Interessantes zu Formel 1 im Jahr 2009

    Kommentare: Schumacher wagt Comeback, BMW gibt auf

    Kommentare: Schumacher wagt Comeback, BMW gibt auf

    Formel Wahnsinn
    Von Robert Dunker 30. Juli 2009, 04:00 Uhr

    Ein Tag des Kummers für die deutschen Formel-1-Fans, ein Tag der Hoffnung. Am Morgen gab der bayerische Hersteller BMW wegen einer "neuen Ausrichtung des Motorsport-Engagements" überraschend den Rückzug aus dem Vollgaszirkus bekannt, am Abend verkündete Rekordchampion Michael Schumacher ebenso sensationell sein Comeback. Er steigt für Felipe Massa ins Cockpit, den Brasilianer, der beim Rennen in Ungarn nur knapp am Tod vorbeischrammte.
    Ein Tag des Kummers für die deutschen Formel-1-Fans, ein Tag der Hoffnung. Am Morgen gab der bayerische Hersteller BMW wegen einer "neuen Ausrichtung des Motorsport-Engagements" überraschend den Rückzug aus dem Vollgaszirkus bekannt, am Abend verkündete Rekordchampion Michael Schumacher ebenso sensationell sein Comeback. Er steigt für Felipe Massa ins Cockpit, den Brasilianer, der beim Rennen in Ungarn nur knapp am Tod vorbeischrammte.

    So gut der Altstar der zuletzt am Abgrund stehenden Formel 1 stehen würde, der 40 Jahre alte Familienvater geht ein enormes Risiko ein, nicht nur ein gesundheitsfährdendes. Er läuft Gefahr, seinen makellosen Ruf als bester Rennfahrer der Geschichte zu verspielen, und das für fünf Millionen Euro.

    Die technische Entwicklung verläuft in der Formel 1 derart rasend schnell, dass frühere Champions wie der Kanadier Jacques Villeneuve nach ihrer Rückkehr grandios scheiterten. Als Schumacher 2006 in Brasilien zum letzten Mal aus seinem Ferrari kletterte, hielten elektronische Fahrhilfen die Wagen in der Spuren, es gab noch Rillen in den Reifen, andererseits fehlte der Knopf am Steuer für das Energierückgewinnungssystem Kers, mit dem gerade Weltmeister und McLaren-Mercedes-Pilot Lewis Hamilton in Ungarn für Furore sorgte.

    Michael Schumacher testete nur noch gelentlich, er verlegte sich aufs Motorradfahren. Warum tut er sich das also an? Er sagt, er nehme die Herausforderung an, vielleicht ist sie ihm eine willkommene Abwechslung. Der ehemalige Kfz-Lehrling aus Kerpen hat in seinem Leben nicht viel anderes gemacht, als allerlei Motorisiertes fortzubewegen. Er kann nicht anders, als sich der Versuchung hinzugeben.

    Manager riet Schumacher von Comeback ab

    Manager riet Schumacher von Comeback ab

    Die Rückkehr von Rekordweltmeister Michael Schumacher in die Formel 1 hat auch Freunde und Fans überrascht. Schumachers Manager Willi Weber hatte Bedenken, sein Schützling konnte trotzdem nicht Nein sagen.
    dpa Willi Weber (l.) und Michael Schumacher
    Michael Schumacher konnte die Bitte des Ferrari-Rennstalls nach einem Comeback ins Cockpit als Ersatz für den verletzten Felipe Massa nach den Worten seines Managers Willi Weber nicht ablehnen. „Ferrari hat ihn gebeten, es zu machen, und er konnte nicht Nein sagen“, sagte Weber dem Berliner „Tagesspiegel“ vom Donnerstag. Er selbst habe Schumacher davon „eigentlich abgeraten“. „Das Problem ist die Erwartungshaltung der Menschen, wenn ein Schumacher wieder ins Auto steigt, dann wollen sie ihn siegen sehen“, so Weber weiter. Schumacher habe sich dennoch für ein Comeback entschieden. „Er hat eine Riesenlust“, sei „topfit und gut vorbereitet“, so der Manager des Kerpeners.

    Als „einziges Fragezeichen“ für ein Comeback sieht Schumachers Sprecherin Sabine Kehm eine Verletzung des 40-jährigen Rekordweltmeisters bei einem Motorradunfall Anfang des Jahres. „Der Nacken, das ist ein Risiko“, sagte sie dem „Tagesspiegel“. „Er muss natürlich noch gesundheitliche Checks machen.“

    Der deutsche WM-Kandidat Sebastian Vettel zeigte sich völlig überrascht: „Ich denke, es ist für alle eine große Überraschung und es wird viele Fans freuen, Michael in der Formel 1 wiederzusehen.“ Zugleich machte der Red-Bull-Pilot, der vom Boulevard gern als „Baby-Schumi“ bezeichnet wird, deutlich, dass er sich durch den bevorstehenden Hype um Schumacher nicht vom eigenen Kurs abbringen lassen will.


    „Duelle gibt es jeden Sonntag“

    „Nichtsdestotrotz geht es ganz normal weiter, und wir müssen uns auf uns konzentrieren“, sagte Vettel, nachdem Schumacher und auch sein Rennstall Ferrari am Mittwochabend bekanntgegeben hatten, dass sich der 40-Jährige auf ein Comeback beim Großen Preis von Europa am 23. August vorbereitet. Er soll den am Samstag in der Qualifikation zum Großen Preis von Ungarn verunglückten Felipe Massa aus Brasilien ersetzen, bis dieser wieder einsatzbereit ist – möglicherweise bestreitet Schumacher also die restlichen sieben Saison-Rennen.

    „Duelle gibt es jeden Sonntag, wenn um 14 Uhr nachmittags die Startlampen ausgehen, denn es tritt jeder gegen jeden an, und der Beste gewinnt“, meinte Vettel weiter. „Gegen wen man letzen Endes fährt, ist egal“, so der 22-Jährige, der sich anschickt, in die riesigen Fußstapfen Schumachers zu treten und in seinem zweiten vollen Formel-1-Jahr bereits um den Titel kämpft. Gleichwohl verspricht eine Rückkehr des Rekordchampions einen wohl nur schwer vorstellbaren Rummel. Alles wird sich am Wochenende des elften Saisonlaufs um den siebenmaligen Weltmeister drehen. Auf der Homepage der Scuderia (www.ferrari.it) strahlte er bereits mit feinstem Lächeln.

    „Obwohl das Thema Formel 1 für mich seit langem und komplett abgeschlossen war, kann ich aus Verbundenheit zum Team diese unglückliche Situation nicht ignorieren. Als Wettkämpfer, der ich nun mal bin, freue ich mich aber auch auf diese Herausforderung“, erklärte Schumacher mit Blick auf den Ausfall Massas, mit dem ihn eine gute Freundschaft verbindet.

    Schumacher-Comeback: "Er konnte nicht Nein sagen"

    Schumacher-Comeback: "Er konnte nicht Nein sagen"

    Er steigt tatsächlich wieder in den Ferrari: Rekordweltmeister Michael Schumacher
    Von Elmar Brümmer

    Für Ferrari ist das Schumacher-Comeback ein fetter PR-Coup - genau zur rechten Zeit. Wie überhaupt für die ganze Formel 1. Für Gutmensch "Schumi" geht es aber um mehr, ihm geht es um das Team. Wenn er gerufen wird, dann folgt er. Obwohl sein Manager Willi Weber ihm "eigentlich abgeraten" hat.

    Es ist die Frage, die eine ganze Renn-Nation bewegt: Warum tut sich Michael Schumacher das noch einmal an? Sein Manager Willi Weber hatte ihm "eigentlich abgeraten", die Erwartungshaltung der Menschen sei zu hoch. Wenn Schumacher in einen Wagen steige, dann wollten sie ihn auch siegen sehen. Doch, so Weber im "Tagesspiegel": "Ferrari hat ihn gebeten, es zu machen, und er konnte nicht Nein sagen."

    Warum auch? Das Jahrhundert-Comeback ist perfekt, in drei Wochen beim Großen Preis von Europa in Valencia springt der Rekord-Weltmeister nach zweieinhalb Jahren Renn-Rentnerdasein für den verletzten Felipe Massa wieder ins Cockpit.

    BMW will sparen und grüner fahren

    BMW will sparen und grüner fahren
    Von Michael Kröger

    Umweltschutz und Formel 1? Das passt nicht zusammen, lautet die neue Losung des BMW-Vorstands. Der Abschied von der schillernden Rennserie erscheint da nur als konsequenter Schritt. Doch es dürfte wohl kaum der einzige Grund gewesen sein.

    Berlin - Der Schock war Mario Theissen deutlich anzusehen. Nach vorn gebeugt und mit düsterer Miene saß der Teamchef des BMW/Sauber-Rennstalls neben Konzernboss Norbert Reithofer, als dieser die Gründe für den überraschenden Ausstieg aus der Formel 1 darlegte.

    Erst drei Tage zuvor hatte Theissen in einem Interview mit dem "Tagesspiegel" von wesentlichen Fortschritten bei den Verhandlungen zu einem neuen Regelwerk für die schnellste Rennserie der Welt gesprochen. Er rechne damit, dass in den nächsten Tagen oder Wochen das sogenannte Concorde Agreement unterschrieben werde. Von der Entscheidung des Vorstands am Dienstag wurde er dann ebenso überrascht wie einen Tag später die Öffentlichkeit.

    Nun rätseln nicht nur Motorsportfans über die Gründe, die den Ausschlag für die Entscheidung gegeben haben. Auch Konzernbeobachter versuchen abzuschätzen, ob sie womöglich als Signal zu werten sind, dass die Not bei BMW größer ist als bislang vermutet. Dass Sparsamkeit angezeigt ist, koste es was es wolle.

    Offiziell begründet Reithofer den Schritt mit dem Strategiewechsel, den sich der Münchner Autobauer verordnet hat. "Premium wird immer stärker auch über Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit definiert. Wir wollen hier eine Vorbildrolle einnehmen", erklärte er und kündigte gleichzeitig an, künftig alle Projekte an diesem Maßstab messen zu wollen.

    Vor diesem Hintergrund hat die Beendigung des Formel-1-Engagements gleich doppelt Sinn: Zum einen ist der Rennzirkus unter Umweltgesichtspunkten gelinde gesagt fragwürdig, zum anderen ließen sich die frei werdenden Ressourcen für die weitere Optimierung der Verbrennungsmotoren und den für 2015 geplanten Elektroantrieb einsetzen.

    Denn tatsächlich rätselt die Branche derzeit, wie die Zukunft des Automobils aussehen soll. Wer im Rennen bleiben will, muss auf vielen Gebieten forschen, angefangen von Hybridmotoren über neue Batterietechnik bis hin zur Brennstoffzelle. Doch das verschlingt Unsummen. Autoriesen wie Toyota oder Volkswagen können diese Beträge nicht nur leichter aufbringen, sondern auch leichter wieder hereinholen, weil neue Technologien in entsprechend hoher Stückzahl verbaut werden können. Ein im Konzert der Großen kleinerer Hersteller wie BMW hat deutlich größere Probleme, die Kosten wieder einzuspielen.

    BMW muss daher das Geld zusammenhalten und sich genau überlegen, in welche Bereiche investiert wird. "Alle Maßnahmen und Aktivitäten dienen einem Ziel: der Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens", stellt Reithofer am Mittwoch klar. "Auf dieses Ziel fokussieren wir unsere Mittel und Kapazitäten." Für die Formel 1 war da kein Platz mehr.

    Das eingesparte Geld soll nun in die Entwicklung neuer Antriebstechniken fließen. "Das ist eine strategisch richtige, wertvolle Entscheidung", lobt Ferdinand Dudenhöffer, Professor an der Universität Duisburg-Essen. "Letztlich bezahlt ja auch der Kunde das Engagement mit. Und neue Kunden bringt die Formel 1 nach meiner Einschätzung nicht."

