Interessantes zu Formel 1 im Jahr 2009

    Formel 1 fährt bis 2018 in Hockenheim

    Formel 1 fährt bis 2018 in Hockenheim

    - Ecclestone macht Zugeständnisse
    - Haug happy: Weiter auf der Weltkarte

    Pressestimme vom Sport-Informations-Dienst (SID)

    Hockenheim (SID) - Erst drohte die Vollbremsung, jetzt aber steht die Startampel für die Formel 1 auf dem Hockenheimring sogar bis 2018 auf Grün. Nach monatelangen extrem schwierigen Verhandlungen gaben die Verantwortlichen am Mittwoch sichtlich erleichtert die spektakuläre Vertragsverlängerung bekannt.
    Bis zuletzt war das Rennen wegen eines befürchteten Verlustes in Höhe von etwa sechs Millionen Euro stark gefährdet. Der Deutschland-Grand-Prix ist bereits in den WM-Kalender aufgenommen worden und soll am 25. Juli 2010 als 11. WM-Lauf stattfinden. 2011 ist gemäß der vereinbarten Rotation wieder der einstige Rivale Nürburgring Schauplatz des deutschen Formel-1-Rennens.
    Die Freude über die gute Nachricht war auch beim ab kommender Saison einzigen deutschen Automobilhersteller in der Königsklasse groß. `Was lange währt, wird endlich gut', sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug dem SID in Suzuka, wo am Sonntag der Große Preis von Japan stattfindet.
    Für Mercedes-Benz ist Hockenheim wegen der geringen Entfernung zum Stammwerk seit jeher das Formel-1-Heimrennen. Das Zusammenspiel zwischen der Stadt Hockenheim, Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone und der baden-württembergischen Landesregierung habe laut Haug letztlich den gewünschten Erfolg gebracht: `Deutschland bleibt dadurch alljährlich auf der Formel-1-Weltkarte.'
    Noch im Juni schienen die Lichter in Hockenheim auszugehen. Da hatte nämlich der Gemeinderat der Stadt einstimmig beschlossen, den Ausstieg aus dem Vertrag zur Formel 1 zu vereinbaren. Die Stadt Hockenheim ist zu 94 Prozent an der Hockenheimring GmbH und damit auch allen auftretenden Verlusten beteiligt.
    Danach hatte Ecclestone einen neuen Rettungsplan für das Rennen in Hockenheim vorgelegt. Der Brite hatte dabei Bereitschaft gezeigt, beim Antrittsgeld Zugeständnisse zu machen. Dafür sollen mögliche Gewinne geteilt werden. Hockenheim braucht rund 60.000 Zuschauer, um mit dem deutschen Grand Prix aus der Verlustzone zu fahren.

    Massa: Singapur 2008 gehört annulliert: Den Titel geklaut

    Massa: Singapur 2008 gehört annulliert: Den Titel geklaut

    Felipe Massa glaubt, dass ihn der absichtliche Unfall von Nelson Piquet Jr. in Singapur 2008 den WM-Titel gekostet hat.
    Für wenige Sekunden war Felipe Massa Formel-1-Weltmeister 2008. Dann schlug Lewis Hamilton zu und schnappte ihm in einem packenden Saisonfinale den Titel vor der Nase weg. Nach den Enthüllungen im Singapur-Skandal rund um Nelsinho Piquets absichtlichen Unfall soll Massa nun gefordert haben, dass das Ergebnis des Singapur GP 2008 annulliert gehöre.

    "Es war Raub - aber es wurde nichts dagegen unternommen, das Rennergebnis ist unverändert", wird er vom brasilianischen Fernsehsender Globo auf dessen Website zitiert. "Der Raub hat das Ergebnis der WM verändert und ich habe den Titel verloren." Hamilton wurde in Singapur 2008 Dritter hinter Alonso und Nico Rosberg. Massa belegte nach einem verpatzten Boxenstopp nach dem Piquet-Crash den 13. Rang. Bei einer Streichung des Singapur-Ergebnisses wäre Massa Weltmeister.

    Am Ende holte Hamilton den Titel mit einem Punkt Vorsprung. "Wenn im Fußball ein Schiedsrichter bestochen wird, werden alle betroffenen Ergebnisse annulliert. In Italien gab es einen Zwangsabstieg für Juventus. Aber sie haben nur Flavio Briatore bestraft. Ich verstehe das nicht und ich glaube nicht, dass es richtig war."

    Für Piquet hat Massa kein Mitleid übrig. "Nelsinho wusste, dass er gefeuert werden würde. Dass er den Fehler zugegeben hat, ist gut, weil er die Wahrheit gesagt hat. Aber er hätte nicht so lange damit warten dürfen. Er hat es nicht gemacht, weil er gefeuert wurde - das ist nicht nett." Wenn er Teamchef wäre, würde Massa seinen Landsmann wohl nicht mehr einstellen. "Ich müsste sehr lange darüber nachdenken und könnte es wohl nicht machen."

    Button fühlt sich nicht anders: Spannendes Qualifying

    Button fühlt sich nicht anders: Spannendes Qualifying

    Jenson Button möchte noch nicht an einen vorzeitigen Titelgewinn denken. Zunächst freut er sich auf ein spannendes Qualifying in Suzuka.
    Eigentlich sollte Jenson Button jedes Risiko meiden, sicher seine Punkte nach Hause fahren und vielleicht schon am Sonntag die Weltmeisterkrone erhalten. Doch die wechselhaften Wetterbedingungen und die geliebte Strecke in Suzuka haben den Spieler in Button geweckt.

    "Viele Fahrer haben hier wenig Erfahrung in einem F1-Auto - das ist gut. Es macht es spannend", sagt er. Sollte das Qualifying die erste trockene Session des Wochenendes sein, würde es noch spannender werden. "Man muss hoffen, dass man eine gute Balance findet."

    Abgesehen von der Spannung und dem Spaß weiß Button natürlich, dass ein gut vorbereitetes, normales Qualifying für ihn in seiner Situation besser wäre. "Aber es ist trotzdem spannend, denn es ist immer klasse in Suzuka mit Trockenreifen zu fahren."

    Qualifying : Vettel holt Suzuka-Pole

    Qualifying : Vettel holt Suzuka-Pole

    Die Bilanz des Qualifyings in Suzuka: Vier Unfälle, drei Abbrüche, ein Pilot im Krankenhaus, viel Schrott und Sebastian Vettel auf der Pole Position.
    Zwei Deutsche spielten die Hauptrolle im Qualifying in Suzuka: Sebastian Vettel war der Glücklich. Er fuhr auf die Pole Position für das Rennen am Sonntag. Timo Glock war der Pechvogel. Er hatte im zweiten Qualifyingabschnitt einen heftigen Unfall und musste mit einer Beinverletzung und Rückenbeschwerden ins Krankenhaus geflogen werden. Davon abgesehen geht es dem Toyota-Piloten den Umständen entsprechend gut.

    Neben Vettel geht Glocks Teamkollege Jarno Trulli von Startplatz 2 in das Toyota-Heimspiel. Aus Reihe 2 starten die ehemaligen F3-Teamkollegen Lewis Hamilton und Adrian Sutil. Der beste Brawn GP-Pilot ist Rubens Barrichello auf Position 5 - vor Nick Heidfeld, Jenson Button und Kimi Räikkönen.

    Nach drei Unfällen und zwei Unterbrechungen in der zweiten Qualifyingsession begann auch Session drei mit einem Unfall: Heikki Kovalainen verlor in Degner die Kontrolle über seinen McLaren und schlug leicht im Reifenstapel ein. Der Pilot blieb unverletzt. Das Qualifying wurde jedoch zur Bergung seines Silberpfeils zum dritten Mal an diesem Tag unterbrochen

    Unfälle von Glock und Alguersuari

    Gleich zwei Mal musste das zweite Qualifying unterbrochen werden. Zunächst wegen eines Abflugs von Jaime Alguersuari, dann kurz darauf wegen eines Unfalls von Timo Glock. Der gesundheitlich angeschlagene Toyota-Pilot schlug in der Schlusskurve in der Streckenrandbegrenzung ein und bohrte sich in die Reifenstapel.

    Glock wollte zunächst aus eigener Kraft aus dem Auto aussteigen, musste dann aber doch lange geborgen werden, weil er eine offene Wunde an seinem linken Bein davon getragen haben soll. Die Bilder von seinem Auto zeigen auch einen möglichen Chassisriss an der linken Seite, mit der das Auto in den Reifenstapel einschlug. Nach ersten Informationen geht es ihm den Umständen entsprechend gut.

    Beim Abtransport mit dem Krankenwagen ins Medical Centre winkte er bereits den Zuschauern und gab den Daumen nach oben. Danach wurde er mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus in Yokkaichi geflogen, um ihn noch einmal genau zu durchleuchten, weil er auch über Rückenschmerzen klagte.

    Zum ersten Mal erreichte der junge Spanier Jaime Alguersuari das zweite Qualifying. Daran erfreuen durfte er sich nicht lange: Auf seiner ersten Runde in Q2 rutschte er in der Degner-Kurve durchs Kiesbett und fuhr frontal in die Reifenstapel. Das Qualifying wurde sofort unterbrochen, Alguersuari blieb jedoch unverletzt.

    "Man hat speziell an der Stelle viel Speed und muss mit viel Selbstvertrauen rein", erklärt Alguersuari. "Dann kommt Kurve neun, da will man weiterpushen und dann geht der Platz aus. Ich war zu schnell mit neuen Reifen und habe mich auf dem Gras gedreht. Dann hatte ich keine Chance mehr."

    In den Schlusssekunden des Q2 schlug auch der zweite Toro Rosso Pilot Sebastien Buemi nach einem Ausritt an der Leitplanke an und beschädigte sich sein Auto. Der Mitte Fahrbahn liegende Frontflügel des STR-Boliden löste eine Gelbphase aus, die die letzten Runden einiger Fahrer behinderte. So scheiterten Nico Rosberg und Fernando Alonso im Q2. Rubens Barrichello und Jenson Button hatten sich ihren einzigen Anlauf bis zum Ende aufgespart und fuhren in den Augen von Alonso und Renault zu schnell durch den letzten Sektor mit der Gefahrstelle. Die Rennkommissare werden diesen Vorfall nach dem Qualifying untersuchen.

    Bereits im ersten Qualifying verabschiedeten sich Giancarlo Fisichella, Kazuki Nakajima, Romain Grosjean und Tonio Liuzzi, dem als 19. die Strafversetzung um fünf Plätze wegen eines Getriebewechsels keinen Nachteil mehr bringt.

    Webber: Start aus der Boxengasse

    Gar nicht am Qualifying teilnehmen konnte Mark Webber. Der Australier war im 3. Freien Training am Samstagvormittag in der zweiten Degner-Kurve von der Strecke abgekommen und in die Reifenstapel abgeflogen. Da das Chassis seines Red Bull Boliden irreparabel beschädigt wurde und gewechselt werden muss, wird er das Rennen aus der Boxengasse in Angriff nehmen.

