Interessantes zu Formel 1 im Jahr 2009

    Webber kann ersten F1-Sieg nicht fassen

    Webber kann ersten F1-Sieg nicht fassen: Habe es jedem Zweifler gezeigt
    Mark Webber konnte es kaum fassen, dass er nach 130 sieglosen Rennen zum ersten Mal einen Grand Prix gewann. Vor allem nach seinem Beinbruch im Winter.
    Hemmungslos brüllte Mark Webber nach seiner Zieleinfahrt in sein Funkgerät. Nach 130 sieglosen Rennen fuhr der Australier auf dem Nürburgring ein sensationelles Rennen und holte seinen ersten F1-Sieg. "Das ist ein unglaublicher Tag für mich. Nach Silverstone wollte ich hier unbedingt gewinnen. Ich dachte, dass ich eine gute Chance habe. Nach der Pole Position war ich in einer guten Ausgangsposition, um hier zu gewinnen. Nur der Regen hätte mich aufhalten können, aber der kam nicht", freute sich Webber.

    Seit dem Sieg von Alan Jones im Jahr 1981 hat kein Australier mehr einen Grand Prix gewonnen. Nicht einmal eine Durchfahrtsstrafe, die Webber nach einer Berührung mit Rubens Barrichello erhielt, konnte den Red Bull-Piloten aufhalten. "Ich verlor den Start gegen Rubens. Ich dachte, er wäre links gefahren, aber er fuhr auf die rechte Seite. Ich knallte ihn in rein. Deshalb bekam ich die Durchfahrtsstrafe, aber meine Ingenieure versuchten mich zu beruhigen", erzählte Webber.

    Ein harter Winter

    Hinter dem Australier liegt eine schwere Zeit. Im Winter brach sich Webber bei einem Radunfall das Bein. "Es war wirklich ein schwieriger Winter für mich, aber Sebastian hat bei den Testfahrten gezeigt, was alles in dem Auto steckt. Deshalb behielt ich meine Motivation, auch wenn das Bein schmerzte. Das Team hatte mit mir sehr viel Geduld und jedem in Australien, der an mir gezweifelt hat, habe ich es jetzt gezeigt. Danke an alle, die mich unterstützt haben", erklärte Webber.

    In der Fahrerwertung liegt der Red Bull-Pilot nun auf Platz drei - 22,5 Punkte hinter Spitzenreiter Jenson Button und nur 1,5 Punkte hinter Teamkollege Sebastian Vettel. Für den Australier ist der Kampf um die WM gegen Brawn GP wieder offen. "Brawn GP führt in der Konstrukteurswertung, was sie auch verdienen. Aber wir geben nicht auf und werden versuchen konstant zu pushen. Wir lieben es gegen die großen Teams zu kämpfen", betonte Webber.

    Barrichello verärgert über Brawn GP

    Barrichello verärgert über Brawn GP: Will mit niemandem mehr reden

    Rubens Barrichello zeigt sich erneut verärgert über die Rennstrategie seines Teams - und warnt vor dem Verlust beider Titelgewinne.
    Ein gewonnener Start, die Führung im ersten Stint und eine Durchfahrtsstrafe für den ärgsten Verfolger: Insgeheim schien sich Rubens Barrichello bereits erstmals für Brawn GP auf der obersten Stufe des Podests zu sehen - dort, wo er aus seiner Sicht ohnehin hingehört. Eine Dreistopp-Strategie und ein missglückter Boxenstopp machten dem Brasilianer allerdings einen Strich durch die Rechnung - und ließen ihn gar erneut hinter Teamkollege Jenson Button auf Platz sechs zurückgefallen.

    "Ich bin extrem verärgert über die Art und Weise, wie es heute gelaufen ist. Denn es war eine tolle Demonstration, wie man ein Rennen verlieren kann", sagte Barrichello im Anschluss an das Rennen gegenüber dem BBC. Seine eigene Leistung sieht der Brasilianer über alle Zweifel erhaben: "Ich habe alles so gemacht, wie ich es tun sollte. Ich sollte als Erster in die erste Kurve biegen, und genau das habe ich getan." Nachdem Barrichello nun in der Meisterschaft auf Platz vier hinter die beiden Red-Bull-Piloten zurückgefallen ist, warnt er das gesamte Team vor einem drohenden Abstieg.

    "Wenn wir so weitermachen, werden wir am Ende beide Meisterschaften verlieren - und das wäre schrecklich", sagte der 37-Jährige. Wenig diplomatisch äußert sich der frühere Ferrari-Pilot auch mit Blick auf eine mögliche Aufarbeitung des Rennens: "Ehrlich gesagt, würde ich mich jetzt am liebsten sofort ins Flugzeug setzen und nach Hause fliegen. Ich möchte mit niemandem aus dem Team mehr sprechen, denn das wäre nur viel Blabla... Das will ich nicht hören. Ich bin wahnsinnig verärgert."

    Keine Chance für Lewis Hamilton: Mit Kämpferherz auf Rang 8

    Keine Chance für Lewis Hamilton: Mit Kämpferherz auf Rang acht
    McLaren-Mercedes hatte vor dem Rennen die Ziele hoch gesteckt, doch am Ende mussten sich Fahrer und Team mit nur einem Punkt zufrieden geben.
    Bis zur ersten Kurve lief noch alles gut. Sowohl Heikki Kovalainen als auch Lewis Hamilton hatten einen guten Start und konnten Plätze gut machen. Doch in die erste Kurve hinnein schlitzte der Frontflügel von Mark Webbers Red Bull den rechten Hinterreifen des McLaren auf und Hamilton musste direkt an die Box fahren.

    "Mein Rennen war bereits in Kurve eins gelaufen", sagte ein unglücklicher Lewis Hamilton nach dem Rennen. "Bis in Kurve eins lief es ganz gut, dann habe ich angebremst und habe hinten einen Schlag gespürt, bin aber weiter gefahren. Ich glaube der Platten hat hinten den Unterboden beschädigt."

    Beim Boxenstopp dann tankte die Crew den McLaren randvoll und wechselte auf eine Zwei-Stopp-Strategie. Hamilton blieb jedoch weit abgeschlagen auf Rang 18 und hatte keine Chancen sich zu verbessern. Dennoch lies ihn das Team draußen und hörte nicht auf die Wünsche ihres Fahrers, der es lieber vorzeitig beendet hätte.

    "Ich habe dem Team vorgeschlagen Motor und Getriebe zu schonen, denn in den kommenden Rennen sollten wir bessere Chancen haben, das haben wir an diesem Wochenende erkannt. Die beste Nachricht des Wochenendes ist, dass unsere Upgrades wirklich etwas bringen. Das Team hat tolle Arbeit geleistet und ich freue mich auf das nächste Rennen."

    Note 1 für Defensive

    Heikki Kovalainen wird zwar kaum euphorisch über einen erzielten WM-Punkt sein, dennoch bleibt fest zu halten, dass der Finne versuchte das Beste aus dem gegebenen Material heraus zu holen. Auch wenn er die am Start gewonnenen Plätze am Ende nicht bis ins Ziel bringen konnte, immerhin gelang es ihm seinen achten Platz bis über die Ziellinie zu verteidigen.

    "Wenn man mir am Freitag gesagt hätte, dass ich in die Punkte fahre, hätte ich es nicht geglaubt. Das Wochenende war nicht einfach, es war schwer die Reifen zum Arbeiten zu bringen und Grip zu finden, aber wir haben in jedem Training alles versucht und irgendwann ist es dann für uns gelaufen", blickte der 27-Jährige auf die letzten Tage zurück.

    "Der Schlüssel war die Position zu verteidigen. Ich habe die gesamte Zeit über alles gegeben, ein harter Weg Punkte zu erzielen. KERS hat heute mein Rennen gerettet, das kann ich nicht bezweifeln. Jetzt freue ich mich auf Ungarn, denn dort werde ich auch das neue Aero-Paket bekommen. Es ist für das ganze Team super, dass es vorwärts geht."

    Teamchef Martin Whitmarsh war die Trauer um die verpasste Chance für Lewis Hamilton deutlich anzumerken. "Lewis hätte sicher die Führung übernehmen können, wenn nicht die Kollision mit Mark gewesen wäre. Das war wirklich schade, sein Auto war konkurrenzfähig. Schlimmer war jedoch, dass er direkt vor dem Feld wieder zurück auf die Strecke kam und die ganzen blauen Flaggen beachten musste."

    "Heikki hat das gesamte Wochenende über Kämpferherz bewiesen, obwohl er nicht das neue Aero-Paket zur Verfügung hatte. Am Ende ein solider achter Platz und ein nützlicher WM-Punkt. Wir blicken dennoch schon nach Budapest, wo beide Fahrer mit dem neuen Aero-Paket unterwegs sein werden."

    Brawn GP in Schwierigkeiten: Enttäuschung bei Ross Brawn

    Brawn GP in Schwierigkeiten: Enttäuschung bei Ross Brawn
    Enttäuschung bei Jenson Button und Ross Brawm, Zorn bei Rubens Barrichello: Für Brawn GP war der heutige Sonntag der bisherige Tiefpunkt der Saison.
    Noch vor einem Jahr zu Honda-Zeiten hätten sieben gesammelte Punkte das Team um Ross Brawn in Begeisterungsstürme versetzt. Am heutigen Nürburgring-Sonntag war davon nicht viel zu spüren: Viel zu hoch sind mittlerweile die Ansprüche bei Brawn-GP, als dass die Plätze fünf und sechs nach Führungsrunden im ersten Renndrittel als akzeptables Ergebnis durchgehen könnten. "Zweifelsohne war es ein sehr enttäuschendes Rennen für das Team, obwohl wir in der Lage waren, mit ein paar Punkten Schadensbegrenzung zu betreiben. Wir hatten einfach nicht die Pace der Red Bulls", musste Teamchef Ross Brawn gestehen.

