Interessantes zu Formel 1 im Jahr 2009

    McLaren Mercedes strotz vor Selbstbewusstsein

    McLaren Mercedes strotz vor Selbstbewusstsein: 2010 soll der Titel wieder her

    Die zuletzt guten Ergebnisse stimmen McLaren Mercedes zuversichtlich, für 2010 wieder ein konkurrenzfähiges Auto zu haben, mit dem man den Titel holen kann.
    Nachdem man zu Saisonbeginn einen absoluten Fehlstart hingelegt hat, strotzt man bei McLaren Mercedes nach der Doppel-Pole und dem zweiten Platz von Lewis Hamilton in Valencia vor Selbstbewusstsein. 2010 will man im deutsch-britischen Rennstall wieder ein Wörtchen um den Titel mitreden. "Wir sind für die neue Saison äußerst zuversichtlich. Das Reglement ist zwar anders, aber es ist viel mehr eine Evolution als eine Revolution", erklärte McLaren Management-Direktor Jonathan Neale.

    Fakt ist, dass der MP4-24 sich von einer lahmen Ente in ein Siegerauto verwandelt hat, wie der Sieg in Ungarn beweist. "Wenn wir immer noch hinten im Feld herumkrabbeln würden, während wir mit dem Bau des neuen Autos beginnen - das sollte im nächsten Monat passieren - dann wäre ich mehr besorgt als ich es jetzt bin", verriet Neale. Man werde im Team nicht selbstgefällig, auch wenn man das beste KER-System - das bis zu drei Zehntel pro Runde bringt - und ein sehr gutes Motorenpaket habe.

    Nachtanken verboten

    "Im Vergleich zu den Chassis der anderen Teams, wird klar, dass wir zwar ein konkurrenzfähiges Paket haben, aber nicht der Maßstab sind, was Chassis und Aerodynamik betrifft. Wir werden uns deshalb nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen, sondern hart weiter arbeiten, um das aktuelle Auto zu verbessern und nächstes Jahr konkurrenzfähig zu sein", betonte Neale. Das Reglement für 2010 sieht im Aerodynamikbereich keine fundamentalen Änderungen vor.

    Mit dem Verbot des Nachtankens verändert sich lediglich das Gewicht des Autos. "Wir müssen den Sprit transportieren, denn wir für das gesamte Rennen benötigen. Das hat Auswirkungen auf die Gewichtsverteilung und den Vorderreifen. Aber das Wesentliche, was die Aerodynamik betrifft, basiert auf der bereits vorhandenen Technologie und der Fortsetzung der stabilen Plattform, die wir besitzen", weiß Neale.

    12. Belgien GP / Circuit National de Francorchamps

    12. Belgien GP / Circuit National de Francorchamps

    Belgien: Fahrt auf der Ardennenachterbahn
    Für die einen sind es belgische Ortsnamen, für die anderen die schönsten Kurven der Welt: Stavelot, Blanchimont, Les Combes, Pouhon oder Malmedy und natürlich das Flüsschen Eau Rouge - sie alle leihen den Streckenteilen der vielleicht aufregendsten Formel 1-Rennstrecke der Welt ihre Namen.

    Mit einer Länge von 7,004 Kilometern ist Spa-Francorchamps der längste Kurs im Rennkalender und gilt zudem als ausgesprochene Fahrerpiste, auf welcher sich im wahrsten Sinne des Wortes die Spreu vom Weizen trennt. Die Passage durch die Senke von "Eau Rouge" und dann steil bergauf Richtung "Kemmel" gehört zu den absoluten Klassikern der Formel 1 - auch wenn sie mit den heutigen Abtriebswerten und den V8-Motoren in der Regel problemlos "voll" geht.

    Dasselbe gilt für die Linkskurve "Blanchimont", die bei passender Fahrzeug-Abstimmung ohne Lupfen des Gaspedals in das Vollgas-Stück bis zur Bus-Stop-Schikane einbezogen wird. Besonderheit beider Stellen: In "Eau Rouge" werden die Piloten mit bis zu 4g in den Sitz gepresst, in "Blanchimont" zerren ähnlich hohe Fliehkräfte an den Nackenmuskeln der Heroen in ihren hochmodernen Kisten.

    Was das Setup betrifft, so fährt man in Spa-Francorchamps nicht mit besonders viel Flügel. Das hat den einfachen Hintergrund, dass auf die der Eau Rouge eine lange Gerade folgt, genau wie nach Stavelot in Richtung Blanchimont und Bus Stop. Leistungsschwächere Teams fahren deshalb schon einmal mit flacheren Flügeln, aber grundsätzlich wird eine Medium-Downforce-Abstimmung gewählt. Mechanisch werden die Fahrzeuge wegen der großen und flachen Kurven hart abgestimmt.
    Bilder
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    Vorschau: Grand Prix von Belgien

    Vorschau: Grand Prix von Belgien

    Lewis Hamilton:
    „Spa gehört wie Monaco, Silverstone und Monza zu den traditionsreichsten Strecken der Formel 1. Die Rennen hier habe ich früher im Fernsehen verfolgt und deswegen sind diese Kurse für mich etwas Besonderes; man kann sich richtig vorstellen, wie die großen Fahrer von einst hier Rennen gefahren sind. Zudem ist Spa eine großartige Strecke, auf der man mit dem Formel-1-Auto an die Grenzen geht. Durch Eau Rouge, Pouhon oder Blanchimont zu fahren ist einfach sensationell – der ganze Körper ist am Limit und dennoch will man immer noch schneller fahren. Ich liebe Spa – die Strecke sollte ewig auf dem Formel-1-Kalender stehen.“

    Heikki Kovalainen:
    „Die ganze Formel 1 freut sich auf Spa. Für die Fahrer ist die Strecke eine fantastische Herausforderung; anders als andere Kurse hat sie Charakter. Hier kommt es sehr auf das Zutrauen und den Einsatz des Fahrers an. In den schnellen Kurven braucht man Mut zum Risiko – wenn es schief geht, kann man das Auto stark beschädigen. Ich mag diese Strecke – für mich ist sie die beste im Kalender.“

    Martin Whitmarsh, Vodafone McLaren Mercedes Teamchef
    „Wir haben den MP4-24 deutlich verbessert, dennoch dürfte Spa mit seiner hohen Durchschnittsgeschwin­digkeit unserem Auto nicht ganz liegen. Aber wir sind zuversichtlich, dass wir mit unserem erneuerten technischen Paket ordentlich Punkte sammeln können und uns vom vierten Platz in der Konstrukteurs-WM weiter steigern. McLaren hat in Spa eine sehr gute Bilanz mit zehn Siegen, zudem mögen Lewis und Heikki diese Strecke – wir freuen uns also auf ein weiteres spannendes Rennen.“

    Norbert Haug, Mercedes-Benz Motorsportchef
    „Spa hat alles, was einen Kurs interessant macht, von lang gezogenen, anspruchsvollen Kurven wie Pouhon und Stavelot bis hin zur engen Haarnadel La Source, die mit nur 70 km/h durchfahren wird. Wir haben auf dieser fordernden Strecke mit der nach Monza zweithöchsten Durchschnittsgeschwindigkeit aller Grand-Prix-Kurse, vier der letzten acht Grand Prix gewonnen.
    Die letzten beiden Grand Prixs in Budapest und Valencia hatten eine gänzlich andere Charakteristik und in Spa werden erfahrungsgemäß auch kaum tropische Temperaturen herrschen wie bei den letzten beiden Rennen. Von 36 möglichen Punkten holte Vodafone McLaren Mercedes bei diesen beiden Rennen 27 – und war damit das erfolgreichste Team.
    Lewis bleibt nach 46 Rennen weiterhin der Fahrer im Feld, der in dieser Zeit, seit Saisonbeginn 2007, die meisten Punkte und Siege holte und er startete knapp bei der Hälfte all seiner Formel 1-Rennen aus Reihe eins. Nur zweimal kam Lewis nicht ins Ziel. Heikki zeigte mit Startplatz zwei und Rang vier im Rennen zuletzt einen guten Aufwärtstrend.
    Spa wird eine große Herausforderung für alle im Team werden und ich sehe uns noch nicht in der Position, dort so gut wie bei den letzten beiden Rennen abzuschneiden. Trotzdem gehen wir den zweiten Grand Prix, der innerhalb von acht Tagen nach der Sommerpause stattfindet, mit großem Elan und sehr positiv an - immerhin war unsere Trefferquote bei den letzten acht Rennen ja nicht so schlecht."

    Qualifying : Fisichella holt Pole Position

    Qualifying : Fisichella holt Pole Position

    Giancarlo Fisichella schockte die Konkurrenz: Force India steht im Qualifying zum Belgien GP auf der Pole Position!
    Damit hatte niemand gerechnet: Giancarlo Fisichella fuhr im Qualifying zum Großen Preis von Belgien in Spa-Francorchamps auf die Pole Position! Für den Italiener ist es die erste Pole seit Malaysia 2006, damals für Renault, und die vierte überhaupt. Sein Force India Team steht zum allerersten Mal so weit vorne.

    Neben Fisichella geht ein weiterer Italiener ins Rennen: Jarno Trulli schnappte sich im Toyota Startplatz 2. Dahinter gehen Nick Heidfeld und Rubens Barrichello das Rennen aus Startreihe zwei an. Reihe 3 belegen Robert Kubica und Kimi Räikkönen. Erst in Reihe vier finden sich Timo Glock und der beste Red Bull Pilot Sebastian Vettel wieder. Mark Webber und Nico Rosberg komplettieren die Top10, in denen vier der fünf Deutschen landeten.

    Button von Platz 14

    Große Enttäuschung beim WM-Spitzenreiter: Jenson Button scheiterte als Vierzehnter im Q2 und kam damit zum ersten Mal in dieser Saison nicht in die Top10 der Startaufstellung. Ebenso prominente Opfer des Q2 waren Valencia-Sieger Lewis Hamilton, Fernando Alonso und Heikki Kovalainen. Adrian Sutil scheiterte als Elfter haarscharf am Q3, das sein Teamkollege Giancarlo Fisichella mit der viertbesten Zeit im Q2 erreichte.

    "Ich bin schon etwas enttäuscht, es wäre mehr drin gewesen", erklärte Sutil. "Ich habe die weichen Reifen leider nicht zum Arbeiten bekommen, mit den härteren bin ich besser zurechtgekommen." Das sei bei seinem Teamkollegen Fisichella anders gewesen. "Fürs Rennen ist aber alles drin. Das Auto funktioniert sehr gut und wir haben eine sehr gute Pace. So können wir vorne dabei sein. Es sieht gut aus für Punkte."

    Immerhin konnte Sutil im Force India Kunden-Mercedes den Werks-Mercedes von Lewis Hamilton hinter sich lassen. "Ich bin nicht enttäuscht, das mussten wir in Spa erwarten", sagte der Brite. "Wir wussten, dass unsere Aerodynamik nicht so gut ist wie die der anderen. Uns war nur nicht klar, wie groß der Unterschied sein würden." Im Rennen setzt er auf KERS: "Das wird sicher ein Spaß."

    Mit Sebastien Buemi schied im ersten Qualifying nur ein Pilot aus, dem mehr zugetraut wurde - immerhin hatte der Schweizer sich die Top10 zum Ziel gesetzt. Ferrari-Ersatzmann Luca Badoer enttäuschte erneut. Der Italiener wurde nicht nur Letzter, sondern schmiss seinen letzten Versuch auch wegen eines Drehers weg, der seinen Tag im Kiesbett beendete.

    Das Qualifying im Überblick
    1. Session
    Zwischenfälle: Dreher Badoer
    ausgeschieden: Buemi, Alguersuari, Nakajima, Grosjean, Badoer
    Top-6: Fisichella, Trulli, Barrichello, Sutil, Webber, Vettel
    2. Session
    Zwischenfälle: keine
    ausgeschieden: Sutil, Hamilton, Alonso, Button, Kovalainen
    Top-6: Trulli, Kubica, Vettel, Fisichella, Heidfeld, Barrichello
    3. Session
    Zwischenfälle: keine
    Top-6: Fisichella, Trulli, Heidfeld, Barrichello, Kubica, Räikkönen

    Hamilton gibt nicht auf: Punkte als Ziel

    Hamilton gibt nicht auf: Punkte als Ziel

    McLaren ging nach dem Qualifying in Spa hart mit sich ins Gericht: Das Auto sei nicht schnell genug gewesen. Das Ziel bleibt unverändert: Punkte sollen her.
    Giancarlo Fisichella steht auf der Pole Position. "Aber das ist bei weitem nicht das einzige unerwartete Element der Startaufstellung", stellte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh fest. Einige Leute hätten sich schwer getan, die Top-3 Fisichella, Trulli und Heidfeld vorherzusagen. McLaren habe trotz der Erfolge bei den letzten Rennen immer damit gerechnet, dass es in Spa nicht so gut laufen würde - obwohl Lewis Hamilton am Freitag die Bestzeit markierte.