    Das Umweltargument hält Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler allerdings eher für ein Feigenblatt. "Wenn BMW vorne mitfahren würde, dann hätten sich die Verantwortlichen kaum aus der Rennserie verabschiedet", mutmaßt er. Zumal Reithofer im gleichen Atemzug betont habe, dass die Münchner dem Motorsport gleichwohl verbunden bleiben wollten. "Ein DTM-Renner schneidet in Bezug auf Verbrauch und Schadstoffausstoß aber nur unwesentlich besser ab als ein Monoposto."

    Die ehrliche Absicht, umweltgerechtere Antriebe zu konstruieren, will der Analyst den Münchnern aber keineswegs absprechen. "Es ist eben nur einer von vielen Gründen".


    Sparmaßnahme mit doppelter Signalwirkung

    Immerhin dürfte akute Geldnot kaum ein Aspekt gewesen sein, der den Ausschlag für den Ausstieg gab. Zwar sind die Kassen bei BMW derzeit alles andere als gut gefüllt. Nach Absatzeinbrüchen und Produktionskürzungen brachen die Gewinne um rund 90 Prozent ein, die Aktionäre mussten sich mit einer um zwei Drittel gekürzten Dividende zufrieden geben. Im Zuge der Krise fallen mehr als 10.000 Jobs weg. Dank der bereits 2007 eingeleiteten Sparmaßnahmen kam BMW in diesem Jahr bisher allerdings mit einem Verlust von lediglich 152 Millionen Euro davon - während etwa der Konkurrent Daimler 1,3 Milliarden Euro verlor.

    Außerdem zieht die Nachfrage zumindest nach den kleineren BMW-Modellen inzwischen wieder spürbar an. Im Werk Leipzig arbeiten die BMW-Werker seit Juni wieder in zwei Schichten.

    Offen bleibt ohnehin die Frage, wie viel Geld BMW ohne Formel 1 überhaupt spart, denn offiziell schweigen sich die Konzernoberen darüber aus. Kritiker rechnen die Kosten auf 350 Millionen pro Jahr hoch. Danach hätte die Drei-Jahres-Bindung, die BMW im Rahmen der Concorde-Einigung für die Rennserie hätte unterschreiben müssen, knapp eine Milliarde Euro gekostet.

    Theissen rechnet dagegen ganz anders. Das Budget, erklärte er, sei in den vergangenen fünf Jahren fast halbiert worden - damals hatte man in BMW-Kreisen von 120 Millionen Euro pro Jahr gesprochen. Die Wahrheit dürfte wohl irgendwo dazwischen liegen. Angesichts der Spannweite der Schätzungen sind Voraussagen über die möglichen Einsparungen also zumindest mit Vorsicht zu genießen - zumal man den ebenso schwierig zu kalkulierenden Imageverlust durch den Werbeeffekt, den die Formel 1 mit sich bringt, in Rechnung stellen muss.

    Die tatsächliche Kostenersparnis hält auch der Autoökomon Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach für eher zweitrangig. "Die Summe ist für BMW nicht strategisch entscheidend, egal wie hoch sie in Wirklichkeit ausfällt", erklärt er. Viel entscheidender sei die symbolische Wirkung. "Kunden könnten den Ausstieg als Signal dafür werten, dass BMW es ernst meint mit seinem Engagement für Umwelt und Nachhaltigkeit." Ebenso wichtig sei das Signal nach innen: Reithofer verleihe seinen Sparappellen im Unternehmen auf diese Weise erheblich mehr Glaubwürdigkeit.

    Einen ganz anderen Aspekt bringen die Techniker ins Spiel: So könnte auch die ernüchternde Transferbilanz den Abschied von der Formel 1 erleichtert haben. Befürworter des Rennzirkus hatten in der Vergangenheit stets damit argumentiert, dass von der hochkarätigen Technik, die für die Rennboliden entwickelt wird, auch etwas für die Brot-und-Butter-Autos abfallen würde. Große Hoffnungen hatten die Ingenieure dabei auf leichte Werkstoffe aus Kunststoff gesetzt, die hätten helfen können, das Gewicht der schweren Karossen zu reduzieren. Doch die Verbundwerkstoffe schafften nur in Einzelfällen den Weg in die Serienfertigung - kein Wunder, wenn man bedenkt, dass ein Formel-1-Frontflügel aus Kohlefaser an die 20.000 Euro kosten kann.

    Einen Beitrag hätte möglicherweise noch das Hybridsystem leisten können, das unter dem Kürzel Kers bekannt ist und der Formel 1 einen grünen Lidstrich liefern sollte. Konkurrent Mercedes liefert mit seiner Hybrid-S-Klasse immerhin den Beweis, dass ein Elektrobooster, der nur eine kleine Batterie benötigt, durchaus alltagstauglich sein kann.

    Auch Motorsportdirektor Theissen schwärmte einst von den Möglichkeiten. Doch dann gehörte BMW zu den ersten Teams, die das System wieder ad acta legten.

    BMW verlässt die Königsklasse

    BMW verlässt die Königsklasse

    VON ECKHARD CZEKALLA - zuletzt aktualisiert: 30.07.2009 - 02:30

    Mit der "strategischen Neuausrichtung" wurde die zu diesem Zeitpunkt überraschende Entscheidung begründet. Nicht nur die Fahrer Heidfeld und Kubica, auch die 740 Mitarbeiter stehen vor einer ungewissen Zukunft.

    Fragen und Antworten zum BMW-Ausstieg München/Düsseldorf. Der Ausstieg kam für die Beteiligten unerwartet. Motorsportdirektor Mario Theissen, seit der Rückkehr von BMW in die Formel 1 im Jahr 2000 (damals mit Partner Frank Williams) die treibende Kraft, hatte erst am Wochenanfang erfahren, dass er nun an der Auflösung des Teams arbeiten muss, das er seit Juni 2005 aufgebaut hat. Auch Nick Heidfeld, dessen Vertrag am Jahresende ausläuft, hatte damit nicht gerechnet, was da gestern mitgeteilt wurde. "Die Entscheidung tut mir speziell für das Team und alle Mitarbeiter, mit denen ich über Jahre hinweg das Projekt aufbauen durfte, sehr leid", sagte der Mönchengladbacher, seit 2005 bei BMW angestellt. "Ich bedanke mich bei allen für die tolle Zusammenarbeit und die erreichten Erfolge. Ich werde weiterhin mein Ziel, das Maximum in der Formel 1 zu erreichen, nicht aus den Augen verlieren und die Mannschaft so gut ich kann unterstützen, um die Saison bestmöglich abzuschließen."

    Die strategische Neuausrichtung des Unternehmens, bei der die Formel-1-Gelder (geschätzt: 280 Millionen Euro) in die Bereiche neue Antriebstechnologien und Nachhaltigkeit investiert werden sollen, nannte Vorstandschef Norbert Reithofer als Gründe. Bei BMW entschied man sich zur Total-Operation. "Wir werden in der kommenden Saison auch nicht als Motorenhersteller zur Verfügung stehen", erklärte Klaus Draeger, Vorstand für Entwicklung.

    Da in den nächsten Tagen die Unterschrift unter das Concorde Agreement geleistet werden muss, mit denen sich die Teams bis 2012 an die WM binden, sahen sich die Verantwortlichen zum Handeln gezwungen. Drei Jahre waren ihnen wohl zu lang, zu unüberschaubar.

    Nun also endet, was vor vier Jahren an selber Stelle mit großen Hoffnungen begonnen hatte. "Ich akzeptiere und respektiere die Entscheidung, kann sie aber nur schwer nachvollziehen", sagte Peter Sauber, der damals sein Team an die Münchner verkauft und sich so gefühlt hatte, als würde er seine Tochter zum Traualtar führen. "Wenn man dann noch weiß, dass der Bräutigam passt, macht das die ganze Sache noch schöner", hatte der Schweizer erklärt, der jetzt die Nachricht von der überraschenden Scheidung verdauen muss. Noch ist offen, was mit den 740 Mitarbeitern – 420 in Hinwil, 250 in München, 70 in Landshut – passiert. Möglich, dass ein Käufer für das Team gefunden wird ähnlich wie bei Honda, als Ross Brawn den Rennstall übernahm. Vielleicht steigt auch Peter Sauber wieder ein, der noch immer mit 20 Prozent am Team beteiligt ist.

    Auch die Zukunft von Nick Heidfeld und Robert Kubica (Polen), der eigentlich noch bis Ende 2010 unter Vertrag steht, ist ungewiss. Ob sie bei einem der etablierten Teams unterkommen oder bei einem der drei neuen Rennställe, bleibt abzuwarten. Sicher ist, dass BMW im Motorsport bleiben und versuchen wird, das enttäuschende Abschneiden in dieser Saison zu korrigieren, denn bis zum Ende sollen alle Ideen und Projekte umgesetzt werden. Spekuliert wird über einen Einstieg in die Deutsche Tourenwagen Masters, in der nur Audi und Mercedes fahren.

    Der Ausstieg von BMW hat auch für viel Kritik gesorgt. "Es ist auf jeden Fall blamabel. In einer Zeit der völligen Erfolgslosigkeit den Schwanz einzuziehen, ist nicht besonders clever", meinte der ehemalige Formel-1-Fahrer und heutige TV-Experte Christian Danner.

    Quelle: Rheinische Post

    Steigt jetzt auch Mercedes aus?

    Steigt jetzt auch Mercedes aus?
    Von Lars Wallrodt 30. Juli 2009, 04:00 Uhr

    Hat die Finanzkrise mit dem Ausstieg zu tun?
    Offiziell sollen wirtschaftliche Gründe keine Rolle gespielt haben. Aber wie andere Autobauer auch hat BMW unter der Konjunkturflaute zu leiden. 2008 verkauften die Münchner rund 1,4 Millionen Autos, 4,3 Prozent weniger als im Vorjahr. In dieser Zeit fielen die Gewinne der Bayern auf 330 Millionen Euro, ein Jahr zuvor waren es noch 3,13 Milliarden Euro.

    Wie reagiert die Konkurrenz?
    Sie bieten den Betroffenen ihre Hilfe an. Die Teamvereinigung Fota hatte bereits zu Beginn des Jahres Ross Brawn geholfen, als der frühere Ferrari-Technikchef nach dem Rückzug des japanischen Herstellers Honda dessen Team übernommen hatte. Nun sagte Fota-Generalsekretär Simone Perillo: "Nach der Ankündigung von BMW haben sich die Fota-Teams untereinander beraten und sind bereit, dem Sauber-Team alle nötige Unterstützung für seine weitere Einbindung in die Formel 1 zu geben."

    Übernimmt Peter Sauber wieder das Team?
    Das ist ungewiss. 2005 kaufte BMW ihm das Team ab, Sauber blieb 20-prozentiger Teilhaber und fungierte als Berater seines ehemaligen Rennstalls. Gestern reagierte er geschockt: "Die Ankündigung von BMW, sich zum Saisonende aus der Formel 1 zurückzuziehen, kam für mich völlig überraschend. Ich akzeptiere und respektiere den Entscheid, kann ihn allerdings persönlich nur schwer nachvollziehen." Er wolle sich zunächst darauf konzentrieren, den Fortbestand des Teams und der Arbeitsplätze am Standort Hinwil/Schweiz zu sichern. Die Ausgangslage sei jedoch schwierig.

    Würde ein Team nachrücken, wenn das Sauber-Team nicht antreten kann?
    Ja. BMW war als eines von 13 Teams (bisher zehn) für die kommende Saison vorgesehen. Falls das Team nicht aufgekauft wird, kann ein anderes dessen Platz übernehmen.

