. "Die Teams, die sich einschreiben wollten, aber noch nicht akzeptiert wurden, werden vermutlich nachrücken. Und die anderen werden tun, was sie tun wollen. Allerdings würde es sie teuer zu stehen kommen, wenn sie die Formel 1 verlassen würden", betonte Eccelstone.

    Stillstand in der Formel 1

    Stillstand in der Formel 1 : Keiner weiß, wo und wie er 2010 fährt

    In den vergangenen Jahren begann ab Saisonmitte die heiße Phase der Vertragsverhandlungen. Doch im Moment steht das Fahrerkarusell still.
    Der schnellste Sport der Welt steht still. Der Krieg zwischen der FIA und den FOTA-Teams hat die Formel 1 lahm gelegt. Noch immer ist unklar, ob die Top-Teams überhaupt nächstes Jahr in der Königsklasse fahren werden oder sich nicht doch eine andere Spielwiese suchen. Damit stehen vor allem die Piloten vor einer ungewissen Zukunft.

    Ende der Saison laufen unter anderem die Verträge von Mark Webber, Nick Heidfeld, Fernando Alonso und Nico Rosberg aus. Doch im Gegensatz zu den vergangenen Jahren steht das Fahrerkarussel still. "Im Moment brauchst du mit niemandem zu reden. Keiner weiß, wo und wie er nächstes Jahr fährt", erklärte Webber die Situation gegenüber Auto, Motor und Sport. Neben dem Fahrer-Transfermarkt ist auch die Suche nach Sponsoren zum Erliegen gekommen.

    Flavio Briatore ist wegen den Streitereien zwischen der FIA und der FOTA bereits ein potenzieller Sponsor abgesprungen. "Was soll ich Interessenten verkaufen, wenn keiner weiß, wie es weiter geht", ärgert sich der Renault-Teamchef. Aber nicht nur Renault entgeht durch den momentanen Stillstand eine Menge Geld. Ross Brawn verriet: "Die Verhandlungen stehen still. Für uns ist das ein Problem, weil wir für nächstes Jahr unbedingt Sponsoren finden müssen."

    FIA greift FOTA an: Wollen Macht übernehmen

    FIA greift FOTA an: Wollen Macht übernehmen
    Es wird ernst: Im FIA-/FOTA-Streit wurden kurze Pressemeldungen gegen lange Dokumente ausgetauscht. Die FIA wirft der FOTA-Machtübernahmegelüste vor.

    Nach einem ergebnislosen Meeting der FIA- und FOTA-Finanzexperten am Montag holte der Weltverband am Dienstag zum großen Schlag gegen die Teamvereinigung aus. Die FIA veröffentlichte ein langes Presseschreiben, welches mit den Worten beginnt: "Worum geht es in diesem Disput wirklich?". Darin legt sie unter anderem ihre Sicht der Dinge im Streit um Budgetgrenzen, Regelgebung und die Zukunft der Formel 1 dar.

    Die FIA hat der FOTA mitgeteilt, dass sie deren Versuche, die F1-Regeln und die Kontrolle über die kommerziellen Rechte zu übernehmen, als inakzeptabel erachte, heißt es in dem Schreiben, das auch betont: Die FIA wird nicht von einer Budgetgrenze abrücken.

    In einem Abschnitt überschrieben mit "Missverständnisse aus dem Weg räumen" schreibt die FIA, dass sie gemeinsam mit der FOM über Jahrzehnte die FIA Formel 1 Weltmeisterschaft zu einer der am meisten verfolgten Sportarten der Welt gemacht habe. "Angesichts des Erfolges der FIA-Weltmeisterschaft hat sich die FOTA - eine Gruppe von Teilnehmern, die kommen und gehen wie es ihnen gefällt - zwei klare Ziele gesetzt: Die Regelgebung der Formel 1 von der FIA zu übernehmen und die kommerziellen Rechte selbst auszunutzen. Diese Ziele kann die FIA nicht akzeptieren."

    Gleichzeitig betonte die FIA jedoch, dass man einer Lösung im Sinne der Formel 1 offen gegenüber stehe. "Wir waren immer bereit, einen vernünftigen Kompromiss einzugehen, so lange es im Sinne aller Teilhaber ist", heißt es in dem FIA-Schreiben. "Die Formel 1 wird 2010 ein volles Starterfeld mit einem einzigen Regelwerk haben. Es ist notwendig, dass dieses klare und präzise finanzielle Regeln enthält." Damit deutet die FIA ihre Kompromissbereitschaft beim Wegfall einer angedachten Zweiklassen-F1 an, beharrt jedoch auf einer Budgetgrenze.

    Gescheiterte Absicherung

    In einem langen Abriss der bisherigen Ereignisse aus FIA-Sicht begründet der Weltverband den Drang zu einer Budgetgrenze mit dem Ausstieg von Honda, der die Alarmglocken zum Läuten gebracht habe. Danach sei klar gewesen, dass jeder der Hersteller ohne zu zögern aussteigen könnte, selbst wenn er - wie Honda - sich für die nächste Saison verpflichtet hatte.

    Deswegen sollte Luca di Montezemolo versuchen, eine Bindung der Hersteller an die Formel 1, nicht nur eine der Teams zu bewerkstelligen. "Mr. Di Montezemolo versprach, die notwendigen Garantien der Hersteller einzuholen", schreibt die FIA. "Er versprach dies den gesamten Winter über, zuletzt bei einem Meeting mit dem FIA-Präsidenten am 23. Februar 2009." Allerdings habe man nie eine solche Erklärung erhalten. "Noch nicht einmal von Mr. di Montezemolos eigener FIAT-Gruppe."

    Gleichzeitig habe Montezemolo alle Meetings zu Kostensenkungsmaßnahmen abgelehnt. "Es gebe keinen Grund dafür, sagte man der FIA. Die FOTA-Maßnahmen würden ausreichen und notfalls werde man mit drei Autos antreten." Im März sei der FIA klar gewesen, dass die FOTA keine neuen Teams in der Formel 1 haben wollte. "Stattdessen waren sie dagegen." Die FIA wollte hingegen neue Teams sehen und handelte deshalb eigenmächtig mit der Bekanntgabe der neuen Regeln, inklusive einer Budgetgrenze, um neuen Teams den Einstieg zu ermöglichen, und einer Zweiklassengesellschaft, um neuen Teams den Einstieg zu erleichtern.

    FOTA-Forderungen

    Beim WMSC-Meeting am 17. März habe Ferrari gegen das finanzielle Regelwerk, also die Budgetgrenze, gestimmt, allerdings nicht gegen die technischen Freiheiten für die neuen Teams. "Selbst danach war die FOTA nicht zu Gesprächen bereit. Mr. di Montezemolo war dies noch nicht einmal im privaten Rahmen." Um den neuen Teams einen Einstieg zu ermöglichen, mussten die Regeln frühzeitig bekannt gegeben werden. "Ansonsten hätte das Risiko bestanden, dass es in Melbourne 2010 nicht genügend Autos gegeben hätte."

    Die detaillierten Regeln wurden am 29. April beschlossen. Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo hatte seine Stimme an den Präsidenten des italienischen Kartverbandes abgetreten, womit es zwei Gegenstimmen gegeben habe. "Aber es wurde keine Alternative angeboten." Es folgten die vielen Meetings der vergangenen Monate, inklusive des Treffens am 15. Mai, bei dem Toyota-Teampräsident John Howett die FOTA in Abwesenheit von Montezemolo vertrat und die Teams dazu aufforderte, den Raum zu verlassen. "Es wurde klar, dass die FOTA nicht verhandeln wollte, sondern nur erwartete, dass die FIA alle ihre Forderungen erfüllen würde."

    Unverhohlene Lüge

    Bei einem weiteren Meeting am 22. Mai habe die FIA zugestimmt, keine Zweiklassen-F1 einzuführen, wenn die Teams neuen Rennställen technische Hilfe zur Verfügung stellen würden. "Das wurde Mr di Montezemolo mindestens fünf Mal im Laufe des Meetings erklärt, aber er und die FOTA sprechen noch heute darüber", heißt es in dem FIA-Schreiben, das auch Informationen zum vorgeschlagenen neuen Concorde Agreement gibt. So sollen die FOTA-Teams darin verlangen, dass der CAS das neue Berufungsgericht werden solle (anstelle des FIA International Court of Appeal, der in den vergangenen Jahren mit seinen umstrittenen Strafen für Aufsehen sorgte) und alle Teams gegen neue Regeln Einspruch einlegen konnten.