    "Wir haben unser Bestes gegeben", sagte Hamilton. "Aber wir haben unseren Fahrern kein Auto gegeben, das schnell genug war", schob Whitmarsh hinterher. "Die Konsequenz ist ein enttäuschendes Qualifyingergebnis." Hamilton und Teamkollege Heikki Kovalainen scheiterten bereits im Q2.

    "Wir wussten von Anfang an, dass wir im Mittelsektor Probleme bekommen würden", erklärte der Brite. Denn darin befinden sich jene Kurven, die nach Downforce gieren. Davon besitzt der Silberpfeil aber nicht genug. "Wir hatten erwartet, dass unser Aero-Paket nicht so gut ist wie jenes der anderen - wir wussten nur nicht genau, in welchem Umfang das der Fall sein würde." Das wisse man jetzt sehr genau.

    Hamilton ist deshalb aber nicht frustriert. "Ich bin nicht allzu enttäuscht. Diese Saison verläuft für alle wie eine Achterbahnfahrt und mein Plan ist es immer noch, im Rennen in die Punkte zu fahren." Damit steht er nicht allein da. "Lewis und Heikki haben die Punkte zum Ziel", kündigte Whitmarsh an. "Hoffentlich können wir einige Autos schon in der ersten Runde überholen", sagte Norbert Haug, der dann auf einer guten Rennstrategie aufbauen möchte. "Selbst von den Plätzen 12 und 15 ist es für uns nicht unmöglich, eine gute Leistung zu zeigen."

    Kovalainen selbst bestätigte die Probleme im Mittelsektor. "Wir hatten in den schnellen Kurven etwas mehr Probleme als in Ungarn oder Valencia, wo die Strecke langsamer ist." Auch er hatte mit einem harten Tag gerechnet und das bestätige das Ergebnis. "Uns fehlt es noch an Effizienz in den High-Speed-Passagen, Downforce und Höchstgeschwindigkeit." Trotzdem fehlten ihm nur ein paar Zehntel zum Erreichen des Q3.

    Jubelstimmung bei Force India

    Jubelstimmung bei Force India: Hatte nicht mit der Pole gerechnet

    Jubelstimmung bei Force India nach der ersten Pole Position. Giancarlo Fisichella konnte es kaum fassen. Für Adrian Sutil verlief das Qualifying enttäuschend.
    29. August 2009 - an dieses Datum wird man sich bei Force India noch lange Zeit erinnern. Mit einer phänomenalen Runde sicherte Giancarlo Fisichella die erste Pole Position für das indische Team. Nachdem auf der Zeitenliste eine Rundenzeit von 1:46.308 Minuten und Platz eins aufleuchtete, gab es in der Box von Force India kein Halten mehr.

    "Das ist ein unglaubliches Resultat. Ich bin so stolz auf Giancarlo, auf das Team hier an der Strecke und bei uns in der Fabrik. Es gibt nichts mehr zu sagen: wir haben alles gegeben und unser Land kann stolz auf uns sein", freute sich Teamchef Vijay Mallya. Weder die Konkurrenz noch Force India selbst hatte sich auf der Liste für die Pole. "Ich habe keine Ahnung, wie es zur Pole kommen konnte - es ist unglaublich. Ich hätte nicht mit der Pole gerechnet, vor allem, weil ich gestern schon von Platz sechs überrascht war und recht viel Untersteuern hatte", gestand Fisichella.

    Ein kleiner Zusammenstoß

    Dabei hatte sich schon mit der Bestzeit in Q3 angedeutet, dass der Italiener konkurrenzfähig ist, in Q2 fuhr er die viertbeste Zeit. "Es fühlt sich wie ein Traum an. Ich bin so glücklich für mich, das Team, die Mechaniker, die Ingenieure - sie alle haben einen fantastischen Job erledigt", freute sich der Italiener, der im freien Training am Morgen einen kleinen "Unfall" hatte. "Ich habe einen Hasen gerammt, meine Mechaniker meinten, das bringt Glück. Und das hat es", so Fisichella.

    Teamkollege Adrian Sutil hatte keine tierische Begegnung im Training. Ob es daran lag, dass er nur Elfter wurde, konnte er nicht sagen. "Ich bin etwas enttäuscht. Ich konnte die weichen Reifen nicht optimal nutzen. Die harten Reifen waren für mein Auto besser - warum, wissen wir nicht. Normalerweise hätte ich in Q3 stehen müssen, aber von Platz elf sind Punkte immer noch möglich", erklärte der Deutsche.

    Belgien GP: Räikkönen gewinnt in Spa

    Belgien GP: Räikkönen gewinnt in Spa

    Kimi Räikkönen gewann den Großen Preis von Belgien vor Giancarlo Fisichella und Sebastian Vettel. WM-Spitzenreiter Jenson Button schied früh aus.
    Am Samstagabend wagte sich Giancarlo Fisichella noch nicht offen davon zu sprechen. Der Überraschungs-Pole-Mann des Belgien GP sprach von den ersten Punkten seines Force India Teams, möglicherweise einem Podestplatz, aber keinesfalls einem Sieg, der sei noch etwas zu hoch angesiedelt. Kimi Räikkönen sprach hingegen offen vom ersten Ferrari-Triumph der Saison 2009 - ausgerechnet in Spa-Francorchamps, wo Räikkönen vor dem Rennen bereits drei Siege in seiner Karriere gefeiert hatte und der einzige Spa-Sieger im Starterfeld war.

    Gleich am Start nutzte der Finne seinen KERS-Vorteil - und die asphaltierte Auslaufzone in La Source - und katapultierte sich bis auf Platz 3 nach vorne. Nur wenig später fand er sich zu Beginn der Safety Car Phase auf Platz 2 hinter Fisichella wieder. Diesen schnappte er sich nach dem Re-Start und gab die Führung danach nur noch bei seinen beiden Boxenstopps ab.

    Beide Stopps absolvierte er in der gleichen Runde wie Fisichella, wodurch der Italiener keine Chance hatte, durch schnelle Runden rund um die Stopps in Führung zu gehen. Auf den Runden dazwischen fuhr Fisichella mindestens genauso schnell wie der Ferrari vor ihm, kam an dem KERS bestückten F60 aber nicht vorbei. "Ich wusste, dass ich gleich nach dem Restart an ihm vorbeigehen musste", erklärte Räikkönen. "Wenn ich es nicht gleich geschafft hätte, wäre es schwierig geworden. Deshalb habe ich sicher gestellt, dass ich nach der ersten Kurve nah dran war, auch in Eau Rouge, obwohl ich dort oben etwas Untersteuern bekam, dann habe ich KERS eingesetzt und bin neben ihn gefahren und vorbei gekommen."

    Für Räikkönen war der erste Sieg in dieser Saison eine Erlösung. "Es ist kein einfaches Jahr für uns, aber heute lief es perfekt. Es war mein Ziel, mindestens ein Rennen in dieser Saison zu gewinnen, das hat jetzt geklappt. Wir waren nicht die Schnellsten, aber es ist uns gelungen, alle hinter uns zu halten." Fisichella bestätigte diese Einschätzung: "Ich hätte gewinnen können, aber auch Platz 2 ist ein tolles Ergebnis für uns. Ich war schneller als Kimi, aber er hat mich mit KERS überholt. Deshalb bin ich etwas traurig. Ich war schneller und konnte seine Pace mitgehen. Es ist toll, Zweiter zu sein und nur um eine Sekunde geschlagen worden zu sein, aber wir hätten gewinnen können."

    Guter Tag für Vettel

    Hinter Räikkönen und Fisichella schlich sich Sebastian Vettel in einem unauffälligen Rennen auf den dritten Podestplatz. Der Deutsche konnte den BMW Sauber von Robert Kubica beim letzten Stopp überholen und so sechs wichtige Punkte im Titelkampf einfahren. Da seine Titelrivalen Jenson Button und Mark Webber leer ausgingen und Rubens Barrichello einen rauchenden Brawn als Siebter über die Ziellinie schleppte, hat Vettel als WM-Dritter nur noch 19 Punkte Rückstand auf Button und drei Punkte Rückstand auf Barrichello.

    "Wir haben mehr Punkte geholt als unsere WM-Rivalen, insofern ist es ein Wunschergebnis, obwohl ich natürlich noch lieber gewonnen hätte", sagte Vettel. "Aber das war das Bestmögliche, was wir nach dem Qualifying erreichen konnten." Vettel gestand, dass er in der ersten Runde vielleicht etwas zu konservativ und vorsichtig gewesen sei. "Im zweiten und dritten Stint lief das Auto aber fantastisch. Ich habe keinen einzigen Fehler gemacht, die ganze Zeit gepusht wie im Qualifying und es war wirklich bis zur Zielflagge ein tolles Rennen."

    Die WM sieht Vettel weiterhin als offen an. "Sie verläuft verrückt. Früher wusste man schon nach wenigen Rennen, wer den Titel gewinnen würde. Jetzt ist es wichtig, konstant zu sein. Bislang war das nicht unsere Stärke, aber wir haben Jenson sechs Punkte abgenommen." Auch Teamchef Christian Horner war voll des Lobes: "Kimi hat heute einen super Job gemacht und Force India war unglaublich schnell", sagte er. "Platz 3 war das Maximum für uns. Sebastian ist ein fantastisches Rennen gefahren, hat keine Fehler begangen und wir waren im Mittelsektor sehr schnell, in den Sektoren 1 und 3 hatten wir jedoch große Probleme."

    Chaos rund um Eau Rouge

    Bereits am Start ging es hoch her: Auf dem Weg in die erste Kurve La Source gab es einige Berührungen und Kontakte, unter anderem zwischen Adrian Sutils Frontflügel und Fernando Alonsos linkem Vorderrad, was später zum Ausfall des Spaniers führen sollte. Auch Lewis Hamilton bekam auf dem Weg in die erste Haarnadel einen Schlag ab. Ein Auslöser für das Chaos war Rubens Barrichello, der zunächst stehen blieb, dann nur schleppend wegkam und so weit zurückfiel.

    Vorne setzte sich Nick Heidfeld gegen Jarno Trulli durch, wurde bei dieser Gelegenheit aber von seinem Teamkollegen Robert Kubica überholt. Kimi Räikkönen wich dem Durcheinander links neben der Strecke aus und beschleunigte dort bis auf Platz 3 nach vorne in Richtung Eau Rouge. Nach dieser High-Speed-Kurve schnappte sich Räikkönen den BMW Sauber von Kubica, kam jedoch auf den Randstand und fuhr über die Wiese. Danach rutschte ihm ein BMW Sauber leicht ins Heck. Der Ferrari blieb jedoch unbeschädigt.

    Das galt nicht für die Autos von Jenson Button, Romain Grosjean, Lewis Hamilton und Jaime Alguersuari, die alle in der gleichen Kurve ausschieden und noch einige andere Fahrzeuge ins zweite Chaos des Rennens miteinbezogen, die danach zu Notstopps an die Box kommen mussten, darunter Jarno Trulli und Adrian Sutil.

    "Das war Pech", sagte WM-Leader Button, der schon in der ersten Runde draußen war. "Ich hatte einen guten Start, war nach Eau Rouge außen neben Heikki Kovalainen, habe eingelenkt und dann hat Grosjean wohl den Bremspunkt nicht richtig erwischt und mich umgedreht. Ich denke, es war genug Platz für zwei Autos. Es ist frustrierend, weil ich viele Plätze gutgemacht hatte, aber ich falle lieber in so einem Rennen aus, in dem ich eh nicht gut dabei war." Die Zwischenfälle zwischen Button und Grosjean sowie Hamilton und Alguersuari, die eine Kettenreaktion verwickelt waren, werden nach Rennende von der Rennleitung untersucht.

    Spannung bis zuletzt

    In einem von spannenden Überholmanövern geprägten Rennen hielt die Spannung bis zur Zieldurchfahrt an. Drei Runden vor Rennende begann der Brawn-Bolide von Rubens Barrichello zu rauchen, das Team vermutete zunächst ein Motorenproblem, dann ein Ölleck. Barrichello rettete sich jedoch als Siebter vor Nico Rosberg und Mark Webber ins Ziel. Seinen Angriff auf den Sechsten Heikki Kovalainen musste er aber abbrechen, so dass der McLaren-Pilot hinter den BMW Sauber von Robert Kubica auf Platz 4 und Nick Heidfeld auf Platz 5 ins Ziel einlief.