    Steigt auch Mercedes aus der Formel 1 aus?
    Bislang deutet nichts darauf hin. "Wir bedauern den Ausstieg von BMW. Diese Entscheidung hat keinerlei Einfluss auf unser Formel-1-Engagement", sagte ein Mercedes-Sprecher. McLaren-Mercedes hat mit 28 Punkten acht Zähler mehr als BMW-Sauber und nimmt Platz fünf der Konstrukteurswertung ein.

    Was sagen die Experten?
    Der frühere Rennfahrer und heutige RTL-Experte Christian Danner sagt: "Es ist blamabel. In einer Zeit der völligen Erfolglosigkeit den Schwanz einzuziehen, ist nicht besonders clever." Auch Marc Surer, der früher selbst in der Formel 1 fuhr und heute für den Pay-TV-Sender Sky arbeitet, kritisiert die Entscheidung: "Dass man jetzt, nach so wenigen Jahren mit diesem Team, schon aufgibt, hinterlässt für mich einen faden Beigeschmack. Die offizielle Begründung mit einem Strategiewechsel ist für mich nur ein Vorwand. Ich habe den Eindruck, dass doch die aktuell schlechten Ergebnisse den Ausschlag für den Rückzug gegeben haben." Der ehemalige Weltmeister Niki Lauda sagte: "Für BMW ist das bis zu einem gewissen Grad ein Imageverlust. BMW hat immer für sportlichere Autos gestanden. Die Fans werden jetzt erst einmal kurzfristig vor den Kopf gestoßen sein. Der Sport hat jetzt einen Schaden genommen. Aber sterben wird die Formel 1 nicht, egal wie viele Autohersteller verschwinden."

    BMW-Ausstieg könnte für Domino-Effekt sorgen

    BMW-Ausstieg könnte für Domino-Effekt sorgen
    (22) Von B. Nuppeney und L. Wallrodt 29. Juli 2009, 16:36 Uhr

    Der Formel-1-Ausstieg von BMW sorgt vielleicht für einen Domino-Effekt. Honda hat sein Engagement schon beendet, Toyota und Renault sind die nächsten Kandidaten. Der Weltverband Fia gibt sich abgeklärt: "Es war seit einiger Zeit klar, dass der Motorsport die weltweite Wirtschaftskrise nicht ignorieren kann."

    Noch im Frühjahr malte Mario Theissen die Zukunft in bunten Farben. Der Motorsportchef von BMW träumte vor dem Saisonstart vom Weltmeistertitel, obwohl sein Team seit dem Einstieg in die Formel 1 im Jahr 2006 erst ein Rennen gewonnen hatte. Dennoch sagte er am 29. März in einem Interview mit WELT ONLINE : „Der Titel ist unser wichtigstes Ziel. Wir haben vor vier Jahren einen langfristigen Fahrplan aufgestellt, der besagt, dass wir von 2009 an um den Titel mitkämpfen wollen. Das ist unser Anspruch.“

    Nach zehn von 17 Rennen der Saison ist die Seifenblase geplatzt. Die Fahrer Nick Heidfeld (sechs WM-Punkte, Rang 13) und Robert Kubica (zwei WM-Punkte, Rang 15) verzweifelten an dem nicht konkurrenzfähigen Auto, in der Konstrukteurswertung liegt BMW abgeschlagen auf dem achten von zehn Plätzen. Nun zog der Münchner Autohersteller die Notbremse: BMW steigt nach dieser Saison aus der Formel 1 aus.

    Die Begründungen sind dünn und lassen Platz für Spekulationen. Von einer „strategischen Neuausrichtung unseres Unternehmens“ sprach Vorstandschef Norbert Reithofer und betonte die zukünftige Ausrichtung auf neue Antriebstechnologien und Nachhaltigkeit. Dass BWM jedoch in Tourenwagen-Weltmeisterschaft, Formel BMW, American Le-Mans-Serie, im Kundensport sowie wie im Superbike-Programm der Motorradabteilung weiter Gas geben will, passt nicht so recht zum angestrebten Image. Dennoch sagte Reithofer: „Der Premiumsektor wird immer stärker auch über Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit definiert. Wir wollen hier eine Vorbildrolle einnehmen. Unser Engagement in der Formel 1 entspricht dabei nicht mehr unserer Hauptzielrichtung.“

    Nach Aussage des BMW-Chefs hätte bei der Entscheidung „die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen zwölf Monate keine Rolle gespielt“. Das darf jedoch bezweifelt werden. Herstellern wie BMW fehlen durch die Querelen der vergangenen Monate in der Formel 1 nahezu jegliche Planungssicherheiten. So ist unklar, wer künftig den Posten an der Spitze des Automobilsport-Weltverbandes Fia einnehmen wird, wenn Max Mosley im Oktober ausscheidet.

    Auch das „Concorde Agreement“, das als künftige Arbeitsgrundlage der Formel 1 unter anderem eine Kostenreduktion für alle Teams vom kommenden Jahr an auf jeweils rund 75 Millionen Euro enthält und in den nächsten Tagen unterzeichnet werden soll, ist nur drei Jahre gültig – zu wenig Zeit für die langfristige Ausrichtung eines Unternehmens. „Wir wollten uns nicht für drei Jahre binden“, sagte Reithofer. BMW investierte bislang circa 300 Millionen Euro pro Jahr in die Formel-1-Abteilung.

    Die Entscheidung für den Ausstieg kam auch für Theissen überraschend. Noch im März hatte der Motorsportdirektor den „hohen Stellenwert“ des Formel-1-Engagements im Konzern betont, der „über den finanziellen Aufwand“ hinausgehe. Gestern musste er bedröppelt vor die Presse treten: „Es ist völlig klar, dass wir beweisen wollten, dass dieses Jahr nur ein Ausrutscher ist. Natürlich bin ich persönlich sehr enttäuscht, wie alle Mitarbeiter auch.“ Er ergänzte aber: „Aus Sicht des Unternehmens kann ich diese Entscheidung aber nachvollziehen.“

    Fahrer Nick Heidfeld war vorab nicht in die Pläne seines Arbeitgebers eingeweiht: „Das kommt für mich unerwartet und tut mir speziell für das Team und alle Mitarbeiter sehr leid, mit denen ich über Jahre hinweg das Projekt aufbauen durfte“, schrieb er auf seiner Internetseite. Es sei weiterhin sein Ziel, „die Mannschaft so gut ich kann zu unterstützen, um die Saison bestmöglich abzuschließen“. Was seine Zukunft angehe, „so werden wir die Gespräche unter den neuen Voraussetzungen weiter fortführen“.

    Experten befürchten nach dem BMW-Ausstieg einen Domino-Effekt. Zuletzt war über ähnliche Manöver bei Toyota und Renault spekuliert worden. Eine Toyota-Sprecherin sagte aber: „Durch die Kostensenkungen werden wir unser Formel-1-Engagement fortführen. Unsere Situation bleibt unverändert. Das wurde uns aus Japan mitgeteilt.“

    Der Automobilsport-Weltverband Fia „bedauert die Ankündigung des Rückzuges, ist davon aber nicht überrascht. Es war schon seit einiger Zeit klar, dass der Motorsport die weltweite Wirtschaftskrise nicht ignorieren kann“.


    Die Zukunft der Piloten ist unklar


    In welchem Umfang es zu einem Stellenabbau in München (250 Mitarbeiter), Landshut (70) oder in der ehemaligen Sauber-Fabrik in Hinwil/Schweiz (420) kommt, steht noch nicht fest. „Wir werden verschiedene Szenarien erarbeiten und bewerten und uns bemühen, für die Mitarbeiter am Standort Hinwil und die in das Formel-1-Projekt eingebundenen Beschäftigten in München Lösungen zu finden“, sagte BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Draeger. Die Zukunft der Piloten Heidfeld und Robert Kubica ist ebenfalls unklar.

    Erstmals war BMW in den 80er-Jahren in der Königsklasse vertreten. 2000 kehrte der Autobauer als Motorenlieferant für Williams in die Formel 1 zurück und feierte mit den Briten insgesamt zehn Siege. Der Traum vom WM-Titel blieb aber unerfüllt. Nicht zuletzt wegen der Probleme bei der Zusammenarbeit zwischen München und England entschied der Konzern, dieses Ziel allein anzugehen. 2005 kaufte BMW für rund 80 Millionen Euro das Schweizer Sauber-Team und war von 2006 an als eigenständiger Rennstall BMW-Sauber am Start. Mit dem letzten Saisonrennen am 1. November in Abu Dhabi wird diese Ära enden.

    Schumacher-Comeback

    Schumacher-Comeback
    Die Rückkehr des Massen-Magneten

    Langweilig ist die Formel-1-Saison dieses Jahr bestimmt nicht. Der dramaturgische Höhepunkt aber dürfte der Wiedereinstieg des Schuminators ins Cockpit sein.

    Was viele Fans sich lange gewünscht haben und bis vor einer Woche doch keiner ernsthaft hätte vermuten können, passiert ausgerechnet am gleichen Tag, an dem BMW den Rückzug aus der Formel 1 verkündet: Der Rekordweltmeister vermeldet sein Comeback: „Obwohl das Thema Formel 1 für mich seit Langem und komplett abgeschlossen war, kann ich aus Verbundenheit zum Team diese unglückliche Situation nicht ignorieren. Als Wettkämpfer, der ich nun mal bin, freue ich mich aber auch auf diese Herausforderung.“ Der erste Teil der Begründung ist der offizielle, und man darf davon ausgehen, dass der letzte Satz das wichtigere Motiv enthält. Schumacher ist und bleibt ein Wettkämpfer, und ohne Herausforderung fehlt ihm was – so sehr er sich vor Monaten bei Johannes B. Kerner bemühte, sein Familienleben als die jetzt für ihn zentrale Herausforderung darzustellen.

    Und doch stieg er nach seinem Karriere-Ende auf Rennmotorräder, stürzte gar, schlug sich aber achtbar. Die Herausforderung war groß, aber, und das dürfte auch entscheidend für den Wiedereinstieg ins Cockpit sein, die Erwartungshaltung kann nicht riesig sein: Für Höchstleistungen auf dem Motorrad war Schumacher nicht bekannt, und Ferrari fährt in der Formel 1 derzeit unter „ferner liefen“.


    Der Quotenmessias für RTL

    Das Publikum allerdings traut dem Superstar Wunder zu – weil er sie in den Augen der Fans bereits vollbracht hat. Denn eigentlich ist er einer von ihnen, immer geblieben: Das Vermögen des 40-Jährigen wird auf 300 Millionen Euro taxiert, aber Geld rausschmeißen liegt ihm nicht. Die Medien kreuzigten ihn einst dafür, dass er behauptete, Marmelade in Deutschland zu kaufen, weil sie ihm an seinem Wohnort in der Schweiz zu teuer sei. Aber die Leute, die seine Formel-1-Rennen beim Public-Viewing auf der Kartbahn von Kerpen mitverfolgt haben, konnten Einkaufen, wo es am billigsten ist, gut nachvollziehen.

    Vor seinem ersten Formel-1-Rennen in Spa hat der spätere Rekordweltmeister angeblich in der Jugendherberge übernachtet. Er hatte sich hochgearbeitet und durchgebissen. Was dann folgte, muss allen Beobachtern aus ähnlichen Verhältnissen tatsächlich wie ein Wunder erscheinen: Schumacher ist der erfolgreichste Pilot der Formel-1-Geschichte. Neben sieben WM-Titeln gewann er 91 Rennen, stand 68-mal auf der Pole-Position und fuhr in 76 Rennen die schnellste Runde. Außerdem sammelte er mit Abstand die meisten Weltmeisterschaftspunkte, stand am häufigsten auf dem Siegerpodest und führte in Rennen mehr Runden und Kilometer als jeder andere Fahrer.