    Dennoch einigten sich die FIA und Ross Brawn (Brawn), Stefano Domenicali (Ferrari), Christian Horner (Red Bull) und John Howett (Toyota) bei einem fünfstündigen Meeting am 11. Juni fast in allen Punkten darauf, dass die FIA- und FOTA-Vorstellungen zur Kostensenkung beinahe identisch seien. Demnach sollten sich die Finanzexperten beider Seiten treffen, um die Details zu klären. "Danach hat die FOTA ein Statement herausgegeben, dass es keine Fortschritte bei dem Meeting gegeben habe. Diese unverhohlene Lüge demonstriert erneut, dass einige Elemente innerhalb der FOTA keine Einigung erzielen möchten."

    Formel 1 vor Spaltung: Neue Serie angekündigt

    Formel 1 vor Spaltung: Neue Serie angekündigt
    Die FOTA-Teams wollen 2010 mit einer eigenen Rennserie an den Start gehen. Die Formel 1 steuert auf eine Zerspaltung zu.

    Nach einem Meeting der FOTA-Teams am Donnerstagabend ließ die Teamvereinigung in einer Pressemitteilung in der Nacht zum Freitag die Bombe platzen: "Die Teams haben keine andere Alternative als mit der Vorbereitung einer neuen Meisterschaft fortzufahren, welche die Werte ihrer Teilnehmer und Partner wiedergibt."

    Bereits vor einigen Jahren hatten die Hersteller, damals in der GPWC beziehungsweise GPMA vereinigt, eine eigene Rennserie angekündigt. Es kam jedoch zu einem Kompromiss und die Teams fuhren weiter in der Formel 1. Am heutigen Freitag läuft eine Frist von FIA-Präsident Max Mosley ab, der die Teams dazu aufgefordert hatte, seine Bedingungen zu akzeptieren und sich bedingungslos für die Saison 2010 einzuschreiben.

    "Es ist klar geworden, dass die Teams die grundlegenden Werte des Sports nicht mehr weiter ignorieren können." Deshalb werde man die abgegebenen bedingten Einschreibungen nicht abändern. "Die FIA und der Rechteinhaber haben gemeinsam versucht, die FOTA zu teilen. Die Wünsche des Großteils der Teams wurden ignoriert. Zudem wurden vielen Teams viele Millionen Dollar vom Rechteinhaber vorenthalten, rückwirkend bis 2006."

    Die FOTA habe dennoch immer einen Kompromiss gesucht, die Kosten gesenkt und angedeutet, dass sie bereit wären, sich bis Ende 2012 an die Formel 1 zu binden. Sollte die FIA nicht in letzter Sekunde einlenken, was unwahrscheinlich erscheint, soll dies zur Gründung einer eigenen Rennserie führen. "Diese Serie wird eine transparente Führung und ein Regelwerk besitzen, mehr Teilnehmer anlocken und auf die Wünsche der Fans hören, inklusive niedrigerer Preise. Die wichtigsten Fahrer, Stars, Marken, Sponsoren, Promoter und Unternehmen, die historisch mit diesem Sport verbunden werden, werden alle in dieser neuen Serie fahren."

    Lauda sieht F1 auf Totalschaden zusteuern

    Lauda sieht F1 auf Totalschaden zusteuern: Die FIA muss der FOTA entgegenkommen
    Wenn es so weitergeht wie bislang, wird die Formel 1 nach Niki Laudas Meinung sterben. Er hofft aber, dass sich noch ein Kompromiss finden lässt.

    Für Niki Lauda ist die aktuelle Situation in der Formel 1, wie wohl für viele, äußerst kritisch. Er glaubt, dass die Serie auf einen Totalschaden zusteuert, wenn es so bleibt. "Die FOTA hat meiner Meinung nach momentan recht. Es müssen von der FIA und Max Mosley Kompromisse angeboten werden. Die FOTA hat Kompromisse angeboten, jetzt muss ihr die FIA entgegenkommen", sagte der Österreicher gegenüber dem DSF. Sollte die Piratenserie wirklich durchgezogen werden, fragte er sich, wer denn in der verbliebenen Formel 1 fahren soll. "Force India, Williams und Teams, die man nicht kennt. Von den Fahrern will ich gar nicht sprechen. Es interessiert keinen Menschen, Unbekannte in unbekannten Autos zu sehen."

    Lauda ortete auch für Bernie Ecclestone ein großes Problem. Der Brite betreibt das Marketing und das Management der Königsklasse und hätte dann keine echte Formel 1 mehr. "Bis heute wurde das gut vermarktet. CVC hat ein gutes Geschäft gemacht, das würde dann zusammenbrechen, wenn Ecclestone unbekannte Fahrer und Teams antreten lässt." Durch die klare Ansage der FOTA, eine eigene Serie gründen zu wollen, sieht er die Angelegenheit nun zur FIA verschoben. Sollte die meinen, dass sie mit ihrem Vorgehen so weitermachen kann wie bisher, wäre die Formel 1 nach Laudas Meinung tot.

    Lauda hofft auf Kompromiss

    Gleichzeitig erachtete er es auch als schwierig, mit einer Serie zu drohen, da es da noch viel Arbeit gibt. "Es reicht aber, dass die FOTA gesagt hat, sie könne unter diesen Bedingungen nicht antreten. Sparen wollen alle und es muss doch gehen, dass man sich da einigt. Sie sind ja nicht weit voneinander weg. Ich hoffe, dass man da noch versucht, auf einen Kompromiss zuzusteuern", meinte er. Lauda fände es eine gute Idee, wenn man nun einen Mediator suchen würde, also eine unabhängige Person, die beide Seiten wieder zusammenführt.

    Er selbst hat aufgrund der aktuellen Entwicklungen zwei Tränen im Auge. Einerseits bedauert er die Selbstzerstörung der Formel 1. "Im normalen Business ginge so etwas gar nicht, da wäre schon lange Schluss gewesen. Die andere Seite, die ich bedaure, ist das Wochenende von Silverstone. Dieses tolle Rennen findet zum letzten Mal statt und das unter solchen Bedingungen." Lauda betonte, dass die Gespräche lieber hinter geschlossenen Türen stattfinden sollten und nicht in den Medien, denn das habe zur aktuellen Situation geführt, in der nun eben alle sagen, sie werden nicht dabei sein.

    8. Großbritannien GP / Silverstone

    8. Großbritannien GP / Silverstone

    Großbritannien: The Home of British Motorsport
    Silverstone ist für viele Beteiligte in der F1-Welt die Heimat des britischen Motorsports und zwar nicht nur, weil auf dem ehemaligen Militärflugplatz das Heimrennen der in direkter Nachbarschaft angesiedelten britischen F1-Teams stattfindet, sondern auch weil in dem kleinen 20 Kilometer vor Northampton gelegenen Örtchen Silverstone im Jahre 1950 der erste moderne Formel 1 Grand Prix ausgetragen wurde.

    Wie viele britische Rennkurse entstand auch der heutige "Silverstone Grand Prix Circuit" aus einem ehemaligen Flugfeld. Die äußeren Transportwege und einige Verbindungs-Landebahnen wurden zu einer ultraschnellen Rennstrecke zusammengefasst. Im Laufe der Jahre senkten verschiedene Umbauten die Rundenschnitte im "Home of British Motorsport", doch noch immer gilt die Strecke als eine der schnellsten des Jahres.

    Der Grand Prix Circuit weist mehrere lang gezogene Highspeed-Kurven auf, die den Reifen hohe seitliche Lasten auferlegen. Charakteristisch sind die mehrfach pro Runde auftretenden sehr schnellen Richtungswechsel. Die Oberfläche ist relativ grobporig, was den Verschleiß der Laufflächen fördert.

    Von den Passagen, in denen das Chassis stark gefordert wird, ist "Becketts" wohl die markanteste. Ein unbekannter Faktor auf der Insel bleibt stets das Wetter - es könnte durchaus sein, dass es zumindest in einer Session nass ist und die Regenreifen zum Einsatz kommen. Die Erfahrung spricht außerdem dafür, dass die
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    Mosley: Einige Hersteller werden gehen: Keine Spaltung

    Mosley: Einige Hersteller werden gehen: Keine Spaltung
    Max Mosley erwartet nicht, dass die FOTA-Teams eine eigene Serie gründen werden. Allerdings rechnet er mit dem Verlust einiger Herstellerteams.

    Ein regelrechter Wirbelwind fegte am Freitag durch das Fahrerlager von Silverstone. Die FOTA kündigte eine eigene Rennserie an, die FIA kündigte rechtliche Schritte gegen die FOTA an und am Ende stellte sich Max Mosley vor die Presse und kündigte an, dass es 2010 nicht zu zwei Rennserien und einer Abspaltung der FOTA-Teams kommen werde.