    "Lewis wurde durch einen unverschuldeten Crash gleich in Runde eins eliminiert, Heikki - als 15. gestartet - wurde Sechster, mehr ging nicht", gestand Norbert Haug. Mark Webber blieb als Neunter ohne WM-Zähler. Der Australier war bei seinem Boxenstopp zu früh vom Team losgelassen worden, so dass er beinahe mit Nick Heidfeld kollidierte. Dafür bekam er eine Drive-Through-Strafe, die ihm die Chance auf ein besseres Ergebnis verhagelte.

    Neben den vier Erstrundenunfallopfern sahen auch Jarno Trulli und Fernando Alonso die Zielflagge nicht. Der Italiener stellte seinen Toyota nach einem missglückten Boxenstopp in selbiger ab, der Spanier hatte bei seinem ersten Stopp Probleme mit der linken Radkappe, die am Start von Sutils Frontflügel getroffen worden war. Um keinen Verlust der Radkappe und des Rades zu riskieren, zog das Team Alonsos Auto nach einer weiteren Runde zurück.



    Aus der Sicht vom Daimler:

    Grand Prix von Belgien
    - Heikki Kovalainen Sechster
    - Lewis Hamilton in Runde eins durch Kollision ohne eigene Schuld ausgefallen

    Heikki Kovalainen belegte beim Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps den sechsten Platz. Sein Teamkollege Lewis Hamilton wurde in der ersten Runde ohne eigene Schuld in eine Kollision verwickelt und fiel aus. Nach 44 Runden (308,052 Kilometer) siegte Kimi Räikkönen (Ferrari) vor Giancarlo Fisichella im Force India Mercedes, der den ersten Podiumsplatz für sein Team holte und im zwölften Saisonrennen den 15. Podestplatz für ein Auto mit dem Mercedes-Benz Formel-1-Motor FO 108W.

    Brawn Mercedes Fahrer Jenson Button führt trotz eines Ausfalls durch die gleiche Kollision, die Lewis aus dem Rennen warf, in der Fahrerwertung weiter mit 72 Zählern. Zweiter ist sein Teamkollege Barrichello, heute Siebter, mit 56 Punkten. Lewis liegt mit 27 Zählern auf Rang sieben, Heikki ist Zehnter mit 17 Zählern. In der Konstrukteurs-WM liegt Vodafone McLaren Mercedes mit jetzt 44 Zählern auf Rang vier.

    Der Start
    Lewis und Heikki starteten von den Plätzen zwölf und 15; Lewis mit der härteren Reifenmischung (prime) und Heikki mit den weicheren Pneus (option). Heikki verbesserte sich beim Start auf Rang elf, während Lewis auf den 16. Platz zurückfiel. In der S-Kurve Les Combes am Ende der langen Bergaufgeraden Kemmel wurde Lewis ohne eigene Schuld in eine Kollision mit drei anderen Autos, darunter der Brawn Mercedes von WM-Spitzenreiter Jenson Button, verwickelt und fiel aus. Das Safety Car neutralisierte das Rennen.
    Das Rennen
    Runde 5: Das Rennen wurde wieder frei gegeben – Heikki war Zehnter; Polesitter Giancarlo Fisichella im Force India Mercedes führte.
    Runde 15: Heikki, für den das Team nur einen Boxenstopp geplant hatte, fuhr jetzt an siebter Position, während bereits sechs Autos an den Boxen waren.
    Runde 19: Heikki war Fünfter.
    Runde 25: Als Einziger der Top Ten hatte Heikki noch keinen Boxenstopp eingelegt, er fuhr jetzt auf Rang vier.
    Runde 26: Heikki legte seinen einzigen Boxenstopp ein (8,2 Sekunden) und nahm das Rennen als Zehnter wieder auf.
    Runde 35: Alle Fahrer hatten ihre planmäßigen Boxenstopps absolviert – Heikki war jetzt Sechster.
    Ziel (Runde 44): Heikki fuhr auf Platz sechs ins Ziel; Fisichella wurde Zweiter, 0,9 Sekunden hinter Sieger Räikkönen.
    Statistik
    Autos mit Mercedes-Benz Motor gewannen acht der bisherigen zwölf Saisonrennen, Jenson Button siegte sechsmal, sein Brawn GP Teamkollege Rubens Barrichello sowie Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Lewis Hamilton je einmal. Autos mit Mercedes-Motor standen in sechs der zwölf Rennen auf der Pole Position, dabei holte jedes der drei Teams, die in diesem Jahr mit dem Mercedes-Benz Formel-1-Motor FO 108W ausgerüstet werden, mindestens eine Pole Position: Brawn GP mit Jenson Button vier, Vodafone McLaren Mercedes mit Lewis Hamilton eine und – hier in Belgien – Force India mit Giancarlo Fisichella ebenfalls eine.

    Stimmen zum Rennen

    Heikki Kovalainen
    „Ein gutes Rennen für mich. Auch wenn wir hier nicht ganz so schnell waren wie in den beiden Rennen zuvor, so hat unsere Strategie perfekt funktioniert und ich kam an mehreren Fahrern vorbei, die vor mir an die Boxen fuhren. Ich danke allen Teammitgliedern in Woking, Brixworth und Stuttgart für ihre Arbeit. Der heutige sechste Platz ist das Ergebnis eines starken und zuverlässigen Autos, einer guten Strategie, eines fantastischen Motors und des erstklassigen KERS Hybrid – alles zusammen half mir, von der 15. Startposition neun Plätze aufzuholen. Wir haben immer noch viel Arbeit vor uns, um uns auf Strecken mit mittlerer Downforce zu steigern, in Monza sollten wir jedoch besser aussehen, da dort mit wenig Abtrieb gefahren wird und wir auf dieser Strecke schon öfter gute Ergebnisse erzielten. Ich freue mich für Kimi – er fuhr ein tolles Rennen und ich wusste, dass er in Spa schwer zu schlagen ist.“

    Lewis Hamilton
    „An manchen Tagen läuft einfach gar nichts, und heute war so ein Tag. Ich startete schlecht, da sich das Programm, das das Absterben des Motors verhindern soll, einschaltete, und als ich aufholen wollte, wurde ich in der ersten Kurve zwischen anderen Autos eingeklemmt. Dabei verlor ich einen Teil des Frontflügels. Als Romain Grosjean in Kurve fünf Jenson Button herumdrehte, wichen alle anderen aus und ich ging vom Gas, um nicht getroffen zu werden, dabei fuhr mir dann ein anderes Auto ins Heck. Ein enttäuschender Tag, aber wir kommen zurück und werden versuchen, im nächsten Jahr hier zu siegen.“

    Martin Whitmarsh
    „Heikki fuhr ein starkes Rennen und verbesserte sich vom 15. Startplatz auf Rang sechs im Ziel. Er machte das Beste aus unserer Ein-Stopp-Strategie und ging trotz der großen Spritmenge, die er dabei mitführte, schonend mit seinen Reifen um. Lewis wurde in der Spitzkehre La Source von einem anderen Auto berührt, und dann in Les Combes von einem Konkurrenten in die Leitplanken befördert. Das kann passieren.
    Im Namen aller bei Vodafone McLaren Mercedes gratuliere ich Kimi Räikkönen und Ferrari zu ihrem ersten Saisonsieg, und auch Giancarlo Fisichella und Force India zu ihrem sensationellen zweiten Platz – ein erfrischendes Ergebnis, das der Formel 1 gut tut; es zeigt, dass die kleineren Teams von Zeit zu Zeit den Spieß umdrehen können.
    Wir hatten gehofft, in Spa mehr als drei WM-Punkte zu holen, doch auch wenn wir unser Auto in letzter Zeit deutlich verbessert haben, sind wir noch nicht so schnell wie die Schnellsten im Feld. Aber wir werden das analysieren und daran arbeiten uns in zwei Wochen in Monza zu steigern.“

    Norbert Haug
    Lewis und Heikki verloren beim Start Plätze, Lewis wurde in der ersten Kurve angerempelt und dann in Les Combes, der fünften Kurve, durch einen weiteren unverschuldeten Crash aus dem Rennen geworfen – hinten im Feld passiert so etwas einfach viel leichter als vorne. Heikkis sechster Platz war so das bestmögliche Ergebnis für uns heute, nicht so schlecht, da Heikki nur als 15. gestartet war.
    Glückwunsch an Kimi – es muss für ihn eine große Erleichterung sein, nach 25 Rennen wieder einen Sieg erzielt zu haben, und Gratulation an Ferrari zum ersten Saisonsieg. Herzliche Gratulation auch an Giancarlo zum zweiten Platz und an das McLaren-Mercedes Kundenteam Force India, die heute vom Start bis ins Ziel zeigten, dass sie auf Augenhöhe mit dem Sieger unterwegs waren.“

    McLaren mit Rang 6 zufrieden: Keine Siegchance

    McLaren mit Rang 6 zufrieden: Keine Siegchance

    McLaren musste in Belgien kleinere Brötchen backen: Nach einem Sieg und einem Podestplatz standen in Spa nur Punkte auf dem Einkaufszettel.
    Die Formel 1 ist schnelllebig, ganz besonders in dieser Saison. In Ungarn war McLaren Mercedes noch das Maß der Dinge, in Valencia fuhr man in die erste Startreihe und um den Sieg und in Belgien war Norbert Haug schon mit einem sechsten Platz zufrieden. "Das war das Beste, was wir heute erreichen konnte", sagte der Mercedes-Motorsportchef. Immerhin hatte sich Heikki Kovalainen von Platz 15 gut nach vorne gearbeitet.

    "Es war ein gutes Rennen für mich", stimmte der Finne zu. "Heikki fuhr sehr stark, optimierte seine Einstoppstrategie, die eine schwere Benzinladung nach sich zog und achtete dabei auf seine Reifen", lobte Teamchef Martin Whitmarsh.

    "Obwohl unsere Rennpace nicht so gut wie bei den letzten zwei Rennen war, funktionierte unsere Strategie perfekt und ich konnte einige Jungs überholen, die vor mir gestoppt haben", erklärte Kovalainen, der jedoch weiß, dass noch nicht alles perfekt ist. "Wir haben noch viel Arbeit vor uns, um auf Medium-Downforce-Strecken konkurrenzfähig zu sein, aber Monza sollte eine ganz andere Strecke mit sehr wenig Downforce sein. Dort sind wir traditionell ziemlich gut."

    Darauf baut auch Lewis Hamilton, dessen Spa-Rennen schon in Kurve 5 endete. "An manchen Tagen läuft es eben richtig schief - und heute war so ein Tag", gestand der amtierende Champion. "Ich hatte einen schlechten Start, das Anti-Stall-System griff ein und ich wurde in der ersten Kurve in ein Sandwich gepresst - dabei verlor ich einen Teil meines Frontflügels." Aber dem nicht genug: "Als Romain Grosjean Jenson in Kurve 5 umdrehte, versuchte jeder ihm auszuweichen, ich wurde langsamer, um Schaden zu vermeiden, aber einer der Fahrer hinter mir, der das gleiche versuchte, traf mich."

    Whitmarsh bezeichnete die Kettenreaktion mit Jaime Alguersuari als Rennunfall: "That's Racing." Auch Hamilton hat den Zwischenfall bereits abgehakt. "Ich bin enttäuscht, aber wir werden zurückkommen und versuchen, dieses Rennen im nächsten Jahr zu gewinnen." Dann mit einem schnelleren Auto. "Wir hatten gehofft, Spa mit mehr als nur drei WM-Punkten zu verlassen", gestand Whitmarsh. "Aber obwohl wir unser Auto zuletzt stark verbessert haben, ist es noch nicht so schnell wie die schnellsten Autos."

    Force India holte die ersten WM-Punkte

    Force India holte die ersten WM-Punkte: Heute war alles möglich

    Giancarlo Fisichella zeigte ein beeindruckendes Rennen und holte die ersten Punkte für Force India. Adrian Sutils Rennen war am Start schon vorbei.
    Die ersten Punkte sind auf dem Konto von Force India gelandet. Polesetter Giancarlo Fisichella holte mit seinem Podestplatz in Spa-Francorchamps die ersten WM-Zähler für sein Team. "Es war wieder ein großartiger Tag. Das Ergebnis ist toll für das Team. Wenn man uns vor dem Rennen gefragt hätte, ob wir glücklich wären als Achter ins Ziel zu kommen, dann hätten wir gesagt: das wäre ein fantastisches Resultat. Zweiter zu werden ist ein Traum", jubelte der Italiener.