    Defekte, ein Rammstoß, die Moral und ein Beinbruch

    Retardierendes Moment dieser Erfolgsgeschichte war nach zwei WM-Titeln mit Benetton der Wechsel zu Ferrari 1996, den niemand verstand. Die erste Saison beim Traditionsrennstall war ein Defekt-Desaster, „Bild“ titelte: „Raus aus der roten Gurke!“. Doch schon 1997 fuhr Schumacher um den Titel. Allerdings verlor er ihn im letzten Rennen. Und zwar nach einem von ihm provozierten Unfall. Es war wie die Umkehr des ersten Titels, den er nach einem Unfall mit Damon Hill und Ausfall nur errang, weil Hill das Rennen ebenfalls nicht zu Ende fahren konnte. Während die Schuldfrage 1994 nicht zu klären war, wirkte die Kollision beim Überholversuch Villeneuves wie ein Rammstoß. Mit dem Titel wäre beinahe auch die Reputation des deutschen Formel-1-Helden verloren gegangen.

    RTL befragte seinerzeit die entsetzten Zuschauer beim Public Viewing in Kerpen. Eine Frau, die seine Mutter hätte sein können, sagte im typischen rheinischen Dialekt seiner Heimat: „Der Michael ist so dusselig, wie sein Kinn lang ist“ – was die Betrachtungsweise echter Fans gut wiedergibt. Schumacher galt ihnen eben nicht als unfair, sondern nur als menschlich und fehlbar. Ein weitere Rückschlag bereitete den Weg für den Aufstieg von ganz unten auf den Gipfel: 1999 verunfallte Schumacher in Silverstone nach Bremsversagen und brach sich den Unterschenkel. Schon zum Ende der Saison deutete er mit einem überlegenen Rennen in Malaysia und einem geschenkten Sieg für seinen damaligen Teamkollegen Eddie Irvine den Triumph an. Ab 2000 errang Schumacher fünf Titel in Folge für Ferrari. Damit machte sich der Deutsche auch in Italien unsterblich.


    BMW ist raus – na und?

    Denn für italienische Fans zählt nur Ferrari, sodass Schumacher auch dort wieder in aller Munde ist. „Er tut es aus Dankbarkeit“, titelt die Gazzetta dello Sport. In Deutschland hingegen ist kaum mehr die Rede von BMWs Rückzug, sondern nur noch von Schumachers Comeback – am 23. August in Valencia. Hand aufs Herz: Wer schaut nicht zu?

    Schumacher bereitet sich vor: Kein Test erlaubt

    Schumacher bereitet sich vor: Kein Test erlaubt

    Michael Schumacher bereitet sich auf sein F1-Comeback vor. Niki Lauda plädiert für einen F1-Test des Deutschen.

    In einem kurzen Presseschreiben bestätigte Ferrari, dass Michael Schumacher sich bereit erklärt habe, dem Team zu helfen und für Felipe Massa einzuspringen, so lange dieser verletzt ausfällt. Was viele übersahen: Das Team betonte ausdrücklich, dass es Schumacher nur dann ins Auto setzen wird, wenn er sein spezielles Trainingsprogramm für den Europa GP erfolgreich abschließt.

    Wichtig ist dies nicht nur, um richtig fit zu werden, sondern auch um festzustellen, ob die Nackenverletzung, die er sich bei einem Motorradsturz zu Jahresbeginn zugezogen hat, genügend verheilt ist. Die Untersuchungen sollen laut dpa einige Tage andauern. "Wenn Michael nicht so hart in all den vergangenen Monaten gearbeitet hätte, wäre das alles gar nicht möglich", sagte Dr. Johannes Peil, Chefarzt der Sportklinik in Bad Nauheim, in der sich auch Toyota-Pilot Timo Glock fit hält.

    Niki Lauda forderte unterdessen in der Welt, dass Schumacher einen Testtag zugesprochen erhalten soll. "Wenn man es fair machen würde, müsste man ihm zumindest einen Testtag mit dem Ferrari genehmigen", so der Ex-Weltmeister. "Dann würde Michael wenigstens das Auto kennen." Bislang hat Schumacher noch nie einen 2009er Ferrari gefahren, geschweige denn ein Rennauto mit KERS und unter den neuen Aerodynamikregeln. Lauda glaubt jedoch nicht, dass es zu einem Ausnahmetest kommen wird, den das Testverbot eigentlich verbietet. "Ich fürchte aber, dass dies nicht passieren wird, da die Konkurrenz sagt: Warum er und nicht wir?"

    Massa scherzt über Schumacher: Auf dem Weg der Besserung

    Massa scherzt über Schumacher: Auf dem Weg der Besserung

    Felipe Massa geht es besser und besser, er scherzt sogar schon über seinen Ersatzmann Michael Schumacher und einen Einsatz in Valencia.
    Michael Schumacher bereitet sich auf sein Comeback vor, um Felipe Massa würdig zu vertreten. Der Brasilianer denkt derweil schon wieder nur noch ans Rennen fahren. "Er glaubt, er könnte in Valencia fahren", sagte Massas Leibarzt Dino Altman. Über die Neuigkeit, wer sein Ersatzmann sein wird, sagte Massa: "Mal sehen, ob ich ihn fahren lasse!"

    Massas Gesundheitszustand verbessert sich von Tag zu Tag. "Er isst, lief im Zimmer herum und nahm am Morgen eine Dusche, ganz normal wie jeder andere auch", verriet Altman. Auch mit Massas Auge gebe es wie erwartet keine Probleme. Eine Verlegung nach Paris ist ebenfalls vom Tisch. Nur ob Massa aus Budapest nach Monaco oder Brasilien entlassen wird, ist noch nicht entschieden. "Es hängt davon ab, wann er entlassen wird", so Altman.

    Hamilton und Button bereit für Schumacher: Fit und schnell

    Hamilton und Button bereit für Schumacher: Fit und schnell

    Lewis Hamilton und Jenson Button erhalten ab Valencia wahrscheinlich einen neuen und dennoch bekannten Gegner: Michael Schumacher.
    Der eine ist Weltmeister, der andere will es dieses Jahr werden. Der eine ist noch nie gegen Michael Schumacher gefahren, der andere kämpfte schon einmal eine Saison lang gegen ihn um die Spitze, in den anderen Jahren fuhren er ihm meist nur hinterher. Eins haben Lewis Hamilton und Jenson Button gemeinsam: Sie freuen sich beide auf das Comeback des Rekordchampions.

    "Ich freue mich auf Michael Schumachers Rückkehr, sofern es dazu kommen sollte", sagte Hamilton. Schumacher sei einer der größten Sportler und eine Legende. "Es wäre toll, gegen ihn anzutreten." Die gesamte Welt werde auf Valencia schauen und Hamilton sieht es als Ehre und Privileg an, zum ersten Mal gegen ihn zu fahren. "Ich wünsche ihm Glück."

    Button halt Schumachers Entscheidung für mutig. "Er ist in einer schwierigen Situation, aber er hat die Herausforderung angenommen", sagte er der BBC. Schumacher sei noch immer jung. "40 ist nicht alt, er ist noch immer konkurrenzfähig", ist Button überzeugt. "Seine Reaktionen werden schnell sein und er wird sicher fit sein." Bei seinen letzten Tests Anfang 2008 sei er auch ins Auto gestiegen und auf Anhieb schnell gefahren.

    Felipe Massa: Dank an Gott

    Felipe Massa: Dank an Gott

    Felipe Massa hat das Krankenhaus verlassen. Im Interview mit Ferrari spricht er über seine Verletzung und den Weg zurück ins F1-Cockpit.
    Wie fühlst Du Dich? Woran kannst Du Dich von dem Unfall erinnern?
    Felipe Massa: Es ist ein komisches Gefühl. Ich weiß genau, was passiert ist, dass eine Feder von Rubens Auto mich am Helm getroffen hat. Ich weiß, dass etwas mit mir geschehen ist, aber ich habe nichts gefühlt, als es passiert ist. Sie sagten mir, dass ich das Bewusstsein verloren hätte, als mich die Feder am Helm traf, den Rest mussten die Ärzte mir erklären. Als ich Rob [Smedley, sein Renningenieur] sah, fragte er mich, ob ich mich an Rubens erinnern könnte, aber das Letzte, woran ich mich erinnern kann, war, als ich am Ende meiner schnellen Runde in Q2 hinter ihm fuhr - dann kommt der Filmriss. Das ist schwierig zu erklären. Ich fühle mich jetzt besser und möchte mich so schnell wie möglich erholen, um wieder am Steuer eines Ferrari zu sitzen.

    Möchtest Du jemandem danken?
    Felipe Massa: Zunächst möchte ich mich bei Gott bedanken. Dann möchte ich all den Ärzten an der Strecke und im AEK Krankenhaus in Budapest danken, die viel für mich getan haben. Aber ich danke auch Dino Altman, der mit meiner Familie aus Brasilien anreiste und in den letzten Tagen außergewöhnlich war. Ich möchte aber auch allen danken, die für mich gebetet haben und mir auf meiner eigenen und der Website von Ferrari Genesungswünsche gesendet haben. Mir haben so viele Menschen geschrieben, selbst welche, die sich nicht für die Formel 1 interessieren, aber von meinem Unfall gehört haben. Vielen Dank! Ich bete auch für Euch. Ich hätte das gleiche gemacht, wenn dieser Unfall einem anderen Fahrer geschehen wäre: Ich hätte für ihn gebetet.

    Wie sehr hat es Dir geholfen, dass Deine Familie hier war?
    Felipe Massa: Meine Familie ist mir sehr wichtig. Sie waren mir während meiner gesamten Karriere nahe, bei Siegen und Niederlagen, und in den schwierigsten Zeiten. Mein Bruder Edoardo war schon in Budapest, aber nachdem der Unfall geschehen war, kamen Raffaela, mein Vater, meine Mutter und dann meine Schwester auch nach Ungarn. Ich weiß, dass sie viel gelitten haben und ich möchte ihnen danken. Aber ich möchte noch einer Familie danken: Der Ferrari-Familie. Sie waren toll, haben uns sehr geholfen und es ist klasse, Teil einer solchen Gruppe zu sein.

    Was wünscht Du Dir für Deine Rückkehr nach Brasilien?
    Felipe Massa: Ich möchte heim kommen und überprüfen lassen, dass alles wie zuvor ist. In den letzten Tagen ist viel passiert und ich möchte wieder ein normales Leben führen. Ich möchte wieder in die bestmögliche Verfassung kommen und die alltäglichen Dinge tun.

    Dein Auto wird für eine Weile von Michael Schumacher gefahren. Hast Du einen Ratschlag für ihn?
    Felipe Massa: Michael braucht meinen Rat nicht! Er hat mir in meiner Karriere viele Ratschläge gegeben, als wir zusammen gefahren sind. Er weiß, wie man gewinnt, er weiß, wie man fährt und er ist klasse: Es war die beste Wahl, das Auto so einer fantastischen Person zu geben und ich bin mir sicher, dass alle froh sind, ihn wieder auf der Strecke zu sehen. Trotzdem hoffe ich, dass ich so schnell wie möglich wieder mit Ferrari fahren werde.

    Mateschitz: Keine Ausnahme für Schumacher

    Mateschitz: Keine Ausnahme für Schumacher: Nicht im Sinne der Regeln

    Michael Schumacher kann sich einen Testtag im neuen Auto endgültig abschminken. Nach Williams stellte sich auch Red Bull quer.
    Nach Williams bestätigte auch Red Bull, dass man gegen eine Sonderregelung für einen Eintagestest von Michael Schumacher mit dem neuen F60 sei. "Wir haben vor dem Ungarn GP eine Testerlaubnis für Jaime Alguersuari erbeten und die Bitte wurde abgelehnt", erklärte Teambesitzer Dietrich Mateschitz. "Warum sollten wir also eine Ausnahme für einen siebenfachen Champion genehmigen?"