    Bis zum ersten Rennen 2010 geregelt

    "Ich nehme es [die Drohung einer eigenen Serie, d. Red.] nicht so ernst wie einige andere Leute, weil ich weiß, dass es alles nur Drohgebärden sind", sagte Mosley der BBC. "Es wird alles irgendwann zwischen Anfang 2010 und März 2010 aufhören." Denn dann gehe es in Richtung des ersten Rennens. "Dann wir des aufhören, sich beruhigen und alle werden Rennen fahren."

    Mosley ist absolut davon überzeugt, dass es keine zwei Rennserien geben wird. "Am Ende machen die Leute, was in ihren Interessen ist und es ist nicht in den Interessen der Teams, nicht in der Formel 1 zu fahren." Es gebe derzeit auch kein grundlegendes Problem, welches die Teams von einer Teilnahme abhalten würde. "Es geht nur um Persönlichkeiten und Macht. Darum, wer was von wem wegnehmen kann." Bis zum ersten Rennen werde sich das jeder noch einmal überlegen.

    Zwei bis drei Hersteller werden gehen

    Ob die FOTA-Teams wirklich so viel Zeit erhalten werden, ist fraglich. Sollte Mosley tatsächlich das Risiko eingehen wollen und diesen die Tür länger offen halten (die Einschreibefrist wurde vorerst ausgesetzt, offiziell wegen der juristischen Schritte, welche die FIA gegen die FOTA einleiten möchte), könnte er am Ende mit nur fünf Teams da stehen (Williams, Force India, USF1, Cmapos und Manor). Denn weitere Neueinsteiger benötigen bald eine Entscheidung. Andererseits haben sich mit Lola und N.Technology bereits zwei potenzielle Einsteiger von der Reservebank verabschiedet.

    Mosley beharrt auf seinem Standpunkt: "Wir sind noch neun Monate davon entfernt. Jeder kann drohen, aber wenn es nach Melbourne 2010 geht, wird es eine F1 Weltmeisterschaft geben und alle die dabei sein können, werden dabei sein." Allerdings geht er nicht davon aus, dass alle acht FOTA-Teams zurückkehren werden. "Einige von ihnen werden verschwinden, weil die Hersteller sich die Ausgaben genau ansehen werden."

    Renault, BMW und Toyota wurden zuletzt mehrfach mit einem F1-Ausstieg in Verbindung gebracht. "Wir werden ein oder zwei oder vielleicht drei Herstellerteams verlieren, deshalb benötigen wir neue Teams, aber die großen Traditionsteams, dazu zähle ich auch Ferrari, müssen dabei sein und sie werden sicher dabei sein. Es wird alles geregelt."

    Qualifying : Pole für Vettel

    Qualifying : Pole für Vettel

    Sebastian Vettel sicherte sich in Silverstone die Pole Position. Neben ihm startet Rubens Barrichello in den Großen Preis von Großbritannien.
    Der Zweikampf Brawn GP gegen Red Bull erhielt beim Heimrennen beider Teams in Silverstone neue Würze: Das neue Aerodynamikpaket von Red Bull brachte Sebastian Vettel die Pole Position vor Rubens Barrichello und seinem Teamkollegen Mark Webber ein. WM-Spitzenreiter Jenson Button im zweiten Brawn-Auto startet nur von Startplatz 6. Der Brite hatte das gesamte Wochenende mit Problemen zu kämpfen. Vor ihm starten Jarno Trulli und Überraschungsmann Kazuki Nakajima von den Positionen 4 und 5.

    Ebenfalls in den Top10 finden sich Nico Rosberg und Timo Glock auf den Plätzen 7 und 8 wieder. Kimi Räikkönen schaffte als einziger Ferrari-Pilot den Sprung unter die besten Zehn, behinderte in den Schlussminuten jedoch Webbers Pole-Angriff, wofür er wütende Handgesten zu sehen bekam. Fernando Alonso komplettiert die fünfte Startreihe neben Räikkönen.

    Für Felipe Massa und beide BMW Sauber war im zweiten Qualifying Schluss. "Die Zeiten liegen wie immer eng beieinander", sagte Nick Heidfeld. "Das war vor dem Wochenende zu erwarten." Der neue Frontflügel von BMW Sauber helfe nur bedingt, da die Konkurrenz noch mehr Updates habe. Die Weiß-Blauen legen erst am Nürburgring nach. "Dort werden wir wieder einen größeren Sprung machen. Wir haben aber nicht aufgegeben und werden dieses Jahr weiterkämpfen." Von Startplatz 15 hält Heidfeld Punkte in Silverstone für unwahrscheinlich. "Aber vielleicht kommt ja Regen."

    Das erste Qualifying endete mit einem heftigen Abflug von Adrian Sutil, der die Kontrolle über seinen Force India verlor und seitlich in einen Reifenstapel einschlug. Zu diesem Zeitpunkt, 24 Sekunden vor dem Ende, war Lewis Hamilton als 19. ausgeschieden und bereits bei den TV-Interviews. Die Session wurde zwar noch einmal freigegeben, eine fliegende Runde war jedoch in den verbliebenen 24 Sekunden nicht möglich.

    "Es ist enttäuschend, ich weiß nicht, was wir hier machen", sagte Hamilton. "Es ist eine Schande. Ich hätte mir mindestens ein paar Punkte erhofft. Es liegt am Auto. Es ist kein Siegauto." Norbert Haug hatte mit den Problemen gerechnet. "Es war klar, dass wir auf diesem Kurs mit seinen schnellen Kurven und unserem Abtriebsdefizit kaum über den zweiten Abschnitt des Qualifyings kommen würden", sagte er. "Der Abbruch nahm Lewis die Chance, bestenfalls sechs oder sieben Plätze weiter vorne zu landen - mehr wäre leider auch für ihn nicht drin gewesen."

    Das Qualifying im Überblick
    1. Session
    Zwischenfälle: Unfall Sutil
    ausgeschieden: Fisichella, Bourdais, Sutil, Hamilton, Buemi
    Top-6: Nakajima, Webber, Vettel, Trulli, Button, Räikkönen
    2. Session
    Zwischenfälle: keine
    ausgeschieden: Massa, Kubica, Kovalainen, Piquet, Heidfeld
    Top-6: Vettel, Webber, Trulli, Barrichello, Räikkönen, Nakajima
    3. Session
    Zwischenfälle: keine
    Top-6: Vettel, Barrichello, Webber, Trulli, Nakajima, Button

    McLaren Mercedes auf Rang 19 und 13

    McLaren Mercedes auf Rang 19 und 13: Bitterer Moment für Hamilton

    Lewis Hamilton schied bei seinem Heimrennen in Silverstone bereits in Q1 aus. Heikki Kovalainen landete mit seinem McLaren Mercedes auf Rang 13.
    Einen bitteren Moment erlebte Lewis Hamilton. Ausgerechnet vor seinen heimischen Fans in Silverstone schied der amtierende Champion in Q1 aus. Sein erster Versuch reichte nur für Startplatz 19, ein zweiter schneller Versuch scheiterte aufgrund der roten Flagge - ausgelöst durch den Crash von Adrian Sutil. Hamilton konnte seine Enttäuschung nach seinem Aus nicht verbergen.

    "Ich weiß gar nicht, was wir mit diesem Auto hier verloren haben. Es ist eine Schande hier 19er zu sein. Ich habe mir eigentlich Punkte erhofft, aber wir sind meilenweit davon entfernt", erklärte der Brite in seiner ersten Wut. Kurze Zeit später hatte er sich wieder gefasst. "Ich habe mein Bestes gegeben. Ich habe hart gepusht, aber unser Auto war einfach zu langsam. Aber wir sind da, um zu kämpfen und im Rennen kann viel passieren", meinte Hamilton.

    Am Limit

    Mit Heikki Kovalainen konnte sich zumindest ein McLaren Mercedes-Pilot für Q2 qualifizieren. Der Finne rutschte als 15 noch knapp in die Top-15 und fuhr in der zweiten Session auf Rang 13. "Ich bin zufrieden mit meiner Performance. Ich habe alles gegeben, schneller ging es nicht. Ich habe keinen Fehler gemacht, obwohl ich die ganze Zeit am Limit war", erzählte der Finne. Von Teamchef Martin Whitmarsh gab es für Startplatz 13 Lob.