    "Wenn man an die Vorbereitung denkt, die in so einem Wochenende steckt, ist es sehr hart für uns alle, nicht die Chance auf eine vernünftige Startposition zu haben", sagt Webber. "Es war kein schlimmer Unfall, aber das Chassis wurde zu stark beschädigt. Es gibt heute keine Ersatzautos mehr und das ist die Folge davon. Schade."

    Das Qualifying im Überblick
    1. Session
    Zwischenfälle: Dreher Buemi, Dreher Kovalainen
    ausgeschieden: Fisichella, Nakajima, Grosjean, Liuzzi
    Top-6: Vettel, Hamilton, Button, Trulli, Buemi, Räikkönen
    2. Session
    Zwischenfälle: Unfall Alguersuari, Unfall Glock, Unfall Buemi
    ausgeschieden: Rosberg, Alonso, Kubica, Glock, Alguersuari
    Top-6: Vettel, Hamilton, Trulli, Button, Räikkönen, Barrichello
    3. Session
    Zwischenfälle: Abflug Kovalainen
    Top-6: Vettel, Trulli, Hamilton, Sutil, Barrichello, Heidfeld

    Japan GP: Vettel gewinnt

    Japan GP: Vettel gewinnt

    Sebastian Vettel gewann den Großen Preis von Japan in Suzuka. Seine WM-Konkurrenten Rubens Barrichello und Jenson Button wurden 7. und 8.
    Nur eine Woche nach der Durchfahrtsstrafe von Singapur rückte Sebastian Vettel das Ergebnis wieder in seinem Sinne zurecht: Sieg bei der Rückkehr der Formel 1 auf die Fahrerstrecke in Suzuka. Der Red Bull Pilot fuhr von der Pole Position zu einem überlegenen Sieg, den selbst eine Safety Car Phase in den Schlussrunden nicht gefährden konnte.

    Hinter Vettel belegten Jarno Trulli und Lewis Hamilton die Podestplätze. Kimi Räikkönen kam vor Nico Rosberg und Nick Heidfeld als Vierter ins Ziel. Die letzten beiden Punkteränge gingen an die zwei WM-Führenden in umgekehrter Reihenfolge: Rubens Barrichello vor Jenson Button. Barrichello machte damit genau einen Zähler auf seinen Teamkollegen gut, der nun mit 85:71 Punkten vor den letzten beiden Rennen führt. Vettel liegt mit 69 Punkten dahinter auf Rang 3. Bei den letzten zwei Rennen gibt es maximal noch 20 Punkte zu holen. Vettels Chancen bleiben also weiter minimal.

    Ein bisschen Action

    In einem von der Taktik und Überholfeindlichkeit der Strecke geprägten Rennen gab es drei spannende Situationen. Die erste hatten Adrian Sutil und Heikki Kovalainen in der letzten Schikane. Sutil griff innen an, Kovalainen gab nicht nach und die beiden berührten sich. Sutil legte einen Dreher hin und Button sagte beiden danke.

    Auch an der zweiten Berührung war Kovalainen beteiligt: Der Finne fuhr knapp hinter Giancarlo Fisichella aus der Box, beschleunigte aber schneller und ging in der Ausfahrt am Ferrari vorbei. Fisichella zog jedoch rüber und die beiden berührten sich leicht - beide konnten jedoch einen Abflug verhindern.

    Den schlimmsten Unfall hatte Jaime Alguersuari, der seinen Toro Rosso wenige Runden vor Rennende auf dem Randstein verlor und gegenüber in die Reifenstapel krachte. Um sein Auto zu bergen, wurde das Safety Car auf die Strecke geschickt. Der Spanier stieg zunächst aus eigener Kraft aus dem Wrack aus, wurde danach aber zur Vorsicht mit dem Krankenwagen ins Medical Centre gebracht.

    Keine Strafe für Rosberg: Suzuka-Ergebnis bleibt bestehen

    Keine Strafe für Rosberg: Suzuka-Ergebnis bleibt bestehen

    Nico Rosberg wird in Suzuka nicht bestraft und behält damit Platz fünf. Jenson Button und Rubens Barrichello rücken nicht auf.
    Nico Rosberg hat nach dem Rennen von Suzuka keine Strafe erhalten und behält damit seinen fünften Platz. Dem Williams-Piloten war vorgeworfen worden, er hätte in der Safety Car Phase kurz vor Renn-Ende die vorgeschriebenen Minimal-Sektorzeiten unterschritten, um schnell an die Box zu kommen und damit einen Vorteil gewonnen.

    Rosberg hatte bereits direkt nach dem Rennen bestritten, sich nicht an die Sektor-Vorgaben gehalten zu haben, wobei die Stewards in ihrer Begründung meinten: "Eine Nachricht wegen geringer Benzinmengen auf dem Display hatte die Information zur Delta Zeit überlagert, dadurch konnte der Fahrer der Zeit-Information nicht genau folgen." Dennoch hielten sie auch fest, dass die Telemetrie-Daten zeigten, Rosberg habe vom Sicherheitsstandard her gesehen angemessen auf die Safety Car Boards und die gelben Flaggen reagiert.

    Gegenüber Motorsport-Magazin.com erklärte Christian Danner noch einmal genauer, wie der Ablauf bei Safety Cars aussieht: "Vor einiger Zeit wurde eine so genannte Referenzzeit eingeführt. Das ist ein Speed-Limit auf der Rennstrecke, wenn das Safety Car draußen ist. Der Grund dafür ist, dass nicht alle wie die Verrückten aus der Box raus oder an die Box rein fahren. Diese Vorgabe wird auf dem Display im Auto angezeigt. Man weiß, ob man langsamer machen muss oder nicht. Ich weiß nicht, wo Nico Rosberg seine Zeit gutgemacht hat. Dazu müssen die Daten studiert werden, um im Fall der Fälle eine angemessene Strafe zu finden. Es gibt keine fixe Strafe."

    Grand Prix von Japan

    Grand Prix von Japan
    - Lewis Hamilton Dritter
    - Heikki Kovalainen auf Platz elf

    Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Lewis Hamilton belegte beim Grand Prix von Japan in Suzuka den dritten Platz. Nach 53 Runden (307,573 Kilometer) fuhr er 6,4 Sekunden hinter Sieger Sebastian Vettel (Red Bull Renault) ins Ziel. Lewis‘ Teamkollege Heikki Kovalainen wurde Elfter. Nach 15 von 17 Rennen führt Jenson Button (Brawn Mercedes), heute Achter, in der Fahrerwertung mit 85 Zählern vor seinem Teamkollegen Rubens Barrichello mit 71 Punkten. Lewis ist Sechster mit 43 Zählern auf Rang sechs, Heikki ist Zwölfter mit 22 Punkten. In der Konstrukteurs-WM liegt Vodafone McLaren Mercedes mit 65 Zählern auf Rang vier.

    Der Start
    Lewis nahm das Rennen von Rang drei auf; sein Auto wog 656 Kilogramm und stand auf den weicheren Reifen (option). Heikki startete von Platz elf, nachdem er wegen eines außerplanmäßigen Getriebewechsels um fünf Plätze zurückversetzt worden war. Auch er fuhr mit der weicheren Reifenmischung los; sein Startgewicht betrug 675 Kilogramm. Lewis überholte beim Start Jarno Trulli (Toyota) und übernahm Rang zwei; Heikki kam als Neunter aus Runde eins zurück.

    Das Rennen
    Runde 2: Heikki verbesserte sich nach einem Ausrutscher von Adrian Sutil (Force India Mercedes) auf Rang acht.
    Runde 10: Heikki verteidigte Position acht gegen Sutil und Jenson Button (Brawn Mercedes); die drei lagen innerhalb von 1,5 Sekunden.
    Runde 13: Heikki und Sutil berührten sich beim Zweikampf in der Schikane; Heikki fiel auf Rang neun hinter Button zurück.
    Runde 15: Lewis kam zu seinem ersten Routinestopp an die Box, wechselte auf die härteren Reifen (prime) und fuhr nach 8,9 Sekunden Standzeit als Siebter wieder auf die Strecke.
    Runde 24: Erster Boxenstopp von Heikki; auch er wechselte auf die härtere Reifenmischung und fiel von Rang fünf auf 13 zurück.
    Runde 37: Lewis legte vom zweiten Platz seinen zweiten Stopp ein; er wechselte wieder auf die weicheren Reifen und nahm das Rennen nach 6,6 Sekunden wieder auf; er war jetzt Dritter. An seinem Auto kam es danach zu einem Elektrikproblem, dessen Ursache das Team noch analysieren wird. Dadurch musste Lewis das letzte Renndrittel ohne Unterstützung des KERS Hybrid fahren.
    Runde 39: Heikki kam zum zweiten Routinehalt herein und wechselte auf die weichen Reifen. Bei der Boxenausfahrt fuhr er Seite an Seite mit Giancarlo Fisichella (Ferrari), Heikki setzte sich eingangs der ersten Kurve vor den Italiener.
    Runde 45: Nach einem Unfall von Jaime Alguersuari (Toro Rosso Ferrari) fuhr das Safety Car auf die Strecke; Lewis war zu diesem Zeitpunkt Dritter, Heikki Elfter.
    Runde 50: Das Rennen wurde wieder frei gegeben.
    Ziel (Runde 53): Lewis fuhr als Dritter ins Ziel, Heikki wurde Elfter.
    Statistik
    Fahrzeuge mit Mercedes-Benz Motor gewannen zehn der bisherigen 15 Saisonrennen, Jenson Button siegte sechsmal, sein Brawn GP Teamkollege Rubens Barrichello sowie Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Lewis Hamilton je zweimal.
    Autos mit Mercedes-Motor standen in acht der 15 Rennen auf der Pole Position, dabei holte jedes der drei Teams, die in diesem Jahr mit dem Mercedes-Benz Formel-1-Motor FO 108W ausgerüstet werden, mindestens eine Pole Position: Brawn GP mit Jenson Button vier, Vodafone McLaren Mercedes mit Lewis Hamilton drei – in Valencia, Monza und Singapur - und Force India mit Giancarlo Fisichella eine.