    Auch die Rennstrategie verhalf heute nicht zum gewünschten Erfolg. "Wir haben für beide Autos eine Drei-Stopp-Strategie gewählt, um noch bestmögliche Chancen auf das Podium zu haben", sagte Brawn. Doch den Podesthoffnungen stand auch der problematische Umgang der Brawn-Boliden mit den Bridgstone-Pneus gegenüber: "Beide Fahrer haben über das ganze Rennen hinweg mit dem Reifen gekämpft, um sie trotz Grainings am Arbeiten zu halten." Doch damit nicht genug: "Das Problem mit der Benzinmenge bei Rubens' zweitem Stopp hat ihn hinter Rosberg zurückfallen lassen. Das hat ihn vielleicht Rang drei gekostet."

    Diskussionen um dritten Stopp

    Insbesondere die folgende Begegnung mit Jenson Button gefiel dem Brasilianer ganz und gar nicht. "Jenson hatte einen schwierigen Start; er war auch von Rubens' Problemen beim zweiten Stopp betroffen, denn plötzlich waren beide ganz eng beieinander", schilderte Brawn die Situation, als Barrichello während des zweiten Stints direkt vor Button auf Platz fünf zurückgefallen war. Button selbst sah sich von dem GP-Veteranen unbeabsichtigt aufgehalten: "Rubens war ganz dicht vor mir und hatte Probleme mit den Reifen." Im Folgenden fühlte sich Barrichello nicht zum ersten Mal in diesem Jahr dadurch ausgebremst, dass Button eine Runde später zum dritten Stopp kommen durfte als er selbst.

    "Wir hatten nicht genug Pace verglichen mit den Red Bulls, aber das Benzinproblem beim zweiten Stopp kostete mich das Podest. Die Extrarunde, die Jenson bei unseren dritten Stopps hatte, war genug für ihn, an mir vorbeizukommen", stellte Barrichello nüchtern fest, nachdem er zunächst in ersten Statements schwere Vorwürfe gegen sein Team erhoben und jegliche weitere Gespräche mit dem Team abgelehnt hatte. Doch auch ohne den Wirbel um Barrichello waren sich Brawn und Button in ihrem Fazit einig: "Es war ein harter und enttäuschender Tag für das Team."

    Mark Webber siegt am Nürburgring

    Mark Webber siegt am Nürburgring: Selbst der Regen hielt inne
    Mark Webber musste lange warten, bis es mit dem ersten Sieg klappte, doch auch mit 32 feiert es sich gut.
    Ehrlich, wer hätte vor der Saison 2009 vermutet, dass Mark Webber, acht Jahre nach seinem Formel 1-Debüt den langersehnten ersten Sieg holt? Wohl kaum jemand, konzentrierte sich doch alles auf den jungen, talentierten Sebastian Vettel und die Tatsache, dass Mark Webber sich in der Winterpause das Bein brach. Doch mit seinem Triumph am Nürburgring kann sich nun auch Australier in die Siegerliste eintragen.

    "Ein unglaublicher Tag! Nach dem Rennen von Silverstone wollte ich unbedingt gewinnen, dort hatte ich sicher schon eine gute Chance. Dann gestern die Pole und ich wusste, ich hatte eine gute Ausgangsposition und kann versuchen, das Rennen zu gewinnen", erzählte Webber nach seiner Siegfahrt.

    "Das Einzige, was mich auf die Probe stellen hätte können, wäre der Regen gewesen, aber selbst der blieb aus."

    Zum Startzwischenfall erklärte Webber: "Das ist normalerweise nicht mein Stil. Ich dachte Rubens wäre ein bisschen weiter links, also bin ich nach rechts und voll in ihn hinein gefahren. Dafür habe ich eine Strafe bekommen, die musste ich kompensieren. Ich bin solange ans Limit gegangen, wie ich musste."

    "Sebastian hatte im Winter gezeigt, was mit dem Auto möglich ist, das hat mich motiviert, als ich in der Reha war. Das Team war sehr geduldig mit mir, dafür möchte ich mich bedanken. Bei allen, die an mich geglaubt haben. Es gab auch welche, die zweifelten, die grüße ich auch."

    "Es ist einfach ein unglaublicher Tag, für alle die mir geholfen haben, bis hier her zu kommen."

    Kein Verständnis für Barrichellos Äußerungen

    Kein Verständnis für Barrichellos Äußerungen: Die rote Karte verdient
    Für Barrichellos Anschuldigungen gegenüber dem eigenen Team bringt man im Fahrerlager nur wenig Verständnis auf. Nur Ross Brawn stellt sich vor seinen Piloten.
    Nicht überall ist Rubens Barrichello für die realistische Einschätzung seiner Fähigkeiten bekannt. Ob die Ankündigung von Weltmeistertiteln als Nummer zwei bei Ferrari oder die Zuversicht, gegen Jenson Button den WM-Titel zu gewinnen: Was nicht funktioniert, liegt aus Sicht des 37-Jährigen meist an anderen. So fühlte sich Barrichello heute auch bei seiner Fahrt von Startplatz zwei auf Position sechs nicht angemessen vom Team behandelt. "Ich möchte mit niemandem aus dem Team mehr sprechen, denn das wäre nur viel Blabla... Das will ich nicht hören. Ich bin wahnsinnig verärgert", hatte Barrichello vor laufenden TV-Kameras gesagt - und das Team beschuldigt, an seinem verlorenen Sieg die Schuld zu tragen.

    Das Team in Misskredit gebracht

    Verständnis für die Entgleisung des Brasilianers bringt man im Fahrerlager nur bedingt auf. "Er bringt das Team in Misskredit", sagte Barrichellos früherer Teamchef Eddie Jordan gegenüber crash.net. "Er weiß offenbar, dass er noch kein Cockpit für das nächste Jahr hat. Das ist eine traurige Situation, aber so etwas hätte er nicht vor den Fernsehkameras sagen dürfen. Definitiv nicht." David Coulthard, der im vergangenen Jahr seinen F1-Helm an den Nagel gehängt hatte, vermutet bei Barrichello eine latente Unzufriedenheit über die eigenen Leistungen.

    "Da ist ein Fahrer, der sehr viele Rennen bestritten hat. Es ist unvermeidlich, dass sein Enthusiasmus nachlässt und seine Frustration wächst. Denn er bekommt es nicht hin, die großen Möglichkeiten der ersten Saisonhälfte in einen Sieg umzumünzen", spekulierte Coulthard. Eher differenziert bewertetee Frank Williams die Vorgänge bei der Konkurrenz: "Was ich gesehen habe, hätte durchaus die rote Karte verdient", sagte er, zeigte sich aber auch milde: "Zu Rubens' Verteidigung, war er sicher noch sehr aufgewühlt und verärgert, als er aus dem Auto stieg. In Ross' Position würde ich für einen Moment meinen Stolz vergessen und ein paar Worte mit Rubens reden, um ihn umzustimmen." Dennoch könne so etwas kein zweites Mal toleriert werden.

    Ähnlich wie von Williams empfohlen geht Ross Brawn mit den Äußerungen seines Piloten um. Zumindest gegenüber Medienvertretern stellte er sich vor Barrichello. Gegenüber autosport schloss Brawn Auswirkungen auf die weitere Zusammenarbeit in der laufenden Saison aus: "Wir wollen uns ein Gesamtbild verschaffen über das, was er gesagt hat. Er ist mit dem Team durch schwere Zeiten gegangen, er zeigt viel Loyalität gegenüber dem Team. Das kann nicht dadurch zerstört werden, dass er nach dem Rennen ein paar frustrierte Worte von sich gibt."

    Loyalität dem Team gegenüber

    Auch auf die "Blabla"-Passage von Barrichellos Ausraster reagierte Brawn gelassen: "Das sind die Worte eines frustrierten Fahrers. Wenn man aus dem Auto steigt und denkt, man hätte das Rennen gewinnen müssen, aber nicht alle Fakten kennt, kann das passieren." So sei während des Rennens der Informationsfluss zwischen dem 37-jährigen Rennveteranen und dem Kommandostand gestört gewesen: "Der Funk funktionierte nicht gut - wir wollten ihn während des Rennens informieren, was passiert, aber er hat nicht alle Informationen bekommen. Er hatte kein vollständiges Bild von den Geschehnissen des Rennens."

    Zum vollständigen Bild von den Geschehnissen des Rennens hätte aus Brawns Sicht auch die Kenntnis von der heute mäßigen Wettbewerbsfähigkeit des Brawn-Boliden gehört: "Wenn wir schneller gewesen wären, hätten wir das Rennen gewonnen. Aber wir waren zu langsam. Rubens ist die elftschnellste Zeit des Rennens gefahren. Man kann mit keiner Strategie ein Rennen gewinnen, wenn man nur Elftschnellster ist."