    Alguersuari musste sein GP-Debüt in Ungarn mit der Erfahrung von gerade einmal zwei Aerodynamiktests auf einer Geraden absolvieren - und schlug sich dabei beachtlich. Red Bull Berater Helmut Marko glaubt, dass auch Schumacher keine Eingewöhnungsprobleme haben wird.

    "Er ist erfahren genug, um auch im neuen Auto bald konkurrenzfähig zu sein", sagte Marko den Salzburger Nachrichten. Ein zusätzlicher Testtag für Schumacher sei nicht im Sinne der Regeln. "Wenn er tatsächlich letzte Woche mit GP2-Reifen gefahren ist, wird das einen großen Unterschied ausmachen."

    Ferrari kritisiert Williams: Alguersuari-Test zugestimmt

    Ferrari kritisiert Williams: Alguersuari-Test zugestimmt

    Ferrari ist gar nicht glücklich, dass sich Williams gegen den Test von Michael Schumacher im neuen Auto ausgesprochen hat.
    Wer glaubte, dass der Ärger mit der Unterschrift unter das neue Concorde Agreement beseitigt sei, der hat sich getäuscht. Die Schumacher-Rückkehr bringt neuen Zündstoff in die Formel 1. So bat Ferrari die anderen neun Teams um eine Sondergenehmigung, die Michael Schumacher - trotz des Testverbots - einen Eintagestest im neuen F60 erlauben sollte. Williams und Red Bull lehnten dies ab.

    Red Bull verwies darauf, dass der Spanier Jaime Alguersuari vor seinem Debüt bei Toro Rosso ebenfalls keinen Sondertest genehmigt bekam, obwohl er zuvor noch nie ein F1-Auto durch eine Kurve gesteuert hatte. Ins gleiche Horn blies Williams und meinte, dass es für einen siebenfachen Weltmeister keine Ausnahmen geben sollte, die bei einem 19-Jährigen Neuling nicht gemacht wurden. Deshalb gebe es keinen Grund, vom Wortlaut der Regeln abzuweichen.

    Ferrari fand das gar nicht lustig und konterte mit einem bitterbösen Eintrag auf der offiziellen Website - überschrieben mit dem Titel: "Indiscretion".

    "Ratet, wer sich gegen den Test mit dem F60 gestellt hat?", heißt es in dem kurzen Eintrag. "Ein Team, das seit einigen Jahren nichts gewonnen hat und erneut die Gelegenheit nicht ausließ, sein Fehlen von Sportsgeist und Fairplay zu demonstrieren. Nur für die Akten: Die Scuderia Ferrari hat dem Test von Alguersuari zugestimmt, aber selbst in diesem Fall scheint jemand sich ganz genau an die präzise Formulierung der Regeln gehalten zu haben."

    Whitmarsh: Entwicklung am MP4-24 wird fortgesetzt

    Whitmarsh: Entwicklung am MP4-24 wird fortgesetzt: Signifikanter Schritt

    Nach dem Sieg von Lewis Hamilton in Ungarn will McLaren Mercedes weiter an der Entwicklung des MP4-24 arbeiten.
    "Wir wissen, was wir zutun haben. Wir müssen einen Weg finden, um unser Ziel zu erreichen. Ich denke, wir haben mit dem Wagen einen signifikanten Schritt gemacht, das beweist das Ergebnis auf der Strecke. Deshalb werden wir jetzt nicht aufhören, sondern das Auto weiterentwickeln", erklärte McLaren Mercedes-Teamchef Martin Whitmarsh.

    Der Engländer ist überzeugt, dass man mit dem MP4-24 in dieser Saison noch weitere Erfolge erzielen kann. "Aber noch wichtiger ist, dass wir sicherstellen, dass wir 2010 ein konkurrenzfähiges Auto haben", erklärte Whitmarsh. Der MP4-24 soll daher als aerodynamische Basis für das neue Modell fungieren. "Die aerodynamischen Regeln ändern sich kommendes Jahr nicht dramatisch. Wir dürfen zwar nicht mehr Nachtanken, aber das hat keinen Einfluss auf das Aerodynamikpaket. Ich denke, wir können daher zuversichtlich sein, aber wir dürfen keinesfalls zu selbstgefällig sein", betonte Whitmarsh.

    Es sei wichtig, dass man einen besseren Job mache als die anderen Teams, die bereits die Entwicklung in dieser Saison gestoppt haben und sich auf 2010 konzentrieren. "Unser Ziel ist es, diese Saison auf die Strecke zu gehen und Rennen zu gewinnen sowie im nächsten Jahr die Weltmeisterschaft zu holen", verriet Whitmarsh.

    Schumacher-Comeback abgesagt: Verletzung zu schwer

    Schumacher-Comeback abgesagt: Verletzung zu schwer

    Michael Schumacher musste am Dienstag schweren Herzens sein F1-Comeback absagen. Er wird nicht für Felipe Massa einspringen.
    Es war die Sensation des F1-Jahres: Michael Schumacher wollte für den verletzten Felipe Massa einspringen und nach knapp drei Jahren sein F1-Comeback geben. Doch nach einer Reihe Tests, Trainingseinheiten und medizinischen Untersuchungen musste der siebenfache Weltmeister seine Rückkehr absagen.

    "Ich habe gestern Abend Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo und Teamchef Stefano Domenicali darüber informieren müssen, dass ich nicht für Felipe einspringen kann", schreibt Schumacher auf seiner Website. "Ich habe absolut alles versucht, dieses Comeback auf Zeit möglich zu machen, aber zu meinem größten Bedauern klappt es nicht." Grund dafür ist seine Nackenverletzung nach einem Motorradsturz zu Jahresanfang. "Die Schmerzen im Nacken, die nach dem privaten F1-Tag in Mugello auftraten, haben wir leider nicht in den Griff bekommen - auch wenn wir alles versucht haben, was medizinisch und therapeutisch machbar ist."

    Bei dem Motorrad-Unfall im Februar zog sich Schumacher Brüche im Bereich Kopf und Hals zu. "Die Folgen des Unfalls sind leider noch immer zu schwer. Daher kann mein Nacken den extremen Belastungen der Formel 1 nicht standhalten." Das habe sich im Verlauf der Untersuchungen und des Abschlusstests am Montagnachmittag herausgestellt. "Weil sich die Probleme im Nacken, die nach dem Tag in Mugello aufgetreten waren, nicht besserten, habe ich mich am Sonntag kurzfristig entschieden, diese eindringliche Untersuchung bereits gestern zu machen."

    Schumacher wäre gerne für Massa eingesprungen, um seinem Team zu helfen. "Ich bin zutiefst enttäuscht. Mir tut es wahnsinnig leid für die Jungs bei Ferrari und alle die Fans, die mir die Daumen gedrückt haben. Ich kann nur nochmals sagen, dass ich alles versucht habe, was in meiner Macht stand. Ich wäre gerne für Felipe eingesprungen." Jetzt drückt er seinem Team und dem neuen Ersatzmann die Daumen. Als potenzielle Kandidaten kommen die Testfahrer Luca Badoer und Marc Gené in Frage. Badoer absolvierte bereits in der letzten Woche das gleiche Karttraining wie Schumacher in Lonato.

    Badoer fährt für Ferrari: Das kleine Comeback

    Badoer fährt für Ferrari: Das kleine Comeback

    Luca Badoer feiert in Valencia sein F1-Comeback. Der Ferrari-Testfahrer springt nach der Schumacher-Absage für den verletzten Felipe Massa ein.
    Das große Comeback von Michael Schumacher ist gescheitert, stattdessen gibt Ferrari-Testfahrer Luca Badoer ein kleines Comeback und ersetzt ab dem Großen Preis von Europa in Valencia Stammfahrer Felipe Massa bis zu dessen Rückkehr ins Cockpit. Der Italiener hat in seiner Karriere 48 Grand Prix für Minardi, Forti und die Scuderia Italia absolviert. Sein letztes F1-Rennen bestritt er vor zehn Jahren in der Saison 1999. Seitdem ist er als Testfahrer für Ferrari im Einsatz. Den neuen F60 hat er noch nie getestet.

    "Ich bin sehr unglücklich, dass ein Problem dafür sorgt, dass Michael kein Comeback geben kann", sagte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo. "Ich habe in den letzten Tagen seinen großen Einsatz und seine außergewöhnliche Motivation begrüßt, die das gesamte Team und die Fans rund um die Welt angespornt hat. Zweifelsohne wäre seine Rückkehr gut für die F1 gewesen und ich bin mir sicher, dass er wieder um Siege gekämpft hätte."

    Zusammen mit Teamchef Stefano Domenicali entschied sich di Montezemolo für Badoer als Ersatzfahrer. "Wir geben ihm die Chance, für die Scuderia Rennen zu fahren, nachdem er so viele Jahre als Testfahrer hart für uns gearbeitet hat."

    Weber: Schumachers schlimmster Unfall: Reaktionen zur Absage

    Weber: Schumachers schlimmster Unfall: Reaktionen zur Absage

    Die Motorsportwelt weint dem verpassten Comeback von Michael Schumacher hinterher. Die Gesundheit habe jedoch Vorrang.
    Es war von Anfang an das große Fragezeichen: Würde Michael Schumachers Nacken nach dem schweren Motorradunfall vom Jahresbeginn den Belastungen in einem Formel-1-Auto standhalten oder nicht? Am Dienstagvormittag lieferte der Rekordweltmeister die Antwort: Es geht nicht. Schumacher musste seine Comeback-Bemühungen absagen.

    "Das ist natürlich fürchterlich", sagte Niki Lauda. "Ich bin mir sicher, dass er sich jetzt nicht wohlfühlt, weil er alles machen wollte um zu fahren." Schumachers Manager Willi Weber bezeichnete den Motorradunfall als den schlimmsten in der Karriere des Ex-Weltmeisters. "Es ist sehr schade. Ich habe mich sehr auf das Comeback gefreut, wie wir alle."

    Schumachers Ex-Teamchef Eddie Jordan stellte die Frage, warum der Deutsche überhaupt Motorradrennen fahren musste? "Was hat er sich dabei gedacht? Er muss ein Brett vor dem Kopf gehabt haben", sagte Jordan. "Er hat den Speed, aber nach seinem Unfall nicht die Möglichkeit, ein Zweistundenrennen zu fahren. Wir wurden beraubt, denn ich hätte gerne gesehen, wie er sich gegen all die Jungen schlägt."

    Auch Mercedes-Benz Motorsportchef Norbert Haug hatte sich auf das Comeback gefreut. "Eine große Enttäuschung für alle, die sich auf Michaels Comeback gefreut haben. Aber die Gesundheit geht vor - das ist klar", betonte er. "Es war von Anfang an klar, dass die medizinische Untersuchung entscheidend sein wird."

    Ralf Schumacher betonte, dass man die Entscheidung rundherum akzeptieren müsse. "Es ist absolut klar, dass ein belastender Formel-1-Einsatz nicht möglich ist, wenn der gesundheitliche Zustand dies nicht zulässt."

    Merkel stärkt Schumacher den Rücken

    Merkel stärkt Schumacher den Rücken: Rückendeckung von ganz oben

    Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Michael Schumachers Comeback-Versuch verfolgt und stärkt ihm in seiner Entscheidung den Rücken.
    Während die Formel 1-Welt derzeit über Michael Schumachers Rücktritt vom Comeback erschüttert wird, genießt der Kerpener Unterstützung von ganz oben. Bundeskanzlerin Angela Merkel stärkte dem Rekordweltmeister den Rücken und erklärte im RTL Chat, dass sie verstehe, warum Schumacher sich so entschieden habe.