    "Platz 13 hört sich vielleicht nicht spektakulär an, aber ich denke, Heikki kann angesichts der Umstände zufrieden sein. Lewis hatte etwas Pech als er auf seiner schnellen Runde von der roten Flagge gestoppt wurde", meinte Whitmarsh. Man könne zwar mit Platz 19 und 13 nicht glücklich sein, aber man sei auch nicht überrascht von den Platzierungen. "Wir wissen, dass wir noch an unserer Schwäche in Highspeed-Kurven arbeiten müssen. Aber jetzt konzentrieren wir uns auf das Rennen", betonte Whitmarsh.

    Großbritannien GP: Vettel siegt in Silverstone

    Großbritannien GP: Vettel siegt in Silverstone

    Sebastian Vettel gewann den Großen Preis von Großbritannien vor seinem Teamkollegen Mark Webber. Jenson Button belegte nur Platz 6.
    Zum dritten Mal versuchte sich Sebastian Vettel von der Pole Position, zum zweiten Mal beendete er das Rennen als Sieger. Nach dem Regenrennen von China fuhr der Red Bull Pilot beim Heimspiel seines Rennstalls seinen ersten GP-Sieg im Trockenen ein. Schließlich fand sein erster Triumph mit Toro Rosso in Monza 2008 auch im Nassen statt. Den Red Bull Erfolg komplettierte Mark Webber auf Platz 2.

    Ausgerechnet bei seinem Heimrennen fuhr WM-Spitzenreiter Jenson Button das schlechteste Saisonergebnis ein. Als Sechster sicherte er sich immerhin drei WM-Zähler als Schadensbegrenzung. In der WM liegt er noch immer 23 Punkte vor Rubens Barrichello und 25 Punkte vor Vettel. Der Brite bekam die Reifen seines Autos das gesamte Wochenende über nicht auf Temperatur. Sein Teamkollege Barrichello hatte dieses Problem etwas besser im Griff, konnte jedoch nicht mit den beiden Red Bull mithalten, obwohl er zwischen ihnen von Platz 2 gestartet war. Am Ende belegte er hinter dem überlegenen Sieger Vettel und Webber den dritten Podestplatz.

    Positionswechsel am Start

    Der Start in den Grand Prix verlief relativ unspektakulär. Vettel setzte sich in der ersten Kurve gegen Barrichello durch und setzte sich danach Runde um Runde von seinem Konkurrenten ab. Dieser wiederum hielt Vettels Teamkollegen Webber auf, der schneller hätte fahren können, hinter dem Brawn-Renner jedoch jede Chance auf den Sieg verlor. Nach vier Runden lag Vettel schon 4,4 Sekunden vor Barrichello, nach 10 Runden war der Vorsprung auf 10,8 Sekunden angewachsen.

    Etwas spannender ging es dahinter zu. Kimi Räikkönen und Felipe Massa machten am Start besten Gebrauch ihres KERS, das sie in Silverstone als einzige Piloten im Auto hatten. Räikkönen verbesserte sich bis zur ersten Kurve von Position 9 auf 5, obwohl er ausgangs der ersten Kurve über die Auslaufzone ausweichen musste. Einen schlechten Start erwischte Jenson Button, der von 6 auf 9 zurückfiel, weil er hinter Jarno Trulli eingeklemmt wurde und die Gegner links und rechts vorbeischossen.

    Manöver im Mittelfeld

    Für Nick Heidfeld begann das Rennen mit gemischten Gefühlen. Der Start war okay, aber eine Berührung mit dem McLaren von Heikki Kovalainen beschädigte seinen Frontflügel, so dass er in der Folge mehrere Sekunden pro Runde verlor. Dennoch behauptete er sich im Duell mit Fernando Alonso, der mehrmals versuchte, den Deutschen zu überholen. Das Team wollte Heidfeld sogar vorzeitig hereinholen, um den Frontflügel zu wechseln, das lehnte Heidfeld allerdings ab. Gebracht hat ihm der bravouröse Kampf nichts: Er kam wegen des großen Rückstands als 15. ins Ziel.

    Einen ähnlich spannenden Zweikampf lieferten sich die alten Rivalen Lewis Hamilton und Fernando Alonso zur Mitte des Rennens. Nachdem Hamilton den Spanier überholt hatte, konterte dieser eine Runde später. Allerdings ging es für sie um die goldene Annanas weit außerhalb der Punkte. Diese nahmen hinter Vettel, Webber und Barrichello der glücklichere Ferrari-Pilot Felipe Massa, Nico Rosberg, Jenson Button, Jarno Trulli und Kimi Räikkönen mit. Der Finne kam nach seiner guten Beginn im Verkehr zum Erliegen. Massa stoppte hingegen später und kam so an Räikkönen, aber vor allem am legendären Trulli-Train vorbei. Die einzigen beiden Ausfälle waren Sebastien Bourdais und Heikki Kovalainen. Der Franzose war dem Finnen bei einem Überholmanöver ins Heck gerauscht.

    Ecclestone will F1-Zerfall verhindern

    Ecclestone will F1-Zerfall verhindern: Zerfall eines Lebenswerkes

    Bernie Ecclestone will jetzt im Streit zwischen der FIA und der FOTA reagieren, um den Sport vor dem "Zerfall" zu bewahren. FOTA-Meetig am Donnerstag.
    Nachdem der Streit zwischen der FIA und der FOTA weiterhin andauert, schaltet sich jetzt Bernie Ecclestone in das Geschehen ein. Der F1-Zampano stellte klar, dass er es nicht zulassen wird, dass die Formel 1 sich selbst zerstört. "Ich habe 35 Jahre meines Lebens und noch mehr für die Formel 1 gegeben. Meine Ehe scheiterte aufgrund der Formel 1, deshalb werde ich Himmel und Hölle in Bewegung setzen, damit es nicht zum Zerfall kommt", erklärte Ecclestone gegenüber der Times.

    Für Ecclestone sind die Probleme zwischen der FIA und FOTA keine, die nicht zu lösen sind. Vor einer möglichen Piratenserie hat Ecclestone keine Angst. Er bezweifelt, dass irgendjemand die Zeit und das Geld hat, um eine neue Rennserie zu gründen. "Wenn diese Rennserie startet, wird jeder jeden verklagen und es wird keine andere Rennserie geben. Da wird nichts sein. Jeder wird sein Geld für Anwälte ausgeben und nichts wird passieren", ist Ecclestone überzeugt.

    Laut Autosport plant die FOTA allerdings für Donnerstag ein Meeting, um mit der Arbeit an einer Piratenserie zu beginnen. Das Meeting findet damit einen Tag nach dem Meeting des World Motor Sport Council statt, welches für Mittwoch anberaumt ist.

    Lauda appelliert an die Beteiligten

    Lauda appelliert an die Beteiligten: Die großen Persönlichkeiten müssen sich zurücknehmen

    FIA-Präsident Max Mosley muss laut Ansicht von Niki Lauda die Debatte mit der FOTA neu vitalisieren. Ein Rücktritt von Mosley sei reine Illusion.
    "Wer eine Firma so führen würde, wie derzeit die Formel 1 gesteuert wird, der könnte sofort Konkurs anmelden." Niki Lauda nahm abseits des England-GP klare Stellung zu der momentanen Krise in der Formel 1. Laut dem dreifachen Weltmeister hat der Sport durch den Streit zwischen der FIA und der FOTA fast einen Totalschaden erlitten. "Deshalb kann ich nur an alle Beteiligten appellieren, dass jede weitere falsche Bewegung den Sport ruinieren wird. Die großen Persönlichkeiten sollten sich zurücknehmen", erklärte Niki Lauda gegenüber der Welt.

    Mosley-Rücktritt fraglich

    Vor allem FIA-Boss Max Mosley müsse sich jetzt zurücknehmen. "Die FOTA hat sich festgelegt und die FIA muss konstruktiv bleiben. Mosley muss die Debatte neu vitalisieren. Wenn er das nicht macht, wird von der Formel 1 nicht mehr viel übrig bleiben. Mit Teams und Fahrern zu fahren, die kein Mensch kennt, das wäre eine Lachnummer", erklärte Lauda. Am Mittwoch trifft sich das World Motor Sport Council und die britische Times spekuliert, dass Mosley zurücktreten könnte, unter der Bedingung, dass die FOTA-Teams der Piratenserie einen Riegel vorsetzen.

    Niki Lauda glaubt hingegen nicht, dass Mosley seinen Stuhl als FIA-Präsident räumen wird. "Ich halte es für eine komplette Illusion, dass irgendwer in der Formel 1 glauben sollte, dass man ausgerechnet jetzt Max Mosley stürzen könnte. Mosley wurde durch die FIA gewählt und nicht von den Leuten im Fahrerlager der Formel 1. In der FIA kommen die Vertreter der nationalen Automobilklubs zusammen, mit dem Streit in der Formel 1 haben sie gar nichts zu tun", meinte der Österreicher.