    Lewis Hamilton: Es geht aufwärts

    Lewis Hamilton: Es geht aufwärts
    Lewis Hamilton ist trotz des schlechten Rennverlaufs zuversichtlich, dass es bei McLaren Mercedes aufwärts geht.
    Ein enttäuschendes Rennen, aber es dürfte viele positive Aspekte geben, die Du von diesem Wochenende mitnimmst.
    Lewis Hamilton: Es ist definitiv nicht das Ergebnis, das wir uns vor dem Rennen erhofft hatten. Das Training und Qualifying waren sehr ermutigend und ich dachte, dass wir für das Team und mich ein gutes Ergebnis einfahren könnten. Aber es hat nicht sollen sein. Es war schade und enttäuschend, dass ich einen Reifenschaden in der ersten Kurve hatte und dadurch der Unterboden und Bremsluftschacht beschädigt wurden. Damit war mein Rennen praktisch gelaufen, weil das Handling für den Rest des Nachmittags nicht mehr ausbalanciert war. Es gab keine Sicherheitsbedenken, aber wir verloren Downforce und dadurch war es schwierig, das Auto zu kontrollieren.

    Reist Du trotzdem ermutigt nach Ungarn?
    Lewis Hamilton: Absolut, ganz sicher. Nach dem Rennen war ich enttäuscht, dass ist aber nur normal, aber wir müssen auch die positiven Aspekte bedenken: Wenn wir am Nürburgring festgestellt hätten, dass unsere Verbesserungen am Auto eine Enttäuschung gewesen wären, wäre das für alle ein riesiger Rückschlag gewesen. Aber so weit wir wissen, machten die Upgrades einen riesigen Leistungsunterschied zum letzten Rennwochenende aus. Deswegen bin ich zuversichtlich, dass wir diese Leistung und noch mehr nach Ungarn mitnehmen können.

    Ist es noch zu früh, um von einem Comeback des Teams zu sprechen?
    Lewis Hamilton: Es ist kein Comeback. Wir arbeiten noch daran. Das Team plant noch mehr Verbesserungen und es wäre toll, wenn wir den Rückstand auf die Spitze weiter schließen und sie bei einigen Rennen angreifen könnten. Aber wir müssen realistisch bleiben: Red Bull und Brawn haben beide fantastische Autos und es wird unglaublich schwierig, sie zu schlagen.

    Allerdings befinden wir uns jetzt auf dem richtigen Weg mit unseren Updates und die Entwicklung läuft für dieses und nächstes Jahr. Es ist schön, über Rennergebnisse und die Spitze nachzudenken, aber ich sehe diese Saison als Entwicklungsjahr für uns an, das uns noch stärker machen wird. Ich bin zuversichtlich, dass wir bei den nächsten Rennen bessere Ergebnisse einfahren werden. Dann sollten wir ein genaueres Bild haben, wo wir am Ende der Saison stehen werden.

    Wie wichtig war die Leistung am Nürburgring für die Moral im Team?
    Lewis Hamilton: Ich glaube, alle sind ermutigt, erleichtert und glücklich, dass die ganze harte Arbeit in der Fabrik nun erste Früchte in der Leistung auf der Strecke trägt. Ich habe mich zum ersten Mal in diesem Jahr so gefühlt, als ob ich in einem Rennauto saß, das ich kontrollierte und nicht umgekehrt. Leider konnte das Team nur ein Upgrade-Paket fertig stellen, da dieses eigentlich für Ungarn gedacht war. Deshalb musste Heikki [Kovalainen] mit einigen älteren Teilen fahren, aber angesichts dessen fuhr er ein tolles Rennen.

    Wie hat Dir Deine Rundfahrt auf der alten Nordschleife gefallen?
    Lewis Hamilton: Ich liebe es, auf der Nordschleife zu fahren. Ich fuhr dort am Donnerstagvormittag in einem AMG Mercedes-Benz - zunächst mit Bernd Schneider, der mir die Linie zeigte, und dann in einem eigenen Auto. Es ist eine unglaubliche Strecke, sie ist wohl die größte Herausforderung überhaupt. Die Nordschleife wäre klasse für die Formel 1, das einzige Problem ist, dass die Fans uns nur ein paar Mal vorbeifahren sehen würden, weil eine Runde 10 bis 15 Minuten dauert! Einige meiner Ingenieure liefen eine Runde über die Strecke am Samstagnachmittag nach dem Qualifying - sie haben rund zwei Stunden gebraucht!

    Barrichello nimmt harte Worte zurück: Keine Siegchance gehab

    :lol: :lol: :lol: Barrichello nimmt harte Worte zurück: Keine Siegchance gehabt :lol: :lol: :lol:

    Rubens Barrichello hat den Ärger über einen angeblich verpassten Sieg am Nürburgring verdaut. Er glaubt weiter an seine Titelchance.
    Es gibt Dinge, die Rubens Barrichello tierisch aufregen. Zum Beispiel ein Hauch von Stallregie oder vermeintlich verpasste Rennsiege. Am Sonntag war nichts von beidem der Fall, trotzdem regte sich der Brasilianer nach seinem sechsten Platz beim Deutschland GP mächtig auf.

    "Ich möchte mit niemandem aus dem Team mehr sprechen, denn das wäre nur viel Blabla... Das will ich nicht hören. Ich bin wahnsinnig verärgert", sagte er nach dem Rennen und klagte seine Mannschaft an: "Das Team hat mir den Sieg gestohlen."

    Teamchef Ross Brawn hakte dies als die Worte eines frustrierten Fahrers ab, der gerade aus seinem Auto ausgestiegen war und wegen eines Funkproblems nicht über alle Fakten informiert gewesen sein soll. Einen kleinen Seitenhieb konnte sich Brawn dennoch nicht verkneifen: "Ich glaube eher, dass er im entscheidenden Teil des Rennens zu langsam war." Ähnlich deutliche Worte fand Brawn schon einmal in dieser Saison für einen schimpfenden Barrichello, der den verpassten Sieg auf die Teamstrategie schob.

    Am Montag gab es nun die Entschuldigung des Brasilianers über dessen offizielles Twitter-Feed. "Ich war gestern sehr sauer, aber das ist vorbei", schrieb er. "Ich hätte das Rennen nicht gewonnen, da die Red Bull eine halbe Sekunde schneller waren pro Runde, aber Dritter war sehr wohl möglich ohne die Boxenstoppprobleme." Ob er das wirklich so sieht, bleibt unklar. Die folgenden Worte glaubt er aber wohl wirklich: "Ich werde weiter kämpfen. Ich habe Chancen auf den Titelgewinn."

    Mosley schlägt Todt vor: Keine Wiederwahl

    Mosley schlägt Todt vor: Keine Wiederwahl

    Max Mosley kandidiert endgültig nicht mehr für das Amt des FIA-Präsidenten. Als Nachfolger schlägt er Ex-Ferrari-Teamchef Jean Todt vor.
    FIA-Präsident Max Mosley bestätigte am Mittwoch in einem Brief an die FIA-Mitglieder, dass er im Oktober nicht zur Wiederwahl antreten wird. Seit seiner Rücktrittsankündigung am 24. Juni habe er beinahe 100 Mitteilungen von FIA-Clubs erhalten, die ihn darum baten, seine Entscheidung zu überdenken. Obwohl ihm diese Reaktionen freuten, wird er diesen Wünschen nicht nachkommen.

    Nach mehreren Wochen der Verhandlungen und Vertragsarbeiten sieht Mosley seine Arbeit getan. "Wir haben ein Abkommen ausgehandelt, welches der Formel 1 neue Teams und geringere Kosten bringt, die wir so dringend benötigen", heißt es in Mosleys Brief.

    "Aus persönlicher Sicht wäre es sehr schwierig für mich, meine Meinung zu ändern und mich erneut zur Wahl zu stellen", schreibt er. Er habe bereits sein Familienleben darauf eingestellt, ab Oktober nicht mehr im Amt zu sein. "Jetzt weiterzumachen würde mein Privat- und Familienleben stark verkomplizieren, besonders nach unserem kürzlichen Verlust." Auch möchte er mit fast 70 Jahren nicht mehr ganz so viel arbeiten, begründet er seinen Rücktrittswunsch. "Somit habe ich mich entschlossen, im Oktober nicht mehr zu kandidieren."

    Ganz wird Mosley aber nicht aus der FIA ausscheiden. Er hofft auf eine kleine Rolle als Ehemaliger im FIA-Senat. Als Nachfolger wünscht er sich ein starkes, erfahrenes und kompetentes Team, das die Unabhängigkeit der FIA sicherstelle und den Sport richtig führe. "Ich glaube, dass der richtige Mann, um dieses Team zu führen, Jean Todt ist."

    Todt habe das nötige Wissen und die Fähigkeiten, um die Rolle zu übernehmen. "Wenn er sich zur Wahl stellen sollte, wäre er der ideale Mann, um die Arbeit der letzten 16 Jahre fortzusetzen und auszuweiten." Gemeint ist natürlich seine Arbeit der letzten 16 Jahre als FIA-Präsident, für die sich Mosley noch einmal bei den FIA-Mitgliedern bedankte. "Wir haben viele Fortschritte gemacht, auf die wir sehr stolz sein können."