    Mit viel Interesse habe die Bundeskanzlerin die Vorbereitungen Schumachers auf das Comeback in Valencia in den letzten Tagen und Wochen verfolgt. "Ich glaube, dass die Mediziner ihm doch den richtigen Tipp gegeben haben", sagte Merkel. "Ich denke, dass es ihm nicht leicht gefallen ist, dass er doch mit viel Elan da wieder dran gegangen ist."

    "Ich finde, er hat sich richtig entschieden", bezog Merkel Partei für den Ferrari-Rentner. "Er hat Familie, er hat Kinder und es gibt noch andere schöne Sachen. Es ist sicher schwer für ihn."

    Weber stoppte die Produktion nicht: Überwältigende Reaktione

    Weber stoppte die Produktion nicht: Überwältigende Reaktionen

    Willi Weber stellte im Rahmen der Schumacher-Pressekonferenz einige Dinge klar.
    So viele Anfragen bekam Willi Weber schon lange nicht mehr. In den letzten Wochen stand das Telefon beim Manager von Michael Schumacher nicht mehr still. "Es gab nur positive Reaktionen, teils sehr emotionale, aber es war unwahrscheinlich, mitzuerleben, wie die ganze Welt sich auf das Comeback gefreut hat. Es waren überwältigende, fantastische Reaktionen."

    Trotzdem musste Weber einige Dinge klar stellen: "Es wurde nie etwas gestoppt, weil nie etwas produziert wurde", sagte er über den angeblichen Produktionsstopp für die Comeback-Fanartikelkollektion. "Es gab jede Menge Anfragen, was ich toll fand, aber ich habe immer darauf hingewiesen, dass es theoretisch möglich ist, dass er nicht fährt." Einige wollten sogar auf Verdacht produzieren, "aber ich habe keine Freigabe dafür gegeben. Am Ende hat es niemand gemacht".

    Auch die Meldungen, wonach das Comeback als PR-Gag diente und Schumacher viele neue Sponsorendeals einbrachte, dementierte Weber. Diese Verträge seien teilweise schon vor einem Jahr geschlossen worden, die Kampagnen aber erst jetzt angelaufen, passend zum Start der Fußball-Bundesliga. Eines hat Weber das gescheiterte Comeback jedoch gezeigt: "An den Reaktionen sieht man, dass die Formel 1 ohne Michael etwas weniger wert ist."

    Arzt schließt Schumacher-Comeback nicht aus

    Arzt schließt Schumacher-Comeback nicht aus: Entscheidung liegt bei Michael

    Dr. Johannes Peil, Leibarzt von Michael Schumacher schließt ein F1-Comeback zu einem späteren Zeitpunkt nicht aus und erklärt die Folgen des Motorradunfalls.
    Lange Zeit war es ein gut gehütetes Geheimnis, wie schlimm der Motorradunfall von Michael Schumacher im Februar in Spanien tatsächlich war. Nach der Comeback-Absage des siebenfachen Champions ist klar: es war die schwerste Verletzung seiner Karriere. "Er hat durch den Unfall eine Fraktur im Bereich des siebten Halswirbels, der ersten Rippe links und durch den Aufschlag des Weiteren eine Kompressionsfraktur im Bereich der Schädelbasis erlitten", erklärte Leibarzt Dr. Johannes Peil.

    Zudem habe es eine Berstungsfraktur gegeben, die eine wichtige Ader in diesem Bereich zerschlagen habe. "Der Mensch hat nur zwei, solcher Arterien. Sie versorgen hauptsächlich das Kleinhirn, was die Motorik, Geschicklichkeit, Schnelligkeit und Reaktion steuert", verriet Dr. Peil. Bereits am ersten Tag nach dem Unfall lagen ihm sämtliche Unfallfolgen vor und seit April konnte Schumacher in Bezug auf den Bewegungsapparat, der Halswirbelsäule und des Kopfes wieder arbeiten - wenn auch nicht in vollem Umfang. Zum Zeitpunkt seiner Entscheidung sei Schumacher laut Peil konditionell fit gewesen.

    Nicht nachstellbar

    "Dank seiner Erfahrung konnte Michael wieder auf Rennstrecken Motorrad fahren, auch über längere Distanzen sowie über mehrere Stunden Kart unter Rennbedingungen fahren", erzählte Dr. Peil. Die Anforderungen, die der Deutsche im Formel 1-Auto ausgeliefert war, haben sich auch gar nicht so sehr auf die Halswirbelsäule, sondern viel mehr auf den Schädel ausgewirkt. "Das Fahren in einem F1-Auto ist etwas ganz anderes. Man muss es probieren, denn es gibt keine Möglichkeit, etwas Ähnliches im Labor, in der Folterkammer oder an einem Nackentrainingssystem adäquat nachzustellen", meinte der Mediziner.

    Unter der Belastung der Testfahrten habe sich der Gelenkverschleiß wieder gemeldet. "Diese Meldung erfolgt beim Menschen mit Schmerzen. Man achtet darauf, ob er weggeht. Doch wenn die Belastungen so groß sind, dass der Schmerz nach der Belastung nicht relevant zurückgeht, dann stellt sich die Frage, ob es wirklich geht", erklärte Dr. Peil auf einer Pressekonferenz in Genf. Ein Comeback zu einem späteren Zeitpunkt schließt der Mediziner allerdings nicht aus, denn die Verletzung des Halswirbels sei komplett ausgeheilt.

    "Wir haben als Ärzte die Aufgabe, die Fähigkeiten eines jeden Patienten nach einem Unfall so gut wie möglich wieder herzustellen. In drei von vier Bereichen ist uns das gelungen. Wir haben von Anfang an immer von Prozessen gesprochen", stellte Dr. Peil klar. Der Leiter der Sportklinik Bad Nauheim bestätigte, dass Schumacher zukünftig jegliche Sportart betreiben könne, darunter auch Motorrad-Rennen. Ob er jemals wieder ein F1-Auto fahren werde, könne allein Michael Schumacher entscheiden.

    Berufungsverhandlung von Renault läuft

    Berufungsverhandlung von Renault läuft: Vor Dienstag kein Ergebnis erwartet

    Renault kämpft in Paris darum, seinen Ausschluss vom Grand Prix in Valencia doch noch abzuwenden.
    Die Berufungsanhörung von Renault gegen die Entscheidung der FIA nach dem Ungarn Grand Prix, das Team vom Europa Grand Prix in Valencia auszuschließen, hat am Montag in Paris begonnen. Grund für die Sperre für ein Rennen war laut Meinung der FIA eine Verletzung von Artikel 23.1 des sportlichen Reglements, wonach Autos nur dann von einem Boxenstopp entlassen werden dürfen, wenn es sicher ist. Bei Fernando Alonsos Renault war allerdings das rechte Vorderrad nicht richtig fixiert, weswegen es sich in Kurve neun vom Auto löste und unkontrolliert herumsprang.

    Die Stewards meinten, dass Renault Alonso losfahren ließ, obwohl man wusste, dass ein Haltemechanismus für die Radmutter nicht fixiert war. Zudem habe das Team Alonso danach nicht über das Problem informiert. Erschwerend dürfte hinzugekommen sein, dass am Tag vor dem Vergehen von Renault Felipe Massa von einer Feder am Helm getroffen wurde, die sich von Rubens Barrichellos Auto gelöst hatte. Nur eine Woche vorher war Henry Surtees in einem Formel-2-Rennen durch ein herumfliegendes Rad am Kopf getroffen und getötet worden.

    Sollte Renault mit seiner Berufung scheitern, würde Fernando Alonso sein Heimrennen in Valencia verpassen, sollte Renault fahren, wird neben dem Spanier Romain Grosjean für das Team an den Start, der den entlassenen Nelson Piquet Jr. ersetzen wird. Das Urteil in der Anhörung wird nicht vor Dienstag erwartet.

    Renault gewinnt Berufung: In Valencia dabei

    Renault gewinnt Berufung: In Valencia dabei

    Die Sperre von Renault für das Rennen in Valencia wurde vom FIA Berufungsgericht aufgehoben. Fernando Alonso darf in seinem Heimrennen starten.
    Eigentlich war das Urteil erst am Dienstag erwartet worden, doch das FIA Berufungsgericht war schneller und hat schon am Montag für Klarheit gesorgt. Die Sperre von einem Rennen für Renault, die nach dem Ungarn Grand Prix verhängt wurde, ist aufgehoben worden, womit Fernando Alonso bei seinem Heimrennen in Valencia am Start stehen wird.

    Gänzlich ungeschoren kommt das Team aber nicht davon. Da die FIA nach wie vor der Meinung ist, dass Renault die Regeln verletzte, als man Alonso mit einem ungesicherten rechten Vorderrad vom Boxenstopp losschickte, wurde eine Geldstrafe von 50.000 Dollar verhängt und eine Verwarnung ausgesprochen. Neben Alonso wird in Valencia wohl Romain Grosjean an den Start gehen, der den entlassenen Nelson Piquet Jr. ersetzt.

    Renault hatte im Verfahren argumentiert, dass zunächst nur die Mechaniker über das Problem bescheid wussten, die an dem Rad gearbeitet hatten. Sie seien nicht in der Lage gewesen, das Personal am Kommandostand zu warnen, bevor sich das Rad von Alonsos Auto gelöst hatte, was letztendlich zu der gefährlichen Situation führte, die die FIA bemängelte. Renault gab zwar zu, dass man Alonso gar nicht hätte losfahren lassen dürfen, meinte aber, dass die Strafe aufgrund der fehlenden Absicht reduziert werden müsste. Da das passiert ist, hat das Team das Urteil auch angenommen. Genaue Gründe für die Entscheidung will die FIA in den kommenden Tagen folgen lassen.

    FIA-Urteil im Fall Renault: Hilfe von der Konkurrenz

    FIA-Urteil im Fall Renault: Hilfe von der Konkurrenz

    Vier Teams stellten sich bei der Berufungsverhandlung zur Renault-Sperre hinter die Franzosen.
    Bereits seit Montag ist klar: Renault darf beim Heimrennen von Fernando Alonso in Valencia starten. Das Team war nach dem Ungarn GP von den Rennkommissaren für ein Rennen gesperrt worden, weil es Alonso angeblich nicht über einen Fehler beim Boxenstopp informiert haben soll, der dazu führte, dass der Spanier das rechte Vorderrad verlor. Am Montag änderte das FIA-Berufungsgericht die Strafe in eine Geldstrafe von 50.000 US-Dollar um.

    In der Urteilsbegründung gab die FIA am Mittwoch bekannt, dass sich Red Bull, McLaren, Ferrari und Toyota für eine Abschwächung der Strafe ausgesprochen hätten, zwei Teams mussten sogar selbst ihre Boxenstoppabläufe ändern, um einen ähnlichen Zwischenfall auszuschließen.

    Am Dienstag erklärte sich auch Mercedes-Benz Motorsportchef Norbert Haug solidarisch: "Es ist schön zu sehen, dass ein hartes Strafmaß auch mal zurückgenommen wird. Ich hätte das auch gerne mal erfahren", sagte er. "Ich glaube, man hat vor Ort überreagiert. Renault hätte sehr wohl ins Cockpit funken können, dass er an die Seite fahren soll, weil die Gefahr zu groß ist. Aber eine solche Strafe sofort auszusprechen, das war zu hart."