    Am Donnerstag, einen Tag nach dem Meeting des WMSC, sollen die FOTA-Teams sich zusammensetzen, um weiter an ihren Plänen für eine Piratenserie zu arbeiten. Trotz der heiklen Situation ist Lauda überzeugt, dass man schlussendlich eine Lösung finden wird. "Es wird trotz des ganzen Getöses am Ende zu einer friedlichen und konstruktiven Lösung kommen", so der dreifache F1-Champion.

    Mosley bereit für eine Wiederwahl

    Mosley bereit für eine Wiederwahl: Entscheidung liegt bei den FIA-Mitgliedern

    Max Mosley hat einen Brief an die FIA geschrieben, in dem er meint, dass ihm keine Wahl bleibe als sich erneut als Präsident aufstellen zu lassen.
    Die nächsten 48 Stunden könnten über die Zukunft der Formel 1 entscheiden. Am Mittwoch tritt das World Motor Sport Council in Paris zusammen. Das Meeting gilt als Schlüsseltreffen, indem erwartet wird, dass die FIA auf die Pläne der FOTA-Teams reagiert. Doch schon vorab stellte Max Mosley klar, dass er nicht vorhabe seinen Stuhl als FIA-Präsident zu räumen, auch wenn das die Teams gerne sehen würden.

    In einem Brief an die Mitglieder der FIA teilte er ihnen mit, dass die Entscheidung allein bei ihnen liege, ob sie wollen, dass er bleibt und ihnen hilft. "Über die letzten Wochen wurde es ziemlich klar, dass das Ziel der anders denkenden Teams ist, das ich als FIA-Präsident zurücktrete. Im Vorjahr habt ihr mir euer Vertrauen geschenkt und wie ich bereits am 16. Mai 2008 geschrieben habe, war es nicht meine Absicht mich im Oktober dieses Jahres wieder aufstellen zu lassen", hieß es in dem Schreiben, das Autosport vorliegen soll.

    Attacke auf die FIA

    "Angesichts der Attacken auf mein Mandat, das ihr mir anvertraut habt, muss ich jetzt nachdenken, ob meine erste Entscheidung nicht für eine Wiederwahl bereitzustehen, die richtige ist. Es ist die demokratische Entscheidung der FIA-Mitglieder und nur der FIA-Mitglieder, nicht der Motorindustrie und noch weniger die Entscheidung, einzelner Individuen der Motorindustrie", schrieb Mosley. Der Plan einer Alternativserie der FOTA-Teams sei ein Angriff auf die Autorität der FIA.

    "Das ist ein Angriff auf die Rechte der FIA, die Formel 1-Welmeisterschaft zu regulieren, aber schlimmer noch, es ist eine ungerechte Kritik an der gesamten Struktur und der Ziele der FIA. Kein FIA-Präsident kann diese Kritik unbeantwortet stehen lassen", heißt es in dem Schreiben weiter. Zudem räumte Mosley Zweifel ein, dass die Obersten Bosse der Hersteller erfreut darüber wären, eine neue Rennserie zu unterstützen. "Der Katalysator für den aktuellen Streit ist das Ziel der FIA, die Kosten in der Formel 1 zu senken. Eine Kostensenkung ist essentiell, wenn die unabhängigen Teams überleben wollen", erklärte Mosley.

    Ohne die unabhängigen Teams würde sich die WM nur um die Hersteller drehen, die allerdings würden kommen und gehen. "In einer Zeit, in der die fünf Hersteller in großen, finanziellen Schwierigkeiten stecken, sollten die Formel 1-Teams lieber nicht mit einer neuen Rennserie drohen", so Mosley in seinem Brief an die FIA-Mitglieder.

    Mosley tritt ab: Zukunft gerettet

    Mosley tritt ab: Zukunft gerettet

    Max Mosley wird nicht für eine fünfte Amtszeit als FIA-Präsident kandidieren. Damit ist eine gemeinsame F1-Zukunft gesichert.
    FIA-Präsident Max Mosley kündigte nach der heutigen Sitzung des FIA-Weltrats an, dass er im Oktober nicht noch einmal kandidieren wird. "Ich werde nicht mehr antreten", teilte er mit. "Jetzt haben wir Frieden." Gleichzeitig gibt es eine Übereinkunft zwischen der FIA und den acht FOTA-Teams, welche eine einheitliche Rennserie für 2010 und danach vorsieht. Damit ist eine Alternativrennserie zur Formel 1 vom Tisch. "Wir haben eine Übereinkunft zur Kostenreduktion gefunden. Es wird nur eine WM 2010 geben", betonte Mosley.

    Die acht Formel-1-Teams Ferrari, Renault, BMW Sauber, McLaren Mercedes, Brawn GP, Toro Rosso, Red Bull und Toyota hatten damit gedroht, eine eigene Rennserie zu gründen, sollte die FIA ihre Pläne einer Budgetobergrenze samt eines Zweiklassenreglements in die Tat umsetzen.

    Der Auslöser der Diskussionen waren Mosleys Kostensenkungspläne, welche die Kosten für die aktiven Privat- und Herstellerteams senken und neuen Rennställen den Einstieg schmackhaft machen sollten. Für 2010 haben sich derzeit drei neue Teams eingeschrieben: USF1, Manor GP und Campos GP. Wie die Einigung über eine Kostensenkung für die kommenden Jahre aussieht, ist noch nicht bekannt.

    FIA veröffentlicht Starterliste: Alle Teams dabei

    FIA veröffentlicht Starterliste: Alle Teams dabei

    Es kehrt ruhe ein in der F1-Welt: Die Starterliste für 2010 enthält die bekannten 13 Teams. Alle FOTA-Teams haben sich bis 2012 verpflichtet.
    Das Wirrwarr um die Formel-1-Starterliste für die Saison 2010 ist zu Ende. Nach der Einigung zwischen der FIA und der FOTA auf Kostensenkungsmaßnahmen in der F1 und der Bekanntgabe, dass Max Mosley sich im Oktober nicht zur Wiederwahl als FIA-Präsident stellen wird, bestätigte die FIA die 13 Teilnehmerteams für die Saison 2010 - ohne bedingte und bedingungslose Nennungen.

    Neben den aktuellen zehn F1-Teams treten die Neulinge Campos Meta Team, Manor Grand Prix und Team US F1 in der Königsklasse an. Bei Red Bull, Toro Rosso und Brawn GP ist der Motorenpartner noch offen.

    "Es wird keine alternative Rennserie geben und die Regeln für 2010 basieren auf jenen von 2009 sowie den beschlossenen Regeländerungen vor dem 29. April 2009", hieß es in einem FIA-Presseschreiben. Im Gegenzug dafür werden die Teams ihre Kosten auf das Niveau der frühen 90er Jahre senken. "Die Herstellerteams haben sich dazu bereit erklärt, neuen Teams 2010 technische Hilfeleistung zu gewähren."

    Die Hersteller akzeptieren zudem die FIA als Sporthoheit und haben sich bis 2012 an die kommerziellen Abkommen der Formel 1 WM gebunden. Dieser Vertrag soll noch vor Ablauf neu verhandelt und verlängert werden. Alle Teams unterliegen einer überarbeiteten Fassung des Concorde Agreements von 1998.

    Haug begrüßt Streitende: Erfolg für Formel 1

    Haug begrüßt Streitende: Erfolg für Formel 1
    Stuttgart (dpa) - Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug hat die Einigung im Formel-1-Streit mit großer Begeisterung aufgenommen.

    «Das ist ein großartiger Erfolg für die Formel 1, die Zuschauer, die Medien, die Teams und alle Aktiven», sagte er. Kurz zuvor hatten die FIA und ihr Präsident Max Mosley bekanntgegeben, dass man sich mit den Rennställen der Teamvereinigung FOTA geeinigt habe. Im Klartext ging die FIA auf die Forderungen und Vorschläge der Rennställe ein, die sich gegen das Budgetlimit wehrten und eine transparentere Führung der Formel 1 forderten.

    «Ohne die Konfrontationen der letzten Monate wird unser Sport noch viel besser werden», prophezeite Haug mit Blick auf die schlagzeilenträchtige Auseinandersetzung der FOTA mit Wortführer Ferrari an der Spitze und der FIA mit Boss Mosley. Haug: «Jetzt passiert, was sich alle Zuschauer so sehr wünschen wie wir - nur der Wettbewerb auf der Strecke steht im Mittelpunkt.» Denn mit dem Frieden von Paris durch die Kapitulation Mosleys ist auch die eigene Rennserie der FOTA-Teams vom Tisch.