    Stimmen zum Rennen

    Lewis Hamilton
    „Beim Start versuchte ich, sowohl Jarno Trulli als auch Sebastian Vettel zu überholen, aber es gelang mir nicht, die Führung zu übernehmen. Danach hatte ich einen guten Zweikampf mit Jarno, wir fuhren Runden wie im Qualifying und nahmen uns gegenseitig immer wieder ein paar Zehntelsekunden ab. Über die Renndistanz konnte mein Auto mit seinem aber nicht ganz mithalten. Als ich das Rennen nach meinem zweiten Boxenstopp wieder aufnahm, verlor ich etwa eine Sekunde wegen eines Getriebeproblems, so dass ich rund 100 Meter langsam durch die Boxenstraße rollte. Deshalb war es keine Überraschung, dass Jarno mich bei seinem letzten Stopp überholen konnte, denn wir brauchten jedes Zehntel um den Abstand zu halten und das schafften wir nicht ganz. Als wir hinter dem Safety Car fuhren fragte ich die Ingenieure über Funk, ob sich KERS reparieren ließ, um beim Neustart Jarno attackieren zu können, doch das war nicht möglich und ich kam auch nicht nahe genug an ihn heran, um es aus dem Windschatten heraus zu versuchen.“

    Heikki Kovalainen
    „Ich bin etwas enttäuscht über mein Ergebnis, aber ich fuhr absolut am Limit. Uns fehlt in den Hochgeschwindigkeitskurven immer noch etwas Grip und deshalb konnte ich nicht härter attackieren, obwohl ich das vom Start bis ins Ziel versuchte. Als Adrian Sutil mich in der Schikane überholen wollte, schaffte er das nur halb und lenkte dann ein. Ich war bereits auf den Kerbs und konnte nicht ausweichen; deswegen berührten wir uns und er drehte sich. Bei meinem zweiten Boxenstopp gab es ein Problem mit dem rechten Vorderrad, wir verloren etwas Zeit und Giancarlo Fisichella fuhr unmittelbar vor mir wieder los. Ich schaltete den Begrenzer für das Boxengassentempo etwas eher wieder aus, beschleunigte dank KERS sofort und er ließ mir Platz, so dass ich vorbei kam – es sah wohl dramatischer aus als es war.“

    Martin Whitmarsh, Vodafone McLaren Mercedes Teamchef
    „Suzuka ist für Fahrer und Ingenieure eine besonders fordernde Strecke. Deshalb können wir mit dem dritten Platz recht zufrieden sein. Vor allem wenn man bedenkt, wo wir mit unserer Leistungsfähigkeit auf Strecken mit ähnlicher Charakteristik noch vor wenigen Wochen standen.
    Lewis hatte die Hoffnung, Sebastian Vettel bis zur ersten Kurve überholen zu können, doch wir wussten von vornherein, dass das schwierig werden würde. Und so kam es – Sebastian verteidigte Platz eins und war für uns auch im weiteren Verlauf des Rennens nicht zu schlagen.
    Lewis konzentrierte sich deshalb darauf, Platzt zwei gegen Jarno Trulli zu verteidigen. Leider hatte er nach dem zweiten Boxenstopp ein Problem mit KERS, das sich nicht beheben ließ. Er musste deshalb seinen Fahrstil daran anpassen, denn auch die Bremsbalance änderte sich durch den KERS-Ausfall. Er machte dabei einen fantastischen Job und hielt Kimi Räikkönen bis zur Zielflagge hinter sich.
    Heikki wurde in der Startaufstellung wegen des außerplanmäßigen Getriebewechsels um fünf Positionen zurück versetzt und gab alles, um sich von Startplatz elf zu verbessern. Doch Überholen ist in Suzuka ziemlich schwierig. Heikki ist enttäuscht, dass er nicht über Platz elf hinaus kam – aber er freut sich auch schon auf das nächste Rennen in Brasilien.
    Wir reisen nach Interlagos mit der Zielsetzung, dort so viele Punkte wie möglich zu holen, denn wir wollen die Konstrukteurs-WM auf Platz drei beenden.“

    Norbert Haug, Mercedes-Benz Motorsportchef
    „Erneut ein gutes Rennen von Lewis und 16 Punkte für ihn und das Team innerhalb von acht Tagen mit seinem Sieg in Singapur und dem dritten Platz hier in Suzuka.
    Nach seinem zweiten Boxenstopp gab es an seinem KERS Hybrid vermutlich ein Problem mit der Isolierung, wir untersuchen noch den Grund dafür. Das System schaltete sich deshalb wie vorgesehen selbst ab und Lewis musste nach seinem zweiten Boxenstopp ohne KERS-Unterstützung fahren. Ohne KERS fehlte dann Zusatzleistung und die Bremsbalance war beeinträchtigt.
    Aber auch mit diesem Handicap war Lewis sehr gut unterwegs und verteidigte beim Neustart nach der Safety Car Phase Platz drei gegen Kimi.
    Heikkis Rennen wurde durch den Start von Platz elf beeinträchtigt; die Folge seiner Bestrafung wegen des Getriebewechsels, der durch seinen Crash im Qualifying nötig geworden war.
    Vodafone McLaren Mercedes holte in den letzten sechs Rennen seit Lewis‘ Sieg im Grand Prix von Ungarn Ende Juli 51 Punkte – mehr als jedes andere Team in diesem Zeitraum.
    Ich danke jedem in unserer Mannschaft in Woking, Brixworth und Stuttgart für die geleistete harte Arbeit, durch die wir uns nach der schlechten ersten Saisonhälfte, in der wir in neun Rennen 14 Punkte holten, deutlich steigerten. In den letzten sechs Rennen holten wir 51 Zähler – das fühlt sich auf jeden Fall besser an.
    Glückwunsch an Sebastian und Red Bull zu ihrem großartigen Sieg heute – dieses Ergebnis hält den Ausgang der Weltmeisterschaft offen.“

    Opfer von Crashgate

    Piquet: Keiner wurde so hart bestraft wie ich: Opfer von Crashgate

    Nelson Piquet Jr. fuhr in Singapur 2008 absichtlich in die Mauer. Der Brasilianer sieht sich selbst als größtes Opfer des Crashgate-Skandals.
    Nelson Piquet Jr. hat im Gegensatz zu Flavio Briatore und Pat Symonds kein Fahrerlagerverbot erhalten. Trotzdem ist fraglich, ob der Brasilianer jemals wieder als Rennfahrer durch das Drehkreuz schreiten wird. Er selbst fühlt sich deshalb ungerecht behandelt.

    "Einige Leute haben gesagt, dass ich von der FIA hätte bestraft werden müssen, aber tatsächlich wurde ich mehr bestraft als alle anderen", sagte Piquet der Times. "Ich stehe am Anfang meiner Karriere, anders als andere, die in diesem Fall bestraft wurden. Ich muss jetzt viele Hindernisse überwinden und meine Karriere mehr oder weniger bei Null beginnen."

    Der Entscheidung, einen absichtlichen Unfall zu verursachen, stimmte er spontan zu. "Es ging alles so schnell, ich hatte gar keine Zeit, über die Konsequenzen nachzudenken." So sei ihm der Vorschlag erst wenige Stunden vor dem Rennen unterbreitet worden. "Ich hatte keine Zeit, genau darüber nachzudenken. Wenn man den Vorschlag während des Freien Trainings gemacht hätte, hätte ich mehr Zeit gehabt."

    Als Hauptschuldigen nennt er immer noch seinen ehemaligen Manager Flavio Briatore. "Weil Renault nicht erfolgreich war, hat er all seine Unzufriedenheit an mir ausgelassen", so Piquet. "Andere Rookies wurden nie so hart behandelt wie ich. Der Ergebnisdruck ist normal, aber die mentale Schikanierung ist etwas anderes."

    16. Brasilien GP / Autodromo José Carlos Pace

    16. Brasilien GP / Autodromo José Carlos Pace

    Brasilien: Saisonshowdown zwischen den Seen
    Im Samba-Takt über die Rüttelpiste: Obwohl das Autodromo Carlos Pace zu einem Großteil völlig neu asphaltiert wurde, verdient sich die Strecke ihren Beinamen "Waschbrett-Kurs" nach wie vor. Auf dem welligen Belag der 4,309 Kilometer langen Strecke werden die Formel 1-Boliden und ihre Fahrer kräftig durchgeschüttelt.

    Der "Waschbrett-Kurs" von Interlagos verlangt aber nicht nur den Fahrern alles ab: Auch die Reifen benötigen eine hohe Leistungsfähigkeit um auf dem rauen Asphalt das Rennen durchzustehen.

    Ein besonderes Kennzeichen der Grand Prix Strecke von Interlagos ist das Faktum, dass sie zusammen mit dem 'Autodromo Enzo e Dino Ferrari' in Imola sowie dem neuen GP-Kurs in der Türkei die einzige Strecke im aktuellen F1-Kalender ist, welche entgegen dem Uhrzeigersinn gefahren wird, weshalb sich einige Fahrer mit zusätzlichem Training der Nackenmuskulatur auf dieses schwere Rennen vorbereiten.

    In puncto Fahrzeugabstimmung müssen auch die Ingenieure hohe Ansprüche erfüllen. Dafür sorgt neben dem welligen Streckenbelag zum Beispiel das Streckenlayout, das mit seinen langen Geraden und den vielen langsamen bis mittelschnellen Kurven gute Überholmöglichkeiten bietet. Gerade in den Biegungen vor den Geraden benötigen die Autos eine gute Fahrzeugbalance.

    Zudem weist die Strecke nur ein verhältnismäßig niedriges Grip-Niveau auf. Besondere Würze erhält die Suche nach dem optimalen Setup schließlich durch das teilweise unberechenbare brasilianische Wetter.
    Bilder
    • f1_br_2008.gif

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    Vorschau: Grand Prix von Brasilien

    Vorschau: Grand Prix von Brasilien

    Lewis Hamilton:
    „Ich freue mich auf den Grand Prix von Brasilien – erstmals komme ich ohne den Druck eines WM-Titelkampfes nach Sao Paulo. Ich werde deshalb ein bisschen mehr von der Stadt sehen können und mich dann ganz auf das Rennen konzentrieren; die Strecke gehört für mich zu den schönsten im Kalender.
    Am besten gefällt mir zunächst Kurve eins; du bremst in eine langgezogene Linkskurve, die durch einen Rechtsknick auf die Gegengerade führt; dann Ferra Dura, eine schnelle Rechtskurve, in der dein Körper fest an die Seitenwand des Cockpits gedrückt wird; schließlich die Zielgerade – hier beschleunigst du bergauf und kannst dabei die begeisterten Fans und ihre brasilianischen Trommeln von der Haupttribüne hören.
    Überhaupt sind die Zuschauer in Interlagos einfach toll. Sie versprühen so viel Energie und Lebenslust und sorgen für eine super Atmosphäre. Wir arbeiten und sie machen Party und jeder ist glücklich.“

    Heikki Kovalainen:
    „Da in Interlagos entgegen dem Uhrzeigersinn gefahren wird, stellt die Strecke eine besondere Herausforderung für uns Fahrer dar. Am Ende einer Saison, in der die meisten Rennen im Uhrzeigersinn liefen, ist das eine ganz andere Belastung für die Nackenmuskeln. Beim Fahren vergisst man das allerdings schnell, denn die Strecke ist einfach toll und sehr fordernd; wenn du eine gute Runde geschafft hast, kannst du richtig zufrieden sein.
    Unsere Ergebnisse in Interlagos waren in den letzten Jahren nicht gerade optimal, aber wir sollten besser sein als 2008 und unser KERS Hybrid wird uns im Qualifying und Rennen zusätzlich Vorteile bringen, besonders beim Beschleunigen bergauf aus der letzten Kurve Richtung Start und Ziel.“