    Im Rennen fuhr Fisichella mindestens genauso schnell wie Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen vor ihm, kam an dem KERS bestückten F60 aber nicht vorbei. In den letzten Runden trennte Fisichella und den Finnen nur 0,9 Sekunden. "Wenn ich ehrlich bin, dann bin ich etwas enttäuscht. Ich hatte das Gefühl, dass wir das Rennen hätten gewinnen können. Ich war schneller als Kimi, kam aber nicht an ihm vorbei. Er war dank KERS auf den Geraden einfach zu schnell", verriet Fisichella. Am Ende des Tages zähle aber, dass man ein fantastisches Ergebnis geholt habe.

    Crash am Start

    "Wir haben endlich Punkte geholt. Das ist wichtig für die Konstrukteurswertung und für die nächsten Rennen", meinte der Force India-Pilot. Für Teamkollegen Adrian Sutil ging es am Start heiß her. Auf dem Weg in die erste Kurve La Source berührten sich Sutils Frontflügel und Fernando Alonsos linkes Vorderrad. Der Deutsche musste daraufhin in die Box und sich einen neuen Frontflügel abholen. "Ich bin etwas enttäuscht, denn das Auto hatte heute den Speed. Aber nach dem Crash in der ersten Kurve war mein Rennen eigentlich schon zu Ende", erzählte der Force India-Pilot.

    Der zweite Platz von Fisichella freute ihn allerdings sehr. "Es war ein großartiges Wochenende für Giancarlo. Er ist heute ein tolles Rennen gefahren. Wir haben einen Schritt nach vorne gemacht. Heute war alles möglich, umso zuversichtlicher blicke ich auf die kommenden Rennen. Ich hoffe, wir können in Monza ein ähnliches Resultat holen", sagte Sutil. Teamchef Vijay Mallya war sichtlich stolz auf sein Team. "Wir gehen in die Geschichtsbücher ein als das erste indische Team mit WM-Punkten", jubelte Mallya.

    Das Geheimnis des Brawn-Erfolgs

    Das Geheimnis des Brawn-Erfolgs

    In Ungarn feierte Mercedes-Benz einen historischen Triumph: Lewis Hamilton gelang mit seinem Vodafone McLaren Mercedes MP4-24 der erste Sieg eines KERS-Rennwagens in der Formel-1-Geschichte.

    Mercedes-Benz feierte aber schon vor dem Großen Preis von Ungarn Erfolge in der F1-Saison 2009. Brawn GP Pilot Jenson Button gewann in diesem Jahr bereits sechs Rennen mit einem Mercedes-Benz FO 108W V8-Motor im Heck seines BGP 001.
    In einem Artikel für das F1 Racing Magazine geht Autor Paul Fearnley dem Geheimnis des Brawn-Erfolgs auf den Grund und berichtet dabei über die Entstehung der erfolgreichen Zusammenarbeit von Mercedes-Benz High-Performance Engines und Brawn GP.

    F1 Racing existiert seit 1996 und ist das meistverkaufte Grand Prix Magazin der Welt. F1 Racing wird in 30 verschiedenen Ausgaben in 21 Sprachen und 110 Ländern vertrieben. Das Fachmagazin fängt die Faszination, den Glamour und die Spannung der Königsklasse des Motorsports ein und präsentiert sie mit einem innovativen Stil, bestehend aus packendem Journalismus, preisgekrönten Fotos und einem lebendigen Layout.
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    Starke Nachfrage nach Mercedes-Benz Motoren

    Starke Nachfrage nach Mercedes-Benz Motoren

    Mit Vodafone McLaren Mercedes, Brawn GP und Force India setzen in der Formel-1-Saison 2009 drei Teams auf den Mercedes-Benz FO108W 2,4 Liter V8-Motor, der von Mercedes-Benz High-Performance Engines in Brixworth und Stuttgart entwickelt wird.
    In acht der bisherigen elf Formel-1-Rennen 2009 gewann ein Auto mit Mercedes-Benz Motor (sieben Siege von Brawn Mercedes und ein Sieg von Vodafone McLaren Mercedes beim historischen ersten KERS-Sieg in Ungarn). Entsprechend groß sind das Interesse und die Nachfrage an den Mercedes-Benz Formel-1-Motoren für die Saison 2010.

    Die Bild-Zeitung titelte nach dem Europa-GP in Valencia: "Mercedes-Motor für Vettel?" Im dazugehörigen Artikel heißt es: "WM-Spitzenreiter Jensen Button hat 25 Punkte Vorsprung auf Vettel. Sein Brawn wird von einem Mercedes-Motor angetrieben."

    Auch die Sport Bild griff das Thema auf: "Red Bull macht Jagd auf die PS-Maschinen der stärksten Konkurrenten: Red Bull will Mercedes-Motoren. (...) Das Mercedes-Triebwerk gilt als das beste und zuverlässigste in der Formel 1. (...) Der Mercedes-Motor soll mit 780 PS zudem das stärkste Triebwerk sein." Der dreifache F1-Weltmeister Niki Lauda rechnet in Sport Bild vor: "Insgesamt bringt der Mercedes-Motor einen Vorteil von zwei Zehnteln pro Runde."
    Die Stuttgarter Zeitung berichtet in ihrer Mittwochsausgabe: "Schon in der nächsten Saison könnte der Formel-1-Dienstwagen von Sebastian Vettel statt von einem Renault-Motor von einem Mercedes-Aggregat angetrieben werden." Die Stuttgarter Nachrichten bestätigen: "Wir haben mehrere Optionen. Mercedes ist eine", sagte Teamchef Christian Homer."

    In der Süddeutschen Zeitung wird Dr. Helmut Marko zitiert: "In einem Interview mit den Salzburger Nachrichten sagte Red Bulls Motorsportchef Helmut Marko, dass von allen sechs Mercedes-Fahrern in dieser Saison noch keiner einen Motorschaden gehabt habe."

    Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt: "Am Samstag hatte Teamchef Horner via RTL die Leistungsfähigkeit des Gegners aus Stuttgart gelobt: Der Mercedes läuft wohl ausgezeichnet." (...) Und so schielt der Engländer auf das vom Branchenführer Brawn hoch gelobte Modell aus Stuttgart. 450 der bislang 651 Rennrunden dieser Saison führten Boliden mit Mercedes-Power an. Entsprechend ist die Nachfrage für 2010."
    Spiegel Online schreibt zum Interesse an den Mercedes-Benz Motoren: "Red-Bull-Heck mit Mercedes-Power? In der kommenden Saison könnte Sebastian Vettel mit Motoren eines deutschen Herstellers den WM-Titel in Angriff nehmen." Die Internetseite Motorsport-Total.com ergänzt: "Red Bull zieht ernsthaft in Betracht, Motorenhersteller Renault gegen Mercedes auszutauschen."

    Auch Motorsport-Magazin.com berichtet über die aktuelle Motorensituation in der Formel 1: "Red Bull interessiert sich nicht als einziges Team für die stark gefragten Motoren von Mercedes-Benz. Das ist kein Wunder: Immerhin hat der deutsche Hersteller in dieser Saison schon 4.800 Kilometer mit ein und demselben Motor zurückgelegt, was beinahe der Gesamtdistanz des 24 Stundenrennens von Le Mans entspricht - und das ohne einen einzigen Motorschaden."
    In den elf Grand Prix 2009 fuhren Mercedes-Benz Motoren 14 Podestplätze, 10 Startplätze in der ersten Startreihe, 8 Siege, 5 Pole Positions und 4 schnellste Rennrunden heraus. Mit 3.485 Rennrunden (davon 450 Führungsrunden) respektive 17.179 Rennkilometern (davon 2.152 Führungskilometer) legten Mercedes-Benz F1-Aggregate die meisten Kilometer in der laufenden Saison zurück. Zusammen mit allen Freien Trainings und Qualifyings fuhren die Mercedes-Benz FO108W Motoren an den elf Rennwochenenden dieses Jahres 9.173 Runden oder 45.350 Kilometer.

    Pressestimme: Mercedes-Benz Motoren begehrt

    Pressestimme: Mercedes-Benz Motoren begehrt

    In acht von zwölf Formel-1-Rennen in der Saison 2009 war der siegreiche Motor ein Mercedes-Benz FO 108W. Mit sieben Siegen von Brawn Mercedes und einem Sieg durch Vodafone McLaren Mercedes beim ersten KERS-Sieg in Ungarn, hat Mercedes-Benz 66,6 Prozent aller Formel 1 Grand Prix des Jahres 2009 gewonnen.
    Die Sonntagszeitung "Sonntag Aktuell" schreibt in ihrem Artikel "Objekt der Begierde: Motor von Mercedes" in ihrer Ausgabe vom 30. August: "Seit dem letzten Rennwochenende [in Valencia] muss sich Mercedes-Sportchef Norbert Haug fragen, ob er auf der richtigen Veranstaltung ist: Fünf Mercedes-Motoren unter den ersten zehn, das sind Verhältnisse wie in der DTM - es handelte sich aber um das Ergebnis des Großen Preises von Europa in der Formel 1."
    Neben Sieger Rubens Barrichello (Brawn Mercedes) platzierten sich in Valencia auch Lewis Hamilton auf Position 2, Heikki Kovalainen auf Position 4 (beide Vodafone McLaren Mercedes), Jenson Button auf Position 7 (Brawn Mercedes) und Adrian Sutil (Force India Mercedes) auf Position 10 in den Top-10 der Ergebnisliste des Europa GP.
    Die geänderten Machtverhältnisse seien auch ein später Erfolg für die Mercedes-Philosophie, heißt es in dem Artikel weiter. "Mercedes bleibt flexibel - in seinen Entscheidungen und mit seiner Mannschaft." Die Formel-1-Motoren von Mercedes-Benz werden im englischen Brixworth gefertigt. "Inklusive des PS-Beschleunigers KERS, das dem Unternehmen durch den Sieg von Lewis Hamilton in Ungarn auch noch den inoffiziellen und werbewirksamen Titel des Technologiebeschleunigers beschert."
    Lewis erzielte mit seinem ersten Saisonsieg beim Großen Preis von Ungarn den historischen ersten Grand Prix Sieg eines mit KERS-Hybrid ausgestatteten Formel-1-Boliden. Auch die Zuverlässigkeit wird in dem Artikel von "Sonntag Aktuell" aufgegriffen: "Mercedes hatte vor dem Großen Preis von Belgien, dem zwölften von 17 Rennen, noch keinen Motorschaden. (...) Eines der Kraftpakete hat schon 4.800 Kilometer auf dem Buckel - eine Distanz, die eher den 24 Stunden von Le Mans entspricht als dem Sprinteinsatz im Grand-Prix-Sport. Echte Nachhaltigkeit."

    Objekt der Begierde: Motor von Mercedes

    Objekt der Begierde: Motor von Mercedes
    SONNTAG AKTUELL, 30.08.2009

    Fünf Mercedes-Motoren unter den ersten zehn, das sind Verhältnisse wie in der DTM - es handelte sich aber um das Ergebnis des Großen Preises von Europa in der Formel 1. In Valencia hat das Kundenteam Brawn-Mercedes den Werksrennstall McLaren-Mercedes besiegt, muss aber acht Millionen Euro Leasinggebühr pro Saison nach Stuttgart überweisen; der gleiche Betrag kommt auch von Force India. Der Gewinn dürfte pro Team bei zwei Millionen Euro liegen. Zu Beginn des Rennjahres hat das Verleihgeschäft die mäßige sportliche Bilanz der Silberpfeile aufpoliert, mit rapide gewachsener Konkurrenzfähigkeit von McLaren fährt nun Mercedes gegen Mercedes. 2010 wird der Red Bull Rennstall den 760 PS starken Motor erwerben, dann für eine auf fünf Millionen Euro reduzierte Lizenzgebühr. Der Zwang des von den Herstellern kritisierten "Einfrierens" der technischen Verhältnisse hat sich ausgezahlt - mit ungekannten Haltbarkeitswerten. Mercedes hatte vor dem Großen Preis von Belgien, dem zwölften von 17 Rennen, noch keinen Motorschaden.

    13. Italien GP / Autodromo Nazionale di Monza

    13. Italien GP / Autodromo Nazionale di Monza

    Italien: Rote Party im königlichen Park
    Die Fans nennen den 1922 erbauten Kurs ehrfürchtig die "magische Strecke" - und das liegt nicht nur an der malerischen Lage inmitten des "Parco Reale". Nirgendwo erreichen die Formel 1-Boliden höhere Geschwindigkeiten als auf den langen Geraden von Monza, obwohl nachträglich eingefügte Schikanen wie die "Variante della Roggia" oder die "Variante Ascari" die Vollgas-Orgie inzwischen portionieren.