    Norbert Haug im Interview mit der dpa

    Norbert Haug im Interview mit der dpa

    Das Interview wurde am Montag, 6. Juli 2009 veröffentlicht.

    Wie bewerten Sie die bisherige Saisonleistung des McLaren-Mercedes-Teams?
    Norbert Haug: „Als keinesfalls gut genug. Als Team des amtierenden Weltmeisters erwartet man zu Recht von uns, dass wir an der Spitze des Feldes fahren. Das gelang uns in der laufenden Saison bis jetzt nicht.“

    Worin liegen die Hauptursachen für das bisherige Abschneiden?
    Norbert Haug: „Wir waren, wie Ferrari auch, bis zum allerletzten Rennen der letzten Saison in einen harten Kampf um den WM-Titel eingebunden und konnten uns nicht so früh wie andere Teams in vollem Umfang den neuen Regeln widmen, die besonders in ihren aerodynamischen Herausforderungen ausgesprochen anspruchsvoll sind. Dies ist keine Entschuldigung, aber eine Erklärung, warum wir auf dem linken Fuß in die neue Saison gestartet sind.“

    Sehen Sie eine Chance, den Rückstand zur Spitze noch aufzuholen?
    Norbert Haug: „Das Team wird weiterhin fortlaufend speziell aerodynamische Neuenwicklungen vorstellen und bei den Freitagstests ausprobieren. Dass es außerhalb der Rennwochenenden keine Tests mehr gibt, hilft dem schnellen Vorankommen natürlich nicht.“

    Mit welchen Erwartungen gehen Sie in das Rennen am Nürburgring?
    Norbert Haug: „Wir haben 2007 den letzten Grand Prix, der auf dem Nürburgring stattgefunden hat, gewonnen und wir haben auch im darauf folgenden Jahr den Grand Prix von Deutschland auf dem Hockenheimring gewonnen. 2009 werden wir am Nürburgring leider nicht siegfähig sein.“

    Welchen Stellenwert hat das Heimrennen für Sie?
    Norbert Haug: „Einen großen, besonders in diesem Jahr, wenn sich die Geburt des Silberpfeils am Nürburgring zum 75. Mal jährt. Wir werden dazu eine Ausstellung im Fahrerlager und eine Parade von damaligen bis aktuellen Grand Prix- Fahrzeugen haben, um so die Zuschauer an dieser einmaligen Geschichte teilhaben zu lassen.“

    Wie sehen Sie nach dem jüngsten Ausstiegsbeschluss von Hockenheim die Zukunft der Formel 1 in Deutschland?
    Norbert Haug: „Ich denke es gibt weiterhin gute Chancen für zwei Grands Prix in Deutschland, pro Jahr im Wechsel zwischen Nürburgring und Hockenheim.“

    Welche Ziele setzt sich das McLaren-Mercedes-Team für die zweite Saisonhälfte?
    Norbert Haug: „Wir wollen uns deutlich steigern.“

    Ist der interne Druck gewachsen, das Motorsport-Engagement und besonders das Formel-1-Projekt zu rechtfertigen?
    Norbert Haug: „Niemand bei uns ist glücklich, wenn wir nicht gewinnen. Wir haben in den letzten beiden Jahren gegen neun Wettbewerber den Titel einmal um einen Punkt verpasst und diesen im letzten Jahr mit Lewis Hamilton geholt. Und wir alle wissen, dass es im Sport auch schwierige Phasen gibt. Nachdem wir 2006 nicht ein Rennen gewannen, schafften wir in den beiden folgenden Jahren 40 Prozent aller Siege. Insgesamt hat seit unserem ersten Sieg im März 1997 Ferrari mehr Rennen gewonnen und Titel geholt als wir, sonst niemand.“

    Inwiefern verspüren Sie Rückenwind durch die Erfolge von BrawnGP mit dem Mercedes-Motor?
    Norbert Haug: „Diese großen Erfolge - sechs Siege bei bisher acht Rennen sowie Führung in der Fahrer-WM wie in der Konstrukteurs-WM - freuen uns natürlich sehr. Und sie zeigen, dass unser Kunden-Service auch in der Formel 1- auf allerhöchstem Niveau und unter größtem Wettbewerbsdruck - ausgezeichnet funktioniert.“
    9. Deutschland GP / Nürburgring

    Europa: Willkommen in der grünen Hölle!
    Auch wenn der neue Nürburgring nicht mehr allzu viel mit der legendären Nordschleife zu tun hat, stellt der neue GP-Kurs einige Herausforderungen an die Fahrer und Autos. Denn aus technischer Sicht sind am Nürburgring vor allem eine gute Traktion sowie eine ausgefeilte Fahrzeugbalance und Bremsstabilität gefragt. Zudem sind auch die berühmten Wetterkapriolen in der Eifel ein besonderes Merkmal des Rings.

    In den letzten Jahren variierten die klimatischen Bedingungen dabei während der Rennwochenenden von frostig und feucht über Regen bis hin zu warmen Sonnenwetter. Im Jahre 1995 musste derweil sogar das Warmup wegen Nebels abgesagt werden...

    Ralf Schumacher: "Der Nürburgring ist für mich einfach das Heimrennen schlechthin und insofern immer etwas Besonderes. Von Kerpen, wo ich aufgewachsen bin, ist es ja nicht weit zum Ring. Entsprechend oft habe ich dort zugeschaut und auch als Führerschein-Neuling meine Runden auf dieser unglaublichen Nordschleife gedreht. 1993 habe ich da nach dem Kartsport mein erstes Rennen gewonnen, übrigens mit einem BMW Motor im Formel Junior. Die jüngste Streckenvariante ist nicht so ganz nach meinem Geschmack, sie ist mir etwas zu langsam ausgelegt."

    Sam Michael: "Es bleiben nur wenige Tage Vorbereitungszeit für den Nürburgring. Die Strecke selbst erfordert mit zahlreichen langsamen und einigen mittelschnellen Kurven viel Abtrieb, aber es gibt auch eine entscheidende Hochgeschwindig-keitspassage. Die beste der Überholmöglichkeiten liegt zwischen der letzten Schikane und Kurve eins."

    Mario Theissen: "Die beiden GP in Deutschland haben für BMW naturgemäß besondere Bedeutung. Der Nürburgring ist eine gelungene Verbindung zwischen Tradition und moderner Rennstrecken-Architektur. Die Motorenbelastung liegt im Mittelfeld."
    Bilder
    • f1_eu_2006.gif

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    Vorschau: Grand Prix von Deutschland

    Vorschau: Grand Prix von Deutschland

    Lewis Hamilton:
    „Wir fuhren 2007 zum letzten Mal auf dem Nürburgring. Nach einem Unfall im Qualifying startete ich als Zehnter. Im Regenchaos nach dem Start wurde das Rennen abgebrochen und ich musste den Neustart vom Ende des Feldes aufnehmen, nachdem mein Auto mit mir im Cockpit aus dem Kiesbett mit laufendem Motor zurück auf die Strecke gehoben worden waren. Die Strecke gefällt mir gut; sie erlaubt recht hohe Geschwindigkeiten, ist flüssig zu fahren und bietet ein paar gute Überholmöglichkeiten. Und die Fans in der Eifel leben die Formel 1 und sorgen für eine tolle Partyatmosphäre.
    Wir haben keine weiteren neuen Teile für das Nürburgringwochenende vorgesehen. Dennoch geben alle im Team ihr Bestes, auch wenn unsere Ergebnisse das zuletzt nicht zeigten. Es ist eine Ehre, zur Silberpfeil-Familie zu gehören und wir alle wollen bis zum Ende der Saison weiter vorne stehen.“

    Heikki Kovalainen:
    „Der Nürburgring ist eine tolle und abwechslungsreiche Rennstrecke. Manche Kurven sind recht knifflig, so dass du einen guten Rhythmus brauchst, um hier schnell zu sein, in anderen, schnelleren Abschnitten kommt es vor allem auf das optimale Set-up an. Das Bergaufstück mit den S-Kurven nach der Dunlopkehre sorgt für ein fantastisches Gefühl in einem Formel 1-Auto. Der deutsche Grand Prix erinnert uns besonders an die Leistungen von Mercedes-Benz. Unsere Motoren sind wohl die stärksten und zuverlässigsten im Feld und das gilt auch für den KERS Hybrid. Mercedes-Benz hat viel zu den Erfolgen unseres Teams beigetragen und deshalb hoffe ich vor allen unseren Fans bei unserem zweiten Heim-Grand-Prix auf ein gutes Ergebnis.“