    10. Ungarn GP / Hungaroring

    10. Ungarn GP / Hungaroring

    Ungarn: Das Monaco des Ostens
    Der erste Eindruck täuscht: Aufgrund seines Layouts wird der Hungaroring oft und gerne mit dem eher despektierlichen Attribut "Mickey Maus"-Kurs versehen. Zwar verfügt der rund 20 Kilometer vor den Toren von Budapest gelegene Schauplatz des Ungarn-Grand Prix über eine äußerst winklige Streckenführung, wodurch sich auf dem 4,381 Kilometer langen Asphaltband kaum Überholmöglichkeiten bieten. Gleichzeitig fallen die auf ihm erzielten Durchschnittsgeschwindigkeiten mit rund 180 km/h vergleichsweise gering aus.

    Während Juan Pablo Montoya die Strecke an eine Kartbahn erinnert, ziehen andere einen Vergleich zu einem Amphitheater. Die Begründung dafür ist einfach. Schließlich ist die Strecke derart in die Landschaft eingebettet, dass die Zuschauer praktisch von allen Plätzen die Hälfte des durch ein kleines Tal führenden Parcours einsehen können. Wiederum andere vergleichen den Kurs mit dem legendären Fürstentum von Monaco. Schließlich geht es auch dort eng und winklig zu. Allerdings fehlen auf dem Hungaroring die berüchtigten Leitplanken.

    Aber der Hungaroring hat nicht nur eine hohe Rundenanzahl sowie eine kurze Streckenlänge mit dem Traditionsrennkurs aus dem Fürstentum gemeinsam. Er teilt leider auch die wenigen Überholmöglichkeiten mit dem Jahreshighlight im Leitplankendschungel. So wird der Kurs unweit der ungarischen Hauptstadt nicht nur als "Monaco ohne Häuser und Leitplanken" bezeichnet, sondern verlangt er den Fahrern und Teams - ebenso wie das berühmte "Vorbild" - vor allem im Qualifying und beim Kampf um die Startposition einiges ab. Denn ohne einen guten Startplatz hat man keine Chance auf ein gutes Ergebnis.

    Insgesamt zählt der Ungarn-GP mit seiner Durchschnittsgeschwindigkeit von 180 km/h aber eher zu den langsamen Rennen. Dafür haben es die Kurven jedoch in sich. Der Schwierigkeitsgrad kann durchaus mit jenem von Monte Carlo verglichen werden. Demzufolge kommt auch weniger Wichtigkeit der reinen Motorleistung, den Bremsen oder der Aerodynamik zu, sondern stehen vor allem die Balance und der Grip im Vordergrund. Die Strecke selbst verlangt aufgrund der vielen und engen Kurven zusätzlich nach viel aerodynamischem Anpressdruck, um auch in den langsamen Kurven eine optimale Haftung erzielen zu können.
    Bilder
    • f1_hu_2008.gif

      110,78 kB, 800×507, 10 mal angesehen

    Neue Teile für beide McLaren-Fahrer: Sprung nach vorne

    Neue Teile für beide McLaren-Fahrer: Sprung nach vorne

    McLaren reist guter Dinge zum Ungarn Grand Prix nach Budapest. Das neue Aero-Paket soll beide Fahrer näher an die Spitze bringen.
    Die Erinnerungen an Ungarn sind gut, die Ermutigung nach dem Deutschland GP groß. McLaren Mercedes reist optimistisch zum letzten Rennen vor der Sommerpause. In den letzten beiden Jahren holte das Team mit Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen jeweils den Sieg in Ungarn. "Für gut genug, um unseren Vorjahresssieg zu wiederholen, halte ich unser aktuelles technisches Leistungsvermögen allerdings noch nicht", sagt Norbert Haug.

    Trotzdem setzt das Team darauf, dass der Aufwärtstrend der letzten Rennen fortgesetzt wird. "Nachdem wir auf dem Nürburgring unser Potenzial zeigten, können wir unsere Verbesserungen diesmal hoffentlich in ein gutes Ergebnis umsetzen", sagt Hamilton, der am Nürburgring fast in Führung ging, bevor er mit einem Reifenschaden weit zurückfiel.

    "Vor einem Jahr gewann ich auf dem Hungaroring, deshalb kehre ich gerne hierher zurück", zieht auch Kovalainen Motivation vor dem Ungarn GP, bei dem er zum ersten Mal mit dem neuen Aerodynamikpaket antreten wird, welches Hamilton schon in Deutschland Fortschritte bescherte. "Am Nürburgring fuhr ich ein gutes Rennen und wurde auf der Strecke von keinem überholt; mit dem verbesserten Auto hoffe ich sehr, auf dem Hungaroring ein gutes Ergebnis erzielen zu können."

    Auch Teamchef Martin Whitmarsh sieht in dem neuen Paket einen guten Schritt vorwärts. "Wir sind zuversichtlich, der Spitze des Feldes damit näher zu kommen", kündigt er an. "Unser Team erzielte auf dem Hungaroring viele Erfolge. Diesmal wollen wir zeigen, dass in der verbleibenden Saison wieder mit uns zu rechnen ist."

    Vorschau: Grand Prix von Ungarn

    Vorschau: Grand Prix von Ungarn

    Lewis Hamilton:
    „Das Fahren auf dem Hungaroring ist anstrengend. Die Strecke hat mit ihren vielen Kurven etwas von einem Go-Kart-Kurs, nur auf der Start-Ziel-Geraden hat man Zeit zum Ausruhen. Der Belag bietet wenig Grip und neben der Ideallinie ist die Strecke ziemlich verschmutzt. Dadurch wird das Überholen schwierig. Mir gefällt der Hungaroring, 2007 gewann ich hier und vor einem Jahr startete ich von der Pole Position. Konstantes und präzises Fahren wird hier belohnt; wenn man zu sehr attackiert, verliert man Zeit. Nachdem wir auf dem Nürburgring unser Potenzial zeigten, können wir unsere Verbesserungen diesmal hoffentlich in ein gutes Ergebnis umsetzen.“

    Heikki Kovalainen:
    „Vor einem Jahr gewann ich auf dem Hungaroring, deshalb kehre ich gerne hierher zurück. Eine Vorentscheidung über den Sieg fällt bereits im Qualifying; mit einem Start aus der ersten Reihe und einem agressiven ersten Stint kann man den Grundstein für den Erfolg legen. Der Belag beansprucht die Reifen stark, deshalb braucht man eine gute, reifenschonende Balance. Besonders die weichere Mischung leidet gegen Ende des Rennens. Ich freue mich auf unser neues Aerodynamik-Paket. Am Nürburgring fuhr ich ein gutes Rennen und wurde auf der Strecke von keinem überholt; mit dem verbesserten Auto hoffe ich sehr, auf dem Hungaroring ein gutes Ergebnis erzielen zu können.“

    Martin Whitmarsh, Vodafone McLaren Mercedes Teamchef
    „Auf dem Nürburgring zeigte Lewis im Training und Qualifying, dass uns unser Aerodynamik-Paket einen guten Schritt vorwärts gebracht hat. Schade, dass er wegen des Schadens am hinteren Unterboden im Rennen davon nicht profitierte. In Budapest werden Lewis und Heikki mit dem neuen Technikpaket ausgestattet und wir sind zuversichtlich, der Spitze des Feldes damit näher zu kommen. Unser Team erzielte auf dem Hungaroring viele Erfolge. Diesmal wollen wir zeigen, dass in der verbleibenden Saison wieder mit uns zu rechnen ist.“

    Norbert Haug, Mercedes-Benz Motorsportchef
    „Die Grand Prix-Strecke außerhalb von Budapeast ist nach Monaco jene, auf der die geringste Durchschnittsgeschwindigkeit gefahren wird. Dieses Layout mit mehr langsameren Kurven, in denen besonders mechanischer Grip gefordert ist, sollte uns ganz ordentlich liegen, wie bereits in Monaco gezeigt. Für gut genug, um unseren Vorjahresssieg mit Heikki Kovalainen zu wiederholen, halte ich unser aktuelles technisches Leistungsvermögen allerdings noch nicht - aber immerhin waren wir ja zuletzt am Nürburgring in Runde eins für ein paar Meter in Führung, bis Lewis Hamiltons rechter Hinterreifen von hinten aufgeschlitzt wurde, worauf der Unterboden lädiert wurde, was in der Folge gute Rundenzeiten vereitelte. Jeder im Team gibt alles, um unseren Aufwärtstrend - ab sofort mit beiden Autos - fortzusetzen.”

    3. Freies Training: Hamilton fährt allen davon

    3. Freies Training: Hamilton fährt allen davon

    Lewis Hamilton bestätigte die gute Form von McLaren am Hungaroring mit der nächsten Bestzeit. Red Bull hielt sich bedeckt.
    Das 3. Freie Training am Hungaroring setzte die Bestzeitenserie von McLaren Mercedes fort. Nach Heikki Kovalainen und Lewis Hamilton am Freitag war es erneut Hamilton, der am Samstagvormittag die schnellste Zeit fuhr. In 1:21.009 Minuten war er sogar eine Sekunde schneller als seine Freitagsbestzeit. Hamilton fuhr diese Zeit sogar auf einem längeren Run mit mehreren schnellen Runden am Ende der Session.

    Platz 2 belegte Nick Heidfeld, der mit vier Zehnteln Rückstand ein erstes Lebenszeichen von BMW Sauber setzte. Sein Teamkollege Robert Kubica musste sich mit Rang 11 begnügen. Beide Fahrer greifen an diesem Wochenende auf einen neuen Frontflügel zurück, haben ansonsten aber nur wenige Neuerungen am Auto. Viel mehr Verbesserungen gibt es bei McLaren, wo neben Hamilton auch Kovalainen das neue Aerodynamikpaket am Auto hat. Der Finne fuhr am Ende die viertbeste Zeit, verlor aber viel Zeit in der Zielkurve, so dass er noch vor Heidfeld und Nico Rosberg hätte landen können.