    Dennoch ist und bleibt Monza das Hochgeschwindigkeits-Mekka der Formel 1: Auch wenn inzwischen drei Schikanen die Fahrer auf den langen Geraden deutlich einbremsen, hat das Autodromo Nazionale nur wenig von seiner ursprünglichen Charakteristik als Top-Speed-Kurs verloren.

    Doch so eindrucksvoll Höchstgeschwindigkeiten von gut 360 km/h für Außenstehende auch erscheinen mögen - für die Formel 1-Asse stellt das Geradeausfahren bei hohem Tempo keine besondere Herausforderung dar. Als fahrerisch sehr anspruchsvoll erweist es sich allerdings, bei den geringen Abtriebswerten jeweils die Brems- und Einlenkpunkte exakt zu treffen. Und dies erweist sich als umso wichtiger, da die ideale Positionierung des Autos zum Beispiel in den Mutkurven Lesmo 1 und Lesmo 2 sowie der legendären Parabolica maßgeblich die Höchstgeschwindigkeit auf den folgenden Geraden bestimmt.

    Dass diese irren Tempi speziell für Motoren und Bremsen eine hohe Belastung darstellen, versteht sich fast von selbst. Über Sieg oder Niederlage entscheiden in Monza jedoch die aerodynamischen Qualitäten der Formel 1-Boliden, ihre Reifen und das Potenzial des Chassis. Um den Luftwiderstand zugunsten möglichst hoher Geschwindigkeiten auf den Geraden zu minimieren, rücken die Monoposti mit den flachsten Flügeleinstellungen der gesamten Saison aus. Dies bedeutet aber auch, dass die Bodenhaftung in den schnellen Kurven wie zum Beispiel der weltberühmten Parabolica kaum noch durch aerodynamischen Abtrieb unterstützt wird. Die möglichen Kurventempi hängen mehr als sonst von der Leistungsfähigkeit der Rennreifen und dem mechanischen Grip ab, den Chassis und Fahrwerk generieren.
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    Vorschau: Grand Prix von Italien

    Vorschau: Grand Prix von Italien

    Lewis Hamilton:
    „Da es in Monza vor dem Grand Prix von Italien keine Testmöglichkeit mehr gibt, werden wir Fahrer uns erst an die Abstimmung mit so wenig Abtrieb auf dieser Hochgeschwindigkeitsstrecke gewöhnen müssen. Es ist keine leichte Aufgabe, das optimale Set-up zu finden, denn es gibt keinen perfekten Kompromiss zwischen Geschwindigkeit auf den Geraden und in den Kurven. Das Auto auf der Fahrbahn zu halten ist schwierig, denn es rutscht ständig. Auf den meisten anderen Strecken drückt dich der Abtrieb bei hohem Tempo auf den Asphalt, nicht aber in Monza. Das Fahren hier ist ein wenig wie Eislaufen. Doch die Strecke ist fantastisch – wir waren hier immer stark und ich freue mich auf ein positives Wochenende.“

    Heikki Kovalainen:
    „In den letzten vier Rennen fuhr ich in die Punkte und das sollten wir auch in Monza schaffen. Mir gefällt die Strecke, in der GP2-Serie gewann ich dort und in meinen bisherigen zwei Grand Prix in Monza holte ich Punkte und ich glaube, dass der Kurs unserem Auto liegt. Wie jedes andere Team fahren wir in Italien mit einem besonderen Aerodynamikpaket mit wenig Abtrieb – dazu können wir in jeder Runde auf den Geraden von unserem KERS Hybrid profitieren. Das sollte uns besonders im Qualifying helfen.“

    Martin Whitmarsh, Vodafone McLaren Mercedes Teamchef
    „Unser Team hat in Monza immer gut ausgesehen und wir fahren gern auf einem Kurs mit so großer Formel 1-Geschichte. Die einzigartige Charakteristik der Hochgeschwindigkeitsstrecke stellt besondere Anfor-derungen an die Autos, und wie jedes Team kommen wir mit einem maßgeschneiderten Aerodynamikpaket nach Monza. Das Rennen wird ein interessanter Test für den MP4-24, den wir fortwährend weiterentwickeln – es ist gut zu wissen, wie das Auto mit ganz wenig Abtrieb funktioniert. Natürlich zählt in Monza vor allem die Motorleistung, die KERS Autos werden dort unglaublich schnell sein, vor allem im Qualifying, wenn KERS auf der Start-Zielgeraden zweimal zum Einsatz kommt.“

    Norbert Haug, Mercedes-Benz Motorsportchef
    „Monza ist neben Monaco die untypischste Formel 1-Strecke. Aber während in Monaco die niedrigsten Durchschnittsgeschwindigkeiten gefahren werden, sind es in Monza mit über 250 km/h die höchsten, und die gefahrene Spitzengeschwindigkeit wird in diesem Jahr bei Trockenheit wohl bei über 350 km/h liegen."
    „Wir haben gute Erinnerungen an dieses spezielle Rennen im "Königlichen Park" und dort zwei der letzten vier Grand Prixs gewonnen. Bei der neuen Auflage am zweiten September- Wochenende kann es in Monza womöglich das dichtgestaffeltste Feld der Formel 1-Geschichte geben. Spa hat gezeigt, dass die aktuelle Formel 1 für größte Überraschungen gut ist, und Monza wird dies wohl erneut unterstreichen.
    „Unser Ziel ist es, dort unseren Aufwärtstrend fortzusetzen. Wir waren nach Lewis' Sieg und seinem zweiten Platz in Budapest und Valencia zuletzt mit Heikki, der in Spa als 15. startete und als Sechster ins Ziel kam, allerdings überhaupt nicht, wo wir sein wollen. Positiv bleibt: Obwohl Lewis Hamilton dort gleich in Runde eins schuldloses Unfall- und damit Ausfallopfer wurde, hat kein Team in den letzten vier Rennen – dem letzten Drittel der bisherigen Saison also - mehr Punkte als Vodafone McLaren Mercedes geholt. Darauf werden wir bei den verbleibenden fünf Rennen mit gesundem Ehrgeiz aufbauen - allerdings ohne deshalb der Favorit für Monza zu sein.
    „Es wird dort mindestens eine Handvoll davon geben und das ist prächtig für den Sport."

    Luca Badoer attackiert Medien: Schuld an Absetzung

    Luca Badoer attackiert Medien: Schuld an Absetzung

    Laut Luca Badoer waren die negativen Schlagzeilen in den Medien schuld daran, dass Ferrari ihn durch Giancarlo Fisichella ersetzt hat.
    Luca Badoer fuhr als Ersatz für Felipe Massa zwei Rennen, in beiden überquerte er als Letzter die Ziellinie. Nach dem Belgien-GP entschied sich Ferrari den Italiener durch Giancarlo Fisichella zu ersetzen. Schuld an seiner Absetzung sei laut Badoer aber nicht seine schlechte Performance gewesen, sondern die Medien.

    "Wer schreibt, begreift nicht, wie viel Übel er anrichten kann. Die Medien haben eine fundamentale Rolle in Ferraris Beschluss gespielt, mich auszuwechseln", sagte der 38-Jährige im Interview mit der Gazzetta dello Sport. Badoer ist überzeugt, dass er sich noch verbessern hätte können, wenn Ferrari ihm die Zeit dafür gegeben hätte.

    "Ich war zum Qualitätssprung in Monza bereit. Das ist meine Rennbahn, ich könnte dort blind fahren", betonte der Italiener. Trotz seines kurzen Gastspiels und der Negativschlagzeilen bereut Badoer seine Ferrari-Zeit nicht. "Ich habe meinen Traum verwirklicht. Ich kann meinen Kindern erzählen, dass ich zwei Rennen lang für Ferrari gefahren bin. In Maranello hatte man Vertrauen in mich", meinte Badoer.

    Zu Giancarlo Fisichella meinte Badoer: "Er ist ein schneller Fahrer. Ich freue mich für ihn. Er hat es verdient, seinen Traum für Ferrari zu fahren, zu verwirklichen. Er wird einen besseren Job machen als ich, denn er fährt seit Jahren in der Formel 1." Fisichella wird ab der Saison 2010 den Job als Testfahrer bei Ferrari übernehmen.

    Interview mit Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug

    Interview mit Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug
    Unfall-Skandal? "Gerüchte wie diese sind schlimm"


    SID: `Lewis Hamilton glaubt trotz des großen Rückstandes immer noch an seine Titelchance. Wie realistisch ist das?'
    Norbert Haug: `Ich glaube nicht, dass Lewis das glaubt. Aber ganz sicher werden weder er noch wir unseren Ehrgeiz und unseren Einsatz für die bestmögliche Leistung zurückschrauben.'

    SID: `Sehen Sie Hamilton als Siegkandidaten für das Rennen am Sonntag in Monza?'

    Haug: `Ich habe noch nie Vorhersagen gemacht und werde das auch vor Monza nicht tun. Wer vorhergesagt hätte, dass - unter absolut üblichen Bedingungen - zuletzt Force India und Fisichella auf Startplatz eins stehen werden, um tags darauf das Rennen nur haarscharf nicht zu gewinnen, wäre bestimmt eher als Phantast denn als Fachmann bezeichnet worden. Die Formel 1 bietet mehr sportliche Überraschungen denn je, und das spricht für diese Weltmeisterschaftssaison.'

    SID: `Es sind noch fünf Rennen zu fahren. Welches Saisonziel haben Sie?'

    Haug: `Stets so gut wie möglich abzuschließen, und wenn dies so wie in Ungarn und Valencia gelingt, als wir mit Lewis Hamilton Platz eins und Platz zwei belegten, dann kommen wir wieder in die richtige Richtung.'

    SID: `Jenson Button schwächelt, der Titelkampf scheint völlig offen. Wie viele Fahrer haben Sie auf Ihrer WM-Liste, und wer wird letztlich das Rennen machen?'

    Haug: `Jenson Button hat jetzt ein paar Mal nicht den richtigen Platz in der Startaufstellung geschafft. Damit sind gute Resultate in der Regel selbst bei bestem Rennspeed vereitelt. Sein Teamkollege Rubens Barrichello ist Buttons erster Verfolger. Sebastian Vettel muss im Schnitt mindestens vier Punkte pro Rennen auf Button aufholen - nicht unmöglich, aber auch nicht gerade leicht. Vettel muss alle ausstehenden fünf Rennen gewinnen, wobei Button nie mehr als Platz drei schafft, dann klappt s für Sebastian.`

    SID: `Renault muss sich wegen des Unfall-Skandals von Singapur 2008 vor dem World Council des Automobil-Weltverbandes FIA verantworten. Wird in der Formel 1 tatsächlich manipuliert?'

    Haug: `Ich kenne keine Fakten und kann mich zu diesem Thema nicht äußern.'

    SID: `Formel-1-Boss Bernie Ecclestone fürchtet den Ausstieg von Renault und einen enormen Imageschaden. Sehen Sie das auch so?'

    Haug: `Wir müssen den Ausgang der Sitzung des FIA World Councils am 21. September abwarten. Alleine Gerüchte wie diese sind schlimm, und ich vermag mir nicht vorzustellen, dass man ein Rennergebnis absichtlich künstlich beeinflusst.'

    SID: `Sebastian Vettel hat sich vorzeitig langfristig an Red Bull gebunden. Sind Sie traurig darüber, denn Sie hätten ihn ja auch gerne in einem Silberpfeil gesehen?'

    Haug: `Sebastian ist ein toller Kerl, den ich enorm schätze und respektiere. Er hat bestimmt seine Gründe für seine Entscheidung gehabt, und Red Bull ist jede Anerkennung für die erbrachten Leistung zu zollen - Hut ab vor dieser Entwicklung. Aber die Formel 1 ist schnelllebig, und auch drei Vertragsjahre gehen im Renntempo rum.'

    SID: `Nico Rosberg gibt offen zu, dass er in der kommenden Saison für McLaren-Mercedes fahren möchte. Wie groß sind seine Chancen, dass er 2010 im Silberpfeil sitzt?'

    Haug: `All das sind derzeit Spekulationen. Wenn wir soweit sind, werden wir unsere Fahrer-Verpflichtung für das nächste Jahr bzw. die nächsten Jahre bekannt geben.'

    SID: `Er wolle endlich in einem Siegerauto fahren, sagt Rosberg als Begründung für seine Wechselabsichten. Können Sie ihm das bieten?'
    Haug: `Wir erleben 2009 bisher wahrlich nicht unser stärkstes Jahr, haben aber in den letzten vier Rennen mehr Punkte als jede andere Mannschaft gemacht.'