    Martin Whitmarsh, Vodafone McLaren Mercedes Teamchef
    „Der Grand Prix von Deutschland ist unser zweites Heimrennen in diesem Jahr. Dank unserer langen und engen Partnerschaft mit Mercedes-Benz haben wir hier viele Freunde und wir freuen uns über die Unterstützung – nicht nur von den vielen tausend Mercedes-Benz Mitarbeitern auf den Tribünen, sondern auch von den vielen Zuschauern, die für eine einzigartige Atmosphäre sorgen.
    Wir werden diesmal nicht an unsere zwei Siege in den beiden letzten Formel 1-Rennen in Deuschland anknüpfen können, doch wir arbeiten kontinuierlich und intensiv an der Weiterentwicklung des MP4-24. Wir sind sehr stolz darauf, den Mercedes-Benz Stern vorn auf unserem Auto zu haben und nichts würde uns mehr freuen, als den Stern baldmöglichst wieder an die Spitze zu bringen.“

    Norbert Haug, Mercedes-Benz Motorsportchef
    „Den letzten Grand Prix auf dem Nürburging haben wir 2007 als Sieger beendet, genauso wie den Großen Preis von Deutschland in Hockenheim im vorigen Jahr. Dieses Jahr starten wir ohne Siegeschance, denn unsere Verbesserungsarbeiten am Fahrzeug haben bisher nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Es muss also weiter extrem hart gearbeitet werden.
    Der Nürburging ist die Geburtsstätte des Silberpfeils und wir werden das 75-jährige Jubiläum mit einer Parade auf der Rennstrecke und einer Ausstellung am Fahrerlagereingang begehen, um den Nürburgring-Besuchern genauso wie den Fersehzuschauern so diese einmalige Geschichte zu präsentieren.”

    Qualifying : Webber auf Pole

    Qualifying : Webber auf Pole
    Mark Webber stach im Qualifying in der Eifel beide Brawn-Piloten und Sebastian Vettel im Kampf um die Pole Position aus.

    Alles schaute auf das Duell Jenson Button gegen Sebastian Vettel. Alles staunte über die Trainingsbestzeiten von Lewis Hamilton. Alles erfreute sich an den chaotischen Wetterbedingungen im Qualifying. Die Pole Position für den Großen Preis von Deutschland ging jedoch an einen anderen Fahrer: Mark Webber schnappte sich am leicht verregneten Nürburgring die Pole.

    In einem spannenden Schlagabtausch zum Ende des dritten Qualifyings setzte sich Webber gegen Rubens Barrichello, Jenson Button und Sebastian Vettel durch. Dahinter reihten sich die beiden Silberpfeile auf den Rängen 5 und 6 - in der Reihenfolge Lewis Hamilton vor Heikki Kovalainen. Im Gegensatz zu Kovalainen fährt Hamilton mit einem neuen Aerodynamikpaket. Die Top10 komplettierten Überraschungsmann Adrian Sutil auf Platz 7, Felipe Massa, Kimi Räikkönen und Nelsinho Piquet.

    Regenchaos mischt das Feld auf

    Das zweite Qualifying wurde vom stärker werdenden Regen bestimmt. Zu Beginn probierten alle Fahrer eine Runde auf Slicks hinzulegen, doch der Regen war schneller und sie mussten ihre Versuche aufgeben. Kazuki Nakajima und Felipe Massa bekamen dies in Form von Drehern und Ausritten zu spüren. Gegen Ende der Session erwischte es auch Fernando Alonso, der seine letzte Chance durch einen Dreher verlor.

    Neben Alonso schieden auch Nick Heidfeld, Nakajima, Jarno Trulli und Nico Rosberg in einem verrückten zweiten Qualifying aus. "Das Timing hat nicht gepasst. Als es feucht war, war ich gut dabei", sagte Heidfeld. "Das Wetter war schwer vorherzusagen. Im Nachhinein ist es immer leicht zu sagen, dass man früher auf Slicks hätte wechseln sollen oder noch eine Runde hätte fahren sollen. Aber da kann man nichts machen. Die Entscheidung liegt beim Team. Ich habe gesagt, dass die Intermediates überhitzen und gemeint, wir sollten Slicks oder neue Intermediates aufziehen. Letztendlich haben sie es dann festgelegt, was wir machen."

    Auch Nico Rosberg war nach dem Regen-Qualifying unzufrieden. "Es ist nicht so gut gelaufen", gestand er. "Im Trockenen waren wir gut unterwegs und sind easy durchgekommen. Ich habe nur einen Reifensatz im Q1 verwendet. Aber im Q2 war es Chaos, die Bedingungen waren schwierig." Vor allem die Reifen bekam er nicht auf Temperatur. "Wir müssen herausfinden, wieso das der Fall war." Auch Rosberg konnte sich am Ende nicht mehr verbessern. "Die Ingenieure entscheiden, denn sie wissen, was beim Wetter passiert - aber der letzte Schritt kam wohl zu spät."

    Mit Robert Kubica und Timo Glock schieden zwei Piloten überraschend im ersten Qualifying aus, die eigentlich ins Q2 hätten kommen müssen. "Ich weiß im Moment nicht, woran es gelegen hat", so Glock. "Die Zeit ist wie in Silverstone nie gekommen. Ich war immer zwei Zehntel zu langsam. Ich bin ziemlich ratlos. Seit Monaco läuft es bei mir nicht mehr."

    Das Qualifying im Überblick
    1. Session
    Zwischenfälle: einsetzender Regen gegen Ende
    ausgeschieden: Kubica, Buemi, Fisichella, Glock, Bourdais
    Top-6: Webber, Alonso, Vettel, Hamilton, Barrichello, Button
    2. Session
    Zwischenfälle: Regen, Dreher Nakajima, Ausritt Massa, Abflug Kovalainen, Dreher Alonso, Ausritt Räikkönen
    ausgeschieden: Heidfed, Alonso, Nakajima, Trulli, Rosberg
    Top-6: Barrichello, Piquet, Sutil, Webber, Button, Hamilton
    3. Session
    Zwischenfälle: keine
    Top-6: Webber, Barrichello, Button, Vettel, Hamilton, Kovalainen

    Hamilton fährt W 25 auf der Nordschleife

    Hamilton fährt W 25 auf der Nordschleife

    Vor dem Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring machte Vodafone McLaren Mercedes Pilot Lewis Hamilton eine kleine Zeitreise: Am Donnerstagvormittag fuhr Hamilton mit dem Ursilberpfeil W 25 über die legendäre Nordschleife.
    Bereits vor einigen Wochen durfte Hamilton auf der Einfahrbahn im Mercedes-Benz Werk in Untertürkheim ein paar Kilometer mit dem historischen Rennwagen fahren. "Der Wagen hört sich unglaublich an. Ich kann mir kaum vorstellen, wie schwer es gewesen sein muss, dieses Auto mit Renngeschwindigkeit zu fahren", sagte Hamilton nach seinen Proberunden mit der 354 PS starken Rennlegende.

    Der W 25 debütierte am 3. Juni 1934 auf dem Nürburgring. Am Vorabend des Rennens wog das Auto jedoch ein Kilogramm zu viel. Über Nacht wurde die weiße Farbe entfernt, so dass nur noch das silberne Aluminium durchschimmerte - die Silberpfeile waren geboren! Der W 25 durfte am Rennen teilnehmen und gewann mit Manfred von Brauchitsch am Steuer das Rennen in der Eifel.
    In diesem Jahr feiert Mercedes-Benz das 75-Jubiläum der Silberpfeile. Bereits von Beginn an war die Marke Mercedes für schnelle und wendige Automobile bekannt. Das erste Mercedes-Modell gewinnt ab 1901 durch moderne Bauweise und einen starken Motor mit 35 PS zahlreiche Rennen. 1934 folgt die Geburtsstunde der Silberpfeile - eines Mythos, der bis heute noch viele Menschen in den Bann zieht. Namen wie Rudolf Caracciola, Bernd Rosemeyer, Tazio Nuvolari sowie später Stirling Moss und Juan Manuel Fangio sind für immer mit dieser Zeit der legendären Silberpfeile verbunden.