    Ebenfalls ein Update hat Toro Rosso. Nachdem man am Freitag Daten sammelte und versuchte, das neue Auto zu verstehen, zeigte Sebastien Buemi am Samstag, zu was das überarbeitete Auto fähig ist. Mit knapp acht Zehnteln Rückstand fuhr der Schweizer auf Rang 8. Sein Teamkollege Jaime Alguersuari lag lange in den Top10, fiel zum Ende der Session jedoch auf Platz 18 zurück. Trotzdem blieb der Debütant bislang an diesem Wochenende fehlerfrei.

    Die Top10 komplettierten Timo Glock, Felipe Massa, Kazuki Nakajima und die beiden Red Bull Piloten Mark Webber und Sebastian Vettel. Bester Brawn-Fahrer war Rubens Barrichello auf Position 13. Jenson Button kam nur auf Rang 17. Kalt erwischt wurden zwei Deutsche: Timo Glock verlor viel Zeit wegen eines Hydraulikproblems an seinem Toyota, Adrian Sutil flog hingegen in die Reifenstapel ab und beschädigte die Frontpartie seines Force India. Trotzdem blieb er als 19. vor seinem Teamkollegen Giancarlo Fisichella.

    Qualifying : Massa-Unfall und Alonso-Pole

    Qualifying : Massa-Unfall und Alonso-Pole

    Ungarn Pole Position für Fernando Alonso. Felipe Massa wurde von einem Teil am Kopf getroffen und ins Krankenhaus geflogen.
    Die zweite Qualifyingsession am Hungaroring endete mit einer Schrecksekunde: Felipe Massa raste mit seinem Ferrari geradeaus in den Reifenstapel und musste von den Ärzten aus dem Auto geborgen werden. Der Brasilianer wurde danach ins Medical Centre an der Strecke gebracht und von dort in ein Klinikum in Budapest geflogen. Offiziellen Aussagen zu Folge ist Massas Zustand stabil. Er fasste sich beim Transport ins Medical Centre auch selbst an den Kopf. Er sei ansprechbar, aber noch stark benommen.

    Auslöser des Unfalls war ein Teil, das Massa vor der Kurve am Helm traf und wohl vom Brawn GP Renner von Rubens Barrichello weggeflogen war. Nach dem Zusammenstoß stand Massa zwar auf der Bremse, machte jedoch keine Lenkbewegungen mehr und fuhr geradeaus in den Reifenstapel. "Er war bei Bewusstsein", sagte Barrichello, der Massa im Medical Centre sah. "Er hatte eine Schnittwunde am Kopf, aber wichtig ist, dass er bei Bewusstsein war."

    Zeitenchaos im Q3

    Damit nicht genug des Chaos: Kurz vor dem Ende des Qualifyings fiel die Zeitenanzeige aus, so dass die letzten Anläufe der Fahrer ohne eine Anzeige auf den TV-Monitoren und Zeitenbildschirmen ausgetragen wurden. "Sebastian Vettel war ein Zehntel schneller als Mark Webber, aber die Zeiten der anderen wissen wir nicht", sagte der verdutzte Red Bull Teamchef Christian Horner. Die Fahrer diskutierten im Parc Fermé darüber, wer denn nun wo steht - wussten es aber auch beim Wiegen nicht.

    Nach Datendurchsucht gab die FIA Fernando Alonso als Pole-Mann bekannt. Platz 2 holte Sebastian Vettel vor Mark Webber, Lewis Hamilton, Nico Rosberg, Heikki Kovalainen und Kimi Räikkönen. Jenson Button fuhr mit nur einem Versuch auf Platz 8.

    Debakel bei BMW Sauber

    Lange Gesichter gab es bei BMW Sauber: Beide Fahrer schieden überraschend bereits in der ersten Qualifying-Session aus. Sowohl Nick Heidfeld als auch Robert Kubica verpassten den Einzug ins Q2 - ausgerechnet bei einem der wichtigsten Qualifyings des Jahres. Schließlich sind Überholmanöver auf dem Hungaroring nahezu ausgeschlossen.

    Auch Force India konnte das gute Qualifying-Ergebnis von Deutschland nicht wiederholen. Auch Giancarlo Fisichella und Adrian Sutil schieden im Q1 aus. Jaime Alguersuari verpasste seine Chance auf ein Weiterkommen mit einem technischen Problem.

    Das Qualifying im Überblick
    1. Session
    Zwischenfälle: Alguersuari Ausfall
    ausgeschieden: Heidfeld, Fisichella, Sutil, Kubica, Alguersuari
    Top-6: Rosberg, Hamilton, Webber, Vettel, Piquet, Alonso
    2. Session
    Zwischenfälle: Unfall Massa
    ausgeschieden: Buemi, Trulli, Barrichello, Glock, Piquet
    Top-6: Webber, Hamilton, Nakajima, Vettel, Räikkönen, Button
    3. Session
    Zwischenfälle: keine
    Top-6: Alonso, Vettel, Webber, Hamilton, Rosberg, Kovalainen
    Bilder
    • massa.jpg

      169,86 kB, 640×266, 16 mal angesehen

    Massa wird in Ungarn nicht starten: Auf der Intensivstation

    Massa wird in Ungarn nicht starten: Auf der Intensivstation

    Ferrari-Pilot Felipe Massa zog sich bei einer Kollision mit einem weggeflogenen Teil eine Schädelverletzung und eine Gehirnerschütterung zu.
    Felipe Massa wird nach seinem schweren Unfall im Qualifying auf dem Hungaroring den Ungarn Grand Prix am Sonntag nicht in Angriff nehmen. Das bestätigte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali am Samstagnachmittag gegenüber dem italienischen Fernsehen.

    Massa war im Qualifying von einem losgelösten Teil der Hinterradaufhängung von Rubens Barrichellos BGP001 am Helm getroffen worden. Laut einem Ferrari-Presseschreiben haben die ersten Untersuchungen im AEK Krankenhaus in Budapest ergeben, dass Massa eine Schnittwunde an der Stirn, eine Knochenabsplitterung oberhalb der linken Augenbraue und eine Gehirnerschütterung davon getragen hat.

    Massa wurde im Krankenhaus erfolgreich operiert und verblieb danach zur weiteren Behandlung in der Intensivstation des Klinikums. Neue Infos zu seinem Gesundheitszustand möchte das Team am Sonntagvormittag bekannt geben.

    Ferrari: Keine Komplikationen bei Massa: Zustand stabil

    Ferrari: Keine Komplikationen bei Massa: Zustand stabil

    Felipe Massas Gesundheitszustand ist laut Angaben seines Teams stabil. Er wird im Laufe des Sonntags weiter untersucht.
    Am Sonntagvormittag gab Ferrari Neuigkeiten zum Gesundheitszustand von Felipe Massa bekannt. Der Zustand des Brasilianers ist nach seiner Operation am Samstag im AEK Krankenhaus in Budapest weiter stabil. Es seien keine weiteren Komplikationen während der Nacht aufgetreten. Massa wird im Laufe des Tages erneut einem CT unterzogen, das präzisere Informationen liefern soll.

    Der Ferrari-Pilot war am Samstagnachmittag im Qualifying zum Großen Preis von Ungarn auf dem Hungaroring von einer Stahlfeder am Kopf getroffen werden. Die Feder hatte sich aus der Hinterradaufhängung des vor ihm fahrenden Rubens Barrichello gelöst und traf Massa am Helm. Danach fuhr er geradeaus in die Reifenstapel. Laut Angaben des Teams trug er eine Schnittwunde an der Stirn, eine Knochenabsplitterung über der linken Augenbraue und eine Gehirnerschütterung davon. Der Splitter wurde bei der Operation entfernt und er danach zur schnelleren Heilung in ein künstliches Koma versetzt.

    Ungarn GP: Hamilton gewinnt vor Räikkönen

    Ungarn GP: Hamilton gewinnt vor Räikkönen

    Lewis Hamilton gewann in Ungarn sein erstes Saisonrennen. Kimi Räikkönen und Mark Webber komplettierten das Podium.
    Sie sind die Weltmeister der letzten beiden Jahre, sie fahren für die beiden Topteams des vergangenen Jahrzehnts und sie haben in diesem Jahr einen Rückschlag nach dem anderen erlebt, zuletzt den schweren Qualifying-Unfall von Felipe Massa am Samstag. "Jetzt konzentrieren wir uns auf unsere Arbeit, das Rennen, danach fahren wir wieder zu Felipe ins Krankenhaus", sagte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali in der Startaufstellung. Zu diesem Zeitpunkt wusste er noch nicht, dass in den kommenden 70 Runden am Hungaroring das alte Duell McLaren Mercedes gegen Ferrari, Lewis Hamilton gegen Kimi Räikkönen wieder aufleben würde.

    Bereits am Start zeigten die beiden Ex-Champions der Jahre 2007 und 2008, dass mit ihnen zu rechnen sein würde, nicht zuletzt dank KERS. Hamilton schoss von Startplatz 4 nach vorne, Räikkönen erwischte von Platz 7 sogar einen noch besseren Start. Vor der ersten Kurve kamen sie sich beinahe ins Gehege, Räikkönen ließ Hamilton gewähren und bis auf Platz 2 nach vorne kommen.