    Norbert Haug im Interview mit Sport BILD

    Norbert Haug im Interview mit Sport BILD

    1. SPORT BILD: Herr Haug, in der Formel 1 hat McLaren-Mercedes keine realistische Chance mehr, den WM-Titel zu verteidigen. Aber Jenson Button führt mit einem Mercedes-Motor in seinem BrawnGP die WM-Wertung an. In der DTM liegt Mercedes drei Rennen vor Schluss hinter Audi zurück, hat aber mehr Läufe gewonnen. Ist es bisher ein gutes Motorsportjahr für Mercedes?
    Norbert Haug: „Die Formel-1-Saison ist spannend und unvorhersehbar mit vielen Überraschungen. Das ist genau das, was der Sport braucht. Wir haben aufgeholt und waren zuletzt wieder aus eigener Kraft siegfähig. Lewis Hamilton hat in Ungarn gewonnen und wurde in Valencia Zweiter. Kein Team holte in den letzten vier Rennen mehr Punkte als Vodafone McLaren Mercedes. Wir arbeiten hart, damit wir 2010 wieder von Anfang um die Spitze mitfahren werden. Und die DTM ist spannend und offen, kein Hersteller hat hier ähnlich viele Rennen und Titel gewonnen wie wir.“

    2. SPORT BILD: Es scheint festzustehen, dass Nico Rosberg im nächsten Jahr für McLaren-Mercedes fahren wird.
    Norbert Haug: „Wir führen natürlich Gespräche und prüfen unsere Optionen. Nico Rosberg bestreitet eine wirklich gute Saison für Williams. Aber Spekulationen möchte ich sicher keine machen.“

    3. SPORT BILD: Trotzdem wird spekuliert, dass Ihr Einfluss bei der Auswahl der Fahrer für McLaren-Mercedes nun größer ist als zu der Zeit, als noch Ron Dennis Teamchef war.
    Norbert Haug: „Das ist eine Mär, die nicht der Wahrheit entspricht: eine waschechte Fahrerlager-Märchengeschichte, nicht recherchiert und nicht hinterfragt. Unser Einfluss ist exakt so groß wie der von McLaren. Mercedes hält mit 40 Prozent den größten Anteil an McLaren. Auch umstrittene Besetzungen wie Juan Pablo Montoya, Fernando Alonso oder Nigel Mansell - die Fahrer für das Team wurden stets von uns genauso wie von unserem Partner McLaren ausgewählt und ich bin ausdrücklich für Fahrerbesetzungen mitverantwortlich und niemand im Team hat dabei mehr Verantwortung.“

    4. SPORT BILD: Hat es Sie überrascht, dass Sebastian Vettel bereits im August bis 2011 bei Red Bull verlängert hat?
    Norbert Haug: „Er wird seine Gründe gehabt haben. Ich denke, Red Bull wird auch im nächsten Jahr stark und vorne dabei sein.“

    5. SPORT BILD: Dann mit Mercedes-Motoren im Heck?
    Norbert Haug: „Wie gesagt, ich möchte nicht spekulieren.“

    6. SPORT BILD: Mercedes rüstet bereits BrawnGP und Force India mit Kundenmotoren aus, verhandelt zudem mit Red Bull. Ist das ein Indiz dafür, dass Mercedes mittelfristig nur noch als Motorenlieferant auftritt?
    Norbert Haug: „Nein, ganz und gar nicht. Wir haben ein sehr stringentes Kostenmanagement und dabei die Mercedes-Kosten in den letzten Jahren halbiert. Wir haben steigende Sponsoreneinnahmen und sehen uns in einer guten Position. Das Leasing der Formel 1-Motoren ist für uns ein Standbein zur Finanzierung unserer Motorsportaktivitäten.“

    7. SPORT BILD: Ist es eine gute Idee, dass ab der kommenden Saison das Nachtanken nicht mehr erlaubt ist?
    Norbert Haug: „Sicherlich ist das ein effektiver Schritt zur Kostenreduzierung. Man benötigt weniger Personal und muss nicht Tank-Equipment um die Welt fliegen. Bei ansonsten gleichwertigen Autos wird der geringere Spritverbrauch eines Motors und die damit verbundenen Gewichtsunterschiede der Tankmengen Rennen mitentscheiden.“

    8. SPORT BILD: Ferrari möchte in 2010 mit drei Autos fahren.
    Norbert Haug: „Diese Idee ist nicht durchdacht. Vielleicht hat Ferrari daran auch vor allem deshalb Interesse, weil sie derzeit so viele Fahrer unter Vertrag haben.“

    9. SPORT BILD: Wenn Fernando Alonso kommt, dann sind es mit Felipe Massa, Kimi Räikkönen, den Testfahrern Mark Gene, Luca Badoer, Ersatzfahrer Giancarlo Fisichella schon sechs. Plus Michael Schumacher.
    Norbert Haug: „Sieben Fahrer - dann wäre die DTM exakt das richtige für Ferrari.“

    10. SPORT BILD: Apropos DTM. Verlängern Sie den Vertrag mit Ralf Schumacher, obwohl er auch in seinem zweiten Jahr kein Siegkandidat ist?
    Norbert Haug: „Ralf steigert sich kontinuierlich, die Fans und die Medien schätzen ihn enorm. Er hat hier seine Welt gefunden und stark an Authenzität gewonnen. Wenn er weitermacht, wird er den Durchbruch schaffen. Sein Problem ist noch das Qualifying. Sein Renn-Tempo ist schon ziemlich in Ordnung. Ich möchte ihn gerne über das Saisonende hinaus bei uns halten.“

    11. SPORT BILD: Ihr DTM-Rivale Audi ist Titelfavorit. Wäre das auch so, wenn Mercedes ähnlich stark auf Teamorder setzen würde?
    Norbert Haug: „Keine Ahnung, warum unser Wettbewerber der Favorit sein sollte. Ich glaube allerdings, dass im Vergleich von Audi und Mercedes eine unterschiedliche Art des Rennenfahrens festzustellen ist, und dies wird vom interessierten Publikum bemerkt. Keine Marke hat ähnlich viele DTM-Titel und –Siege geholt wie Mercedes-Benz.“

    Es bahnt sich an: Rosberg zu Mercedes

    Es bahnt sich an: Rosberg zu Mercedes
    STUTTGARTER NACHRICHTEN, 09.09.2009

    Laut Medienberichten verdichten sich die Anzeichen dafür, dass in der nächsten Saison mit Noch-Williams-Pilot Nico Rosberg wieder ein deutscher Fahrer im McLaren-Mercedes-Cockpit Platz nimmt. Nach Aussage des Mercedes-Sportverantwortlichen Norbert Haug fahre Rosberg eine starke Saison und sei ein Kandidat, der "bei vielen Teams auf dem Zettel steht, auch bei uns". Der gebürtige Wiesbadener wäre der erste Deutsche im Silberpfeil seit Karl Kling anno 1955. Der Ex-Pilot Marc Surer bringt indes auch den Ex-Champion Kimi Räikkönen bei McLaren-Mercedes ins Gespräch, da die Position des Finnen bei Ferrari ungewiss sei. Dies kommentiert Haug genausowenig wie Spekulationen um die Übernahme des Rennstalls Brawn durch Mercedes.

    Qualifying in Monza: Hamilton erringt McLaren-Pole

    Qualifying in Monza: Hamilton erringt McLaren-Pole

    Lewis Hamilton startet beim Großen Preis von Italien in Monza von der Pole Position. Neben ihm startet Adrian Sutil im Force India aus der ersten Reihe.
    Für wenige Sekunden ging der Force India Traum weiter: Nach der Pole und dem Podium von Spa-Francorchamps lag Adrian Sutil in Monza erneut auf Pole-Kurs. Doch in allerletzter Sekunde schnappte ihm Lewis Hamilton im McLaren Mercedes die Bestzeit weg. Der amtierende Champion startet somit vor dem Deutschen aus der ersten Reihe.

    Dahinter steht Belgien-Sieger Kimi Räikkönen beim Ferrari-Heimspiel auf Startplatz 3. Neben ihm bezieht sein Landsmann Heikki Kovalainen in der zweiten Reihe Position. Sutil steckt also in einem Trio aus KERS-Autos. Der bestplatzierte WM-Anwärter ist Rubens Barrichello im Brawn GP auf Startplatz 5. Neben ihm geht WM-Leader Jenson Button ins Rennen. Sebastian Vettel und Mark Webber stehen nur auf den Plätzen 9 und 10. Tonio Liuzzi fuhr bei seiner F1-Rückkehr im Force India auf Platz 7 - noch vor Doppelweltmeister Fernando Alonso auf Platz 8.

    Motorprobleme bei BMW Sauber

    Das zweite Qualifying war für Nick Heidfeld schneller vorbei als ihm lieb war. Der Deutsche rolle mit einem technischen Defekt an seinem BMW Sauber am Streckenrand aus. Wenig später erwischte es auch seinen Teamkollegen Robert Kubica, der seinen F1.09 an anderer Stelle abstellen musste. Bei Heidfeld kam Rauch aus dem Heck des Autos, Kubica klagte im Boxenfunk über Motorprobleme und wurde daraufhin von seinem Ingenieur angewiesen, den Motor auszumachen und das Auto abzustellen.

    "Ich denke, dass es der Motor war", so Heidfeld. "Ich kann es mir nicht erklären, wir hatten dieses Jahr nicht viele technische Probleme. Natürlich ist es sehr ärgerlich, das Auto war ganz konkurrenzfähig. Im 3. Training war ich Dritter, wir hätten also Chancen gehabt, ein paar Punkte einzufahren." Neben Heidfeld und Kubica schieden im Q2 auch Jarno Trulli, Romain Grosjean und Giancarlo Fisichella aus.

    Fisichella war mit seinem Qualifyingdebüt für Ferrari zufrieden. "Es war ganz gut", sagte er. "Gestern war mein erster Tag im Ferrari, eine harte Geschichte. Das Auto ist ganz anders, ich musste meinen Fahrstil anpassen." Sein Hauptproblem war ein Unfall in der Parabolica im 3. Training. "Danach konnte ich nicht mehr am Setup arbeiten. Es war eine anständige Qualifyingrunde, im Rennen wird es sicher noch besser laufen."

    Gleich für zwei Deutsche und einen Schweizer war nach der ersten Session Schluss: Timo Glock schied als 16. aus, Nico Rosberg kam nicht über Platz 18 hinaus, damit landete er sogar noch hinter seinem Teamkollegen Kazuki Nakajima. Auch beide Toro Rosso Piloten konnten das Wunder des Vorjahres nicht wiederholen, als Sebastian Vettel den Italien GP von der Pole gewann. Sebastien Buemi und Jaime Alguersuari schieden auf den letzten beiden Plätzen aus.

    Glock kochte derweil, Buemi ihn behinderte. "Er fuhr in der ersten Schikane geradeaus und vor mir wieder auf die Strecke", klagte der Toyota-Mann. "Er war die ganze Runde vor mir und da war es vorbei." Sein Reifen überstand die Runde nicht und Glock schied aus. "Ich habe versucht, etwas Abstand zu halten und es noch einmal anzugehen, aber es war vorbei."

    Nico Rosberg haderte mit seinem Auto. "Es war eine Katastrophe", sagte er. "Das ganze Wochenende war sehr schwierig. Ich bin überhaupt nicht zurecht gekommen." Er habe viel probiert, aber auf der Gerade war sein Auto zu langsam. "Deswegen nahmen wir viel Abtrieb weg, womit ich in den Kurven langsam war. Es war nicht mehr drin."

    Das Qualifying im Überblick
    1. Session
    Zwischenfälle: keine
    ausgeschieden: Glock, Nakajima, Rosberg, Buemi, Alguersuari
    Top-6: Räikkönen, Hamilton, Button, Barrichello, Kovalainen, Vettel
    2. Session
    Zwischenfälle: keine
    ausgeschieden: Trulli, Grosjean, Kubica, Fisichella, Heidfeld
    Top-6: Button, Hamilton, Barrichello, Sutil, Liuzzi, Webber
    3. Session
    Zwischenfälle: keine
    Top-6: Hamilton, Sutil, Räikkönen, Kovalainen, Barrichello, Button

    Crashgate als Prüfung der F1-Integrität

    Head: Crashgate als Prüfung der F1-Integrität: Bei Schuldspruch hart bestrafen

    Für Patrick Head ist klar, sollte Renault bei Crashgate schuldig sein, muss eine harte Strafe folgen. Sonst würde die Integrität der Formel 1 leiden.
    Für Williams-Miteigentümer Patrick Head ist der Fall Crashgate ein Test der Integrität der Formel 1. Renault wird beschuldigt, Nelson Piquet Jr. im Singapur GP 2008 dazu angehalten zu haben, absichtlich zu verunfallen, damit Fernando Alonso gewinnen kann. Am 21. September wird der Fall vor dem World Motor Sport Council verhandelt und Head ist der Ansicht, sollte Renault wirklich schuldig sein, dann müsse die Strafe auch hart ausfallen. Wie er bei seinen Ausführungen in Monza aber betonte, wisse Head nichts darüber, ob Piquet Jr. wirklich absichtlich verunfallt sei oder nicht, er spreche nur hypothetisch.