    Silberpfeil-Jubiläumsfahrt am Nürburgring

    Am 3. Juni 1934 begann die Legende der Silberpfeile. Der um seine Lackierung erleichterte W 25 debütierte beim Rennen auf dem Nürburgring. 75 Jahre danach kehrte der W 25 an die Geburtstätte des Silberpfeil-Mythos zurück, um in Begleitung von vier weiteren Mercedes-Benz Rennwagen das Silberpfeil-Jubiläum zu begehen.
    Kurz vor dem Start des Großen Preises von Deutschland auf dem Nürburgring fuhren Pedro de la Rosa (in einem W 25), Bernd Schneider (W 125), David Coulthard (MP4-13), Alexander Wurz (W 145) und Niki Lauda (W 196) eine Runde auf dem GP-Kurs in der Eifel.
    Bereits am Donnerstag hatte Vodafone McLaren Mercedes Pilot Lewis Hamilton auf der Nordschleife in einem W 25 Platz genommen.


    Die Autos im Überblick:

    W 25: Der Mercedes-Benz W 25 war der erste Silberpfeil und gewann auf Anhieb sein erstes Rennen. Er besaß einen Achtzylinder-Motor mit 3,7 Litern Hubraum und 400 PS. Das Auto gewann noch drei weitere Rennen im Debütjahr. 1935 gab es neun Siege und den Europameistertitel für Rudolf Caracciola. 1936 gewann der W 25 noch einmal zwei Rennen mit Caracciola am Steuer.

    W 125: Der Mercedes-Benz W 125 war der Nachfolger des legendären W 25. Der neue Achtzylindermotor brachte es auf 592 PS und fuhr ebenso wie sein Vorgänger im ersten Rennen auf das oberste Podesttreppchen. Insgesamt gab es 1937 sieben Siege für den W 125 und Caracciola gewann seinen zweiten Europameistertitel.

    W 154: Der neue 3-Liter-Motor des Mercedes-Benz W 154 war mit 450 PS außergewöhnlich stark. Das Auto ließ die Konkurrenz hinter sich und gewann 1938 und 1939 sechs respektive fünf Rennen. Caracciola und Hermann Lang holten jeweils den Europameistertitel.

    W 196: Nach 15 Jahren Abwesenheit kehrten die Silberpfeile mit dem Mercedes-Benz W 196 in den GP-Sport zurück und setzten die Erfolgsserie dort fort, wo sie aufgehört hatten. Mit jeweils fünf Siegen in den Jahren 1954 und 1955 gewann Juan Manuel Fangio die ersten beiden Formel-1-Weltmeistertitel von Mercedes-Benz. Der legendäre Argentinier holte insgesamt fünf WM-Titel in der Königsklasse.

    MP4-13: Der McLaren Mercedes MP4-13 gewann in der Formel-1-Saison 1998 mit David Coulthard und Mika Häkkinen neun von sechzehn Rennen, fuhr zwanzig Mal aufs Podium, stand zwölf Mal auf der Pole Position und erzielte neun schnellste Rennrunden. Folgerichtig wurde Mika Häkkinen Fahrerweltmeister und McLaren Mercedes Konstrukteursweltmeister.
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    Hamilton startet von Platz fünf

    Hamilton startet von Platz fünf: Heikki Kovalainen besser als erwartet

    Glückliche Fahrer-Gesichter sah man nach der Qualifikation am Nürburgring bei McLaren-Mercedes. Nicht verwunderlich nach dem bislang besten Ergebnis.
    Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen bestätigten in der Qualifikation am Nürburgring weiterhin einen gewissen Aufwärtstrend bei McLaren-Mercedes. Hamilton hatte bislang angedeutet, dass an diesem Wochenende mehr gehen könnte, von Teamkollege Kovalainen hatte man hingegen einen sechsten Platz in der Startaufstellung kaum erwarten können. Der Finne war in den ersten Trainings weit hinten gefahren.

    Lewis Hamilton freute sich vor allem über das viel bessere Verhalten des McLaren, bei der Kurvendurchfahrt. "Das Auto verhält sich gut, es ist toll eins zu haben mit dem du in den Kurven ans Limit gehen kannst", erklärte Hamilton über die Fortschritte.

    "Ich bin sehr froh Q3 erreicht zu haben. Die Bedingungen haben sich ständig geändert, aber das Team hat dafür gesorgt, dass wir immer mit den richtigen Reifen auf der Strecke waren. Leider wurde die Strecke noch etwas besser, nachdem ich meine schnelle Runde schon gefahren war. Dennoch ist Platz fünf und sechs ein tolles Resultat für uns."

    "Die Brawns und Red Bulls anzugreifen wird aber nicht einfach werden. Das Auto ist immer noch in Arbeit und wir haben noch ein Stück Weg vor uns, aber das alles ist sehr aufmunternd. Mir ist egal, ob es regnet, aber ich hätte gern, dass alles im Rennen glatt geht."

    Unerwartete Steigerung

    Ein Wunsch den Heikki Kovalainen sicher teilen wird. Nach anfänglichen Schwierigkeiten die richtige Balance zu finden, scheint es dem 27-Jährigen pünktlich zur Qualifikation gelungen zu sein, auch wenn seine Zeit der Papierform nach bei weitem nicht so gut war, wie die von Hamilton und er sich in Q2 von der Strecke drehte.

    "Am Ende lief der Tag doch besser, als gedacht", gab Kovalainen nach der Qualifikation zu. "Wir können damit sehr zufrieden sein. Die Reifenstrategie ging sehr gut auf und in Q2 hatte ich die richtigen Reifen drauf, als die Bedingungen immer schwieriger wurden. Das Team hat einen super Job gemacht, danke dafür!"

    "Das Resultat ist ein vielversprechendes für das gesamte Team. Mein Auto hat hier viel besser funktioniert, als noch bei den letzten Rennen. Auch wenn ich nicht die gleichen Upgrades hatte wie Lewis, ist das alles sehr ermutigend. Wir machen tolle Fortschritte."

    Auch Teamchef Martin Whitmarsh zeigte sich erfreut über die Fortschritte, wenn auch die Euphorie nach dem bisherigen Saisonverlauf ausblieb.

    "Mit beiden Autos in der dritten Reihe zu stehen ist eine gute Sache. Lewis und Heikki haben einen tollen Job abgeliefert, trotz der schwierigen Bedingungen. Besonders Heikki war herausragend."

    "Die erste Reihe wäre möglich gewesen, aber wir waren nicht auf der Strecke, als die Bedingungen am Besten waren. Dennoch, wir freuen uns auf das Rennen und mit unserer Strategie können wir sicher ein gutes Resultat erzielen."

    Ecclestones Position gerät ins Wanken: In der Kritik

    Ecclestones Position gerät ins Wanken: In der Kritik

    Die Inhaber der kommerziellen F1-Rechte treffen sich am Dienstag zu Gesprächen. Inhalt soll die zukünftige Rolle von Bernie Ecclestone in der Formel 1 sein.
    Angesichts der angespannten Situation in der Formel 1 - die FOTA-Teams haben ihren Plan einer Konkurrenzserie noch nicht aufgegeben - schreiten nun die Inhaber der kommerziellen F1-Rechte ein. Wichtige Mitglieder der CVC befürchten, dass der Konflikt zwischen der FIA und der FOTA dem Image des Sports schadet und nehmen deshalb die Angelegenheit selbst in die Hand.

    Am Dienstag will man sich in London zu einem Meeting treffen, um einen Plan zu entwickeln. Laut Telegraph Sports wollen die Mitglieder, darunter WPP-Geschäftsführer Sir Martin Sorrell und Peter Brabek, eine hochrangige Person bei Nestle, vor allem die zukünftige Rolle von Bernie Ecclestone innerhalb der Formel 1 besprechen.

    Schockierendes Interview

    Aus dem Umfeld der CVC heißt es, dass man Ecclestone "eine Stufe höher" stellen will, indem man ihm eine ehrenamtliche Rolle innerhalb der F1-Dachgesellschaft zuteilt. Der F1-Zampano war zuletzt be vielen Leuten in Ungnade gefallen als er in einem Zeitungsinterview Adolf Hitlers Fähigkeiten lobte, "die Dinge zu regeln". Sorrell und Brabek, die beide jüdischer Herkunft sind, reagierten geschockt auf das Interview.

    Sorrell forderte Bernie Ecclestone auf, dessen PR-Agentur Finsbury zu engagieren, die sofort eine Entschuldigung in der gleichen Zeitung drucken ließ, in der Ecclestone sich selbst als "Idiot" bezeichnete. Sorrell riet dem 78-Jährigen ebenfalls ab, dem Deutschland-GP auf dem Nürburgring beizuwohnen, doch Ecclestone ignorierte diesen "Rat".