    Zur gewünschten Wiederholung des Nürburgrings-Starts bis in Führung kam es nicht, dafür verlief das Rennen nach der ersten Kurve besser: Niemand schlitzte Hamiltons Reifen auf, er überholte zunächst Mark Webber und schloss danach zu Fernando Alonso auf, der das Rennen bis zu seinem Boxenstopp anführte. Nach Alonsos Ausfall führte Hamilton das Rennen souverän an und kam nie in Verlegenheit, sich gegen seine Verfolger verteidigen zu müssen. Sein ärgster Verfolger Räikkönen verspielte bei seinem zweiten Boxenstopp die Chance auf eine bessere Ausgangslage in den Schlussrunden. Der Finne konnte nicht sofort losfahren und verlor so wertvolle Sekunden.

    Ausfall für Vettel

    Lange Gesichter gab es bei den neuen Spitzenteams und Titelanwärtern von Red Bull und Brawn GP. Jenson Button und Rubens Barrichello traten das gesamte Rennen über nie in Szene. Barrichello fuhr mit einem schweren Auto im Mittelfeld spazieren, Button duellierte sich am Ende um die letzten Punkteränge. Der Brite funkte während des Rennens sogar einmal entsetzt an die Box: "Ich habe extremes Übersteuern. Wie kann das Auto auf einmal so schlecht sein?" Vor einigen Rennen teilte er seinem Team noch mit, dass es ein Monster von Auto gebaut habe, das immer besser und besser werde.

    Red Bull konnte von der Schwächephase der Brawn nur bedingt profitieren. Sebastian Vettel verpatzte mal wieder den Start und verlor zudem Plätze, weil er in Kurve eins von Kimi Räikkönen berührt wurde. "Die erste Kurve war ganz eng", so Vettel. "Ich war auf der Innenseite, hatte eigentlich freie Fahrt, aber Kimi kam quer und fuhr mir ins Auto." Die Rennkommissare kündigten eine Untersuchung des Zwischenfalls für nach dem Rennen an.

    Die Kollision führte bei Vettels erstem Boxenstopp dazu, dass ein Rad klemmte. "Im zweiten Stint gab es urplötzlich einen Schlag und etwas war an der linken Vorderradaufhängung kaputt. Wir haben es noch mal probiert, aber es gab keine Chance, das Auto zu reparieren. Sonst hätte ich vielleicht noch ein oder zwei Punkte mitnehmen können." Das sei bitter, "weil wir aufholen müssen und jeder Punkt uns hilft. Wenn man nicht ankommt, kann man keine Punkte holen."

    Sein Teamkollege Mark Webber machte es einen Tick besser und begrenzte als Dritter hinter Hamilton und Räikkönen den Schaden in der WM-Wertung. Er holte sogar Punkte auf Button auf und überholte Vettel. Webber geht somit als WM-Zweiter in die Sommerpause. Hinter Webber fuhr Nico Rosberg als Vierter knapp am angepeilten Podestplatz vorbei. Platz 5 belegte der zweite McLaren-Fahrer Heikki Kovalainen vor Timo Glock und Jenson Button. Den letzten Punkt ergatterte Jarno Trulli.

    Turbulenter Start

    Besonders viel Bedeutung kam dem Start zu. Angesichts der nahezu nicht vorhandenen Überholmöglichkeiten am Hungaroring mussten die Fahrer versuchen am Start, so viele Plätze wie möglich gutzumachen. Einen Vorteil hatten die drei KERS-Autos von McLaren und Ferrari. Den besten Start legte Räikkönen von Startplatz 7 hin. Der Finne hätte Webber auf Position 2 angreifen können, wenn da nicht Hamilton von der anderen Seite gekommen wäre.

    Räikkönen ließ Hamilton den Vortritt, der danach kurzzeitig auf Platz 2 lag, dann aber Webber ziehen lassen musste. Der Finne wich unterdessen einer Kollision nach rechts aus, wodurch Vettel nach einem schwachen Start noch weitere Plätze verlor. Bei der Berührung trug Vettels Red Bull eine Beschädigung davon, die später sein Rennen beenden sollte. Von allem unbeeindruckt fuhr Fernando Alonso von der Pole Position davon.

    Alonsos Chancen auf das erhoffte Podium zerschlugen sich bei seinem ersten Boxenstopp, den er als erster Fahrer in Runde 12 absolvierte. Das rechte Vorderrad wurde nicht richtig befestigt und der Spanier verlor auf seiner Outlap zunächst die Radkappe und dann das komplette Rad. Alonso schlich zwar auf drei Rädern an die Box zurück und probierte sich noch einmal mit einer geänderten Strategie, gab dann jedoch eine Runde später auf. Vor ihm hatte bereits Adrian Sutil seinen Force India in der Box abgestellt.

    "Die Wassertemperatur war zu hoch, der Motor ist zu heiß geworden", erklärte Sutil seinen Ausfall. "Wir haben das schon auf der Einführungsrunde bemerkt und es am Start einfach probiert, aber es war klar, dass ich an die Box musste, sonst hätten wir den Motor verloren - das war es nicht wert."
    Bilder
    • Start.jpg

      33,4 kB, 425×200, 20 mal angesehen

    Grandioser Sieg für Lewis Hamilton

    Grandioser Sieg für Lewis Hamilton

    - Erster Sieg mit KERS Hybrid in der Geschichte der Formel 1
    - Heikki Kovalainen Fünfter

    Lewis Hamilton gewann den Grand Prix von Ungarn auf dem Hungaroring, der erste Sieg eines Autos mit KERS Hybrid in der Formel 1. Nach 70 Runden (306,630 Kilometer) holte Lewis seinen zehnten Grand-Prix-Sieg, den ersten in diesem Jahr und den 59. für die Partnerschaft McLaren Mercedes. Sein Teamkollege Heikki Kovalainen fuhr auf Platz fünf ins Ziel.

    Lewis Hamilton überquert als Erster die Ziellinie
    Damit holte Vodafone McLaren Mercedes 14 Punkte, soviel wie in den bisherigen neun Weltmeisterschaftsläufen zusammen. In der Konstrukteurs-WM verbesserte sich das Team mit jetzt 28 Zählern auf Rang fünf. In der Fahrerwertung führt weiterhin Jenson Button im Brawn Mercedes, der heute Siebter wurde, mit 70 Punkten. Lewis (19 Punkte) ist Achter, Heikki (9 Punkte) Zwölfter.

    Der Start
    Lewis hatte sich als Vierter qualifiziert; Heikki nahm das Rennen unmittelbar hinter ihm von Startplatz sechs aus auf. Beide fuhren mit der weicheren Reifenmischung (Option) los. Lewis kam als Dritter aus Runde 1 zurück; Heikki blieb Sechster.

    Das Rennen
    Runde 5: Lewis überholte in der ersten Kurve nach der Start-Ziel-Geraden Mark Webber (Red Bull Renault) und übernahm Platz zwei. Heikki holte auf den vor ihm fahrenden Nico Rosberg (Williams Toyota) auf.
    Runde 7: Obwohl Lewis mit einem um 13 Kilo schwereren Auto als der führende Fernando Alonso (Renault) gestartet war, verkürzte der Engländer den Abstand Runde um Runde.
    Runde 12: Alonso legte seinen ersten Boxenstopp ein und Lewis übernahm die Führung – die ersten Führungskilometer für Vodafone McLaren Mercedes 2009. Heikki war jetzt Fünfter.
    Runde 20: Lewis kam als Führender zu seinem ersten Routinehalt an die Boxen (10,3 Sekunden); er blieb bei den weicheren Reifen. Jetzt übernahm Heikki die Spitze; der Finne kam einen Umlauf später herein (7,0 Sekunden) und blieb ebenfalls bei der weicheren Reifenmischung.
    Runde 22: Lewis fuhr wieder auf Platz eins, gefolgt von Jenson Button im Brawn Mercedes. Heikki war Neunter.
    Runde 32: Die Top Sechs hatten ihre ersten Boxenstopps absolviert; Lewis führte vor Kimi Räikkönen (Ferrari); Heikki war Vierter, weniger als eine Sekunde hinter Webber.
    Runde 44: Heikki legte seinen zweiten Routinestopp ein (8,1 Sekunden), wechselte wie vom Reglement gefordert auf die härteren Reifen (prime) und nahm das Rennen als Sechster wieder auf.
    Runde 46: Zweiter Boxenhalt von Lewis; auch er nahm jetzt die härtere Mischung und fuhr nach 8,3 Sekunden wieder los, ohne seine Führung zu verlieren.
    Runde 60: Alle Fahrer hatten ihre Boxenstopps absolviert. Lewis führte mit 17,1 Sekunden vor Räikkönen, Heikki war Fünfter.
    Ziel (Runde 70): Lewis fuhr zu seinem zehnten Grand-Prix-Sieg ins Ziel, Heikki wurde Fünfter. Vodafone McLaren Mercedes hat damit den Grand Prix von Ungarn dreimal in Folge gewonnen: Mit Lewis 2007 und heute, vor einem Jahr mit Heikki.
    Stimmen zum Rennen