    Einfach nein sagen

    "Es gab damals viele Gerüchte, aber für mich ist das eine recht außergewöhnliche Situation. Junge Fahrer sind in einer schwierigen Situation, bevor sie sich in der Formel 1 etabliert haben. Aber wenn der junge Nelson gebeten wurde, absichtlich sein Auto zu drehen oder zu verunfallen, dann hätte er meiner Meinung nach ungeachtet der vertraglichen Situation nein sagen sollen. Wenn die Sache wirklich so passiert ist, dann sollten die Verantwortlichen hart zur Verantwortung gezogen werden", meinte Head. Sollte das nicht passieren, würde dem Ansehen der Formel 1 großer Schaden zugefügt. Denn es gebe viele Wege, um die FIA zu hintergehen und sich einen Vorteil zu erschleichen. Sollte sich herausstellen, dass das ständig passiere, würde niemand mehr an der Formel 1 interessiert sein, weil man dem Gesehenen nicht trauen könne.

    "Das gleiche gilt, wenn jemand operative Abläufe genutzt hat, um sich einen Vorteil zu erschleichen, so wie das angedeutet wurde. Da muss streng vorgegangen werden, denn man würde nichts mehr glauben, was man sieht - man könnte auch keinen Artikel mehr schreiben und sagen, dass derjenige, der das Rennen gewonnen hat, tolle Arbeit geleistet hat, denn man müsste annehmen, dass betrogen wurde", betonte Head. So sei der Sport zwar komplex und außen herum gebe es viel Brimborium und Kommerz, aber letztendlich seien die Autos und Motoren nach dem gleichen Reglement entworfen, weswegen man auch ein ehrliches Rennen erwarte, wenn die Ampel ausgeht. Deswegen stimmte Head auch mit Max Mosley überein und meinte, dass die Manipulation eines Rennens schwerer wiege als Betrug, so wie damals im Fall Spygate bei McLaren.

    Anderes Niveau

    Head wusste aber auch, dass wenn nur Aussage gegen Aussage steht, es schwer werden könnte, so harte Strafen zu verhängen. "Ich weiß nicht, welche Informationen vorhanden sind und wie gut die verschiedenen Parteien bei der Befragung abschneiden. Was heraus sticht, ist dieser absichtliche Unfall. In der Vergangenheit passierte es, dass ein Auto ein anderes aufgehalten hat, um dem Teamkollegen zu helfen, was nicht sehr sportlich war. Aber dafür würde man kaum 100 Millionen Dollar Strafe verhängen. Wenn man aber so weit geht und verlangt, dass ein Auto etwas tut, damit das Safety Car herauskommt, ist das ein ganz anderes Niveau", sagte Head. Dennoch findet er es richtig, dass Piquet Jr. von der FIA Immunität eingeräumt bekommen hat und das Team die Strafe ausfassen würde, wenn es denn schuldig ist.

    Denn Head ist der Ansicht, dass junge Leute unter Druck einfach falsche Entscheidungen treffen, weswegen er 99 Prozent der Schuld jenen Leuten gibt, die ihm den absichtlichen Unfall vorgeschlagen haben - wenn sie das haben. So sei es zwar ein Fehler gewesen, dem Plan zuzustimmen, wenn es denn einen Plan gab, doch gekreuzigt sollte Piquet dafür nicht werden. Dafür verriet Head ein interessantes neues Detail. Ihm soll ein Journalist erzählt haben, dass Piquet bereits 15 Minuten nach dem Singapur-Rennen über die Manipulation gesprochen hat. "Das ist schwierig. Wenn ein Journalist das von einem Fahrer gesagt bekommt, hätte er sagen müssen: 'Stop. Wenn du so weitermachst, muss ich...' Wie gesagt, wir gehen beim Design des Autos so sehr ans Limit wie möglich, aber wir gehen nicht so weit, dass wir rausgeworfen werden, wenn etwas gefunden würde. Ich hoffe, dass nach dem 21. September die FIA die Sache ordentlich behandelt hat und ungeachtet der Strafen, die in Paris ausgesprochen werden, man auf den Fall schauen kann und das Urteil der öffentlichen Überprüfung standhält."

    Brundle würde Piquet nicht mehr einstellen

    Brundle würde Piquet nicht mehr einstellen: Absichtlicher Crash ist unverzeihlich

    Nelson Piquet ist durch Crashgate unverpflichtbar geworden, meint Martin Brundle. Autos absichtlich in die Mauer fahren, sei nicht zu verzeihen.
    Für Martin Brundle ist Nelson Piquet Jr. durch die Crashgate-Affäre uneinstellbar geworden. Das liegt nach Meinung des ehemaligen Formel-1-Piloten aber nicht daran, dass er seinen Ex-Arbeitgeber angeschwärzt hat, sondern daran, dass er bei dem angeblichen Plan mitgemacht hat, in Singapur 2008 absichtlich zu verunfallen, um einen Einsatz des Safety Cars nötig zu machen, der Fernando Alonso hilft. "Piquet Jr. ist nicht mehr einstellbar. Ein Fahrer, der willentlich und absichtlich sein Auto verunfallt? Unverzeihlich", meinte Brundle in der Times.

    Dass Piquet bei der Sache nur mitgemacht haben soll, weil er um einen neuen Vertrag zitterte, sah Brundle als keinen triftigen Grund. "Wenn man den ganzen Winter wartet, um Tage vor dem ersten Grand Prix einen Race-by-Race-Vertrag zu unterschreiben - das ist Stress, aber es ist immer noch nicht genug, um ein Auto absichtlich zu crashen", betonte der Brite, der 1994 einen Race-by-Race-Vertrag bei McLaren hatte.

    Zweifel an der Schuld Piquets und Renaults hatte Brundle ohnehin keine. "Bei einem Gespräch mit ein paar bedeutenden Leuten hat Niki Lauda gefragt: 'Glaubst du, dass es ein absichtlicher Crash war?' und ich habe instinktiv geantwortet: 'Ja.' Er meinte dann: 'Ich stimme vollkommen zu.'"

    Briatore muss um seinen Job bangen

    Crashgate: Briatore muss um seinen Job bangen: Prost könnte Briatore ersetzen
    Sollte sich Crashgate als wahr herausstellen, dann wird Flavio Briatore wohl gehen müssen. Alain Prost gilt als heißer Kandidat für den Posten als Teamchef.
    Flavio Briatore ist sich sehr sicher, dass er und Renault siegreich aus der Crashgate-Affäre hervorgehen werden. Sollte er sich irren, dann würden im Team wohl Köpfe rollen - seiner als Erster. Durch die Betrugsvorwürfe erlitt der französische Autokonzern zuletzt einen erheblichen Imageschaden. Briatore selbst wurde aus diesem Grund von Renault-CEO Carlo Ghosn nach Paris zitiert und zu der Singapur-Affäre verhört.

    Laut unbekannten Quellen soll es Briatore allerdings gelungen sein, Ghosn vorerst davon zu überzeugen, dass Piquet keine zuverlässige Quelle ist und die Betrugsvorwürfe frei erfunden sind. Doch sollten bei der FIA-Weltratsitzung am 21. September weitere Indizien oder Geständnisse den Vorwurf des abgekarteten Spiels erhärten, dann wird Renault jede Beteiligung an der Affäre von sich weisen und Briatore hochkant hinauswerfen.

    Nachfolger schon gefunden?

    Mit David Richards und dem früheren BAR-Teamchef Craig Pollock sollen sich bereits zwei Kandidaten für den Posten gemeldet haben. Im Fahrerlager wird allerdings ein anderer als Briatore-Nachfolger gehandelt: Alain Prost. Der vierfache F1-Weltmeister gilt laut auto, motor und sport als Wunschkandidat von Renault und hat bereits Erfahrung als Teamchef. Von 1997 bis 2001 startete er mit seinem eigenen Rennstall in der Königsklasse.

    Flavio Briatore muss jetzt hoffen, dass er am 21. September von jeder Schuld frei gesprochen wird. Entscheidend wird die Aussage von Chefingenieur Pat Symonds sein. Der Engländer hatte bei der ersten Vernehmung in Spa die Aussage mit dem Hinweis verweigert, dass er nicht lügen wolle. Das hat man auch bei Renault registriert.

    Italien GP: Barrichello gewinnt, Hamilton fliegt ab

    Italien GP: Barrichello gewinnt, Hamilton fliegt ab

    Rubens Barrichello knabberte mit seinem zweiten Saisonsieg in Monza weitere zwei Zähler am Vorsprung von WM-Leader Jenson Button ab.
    Die beiden McLaren Mercedes von Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen schienen vor dem Großen Preis von Italien in Monza die Favoriten zu sein. Hamilton stand mit einer Zweistoppstrategie auf der Pole Position, Kovalainen mit einer Einstoppstrategie auf Startplatz 4. Beides ideale Ausgangspositionen für die jeweilige Taktik. Doch die finnischen Träume lösten sich bereits am Start auf. Kovalainen fiel schnell zurück und spielte im weiteren Verlauf keine Rolle im Kampf um den Sieg oder die Podestplätze.

    Stattdessen entpuppten sich bald die Brawn GP von Rubens Barrichello und Jenson Button als die härtesten Gegner von Hamilton im Kampf um den Sieg. Und tatsächlich: Die von den Plätzen 5 und 6 gestarteten Brawn-Piloten fanden sich nach ihrem Stopp an der Spitze wieder und blieben auch nach Hamiltons zweitem Stopp vorne - in der gleichen Reihenfolge wie im Qualifying: Barrichello vor WM-Spitzenreiter Button. In den Schlussrunden holte Hamilton zwar noch einmal auf Button auf, kam jedoch nicht mehr an ihm vorbei.

    In der letzten Runde verlor Hamilton dann die Kontrolle über den McLaren auf einem Randstein und drehte sich in die Leitplanke. So stand mit Kimi Räikkönen doch noch ein Ferrari-Pilot auf dem Podium beim Heimspiel der Scuderia in Monza. Das Rennen wurde unter Safety Car Bedingungen beendet. In der Fahrer-WM führt Button nun mit 14 Punkten Vorsprung auf Barrichello. Sebastian Vettel erbte durch den Hamilton-Unfall einen Punkt als Achter, verlor aber viel Boden in der WM.

    Die meiste Action gab es am Start: Kimi Räikkönen attackierte Pole-Mann Lewis Hamilton außen herum, kam dabei aber leicht auf das Gras, so dass Hamilton als Erster in die erste Schikane einbog. Für Räikkönen reichte es trotzdem, um sich gegen den KERS-losen Force India von Adrian Sutil durchzusetzen und als Zweiter in die Schikane einzubiegen. Dahinter setzte sich Rubens Barrichello gegen Heikki Kovalainen durch, der in der Folge auch von Jenson Button überholt wurde.

    Die Teile flogen in der zweiten Schikane: Robert Kubica beschädigte sich seinen Frontflügel am Auto von Mark Webber, der noch mehr Pech hatte und im Aus landete. Kubica wurde danach von der Rennleitung mit der schwarz-orangenen Flagge belegt, um ein flatterndes Teil an seinem Frontflügel zu entfernen. Der folgende Boxenstopp warf ihn weit zurück, so dass er bald endgültig aufgab. Ebenfalls früh Probleme gab es bei Nico Rosberg, der einen unplanmäßigen Boxenstopp einlegte und so ans Ende des Feldes zurückfiel.

    Abgesehen von einigen Überholmanövern entwickelte sich danach ein typisches Monza-Taktikrennen, das Jaime Alguersuari und Tonio Liuzzi nicht beenden durften. Liuzzi lag auf Punktekurs, als das Getriebe in seinem Force India den Geist aufgab. Trotzdem hinterließ er bei seinem F1-Comeback als Ersatz für Giancarlo Fisichella einen guten Eindruck. Besagter Fisichella kam im Ferrari noch nicht ganz so gut zurecht und belegte nur Platz 9.