    Martin Whitmarsh, Vodafone McLaren Mercedes Teamchef
    „Keiner im Team wird jemals die dramatische Schlussphase des Grand Prix von Brasilien 2008 vergessen – das sind Erinnerungen, die uns ein Leben lang begleiten werden. Die entscheidenden Szenen im Titelkampf der letzten beiden Jahre spielten sich jeweils in Brasilien ab, dadurch ist dieses Rennen für uns eine ganz besondere Veranstaltung geworden.
    Diesmal geht es für uns hauptsächlich um das bestmögliche Rennergebnis, andere Überlegungen spielen bei unserer Planung des Wochenendes keine Rolle. Eine Aufgabe, auf die wir uns freuen.“

    Norbert Haug, Mercedes-Benz Motorsportchef
    „Lewis war der erfolgreichste Fahrer der beiden letzen Grand Prix, die innerhalb von einer Woche in Singapur und im japanischen Suzuka stattfanden.
    Vodafone McLaren Mercedes holte innerhalb der acht Tage mehr Punkte als jede andere Mannschaft. Ein Trend, der erfreulicherweise seit den letzten sechs Grand Prix und Lewis' erstem Sieg 2009 beim GP Ungarn anhält.
    So schwach wir in die Saison gestartet sind und uns in der ersten Hälfte mit einem Minimum an Punkten begnügen mussten, so erfreulich ist unser Aufwärtstrend seit unserem Heimat-Grand Prix auf dem Nürburgring, Mitte Juli.
    Diesen Trend mit zwei Siegen und zwei weiteren Podiumsplätzen von Lewis in den letzten sechs Rennen wollen wir fortsetzen – diese Ausbeute schaffte in diesem Zeitraum kein zweiter Fahrer.
    In den letzten sechs Rennen der zweiten Saisonhälfte hat Lewis WM-Anwärter Button viermal geschlagen, Barrichello und unseren deutschen Freund Sebastian Vettel jeweils dreimal und alle drei Titelkandidaten haben in dieser Zeit weniger Punkte geholt als Lewis, der 34 schaffte, während Barrichello auf 27, Vettel auf 22 und Tabellenführer Button mit 17 auf halb so viele Zähler wie Lewis kam.
    Der Kampf um die Fahrerweltmeisterschaft ist offen und elektrisierend – ich weiß aus eigener Erfahrung bestens, wovon ich spreche, wenn ich sage, dass bei 16 Punkten Rückstand von Sebastian Vettel auf Jenson Button noch nichts entschieden ist. Bei der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft hat Brawn GP bei einem halben noch fehlenden Punkt dagegen den Titel wohl so gut wie sicher.“

    Statement Glocks zur Pause: Glock: Es hat keinen Zweck

    Statement Glocks zur Pause: Glock: Es hat keinen Zweck

    Toyota-Pilot Timo Glock wird nächstes Wochenende nicht am GP von Brasilien teilnehmen können.

    Timo Glock hatte sich bei seinem Unfall zum Qualifying in Japan doch mehr Verletzungen zugezogen, als zunächst angenommen. "Ich habe im Rücken die ganze Zeit ein komisches Gefühl gehabt. Keine richtigen Schmerzen, aber eben so ein Ziehen. Ich habe mir nicht viel dabei gedacht. Ich war sicher, dass sich das schnell wieder erledigt", sagte der Pechvogel Glock. Doch wie häufig bei solchen Sachen sollte sich herausstellen, dass die Verletzung dann doch schwerwiegender war und ist.

    Am Freitag suchte Glock die Sportklinik Bad Nauheim auf und ließ sich von Chefarzt Dr. Johannes Peil untersuchen. "Er hat mir dann davon abgeraten, in Brasilien zu fahren, denn das könnte schlimmere Folgen haben", berichtet Timo enttäuscht. "Ich wäre so gern gefahren und endlich wieder vom Sofa heruntergekommen." Doch Interlagos ist eben auch nicht für die beste Oberflächenbeschaffenheit bekannt und gilt weithin als Buckelpiste. Das kommt einem verletzten Rücken nun wirklich nicht entgegen.

    "Es hat keinen Zweck", sagte der Toyota-Fahrer weiter und sah es ein, dass die Pause sein muss. "Ich kann im Moment nicht viel machen. Das muss jetzt erst einmal ausheilen und dann steigere ich mein Trainingspensum." Diesen Trainingsplan entwirft er übrigens zusammen mit den Spezialisten der Klinik in Bad Nauheim. "Ich bin zwar niedergeschlagen, aber ich laufe jetzt nicht gebeugt wie ein alter Opa durch die Wohnung", scherzte er.

    Die Heilung könnte vor allem durch seinen eisernen Willen vorangetrieben werden. "Ich will wieder loslegen", gab sich Glock optimistisch. "Wenn ich an Abu Dhabi denke, dann tut mir gar nichts mehr weh. Ich werde dort fahren!"

    McLaren: Kein Druck in Interlagos:

    McLaren: Kein Druck in Interlagos: Erfolgreichstes Team der letzten Rennen

    McLaren Mercedes hat sich aus dem Tief vom Saisonbeginn herausgezogen. In Brasilien soll der Aufwärtstrend fortgesetzt werden.
    In den letzten beiden Jahren reiste Lewis Hamilton als Titelanwärter nach Brasilien. In diesem Jahr hat der amtierende Champion keine Chance mehr auf eine Titelverteidigung. "Erstmals komme ich ohne den Druck eines WM-Titelkampfes nach Sao Paulo", freut er sich auf das Rennen. "Ich werde deshalb ein bisschen mehr von der Stadt sehen können und mich dann ganz auf das Rennen konzentrieren."

    Trotzdem wird das dramatische Saisonfinale von 2008 ihn und das Team am gesamten Wochenende begleiten. "Keiner im Team wird jemals die dramatische Schlussphase des Grand Prix von Brasilien 2008 vergessen - das sind Erinnerungen, die uns ein Leben lang begleiten werden", sagt Teamchef Martin Whitmarsh. "Diesmal geht es für uns hauptsächlich um das bestmögliche Rennergebnis, andere Überlegungen spielen bei unserer Planung des Wochenendes keine Rolle. Eine Aufgabe, auf die wir uns freuen."

    Heikki Kovalainen dämpft jedoch den Optimismus ob der guten Erinnerungen etwas. "Unsere Ergebnisse in Interlagos waren in den letzten Jahren nicht gerade optimal", sagt der Finne, "aber wir sollten besser sein als 2008 und unser KERS Hybrid wird uns im Qualifying und Rennen zusätzlich Vorteile bringen, besonders beim Beschleunigen bergauf aus der letzten Kurve Richtung Start und Ziel."

    Aufwärtstrend seit dem Nürburgring

    Norbert Haug betont die guten Ergebnisse der letzten Rennen. Immerhin habe Lewis Hamilton in Singapur und Japan die meisten WM-Punkte aller Fahrer gesammelt und das Team innerhalb von acht Tagen mehr Punkte geholt als jedes andere. "So schwach wir in die Saison gestartet sind und uns in der ersten Hälfte mit einem Minimum an Punkten begnügen mussten, so erfreulich ist unser Aufwärtstrend seit unserem Heimat-Grand Prix auf dem Nürburgring", sagt Statistikfreund Haug.

    Diesen Trend mit zwei Siegen und zwei weiteren Podiumsplätzen aus den letzten sechs Rennen möchte er auch in Brasilien fortgesetzt sehen. Haug rechnet vor: "In den letzten sechs Rennen der zweiten Saisonhälfte hat Lewis WM-Anwärter Button viermal geschlagen, Barrichello und unseren deutschen Freund Sebastian Vettel jeweils dreimal und alle drei Titelkandidaten haben in dieser Zeit weniger Punkte geholt als Lewis." Der Brite habe 34 Punkte geholt, Barrichello 27, Vettel 22 und Button nur 17.

    Im Kampf um die Fahrer-WM sieht Haug keinen Favoriten. "Der Kampf um die Fahrerweltmeisterschaft ist offen und elektrisierend", betont er. "Ich weiß aus eigener Erfahrung bestens, wovon ich spreche, wenn ich sage, dass bei 16 Punkten Rückstand von Sebastian Vettel auf Jenson Button noch nichts entschieden ist." Im Jahr 2007 verloren die McLaren-Piloten Hamilton und Fernando Alonso einen eben solchen Vorsprung auf den späteren Weltmeister Kimi Räikkönen.

    Wie wahrt Vettel seine WM-Chance

    Wie wahrt Vettel seine WM-Chance

    Sao Paulo (dpa) - Sebastian Vettel weist vor dem Großen Preis von Brasilien 16 Punkte Rückstand auf WM-Spitzenreiter Jenson Button auf. Der Red-Bull-Pilot aus Heppenheim muss in den beiden verbleibenden Formel-1-Rennen aber mindestes 17 Punkte aufholen, um Weltmeister zu werden.

    Bei Gleichstand entscheidet die Anzahl der Siege. Derzeit steht es hier 6:3 für Button. Zudem muss der 22 Jahre alte Hesse seine zwei Zähler Rückstand auf den Gesamtzweiten Rubens Barrichello wettmachen.

    Vettel kann nach Sao dem brasilianischen Grand Prix an diesem Sonntag weiter darauf hoffen, fünf Jahre nach Michael Schumachers siebtem und letzten WM-Tiumph 2004 den Titel wieder nach Deutschland zu holen, wenn er in Sao Paulo gewinnt und Button höchstens Sechster wird. Sollte Vettel Platz zwei belegen, dürfte sein Rivale maximal Achter werden. Dann fiele die WM-Entscheidung erst beim Finale am 1. November in Abu Dhabi.

    Vettel baut auf schwächelnden Button

    Vettel baut auf schwächelnden Button

    Von nichts ablenken lassen
    Sebastian Vettel will sich zwar nur auf sich selbst konzentrieren, er hofft aber darauf, dass Jenson Button weiter nicht in Bestform fährt.

    Motorsport-Magazin.com - Vor dem Grand Prix in Brasilien scheint Sebastian Vettel in einer Endlosschleife gefangen, denn er muss wieder und wieder betonen, dass er nach wie vor an seine Chance auf den Titel glaubt. Dabei baut er vor allem darauf, dass er eigentlich kaum noch eine Chance hat. "Ich habe nichts zu verlieren und werde deswegen voll attackieren. Jenson schwächelt ein wenig, vielleicht ist das unsere Chance", erklärte der Deutsche in einem Interview mit der dpa. Sieben Punkte müsste Vettel auf Jenson Button in Brasilien gutmachen, um beim Saisonfinale in Abu Dhabi noch eine Möglichkeit auf die Weltmeisterschaft zu haben. Holte er nur sechs Punkte auf, hätte er zehn Zähler Rückstand und aufgrund der geringeren Anzahl an Siegen keine Chance mehr.

    Wichtig ist für Vettel aber ohnehin, dass er nur sein Ding macht, den Rest kann er nicht beeinflussen. "Ich versuche, mich von nichts ablenken zu lassen. Wichtig ist es, alles aus sich rauszuholen. Was die anderen machen, liegt nicht in meinen Händen", sagte er. "Mein Ziel und mein Traum ist es, die Weltmeisterschaft zu gewinnen, und ich werde bis zum Ende kämpfen und nicht aufgeben." Oft wurde bei diesem Thema in den vergangenen Tagen Kimi Räikkönens WM-Titel 2007 aus der historischen Schublade geholt, hatte der Finne doch in den letzten beiden Saisonrennen einen Rückstand von 17 Punkten in einen Vorsprung von einem Punkt umgewandelt und sich dadurch zum Weltmeister gekrönt. Vettel gestand ein, dass dies gezeigt habe, was möglich sei, er betonte aber, gar nicht daran zu denken. "Ich schau nur auf uns. Ich mach' mein Ding und dann sehen wir weiter."