    Lewis Hamilton
    „Es ist ein unglaubliches Gefühl, nach so langer Zeit und so vielen Problemen wieder ganz oben auf dem Podium zu stehen. Dies war eines meiner besten Rennen – ich gab nie auf und, was noch viel wichtiger war, auch keiner im Team. Ich bin sehr stolz auf die Jungs. Wir hatten nicht mit dem Sieg gerechnet, denn wir glaubten nicht, dass unser Speed gut genug war, aber das Auto lief heute das ganze Rennen über perfekt. Wir werden jetzt weiter hart arbeiten, denn wir wollen in diesem Jahr noch öfter siegen. Meine Gedanken sind heute aber auch bei Felipe Massa. Über unserer Feier werden wir nicht vergessen, dass er im Krankenhaus liegt. Ich denke, ich spreche für alle wenn ich sage, dass wir in Gedanken heute bei ihm waren. Wir wünschen ihm eine rasche Genesung.“

    Heikki Kovalainen
    „Ein tolles Rennen für das ganze Team und besonders für Lewis. Beim nächsten Mal bin hoffentlich ich an der Reihe. Der Sieg zeigt, wie sehr unser Team die Leistung des Autos in den letzten Monaten gesteigert hat – das Ergebnis harter Arbeit jedes Einzelnen in unserer Mannschaft. Der Sieg ist die verdiente Belohnung für alle. Ich habe auch Felipe nicht vergessen – ich wünsche ihm alles Gute und hoffe, er ist bald zurück in der Formel 1.“

    Martin Whitmarsh, Vodafone McLaren Mercedes Teamchef
    „Hätten wir vor vier Wochen erzählt, wir würden den Grand Prix von Ungarn gewinnen, hätte uns kaum jemand geglaubt. Aber genau das haben wir heute geschafft. Möglich gemacht hat das eine geradezu übermenschliche Anstrengung des ganzen Teams. Bisher war 2009 für uns ein hartes Jahr, doch niemand in Woking, Brixworth und Stuttgart dachte ans Aufgeben. Wir haben alle zusammen gehalten, wir behielten unseren Teamgeist, und vor allem haben wir gearbeitet. Ich bin sehr stolz auf jeden Einzelnen. Zudem war Lewis heute einfach großartig. Es gibt kein anderes Wort für seine Leistung. Er war atemberaubend schnell, wenn es darauf ankam, und er kontrollierte das Rennen wie ein Sieger, und der ist er ja auch. Wie geht es weiter? Wir hatten heute das stärkste Paket auf dem Hungaroring, und obwohl dies eine ganz spezielle Rennstrecke ist, hoffe ich, dass wir damit auch in Valencia gut aussehen werden. Doch im Motorsport lässt sich kaum etwas vorhersagen. Das einzige, worauf ich mein Haus verwetten würde ist, dass wir nicht aufhören werden zu arbeiten. Die Schwierigkeiten, die wir in diesem Jahr hatten, haben uns gestärkt und wir werden für 2010 ein Auto bauen, mit dem wir von Anfang an um die Weltmeisterschaft kämpfen können, und nicht erst in der zweiten Saisonhälfte.“

    Norbert Haug, Mercedes-Benz Motorsportchef
    "Eine Sensation! Lewis war eine Klasse für sich - ein historischer Sieg, der erste mit KERS Hybrid in der Formel 1 - die Silberpfeile fliegen wieder! Heikki war leider im Verkehr, aber er war schnell und sein fünfter Platz sorgt dafür, dass wir heute so viele Punkte gemacht haben wie in den neun Rennen zuvor. Wir denken an Felipe - er wäre heute ein Siegkandidat gewesen, wie Kimi gezeigt hat - wir alle wünschen gute Besserung. Danke an all unsere Teammitglieder, die so unglaublich hart für diesen Erfolg gearbeitet haben – jetzt ist Sommerpause und die habt Ihr Euch verdient."

    Mercedes-Benz holt ersten KERS Hybrid Sieg in der Formel 1

    Mercedes-Benz holt ersten KERS Hybrid Sieg in der Formel 1

    Beim Formel-1-Saisonauftakt am 29. März 2009 in Melbourne begann die KERS-Ära in der Formel 1. Zehn Rennen danach feierte Vodafone McLaren Mercedes Pilot Lewis Hamilton am 26. Juli 2009 beim Großen Preis von Ungarn den ersten Sieg eines KERS Hybrid-Rennwagens in der Königsklasse des Motorsports.
    "Das ist ein historischer Sieg, der erste mit KERS Hybrid in der Formel 1 - die Silberpfeile fliegen wieder!", sagte Mercedes-Benz Motorsportchef Norbert Haug zum ersten Saisonsieg von Lewis am Hungaroring.

    KERS steht für "Kinetic Energy Recovery System", ein Energierückgewinnungssystem, das die bisher verlorene Bremsenergie zur Leistungs- und Effizienzsteigerung nutzt. Das System speichert die gewonnene Bremsenergie mittels eines Elektromotors in einem leistungsfähigen Lithium-Ionen-Batterie-Package. Pro Runde erlaubt das Reglement das Speichern von 400 kJ, die der Fahrer per Knopfdruck zum gewünschten Zeitpunkt abrufen kann. Dadurch stehen ihm für insgesamt 6,7 Sekunden zusätzlich 60 kW (ca. 80 PS) zur Verfügung, mit denen er zum Beispiel ein Überholmanöver einleiten kann.

    Das KERS im Vodafone McLaren Mercedes MP4-24 von Lewis und seinem Teamkollegen Heikki Kovalainen wurde von Mercedes-Benz High Performance Engines in Zusammenarbeit mit der Daimler und Mercedes-Benz Forschungs- & Entwicklungsabteilung entwickelt und gilt als das derzeit wohl leistungsfähigste, leichteste und effizienteste Hybrid-System in der Formel 1. Der Silberpfeil berücksichtigt somit nicht nur den Umweltgedanken, sondern wird auch zum schnellsten Testlabor für Hybrid-verwandte Technik.

    BMW: Wichtige Pressekonferenz in München

    BMW: Wichtige Pressekonferenz in München
    von Christian Nimmervoll28. Juli 2009 - 23:52 Uhr

    BMW wird wegen "aktueller Entwicklungen im Motorsport" in München eine Pressekonferenz abhalten - Engagement des Herstellers auf dem Prüfstand

    Spekulationen um BMW: Eine Pressekonferenz wird Klarheit schaffen

    Von wegen Sommerpause: "Anlässlich der aktuellen Entwicklungen im Motorsport" lädt BMW morgen um 10:00 Uhr in München zu einer Pressekonferenz ein. Die kurzfristige Anberaumung eben dieser sowie mehrere Hinweise von verschiedenen Quellen lassen darauf schließen, dass dabei eine Nachricht von großer Tragweite bekannt gegeben werden soll.

    Als Teilnehmer der Pressekonferenz wurden heute am späten Abend der Vorstandsvorsitzende der BMW AG, Norbert Reithofer, der Vorstand für Entwicklung, Klaus Draeger, sowie BMW Motorsport Direktor Mario Theissen bestätigt.

    BMW aus der Formel 1 aus

    BMW aus der Formel 1 aus

    Wie aus gut unterrichteten Kreisen verlautet, steigt BMW aus der Formel 1 aus. Schon ab der kommenden Saison 2010 wird die weiß-blaue Marke in der Königsklasse des Rennsports nicht mehr am Start sein. Hintergrund sind die enttäuschenden Resultate von BMW in der Formel 1 und die hohen finanziellen Aufwendungen. Am 29. Juli 2009, 10.00 Uhr, werden BMW-Chef Norbert Reithofer, Entwicklungs-Chef Klaus Draeger und Rennleiter Mario Theissen dazu eine offizielle Erklärung abgeben. autobild.de berichtet!

    Sensation: BMW steigt aus

    Sensation: BMW steigt aus Nach BILD-Informationen steigt BMW aus der Formel 1 aus!

    Auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz um 10 Uhr in München werden die BMW-Vorstände Norbert Reithofer und Klaus Draeger zusammen mit Motorsport-Direktor Dr. Mario Theissen den Rückzug aus der Königsklasse verkünden. 2009 wollte BMW eigentlich um den Titel mitfahren, blieb aber meilenweit hinter den eigenen Ansprüchen zurück. Mit nur acht WM-Zählern rangiert das Team derzeit auf dem drittletzten Platz.

    BMW sagt der Formel 1 Servus

    BMW sagt der Formel 1 Servus
    Der Automobilhersteller BMW steigt nach der Saison aus der Formel 1 aus.


    "Wir haben gestern im Vorstand entschieden, wir richten unser Motorsport-Engagement neu aus. Die BMW Group wird ihr Engagement in der Formel 1 mit Ablauf der Saison 2009 beenden“, sagte der Vorstandsvorsitzende Norbert Reithofer am Mittwoch in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz im BMW-Hochhaus in München. „Vor dem Hintergrund einer nachhaltigen Ausrichtung des gesamten Unternehmens entspricht unser Engagement in der Formel 1 nicht mehr unserer Hauptzielrichtung“, erklärte er im Beisein von Motorsportdirektor und BMW-Sauber-Teamchef Mario Theissen.

    Erfolgloser Saisonverlauf der Auslöser
    Grund für den Ausstieg ist ein interner Strategiewechsel. Die Erfolglosigkeit in dieser Saison, in der BMW eigentlich um den Titel fahren wollte, soll den Ausschlag für die Entscheidung des Vorstandes gegeben haben. Die Marke will sich aber nicht ganz aus dem Motorsport zurückziehen, sondern lediglich aus der Formel 1.