    Besser lief es für Kimi Räikkönen, der dank des Hamilton-Crash erneut auf dem Podium landete. Zuvor musste er sich bis ins Ziel gegen Adrian Sutil zur Wehr setzen. Die Entscheidung fiel beim letzten Boxenstopp: Räikkönen verlor Zeit, weil er nicht so früh losfahren wollte, Sutil kam jedoch zu schnell herein und fuhr einige seiner Mechaniker leicht um, was auch ihn Zeit kostete. So kam der Ferrari vor dem Force India aus der Box.

    Für Sebastian Vettel lief das Rennen überhaupt nicht nach Plan. Der Red Bull Pilot steckte im Mittelfeld fest und kam hinter Nick Heidfeld auf dem achten Platz ins Ziel. Gegen Ende gab es noch einmal alles, rodelte sogar einmal durchs Kiesbett, hatte aber keine Chance, den BMW Sauber seines Landsmanns einzuholen. Die Punkteränge hinter den Podestbesuchern Barrichello, Button und Räikkönen belegten Sutil, Fernando Alonso, Heikki Kovalainen, Heidfeld und Vettel.

    Grand Prix von Italien

    Grand Prix von Italien

    - Lewis Hamilton verliert Podiumsplatz in letzter Runde
    Unfall an dritter Stelle liegend, rund drei Kilometer vor dem Ziel

    - Heikki Kovalainen Sechster

    - Doppelsieg für die Brawn Mercedes Fahrer Rubens Barrichello vor Jenson Button

    Lewis Hamilton, von der Pole Position gestartet, führte beim Grand Prix von Italien in Monza 20 von 53 Runden und lag eingangs der letzten Runde auf dem sicheren dritten Platz, als er sich drehte, in die Streckenbegrenzung prallte und ausfiel. Sein Teamkollege Heikki Kovalainen wurde Sechster.


    Nach 306,720 Kilometer holte Rubens Barrichello seinen zweiten Saisonsieg vor seinem Brawn Mercedes Teamkollegen Jenson Button. Adrian Sutil im Force India Mercedes wurde Vierter; damit lagen vier Autos mit dem Mercedes-Benz Formel-1-Motor FO 108W auf den ersten sechs Plätzen. Button führt nach 13 von 17 Rennen in der Fahrerwertung mit 80 Zählern vor Barrichello mit 66 Punkten. Lewis liegt mit 27 Zählern auf Rang sieben, Heikki ist Zehnter mit 20 Zählern. In der Konstrukteurs-WM liegt Vodafone McLaren Mercedes mit jetzt 47 Zählern auf Rang vier.

    Der Start
    Lewis startete von der 15. Pole Position seiner Formel 1-Karriere; für ihn hatte das Team zwei Stopps geplant und er fuhr mit der weicheren Reifenmischung (option) los. Heikki nahm das Rennen vom vierten Startplatz auf, er startete mit mehr Kraftstoff an Bord für nur einen Boxenhalt; der Finne hatte die härteren Reifen (prime) gewählt. Insgesamt standen sechs Autos mit Mercedes-Motor auf den ersten sieben Startplätzen. Lewis bog als Erster in die erste Schikane und kam als Führender mit 1,2 Sekunden vor Kimi Räikkönen (Ferrari) aus der ersten Runde zurück. Heikki verlor mit dem schwereren Auto drei Positionen und war Siebter.
    Das Rennen
    Runde 4: Heikki wurde von Fernando Alonso (Renault) überholt und fiel auf Platz acht zurück.
    Runde 10: Lewis, der in fünf der ersten zehn Runden Bestzeit gefahren war, führte 5,2 Sekunden vor Räikkönen. Eine halbe Sekunde dahinter folgte Adrian Sutil im Force India Mercedes. Heikki war Achter.
    Runde 15: Als Führender kam Lewis zum ersten Routinehalt an die Box; er wechselte auf die härteren Reifen und nahm das Rennen nach 7,8 Sekunden Standzeit als Fünfter wieder auf.
    Runde 19: Nach den Boxenstopps von Sutil (Runde 17) und Räikkönen (Runde 19), die beide ebenfalls zwei Stopps geplant hatten, war Lewis Dritter hinter den Brawn Mercedes von Rubens Barrichello und Jenson Button.
    Runde 23: Heikki verbesserte sich auf Platz sieben.
    Runde 27: Der Finne fuhr zu seinem einzigen Stopp an die Box, wechselte auf die weichere Reifenmischung und fuhr nach 10,0 Sekunden als Elfter wieder auf die Strecke.
    Runde 28/29: Barrichello und Button legten ihre jeweils einzigen Stopps ein; Lewis übernahm die Führung.
    Runde 34: Zweiter Boxenstopp von Lewis Hamilton. Er wählte wieder die härteren Reifen, stand 7,7 Sekunden und nahm das Rennen als Fünfter wieder auf.
    Runde 35: Kazuki Nakajima (Williams Toyota) und Jarno Trulli (Toyota) fuhren an die Box; Heikki war Siebter.
    Runde 37: Räikkönen und Sutil legten gleichzeitig ihre jeweils zweiten Stopps ein; Lewis war jetzt Dritter hinter Barrichello und Button und holte auf.
    Runde 53: Lewis Hamilton kam zu weit auf die Kerbs, drehte sich und prallte in die Streckenbegrenzung; er fiel aus.
    Ziel (Runde 53): Nach Lewis‘ Ausfall wurde Heikki Sechster; die Brawn Mercedes Fahrer Rubens Barrichello und Jenson Button feierten ihren vierten Doppelsieg der Saison.
    Statistik
    Autos mit Mercedes-Benz Motor gewannen neun der bisherigen 13 Saisonrennen, Jenson Button siegte sechsmal, sein Brawn GP Teamkollege Rubens Barrichello zweimal und Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Lewis Hamilton einmal.
    Fahrzeuge mit Mercedes-Motor standen in sieben der 13 Rennen auf der Pole Position, dabei holte jedes der drei Teams, die in diesem Jahr mit dem Mercedes-Benz Formel-1-Motor FO 108W ausgerüstet werden, mindestens eine Pole Position: Brawn GP mit Jenson Button vier, Vodafone McLaren Mercedes mit Lewis Hamilton zwei – in Valencia und diesmal in Monza - und Force India mit Giancarlo Fisichella eine.


    Stimmen zum Rennen

    Heikki Kovalainen
    „Ich bin ziemlich enttäuscht. Mein Start war schlecht und ich verlor in der ersten Runde mehrere Plätze. Die härtere Reifenmischung, mit der ich losgefahren war, hatte zudem nicht den Grip, den ich gebraucht hätte um zu attackieren. Nach meinem Boxenstopp, als ich mit den weicheren Reifen fuhr, wurde es besser, aber da war es bereits zu spät, um die Zeit aufzuholen, die ich anfangs verloren hatte.“

    Lewis Hamilton
    „Meine Strategie war nicht optimal und deshalb musste ich attackieren, damit unser Plan mit zwei Boxenstopps aufging. Ich holte jedes erdenkliche Zehntel aus dem Auto heraus und machte keine Fehler – bis zur letzten Runde. Das war unglücklich, aber so etwas passiert, ein Rennunfall eben. Ich gab alles, um näher an Jenson Button heranzukommen und ihn mit Hilfe unseres KERS Hybrid vielleicht noch überholen zu können. Dann brach urplötzlich das Heck aus und ich drehte mich in die Streckenbegrenzung.
    Es tut mir Leid für das Team – alle haben toll gearbeitet. Obwohl wir heute nicht ganz die Schnellsten waren, attackierte ich härter als zuvor und damit kann ich zufrieden sein.“

    Martin Whitmarsh, Vodafone McLaren Mercedes Teamchef
    „Ein enttäuschendes Ergebnis; wir hatten deutlich mehr als Platz sechs und einen Ausfall erwartet. Positiv ist, dass Lewis den heftigen Aufprall unverletzt überstand. Er hat einfach nicht aufgeben wollen und kämpfte bis zum Schluss. Nach seinem zweiten Boxenstopp attackierte er in jeder Runde so hart er eben konnte, fuhr am Limit und wollte unbedingt Jenson Button den zweiten Platz abjagen. Zum Schluss gab er ein klein wenig zuviel und drehte sich ausgangs der ersten Lesmokurve in die Streckenbegrenzung. Zuvor war er im ersten Sektor dieser letzten Runde Bestzeit gefahren.
    So ist das bei einem Fahrer wie Lewis, und von seiner Art gibt es nicht viele. Er gibt in jeder Runde 100 Prozent, ebenso oft gibt er 101 Prozent, und dann kann so ein Abflug passieren. So ist der Motorsport. Lewis ist ein Vollblutracer, und genauso wollen wir ihn haben.
    Klar sind wir angesichts unserer heutigen Punkteausbeute enttäuscht, aber wir freuen uns auch, dass unser Speed im Rennen fast so gut war wie der der Brawn Mercedes und so schnell oder sogar schneller als der Speed aller anderen.
    Jetzt konzentrieren wir uns auf Singapur; dort wollen wir genauso stark sein wie an diesem Wochenende hier in Monza.“

    Norbert Haug, Mercedes-Benz Motorsportchef
    „So geht es leider manchmal im Motorsport. Lewis fuhr ein exzellentes Rennen und hatte den Speed, um um den Sieg zu kämpfen oder einen Podiumsplatz zu holen. Er fuhr an dritter Position, fünf Sekunden hinter dem Führenden und holte permanent auf, als er in der letzten Runde rund drei Kilometer vor der Ziellinie in die Leitplanken knallte.
    Heikki, als Vierter gestartet, wurde Sechster, aber drei Punkte sind sicher nicht die Ausbeute, die sich Vodafone McLaren Mercedes heute erhofft hatte.
    Positiv ist: Wie in Ungarn und Valencia, in zwei der letzten drei Rennen, hatte Lewis den Speed, um um den Sieg zu fahren und auf dieser Basis wollen wir bei den letzten vier Saisonrennen weiter aufbauen und uns fortlaufend steigern.
    Glückwunsch an Adrian Sutil zu seinen ersten Formel 1-Punkten; er fuhr ein starkes Rennen auf Platz vier – er und sein Force India Mercedes Team lieferten hier eine prima Arbeit ab.“

    Nur drei Punkte für McLaren Mercedes

    Nur drei Punkte für McLaren Mercedes: Frust bei Hamilton & Kovalainen

    Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen hatten in Monza alle Chancen auf den Sieg. Der Traum von Kovalainen platzte am Start, der von Hamilton in Runde 52.
    Nach dem Qualifying schienen Lewis Hamilton (Pole Position) und Heikki Kovalainen (Startplatz fünf) die besten Karten für den Sieg am Sonntag zu haben. Doch bereits am Start lösten sich die Träume von Kovalainen in Luft auf. Der Finne fiel in den ersten Runden auf den harten Reifen von Platz fünf auf acht zurück und spielte im weiteren Verlauf des Rennens keine Rolle im Kampf um den Sieg oder die Podestplätze.

    "Ich bin sehr enttäuscht. Ich konnte im ersten Stint nicht hart genug pushen, denn ich hatte auf den harten Reifen überhaupt keinen Grip, um attackieren zu können. Als ich auf die weichen Reifen wechselte, war es schon zu spät", erzählte der McLaren Mercedes-Pilot. Kovalainen holte am Ende als Sechster noch drei Punkte, profitierte dabei von dem Ausfall seines Teamkollegen. Bis eine Runde vor Schluss lag Hamilton auf Platz drei, direkt hinter Jenson Button und Rubens Barrichello.

    Ab in die Reifenstapel

    Die Runden davor hatte sich der amtierende Champion bis auf wenige Zehntel an Button herangekämpft, die Aussicht auf Platz zwei war da - bis Hamilton nach der Lesmo-Kurve die Kontrolle über seinen Wagen verlor und in die Reifenstappel knallte. "So etwas kann passieren, Menschen machen Fehler. Ich habe das Heck verloren und bin in die Wand abgebogen", erzählte der Brite. Hamilton war von der Pole gestartet, fiel durch seine Zwei-Stopp-Strategie auf Platz drei zurück.

    "Wir hatten heute nicht den Speed. Ich habe alles versucht, um die Brawns zu schnappen und zu gewinnen. Das Auto war gut, aber nicht gut genug", erzählte der 24-Jährige. McLaren Mercedes-Teamchef Martin Whitmarsh versuchte den Unfall locker zu nehmen. "Das liegt nun einmal in der Natur eines Fahrers wie Lewis und es gibt nicht viele wie ihn. Wenn man jede Runde 100 Prozent gibt und das immer wieder, dann passiert es, dass man einmal 101 Prozent gibt und ausfällt. Das ist Racing und Lewis ist ein echter Racer und wir würden ihn nicht ändern wollen", erklärte Whitmarsh.