    Auch von irgendwelchen psychologischen Spielereien hält der Deutsche wenig, er will die Sache einfach fahrerisch ausfechten. Eine kleine Hilfe könnte ihm dabei Mark Webber sein, der seine Unterstützung bereits zugesichert hat - und auch bereits schon half, als er in Suzuka während des Rennens einen neuen Frontflügel für Vettel testete. "Er kann dann wichtig werden, wenn er zwischen mir und den Brawn-Jungs ins Ziel kommt", sagte Vettel selbst. Allerdings könnte auch das zu wenig sein, um Button noch abzufangen, denn wie Red Bull schätzt auch Brawn GP seine Autos stark für das Rennen in Interlagos ein. "Unterm Strich sind sowohl die Brawns als auch wir immer gut unterwegs gewesen, es wird also kein Zuckerschlecken", meinte Vettel.

    Button: Liebesurlaub vor der WM-Entscheidung

    Button: Liebesurlaub vor der WM-Entscheidung

    (Motorsport-Total.com) - Am kommenden Sonntag kann sich Jenson Button mit einem dritten Platz beim Grand Prix von Brasilien in São Paulo unabhängig vom Abschneiden seiner verbliebenen Konkurrenten Rubens Barrichello und Sebastian Vettel bereits zum Weltmeister 2010 krönen. Vor dieser Aufgabe gönnte sich der Brawn-Pilot allerdings noch einen Urlaub.

    Gemeinsam mit seiner Freundin Jessica Michibata, einem japanisch-argentinischen Unterwäschemodel, mit dem er seit ungefähr einem Jahr liiert ist, verbrachte Button einige Tage auf Hawaii, um Kraft für die beiden letzten Rennen dieser Saison zu tanken.

    Qualifying : Barrichello auf Pole, Vettel auf 16

    Qualifying : Barrichello auf Pole, Vettel auf 16

    Nach mehr als zweieinhalb Stunden stand Rubens Barrichello als Pole-Mann für den Brasilien GP fest. Mehrere Regenunterbrechungen verzögerten das Qualifying.
    Die Fans mussten lange warten, erst nach 160 Minuten stand der Pole-Setter für den Großen Preis von Brasilien fest. Dafür wurden die Fans mit einem Herzschlagfinale mit Bestzeitverbesserungen im Sekundentakt belohnt. Das beste Ende hatte Rubens Barrichello für sich: Der WM-Anwärter fuhr in 1:19.576 Minuten die schnellste Zeit des dritten Qualifyings, das wegen einiger Unfälle und starker Regenfälle mit starker Verspätung beendet wurde.

    Im entscheidenden Qualifying setzte sich Barrichello gegen Mark Webber und Adrian Sutil durch. Die drei Piloten fuhren als einzige eine Zeit unter 1:20 Minuten. Barrichellos WM-Rivalen Jenson Button und Sebastian Vettel erlebten eine frustrierende Qualifikation. Button startet nur von Platz 14, Vettel sogar nur von 16. Hinter Barrichello, Webber und Sutil reihten sich Jarno Trulli, Kimi Räikkönen und Sebastien Buemi ein. Die Top10 komplettierten Nico Rosberg, Robert Kubica, Kazuki Nakajima und Fernando Alonso.

    Frühes Aus für Vettel

    Der Regen forderte im ersten Qualifying gleich mehrere namhafte Opfer: Neben den beiden McLaren von Heikki Kovalainen und Lewis Hamilton schieden auch Nick Heidfeld und Giancarlo Fisichella aus. Der Italiener blieb mit seinem Ferrari schon zu Beginn des Trainings nach einem Dreher im Senna S stehen und war damit raus.

    Die größte Enttäuschung des ersten Qualifyings war Sebastian Vettel: Der WM-Anwärter scheiterte als 16. am Weiterkommen ins Q2 und stapfte schwer enttäuscht aus der Box. Trotz mehrer Anläufe schaffte es Vettel nicht, eine Rundenzeit zu erzielen, die ihm Platz 15 oder besser ermöglichte.

    Der enttäuschte Vettel begründete sein Ausscheiden mit dem Wetter: "Es war nicht allzu schlecht, es hat auch nicht allzu viel gefehlt, alle lagen eng beieinander. Als endlich freie Bahn hatte, war aber zu viel Wasser auf der Strecke. Ein, zwei Zehntel wären noch drin gewesen, das wäre genug gewesen." Jetzt beginnt er das Rennen von Startplatz 16.

    "Daraus müssen wir das Beste machen", so Vettel. "Ich bin heute mehr geschwommen, als Auto gefahren - ich habe meinen Freischwimmer gemacht. Die Bedingungen waren zum Teil sehr kritisch und die Strecke hatte nur ein Fenster, wo es am schnellsten ging - da waren wir leider im Verkehr, am Schluss als ich freie Bahn hatte, war das Wasser im Weg. Wir starten von ziemlich weit hinten, ich hoffe jetzt, dass es im Rennen drunter und drüber geht und wir nach vorne gespült werden."

    WM-Spitzenreiter Jenson Button machte es nur unwesentlich besser: Der Brite schaffte zwar den Sprung ins Q2, kam nach der langen Regenunterbrechung jedoch nicht ins dritte Qualifying. Button schied als 14. in Q2 aus und startet somit nur zwei Plätze vor Vettel. "Die erste Session war okay, da hatten wir eine vernünftige Pace", sagte Button. "Dann habe ich alles gegeben, aber es hat nicht gereicht, wir waren zu langsam. Die Reifen haben abgebaut, es gab keinen Grip. Es war sicherlich ein Fehler, nicht mehr auf Intermediates gefahren zu sein."

    Noch mehr Enttäuschte

    Nick Heidfeld erklärte sein frühes Ausscheiden so: "Wir sind mehr aufgeschwommen als gefahren. Mein Hauptproblem war, dass ich mit dem Auto nicht hoch genug war. Ich bin aufgeschwommen", klagte er. "Ich hatte nicht gedacht, dass es so nass sein würde. Wir wussten, dass es regnen würde, aber dass es so extrem wird, hätte ich nicht gedacht."

    Lewis Hamilton beklagte sich über die Bedingungen. "Eine schwache Leistung, natürlich, aber das das Auto war einfach unfahrbar auf der Gerade", sagte der McLaren-Pilot, der nur Platz 18 belegte. "Es war so schwer für Heikki und mich, es auf der Strecke zu halten und ich hatte auch noch den Ausrutscher, weil ich versucht habe, doch noch mal was herauszuholen. Unser Auto ist nicht für Regen abgestimmt."

    Auch Norbert Haug war enttäuscht. "Eine herbe Enttäuschung: Wir waren gestern im Trockenen voll konkurrenzfähig - heute im Nassen war's das krasse Gegenteil - unsere Autos lagen für diese Wassermassen vielleicht zu tief und sind deshalb mehr gesurft als gefahren. An unseren Fahrern lag's sicher nicht." Auch zu Vettels frühes Aus äußerte sich der Mercedes-Motorsportchef: "Für Sebastian tut mir es außerordentlich leid - ein Jammer - aber es war bestimmt kein Fahrerproblem. Kopf hoch - solche Rückschläge machen einen sehr Guten nur noch besser."

    Giancarlo Fisichella war das erste Opfer des Qualifyings. Er beurteilte die Bedingungen als zu gefährlich. "Es war überall gefährlich", sagte er. "Selbst in der Boxengasse." Seinen Dreher schilderte er so: "Ich hatte Aquaplaning und drehte mich in einer langsamen Kurve. Dann funktionierte das Anti-Stall nicht und das war es."

    Das zweite Qualifying lief nicht lange, dann drehte sich Tonio Liuzzi auf Start- und Ziel und zerlegte seinen Force India in der ersten Kurve. "Mir geht es gut", sagte er. "Es ist nur das Auto beschädigt, davon ist nicht viel übrig geblieben. Hoffen wir, dass wir es für morgen hinbekommen." Den Unfallhergang beschrieb er so: "Ich bin mitten auf der Gerade abgeflogen. Ich war noch nicht am Bremspunkt, habe nichts gemacht, einfach die Kontrolle verloren."

    McLaren Mercedes mit falschem Setup: Eine herbe Enttäuschung

    McLaren Mercedes mit falschem Setup: Eine herbe Enttäuschung

    Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen schieden in Q1 aus. Die McLaren Mercedes-Piloten waren im Regen mit einer Trockenabstimmung unterwegs.
    "Eine herbe Enttäuschung. Wir waren gestern im Trockenen voll konkurrenzfähig - heute im Nassen war's das krasse Gegenteil. Unsere Autos lagen für diese Wassermassen vielleicht zu tief und sind deshalb mehr gesurft als gefahren", brachte es Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug auf den Punkt. Bei McLaren Mercedes hatte man das Auto nicht auf Regen, sondern im Hinblick auf das Rennen auf trockene Bedingungen abgestimmt.

    Die Folge: Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen schieden in Q1 aus. Hamilton landete auf Platz 18, Kovalainen steht in der Startaufstellung einen Platz vor seinem Teamkollegen. "Das waren die schlimmsten Bedingungen, die ich je an einem Rennwochenende erlebt habe. Ich mag es im Nassen zu fahren, aber heute war zuviel Aquaplaning. Es war extrem schwer das Auto auf der Strecke zu halten", erzählte der Finne. Laut Hamilton haben sowohl er als auch Kovalainen alles gegeben. "Mehr war nicht drin. Ich kam von der Strecke ab als ich versuchte noch mehr zu pushen", verriet der amtierende Champion. Beide McLaren Mercedes-Piloten hoffen, dass ihnen das Setup im Rennen mehr entgegenkommt.

    "Ich hoffe, dass morgen die Sonne scheint und wir die Chance haben, in die Punkte zu fahren. Aber von Platz 18 zu starten, macht es verdammt schwierig", weiß Hamilton. "Wir werden nicht aufgeben. Wir wollen unbedingt Punkte holen. Das versuchen wir, indem wir eine aggressivere Strategie wählen als wir mit anderen Startpositionen gewählt hätten", erklärte Teamchef Martin Whitmarsh. McLaren Mercedes kämpft in der Konstrukteurswertung gegen Ferrari noch um Platz drei.

    Briatore verklagt die FIA: Es geht vor Gericht

    Briatore verklagt die FIA: Es geht vor Gericht

    Flavio Briatore verklagt die FIA vor einem französischen Gericht. Er möchte seine Sperre aufheben lassen.
    Lange war es ruhig um Flavio Briatore. Der Ex-Renault-Teamchef wurde von der FIA nach dem Crashgate-Skandal auf unbestimmte Zeit aus der Formel 1 verbannt. Er darf kein Team und keinen Fahrer managen, die in der Formel 1 aktiv sind und alle Rennserien, die mit ihm in Verbindung stehen, erhalten kein FIA-Siegel. Briatores Freund Bernie Ecclestone empfand diese Strafe als zu hart und empfahl ihm deshalb rechtliche Schritte, wofür sich der F1-Boss einen Rüffel von seinem CVC-Chef einfing.

