Continental produziert kleines und leichtes ABS für Motorräd

      Continental produziert kleines und leichtes ABS für Motorräd

      Continental produziert kleines und leichtes ABS für Motorräder

      Mit einem neuen, kompakten Antiblockiersystem für Motorräder verstärkt der internationale Automobilzulieferer Continental seine Aktivitäten im Zweiradmarkt. Das von der Division Chassis & Safety entwickelte MAB (Motorrad Antiblockiersystem) wiegt nur rund 1,2 Kilogramm und kann deshalb mit weniger Aufwand in die Infrastruktur von Motorradmodellen eingepasst werden. Das Know-how von Continental bei der Entwicklung von Antiblockiersystemen für Personenwagen machte die Umsetzung des neuen MAB in nur knapp 16 Monaten Entwicklungszeit möglich.

      Erstmals zum Einsatz kommt das neue System in den Aprilia-Modellen Mana, Shiver und Dorsoduro. "Der flächendeckende Einsatz von Blockierverhinderern bei Motorrädern und Motorrollern wäre ein entscheidender Beitrag, die Zahl der Schwerverletzten und Unfalltoten deutlich zu senken", sagt Dirk Remde, Director Motorrad- Bremssysteme, bei der Division Chassis & Safety. "Mit unseren Systemen leisten wir einen wichtigen Beitrag zur European Safety Charta, deren erklärtes Ziel es ist, die Zahl der Motorradunfälle bis 2010 gegenüber dem Jahr 2004 zu halbieren. "Vor zwei Jahren hatte Continental mit einem Motorrad-Integral-Bremssystem (MIB), das zusammen mit BMW entwickelt wurde, bereits sein erstes ABS für Zweiräder vorgestellt.

      Stabilität beim Bremsen für Motorradfahrer wichtiger als ein kurzer Bremsweg
      Wie beim Auto ist es auch bei dem Motorradsystem erstes Ziel, während einer Vollbremsung die Stabilität des Fahrzeugs zu gewährleisten. Dient dies beim Auto vor allem dazu, die Lenkfähigkeit zu erhalten, führt ein blockierendes Vorderrad beim Motorrad fast zwangsläufig zum Sturz. Sensoren an Vorder- und Hinterrad ermitteln deshalb, wie schnell sich die Räder bei einer Bremsung noch drehen oder ob ein Blockieren droht. Das Steuergerät reduziert in diesem Fall den Bremsdruck, um die Blockade und damit den Verlust der Fahrstabilität zu verhindern. Als zusätzliche Option zum Basis-MAB steht den Motorradherstellern eine Hinterrad-Abhebeerkennung zur Verfügung. Diese Rear-wheel Lift-off Protection (RLP) kann noch feinfühliger - unter anderem mit Hilfe eines Bremsdrucksensors, der den Hydraulikdruck im Bremssystem selber auswertet - erkennen, ob sich bei einer starken Bremsung das Hinterrad zu heben droht. In diesem Fall wird der Druck im vorderen Bremskreis leicht abgesenkt, bis sich das Motorrad wieder stabilisiert. Durch die kompakten Maße des MAB und sein geringes Gewicht fällt die Integration in ein Motorradmodell, das so genannte Packaging, leichter. Die vorhandene Infrastruktur, etwa Rahmen, Tank oder Verkleidung, muss weniger angepasst werden, wenn die ABS-Einheit wenig Bauraum einnimmt. Die Größe ist daher neben dem Preis ein entscheidendes Wettbewerbskriterium - bei Motorrädern noch mehr als bei Autos, da hier der vorhandene Platz erheblich kleiner ausfällt.

      Motorradunfälle: Stürze verdreifachen das Risiko lebensgefährlicher Verletzungen
      Studien der Unfallversicherer und der Bundesanstalt für Straßenwesen belegen den hohen Nutzen von Antiblockiersystemen für die Fahrer von Zweirädern. So kommt es bei jedem fünften Motorradunfall zu einem Sturz durch ein blockierendes Vorderrad. Nahezu alle dieser Stürze (93 Prozent) hätten durch ein Antiblockiersystem verhindert werden können. Auch wenn der Bremsweg nicht ausreicht, den Zusammenstoß zu verhindern, so wird durch die kontrollierte Bremsung die Aufprallgeschwindigkeit erheblich reduziert - und damit auch die Unfallschwere. Kommt es zum Sturz, steigt das Risiko deutlich an, schwere Verletzungen zu erleiden: Nach Aussagen der Versicherungsexperten liegt das Risiko, tödliche Verletzungen zu erleiden, doppelt so hoch wie bei einem Unfall mit kontrollierter Bremsung, lebensgefährliche Verletzungen treten sogar dreimal häufiger auf. Der Einsatz von Antiblockiersystemen würde pro Jahr allein in Deutschland 100 Motorradfahrern das Leben retten und weiteren 3.000 schwere Verletzungen ersparen. Eine Bundesratsinitiative des Landes Baden-Württemberg, den Einsatz von Blockierverhinderern bei neuen Motorradmodellen gesetzlich vorzuschreiben, wurde von der Länderkammer einstimmig angenommen. Gespräche auf EU-Ebene für eine einheitliche europäische Regelung laufen.

      Der Continental-Konzern gehört mit einem anvisierten Umsatz von 25 Mrd. Euro im Jahr 2008 weltweit zu den führenden Automobilzulieferern. Als Anbieter von Bremssystemen, Systemen und Komponenten für Antrieb und Fahrwerk, Instrumentierung, Infotainment-Lösungen, Fahrzeugelektronik, Reifen und technischen Elastomerprodukten trägt das Unternehmen zu mehr Fahrsicherheit und zum Klimaschutz bei. Continental ist darüber hinaus ein kompetenter Partner in der vernetzten, automobilen Kommunikation. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 146.500 Mitarbeiter an nahezu 200 Standorten in 36 Ländern.

      Die Division Chassis & Safety der Continental AG integriert als weltweit führender Technologie- und Systempartner der Automobilindustrie umfassendes Know-how und höchste Qualität in den Bereichen aktive und passive Fahrsicherheit, Sicherheits- und Fahrwerksensorik und Fahrwerkkomponenten. Die Division erzielt mit mehr als 27.500 Mitarbeitern (2007) einen Umsatz von mehr als 5 Mrd. Euro (Basis 2006). Chassis & Safety entwickelt und produziert elektronische und hydraulische Brems- und Fahrwerkregelsysteme, Sensoren, Fahrer-Assistenzsysteme, Airbagsysteme, Insassenklassifizierungssysteme, Scheibenreinigungssysteme sowie elektronische Luftfedersysteme.