    11. Europa GP / Valencia Straßenkurs

    11. Europa GP / Valencia Straßenkurs

    Valencia: Die Straßen im Hafen
    Eingebettet in die Hafenanlage, verfügt die Strecke über eine ganz eigene Charakteristik. Es ist zwar ein Stadtkurs, aber beispielsweise mit Monaco praktisch nicht vergleichbar, denn die Strecke in Valencia ist breiter, erlaubt eine deutliche höhere Durchschnittsgeschwindigkeit, und sie verfügt an praktisch allen neuralgischen Punkten über großzügig bemessene Auslaufzonen, was einen hohen Sicherheitsstandard garantiert.
    Bilder
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    Vorschau: Grand Prix von Europa

    Vorschau: Grand Prix von Europa

    Lewis Hamilton:
    „Schön, dass wir nach der vierwöchigen Sommerpause wieder auf die Rennstrecke zurückkehren. Ich bin immer noch ganz aufgeregt über meinen Sieg in Ungarn und hoffe, dass wir in Valencia den gleichen Speed haben werden, besonders mit den neuen Teilen am Auto. Der Straßenkurs ist sehr fordernd, jeder Fehler wird hier hart bestraft. Die Strecke ist recht eng, die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei knapp unter 200 km/h und etwa fünf km/h über dem Wert von Ungarn; das sollte unserem technischen Paket liegen. Im letzten Jahr war Überholen nicht einfach, aber jetzt haben wir das KERS Hybrid von Mercedes-Benz, das uns bereits in den letzten Rennen geholfen hat und ich hoffe, dass es uns auch in Valencia Vorteile verschafft.“

    Heikki Kovalainen:
    „Ich fuhr auf dem Hungaroring erstmals unser stark verbessertes Auto und war sehr angetan, welch große Fortschritte das Team bei der Weiterentwicklung des MP4-24 gemacht hat. Jetzt ist das Auto viel leichter am Limit zu fahren. Ich freue mich auf den Grand Prix von Europa. Die Strecke von Valencia liegt uns vielleicht nicht ganz so gut wie zuletzt der Hungaroring, aber wir sollten hier erneut ein gutes Ergebnis erzielen können. Nach der Sommerpause freut sich jeder im Team auf die zweite Saisonhälfte. Wir sind alle gut erholt und haben ein gutes Potenzial für die verbleibenden Rennen.“

    Martin Whitmarsh, Vodafone McLaren Mercedes Teamchef
    „Es ist sehr wichtig für uns, dass wir den Schwung, den uns Lewis‘ Sieg vor drei Wochen in Budapest gegeben hat, für das Rennen am kommenden Wochenende beibehalten. Das ganze Team spürt den Auftrieb, den uns dieser Erfolg gegeben hat, und wir haben hart für weitere Verbesserungen gearbeitet, die wir in Spanien einsetzen werden. Wir freuen uns auf weitere gute Ergebnisse, und das wird sich sicher bereits am Freitag zeigen. Der Grand Prix von Europa ist das 250. Rennen unserer Partnerschaft mit Mercedes-Benz. Schön, dass wir diesen Meilenstein als Sieger des vorangegangenen Rennens begehen und wir arbeiten konzentriert daran, auch in Valencia in dieser Form anzutreten.“

    Norbert Haug, Mercedes-Benz Motorsportchef
    „Das Rennen in Valencia erlebte seine Premiere im letzten Jahr und ist eine willkommene Bereicherung der weltweiten Formel 1-Spielorte. Der Grand Prix von Europa ist für McLaren und Mercedes bereits der 250. seit Beginn der Zusammenarbeit 1995.
    Der Stadtkurs in Valencia gilt fahrerisch zwar nicht als der anspruchsvollste, aber gerade solche Kurse haben es in der Praxis oft erst recht in sich. Wir haben die Premiere im letzten Jahr mit dem zweiten Platz von Lewis Hamilton beendet und werden in diesem Jahr versuchen, an unsere Form von Ungarn anzuschließen. Als Favoriten sehen wir uns allerdings auch nach Lewis' Sieg dort noch lange nicht.“

    Qualifying -: Hamilton holt Pole Position

    Qualifying -: Hamilton holt Pole Position

    Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen duellierten sich in Valencia um die Pole Position. Am Ende hatte der Ungarn-Sieger die Nase vorne.
    Der erste Saisonsieg in Ungarn beflügelt: McLaren Mercedes meldet sich auch nach der Sommerpause an der Spitze zurück. Mit unterschiedlich ausgerüsteten Autos fuhren Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen in die erste Startreihe des Großen Preises von Europa in Valencia. Hinter dem Silberpfeilduo komplettieren Brawn Mercedes Pilot Rubens Barrichello und Red Bull Titelanwärter Sebastian Vettel die ersten beiden Startreihen.

    Direkt hinter Vettel nimmt WM-Leader Jenson Button das Rennen in Angriff, muss aber auf den KERS-Ferrari von Kimi Räikkönen auf Position 6 Acht geben. Die Top10 komplettieren Nico Rosberg, Fernando Alonso, Mark Webber und Robert Kubica.

    Frühes Aus

    Drei von fünf Deutschen verabschiedeten sich im zweiten Qualifying: Nick Heidfeld scheiterte denkbar knapp als Elfter, dahinter reihten sich Adrian Sutil und Timo Glock auf den Rängen 12 und 13 ein. Auch Debütant Romain Grosjean und Sebastien Buemi kamen nicht über Q2 hinaus. "Es ist immer schade, wenn man das Q3 verpasst", so Heidfeld. "Ich glaube, ich bin zum fünften Mal in diesem Jahr Elfter. Das Glück spielt nicht mit, es fehlten nur wenige Hundertstel."

    "Trotz der Bestzeit im 3. Training am Vormittag bin ich nicht enttäuscht", sagte Adrian Sutil. "Wir können zufrieden sein, vielleicht haben wir auf mehr spekuliert, aber 12. ist sehr gut - von dieser Position sind Punkte drin. Ich habe das Q3 nur um wenige Hundertstel verpasst. Es kann im Rennen nach vorne gehen."

    Die große Enttäuschung des ersten Qualifyings war Jarno Trulli, der mit seinem Toyota gerade mal auf Startplatz 18 kam. Keine Chance auf ein Weiterkommen hatte Felipe Massas Ersatzmann Luca Badoer. Dem Italiener fehlten 2,6 Sekunden auf seinen Teamkollegen Kimi Räikkönen, der im Q1 Fünfter war, und immer noch 1,5 Sekunden auf den Vorletzten Jaime Alguersuari, der in Valencia sein zweites F1-Qualifying absolvierte.

    "Es war wie erwartet", sagte Badoer. "Ich bin seit einem Jahr nicht gefahren, die Strecke ist sehr schwer und neu für mich. Unser Ziel war es, hierherzukommen und das Rennen als Test zu nehmen, um mich auf Spa und Monza vorzubereiten. Ich hoffe, dann bin ich besser."

    Das Qualifying im Überblick
    1. Session
    Zwischenfälle: Nakajima Ausfall
    ausgeschieden: Fisichella, Nakajima, Trulli, Alguersuari, Badoer
    Top-6: Button, Hamilton, Kubica, Kovalainen, Räikkönen, Buemi
    2. Session
    Zwischenfälle: keine
    ausgeschieden: Heidfeld, Glock, Grosjean, Sutil, Buemi
    Top-6: Barrichello, Hamilton, Vettel, Kovalainen, Rosberg, Button
    3. Session
    Zwischenfälle: keine
    Top-6: Hamilton, Kovalainen, Barrichello, Vettel, Button, Räikkönen

    Brillantes Ergebnis für McLaren Mercedes

    Brillantes Ergebnis für McLaren Mercedes: An die Grenze gegangen

    Jubelstimmung bei McLaren Mercedes nach der Doppel-Pole in Valencia. Die Konkurrenz biss sich an Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen die Zähne aus.
    Silberne Doppelführung in Valencia. In der dritten Quqlifyingsession biss sich die Konkurrenz die Zähne an Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen aus. Bereits in Q2 zeigte Hamilton auf, als er als Erster die 1:39-Marke knackte. Am Ende reichte dem amtierenden Champion eine Zeit von 1:39.498 Minuten, um die 14. Pole Position seiner Karriere zu holen.

    "Wir haben diesen Performance-Level schon seit langer Zeit nicht mehr gehabt. Die Ausgangsposition für morgen ist sehr gut, aber vieles wird von der Strategie und dem Start abhängen", meinte der amtierende Champion. Der Brite ging im Gegensatz zu seinem Teamkollegen Heikki Kovalainen mit einem verkürzten Radstand in das Qualifying. "Ich bin überglücklich mit der Balance des Autos. Es fühlt sich großartig an, speziell in den langsameren Kurven", verriet Hamilton.

    Schwierige Bedingungen

    Aber auch Kovalainen konnte in der "alten Version" des MP4-24 überzeugen. Mit Platz zwei komplettierte der Finne die silberne, erste Startreihe. Dabei hätte Kovalainen sogar vor Hamilton landen können, doch ein Fehler in der letzten Kurve kostete ihn die Chance auf die Pole Position. "Ich bin übers Limit hinausgegangen. Hinterher ist man immer klüger. Ich hätte es besser machen können, aber im Qualifying musst du alles auf eine Karte setzen und bis an die Grenze gehen. Ich habe nur einen Platz verloren, das ist okay", erklärte der McLaren Mercedes-Pilot.

    Teamchef Martin Whitmarsh verfolgte das Qualifying-Duell seiner Piloten nur allzu gern. "Das ist ein brillantes Ergebnis für das gesamte Team. Lewis und Heikki haben einen großartigen Job gemacht. Sie haben es aussehen lassen als wäre es ganz leicht, aber Fakt ist, dass die Bedingungen heute sehr schwierig waren. Es war heiß und feucht, die Strecke hat von den Piloten alles abverlangt", sagte Whitmarsh. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug will nicht ausschließen, dass das Rennergebnis gleich wie im Qualifying aussehen könnte.



    Grand Prix von Europa
    - Lewis Hamilton Zweiter, Heikki Kovalainen Vierter

    Rubens Barrichello siegt im Brawn Mercedes – achter Sieg im elften Saisonrennen für den Mercedes-Benz Formel-1-Motor
    Lewis Hamilton belegte beim Grand Prix von Europa in Valencia, dem 250. gemeinsamen Rennen der Partnerschaft McLaren Mercedes den zweiten Platz, sein Teamkollege Heikki Kovalainen wurde Vierter. In den 57 Runden (308,883 Kilometer) führte immer ein Auto mit dem Mercedes-Benz Formel-1-Motor FO 108W; Lewis in 31 Runden, Sieger Rubens Barrichello im Brawn Mercedes in 25 Runden und Heikki in einer Runde.
    Barrichellos Teamkollege Jenson Button fuhr auf Platz sieben ins Ziel, Adrian Sutil im Force India Mercedes wurde Zehnter, damit wurden die Hälfte der Top Ten Autos von Mercedes-Motoren angetrieben. Button führt in der Fahrerwertung mit 72 Zählern vor Barrichello mit 54 Punkten; Lewis verbesserte sich mit jetzt 27 Zählern auf Rang sechs, Heikki ist Zwölfter mit 14 Zählern. In der Konstrukteurs-WM verbesserte sich Vodafone McLaren Mercedes mit jetzt 41 Zählern auf Rang vier.