    Briatore äußerte sich nach dem Urteil nur einmal in den italienischen Medien: ""Ich wurde von meiner eigenen Welt betrogen. Aber am Ende werde ich gewinnen und wir werden eine große Party feiern." Mehr wollte Briatore zu dem Urteil nicht sagen. "Ich werde keine Aussagen tätigen. Ich werde erst zum richtigen Zeitpunkt sprechen, so lange ich das dann darf."

    Laut dem Journal du Dimanche könnte der Zeitpunkt bald gekommen sein. So soll Briatore am Montag vor einem französischen Gericht eine Klage gegen die FIA einreichen. Seine Anwälte sollen den Fall angeblich auf EU-Gesetzen aufbauen. Briatore soll vor allem die unbestimmte Zeit für seine Sperre anfechten und Schadensersatz fordern.

    Brasilien GP : Webber siegt bei Buttons Titelgewinn

    Brasilien GP : Webber siegt bei Buttons Titelgewinn

    Mark Webber gewinnt den Großen Preis von Brasilien. Jenson Button sichert sich mit Platz 5 den Weltmeistertitel 2009.
    Schon vor dem Wochenende in Brasilien diskutierten die Experten darüber, ob Jenson Button ein verdienter Weltmeister wäre. Immerhin hat der Brite alle seine sechs Saisonsiege in den ersten sieben Saisonrennen geholt. In der zweiten Saisonhälfte stand er nur in Monza auf dem Podium. Das blieb auch in Brasilien so. Trotzdem ist Button der große Gewinner des vorletzten Rennwochenendes der Saison: Mit einem 5. Platz sicherte er sich seinen ersten WM-Titel.

    Am Samstagabend wurde ihm noch nachgesagt, dass er mit seinem 14. Startplatz im Regen-Qualifying Gefahr laufe, seinen Titel wegzuschmeißen. Mit einer starken Aufholjagd, mehreren Überholmanövern und einem fehlerfreien Rennen fuhr Button ungefährdet zum Titel. Seine beiden WM-Konkurrenten konnten dagegen nichts unternehmen. Rubens Barrichello war von der Pole gestartet, fiel jedoch hinter Mark Webber und Robert Kubica zurück. Am Ende warf ihn ein Reifenschaden nach einer Berührung mit dem McLaren von Lewis Hamilton bis auf Rang 8 zurück.

    Sebastian Vettel musste Erster oder Zweiter werden, um seine geringe Titelchance aufrechtzuerhalten. Wie Button kämpfte er sich aus dem Mittelfeld nach vorne. Von Startplatz 15 fuhr Vettel sogar bis auf Platz 4 und kam damit einen Platz vor Button ins Ziel. Seine Titelchancen konnte er damit aber nicht mehr bis zum Saisonfinale in Abu Dhabi retten.

    Das Rennen gewann ungefährdet Red Bull Pilot Mark Webber, der nach dem Nürburgring seinen zweiten Sieg einfuhr. Platz 2 ging an BMW Sauber Fahrer Robert Kubica vor Lewis Hamilton. Die Plätze 4 und 5 belegten Vettel und Button. Platz 6 sicherte sich Kimi Räikkönen vor Sebastien Buemi und Lokalmatador Rubens Barrichello.

    Kollisionen und Feuer am Start

    Die erste Runde des Brasilien GP hatte es in sich. Bereits in der ersten Kurve berührten sich Adrian Sutil und Kimi Räikkönen leicht, wobei sich der Finne gegen den Force India Piloten durchsetzte und auf Platz 3 nach vorne fuhr. Danach griff er mit KERS nach Mark Webber, fuhr diesem jedoch ans Hinterrad und beschädigte sich dadurch seinen Frontflügel. Der notwendige Boxenstopp warf den Ferrari-Fahrer weit zurück.

    Damit nicht genug: Weiter hinten im Feld berührte Sebastian Vettel den McLaren von Heikki Kovalainen, der sich danach in den Ferrari von Giancarlo Fisichella drehte. Beim folgenden Boxenstopp von Räikkönen, Kovalainen und Hamilton kam es zum nächsten Zwischenfall: Kovalainen riss beim Losfahren den Tankschlauch heraus und spritzte Benzin auf den hinter ihm fahrenden Räikkönen, dessen Ferrari kurz Feuer fing und Flammen in der Boxengasse hinterließ.

    Den größten Knall gab es noch vorher in Runde 1: Jarno Trulli versuchte Adrian Sutil zu überholen, dieser sah ihn aber nicht, drückte ihn neben die Strecke und beide flogen ab. Als Sutil sich zurück auf die Strecke drehte, flog er in den Renault von Fernando Alonso. Alle drei Fahrer schieden aus.

    "Bis zur dritten Kurve war ich sehr zufrieden", sagte Sutil. "Dann habe ich plötzlich einen Schlag von hinten bekommen und komplett die Kontrolle verloren. Jarno schien es außen probiert zu haben, aber ich habe ihn nicht gesehen." Der Italiener beurteilte die Situation anders und stürmte noch an der Unfallstelle wutentbrannt auf Sutil los. "Ich habe ihm gesagt, dass es nicht so war. Es war total unsportlich, was er gemacht hat, so dämlich auf mich zuzugehen, ist total niveaulos."

    Trulli forderte hingegen eine Sperre für Sutil. "Ich war außen, habe ihn überholt und er hat mich aufs Gras gedrückt. Dort habe ich die Kontrolle verloren. Es war ein bescheuertes Manöver, deswegen war ich so sauer. Es war sehr gefährlich an dieser Stelle. Adrian soll sich die Bilder anschauen, dann sieht er es." Um die Unfallstelle zu säubern ging das Safety Car auf die Strecke.

    Das Chaos ging jedoch weiter. In Runde 20 kam Nick Heidfeld zu seinem Boxenstopp herein. Da die Tankanlage nicht funktionierte, wollte das Team auf den Ersatzschlauch wechseln. Der Lollipopmann gab jedoch die Fahrt frei und Heidfeld raste hinaus - bis er eine Runde später ohne Benzin liegen blieb. Den Rest des Rennens verfolgte er enttäuscht vom Streckenrand.

    Auch Nico Rosberg kam nicht ins Ziel. "Ich hatte ein Getriebeproblem", sagte er. "Sonst wäre es weit nach vorne gegangen. Ich hatte eine gute Pace und mehr Sprit als die meisten vor mir. Ein Podium wäre sicher drin gewesen." Sogar sein Teamkollege Kazuki Nakajima mischte in diesen Regionen mit. Nach einem harten Duell mit seinem Landsmann Kamui Kobayashi im Toyota kam er nach seinem Boxenstopp erneut hinter dem Toyota-Debütanten heraus, fuhr ihm auf und flog ohne Frontflügel in die Reifenstapel ab.

    Zeitstrafe für Kovalainen: McLaren und Trulli müssen zahlen

    Zeitstrafe für Kovalainen: McLaren und Trulli müssen zahlen

    Heikki Kovalainen erhielt von den Rennkommissaren nachträglich eine 25-Sekunden-Zeitstrafe. McLaren und Jarno Trulli wurden mit Geldstrafen belegt.
    Nachdem sich der Jubel um den neuen Weltmeister Jenson Button gelegt hatte, gab es im Fahrerlager von Sao Paulo noch einige Dinge aus dem Rennen aufzubereiten. Zum Beispiel die Kollision zwischen Jarno Trulli und Adrian Sutil. Der Italiener forderte lautstark und noch am Unfallort eine Strafe für den Deutschen. Das gefiel den Rennkommissaren nicht, sie belegten ihn mit einer Geldstrafe in Höhe von 10.000 Dollar wegen seines schlechten Benehmens.

    Noch schlimmer erwischte es McLaren und Heikki Kovalainen. Während die Kollision mit Giancarlo Fisichella in der ersten Kurve ohne Folgen blieb, erhielt Kovalainen eine nachträgliche 25 Sekunden-Zeitstrafe, weil er bei seinem Boxenstopp in Runde 1 den Tankschlauch herausriss und Benzin über den Ferrari von Kimi Räikkönen verteilte, der danach kurzzeitig in Flammen aufging. Das Team wurde zudem mit einer Geldstrafe in Höhe von 50.000 Dollar bestraft.

    Grand Prix von Brasilien

    Grand Prix von Brasilien
    Lewis Hamilton Dritter

    - Nach Strategiewechsel in Runde eins 14 Plätze aufgeholt
    - Heikki Kovalainen aufgrund nachträglicher Zeitstrafe Zwölfter
    - Vodafone McLaren Mercedes in der Konstrukteurs-WM auf Rang drei
    - WM-Titel für Brawn Mercedes Fahrer Jenson Button und das Brawn GP-Team

    Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Lewis Hamilton belegte beim Grand Prix von Brasilien in Sao Paulo den dritten Platz. Nach einem chaotischen Qualifying von Rang 17 gestartet, holte Lewis im Verlauf der 71 Runden (305,909 Kilometer) trotz eines außerplanmäßigen Boxenstopps am Ende der ersten Runde 14 Plätze auf und fuhr aufs Podium, 18,9 Sekunden hinter Sieger Mark Webber (Red Bull Renault). Lewis‘ Teamkollege Heikki Kovalainen kam als Neunter ins Ziel, erhielt nach dem Rennen jedoch eine Zeitstrafe für einen Zwischenfall in der Box und fiel somit auf Rang zwölf zurück. Jenson Button im Brawn Mercedes sicherte sich mit Platz fünf ein Rennen vor dem Saisonfinale den Titel in der Fahrerweltmeisterschaft mit jetzt 89 Punkten. Lewis verbesserte sich mit 49 Zählern auf Rang fünf der Gesamtwertung; Heikki ist Zwölfter mit 22 Punkten. Das Team Brawn GP, das seine erste Saison in der Formel 1 bestreitet, gewann auch die Konstrukteurs-WM mit 161 Punkten. Vodafone McLaren Mercedes hat jetzt 71 Zähler, überholte damit Ferrari und liegt auf Platz drei.

    Der Start

    Heikki und Lewis waren bei strömendem Regen im Qualifying mit Trockenabstimmung gefahren, um für das Rennen, für das besseres Wetter angekündigt war, das richtige Set-up zu haben. Deshalb kamen die beiden Vodafone McLaren Mercedes Fahrer nicht über die Plätze 16 und 17 hinaus. Lewis ging mit einem Startgewicht von 661 Kilogramm und den weicheren Reifen (option) ins Rennen; Heikki startete mit 656,5 Kilogramm und der härteren Reifenmischung (prime). Nach mehreren Kollisionen kurz nach dem Start, darunter auch eine Berührung von Heikki mit Sebastian Vettel (Red Bull Renault), fuhr das Safety Car auf die Strecke. Lewis und Heikki kamen am Ende der ersten Runde an die Box, denn das Team änderte wegen der Safety-Car-Phase die Strategie beider Fahrer. Lewis wechselte auf die härteren Reifen. Heikki wurde zu früh wieder ins Rennen geschickt, deshalb blieb beim Losfahren der Tankschlauch stecken und er musste noch einmal anhalten. Lewis war danach 14. und Heikki 16.