    Das derzeitige BMW-Sauber-Team feierte im März 2006 sein Debüt in der Formel 1. BMW hatte im Jahr zuvor die Übernahme des damaligen Schweizer Sauber-Teams bekannt gegeben. Der bislang einzige Sieg gelang BMW-Sauber durch den Polen Robert Kubica am 8. Juni 2008 im kanadischen Montreal. Zweiter Fahrer ist der Mönchengladbacher Nick Heidfeld. Vor der Gründung des Werksteams hatte BMW von 2000 an Williams mit Motoren beliefert.

    Die Zukunft der Fahrer ist offen
    Die Fahrer Nick Heidfeld und Robert Kubica dürften damit auf der Straße stehen. Ob sie bei anderen Teams unterkommen können, ist offen – zumal auch andere Hersteller angesichts der Wirtschaftskrise ihr Formel-1-Engagement immer kritischer auf den Prüfstand stellen. Als nächster Wackelkandidat etwa gilt Toyota. Die einst erfolgsverwöhnten Japaner haben unter massiven Absatzeinbrüchen zu kämpfen.

    Zum Ende der vergangenen Saison hatte sich bereits Honda aus der Königsklasse des Motorsports verabschiedet und so den Weg für den Triumphzug von Brawn GP frei gemacht. Der Ex-Ferrari-Rennleiter Ross Brawn hatte den Scherbenhaufen übernommen und stellt derzeit mit Jenson Button den WM-Führenden.

    Massa: Genesung verläuft sehr gut: Raus in zehn Tagen?

    Massa: Genesung verläuft sehr gut: Raus in zehn Tagen?

    Der Genesungsprozess von Felipe Massa verläut so gut, dass der Brasilianer schon in zehn Tagen das Krankenhaus in Ungarn verlassen könnte.
    Felipe Massa ist weiter auf dem Weg der Besserung. Laut Angaben des AEK Krankenhauses in Budapest verläuft der Genesungsprozess des Brasilianers sehr gut. Bereits in zehn Tagen könnte Massa das Krankenhaus verlassen. "Ich erwarte, dass er auf seinen eigenen Beinen das Krankenhaus verlassen wird. Wenn seine Genesung in dieser Geschwindigkeit weitergeht, dann schließe ich es nicht aus, dass er in zehn Tagen das Krankenhaus verlassen kann", erklärte der medizinische Leiter Peter Baszo gegenüber dem Fernsehsender M1.

    Massa wird seit Montag nicht mehr künstlich beatmet und auch nicht mehr sediert. "Er ist längere Zeit wach, spricht mit seiner Familie und seinen Freunden", erzählte Baszo. Ständig an seinem Bett wachen seit dem Unfall seine Ehefrau Rafaela, seine Eltern, sein Bruder sowie sein Manager Nicolas Todt. Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali stattete Massa am Dienstag einen Besuch ab.

    Schumacher nicht als Massa-Ersatz: Keine Rückkehr

    Schumacher nicht als Massa-Ersatz: Keine Rückkehr

    Michael Schumacher wird in Valencia nicht anstelle von Felipe Massa im Ferrari sitzen.

    Die Diskussionen rund um ein Comeback von Michael Schumacher reißen nicht ab. Nachdem Felipe Massa nach seinem schweren Unfall in Budapest für einige Zeit ausfallen wird, sucht Ferrari nach einem Ersatzpiloten. Neben den Testfahrern Luca Badoer und Marc Gené wurde Rekordweltmeister Michael Schumacher ins Gespräch gebracht. "Wenn Ferrari ihn fragen würde, würde er darüber nachdenken", sagte Schumachers Pressesprecherin Sabine Kehm der BBC.

    Manager Willi Weber schloss hingegen von vorneherein aus, dass Schumacher wieder Formel-1-Rennen fahren werde: "Michael wird auf keinen Fall in Valencia im Auto sitzen. Das ist ausgeschlossen", wird er vom sid zitiert. "Was würde man von Michael erwarten, wenn er wieder in ein Formel-1-Auto steigt? Dass er gewinnt." Das ist mit dem diesjährigen Ferrari, ohne vorherige Testfahrten und mit einer ungewissen Fitness eher unwahrscheinlich.

    Schumacher sehe keinen Grund, von alleine an den Spekulationen teilzunehmen. In einem Interview mit der Bunten schloss er bereits vorher aus, dass er wieder Vollzeit in die Formel 1 einsteigt: "Das steht nicht zur Debatte, weil ich meine Freiheit außerordentlich genieße. Das war aber von Anfang an klar. Es macht keinen Sinn, dass ich jetzt über Angebote spreche. Intensive, ernsthafte Gespräche haben sich nicht ergeben. Weil meine Entscheidung steht."

    Vollbremsung: BMW steigt aus Formel 1 aus

    Vollbremsung: BMW steigt aus Formel 1 aus

    München (dpa) - BMW macht die Vollbremsung: Der bayrische Automobilhersteller wird nach der Saison aus der Formel 1 aussteigen. «Natürlich ist uns diese Entscheidung schwer gefallen», sagte der Vorstandsvorsitzende Norbert Reithofer in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in München.

    «Wir haben gestern im Vorstand entschieden, wir richten unser Motorsport-Engagement neu aus. Die BMW-Group wird ihr Engagement in der Formel 1 mit Ablauf der Saison 2009 beenden.» Dies sei ein konsequenter Schritt vor dem Hintergrund der strategischen Neuausrichtung des Unternehmens, erklärte Reithofer im Beisein von Motorsportdirektor und BMW-Sauber-Chef Mario Theissen. «Aus Sicht des Unternehmens kann ich diese Entscheidung nachvollziehe», erklärte er.

    In welchem Umfang es zu einem Stellenabbau in München oder Hinwil kommt, stehe derzeit noch nicht fest. Entwicklungsvorstand Klaus Draeger: «Da wir diese Entscheidung erst gestern getroffen haben, können wir noch nichts Genaueres mitteilen. Wir werden verschiedene Szenarien erarbeiten und bewerten und uns bemühen, für die Mitarbeiter am Standort Hinwil und die in das Formel-1-Projekt eingebundenen Beschäftigten in München Lösungen zu finden.» Schätzungen zufolge sollen insgesamt 700 Beschäftigte für das Formel-1-Team arbeiten. «Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und werden die Mitarbeiter informieren, sobald wir Klarheit haben», sagte Draeger. Was mit den beiden Piloten Nick Heidfeld aus Mönchengladbach und Robert Kubica aus Polen passiert, ist derzeit ebenfalls unklar.

    Dass BMW die Entscheidung mitten in der Saison bekanntgab, dürfte vor allem mit dem neuen Concorde Agreement, der Verfassung in der Formel 1, zusammenhängen. Mit dessen Unterzeichnung wird in dieser Woche gerechnet. Darin sollen sich die Teams unter anderem auch für die kommenden Jahre bis 2012 zur Formel 1 bekennen. Informationen der «Bild»-Zeitung zufolge sollen auch bei Toyota die Gedankenspiele über einen Ausstieg weit fortgeschritten sein. Bereits Ende vergangenen Jahres war Honda wegen der weltweiten Wirtschaftskrise, die besonders die Automobilbranche getroffen hatte, aus der Formel 1 ausgestiegen.

    Das in diesem Jahr klar verpasste Ziel, um die WM mitzufahren, soll den Aussagen der Hauptverantwortlichen nicht den Ausschlag gegeben haben. Nach zehn von 17 Rennen ist BMW-Sauber Achter in der Konstrukteurswertung, die Piloten Heidfeld und Kubica liegen im Fahrer-Klassement auf den Rängen 13 und 15. «In der aktuellen Saison können wir die Erwartungen leider nicht erfüllen», erklärte Draeger in einer Pressemitteilung von BMW unter der Überschrift: «Konsequenter Schritt im Zuge der Neuausrichtung der BMW».

    Seine größten Erfolge feierte BMW-Sauber, das bislang auf 63 Grand-Prix-Starts kommt und im März 2006 sein Debüt gefeiert hatte, mit dem Premierensieg Kubicas im Juni 2008 im kanadischen Montréal. 2007 war das Team Zweiter in der Konstrukteurswertung geworden, allerdings begünstigt durch die damalige Disqualifikation von McLaren-Mercedes wegen der Spionage-Affäre. Der derzeit um den WM-Titel kämpfende Sebastian Vettel feierte in einem BMW-Sauber 2007 seine Formel-1-Premiere, nachdem Kubica einen Unfall in Montréal gehabt hatte.

    2005 hatte BMW die Übernahme des damaligen Schweizer Sauber-Teams bekanntgegeben. Zuvor war der Automobilhersteller von 2000 an Motorenlieferant für das Team Williams. Der Rennstall hatte den ehrgeizigen Plan, binnen weniger Jahre an die Weltspitze zu fahren, kontinuierlich umsetzen können. Vor der laufenden Saison war BMW- Sauber als ernsthafter Titelkandidat gehandelt worden, so war auch das Ziel im vierten Jahr. Mit dem neuen Wagen blieben die Weiß-Blauen allerdings deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurück. Der Ausstieg betrifft unterdessen nicht das Engagement von BMW unter anderem in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft.

    © sueddeutsche.de - erschienen am 29.07.2009 um 11:35 Uhr