    Der Start
    Lewis auf der Pole Position und Heikki auf Startplatz zwei nahmen das Rennen nebeneinander aus der ersten Startreihe auf; es war die 27. McLaren Mercedes Doppel-Pole in 250 Rennen (10,8 Prozent). Beide starteten auf der weicheren Reifenmischung (option). Lewis und Heikki beschleunigten als Schnellste zur ersten Kurve und kamen auf den Plätzen eins und zwei aus der ersten Runde zurück.
    Das Rennen
    Runde 5: Lewis führte 3 Sekunden vor seinem Teamkollegen; Heikki lag 1,8 Sekunden vor dem Drittplatzierten Rubens Barrichello im Brawn Mercedes.
    Runde 10: Lewis‘ Vorsprung auf Heikki betrug jetzt 5,7 Sekunden; zwischen dem Finnen und Barrichello lagen 1,9 Sekunden.
    Runde 16: Als Führender kam Lewis zu seinem ersten Routinestopp an die Box (9,4 Sekunden). Einen Umlauf später folgte Heikki, für eine Runde Spitzenreiter; er fuhr nach 8,8 Sekunden wieder auf die Strecke. Beide wählten erneut die weicheren Reifen.
    Runde 20: Boxenstopps von Barrichello, Nico Rosberg (Williams Toyota) und Mark Webber (Red Bull Renault); Lewis lag wieder in Führung, Heikki war Dritter hinter Barrichello.
    Runde 36: Lewis legte seinen zweiten Boxenstopp ein und wechselte auf die härtere Reifenmischung (prime); er stand 13,4 Sekunden, da die Reifen noch nicht bereit lagen.
    Runde 38: Auch Heikki kam herein und wechselte auf die härteren Reifen (8,1 Sekunden).
    Runde 44: Alle Fahrer hatten ihre zweiten Boxenstopps absolviert; Lewis war Zweiter hinter Barrichello, Heikki fuhr an vierter Stelle hinter Kimi Räikkönen (Ferrari).
    Ziel (Runde 57): Lewis kreuzte die Ziellinie als Zweiter, 2,3 Sekunden hinter Sieger Barrichello. Heikki wurde Vierter, WM-Spitzenreiter Button Siebter und Sutil Zehnter – fünf der ersten Zehn wurden vom Mercedes-Benz Formel-1-Motor angetrieben.

    Stimmen zum Rennen

    Lewis Hamilton
    „Das ist mein zweiter Podiumsplatz in Folge, und darüber freue ich mich. Natürlich bin ich auch etwas enttäuscht, denn wir wollten gewinnen, und wenn uns das nicht gelingt, sind wir nicht zufrieden. Vor meinem zweiten Boxenstopp hatte ich etwas Benzin gespart und war nicht sicher, ob das für eine zusätzliche Runde reichen würde. Das Team sagte mir zunächst, ich sollte hereinkommen, doch dann hieß es, ich sollte noch eine Runde fahren. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits in der Boxeneinfahrt – es war zu spät. Leider auch für die Mechaniker, die noch nicht ganz vorbereitet waren. Für mich sind sie die besten, die es gibt, und so etwas kann passieren, wenn das Team mit aller Macht versucht, einen sicheren zweiten Platz in einen möglichen Sieg zu verwandeln. Unsere Leistung an diesem Wochenende zeigte, wie stark wir uns in letzter Zeit verbessert haben. Noch fehlt uns im Rennen etwas Speed im Vergleich mit den Schnellsten. Aber wir arbeiten daran, das zu ändern. Glückwunsch an Rubens – er fuhr heute ein fantastisches Rennen und hat diesen Sieg wirklich verdient.“

    Heikki Kovalainen
    „Vom zweiten Startplatz aus Vierter zu werden ist nicht optimal, aber insgesamt war ich mit meiner Leistung an diesem Wochenende zufriedener als in Ungarn. Wir waren an allen drei Tagen schnell und ich danke jedem im Team für diese Fortschritte – es ist schön zu sehen, dass es aufwärts geht. Noch fehlt uns etwas Speed auf die Spitze, doch alle arbeiten hart, uns wieder nach vorn zu bringen. In den letzten drei Rennen holten wir mehr Punkte als jedes andere Team, aber ich will noch mehr. Ich konzentriere mich jetzt auf Spa, ich mag die Strecke und will dort aufs Podium.“

    Martin Whitmarsh, Vodafone McLaren Mercedes Teamchef
    „Nach dem Qualifyingergebnis mit beiden Autos in der ersten Startreihe hatten wir für das Rennen hohe Erwartungen. Leider war unser Speed nicht gut genug, um den Brawn Mercedes von Rubens zu schlagen. Unsere Reifenstrategie war anders als bei den meisten Top Teams, das war vielleicht richtig, vielleicht auch nicht, jedenfalls waren wir heute nicht schnell genug um zu gewinnen. Beim zweiten Boxenstopp versuchten wir, einen sicheren zweiten Platz in einen möglichen Sieg zu verwandeln und gingen das Risiko ein, die Sequenz der Boxenstopps von Lewis und Heikki im letzten Moment zu ändern. Das führte zu Konfusion in der Boxengasse und kostete Lewis ein paar Sekunden – allerdings war Rubens so schnell, dass das am Ausgang des Rennens nichts änderte. Es war einfach so, dass wir wussten, dass Rubens mit seiner Strategie gewinnen würde und wir nur diese eine Chance sahen, das zu verhindern. Dennoch sind die Plätze zwei und vier nicht schlecht. Jetzt konzentrieren wir uns auf Spa, eine ganz andere Rennstrecke als hier in Valencia.“

    Norbert Haug, Mercedes-Benz Motorsportchef
    „Schade für Lewis, der ein fehlerfreies Rennen fuhr. Aber auch mit einem perfekten Boxenstopp wäre es unmöglich gewesen, Rubens zu schlagen und er hat diesen Sieg ganz sicher verdient.
    Unser Team hat heute mehr Punkte als jedes andere geholt, genauso wie beim letzten Rennen vor der Sommerpause in Ungarn. Zusammen sind das 27 von 36 möglichen Punkten und Lewis holte 18 von 20 möglichen Zählern. Das ist natürlich sehr positiv und freut alle Teammitglieder in Woking, Brixworth und Stuttgart. Sie alle haben extrem hart gearbeitet, um die für uns glücklicherweise untypische schwache Form der ersten Saisonhälfte hinter uns zu bringen. Heikki fuhr heute ein solides Rennen und erzielte sein bestes Saisonresultat. Alles in allem also viel Positives und wir werden uns sehr anstrengen, um weiter auf diesen Ergebnissen aufzubauen.
    Die Strecke in Spa wird für unser Auto wohl nicht gerade maßgeschneidert sein und ich erwarte uns dort nicht unbedingt so stark wie in Ungarn und hier, wo wir die Klasse des Feldes waren oder auf einem Level mit dem Besten fuhren.
    Glückwunsch an Rubens Barrichello – er verdient diesen Sieg nach fünf harten Jahren, und ich bin sicher, das ganze Fahrerlager empfindet genauso.“

    Europa GP: Barrichello gewinnt in Valencia

    Europa GP: Barrichello gewinnt in Valencia

    Lewis Hamilton hatte den zweiten KERS-Sieg vor Augen, doch ein Fehler beim zweiten Boxenstopp bescherte Rubens Barrichello den ersten Saisonsieg 2009.
    Was hat Rubens Barrichello im Laufe der Saison 2009 nicht alles erlebt: Kupplungsprobleme am Start, und das gleich mehrmals, lockere Sicherheitsgurte, angebliche Benachteiligungen gegenüber dem Teamkollegen und böse Rückenschmerzen, ganz zu schweigen von dem verlorenen Teil im Qualifying von Ungarn, das Felipe Massa am Helm traf. In Valencia fügte Barrichello seinem Jahr ein weiteres Kapitel hinzu: Seinen ersten Saisonsieg, seinen zehnten GP-Erfolg insgesamt und den ersten in Diensten von Brawn GP.

    Dabei sah es zunächst gar nicht nach einem Erfolg des Brasilianers aus. Am Start flogen die McLaren von Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen auf und davon, Barrichello musste sich als Dritter sogar mehr auf Kimi Räikkönen hinter sich konzentrieren. Nachdem er sich vom Ferrari-Finnen befreit hatte, schnappte sich Barrichello den McLaren-Finnen bei der ersten Boxenstopprunde. Danach nahm er die Verfolgung des klar führenden Hamilton auf, den er beim zweiten Boxenstopp überholte - allerdings unter gütiger Mithilfe der Silbernen.

    Bei Hamiltons zweitem Boxenstopp waren die Vorderreifen nicht aus den Heizdecken genommen, wodurch der Brite zu lange an der Box stand und zwischenzeitlich bis auf Platz 5 zurückfiel. Selbst seine Aufholjagd in den letzten Runden reichte nicht mehr: Barrichello kam mit einigen Sekunden Vorsprung vor Hamilton ins Ziel.

    Den dritten Podestplatz schnappte sich Kimi Räikkönen für Ferrari. Der Weltmeister von 2007 überholte seinen Landsmann Heikki Kovalainen beim zweiten Boxenstopp und stand so zum zweiten Mal in Folge auf dem Podium. Kovalainen musste sich mit Rang 4 begnügen. Dahinter belegten Nico Rosberg, Fernando Alonso, Jenson Button und Robert Kubica die Punkteränge. Mark Webber verpasste als Neunter einen WM-Punkt. In der Gesamtwertung führt Button jetzt mit 18 Punkten vor dem neuen WM-Zweiten Barrichello.

    Vettel mit Motorschaden

    Für Sebastian Vettel lief das Rennen nicht nach Plan. Bis zum ersten Boxenstopp sah es noch gut aus: Vettel lag als Fünfter auf Punktekurs, Jenson Button und Mark Webber waren klar hinter ihm. "Wir hatten damit gerechnet, dass Kimi Räikkönen am Start durchrutschen würde. Bis zum Boxenstopp konnte ich die Lücke auf ihn schließen, aber danach war klar, dass es heute nichts mehr werden würde."

    Dann kam Runde 16 und ein Problem mit der Tankanlage bei seinem ersten Boxenstopp. "Das war Mist, weil kein Benzin geflossen ist - damit war das Rennen hin", klagte der Deutsche, der eine Runde später noch einmal zum Tanken hereinkommen musste.

    In Runde 23 dann das endgültige aus: Vettel musste seinen Red Bull mit Rauchzeichen aus dem Heck abstellen - ähnlich wie im Freien Training am Samstagvormittag. "Wir wissen noch nicht genau, was kaputt ist, vielleicht der Auspuffkrümmer, vielleicht der Motor. Das kann passieren, darf es aber nicht. Aber ich habe mir nichts vorzuwerfen, denn es ist ja nicht so, dass ich das Auto in die Mauer gestopft hätte. Das wäre schlimmer gewesen."

    Dreher und Strafen

    Der Start in den Europa GP verlief relativ gesittet. Vorne setzten sich die KERS-McLaren ungefährdet an die Spitze. Dahinter versuchte Sebastian Vettel den Brawn von Jenson Button abzuwehren und musste sich seinerseits dem KERS-Ferrari von Kimi Räikkönen geschlagen geben, der auf Rang 4 nach vorne fuhr. Vettel reihte sich dahinter auf Fünf ein, nur für Button kam es noch dicker: Der Brite meldete schon vor dem Start Kupplungsprobleme per Funk und fiel bis auf Platz 9 zurück. Um einer Strafe wegen Abkürzens zu entgehen, ließ er sogar Titelrivale Mark Webber überholen.

    Etwas Kleinholz gab es im Hinterfeld: Sebastien Buemi kürzte ebenfalls in der Schikane ab, so dass ihm Timo Glock über den Frontflügel fuhr - beide mussten deshalb schon nach einer Runde einen Notboxenstopp einlegen; Glock brauchte einen neuen Hinterreifen, Buemi einen neuen Frontflügel. Auch Neuling Romain Grosjean holte sich bereits nach einer Runde eine neue Fahrzeugnase ab. Für Massa-Ersatzmann Luca Badoer begann das Rennen dank KERS mit einem starken Start, doch ein Dreher warf ihn wieder ans Ende des Feldes zurück. Später kassierte er eine Drive-Through-Strafe, weil er bei der Boxenausfahrt Grosjean auswich, dabei aber die weiße Linie überfuhr. Später folgte noch ein zweiter Dreher des Italieners.

    Noch mehr Probleme hatten Kazuki Nakajima und Sebastien Buemi. Der Japaner musste seinen Williams eine halbe Runde mit einem platten, linken Hinterreifen um den Kurs schleppen, der Schweizer schied mit einer defekten Bremsscheibe vorne links aus.