    Das Rennen

    Runde 5: Neustart.
    Runde 10: Lewis war Elfter vor seinem Teamkollegen.
    Runde 20: Boxenstopp von Nick Heidfeld; Lewis verbesserte sich auf Rang zehn; Heikki war Elfter.
    Runde 23: Lewis attackierte Rubens Barrichello (Brawn Mercedes), der bereits an den Boxen war.
    Runde 25: Lewis fuhr an achter Position, weniger als eine Sekunde hinter Barrichello; Heikki war Neunter. Einen Umlauf später verbesserten sich beide um jeweils einen weiteren Platz.
    Runde 29: Heikki legte seinen ersten Routinehalt ein; er nahm das Rennen als 14. wieder auf. Lewis fuhr jetzt an fünfter Stelle.
    Runde 37: Boxenstopp von Vettel; Lewis war jetzt Vierter.
    Runde 42: Lewis kam an die Box; nach 8,0 Sekunden Standzeit fuhr er als Neunter wieder auf die Strecke.
    Runde 59: Letzter Boxenstopp von Heikki (6,0 Sekunden). Lewis war jetzt Vierter, weniger als eine Sekunde von einem Podiumsplatz entfernt. Heikki fuhr an neunter Position.
    Runde 62: Lewis überholte eingangs der Runde Barrichello und übernahm Platz drei.
    Ziel (Runde 71): Lewis fuhr auf Rang drei ins Ziel; Heikki wurde Neunter.
    Nach dem Rennen erhielt Heikki Kovalainen wegen des Tankunfalls in der Boxengasse eine Zeitstrafe von 25 Sekunden und fiel auf Rang zwölf zurück. Das Team wurde zudem mit einer Geldstrafe in Höhe von 50.000 Dollar bestraft.
    Statistik
    Der Titel von Jenson Button ist der sechste Fahrer-WM-Titel in der Formel 1, der mit einem Mercedes-Benz Motor gewonnen wurde. Zweimal holte Juan Manuel Fangio die WM (1954/1955), zweimal Mika Häkkinen (1998/1999) und zuletzt Lewis Hamilton vor einem Jahr, ebenfalls in Brasilien.
    Fahrzeuge mit Mercedes-Benz Motor gewannen zehn der bisherigen 16 Saisonrennen, Jenson Button siegte sechsmal, sein Brawn GP Teamkollege Rubens Barrichello sowie Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Lewis Hamilton je zweimal.
    Autos mit Mercedes-Motor standen in neun der 16 Rennen auf der Pole Position, dabei holte jedes der drei Teams, die in diesem Jahr mit dem Mercedes-Benz Formel-1-Motor FO 108W ausgerüstet werden, mindestens eine Pole Position: Brawn GP fünf mit Jenson Button (vier) und Rubens Barrichello (eine) – hier in Sao Paulo, Vodafone McLaren Mercedes mit Lewis Hamilton drei – in Valencia, Monza und Singapur - und Force India mit Giancarlo Fisichella eine.

    Stimmen zum Rennen

    Lewis Hamilton

    „Für mich war es war ein unglaubliches Rennen und ich bin sehr froh. Es war etwas ganz anderes als letztes Jahr, vom Ende des Feldes zu starten. Diesmal war ich beim Titelkampf nicht dabei, aber ich freue mich sehr für Jenson. Ich habe ihm, seinem Team und seiner Familie herzlich gratuliert.
    Ich hätte nicht gedacht, dass ich vom 17. Startplatz aufs Podium fahren kann. Ich habe das ganze Rennen über hart gekämpft und wie verrückt attackiert. Wenn du so viele Positionskämpfe und Überholmanöver hattest fühlst du dich am Ende fast wie ein Sieger. Ich fuhr eine Qualifyingrunde nach der anderen, das war sehr anstrengend. Das Team feuerte mich immer wieder an und unsere Strategie war perfekt. Das war eine tolle Teamleistung.“

    Heikki Kovalainen

    „Auch wenn das Ergebnis es nicht zeigt, fuhr ich heute doch ein gutes Rennen. Das Problem mit dem Tankschlauch kostete mich den Sprit für sechs oder sieben Runden. Andernfalls hätte ich beim ersten Stint länger fahren können und ein paar Konkurrenten hinter mir gelassen. Lange Zeit jagte ich Kobayashi, doch obwohl ich schneller war als er, konnte ich ihn nicht überholen, weil meine Hinterreifen zu diesem Zeitpunkt etwas abbauten.
    Ich freue mich, dass unser Team in der Konstrukteurs-WM jetzt vor Ferrari liegt. Ohne mein Problem in der Boxengasse hätte ich auch ein paar Punkte dazu beitragen können. Ich freue mich auf das nächste Rennen in Abu Dhabi. Ich werde noch einmal alles geben, damit wir die Saison auf dem dritten Platz beenden können.“

    Martin Whitmarsh

    „Im Namen des ganzen Vodafone McLaren Mercedes Teams gratuliere ich Jenson Button, Ross Brawn, Nick Fry und allen im Brawn Team zum Gewinn der Fahrer- und der Konstrukteurs-WM. Glückwünsche auch an Mercedes-Benz zum Sieger-Motor. Jenson hat diesen Erfolg verdient, aber auch Rubens Barrichello und Sebastian Vettel wären bei einem anderen Ausgang würdige Weltmeister gewesen.
    Lewis gibt damit den Meisterpokal weiter; er fuhr heute erneut ein brillantes Rennen. Als das Safety Car auf die Strecke fuhr, änderten wir seine Strategie; er zeigte danach ein fantastisches Rennen und verbesserte sich vom 17. Startplatz auf Rang drei im Ziel. Sein Speed war sehr gut und wäre er nicht in entscheidenden Phasen des Rennens in Verkehr geraten, wäre vielleicht noch mehr drin gewesen.
    Auch für Heikki waren heute Punkte möglich, doch ein Fehler der Boxencrew kostete ihn wertvolle Zeit.
    Beim Saisonfinale in zwei Wochen in Abu Dhabi wollen wir unseren Vorsprung von einem Punkt vor Ferrari in der Konstrukteurs-WM verteidigen.“

    Norbert Haug

    „Was für ein Rennen! Im Namen von Mercedes-Benz möchte ich zuallererst Jenson Button und dem Brawn GP-Team zum Gewinn der Fahrer- und der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft gratulieren. Vor zehn Monaten waren diese Jungs in Gefahr, in der Formel 1 keine Zukunft mehr zu haben – heute erhielten sie alle die bestmögliche Belohnung für all ihre harte Arbeit und all ihre Anstrengungen. Glückwunsch an Ross Brawn und Nick Fry und alle bei Brawn GP – es ist ein wahres Formel 1-Märchen, was hier passierte.
    Ein großes Kompliment und noch größerer Dank an alle unsere Motorenleute in Brixworth und Stuttgart – zwei Jahre in Folge fuhr der Weltmeister von Mercedes-Power angetrieben.
    Natürlich hätten Vodafone McLaren Mercedes und Lewis den WM-Titel gerne behalten – aber ich denke es ist wichtig und richtig hier festzuhalten, dass Jenson und Brawn GP sehr verdiente Nachfolger sind.
    Eine nette Geschichte am Rande ist, dass im zweiten Jahr in Folge der WM-Titel vom Auto mit der Startnummer 22 gewonnen wurde, jeweils gefahren von einem Engländer und angetrieben von einem Mercedes-Benz Motor, und zwar jeweils mit einem fünften Platz in Brasilien!
    Lewis fuhr heute ein großartiges Rennen vom 17. Startplatz aufs Podium - das war zweifellos die beste Aufholjagd aller bisherigen 16 Grand Prix in dieser Saison. Ich bin überzeugt, dass er um den Sieg hätte kämpfen können, wenn er aus den ersten beiden Startreihen losgefahren wäre, wie wir es uns ursprünglich vorgenommen hatten.
    Es war eine sehr kluge Entscheidung des Teams, die Strategie beider Fahrer auf jeweils einen Stopp zu ändern, nachdem in Runde eins das Safety Car auf die Strecke gefahren war. Heikki verlor Zeit, als er - ohne eigene Schuld - zu früh aus der Box geschickt wurde – ohne dieses Handicap hätte er heute ordentlich Punkte geholt.
    Wir liegen jetzt auf dem dritten Platz der Konstrukteurs-WM und kein anderes Team holte in den letzten sieben Rennen der zweiten Saisonhälfte seit Lewis‘ erstem Sieg in diesem Jahr im Juli in Ungarn mehr Punkte als wir und kein Fahrer im Feld hatte in diesem Zeitraum mehr Zähler als Lewis.
    Für Rubens und Sebastian tut es mir Leid, sie mussten heute ihre entschlossenen Pläne, den WM-Titel zu gewinnen, aufgeben – aber ich bin sicher, beide sehen wie alle von uns in Jenson Button und Brawn GP den würdigen Nachfolger von Lewis Hamilton und Vodafone McLaren Mercedes als Formel 1-Weltmeister.“

    Barrichello gönnt Button den Titel: Ein großartiger Weltmeis

    Barrichello gönnt Button den Titel: Ein großartiger Weltmeister

    Rubens Barrichello hat den Titel zwar nicht geholt, dennoch hat der Brawn GP-Pilot allen Grund zum Feiern.
    Rubens Barrichello ist zwar nicht Weltmeister geworden, dennoch ist der Brasilianer nach Platz acht in seinem Heimrennen in Interlagos alles andere als niedergeschlagen. Zu erfolgreich sei für ihn die aktuelle Saison verlaufen, an die viele nicht mehr geglaubt hatten. "Als die Leute zu Saisonbeginn schon Kränze auf meinen Sarg gelegt haben, habe ich mich zurückgemeldet. Ich fahre ein fantastisches Auto und deshalb bin ich nicht unglücklich. Ich danke Gott für diese Chance, die ich dieses Jahr bekommen habe. Das ganze Jahr über war das Auto einfach fantastisch", erklärte der Brawn GP-Pilot.

    Gleichzeitig zeigt sich Barrichello als guter Verlierer. "Ich freue mich als Freund für Jenson [Button]. Er ist ein großartiger Weltmeister. Wenn ich schon nicht gewonnen habe, dann wenigstens er", erklärte Barichello. In der zweiten Saisonhälfte hatte der Brasilianer seinen Teamkollegen stets im Griff. In Valencia feierte Barrichello seinen ersten Saisonsieg. "Jenson hat den Titel verdient gewonnen. Ich würde sagen, er hat den Titel in den ersten sechs Saisonrennen gewonnen, denn die zweite Saisonhälfte gehörte mir", betonte der Brasilianer.

    Er habe bis zum Schluss, um den WM-Titel gekämpft. "Es war ein großartiger Kampf, ich habe mich bis zum Schluss im Titelrennen gehalten", ist Barrichello auf sich stolz. Ebenfalls stolz ist der Brawn GP-Pilot auf sein Team, das in Brasilien den Konstrukteurstitel holte. "Das Team war einfach klasse. Wir haben verdient gewonnen. Ich werde jetzt richtig feiern, denn der Konstrukteurstitel gehört auch zum Teil mir. Darüber freue ich mich sehr", erklärte Barrichello.

    Button hat es allen Kritikern gezeigt: Es fühlt sich an wie

    Button hat es allen Kritikern gezeigt: Es fühlt sich an wie ein Sieg

    Brawn GP-Pilot Jenson Button krönte sich in Brasilien vorzeitig zum Weltmeister und zeigte es damit allen Kritikern.
    "We are the champions", sang Jenson Button nach seiner Zieleinfahrt in das Teamradio. Der Brite sicherte sich mit einem fünften Platz vorzeitig den Titel. Für Button ist es der erste Titel, der insgesamt zehnte eines britischen F1-Fahrers. Auch Stunden nach dem Rennen konnte der 29-Jährige es immer noch nicht glauben, dass sein Traum vom Titel in Erfüllung ging.

    "Es ist ekstatisch. Alle die schlechten und die guten Moment gingen mir durch den Kopf - nicht nur von diesem Jahr, sondern von allen Jahren im Rennsport. Das war das beste Rennen meines Lebens. Ich wusste, was ich zutun hatte und habe es durchgezogen. Deshalb sitze ich hier jetzt als Weltmeister", erklärte Button. Der Brite stand zuletzt, nachdem die Top-Resultate ausblieben, immer öfter in der Kritik.

    "Das hat die Sache nicht leichter gemacht. Es setzt einem schon zu, wenn man nicht das Beste aus dem Auto herausholen kann. Gleichzeitig konnte ich viele negative Kommentare in den Medien lesen", erinnert sich der Brite. Doch diese Zeiten sind vorbei. "Ich habe heute zwar nicht das Rennen gewonnen, aber ich habe alles aus dem Auto herausgeholt. Es fühlt sich für mich wie ein Sieg an. Ich bin Weltmeister - ich kann gar nicht aufhören, das zu sagen", jubelte der Brawn GP-Pilot. Ob er seinen Titel nächstes Jahr mit Brawn GP verteidigen kann, kann Button allerdings noch nicht beantworten.

    "Ich habe bisher noch nichts entschieden. Ich will nächstes Jahr Formel 1 fahren und zwar in einem siegfähigen Team. Brawn kann das, dieses Team ist kein One-Hit-Wonder. Aber wir haben noch keine ernsten Gespräche wegen 2010 geführt. Wir wollten erst den Fahrer- und Konstrukteurstitel holen. Jetzt werden wir uns zusammensetzen und über 2010 sprechen", verriet der Brite. Button weiß ganz genau, welchen Leuten er diesen Erfolg zu verdanken hat. "Die Liste ist sehr, sehr lang. Allen voran meinem Vater, denn er hat mich immer unterstützt - meine ganze Familie stand hinter mir", so Button.

    "Dank gebührt auch meinem Team. Wenn man einen Winter erlebt wie wir 2008, dann schweißt das zusammen. Wir sind durch schwierige Zeiten gegangen. Aber das Team blieb immer positiv und baute ein großartiges Auto. Alle im Team haben einen tollen Job gemacht, ohne sie wäre ich nicht Weltmeister. Ich hoffe, sie alle bekommen einen ordentlichen Bonus", verriet der Brite. Dem 29-Jährige selbst bleibt allerdings nicht viel Zeit, um seinen Titel gebührend zu Feiern. Noch heute reist Button aus Brasilien ab, denn in den kommenden Tagen stehen wichtige PR-Termine - allen voran mit Sponsor Virgin - auf dem Programm.

    Button feierte alleine: Alles verarbeiten

    Button feierte alleine: Alles verarbeiten

    Jenson Button feierte den WM-Titel auf seine eigene Weise: Alleine auf seinem Hotelzimmer.
    "Ich bin Weltmeister, Baby!" Jenson Button war nach der Zieldurchfahrt in Sao Paulo außer sich vor Freude. Im vorletzten Rennen sicherte er sich entgegen aller Annahmen von Startplatz 14 vorzeitig seinen ersten Weltmeistertitel. Eigentlich hätte er noch in der Nacht zurück nach Europa fliegen müssen, um dort einen Sponsorentermin abzuhalten, doch sein Teamkollege Rubens Barrichello erlaubte dem neuen Champion am Montag mit seinem Privatflieger zurückzufliegen.

    Besonders lange genoss Button die WM-Party nicht, nach 45 Minuten auf der Feier des Teams setzte er sich auf sein Hotelzimmer ab. "Die meisten Fahrer haben eine absolut verrückte Nacht, wenn sie Weltmeister werden. Aber jeder feiert anders und für mich war es das Beste, einfach alleine in Ruhe auszuspannen. Es war perfekt."

    So kehrte Button auf sein Hotelzimmer zurück und ließ das Erlebte noch einmal Revue passieren. "Ich war bis vier Uhr wach und lag nur mit einem breiten Grinsen im Gesicht im Bett." Er wollte nur darüber nachdenken, was er erreicht hat. "Ich habe nur rund drei Stunden geschlafen. Mehr konnte ich nicht. Ich wollte wach sein, um es zu genießen. Ich wachte alle Stunde mit einem Grinsen auf."

    Chamion 2009: Jenson Button : Ein würdiger Weltmeister?

    Chamion 2009: Jenson Button : Ein würdiger Weltmeister?
    Jenson Button hat sich seinen Lebenstraum erfüllt: Er ist Formel-1-Weltmeister.

    Jedes Jahr ist der Jubel des neuen Formel-1-Weltmeisters und der seines Teams riesig, die Früchte der Rennsaison zu ernten. Doch die Szenen, die sich am Sonntag in der Boxengasse Sao Paulos abspielten, zeigten besonders den Druck, der auf einem Fahrer wie Jenson Button oft lastet.

    Von den wenigen Fahrern, die sich die Krone in der höchsten Klasse des Motorsports aufsetzen dürfen, schaffen es nicht viele in so jungen Jahren wie Fernando Alonso und Lewis Hamilton, Weltmeister zu werden. Von "JB" erwartete es jedoch eine ganze Nation.

    Als der 20-jährige Button nach einer erfolgreichen Zeit in diversen Nachwuchsserien 2000 ins BMW-Williams Team einstieg, sah vor allem die englische Presse in ihm den nächsten Weltmeister der Insel. Vielleicht war die erfolgsverwöhnte Nation auch etwas enttäuscht, dass nach Nigel Mansell und Damon Hill kein Brite über den Vizetitel hinausgekommen war (Eddie Irvine wurde 1999 hinter Mika Hakkinen Zweiter). Button schlug sich in seiner Premierensaison wacker, holte zwölf WM Punkte und wurde Achter in der Gesamtwertung. Obwohl sein erfahrener Teamkollege Ralf Schumacher mit 24 Punkten und Platz fünf nicht überragend besser war, wurde Button für die Saison 2001 durch den Kolumbianer Juan Pablo Montoya ersetzt und wechselte zum Benetton Rennstall an die Seite Giancarlo Fisichellas.

    Die Saison wurde für den Engländer zur ersten Krise der noch jungen Karriere, denn die englische Presse gab Buttons extravagantem Lebensstil die Schuld an der Niederlage gegen Fisico. In den Medien war der Benetton-Mann öfter an der Seite hübscher Frauen vertreten anstatt im Sportteil.

    Aufwärts ging es 2002: Benetton wurde von Renault übernommen und Button behielt im Werksteam der Franzosen die Führung gegenüber Jarno Trulli, den er um fünf WM-Zähler schlug. Trotz seiner soliden Leistungen musste er sich am Ende des Jahres wieder ein neues Team suchen, denn bei Renault wurde Jenson durch den Spanier Fernando Alonso ersetzt.

    Im British American Racing Team von David Richards fand Jenson Button eine Bleibe, bis das Team 2006 endgültig von Motorenlieferant Honda übernommen wurde. In der Zeit bei BAR wurde die Kurve in Buttons Karriere weiter gezeichnet. Nach einer soliden Saison 2003, als er sich gegen den kanadischen Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve durchsetzte und einer tollen Saison 2004, in der Button hinter den beiden übermächtigen Ferrari von Michael Schumacher und Rubens Barrichello mit mehreren Podiumsplatzierungen und einer Pole Position WM-Rang drei belegte, folgte 2005 ein erneuter Tiefschlag.

    In der Winterpause 2004/05 musste das so genannte "Contracts Recognition Board" entscheiden, ob Button einen gültigen Vertrag über eine Rückkehr zu Williams unterzeichnet hatte. Das Schiedsgericht entschied in der "Buttongate"-Affäre auf einen Verbleib bei BAR.

    Nur eine respektable zweite Saisonhälfte konnte den katastrophalen Start 2005 mit mehreren Ausfällen und einer Sperre gegen das Team (man hatte bei Buttons drittem Rang in Imola einen regelwidrigen Tank verbaut) einigermaßen kompensieren.

    Obwohl er nach der schlechten Saison für 2006 zu Williams hätte wechseln können, blieb Button beim neuen Honda Werksteam und wurde dort zum Teamleader mit Rubens Barrichello an seiner Seite.

    In einer mittelmäßigen Saison wurde Buttons erster Grand Prix Sieg im Regenrennen von Ungarn zum Highlight seiner bisherigen Karriere und bis zum Einstieg von Lewis Hamilton von der englischen Presse gefeiert. Honda konnte jedoch nicht nachlegen und gab nach zwei weiteren schwachen Jahren den Ausstieg aus der Formel 1 zum Ende der Saison 2008 bekannt.

    Vor der Saison 2009 stand Englands ehemaliger Liebling also ohne Cockpit da und Jenson Buttons Karriere schien nahezu beendet. Ob das Rennteam unter Führung von Ross Brawn weitergeführt werden konnte und JB im Team verbleiben würde, war bis zum Saisonstart ungewiss. Die tolle Arbeit von "Superhirn" Brawn, der bereits 2008 mit der Entwicklung des neuen Boliden begonnen hatte, zahlte sich aus und Brawn GP Pilot Jenson Button gewann sechs der erste sieben Rennen.

    Obwohl Sebastian Vettel und Buttons Teamkollege Barrichello die WM-Entscheidung noch spannend machten, ist "Wonderboy" Button, der so viele Niederlagen wegstecken musste, ein wohlverdienter Weltmeister, endlich, im zehnten Jahr seiner Karriere!

    In der Formel 1 braucht man neben viel Talent auch das Glück, zur richtigen Zeit im richtigen Auto zu sitzen. Dieses Glück blieb dem charismatischen Jenson Button bis 2009 verwehrt. Nach all den Tiefschlägen seiner Karriere ist er ein würdiger Champion.